Bücher mit dem Tag "moderne literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "moderne literatur" gekennzeichnet haben.

64 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596196159)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.759)
    Aktuelle Rezension von: Chris_Lieh

    Ein unglaublich gutes Buch mit einer ergreifend schönen Geschichte.  

  2. Cover des Buches Illuminati (ISBN: 9783404148660)
    Dan Brown

    Illuminati

     (5.007)
    Aktuelle Rezension von: ScriptumFelicis

    Klappentext:

    Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert. Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag. Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft der Illuminati. Diese Gemeinschaft scheint wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsteren Plan, denn aus dem Labor des ermordeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet.

    Meinung:

    Ich fand das Buch sehr spannend, auch wenn es die ein oder andere Szene gab, die sehr seeehr unrealistisch war.

    Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Vermischung von Fakten und Fiktion – mit einer Portion Verschwörungstheorie. Ich mag diese Kombination in Büchern sehr gerne und Dan Brown hat die Themen wirklich gut miteinander verknüpft bzw. verschmolzen. Ob alle Fakten (historisch, wissenschaftlich, etc.) tatsächlich so stimmig sind, kann ich jedoch nicht beurteilen und möchte ich aktuell auch nicht nachprüfen.

    Die mörderische Schnitzeljagd durch Rom, mit den eindrucksvollen Kulissen und imposanten Bauwerken, war ebenfalls sehr gut konstruiert und ausgeklügelt. Die Orte möchte ich gerne irgendwann mal besuchen.

    Nachdem ich nun aber Diabolus, Meteor und Illuminati gelesen habe, muss ich sagen, dass die Plots sehr ähnlich sind und immer das gleiche Baukastensystem angewendet wird. Der Erfolg gibt Dan Brown zwar Recht mit seiner Taktik, aber dadurch erkennt man leider den wahren Täter wahnsinnig schnell – so erging es mir zumindest bei diesem Buch.

    Nun bin ich gespannt, wie die anderen Bücher der Reihe aufgebaut sind. Ich vermute jedoch, dass sie sich nicht sonderlich von diesem Teil unterscheiden werden.

    Fazit/Empfehlung:

    Trotz der genannten Kritikpunkte war Illuminati ein spannendes Buch, das ich gerne gelesen habe.

    Wer die Vermischung von Fakten, Fiktion und Verschwörungstheorien mag, der wird das Buch ebenfalls sehr spannend finden und gerne lesen.

    Sternewertung:

    4.5 Sterne

  3. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.525)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Ein genervter siebzehnjähriger Jugendlicher erzählt schrullige Anekdoten aus seinem missliebigen Leben. Für Erzählweise und -inhalt konnte ich mich überhaupt nicht erwärmen. Nach 60 von 155 Seiten hatte ich die Lektüre dann abgebrochen.

  4. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.064)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  5. Cover des Buches Der Zauberberg (ISBN: 9783596904167)
    Thomas Mann

    Der Zauberberg

     (527)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Ich lese oft nicht, um mir einen Inhalt zu merken, um mir Details einzuprägen. Ich möchte die Atmosphäre aufnehmen, den Autor kennenlernen. Mittlerweile kann ich oft Autor und Buch nicht mehr voneinander trennen. Ich möchte herausfinden, wieso mich ein Buch anspricht und da ist stets hinter jeder Geschichte der Autor. 

    Nachdem ich nun Thomas Mann, sicher sehr oberflächlich, kennengelernt habe, kann ich mich auch nach fast einem Jahr  in,, Der Zauberberg,, hineinversetzen. Es war für mich ein Roman, der zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben getreten ist. Im Zusammenhang damit würde ich sagen(vermuten, vorschlagen?!),dass ,, Der Zauberberg,, in die richtige Zeit eines Lesers gehört. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, es zwischendurch, ohne jegliche Beeinflussung der Umstände, zu lesen. 

    Das Lesen dieses Romans hat mich nicht die ganze Zeit total erfüllt, dafür waren mir einige Stellen zu anstrengend. Die Auseinandersetzung mit vielen Wissensbereichen, wie Medizin, Botanik, Politik ist gewiss passend, da sich der Protagonist dort oben weiterentwickeln möchte. Aber im Nachhinein war es (leider) zu umfangreich. Dennoch: diese Welt da oben in Davos hat mich genauso gefangen gehalten, ähnlich wie Hans Castorp, den Protagonisten.

    Dieser Kontrast zwischen vermeintlich abwertenden, kalten Äußerungen und dann wieder eindringlichen, poetischen, sensiblen Beschreibungen gibt die Grundlage für mich, sich mit dem Mann dahinter auseinanderzusetzen und dieses Werk auch im Nachhinein als für mich besonderen Roman einzuschätzen. 

  6. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.695)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Manchmal echt verwirrend wie Bernhard Schlink geschrieben hat. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er aus verschiedenen Zeitformen innerhalb eines Kapitels schreibt.
    Er schreibt aus der Sicht des Jungen.
    Einmal schreibt er von seiner Erinnerung mit Hanna, was in der Vergangenheit liegt und zum anderen wechselt er in die Gegenwart. Das war anfangs verwirrend, aber damit kam ich schnell zurecht und hatte begriffen, dass er seine Geschichte, die er erlebt hat erzählte.

