Bücher mit dem Tag "nachdenken"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nachdenken" gekennzeichnet haben.

110 Bücher

  1. Cover des Buches Cassia & Ky - Die Auswahl (ISBN: 9783596188352)
    Ally Condie

    Cassia & Ky - Die Auswahl

    (4.539)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    Cassia bekommt ihren Lebenspartner vermittelt. Als sie sich den Chip ansieht passiert etwas ungewöhnliches, ein zweites Gesicht taucht auf. Was ist da schief gelaufen in dieser eigentlich perfekt durchgeplanten Welt?  

    Das Buch zeichnet erstmal langsam ein Bild von dieser dystopischen Welt. Leider bleibt das Buch überlange Strecken auch langsam und manches fühlte sich gezogen an. Dennoch hatte ich Spaß an diesem Buch, vor allem das Ende schürt eine Erwartung auf Spannung.  

  2. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

    (1.094)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwind

    Die Aneinanderreihung der drei einzelnen Handelsstränge ist anfangs sehr mau. Manch einer ist dramatischer und relevanter als der andere. Hier und da beschäftigte ich mich eher damit, einen Favoriten zu krönen als mich den Inhalten zu widmen - weil sie einfach zu schnell auserzählt sind. 

    Die Stärken sind gewisse Dialoge und Handlungsorte, die einen mitnehmen und die man aus dem eigenen Leben wiedererkennt (z.B. Vater-Sohn-Verhältnis).

    Insgesamt wird leider zu sehr im Detail dramatisiert. Das Buch müsste überarbeitet und gerafft werden, dann wäre es auch eine sehr solide Filmvorlage.

  3. Cover des Buches Das Café am Rande der Welt (ISBN: 9783423285827)
    John Strelecky

    Das Café am Rande der Welt

    (1.331)
    Aktuelle Rezension von: LeseHexe87

    John ist, wie so viele von uns, gefangen im Hamsterrad seines geschäftigen Alltags. Mit klarem Fokus auf beruflichen und finanziellen Erfolg sehnt er sich nach Erholung und Regeneration. Auf dem Weg in den langersehnten Urlaub verfährt er sich kolossal und landet in einem ganz besonderen Café mitten im Nirgendwo...


    Wer kennt diesen Titel nicht? Ich gehöre zu den Wenigen, die ihn bis dato nicht gelesen hatten. Als dann, zugegben zu einem sehr passenden Zeitpunkt in meinem Leben, ein Exemplar von "Das Café am Rande der Welt" zu verschenken in einer Bushaltestelle lag (kein Scherz), musste ich nicht lange überlegen und habe das Buch mitgenommen. Ohne Frage habe ich auch direkt zu lesen begonnen 😅


    Ich war überrascht, was für ein dünnes Büchlein diese Legende ist, die John Strelecky unsterblich machte. Was mich noch mehr überraschte war jedoch der ganz simple Stil, in dem diese kurze Erzählung abgefasst ist. Wer große Lyrik erwartet, wird hier bitter enttäuscht. Die wahre Größe und Stärke dieses Büchleins liegen im schwergewichtigen Inhalt, der so unscheinbar daherkommt.


    Ob der Inhalt dieser Erzählung mit einem resoniert, dürfte sehr von der aktuellen Lebenssituation und der Offenheit Sinn und Bestimmung gegenüber abhängen. In diesem Sinne habe ich durchaus verstanden, warum das Buch weltweit so gut ankommt. Gleichermaßen bin ich doch auch überrascht, dass es so ein Riesenerfolg ist, wo es so unscheinbar und schlicht daherkommt.

  4. Cover des Buches Flawed – Wie perfekt willst du sein? (ISBN: 9783596033836)
    Cecelia Ahern

    Flawed – Wie perfekt willst du sein?

    (1.199)
    Aktuelle Rezension von: Books_of_san

    Mir hat der erste Teil dieser Dystopie sehr gefallen und ich freue mich auf Band zwei. Das System, welches hier geschildert wurde, ist gut durchdacht und die ganzen politischen Intrigen machen es umso spannender und unvorhersehbarer. Man hat jeden wegen irgendetwas im Verdacht und fragt sich welche Überraschung nun als nächstes folgt. Absolute Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492957939)
    Sten Nadolny

    Die Entdeckung der Langsamkeit

    (460)
    Aktuelle Rezension von: Pjero

    In einer Welt, die dem Schnellen huldigt, ist Sten Nadolnys Roman eine literarische Verneigung vor der Langsamkeit – nicht als Mangel, sondern als Gabe. Der historische John Franklin, langsam im Denken und Handeln, wird hier zur Projektionsfläche eines tiefer liegenden menschlichen Themas: das Recht, das Leben im eigenen Takt zu begreifen.

    Nadolny schreibt mit ruhiger Eleganz, unaufgeregt und doch durchdrungen von feiner Ironie und existenzieller Tiefe. Die Sprache spiegelt, was sie beschreibt: ein Dahinfließen jenseits des Getriebenseins, ein Lauschen auf den eigenen inneren Rhythmus. Franklin wird dabei zu einem Gegenbild der modernen Rastlosigkeit – und gerade deshalb zu einem Helden des Geistes.

    Ein Roman, der nicht laut sein muss, um lange nachzuhallen. Wer sich darauf einlässt, wird beschenkt: mit Gelassenheit, Erkenntnis – und dem Gefühl, dass Zeit nicht vergeht, sondern sich entfaltet.

