Bücher mit dem Tag "mutter-sohn-konflikt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "mutter-sohn-konflikt" gekennzeichnet haben.

6 Bücher

  1. Cover des Buches Geister (ISBN: 9783492311984)
    Nathan Hill

    Geister

     (123)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze
    Es ist eine Krux mit besonders dicken Büchern: Eben weil sie so dick sind bleiben sie oft lange ungelesen. Wenn man dann aber mal zu einem greift, ist es meistens ein besonders gutes Buch. So war es auch bei Geister.

    Als Samuel elf Jahre alt ist, verlässt ihn seine Mutter. Erst Jahre später – er ist mittlerweile Dozent für Literatur – hört er ganz unerwartet wieder von ihr. Sie soll einen populäern konservativen Politiker angegriffen haben und ist an einen außergewöhnlich harten Richter geraten. Warum dieser Angriff? Was steckt hinter den Gerüchten von Prostitution und Radikalität? Und warum ist sie damals überhaupt so plötzlich aus seinem Leben verschwunden? Gezwungenermaßen begibt sich Samuel auf eine Reise in seine und ihre Vergangenheit und kommt langsam den Ereignissen auf die Spur, die ihrer beider Leben so stark geprägt haben.

    Besonders gefallen haben mir die Passagen aus Samuels Kindheit mit Bishop und Bethany. Aber auch Pwnage und die Onlinespielewelt von Elfscape oder Laura Pottsdam waren jedes Mal ein kleines Highlight. Hier hat Nathan Hill auf subtile Art großen Humor bewiesen: Lauras Rechtfertigungen vor sich selbst oder ihre Diskussion mit Samuel waren Gold wert. Ebenso Pwnages Besuch im Biosupermarkt und seine zum scheitern verurteilten Lebenspläne. Ich musste des öfteren Schmunzeln, mochte aber auch Hills Art die beide nicht lächerlich zu machen, sondern durch ihre Schwächen eben besonders menschlich.

    Was diesen Roman so mitreißend und abwechslungsreich macht, sind die vielen Erzählebenen: Wir lesen über Samuels aktuelles Leben mit all seinen Problemen und Unsicherheiten aber auch über seine Kindheit seine jüngere Vergangenheit. Wir lernen Pwnage kennen und Profigeigerin Bethany. Wir folgen Samuels Mutter Faye in ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre in den 60ern, erleben den krassen Kontrast von propagierter Freier Liebe und der Realität mit verschämten Annäherungsversuchen und einer seltsamen Verklärung des weiblichen Körpers, der unter allen Umständen rein und sauber gehalten werden muss. Wir hören norwegische Mythen von Hausgeistern und bekommen Einblick in die sehr eigene Gedankenwelt einer Collegestudentin. Und wir bekommen einen sehr lebendigen Einblick in die '68er Protestbewegung in Chicago bis zu ihrem gewaltsamen Höhepunkt am Parteitag der Demokraten.

    Nathan Hill spielt bei alldem wunderbar mit dem Thema Entscheidungen: War die Entscheidung richtig, die man in einem bestimmten Moment getroffen habe? Und was, wenn ich merke, dass sie falsch war? Auch, wie die Entscheidungen der Eltern oder Großeltern das eigene Leben, ja das große Ganze beeinflussen. Wie weit muss man zurückgehen um etwas in Ordnung zu bringen?

    Diese Gedankenspiele passieren ganz nebenbei. Ich war erstaunt wie leichtgängig dieser Roman war, der ja eigentlich einen verlassenen Sohn und seine Mutter zu seinem Hauptthema macht. Aber Hill mischt so viele Themen, so viele Leben, dass einem nie langweilig wird. Mal nachdenklich, mal ironisch, mal traurig, mal lustig führt er durch diese bunte Geschichte über Familie, Verlust, Erwachsenwerden und Vergangenheit. Ein wunderbarer Roman, dessen Figuren ich sehr lieb gewonnen habe und der alle Leser mit einer Vorliebe für weitschweifige amerikanische Familienromane ebenso begeistern dürfte wie mich.
  2. Cover des Buches Das nicht ganz perfekte Leben der Mrs. Lawrence (ISBN: 9783453409873)
    Catherine Robertson