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und innerhalb der Geschichte geht ein roter Faden durch. Es ist zwar etwas anders geschrieben, aber dennoch sehr interessant. Die Protagonisten sind faszinierend geschildert.
    Das Ende hat mich echt überrascht und damit habe ich gar nicht gerechnet.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch gut finden würde. Die Story ist wirklich interessant und spannend. Der Sprachstil natürlich ein anderer als in der heutigen Zeit. Aber dennoch ein guter Klassiker.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

  7. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (585)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Im ersten Band der neapolitanischen Saga lernen wir die zwei Freundinnen Lila und Elena kennen. In Neapel der fünfziger Jahre müssen sie lernen, dass Mädchen nicht viel zu melden haben, aber jede setzt sich auf ihre Weise zur Wehr. Lila mit ihrer auflehnenden Art, ihren Zukunftsvisionen aus der väterlichen Schusterei ein großes Schuhimperium zu erschaffen und der Idee, dass die Mafia sich nicht in ihre privaten Angelegenheiten einmischen darf. Elena darf auf Drängen ihrer Lehrerin eine weiterführende Schule besuchen und sieht sich immer im Zwiespalt zwischen ihren schulischen Ambitionen und ihrer Herkunft. 

    Endlich schaffe auch ich es diese Saga in Angriff zu nehmen. Der erste Band hat mir schon sehr gut gefallen. Als Leser fühlt man sich in das mafiöse Italien zurückversetzt und lernt es aus der Sicht von Kindern kennen. Die Freundschaft der beiden Mädchen ist etwas verwirrend und immer von Rivalität geprägt, daher interessiert es mich sehr wie es weitergeht. 

  8. Cover des Buches Der Zementgarten (ISBN: 9783257206487)
    Ian McEwan

    Der Zementgarten

     (398)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Es handelt sich scheinbar um eine ganz normale Familie aus einem englischen Vorort. Jedes der Familienmitglieder hat seine Eigenarten, doch nichts besonders auffälliges oder gar schlimmes. Als der Vater plötzlich stirbt beginnen sich die Familienmitglieder langsam zu verändern und driften langsam von einander Weg. Als die Mutter dann noch unerwartet an Krebs stirbt, bleiben Jack, Julie und ihre beiden jüngeren Geschwister alleine in dem Haus zurück. Da ihnen die Abschiebung in ein Kinderheim droht, fassen die Kinder den Entschluss die Mutter im Keller einzuzementieren, um so deren Ableben zu verbergen. Ohne die festen familiären Strukturen beginnt sich jedes der Kinder nun immer schneller zu verändern und driften dabei immer weiter von einander ab. 

    Nachdem ich von "Saturday" einigermaßen begeistert war, wollte ich noch etwas anderes von Ian McEwan lesen und da kam mir dieses kurze Buch mit seiner doch pikanten Thematik sehr zupass. Der Schreibstil des Autors konnte mich schon bei seinem anderen Buch begeistern, doch bei dieser Geschichte konnte mich der Autor auf sprachlicher Ebene sogar noch ein Stückchen mehr abholen. Man bekommt bunte beschreibende Bilder geliefert, ohne dass die Geschichte dabei zu zäh werden würde, oder der Lesefluss eingeschränkt werden würde. Ian McEwan konnte meiner Meinung nach also die besonderen Lebensumstände, in die sich die 4 Heranwachsenden manövriert hatten, sehr gut darstellen und erzeugte dabei eine besondere und drückende Atmosphäre, die ich ähnlich einem schwülen, drückend heißem Sommertag empfand, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Neben dem Schreibstil konnte mich die Geschichte auch mit ihrer kranken und gewöhnungsbedürftigen Handlung abholen. Dadurch, dass man in der Geschichte nur einen einzigen maßgebenden Handlungsstrang hat, der sich immer weiter auflädt und polarisiert fliegt man beim Lesen nur so durch die Geschichte. Das Thema mag nicht für jeden passend sein, doch man kann ihm nicht absprechen, dass er Garant für Spannung ist. Am meisten Begeistern konnte mich Ian McEwan aber mit den Charakterzeichnungen. Zwar kam ich keinem der Protagonisten auf emotionaler Ebene nahe, doch das wäre meiner Meinung nach bei dieser Handlung nicht möglich gewesen. Man blickt viel mehr als unbeteiligter Zuseher auf eine Horde kranker Minderjähriger herab und wünscht sich dabei, niemals in so einem emotional verwahrlostem Zustand wie diese zu Enden. Was Ian McEwan allerdings geschafft hat ist, dass jeder der Protagonisten eine andere Richtung in seiner emotionalen bzw. körperlichen Verwahrlosung einnimmt. Am besten merkt man dies in meinen Augen bei Jack und seinem kleinen Bruder. Jack verwahrloste körperlich und ich muss sagen, dass ich mich während des Lesens vor ihm ziemlich ekelte, wohingegen bei seinem jüngeren Bruder die emotionale und soziale Verwahrlosung erschreckende Ausmaße annimmt. Das Meisterwerk des Autor besteht dabei aber, dass er mir die Charaktere und deren doch recht abartige Entwicklung als authentisch verkaufte. Ich hatte das Gefühl, dass das ganze so gerade sich irgendwo abspielen könnte, und ich nur nichts davon wissen würde. Ein einziges kleines Problem hatte ich allerdings damit, dass ich vor allem gegen Ende der Geschichte nicht mehr mit der Handlung auch nur ansatzweise identifizieren konnte. Ich hatte am Ende einfach das Gefühl, dass es zu viel wurde. 