  6. Cover des Buches Wir fliegen, wenn wir fallen (ISBN: 9783841505422)
    Ava Reed

    Wir fliegen, wenn wir fallen

    (636)
    Aktuelle Rezension von: Alenaxpls

    Ich fand das Buch wirklich schön und an vielen Stellen auch berührend und besonders der Einstieg mit Phil hat mich emotional direkt gepackt. Besonders mochte ich, wie Yara und Noel durch die Erlebnisse, die sie gemeinsam von ihrer Liste abhaken, immer mehr zusammenwachsen. Dabei reisen sie an verschiedene Orte auf der Welt, was der Geschichte viel Abwechslung und Spannung verleiht. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die mit vielen besonderen Momenten gefüllt ist. Allerdings ist es eher für ein jugendliches Publikum geschrieben. Man kann das Buch gut mal zwischendurch lesen. Von mir bekommt es drei Sterne😊 Für zwischendurch ist es auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre. Auch wenn es nicht mein absolutes Highlight war, hat es mich durch die interessante Idee und die gefühlvolle Umsetzung dennoch überzeugt.


  7. Cover des Buches Der Briefladen, in dem ich dich fand (ISBN: 9783462049350)
    Baek Seungyeon

    Der Briefladen, in dem ich dich fand

    (49)
    Aktuelle Rezension von: thelauraverse

    Auf den "Briefladen, in dem die Zeit stillstand" folgt "Der Briefladen, in dem ich dich fand" - und die Geschichte der Protagonistin Hyoyeong, die in einem Briefladen in Seoul arbeitet, geht weiter...

    Das Buch war mein erster Kontakt mit dem Genre der "Cosy Healing Fiction", das in den letzten Monaten am Buchmarkt gehörig zugelegt hat. Kein Wunder, dass sich viele angesichts so mancher aktueller Ereignisse in der Welt da draußen immer mehr in koreanische Briefläden (alternativ auch japanische (oder skandinavische) Buchläden, Cafés, Bibliotheken) zurückziehen wollen. Es überrascht nicht, dass all diese Örtlichkeiten von Tätigkeiten und Zeitvertreiben geprägt sind, die der Vergangenheit angehören. So auch das Briefschreiben im "Briefladen, in dem ich dich fand", das nostalgisch an eine Zeit erinnert, in der unser Leben noch nicht von Social Media, KI und allem, was dazugehört, geprägt war, sondern deutlich langsamer und bewusster stattfand.

    Im Roman lernen wir Hyoyeong kennen, die in einem Briefladen arbeitet, wo sie sich um den Penpal-Service kümmert, durch den Brieffreundschaften entstehen, verkaufte Waren nachfüllt, Hintergrundmusik aussucht und aufräumt. Sie scheint nach wie vor die Trennung von Yeonggwang zu verarbeiten, ein Webtoon-Zeichner, der nach einem Aufenthalt in Europa zurück in der Stadt ist. Eine Chance auf neue Liebe bietet ihr Donggyu. Ihr ehemaliger Studienkollege hat ein italienisches Restaurant in der Nähe eröffnet und hilft Hyoyeong mit ihrem überbordenden Perfektionismus zurechtzukommen, indem er sie dem Laufen näherbringt. Dabei kommen auch sie sich näher, doch Hyoyeong hängt immer noch mehr an Yeonggwang, als sie zugeben möchte. Aus ihren Perspektiven begleiten wir Hyoyeong und Yeonggwang dabei, wie sie das Scheitern ihrer Beziehung langsam aufarbeiten, ihr eigenes Verhalten reflektieren - und sich wieder näherkommen...

    Als Person, die sich viel mit Briefen beschäftigt und ebenfalls ein bisschen nostalgisch auf das Briefschreiben zurückblickt, hat mir diese Komponente des Buches gut gefallen. Man bekommt direkt Lust, selbst wieder zum Briefpapier zu greifen und jemandem so eine Nachricht, die von Herzen kommt, zukommen zu lassen. Das Briefschreiben ist im Buch so präsent, dass selbst die Arbeitsprotokolle des Briefladens ihr Eigenleben entwickeln und zu einer Korrespondenz zwischen den Mitarbeitenden werden. Mir hat auch gefallen, dass das Buch ruhig und einfach, aber sprachlich dennoch sehr schön erzählt wird - und man sich damit eine kleine Pause von Alltag gönnen kann.

    Dennoch ist der Eskapismus, der mit dem Genre der "Cosy Healing Fiction" einhergeht, wohl eher nichts für mich. Wenn einer der Mitarbeiter des Briefladens, Yeonu, sich zum Wehrdienst verabschieden muss und versucht, mit Briefen den Kontakt zu einer Frau, die er gerade davor kennengelernt hat, aufrechtzuerhalten, fehlt mir eine weitere Einordnung. Der 1,5-jährige, verpflichtende Wehrdienst in Südkorea ist ja doch angesichts der Anspannungen an der Grenze zu Nordkorea nicht einfach eine Lappalie - und sicher nicht "cosy". Mich hat hier ein wenig gestört, dass die dadurch verursachte Trennung der Liebenden, deren Beziehung gerade erste begonnen hat, am Rande thematisiert wird - aber jegliche Anflüge von Politik oder Weltgeschehen völlig ausgeklammert werden. Klar, sonst wäre das alles schnell nicht mehr so entspannend zu lesen...

    Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne Briefe schreiben oder für K-Dramas begeistern können - und eine entspannende Lektüre suchen. Für eine tiefere Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen sollte man besser die Hände davon lassen.

  8. Cover des Buches Dark Matter: Der Zeitenläufer (ISBN: 9783442483976)
    Blake Crouch

    Dark Matter: Der Zeitenläufer

    (299)
    Aktuelle Rezension von: Spoky313

    Dark Matter startet mit einem sehr spannenden und starken Konzept, das direkt neugierig macht und einen schnell in die Handlung hineinzieht. Gerade am Anfang ist das Buch sehr fesselnd geschrieben und erzeugt einen hohen Sog, der zum Weiterlesen zwingt.