    Das nicht ganz perfekte Leben der Mrs. Lawrence

     (22)
    Aktuelle Rezension von: TheBookWorm
    Inhalt:
    Mo Lawrence, die zu allem eine klare Meinung hat und diese auch standhaft vertritt, ist alles andere als begeistert als ihr Mann Chad ihr eröffnet einen neuen Job am anderen Ende des Landes angenommen zu haben und die ganze Familie deshalb nach San Francisco umziehen wird. Es kommt allerdings noch dicker für Mo, denn Chad, den sie seit ihrem Umzug sowieso nicht oft zu Gesicht bekommen hat, möchte sich selbst finden und deshalb eine einmonatige Auszeit von ihrem gemeinsamen Leben nehmen. Gut dass Mo in Aishe und Connie inzwischen zwei neue Freundinnen gefunden hat, die zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, ihr aber beistehen, vor allem da sie mit ihrer besten Freundin Darrell, die in England lebt, einen Streit hatte und deshalb Funkstille herrscht.

    Meinung:
    Für meinen Geschmack hat sich die Handlung ein bisschen zu lange hingezogen und der Punkt, ab dem ich das Buch nicht mehr weglegen konnte hat etwas auf sich warten lassen. Das Durchhalten war es meiner Meinung nach aber wert und in der Zwischenzeit wurde man mit geistreichen und witzigen Kommentaren von Mo und Aishe unterhalten.
    Womit wir auch schon bei den Charakteren wären, die ich teilweise zwar etwas überspitzt und nervig, dann aber auch wirklich liebenswürdig fand, wie meine eigene Familie im Prinzip ;-).

    Fazit:
    Nette Unterhaltung für zwischendurch, aber kein Roman der einem längere Zeit im Gedächtnis bleibt.
  3. Cover des Buches Brandenburger Gold (ISBN: 9783740802707)
    Carla Maria Heinze

    Brandenburger Gold

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive
    Schon das Cover macht einfach Lust , sofort die Koffer zu packen und ins Brandenburger Land zu fahren, doch obacht!

    Dort im Wald in der Nähe von Potsdam wird ein Mann durch eine Weltkriegsbombe getötet und bald darauf kommen noch mehr Menschen unfreiwillig ums Leben.
    Der Kriminalkommissar Maik von Lilienthal beginnt zu ermitteln und die Spuren führen weit in die Zeit des 2. Weltkrieges und zu drei Männern, die vor über siebzig Jahren beschlossen haben zu schweigen. Eine folgenschwere Entscheidung , die sie ihr Leben kostet.
    Der Fall bleibt lange im Dunkeln , doch Maik von Lilienthal bekommt tatkräftige Unterstützung von seiner Mutter Enne, Fallanalytikerin im Ruhestand, doch einmal Kriminalistin immer Kriminalistin.
    Sie bringt Licht in dieses Dunkel der Vergangenheit und das gegen den Willen ihres Sohnes. Doch wenn Enne am ermitteln , lässt sie sich nicht mehr stoppen und bringt sich in Lebensgefahr.
    Nun zählt jede Sekunde...

    Carla Maria Heinze hat einen dritten Band mit dem sympatischen Ermittlern im Emons - Verlag herausgebracht  und ich bin restlos begeistert. Es wird auf jeden Fall nicht mein letztes Buch dieser Autorin sein.

    Es ist eine Geschichte über Vergessen und Schuld und hervorragend recherchiert. Einige Kapitel führen uns in diese finstere Zeit mit aller Grausamkeit, die damals stattgefunden hat und der wir uns zu stellen haben.
    Da sind die humorvollen Plänkeleien zwischen Mutter und Sohn sehr erfrischend dazwischen und das Buch hat mir definitiv Lust gemacht nach Brandenburg zu fahren.
    Ich fand es fantastisch aufgebaut und war gefesselt von Anfang bis zum spannenden Ende und kann nur sagen: LESEN!
  4. Cover des Buches Ghostbusters 2 (ISBN: B003CP2YKY)
    Dark Jason - Ed Naha

    Ghostbusters 2

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch zum zweiten Streich der Ghostbusters: 4 Jahre liegt der erste Fall zurück, und alle vier schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben: Peter Venkman zB ist Moderator einer TV-Sendung zum Thema Übersinnliches, und eine Buchautorin in seiner Sendung prophezeite den Weltuntergang für den 14. Februar 2016- nun, man kann ja wohl heute sagen, daß sie damit falsch lag! An einer anderen Stelle sollen die Geisterjäger einen Geist im World Trade Center ausschalten, heute liest man den Abschnitt gleich ganz anders. Aber ein abgehobener Börsenheini kriegt an der Stelle auch sein Fett weg. Ansonsten hat sich einfach jemand vor den Fernseher gesetzt und die Handlung angeschrieben, mit Literatur hat das nichts zu tun.
  5. Cover des Buches Reibereien (ISBN: 9783257235692)
    Philippe Djian