    Letztendlich ist das Buch aber extrem lesenswert - wie alle Bücher des Autors - , alleine durch diese doch recht unkonventionelle und krasse Thematik. Die Umsetzung ist auch insofern gelungen, dass mich das Buch trotz seiner Knappheit schockieren konnte. 

  9. Cover des Buches Omama (ISBN: 9783552072015)
    Lisa Eckhart

    Omama

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Hagemann

    Zeitreise mit Oma: 1945: Pubertät in russischer Besatzung. 1955: ab aufs Land und den erzkonservativen Dorfwirt heiraten. 1989: geschäftstüchtig und unverblümt: organisiert Busreisen zum Fleisch schmuggeln und wird sogar noch die Rivalin ihrer Enkelin sie den attraktiven Kreuzfahrtkapitän geht...

    Eine wunderbar wilde und gesellschaftskritische Familiengeschichte in Österreich. Eine Frau, die sich nichts gefallen lässt und eine Autorin, die so manche Sachen auf den Punkt bringt, die sich andere nicht trauen auszusprechen... 

    Da musste ich dann besonders laut lachen.   

  10. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

     (419)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, das Buch knüpft nahtlos an die ersten beiden Bücher an. Das Ende ist für meinen Geschmack ein wenig sehr offen, doch bei den Büchern geht es um die Geschichte an sich, den Weg und nicht das Ende, das Ziel.

  11. Cover des Buches Abbitte (ISBN: 9783257261189)
    Ian McEwan

    Abbitte

     (876)
    Aktuelle Rezension von: ECKIX

    Was ist Wahrheit? 

    In einem Roman sicherlich dasjenige, was der Autor seinen Lesern als Wahrheit weismachen will. Das weiß auch die 77-jährige Briony Tallis, die (erst) im letzten Kapitel dieses Buches zu Worte kommt. Die drei Teile zuvor spielen im London der 1930-er Jahre sowie in dem französischen Dünkirchen 1940. 

    Eine kurze kindliche Beobachtung der jungen Briony ist es, die das Leben ihrer Schwester Cecilia und deren Freund Robbie dramatisch verändert. Briony lebt in ihrer eigenen Welt, begann früh mit dem Schreiben von Theaterstücken. Und so kommt es dazu, dass sie einer Beobachtung Schlussfolgerungen andichtet, die sie gar nicht hätte ziehen können. Aufgrund von Brionys Aussage wird Robbie fälschlicherweise wegen Vergewaltigung verurteilt. Er sitzt im Gefängnis ein, bis er in den Krieg zieht. Sein dort erlittenes Schicksal und das tragische Ende der Liebe zwischen ihm und Cecilia werden erst gegen Ende des Buches klar. Briony hingegen lebt mit ihrer Schuld und kann diese nicht durch ein gänzlich anderes als zunächst geplantes Leben wieder gutmachen. 

    Ein interessantes Buch darüber, wie Autoren es gelingen kann, subjektive Empfindungen und Wahrnehmungen der Charaktere den Lesern als objektive Wahrheit darstellen zu können. Der erste Teil gefiel mir allerdings nicht so gut. Ich möchte ihn mit einem Zitat aus dem dritten Teil beschreiben: „Dutzende Seiten über Licht, Stein und Wasser, eine in drei Perspektiven aufgeteilte, in der Schwebe gehaltene Erzählung, in der so gut wie nichts passierte (...).“ Wie sich die einzelnen Teile des Buches jedoch letztlich zusammenfügen, ist beeindruckend und gefiel mir gut. Insgesamt 4 von 5 Sternen.

  12. Cover des Buches Mrs. Dalloway (ISBN: 9783649636229)
    Virginia Woolf

    Mrs. Dalloway

     (228)
    Aktuelle Rezension von: Maus86

    Wie der Titel schon vermuten lässt, ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte Clarissa Dalloway. Eine Frau, um die 50, im London der 20er Jahre. Eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es kaum bis gar nicht. Das Buch ist eine Aneinanderreihung von Gedankenströmen verschiedener Menschen, einige direkt, andere indirekt mit Mrs. Dalloway verbunden.

    Die Erzählperspektive ist eine wechselnde personale. Die häufigen Perspektivwechsel stellten beim Lesen schon die erste große Herausforderung für mich dar. Diese Wechsel erfolgen abrupt und auf den ersten Blick willkürlich. Beim weiteren Lesen wird jedoch klar, dass bei den Perspektivwechseln keinesfalls Willkür herrscht, im Gegenteil. Immer wenn wir in den Kopf einer Person neu oder erneut eintauchen, dient dies der Verdeutlichung von Beziehungsgeflechten und deren Probleme und Herausforderungen. Auch Gegensätze in Wahrnehmungen werden hiermit deutlich gemacht. Besonders beeindruckend dabei, dass Woolf aufzeigt, wie wenig die Figuren das Innenleben ihrer Mitmenschen einschätzen können und auf Grund von diesen Fehleinschätzungen über andere urteilen.