    Im Verlauf merkt man jedoch, dass sich der Autor nicht konsequent für eine klare Richtung entscheidet. Das Buch bewegt sich zwischen harter Science-Fiction und Thriller, ohne diese beiden Elemente wirklich rund miteinander zu verbinden. Dieser Genre-Mix wirkt dadurch eher wie ein „Mischmasch“, der der Gesamtwirkung eher schadet als sie zu verstärken.

    Insgesamt bleibt es zwar eine interessante Idee und ein grundsätzlich unterhaltsames Buch, aber es konnte sein Potenzial nicht vollständig ausschöpfen. Für mich war es damit ein solides, aber kein nachhaltig überzeugendes Leseerlebnis. Ich würde es wahrscheinlich nicht noch einmal lesen.

  9. Cover des Buches In einem Zug (ISBN: 9783755805601)
    Daniel Glattauer

    In einem Zug

    (347)
    Aktuelle Rezension von: TanteEvi

    Daniel Glattauer lässt uns mit feinsinniger Sprache und großer Beobachtungsgabe Zug fahren.

    Man findet sich in einer bekannten Situation wieder. Zug fahren, fremde Menschen und eigentlich möchte man nicht wirklich mit seinem Sitznachbarn in Kontakt kommen. 

    So ergeht es auch dem Protagonisten Eduard, einem bekannten Schriftsteller. Zunächst noch Gesprächen abgeneigt kommt er mit der Dame in seinem Abteil ins Gespräch. Das Gespräch nimmt nach und nach Fahrt auf und Eduard gibt an der ein oder anderen Stelle sicherlich zu viel von sich preis. Das ist  wohl jedem schon einmal passiert und man kann dieses unangenehme und gleichzeitig faszinierende Gefühl sehr gut nachvollziehen.

    Glattauer beobachtet diese Situationen ganz genau. Seine Sprache ist leicht, pointiert und von einem feinsinnigem Humor gekrönt. Besonders gut gefallen hat mir, wie oft man die Gedanken und Reaktionen der Figuren bei sich selbst wiedererkennt. Gleichzeitig fängt man sich zu Fragen: Warum stellt sie so viele Fragen? Warum ist sie teilweise so penetrant? Welche Absichten hat sie?

    Die permanente, teilweise über griffige Fragerei von Catrin hat mich teilweise allerdings so, so genervt. Auf der anderen Seite entwickelt sich so ein tiefsinniges Gespräch über die Liebe, Beziehungen, das Schreiben und das Leben.

    Und dann kommt das Ende. Ein Glattauer halt! Eine Wendung mit der ich nicht unbedingt gerechnet hätte und die der Geschichte noch einmal einen besonderen Dreh gibt.

    In einem Zug ist kein Roman in dem spektakuläre Dinge passieren. Aber ein Roman mit wunderbaren Dialogen, kleine Beobachtungen, das Wiedererkennen menschlicher Eigenheiten. Ein feinsinniges und unterhaltsames Leseerlebnis!



  10. Cover des Buches Solitaire (deutsche Ausgabe) (ISBN: 9783743215924)
    Alice Oseman

    Solitaire (deutsche Ausgabe)

    (306)
    Aktuelle Rezension von: buchgestapel

    Worum geht’s?

    Eigentlich könnte Victoria Springs Leben perfekt sein – wenn sie das bloß auch so sehen würde. Abgesehen von ihrem Blog interessieren sie nur sehr wenige Dinge im Leben wirklich, egal wie sehr Freunde und Familie sich auch bemühen, sie aus ihrem Schneckenhaus hervor zu locken. Als dann jedoch Michael an Toris Schule wechselt, wendet sich das Blatt – denn er ist fest entschlossen, Tori nicht einfach ihrer düsteren Stimmung zu überlassen, sondern ihr Freund zu werden.


    Meine Meinung

    Seit der Heartstopper-Reihe gehört Alice Oseman fest auf meine Leseliste, auch wenn ich noch längst nicht alle ihre Werke gelesen habe. Bei diesem Buch bin ich auch ehrlicherweise ein wenig froh, es nicht als ersten Berührungspunkt mit ihr gelesen zu haben, denn auch wenn ich die Geschichte grundsätzlich gelungen finde, war sie auch recht bedrückend zu lesen und daher kein wirkliches Wohlfühlbuch für mich.

    Tori war mir als Protagonistin ehrlicherweise nicht greifbar genug, auch wenn ihre depressiven Tendenzen eigentlich eine Menge Mitleid bei mir hätten auslösen sollen. In gewisser Weise war sie der Prototyp eines Teenagers, der von seinen Emotionen und Wahrnehmungen erdrückt wird, gleichzeitig wirkte genau das aber auch zu aufgesetzt auf mich, was es mir dann wiederum schwer gemacht hat, wirkliche Sympathie für Tori zu entwickeln.

    Im Verlauf der Handlung hat mich diese eher düstere Stimmung leider auch ein wenig runter gezogen, was mir persönlich selten bei Büchern passiert und in der Theorie eigentlich ein Zeichen dafür sein sollte, dass mich eine Geschichte besonders abholen kann. Das war hier leider nicht so ganz der Fall, auch wenn mich der Handlungsstrang um die Solitaire Gruppierung tatsächlich interessiert hat. Ganz überraschend wurde jedoch auch dieser Teil der Handlung nicht umgesetzt, was ich wirklich ein bisschen schade fand, zumal die Idee wirklich Potenzial hatte.

    Insgesamt habe ich daher schon Geschichten der Autorin gelesen, die mich deutlich mehr begeistert haben, was für mich allerdings nicht bedeutet, dass ich ihre restlichen Bücher nicht mehr lesen wollen würde. Vor ein paar Jahren wäre mein Urteil vermutlich noch anders ausgefallen, von daher lasse ich mich einfach überraschen, wie mir die nächste Geschichte gefallen wird.