    Reibereien

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Bei "Reibereien" handelt es sich um einen Episodenroman. Hauptfigur und Ich-Erzähler ist ein eigentlich unspektakulärer Mann, dessen Erfolg bei Frauen und eine gewisse materielle Sicherheit eigentlich ein angenehmes Leben ermöglichen sollte. Doch irgendwie kommt ihm immer seine Mutter in die Quere, die ihn als Rettungsanker benutzt, wann immer es ihr schlecht geht. Ungünstig ist das Timing, denn ihre Krisen fallen meistens mit seinen zusammen. So sind denn auch seine Beziehungen zu Frauen nicht selten von diesen Schwierigkeiten überschattet.
    Eigentlich ist es mehr als eine verunglückte oder unglückliche Mutter-Sohn Beziehung, die Dijan hier in den Vordergrund der fünf Episoden im Leben des Erzählers rückt. Es ist auch eine permanente Fehleinschätzung der Persönlichkeit des Hauptakteurs und ein gleichsam halbherzig geführter Kampf gegen sich selbst. Leider gibt es einige Längen in einzelnen Phasen, dafür aber ganz überraschende, manchmal nur in einem Satz abgehandelte, Kernsituationen. Trotzdem, der Gesamteindruck ist eher zäh, es fehlt ein Fluß in eine Richtung, dem man sich als Leser anschließen kann. Unbestritten der großartige Stil des Autors, trotzdem hat man von ihm schon Interessanteres gelesen.
  6. Cover des Buches Mamsi und ich (ISBN: 9783492058575)
    C. Bernd Sucher

    Mamsi und ich

     (2)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Margot Altmann, geboren 1925, wuchs in einem begüterten Haushalt auf – bis 1935, als die Nürnberger Gesetze das Leben der Juden einschränkten. Da Margots Mutter Jüdin war, musste das Mädchen die evangelische Schule verlassen, bekam den Judenstern und wurde später nach Polen deportiert. Für sie kam das dem Ende ihres Lebens gleich, obwohl sie dank Helfern das Grauen überlebte und nach Deutschland zurückkehrte.

    Wie sehr diese Zeit ihr weiteres Leben beeinflusste, bringt uns der Autor in dieser Biografie nah, die schließlich zu seiner Autobiografie wird. Durch mühsame Recherchen erfuhr er, was seine Mutter ihm ihr Leben lang verheimlicht hatte. Waren die Härten gegen sich selbst die Ursachen für die Härten gegen ihren Sohn? 

    Tagebucheintrag vom 4.Oktober 2005 auf Seite 100:

    „Gestern ist Mamsi gestorben … Sie hat mich geformt wie niemand anderer. Sie hat mich verletzt, mich gepeinigt, mich verraten. Ich weiß nicht einmal, ob sie mich geliebt hat. Aber ich habe sie vergöttert und mich ihr zeitlebens ausgeliefert. Was und wo wäre ich ohne ihren Ehrgeiz? G‘tt hat mir einen wachen Geist geschenkt; meine Mutter forderte von mir, ihn zu nutzen. Zur Not half sie nach. Sie war streng – und ungerecht.“ 

    Der Autor, der nach außen so selbstbewusst und entschieden auftritt, beschreibt sich selbst als unsicher. Mich verwirrt diese Diskrepanz. Auf der anderen Seite beeindruckt mich seine schonungslose Offenheit, mit der über seine Gefühle, seine Schwächen und Stärken schreibt. Bewundernd sehe ich auf seine berufliche Vielfalt, die durch die mäkelnde und fordernde Mutter beeinflusst wurde. Deutlich wird, wie sie ihren Sohn ihr Leben lang angefeuert hat, damit er das verwirklichen konnte, was ihr versagt blieb. 

    Fazit: Diese Biografie ist lesenswert, weil sie aufzeigt, wie sehr Eltern das Leben ihrer Kinder prägen. Außerdem wurde sie in einer Sprache verfasst, die einen durch das Buch fliegen lässt.

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