    Woolf bedient, anhand der Vielfalt ihres Personals, eine breite Pallette an Themen. Kriegstraumata, gesellschaftliche Zwänge und Konventionen, Liebe, Suizid, Depressionen sind nur einige Beispiele für die Bandbreite dessen, womit der Roman sich beschäftigt. In diesem schmalen Buch werden auf geradezu minimalistische Art und Weise, anhand teilweise kurz angerissener Skizzen und Szenen, psychologische Tiefen in beeindruckender Intensität ergründet.

    Es ist definitiv ein Buch für das man sich Zeit nehmen, auf das man sich einlassen wollen muss. Ein Buch, das klug vom Leben und seinem alltäglichen Zumutungen erzählt. Ein Buch, das nach Beendigung  intensiv in den Lesenden nachhallt. Und ein Buch, das uns daran erinnert, warum wir lesen.

  13. Cover des Buches Nada (ISBN: 9783518466339)
    Carmen Laforet

    Nada

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Elfeliya

    Andrea kommt aus der Provinz nach Barcelona. Dort hofft sie auf Abenteuer und Freiheit. Doch schnell zerplatzen ihre Träume, als sie im Haus der Großmutter ankommt und gemeinsam mit der Großfamilie (Onkel, Tanten, Schwägerin, Hausmädchen, Kleinkind) auf engstem Raum lebt.

    Das Buch beschreibt ein Jahr aus dem Leben von Andrea und für mich war die Geschichte nicht eindrucksvoll oder einprägsam. Andrea entwickelt sich in dieser Zeit kaum, geht zwar ihren Weg, will jedoch nirgends anecken. Es gab kaum wirklich interessante Erlebnisse in diesem Jahr und wäre nicht die wunderbare Wortwahl der Autorin gewesen, hätte ich das Buch nicht beendet. Die Autorin findet jedoch einfach den passenden Ton und so lässt sich das Buch gut lesen.

    Aus diesem Grund dann doch noch 3 Sterne.

  14. Cover des Buches Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns (ISBN: B0013T1GH8)
    Helen Fielding

    Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns

     (804)
    Aktuelle Rezension von: Kirasbooks

    Klappentext: Bridget  58 Kilos (gut); Alkoholeinheiten 0 (hervorragend); Zigaretten 5 (locker im grünen Bereich); an Mark Darcys Haus vorbeigefahren: 2-mal (s.g.); Mark Darcys Namen im Telefonbuch nachgeschlagen um zu sehen, ob er noch existiert: 18-mal (s.g.); Anrufe von Mark Darcy: 0 (tragisch). 

    Ganz England ist von glücklichen Paaren bewohnt. Ganz England? Nein. In London kämpfen unbeugsame Singles täglich um das große Glück. Allen voran Bridge Jones, die bewehrte mit zahllosen Ratgebern wie "Männer sind anders" oder "Endlich Wunschgewicht" ihr Leben zu meistern versucht. Trotz immer neuer Rückschläge im Beruf und Liebesleben ist sie nicht unterzukriegen, dafür sorgen schon ihre Freundinnen Jude und Shazzer sowie ausreichende Mengen Chardonnay und Zigaretten. Nicht zu vergessen Bridgets Mutter, die stets nur das Beste für ihre Tochter will...

    Meine Meinung: Wirklich lustiges Buch was man gerne am Wochenende liest. Macht einem echt eine bessere Laune. Werde mir die weiteren Teile durchlesen. 

  15. Cover des Buches Der Prozeß (ISBN: 9783899195880)
    Franz Kafka

    Der Prozeß

     (997)
    Aktuelle Rezension von: lilr

    Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich derart in den Bann gerissen hat, wie dieser Klassiker von Franz Kafka! Ab dem ersten Kapitel wird man in die Gefühlswelt des Protagonisten Josef K. gerissen und fühlt am eigenen Leib die Verzweiflung, die Angst und das Elend die von dem Prozess ausgehen. Zeitweise musste ich das Buch beiseitelegen weil mich das Schicksal und die Wirrungen derart mitgenommen haben. Aber genau das ist die Meisterleistung Kafkas! Jeder neue Handlungsstrang überrascht mit neuen grotesken Elementen, die das Buch absolut "kafkaesk" machen. Ich empfehle einen Lektüreschlüssel für alle diejenigen, die das Buch ganz erschließen möchten, denn sowohl philosophisch, politisch, religionskritisch als auch autobiografisch überließ Kafka nichts dem Zufall. Ein Muss für alle Literaturfans! 

  16. Cover des Buches Elf Minuten (ISBN: 9783257261318)
    Paulo Coelho

    Elf Minuten

     (1.089)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    "Elf Minuten" war mein erstes Buch von Paulo Coelho und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, ist er doch DER zeitgenössische brasilianische Autor. Leider muss ich bei diesem Buch sagen, dass ich den Hype nicht wirklich nachvollziehen kann.

    Da meine Ausgabe selbst auf dem Klappentext kaum Inhaltsangaben macht, halte ich diese an dieser Stelle knapp - auch, weil ich gerade durch diesen komplett unwissenden Sprung ins Buch zu Beginn positiv davon überrascht wurde, dass eine Geschichte mit einer Protagonistin aufgebaut wurde, dere Innenleben komplex ist und die sehr genau weiß, was sie will. 