    Fazit

    Grundidee und Erzählstil der Geschichte fand ich persönlich gar nicht schlecht, beim Lesen wollte der Funke aber leider dann doch nicht so ganz überspringen. Nichtsdestotrotz finde ich das Buch an sich gelungen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich diese Art zu Erzählen vor ein paar Jahren noch deutlich mehr überzeugt hätte und ich somit einfach ein wenig aus der Zielgruppe herausgewachsen bin.

    Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

  11. Cover des Buches Neun Fremde (ISBN: 9783453360884)
    Liane Moriarty

    Neun Fremde

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Ozean_der_Woerter

    Freunde des Luxus-Spa 👳kommen in dieser perfekten Kulisse auf ihre Kosten – aber zwischen Aromatherapie, Gurkenmasken und Entspannungsmusik bekommt der Begriff „Wellness“ hier eine völlig neue, ziemlich düstere Bedeutung. „Neun Fremde“ (Originaltitel: Nine Perfect Strangers) von Liane Moriarty baut eine so herrlich diffuse, unheimliche Atmosphäre auf, dass ich die Story regelrecht durchgesuchtet habe.

    🌺Die perfekte, trügerische Idylle

    Moriarty nimmt uns mit in das luxuriöse, aber völlig abgeschiedene Wellness-Resort Tranquillum House. Neun Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben, checken für eine zehntägige Transformation ein.

    Was wie ein entspannter Spa-Urlaub beginnt, entwickelt sich superschnell zu einem Psycho-Experiment auf engstem Raum. Die Stimmung, die die Autorin hier kreiert, ist einfach großartig. Man bekommt schnell das unterschwellige Gefühl, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht stimmt.

    Der Spannungsaufbau: Man wartet nur darauf, was passiert… ⏳

    Das Geniale an der Story ist der Vibe. Es ist kein klassischer, blutiger Thriller, aber die psychologische Spannung ist enorm. Man sitzt beim Lesen wie auf Kohlen und wartet eigentlich die ganze Zeit nur darauf, was als Nächstes passiert.

    Moriarty wechselt geschickt zwischen den Perspektiven der Charaktere, sodass man tief in die Geheimnisse der Gäste und vor allem in die der exzentrischen Resort-Leiterin Masha – eintaucht. Jedes Mal, wenn man denkt, man hat das Spiel durchschaut, zieht die Story die Daumenschrauben ein bisschen fester an.

    ✨ Mein Fazit:

    Ein absolut packendes Leseerlebnis mit einer ganz tollen, intensiven Stimmung. Man fliegt nur so durch die Seiten, weil man unbedingt wissen will, wie dieses skurrile Experiment endet. Von mir gibt es eine klare Empfehlung! 📖


  12. Cover des Buches Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens (ISBN: B07MXQMK8M)
    John Strelecky

    Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

    (169)
    Aktuelle Rezension von: AuroraNielsen

    Manchmal braucht es kein dickes Buch, um etwas ins Rollen zu bringen. John Streleckys „Das Café am Rande der Welt" ist so ein Fall: eine kurze, ruhige Erzählung, die man an einem Abend liest und die trotzdem noch Tage später im Kopf bleibt.

    Im Mittelpunkt steht John, ein gestresster Werbemanager, der auf dem Weg in den Urlaub die Orientierung verliert und mitten im Nirgendwo in einem kleinen Café landet. Auf der Speisekarte findet er neben dem Menü drei Fragen, die sein Leben plötzlich auf den Prüfstand stellen – Fragen, denen man im Alltag sonst gern ausweicht.

    Was mich überzeugt hat, ist der Ton: leicht, warmherzig und nie belehrend. Strelecky verpackt große Themen wie Sinn, Zeit und Erfüllung in kleine Gleichnisse und Gespräche, die auch ohne philosophisches Vorwissen sofort zugänglich sind. Statt fertige Antworten zu liefern, lädt das Buch dazu ein, die eigenen zu finden.

    Wer ein literarisches Schwergewicht erwartet, ist hier sicher falsch. Für alle anderen ist es ein wunderbarer kleiner Denkanstoß, den man immer wieder zur Hand nehmen kann und ein perfektes Buch zum Verschenken. Von mir eine klare Herzensempfehlung.

  13. Cover des Buches The sun is also a star (ISBN: 9783570315248)
    Nicola Yoon

    The sun is also a star

    (285)
    Aktuelle Rezension von: Bellita

    Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an The Sun Is Also a Star herangegangen und wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Geschichte von Natasha & Daniel hat mich von Anfang an neugierig gemacht und ich fand es unglaublich schön, die beiden auf ihrer gemeinsamen Reise durch New York zu begleiten.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie viel in nur einem einzigen Tag passieren kann.✨ Natasha glaubt an Wissenschaft und Fakten, während Daniel viel mehr an Schicksal und große Gefühle glaubt. Diese Gegensätze haben für richtig interessante Gespräche gesorgt und ich mochte es sehr, wie die beiden sich gegenseitig zum Nachdenken gebracht haben.

    Auch die Lovestory fand ich unglaublich süß.🥹🩷 Obwohl die beiden nur sehr wenig Zeit miteinander haben, entsteht zwischen ihnen eine besondere Verbindung. Gerade dieses Gefühl von „Was wäre, wenn?“ hat die Geschichte für mich so emotional gemacht.

    Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, waren die vielen unterschiedlichen Perspektiven.✨ Dadurch bekommt man nicht nur Natasha & Daniel besser kennen, sondern erfährt auch mehr über die Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen. Einige dieser kleinen Geschichten haben mich tatsächlich sehr berührt und gezeigt, wie stark die Entscheidungen und Begegnungen verschiedener Menschen miteinander verbunden sein können.