    Leider wurde das Buch jedoch spätestens ab der zweiten Hälfte sehr vorhersehbar, platt und spirituell-esoterisch. So fand teilweise eine sehr deutliche Abwertung bestimmter Sexualitäten oder Vorstellungen von Sexualität statt, um letztlich in ein "Sex ist nur mit Liebe wirklich schön, Liebe ist die Antwort auf alles und für Liebe sollte man alles über den Haufen werden" und eine sehr kitschige Liebesgeschichte à la "Pretty Woman" zu münden. Gerahmt wurde das ganze in spirituelle, beinah übersinnliche Zustandsbeschreibungen beim Orgasmus, Framings in Richtung "Aura" und "Licht" besonders hervorstechender Personen und konnte mich dadurch nicht wirklich erreichen. Auch was die Darstellung von Erotik angeht, habe ich schon Besseres gelesen - gerade, weil mich hier bestimmte Beschreibungen von "härterem" Sex gestört haben (wenn etwa ernsthaft bei einem ersten sexuellen Zusammentreffen mit BDSM-Elementen massiv viel Alkohol getrunken wird) und diese Form der Sexualität später dann auch deutlich als "das machen halt alle Leute mit Schuldgefühlen, aber es wird sie in ein Loch ziehen, aus dem sie nicht mehr herauskommen" abgewertet wurde.

    Zwar fand ich die teilweise beinah emanzipatorische Auseinandersetzung mit weiblicher Lust und dem Problem, dass diese in heterosexuellen Beziehungen sehr häufig zu kurz kommt, gelungen. Das allein konnte mich aber leider nicht bei Laune halten und ich fand es schade, wie ein an sich sehr komplexer Wandlungsprozess der Protagonistin letztlich im typischen Schmalztopf endete. Zugutehalten muss man dem Autor aber wohl, dass das Buch laut dem Nachwort auf einer realen Vorlage beruht, es also tatsächlich sein kann, dass diese Vorlage einfach schon sehr kitschig war.

    Ich werde vermutlich noch etwas anderes von Coelho lesen, um herauszufinden, ob ich bloß mit diesem konkreten Buch meine Probleme hatte oder generell nicht viel mit ihm anfangen kann,

  17. Cover des Buches Das Leben der Wünsche (ISBN: 9783423139830)
    Thomas Glavinic

    Das Leben der Wünsche

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer


    Das Buch stand auf der Longlist des deutschen Buchhandels und war 2009 für den „Deutschen Buchpreis“ nominiert. 

     

    Zum Inhalt:

    Jonas trifft eines Tages einen seltsamen Mann im weißen Leinenanzug, der sich neben ihn auf die Bank setzt und ihm anbietet, drei Wünsche zu erfüllen. Nach längerer Diskussion willigt Jonas ein, wenn auch nicht völlig überzeugt. Der Mann erklärt ihm: „Es geht nicht darum, was du willst, sondern darum, was du dir wünschst. Als Tipp, bevor er genauso unvermittelt verschwindet, wie er auftauchte, gibt er Jonas noch folgenden Rat: „Geben Sie Ihren Wünschen Zeit, sich zu entwickeln. Sie können sich nichts anderes Wünschen.“

    Dann werden wir als Leser Zeuge eines ganz normalen Lebens, wie es sich überall irgendwo entwickeln könnte, wenn es die Wünsche nicht gäbe.

     


    Bei diesem Buch hatte ich ein besonderes "Verlangen" mich mit jemandem auszutauschen, denn irgendwie war ich am Ende recht durcheinander und mein erster Bauchgedanke war: "Das habe ich jetzt nicht verstanden."

     

    Wobei ich im Grunde sehr glücklich mit dem Buch hätte sein müssen, da es ganz in meinem Sinne ist: keine gedankliche Gängelung durch den Autor, keine zu schnell vorhersehbaren Entwicklungen, keine schnell durchschaubaren Gedankengänge, sondern völlige Freiheit in der Ausgestaltung der Deutung durch mich als Leser. So liebe ich das. Dennoch ist irgendetwas, was mich daran hinderte, das Buch wegzulegen und zu sagen: klasse!

    Im Gegenteil, ich war ratlos und verwirrt.

     

    Dann begann ich das Buch und die Geschichte Revue passieren zu lassen und entdeckte, dass dies eines der Bücher ist, dass erst durch nachträgliches Nachdenken, seinen Sinn entfalten kann. Nimmt man die Geschichte als reine Geschichte, dann ist es eine recht normale, unterhaltsame Darstellung des Lebens eines Mannes zwischen zwei Frauen. Und damit es nicht zu platt wird, hat der Autor an einigen Stellen kleine mystische und übernatürliche Elemente eingeflochten.

    Damit wird man dem Buch aber nicht gerecht.

    Irgendetwas hielt mich am Nachdenken und dann ließ ich meiner Phantasie wirklich freien Lauf und versuchte zwischen den Zeilen, den Kapiteln und den mystischen Elementen zu lesen:

    Was wenn die mystischen Elemente die Wünsche Jonas darstellen, die nie offen von Jonas ausgesprochen werden, aber eventuell vom Leser/Autor in sein Denken gelegt werden?

    Was, wenn sie, da sie Zeit zur Erfüllung brauchen, sich erst sehr viel später erfüllen und daher auch nie passend zum Fortgang der Geschichte beschrieben werden können, sondern erst mit Verzögerung, sodass es dem Leser erscheint, als passe nichts mehr so richtig zusammen?

    Wenn dies so ist, dann ist das Buch in gewisser Weise genial, da sich die Gedanken und Wünsche nicht automatisch ergeben und auch nicht vom Autor offen gelegt werden, sondern uns als Leser erst dann deutlich werden, wenn sie sich erfüllen. Damit erschließt sich der Protagonist nicht nur durch sein aktuelles Leben sondern auch durch seine geheimsten Wünsche. Der Charakter setzt sich wie ein psychologisches Lebenspuzzle nach und nach zusammen.

    Was mir daran so gefällt, ist, dass es so auch im wirklichen Leben ist: Die geheimsten Wünsche, eben nicht nur das, was wir wollen – wie der Fremde es Jonas auch erklärt – werden nie offen ausgesprochen, werden nie kommuniziert und bleiben stets in uns selbst verborgen. Selbst wenn sie sich erfüllen, geben wir sie nicht unbedingt preis.

    Der zweite Bezug zur Realität, ist die Tatsache, dass sich Wünsche nicht sofort erfüllen, sondern, dass sie in der Tat Zeit brauchen, sich zu entfalten. Wenn sie sich dann erfüllen, geschieht es häufig so unverhofft, dass man es manchmal nicht bemerkt oder man es sich nicht erklären kann und sich fragt: „warum gerade jetzt?“

    Glavinic stellt dies in seinem Buch sehr geschickt dar, ohne groß Aufhebens um die Erfüllung dieser Wünsche zu machen – nur erkennbar für Jonas und damit für uns.

    Den dritten Realitätsbezug sehe ich schließlich darin, dass auch unser Charakter zu einem bestimmten Teil durch unsere geheimsten Wünsche geprägt ist/sein kann.

     

    Wenn diese Einschätzung/Deutung meinerseits stimmt, dann ist auch die Schlussszene genial. Denn Jonas wird dann Opfer seines größten Wunsches: unvermittelt und unausweichlich!

     

    Ein tolles Buch, das sich mir erst im Nachhinein geöffnet und erschlossen hat, genau wie sich die Wünsche der Geschichte zeitversetzt erfüllen, so rundet sich das Verständnis für dieses Buch ebenso zeitversetzt ab. Auch das finde ich sehr gut und sehr gelungen – ob vom Autor beabsichtigt oder nicht!!

     

     

     

     

     

     


  18. Cover des Buches Liebeswahn (ISBN: 9783257231625)
    Ian McEwan

    Liebeswahn

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhalt: 

    Ein harmonisches Päarchen erlebt unvermittelt den Absturz eines Heißluftballons. Zu diesem Absturz gesellen sich auch andere Menschen. Unter diesen Menschen ist ein Psychopath, der sich in den Mann des Päarchens verliebt und ihn ab da beschattet, belästigt und zuletzt bedroht. Die Harmonie des Päarchens ist ab diesem Zeitpunkt auf eine existentielle Probe gestellt. In diese Rahmenhandlung fließen etliche intellektuelle Gedankenspiele zur beruflichen Tätigkeit des Mannes ein, sowie kontrastreiche  Handlungsspielplätze, die die Bearbeitung  des Ballonabsturzes bewegen. Der Roman ist unterhaltsam-spannend geschrieben, so dass man ihn schnell und bereichert lesen kann.

    Gedankliche Ebene:

    Neben der narrativen Ebene tut sich im Rückblick die begriffliche Ebene auf, über Liebe als solche nachzudenken: Was ist Liebe und was ist sie nicht ? Warum zerbricht eine harmonische Liebe - ähnlich, wie die pathologische Liebe keine Erfüllung findet ? Die Gegenüberstellung dieser zwei Extreme - einer pathologischen Liebe und einer harmonischen Liebe - lassen vermuten, dass sich das überlebende Prinzip einer Liebe in der Mitte dieser zwei Extreme befinden kann. Als eine Art gemeinsame Arbeitsebene, etwa so, wie man die Erziehung eines Kindes als Projekt fassen kann, oder eine berufliche Tätigkeit usw. Zuletzt, als das harmonische Päarchen die ihnen widerfahrenen Erlebnisse überstanden hat, begegnen sie sich wieder - mit neuem Arbeitsauftrag. 

    Vielleicht ist das Fazit des Buches, dass Liebe erschreckt und extrem verzerrt werden kann, doch dass sie überleben kann, wenn eine gemeinsame Ebene immer wieder auf´s Neue geübt wird. 

    Für Thomas



  19. Cover des Buches Der Mann schläft (ISBN: 9783423140027)
    Sibylle Berg

    Der Mann schläft

     (104)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Wo Bestseller drauf stand, war auch zum Glück Bestseller drin.

    Der Mann liebt die Frau. Die Frau liebt den Mann ebenso. Er ist
    groß und stark und sie kann sich an ihn anlehnen. Findet Geborgenheit
    bei ihm und die Sicherheit, das er abends im Bett neben ihr liegt. Das
    soll immer so bleiben. Denn lange war sie auf der Suche nach dem
    passenden "Deckel". Er ist allerdings 110 kg schwer der Mann, keine
    Schönheit, aber er ist da. Das zählt, egal, wo man mit ihm ist.