    Gleichzeitig behandelt das Buch auch ernstere Themen wie Migration, Familie, Identität und die Frage, wo man eigentlich hingehört.🩷 Dadurch war die Geschichte für mich nicht einfach nur eine süße Romance, sondern hatte deutlich mehr Tiefe.

    Der Schreibstil von Nicola Yoon hat mir ebenfalls richtig gut gefallen.✨ Das Buch liest sich leicht und schnell, schafft es aber trotzdem, viele Gedanken und Gefühle zu vermitteln. Besonders die philosophischen Gedanken rund um Liebe, Zufall und Schicksal fand ich sehr schön.

    Insgesamt eine unglaublich schöne, emotionale und besondere Romance, die mich definitiv zum Nachdenken gebracht hat.☀️🩷 Natasha & Daniel habe ich sehr gerne begleitet und ich mochte besonders die Mischung aus Liebe, Schicksal und den vielen kleinen Geschichten, die sich miteinander verbinden. Eine absolute Empfehlung für alle, die romantische Geschichten mit etwas mehr Tiefe lieben.🥹✨


  14. Cover des Buches Der Sprung (ISBN: 9783257245790)
    Simone Lappert

    Der Sprung

    (288)
    Aktuelle Rezension von: Sanni_Koz

    Das Buch "Der Sprung" von Simone Lappert handelt von einer Frau (Manu) die auf einem Dach steht und sich weigert herunterzukommen. Niemand weiß, was in ihr vorgeht und ob sie womöglich springen möchte.

    Im Buch werden 3 Tage behandelt, der Tag davor und Tag 1 & Tag 2 - die Erzählweise erinnert an einen Episodenfilm mit unabhängigen Geschichten, die sich dann zum Ganzen verweben. Jeder Tag wird aus den unterschiedlichen Sichten von 10 Figuren erzählt, die mehr oder weniger mit Manu zu tun haben - hier merkt man, welche Auswirkungen Manus Verhalten auf eine Stadt hat. Der Detailreichtum überzeugt bis zum Schluss und fesselt einen ans Buch - man spürt im Buch, dass sich die Autorin jede Charaktere hat wachsen lassen mit dem Buch und der Handlung.

    Dadurch, dass es viele verschiedene Sichtweisen, von den unterschiedlichen Personen gibt, ist das Buch etwas kompliziert zu lesen. Es empfiehlt sich Notizen beim Lesen zu machen, um die Zusammenhänge zwischen den Personen zu begreifen und nicht durcheinander zu kommen.

    Das Buch ist mit viel Feingefühl und Empathie geschrieben. 

  15. Cover des Buches Die Reise deines Lebens 1 - Wien (ISBN: 9783985951208)
    Jule Pieper

    Die Reise deines Lebens 1 - Wien

    (94)
    Aktuelle Rezension von: Sunshine_81

    "Die Reise deines Lebens-Wien" ist der erste Teil der Ratgeber Reihe von Jule Pieper.
    Betty führt ein langweiliges Leben. Arbeit, Erschöpfung und soziale Einsamkeit.
    Doch eines Tages ändert sich ihr Leben als sie mit dem Zug unterwegs ist und ihr Handy vergessen hat. Die Reise ihres Lebens beginnt...
    Stück für Stück setzt sie ihr "Puzzle der Erkenntnisse" zusammen. Sie findet auf ihrem Weg Abenteuer, viele interessante Menschen und Themen, tiefgründige Gespräche über Wasser, Selbstverwirklichung, Selbstliebe und den Mut zu Veränderungen.
    Am Anfang musste ich erst in den Schreibstil rein finden, doch am Ende wird Durchhalten belohnt. Die Geschichte hat mich angeregt, über das eigene Leben nachzudenken. Ich kann sie jedem empfehlen, der selbst gerade dabei ist neue Impulse zu suchen und nach Sinn sucht.

  16. Cover des Buches Die Gefährlichkeit der Dinge (ISBN: 9783596522224)
    Arno Strobel

    Die Gefährlichkeit der Dinge

    (12)
    Aktuelle Rezension von: bookxn_belly

    Als begeisterte Leserin der Bücher von Arno Strobel, kam ich natürlich auch um dieses kleine Taschenbuch nicht herum.

    Das Cover ist relativ schlicht gehalten und verrät nicht was sich dahinter verbirgt.

    Wer Arno Strobel kennt, kann sich aber wie gewohnt auf einen tollen Schreibstil einstellen, welcher angenehm zu lesen ist.

    Wie bereits bei dem Kauf des Buches klar war, handelt es sich hierbei um kein herkömmliches Buch von Arno Strobel. Ganz im Gegenteil, dies ist eine Sammlung unterschiedlichster Kurzgeschichten, welche Mitten aus dem Leben gegriffen sind. Oft werden herkömmliche Geschehnisse aus dem Alltag geschildert, welchen man im Normalfall nicht viel Bedeutung zugeordnet hätte.

    Manche der Geschichten regen zum Nachdenken an, andere sind traurig oder besonders lustig und dann kommt bei einigen auch der Thriller-Autor durch. Hier ist wirklich von allem etwas dabei.

    Sicherlich konnte mich nicht jede Kurzgeschichte voll und ganz überzeugen, aber dennoch die deutliche Mehrheit.

    Das Buch ist einfach perfekt für unterwegs! Es passt in jede Tasche, sogar in manche Jackentasche und kann einem somit die Wartezeiten (egal ob beim Arzt, in Bus oder Bahn,…) angenehm gestalten.

    Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, ganz gleich ob man ansonsten im Genre Thriller/Krimi unterwegs ist oder nicht!