    Aber ihre ständige Antriebslosigkeit und ihre eigens empfundene Durchschnittlichkeit ständig präsent, steht ihr im Wege. Sie lebt inzwischen bei ihm im langweiligen Tessin, wo nur Rentner leben, die in der Stahlindustrie tätig waren. Der Gedanke im fast verlassenen Ort die Feiertage zu verbringen grault ihr schon im Schlaf.

    "Ich muss gelassener werden, denn mein Hass der Welt gegenüber ist der Welt
    egal" oder Ich werde immer mit mir zusammen sein, besser, ich versöhne mich mit mir".
     
    Wegfahren ist eine gute Alternative zum Jahreswechsel. Nach China, weit weg. Nachdem sie sich dort in ihre Regelmäßigkeit in der Fremde eingerichtet hatten kommt ihr der Mann abhanden.
     
    Boshaft ehrlich mit einer Prise Zynismus beschreibt die Frau ihre Erinnerungen, die der Gegenwart von Seite zu Seite näher kommt, um sich am Ende zu treffen. Man möchte sie retten aus ihrer auswegslosen Situation. Man hofft auf ein gutes Ende, man lebt die Sinnlosigkeit des Daseins mit. 
    Mich hat diese Autorin dermaßen überrascht mit diesem Roman, das ich einfach nur sagen kann "Muss man gelesen haben" sonst hat man was verpaßt. Allerdings nicht, wenn man gerade selbst am Abgrund steht.
  20. Cover des Buches Faserland (ISBN: 9783462301465)
    Christian Kracht

    Faserland

     (373)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Das Buch fühlt sich so an, als hätte es ein Kleinkind geschrieben. "Ich mag die eine Frau sehr", "Ich mag das nicht", "mein Arsch ist klebrig" und natürlich wird in jedem Kapitel gekackt, gepisst und gefurzt. Der übermäßige Brauch von dem Wort "dass" macht auch eindeutig klar, dass der Autor die Schönheit der deutschen Sprache nicht zu würdigen weiß.

    Die Handlung beschränkt sich auf Saufen und Rauchen, irgendwo kommt auch ein bisschen Sex und natürlich sind da auch Drogen dabei. Was wäre schon ein nihilistisches Buch ohne Drogen? Die Figur selbst ist reich und oberflächlich, eine Zutat, die man in so vielen Drecksbüchern schon gelesen hat, dass das einem aus dem Hals hängt. Warum dürfen sich die Reichen alles erlauben und werden dafür geliebt, während die Arme für jede Handlung gehasst werden?

    Ich will nichts in ein Buch interpretieren. Ich will nicht den tieferen Sinn darin suchen, sondern ich lasse mich immer vom Autoren leiten, von einem Satz zum nächsten und das hier fühlte sich schon wie eine Beleidigung an. Ich habe mich zu tote gelangweilt. Soll der Protagonist seine geliebte Jacke sonst wohin stecken. Seit American Psycho können mich solche Bücher nicht schockieren.

  21. Cover des Buches Herztier (ISBN: 9783596511532)
    Herta Müller

    Herztier

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Das_literarische_Parkett

    "Du sollst nicht schlafen, dein Herztier ist noch nicht zu Hause."

    Inimal, das Herztier, das in unser aller Brust sitzt, begehrt auf gegen ein Leben in einem Staat der Angst und Überwachung. In Herztier greift Herta Müller  Schrecken, Gelähmtheit und Verzweiflung auf, die sie mit einer stockenden, brüchigen Stimme erzählt, die ohne blumige Metaphern auskommt, aber mit tiefer Symbolik.

  22. Cover des Buches All das zu verlieren (ISBN: 9783442719693)
    Leïla Slimani

    All das zu verlieren

     (162)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    Adèle lebt in der sensationellen Stadt der Liebe mit ihrer perfekten Familie, ihrem Mann Richard und ihrem Sohn; finanziell abgesichert mit einem guten Job. Auf den ersten Blick vielleicht beneidenswert? Doch was sich für uns vielleicht perfekt darstellt, ist für Adèle ein Käfig, ein wahrliches Gefängnis. Ständig bricht sie daraus aus, überschreitet Grenzen, geht immer wieder zu weit, wenn sie sich auf die Reise zu ihren sexuellen Abenteuern begibt. Sie scheut vor keinem Risiko zurück, nimmt wen und was sie kriegen kann, trinkt und raucht. Regelmäßig, immer wieder alles von vorne. Und so zerstört sie Stück für Stück ihr eigenes Leben.


    Fazit:

    Wir erleben eine Frau, die sich in der Struktur dieser „perfekten Familie“ nicht zurechtfindet, trotzdem sie sich bewusst dafür entschieden hat. Immer wieder hadert sie zwischen dem „vermeintlich Richtigen“ und ihrem Verlangen.

    Ich hatte beim Lesen so eine Ambivalenz der Person Adèle gegenüber: einerseits dachte ich mir, wie kann sie nur und anderseits, war sie mir nie unsympathisch, sie tat mir sogar leid und ihr Tun und Handeln kam mir irgendwie plausibel vor. Was Slimani perfekt inszeniert hat ist dieses Aushalten dieses Doppellebens und dieser grausamen, krankhaften Art, wie sie sich Männern anbiedert. Diese Zerrissenheit, die diese Frau in sich fühlt ist sehr gut beschrieben. Slimani schafft es, den Schmerz, den Adèle fühlt, den ihr Mann Richard fühlt einzufangen und zu beschreiben.


    Kurz nach Beendigung des Buches dachte ich mir: was für ein Mist. Jetzt, nach einiger Zeit, wo es gesackt ist und ich mir meine Markierungen nochmal angesehen habe, komme ich zu dem Entschluss, dass es ein wirklich guter Roman ist. Ein Roman, der sicherlich sauer aufstößt. Der aber für mich (k)ein Klischee bedient. 


    Ich wette, dass es genau das SEHR OFT gibt. Diese gefühlte Ambivalenz, ob man ausbrechen soll/darf oder nicht … dieses Gefühl der Scham, des Verrats, des Nervenkitzels … und doch frage ich mich: vielleicht ist sie auch mutig (jeder lebt ja nur 1 x), obwohl sie weiß, dass sie vermutlich wie „die Sau durchs Dorf gejagt wird“. 


    Passt diese Lebensversion für jeden, auch wenn die Entscheidung dafür irgendwann mal gefallen ist? Muss man diese dann auch durchziehen? Muss man sein eigenes Leben immer hintenanstellen, auch wenn das selbst gebastelte Gerüst nicht (mehr) passt? Was ist damit, dass man doch selbst nur ein Mensch ist? Was meint ihr dazu – wie seht ihr das?

  23. Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)
    Max Frisch

    Stiller

     (358)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Als er in die Schweiz einreist, wird der auktoriale Erzähler, der sich selbst James White nennt, festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, in Wirklichkeit Anatol Stiller zu sein und sich zudem der Spionage schuldig gemacht zu haben. im Gefängnis schreibt er mehrere Hefte voll, in denen er sein Leben schildert, seine Reisen, seine Begegnungen mit Menschen, die den früheren Anatol Stiller kannten und alle davon überzeugt sind, ihm nun gegenüberzusitzen. Er dagegen streitet es vehement ab.


    Wer entscheidet über die Identität einer Person? Was macht eine Person zu der, die sie ist, wie glaubwürdig sind Erinnerungen? Diese Fragen stellt man sich beim lesen unweigerlich, und da White (oder Stiller?) gleichzeitig der Erzähler ist, durch den wir die Geschichte lesen, setzen wir uns auch immer wieder mit ihm auseinander. Ist er verlässlich, glaubt er selbst, Stiller nicht zu sein, ist er Stiller? Lenkt er aus guten Gründen von seiner Identität ab oder läuft er vor ihr davon, oder täuschen sich einfach alle anderen?

    In diesem Sinne ist der Roman eine spannende philosophische Auseinandersetzung nicht nur mit der Frage nach Identität, sondern auch der Frage, ob und wie man über sich selbst erzählen kann. Gewürzt wird alles mit einer ordentlichrn Portion Gesellschaftskritik. Auch, wenn es teilweise etwas langatmig ist - die Sprache und das Thema machen das Buch definitiv sehr lesenswert und zu Recht zu einem Klassiker.



  24. Cover des Buches Der nasse Fisch - Filmausgabe (ISBN: 9783462052084)
    Volker Kutscher

    Der nasse Fisch - Filmausgabe

     (345)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros

    Gereon Rath wird nach einem tödlichen Schusswechsel von der Kölner Mordkommission nach Berlin versetzt. Dort soll er für das Sittendezernat arbeiten, doch zufällig findet er sich in den Ermittlungen zu einem mysteriösen Mordfall wieder. Als er Spuren findet, die den Verdacht auf einen anderen Polizisten lenken, gerät Rath in einen Strudel aus Geheimniskrämerei und Vertuschung, der bald schon Opfer fordert...

    Endlich! Ich habe den ersten Band der Krimireihe rund um den Kommissar Gereon Rath beendet. Vor einiger Zeit habe ich einen der Folgebände gelesen und wollte natürlich wissen, wie der Kommissar ins Morddezernat nach Berlin gekommen ist und was dem Buch "Märzgefallene" vorangegangen ist. 

    "Der nasse Fisch" erzählt die ersten Erlebnisse des jungen Ermittlers in Berlin und dieser Einstieg in die Reihe ist sehr stark.
    Der Autor kann in diesem Buch mit einem spannenden, verworrenen und verzwickten Fall aufwarten, der den Leser von der ersten Seite an fesseln kann. Dies ist auf den kurzweiligen Schreib - und Erzählstil zurückzuführen, der schnell zu lesen ist, aber trotzdem kein Detail auslässt. 

    Auch der Protagonist kann punkten. Mit Gereon Rath wurde hier ein Charakter geschaffen, der einem eigentlich unsympathisch sein sollte, trotzdem aber faszinierend und einnehmend, ja charmant wirkt. Zudem wird einem kein Saubermann serviert, im Gegenteil - Rath trinkt, nimmt Drogen und ist Korruption nicht unbedingt abgeneigt. Dies macht ihn zu einem ganz außergewöhnlichen Charakter, über den man gerne liest. 

    Mit den 544 Seiten ist das Buch auch gerade so lang, dass der Fall nicht zu schnell abgewürgt wird, und so kurz, dass keine Längen entstehen. 

    Ich bin jedenfalls begeistert und werde mit Sicherheit die weiteren Bücher der Reihe lesen, sobald ich sie in die Finger bekomme. Von mir bekommt "Der nasse Fisch" daher fünf von fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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