     

  17. Cover des Buches Smoke (ISBN: 9783328102793)
    Dan Vyleta

    Smoke

    (189)
    Aktuelle Rezension von: Kayuri

    In diesem Buch geht es zu Anfang vor allem um Thomas und Charlie, beides Schüler welche lernen sollen nicht zu rauchen. Ihnen bleiben aber die Tricks der Erwachsenen verwehrt.

    Der Grundstein der Geschichte klingt spannend und ist es auch an manchen Stellen. Dennoch finde ich das die Erzählweise einfach anstrengend war. Irgendwie konnte ich mich daran bis zum Schluss nicht gewöhnen.

    Die Geschichte kam auch recht lange Zeit nicht vorwärts. Und auch wenn es wahrscheinlich Absicht ist bleibt das Ende offen. Das war frustrierend da es so schon einiges gibt was einfach offen blieb. 

  18. Cover des Buches Der schönste Grund, Briefe zu schreiben (ISBN: 9783426519783)
    Ángeles Doñate

    Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

    (126)
    Aktuelle Rezension von: Botte05

    Dem örtlichen Postamt in Porvenir droht die Schließung und somit Sara die Versetzung in die Hauptstadt Madrid. Ihre Nachbarin und Freundin Rosa ersinnt in schlafloser Nacht einen Plan, um dieses drohende Ungemach für sich persönlich, Sara und Porvenir abzuwenden. Sie schreibt einen Brief.


    Und so wird eine Kette in Gang gesetzt, bestehend aus geheimen Worten, verschlossenen Briefen, versandt von unbekannten Absendern. Nach und nach wird ein Band geknüpft zwischen Freunden und Fremden, Willigen und Unwilligen, Jungen und Alten, wie es nur die Magie der Worte vermag. Wird dieses Band tragen?!?


    Die Autorin nimmt mich mit auf eine wunderschöne Reise, die das Herz berührt. Ich finde mich auf der liebevoll gestalteten Bühne dieses kleinen spanischen Dorfes wieder und freue mich, die Protagonisten kennenzulernen und zu begleiten, Teil ihres Seins und Sehnens zu sein.


    Anfangs weiß ich nicht, wohin mich diese Geschichte führen soll. Nach und nach nimmt die Handlung Gestalt an und schlägt eine Richtung ein, die “natürlich” in gewissem Rahmen vorhersehbarer wird, je weiter ich voranschreite. Zufrieden schließe ich dieses Buch und denke darüber nach, vielleicht doch mal wieder einen “richtigen” Brief zu schreiben…


    Ein Buch zum Träumen und eine Hommage an das Mit- und Füreinander. 



    Ángeles Doñate, Der schönste Grund, Briefe zu schreiben, Roman, gebundene Ausgabe, Thiele Verlag, 420 Seiten, Erscheinungsdatum 01.02.2016

  19. Cover des Buches Verbrechen (ISBN: 9783442770663)
    Ferdinand von Schirach

    Verbrechen

    (82)
    Aktuelle Rezension von: library_of_dennis

    Ferdinand von Schirach, Schriftsteller und Jurist, Strafverteidiger.

    'Verbrechen' war seine erste Publikation in Buchform. Sie beinhaltet 11 Kurzgeschichten, die auf wahren Fällen aus seinem Leben als Strafverteidiger basieren.
    Doch es geht nicht nur um die Verbrechen selbst. Vielmehr geht es um die Menschen und ihre Geschichten, um ihren Antrieb. Was bewegt Menschen dazu, ein Verbrechen zu begehen? Wie bewertet man die Schuld? Tut man grundsätzlich etwas unrechtes, weil man böse ist? Oder tut man es aus Liebe? Verzweiflung? Angst?

    Genau mit diesen Fragen beschäftigen sich die unterschiedlichen Fälle. Sie regen einem zum Nachdenken an. Beim Lesen habe ich mich oft erwischt, wie ergriffen oder emotional ich wurde und mitgefiebert habe. Nach dem Lesen denkt man noch viel über die Geschichten nach. Hat es sich wirklich genau so zugetragen? Empfindet man das Strafmaß als richtig? Hätte man den Personen einen Freispruch gewünscht, trotz eines Verbrechens? War das Strafmaß zu mild?

    Das war das erste Buch, was ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe (kenne jedoch einige Verfilmungen). Und definitiv nicht das letzte. Sein Schreibstil und seine Geschichten haben mich in den Bann gezogen, dem ich nicht entkommen konnte.

    4,5 von 5 / 9 von 10 Sternen

  20. Cover des Buches Zum Glück gibt es Umwege (ISBN: 9783596702299)
    Anne Buist

    Zum Glück gibt es Umwege

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Sandra8811

    Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
     Ich habe das Buch jetzt seit 5 Jahren auf meinem SUB und nun möchte ich es endlich lesen. 

    Cover:
     Das Cover finde ich sehr schön. Man erkennt direkt, dass es sich um einen Jakobsweg-Roman handelt.

    Inhalt:
     Als Zoe’s Leben sich verändert, flüchtet sie aus Kalifornien zu ihrer Freundin Camille nach Frankreich. Dort beschließt sie spontan, sich auf den Jakobsweg zu begeben um zu sich selbst zu finden. Auch Martin aus England begibt sich auf den Jakobsweg, allerdings um seinen entwickelten Wanderkarren für Wanderer mit Rückenproblemen einem Extremtest zu unterziehen. Beide begegnen sich immer wieder, begleitet von anderen schrägen Reisegefährten.

    Handlung und Thematik:
     Eine wirklich schöne Geschichte über den Jakobsweg und zwei seiner Bezwinger. Da Graeme Simsion und seine Frau Anne Buist tatsächlich den Weg gegangen sind, fühlt es sich an wie eine wahre Geschichte. Von Selbstzweifel über Sinnessuche bis hin zum Zu-Sich-Selbst-Finden erleben wir alles mit. Einfache Fragen wie „Wo kann ich schlafen“ oder „Wo bekomme ich etwas zu Essen“ gehören dort zum Alltag und wurden gut integriert. Alles in allem eine runde Handlung, die sich realistisch anfühlt.

    Charaktere:
     Erleben dürfen wir die Abenteuer auf dem Jakobsweg abwechselnd durch die Ich-Perspektive von Zoe und von Martin. Beide haben ihre eigenen Gründe, warum sie den Jakobsweg gehen. Schnell müssen sie feststellen, dass es auf dem Weg die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Beweggründen gibt. Alle gehen ihn unterschiedlich und jeder geht ihn in seinem eigenen Tempo. Geschlecht und Herkunft spielen keine Rolle. Alle Charaktere sind wirklich sehr liebevoll gestaltet worden und wirken authentisch. 

    Schreibstil:
     Der Schreibstil der Autorin konnte mich ab der ersten Seite mitreißen und lies mich nicht mehr los. Ursprünglich hatte ich befürchtet, dass es plätschert, aber dies hat sich nicht bewahrheitet. Es war einfach schön die Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten und die ein oder andere Lebensweisheit mitzunehmen. Die bildlichen Beschreibungen führten dazu, dass man sich alles gut vorstellen konnte. Die Handlung war in sich rund und das Ende hat mir auch gefallen, wenn es auch anders war als erwartet. 

    Persönliche Gesamtbewertung:
     Ein wirklich wundervolles Buch über den Jakobsweg. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung eigentlich für alle, auch Nicht-Wander-Fans.

  21. Cover des Buches Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen (ISBN: 9783442159642)
    Axel Hacke

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Alira

    Der Text des Buches handelt vom Zusammenleben der Menschen und der immer wieder auftretenden Frage „Wie wollen wir miteinander umgehen?“ Gerade in Zeiten, die immer rauer werden, sollte sich jeder mit dem Begriff „Anstand“ auseinandersetzen. Und weil es für „Anstand“ viele Definitionen gibt, ein paar Zitate aus diesem absolut lesenswerten Buch:

    Es geht, wenn es um Anstand geht, um eine grundsätzliche Solidarität mit anderen Menschen, ein Empfinden dafür, dass wir alle das Leben teilen, ein Gefühl, das für die großen und grundsätzlichen Fragen ganz genauso gilt wie für die kleinen, alltäglichen Situationen.

    Alle populistischen Führer unserer Zeit finden ihren Anhang nicht nur unter denen, die den Anschluss an ein wirtschaftlich auskömmliches Leben schon verloren haben, sondern es gibt auch halbwegs gut Situierte, die Angst haben, dass sie schon bald nicht mehr so gut situiert sein könnten. Es geht um die Angst vor dem Absturz und das Gefühl, dass diese Angst nicht wahrgenommen wird.

    2017 hat man untersucht, wie zu diesem Zeitpunkt die AfD ihre Anhänger rekrutierten: Die AfD fand Unterstützer aus der Mitte der Gesellschaft. Sie sei „die Partei der sich ausgeliefert fühlenden Durchschnittsverdiener“. Der Menschen, die große Angst vor Katastrophen und vor dem Gefühl, auf die gegenwärtige Politik einen Einfluss nehmen zu können. Und diese Zukunftsangst konzentriert sich auf einen Punkt: die Zuwanderer aus anderen Ländern.

    Wenn man Angst hat, ist es sehr nützlich, sich diese Angst einzugestehen. Weil sie durch Unterdrücken nämlich noch viel größer wird. Das heißt auch, sie nicht für sich behalten, sondern sie mit anderen zu teilen. Zu erfahren, dass man damit nicht alleine ist. Zweitens hilft es, den Verstand einzuschalten, soferne das möglich ist. Das bedeutet, Realität ins Spiel zu bringen und vernünftig mit dieser Angst umzugehen, damit diese Angst nicht zu Hass wird.

    Wir leben in Frieden, in Freiheit und zu einem großen Teil auch in Wohlstand. Wenn es um unser Zusammenleben geht, kann ein wenig Interesse für die, mit denen man zusammenleben muss oder sogar will, nicht schaden.

    Wem die allgemeine Wirklichkeit zu unüberschaubar und unkontrollierbar ist, wer das Gefühl hat, in dieser Wirklichkeit ein Niemand zu sein, einer, der nicht gefragt wird und der nichts zu sagen hat und ohne Zugriff ist auf die Entwicklung des Lebens im Großen und im Kleinen, der baut sich seine eigene Wirklichkeit. Weil der Mensch sich selbst nicht aushält, wenn er sich als komplett bedeutungslos empfindet.

    Die Selbstradikalisierung vieler Menschen: ihre Flucht in einen Hass auf alles Fremde und Ungewohnte; in Ernährungsweisen, von denen man sich am Ende nichts anderes als die Rettung der Welt erhofft; in einen Fitnesswahn, der in die komplette Ich-Fixierung führt; in den Wahn einer politischen Korrektheit, in der jeder umstellt ist von Sprachgesetzen, die es um jeden Preis einzuhalten gilt; das alles ist Ausdruck jener großen Suche nach Sicherheit und Selbstwertgefühl in einer zutiefst verunsichernden Zeit. Am Ende führt es (und hat natürlich schon geführt) zu Fanatismus, zur Verschließung gegenüber dem anderen und Neuen, zur Unfähigkeit, was die Auseinandersetzung mit anderen angeht.

    Es geht darum: Was will ich eigentlich selbst? Man muss eine Haltung haben, man muss sie sich erarbeiten. Und es hilft reden. Es hilft der Versuch, zu überzeugen. Das hört nie auf. Und vielleicht heißt, seinen Verstand zu gebrauchen: zu verstehen, dass der andere seine Gründe hat, warum er sich verhält, wie er sich verhält, und versuchen, diese Gründe zu verstehen. Reden hilft immer.

    Wir müssen gewisse Kompliziertheiten in unserer Welt aushalten und verstehen, dass sie nicht lösbar sind, obwohl man versuchen muss, sie zu lösen. Und dass man sich die Flucht ins Simple verbietet.

    Die Dummheit als Gefühlsfehler, die ihren Ursprung in Furcht vor dem Leben, in Angst vor der Zukunft, ja in Panik hat. Und in der Unfähigkeit, damit auf andere Art als hassend umzugehen.

    Bestimmten Leuten bringt man natürlich nie Anstand bei. Man muss nur zusehen, dass sie nirgendwo Oberhand gewinnen und den Ton bestimmen dürfen.

    Menschen, die gar nicht unanständig sind, werden manchmal von den Unanständigen einfach mitgezogen.

    Der Mensch ist ein Herdentier. Er passt sich dem an, was in seiner Herde gilt, an Normen und Standards des Verhaltens, ob man das gut findet oder nicht – und deswegen muss man aufpassen auf das, was gilt.

    Zu den wirklichen Fähigkeiten des Menschen gehört: hinter sich zu lassen, was in anderen Jahrtausenden wichtig war für sein Überleben, jetzt aber nicht mehr wichtig ist. Hinauszuwachsen über seine Instinkte, seine unmittelbaren Gefühle, seine Bequemlichkeit und Faulheit und Neigung zur Seelendummheit, über seine Standardeinstellungen und default settings. Zu dem zu finden, was ihm auch gegeben ist, was er aber bisweilen erst einmal in sich suchen muss: das Verstehen und den Verstand, alles, was er an Größe in sich trägt.

    Und dabei ist nicht nur von denen die Rede, die wir verstehen, die uns ähnlich sind, die wir mögen, mit denen wir sympathisieren, die unsere Ziele teilen, die ein Leben führen, das aussieht wie unseres. Sondern auch von den Feigen, den Verängstigten, den Unverschämten, den Dummen, den Lauten, den Leisen, den Störrischen, den Fremden, denen wir etwas schulden. Was schulden wir ihnen? Jedenfalls Respekt und den Versuch, zu verstehen. Anerkennung, Rücksicht, Wohlwollen, Freundlichkeit und jene Solidarität, die Grundlage dessen ist, was wir den menschlichen Anstand nennen könnten.

    Der eine Sache jedes Einzelnen ist und damit eine Sache von uns allen.

  22. Cover des Buches Der König aller Krankheiten (ISBN: 9783832162320)
    Siddhartha Mukherjee

    Der König aller Krankheiten

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Schroeder

    Gelesen dank Netgalley

    Der König der Krankheiten - Krebs eine Biographie

    Die Krankheit Krebs, aus historischer Sicht (Diagnose, Therapie usw.)

    Dieses Buch ist mit Herzblut geschrieben. Der Onkologe, der sein Wissen über diese Krankheit teilt und einordnet - vom ersten Nachweis dieser Krankheit über Therapieansätze, das Lernen der Zusammenhänge in Krankheit und Therapie. Das Leiden, das mancher fehlinterpretierte Heilversuch den Kranken bringen musste - bis hin zu heutigen Ansätzen.

    Noch immer sind wir an dem Punkt, an dem es in wenigen Jahren erfolgreiche Therapien gegen Krebs geben sollte.

    Die Geschichte der Operationsweisen, die Geschichte der Chemotherapie, das Gegenteil von Östrogen finden und, und, und.

    Das Ermüdende, wenn die Erfolge mit Statistik überprüft und verglichen werden und immer die Frage: Bis wohin ist es der Versuch zu heilen und ab wann nur noch Quälerei.

    Prävention und Ursachenforschung, kleine Erfolge und große Rückschläge...

    Der Pulitzerpreis ist mit Recht verliehen.  

    #Netgalleyde #SiddharthaMukherjee #DerKönigderKrankheiten #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension #KrebseineBiographie #Sachbuch

  23. Cover des Buches Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich Von einer Begegnung, die alles veränderte (ISBN: 9783423349765)
    Tessa Randau

    Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich Von einer Begegnung, die alles veränderte

    (233)
    Aktuelle Rezension von: gunrose

    Das Buch umfasst grade einmal 119 Seiten und dennoch steckt da soviel drin.

    4 Fragen die wir uns im Leben immer mal stellen sollten,werden hier wunderbar mit einer kleinen süßen Geschichte näher gebracht.

    Das Buch kann einen soviel geben und uns auch die Augen öffnen.Grade in einer so schnellebigen,hektischen Zeit wie heute.

    Es regt zum nachdenken an.

    Das aussehen des Buches ist auch sehr hübsch gestaltet.Die kleinen bunten und auch vergoldeten Details finde ich passen sehr gut zum Buch.





  24. Cover des Buches Stille (ISBN: 9783458364467)
    Erling Kagge

    Stille

    (89)
    Aktuelle Rezension von: vobabooks

    Erling Kogge teilt in diesem Buch seine 33 Antworten darauf, was Stille ist. Hierfür betrachtet er beispielsweise sein eigenes Leben, die Gesellschaft, philosophische Überlegungen etc. 

    Ich habe das Lesen des Büchleins als sehr angenehm und beruhigend empfunden. Die Gedankengänge fand ich sehr interessant, ich habe es echt im Lesefluss durchgelesen. Und mich gefragt: Was bedeutet Stille für mich?

    Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen und habe direkt nach anderen Büchern des Autors geguckt. 

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks