Bücher mit dem Tag "nachkriegsdeutschland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nachkriegsdeutschland" gekennzeichnet haben.

136 Bücher

  1. Cover des Buches Mein Leben (ISBN: 9783570551868)
    Marcel Reich-Ranicki

    Mein Leben

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Kolumna_liest

    "Och nee, nicht schon wieder der" Wie oft habe ich das gedacht, wenn ich beim Zappen auf eine Talkrunde mit ihm gestoßen bin. Ein Sympathieträger war er ja nicht unbedingt; oft genug kam er überheblich und besserwisserisch herüber. Aber warum? Weil er es tatsächlich besser wusste. Wer seine Biographie liest, wird den Menschen Reich-Ranicki und was ihn geprägt hat, mit ganz anderen Augen sehen. Da wird gezeigt, wie es ist, wenn man überall "der Fremde" ist. Welches Leid ein Mensch aushalten kann und dabei doch seine Menschlichkeit behält. Trotz seines Schicksals, das er durchlebt hat, ist er Deutschland immer treu geblieben. Nicht zuletzt wegen der großen Denker und Dichter, die ihn durch alle Zeiten begleitet und - so habe ich es verstanden - ihm Heimat gegeben haben. Dazu ist seine Art zu schreiben frei von jeglicher Larmoyanz. Ich möchte es schon eher als lakonisch beschreiben. Und gerade dadurch empfindet man das Erzählte noch wesentlich intensiver. Nein, er jammert nicht über das, was ihm passiert ist. Er erzählt - und das mit einer Fulminanz, die, wenn man sie bei einem Schriftsteller entdeckt, dem Leser einfach nur Freude macht. 

    Ja, ich habe ihm schon viele Male Abbitte geleistet - und werde es immer wieder tun. Chapeau Marcel

  2. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (541)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  3. Cover des Buches Die vergessene Generation (ISBN: 9783608947977)
    Sabine Bode

    Die vergessene Generation

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Während heutzutage sehr viel über die Flüchtlingskinder und die Kinder in den Kriegsgebieten der Welt geredet und für sie getan wird, wurden die Kinder der Geburtenjahrgänge zwischen 1930 und 1945, also die Kriegsjahrgänge, total übergangen. Die damals erlittenen Seelenqualen wurden einfach ignoriert, sie hatten sich anzupassen und zu funktionieren, der Krieg war ja vorbei. Es gelang dieser Generation offenbar auch ausgezeichnet, die schlimmen Erlebnisse beiseite zu schieben und sich der Gegenwart und der Zukunft zuzuwenden. Man redet halt nicht darüber, dann wird man schon vergessen, das war ihr Standpunkt. Dass aber die Schrecken und Ängste der Bombennächte im Bunker oder Keller, die Flucht aus der Heimat, Hunger und Kälte ihre Spuren bei den damaligen Kindern hinterlassen haben, zeigt sich erst jetzt – ihre seelischen Leiden drängen ans Tageslicht, da sie im Rentenalter nicht mehr durch Beruf und Arbeit überdeckt werden können …

    Die Autorin Sabine Bode, Jahrgang 1947, lebt als freie Journalistin in Köln und arbeitet überwiegend für die Kulturredaktion des Hörfunks von WDR und NDR. Über das Thema Kriegskinder und seine Folgen hat sie mehrere Bücher geschrieben.

    Für das Buch „Die vergessene Generation“ hat die Autorin zahlreiche Gespräche mit Betroffenen geführt, Schicksalen nachgeforscht und Akten des Suchdienstes eingesehen. Es ist für Leser aller Generationen gedacht und soll dazu anregen, sich mit der Vergangenheit der eigenen Familie zu beschäftigen. Wie Sabine Bode ausführt ist es durchaus möglich, dass Probleme und Verhaltensweisen der nachfolgenden Generation auf die traumatischen Erlebnisse der Eltern oder Großeltern bzw. deren Erziehungsmethoden zurückzuführen sind. Es ist daher unerlässlich, Gespräche mit unmittelbar Betroffenen über ihre Kriegserlebnisse zu führen und ihnen unsere Empathie zu zeigen, solange dies altersmäßig überhaupt noch möglich ist.

    Fazit: Ein aufschlussreiches und oft berührendes Buch, das zum besseren Verständnis zwischen den Generationen beitragen kann.


  4. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783471351260)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Brigitte Glaser wurde am 18. März 1955 in Offenburg geboren. Sie studierte Pädagogik an der Universität Freiburg und ist heute als Medienpädagogin in der Erwachsenenbildung tätig. Der erste Roman, für den sie als Co-Autorin verantwortlich war, erschien 1996. Brigitte Glaser schreibt vorwiegend Kriminalromane und Jugendbücher. Sie lebt heute in Köln.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Klappentext):
    Sommer, 1952. Deutschland diskutiert das Wiedergutmachungsgesetz. Konrad Adenauer reist zur Frischzellenkur in den Schwarzwald. Es gibt Morddrohungen aus verschiedenen Richtungen, auch von einer Extremistengruppe aus Israel. Um den Kanzler zu schützen, schickt der Mossad die junge Rosa Silbermann in das Nobelhotel Bühlerhöhe. Rosa konnte vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen. Die Ferien ihrer Kindheit verbrachte sie oft im Schwarzwald, sie kennt die Gegend, ihre Orts- und Sprachkenntnisse zeichnen sie aus.
    Als Agentin betritt sie allerdings Neuland und ihre Mission wird dadurch erschwert, dass ihre versprochenen Unterstützung nicht rechtzeitig eintrifft. 
    Die beschauliche Landschaft des Schwarzwalds kann Rosa nicht beruhigen. Als Adenauer schließlich anreist, dauert es nur wenige Tage, bis der erste Anschlag auf ihn verübt wird.

    Ich habe mir das Buch aufgrund des Klappentextes zugelegt und wusste eigentlich nicht so recht, was mich erwartete. Die Geschichte entpuppte sich dann als ein spannender Roman mit zwei starken Frauenfiguren. Das Attribut "Spionageroman" würde ich vielleicht nicht verwenden, das wäre etwas zu hoch gehängt, es handelt sich eher um ein Gegenspiel zweier Frauen mit völlig verschiedenen kulturellen Hintergründen und Vergangenheiten.
    Die Stimmung und gesellschaftliche Atmosphäre der frühen 50er Jahre in Deutschland wird gut transportiert. Die jahrelange Indoktrination der Nazis war noch fest in in vielen deutschen Köpfen verankert, die Annäherung zwischen Deutschen und Juden war nur sehr zögerlich und gerade in Israel, aus verständlichen Gründen, höchst umstritten. Eine spannende und interessante Zeit, von der ich bisher noch nicht allzu viel wusste. 
    Die jüdische Hauptprotagonistin ist sympathisch und ihre ambivalenten Gefühle gegenüber ihrer alten Heimat werden gut beschrieben. Ihre Gegenspielerin ist nicht ganz so vorteilhaft dargestellt, aber ihre Beweggründe werden ebenfalls einleuchtend erläutert. 
    Insgesamt gesehen handelt es sich um ein faszinierendes Psychogramm zweier starker Frauenfiguren garniert mit einer fesselnden umrahmenden Story.



  5. Cover des Buches Jahrestage (ISBN: 9783518460597)
    Uwe Johnson

    Jahrestage

     (16)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Tauben im Gras (ISBN: 9783518188927)
    Wolfgang Koeppen

    Tauben im Gras

     (223)
    Aktuelle Rezension von: JenniferKrieger

    Hier geht's zur Kurzmeinung auf meinem Blog.


    Kurzmeinung

    + beeindruckender Stil, vor allem die vielen Synonyme und bildhaften Umschreibungen, die sich auseinander entwickeln und in freien Assoziationsketten aneinander gefügt werden

    + fließende Übergänge zwischen den Perspektiven durch Verknüpfung über unvollständige Sätze oder identische Worte

    + starke Verflechtung der Perspektiven, indem die Figuren sich wechselweise begegnen


    - sprachlich so komplex, dass es sehr viel Konzentration erfordert und anstrengend zu lesen ist

    - fühlt sich ziellos an, auch wenn das Ziel, das München der Nachkriegszeit zu analysieren, durchaus erreicht wird

  7. Cover des Buches Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (ISBN: 9783548289571)
    Beate Sauer

    Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Nady

    Klappentext:
    Mord im Hungerwinter

    Januar 1947:  Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben. In der Eifel wird ein Mann erschlagen. Einziger Zeuge ist ein Flüchtlingsjunge aus Ostpreußen, der eingeschüchtert schweigt. 
    Richard Davies von der britischen Royal Military Police soll den Mord aufklären. Zur Unterstützung fordert er Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei an. Umgeben von Menschen, die zum Teil schwere Schuld auf sich geladen haben, kommen sie dem Mörder auf die Spur.

    Meine Meinung:
    Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich den Roman beim Ullstein Verlag angefragt.  Als er bei mir ankam, freute ich mich sehr auf diesen Kriminalroman.  Schon nach ein paar Seiten stellte ich jedoch fest, dass mir der Schreibstil von Beate Sauer nicht so richtig gefiel.  In dem ganzen Roman wird überdeutlich beschrieben, dass Frauen zur damaligen Zeit nicht ernst genommen wurden und nur die Polizisten bzw. die Militäry Police das sagen hatten. 

    Wiederum gefiel es mir sehr gut, wie Friederike Mattée es schaffte, den kleinen Zeugen, der ja nicht mehr sprechen wollte,  zum reden zu bringen. 
    Ich habe mich jedoch auf einen interessanten Krimi gefreut, was mir hier leider nicht geboten wurde.  Der Fall wird immer nur mal wieder angeschnitten, aber es handelt sich meines Erachtens nicht komplett um einen historischen Krimi. 
    Letztendlich war ich von dem Roman einfach nur enttäuscht, da er sehr viele Längen hatte und er mir einfach sehr langweilig und zäh vorkam.

    Sterne:   2 von 5

  8. Cover des Buches Kriegsenkel (ISBN: 9783608945508)
    Sabine Bode

    Kriegsenkel

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Christine2000
    Nachdem mich die „Kriegskinder“ von Frau Bode regelrecht elektrisiert hat und so manches in Bewegung brachte in meinem Verständnis für die Elterngeneration, fand ich den Einstieg in die Kriegsenkel, deren Generation ich selbst angehöre, nicht so leicht. Die Geschichten sind teilweise seltsam verworren, was sicher auch damit zu tun hat, dass die innere Ausrichtung der Protagonisten meist vage und veschwommen wirkt. Ich kann mich teilweise gut identifizieren, aber ein klares Fazit fällt schwer. Keine Ahnung, ob ich zu dicht dran bin, oder ob es tatsächlich unklar beschrieben ist. Tatsächlich ist dieses „„im Nebel waten“ und nicht recht zu Potte kommen ja anscheinend typisch für meine Jahrgänger. Irgendwie hat mich das Buch irritiert. Womöglich wirkt es aber noch nach.
  9. Cover des Buches Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (ISBN: 9783442714230)
    Frank Witzel

    Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

     (24)
    Aktuelle Rezension von: fynna
    Seit Weihnachten lag dieses Buch bei mir herum, ich hatte es mir gewünscht, nachdem es durch den Buchpreise 2015 so viel Aufmerksamkeit bekam und fand, dass es irgendwie interessant klang. Jetzt, im Sommer, habe ich entschieden, es auch mal zu lesen, und zwar im Urlaub (kann ich jedem empfehlen, man braucht echt Zeit), also den ganzen Tag nur am See rumliegen und sich auf dieses wirklich ... umfangreiche Werk, so kann man es wohl nennen, konzentrieren.

    Um ehrlich zu sein, mit dem, was dann kam hab ich nicht gerechnet. So richtig viel hab ich mir nicht gedacht, als ich angefangen habe zu lesen, war nur nach ein paar Seiten schon sehr verwirrt. Denn eine Geschichte wird nicht erzählt, nicht stringent zumindest, schon gar nicht im herkömmlichen Sinne. Vielmehr aus gefühlt hundert Perspektiven und Formen des Schreibens.
    Der Titel ist eigentlich ein großes Geschenk des Autors, denn er hilft anfangs ungemein, er fasst das ganze Buch gut zusammen und bietet zumindest einen Anhaltspunkt: Es geht um einen Jungen, zur Zeit der RAF, der sich allerlei zusammenfantasiert um sich selbst, seine Zeit zu verstehen. Denn da, wo die Logik und das Wissen aufhören, setzt eben die Imagination ein. Und was damals in der BRD so vor sich ging, die Stimmung im besagten Sommer 1969, Vergangenheit oder Zukunft, Katholizismus und RAF, die Beatles oder die Rolling Stones ... die lässt sich nur so beschreiben. In einem Interview sagte der Autor, er versuche sich einem Gefühl zu nähern, von allen Seiten, und das trifft es ziemlich gut.

    Passagen, in denen der Protagonist sich selbst als Mitglied der RAF erlebt, Halluzinationen und verquere Abhandlungen über den Nationalsozialismus, monströse Fußnoten, Fantasien über seinen Vater als herzlose Machtgestalt "der Fabrikant", wahrscheinlich fiktive Dialoge eines Verhörs, inzwischen erwachsen, Philosophie, scheinbar Zusammenhangloses, das sich erst später erklärt oder auch nicht, Abhandlungen, Biografien ... Dieses Buch hat so unglaublich viel zu bieten. Es ist stellenweise tief, philosophisch, dann wieder komplett skurril, scheinbar Nonsense, manchmal eine ganz normale Erzählung.
    Und ich habe bei weitem nicht alles verstanden, schon gar nicht alle Anspielungen und Witze, weil ich diese Zeit nicht miterlebt habe. Aber ein paar. Und die fand ich super. Ich denke, das ist etwas, was man als potentieller Leser vorher wissen sollte: Man wird sich bestimmt langweilen, quälen, für dämlich und ungebildet halten und aufgeben wollen, doch man wird auch belohnt. Mit wunderschönen Sätzen und Poesie. Mit neuen Gedanken und bekannten, eigenen Gedanken, die man niedergeschrieben noch nie gelesen hat. Das ist das Schöne, es ist für jeden was da bei, dieses Buch ist eine Schatzkiste und es überrascht immer aufs neue. Es erreicht viel tiefere Ebenen als eine normal erzählte Geschichte, es dringt in die menschliche Psyche und beleuchtet jeden Gedanken, jede Assoziation und das ist etwas Besonderes.

    Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Literatur interessiert und Überraschungen mag. Am besten auch Zeit mitbringen und sich nicht abschrecken lassen. Denn als ich wieder im Alltag angekommen war und mir noch 200 Seiten fehlten haben die sich auf einmal unendlich gezogen. Ich denke auch nicht, dass ich wirklich in der Lage bin, dieses Buch zu bewerten, weil ich des öfteren nicht folgen konnte. Aber ich fand es trotz allem genial!
    Der Deutsche Buchpreis war mit Sicherheit verdient und ich bin froh, durchgehalten zu haben. So etwas habe ich vorher nämlich noch nie gelesen. Also lasst euch drauf ein, lasst euch verwirren, amüsieren, bilden, sprachlos machen ...



  10. Cover des Buches Die Zeit ist kaputt (ISBN: 9783407787828)
    Klaus Kordon

    Die Zeit ist kaputt

     (27)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Klaus Kordon hat eine sehr gut lesbare Biographie über Erich Kästner geschrieben,die in einer Reihe für Jugendliche erschienen ist.Dabei habe ich bemerkt, dass ich doch vieles über Kästner nicht gewußt und auch vergessen hatte.Ich kann diese Biographie nur empfehlen,weil sie so flüssig geschrieben ist!
  11. Cover des Buches Die geprügelte Generation (ISBN: 9783608946802)
    Ingrid Müller-Münch

    Die geprügelte Generation

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Sommerregen
    Die Verwendung von Kochlöffel und Rohrstock zum Zweck der Züchtigung war in den 1950ern und 1960ern weit verbreitet. Beinahe jedes Kind der Nachkriegsgeneration wusste entweder aufgrund eigener Erfahrungen, oder weil es davon in seinem Umfeld etwas mitbekommen hatte, um diese furchtbaren Praktiken. Diese Art der Erziehung zog sich durch alle Schichten und auch wenn viele Kinder dieses Schicksal teilten, wurde es gemeinhin totgeschwiegen.
    Erst mit der Publikmachung der Misshandlungen durch Geistliche oder an Privatschulen und in Heimen ist dieses Thema ins Auge der Öffentlichkeit gerückt. Doch noch immer ist es kaum begreifbar, weswegen Eltern ihren Kindern mit Teppichklopfer und Kochlöffel begegneten. Liegt der Grund in den im Krieg erlittenen Traumata der Eltern oder an einfacher Überforderung, fragt man sich. Auch weswegen niemand eingriff, wenn die Kinder wieder “gezähmt werden mussten” und ihre Schreie in der Nachbarschaft nicht zu überhören gewesen sein mussten, lässt sich nicht einfach beantworten.
    Was wurde aus den geprügelten Kindern und wie denken sie über ihre Eltern und die von diesen praktizierte Schwarze Pädagogik? Und welchen geschichtlichen Verlauf nimmt die Erziehung; in wie weit prägten zum Beispiel Erziehungsratgeber oder die hochangesehenen Eigenschaften wie Ordnung und Fleiß aus NS-Zeiten? Aber auch die Frage, wie es heute mit der Misshandlung der Kinder aussieht, stellt sich, denn dieses Kapitel ist leider noch nicht gänzlich abgeschlossen..
    Auf diese und viele weitere Fragen geht die Autorin Ingrid Müller-Münch in ihrem Buch “Die geprügelte Generation- Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen” ein. Zusammen mit anderen, die diese Erziehung erlitten haben, Traumatherapeuten, Psychologen, Bindungsforschern, Psychotherapeuten und Erziehungwissenschaftlern zeigt sie Antworten auf und zeichnet auf 284 Seiten ein unglaublich dichtes und berührendes Bild einer ganzen geprügelten Generation.

    Jedes mal, wenn Interviewte über die erlittenen Strafen berichten und beschreiben, was sie dabei fühlten und versuchen eine Erklärung für das Verhalten ihrer Eltern zu finden, war das für mich schockierend. Mit welcher Selbstverständlichkeit diese doch eigentlich Liebe und Vertrauen schenken sollenden Menschen zur Züchtigung körperliche oder auch seelische Gewalt anwanden, ist haarsträubend.
    Ich finde es bewundernswert, wie sachlich und fair die Autorin bei einer so aufwühlenden Thematik bleibt und wie es ihr gelingt, so viel Inhalt auf so wenig Seiten zu bringen, ohne dass das Buch erdrückend wirken würde. Auch sehr beeindruckend ist, dass das vermittelte Wissen durch so viele Statistiken, Gespräche mit Fachleuten, Bücher, Studien und so weiter untermauert wird. Die Autorin malt nicht nur schwarz, sondern gibt beiden Seiten eine Stimme, auch wenn sie selbstverständlich stets gegen die Misshandlung von Kindern ist.
    Es werden die verschiedensten Seiten beleuchtet und sehr verständlich und nachvollziehbar ausgeführt. Ob die Spuren der Nazis und des Krieges oder der den Eltern zuspieldenen Justiz- ein facettenreiches und kompaktes Bild wird gezeichnet.
    Ich konnte dieses Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen, da es so spannend war- und wenn ich es doch tat, dann nur um Zeit zu haben, über das Gelesene nachzudenken und es zu verarbeiten. Aber auch nach dem Lesen beschäftigte mich das Buch noch lange- und das tut es noch immer- denn ich habe durch das Lesen dieses Buches sehr viel dazulernen und aufgezeigte Zusammenhänge verstehen können.

    Ich kann wirklich jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen, da es sehr verständlich ausgesprochen viel Wissen vermittelt. Außerdem denke ich, dass sich mit der im Buch behandelten Thematik wirklich jeder auseinandersetzen sollte! Nicht nur selber Betroffene, sondern auch junge Menschen, um zu verstehen, was die älteren Generationen -Eltern und Großeltern- prägte und um zu verinnerlichen wie wichtig eine gewaltfreie und liebevolle Erziehung ist.

    Ein sehr ergreifendes, schockierendes aber auch aufklärendes Buch, dessen Thematik mehr in der Öffentlichkeit behandelt werden sollte!

    Es geht hier – klick  – zu der Website zum Buch, auf der es noch mehr zusätliche Informationen gibt.
  12. Cover des Buches Ich war Hitlerjunge Salomon (ISBN: 9783453534834)
    Sally Perel

    Ich war Hitlerjunge Salomon

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Miss_Naseweis

    Seitdem habe ich mit vielen Menschen geredet, diskutiert und auch gestritten. Und ich werde das weiter tun, denn es ist die beste Möglichkeit, unser Gedächtnis lebendig zu halten. Und unser Gedächtnis ist das wirkungsvollste Bollwerk gegen die braune Gefahr.“

    Dieses Buch in einer Zeit zu lesen, in der ein Mitglied einer der populärsten Parteien Deutschlands den Holocaust als „Vogelschiss in der Geschichte bezeichnet“, ist besonders bitter und zeigt, dass es mit dem Gedächtnis der Deutschen nicht weit her ist. Dieses Buch ist sehr eindrücklich geschrieben und als ich es schließlich durchgelesen hatte, hatte ich einen enormen Kloß im Hals. Jahrelang mit den potentiellen Mördern Seite an Seite zu leben und jeden Tag Gefahr zu laufen entdeckt zu werden und dann von einer Minute auf die andere von den eigenen Freunden umgebracht zu werden ist so schrecklich, dass ich es mir nicht vorstellen kann. Auch der Verlust des Großteils seiner Familie tat mir als Familienmenschen in der Seele weh. Sally Perel stellt in seiner Biographie die Arroganz der Nazis, die erfolgreiche Indoktrinierung der Jugend, das bereitwillige Wegsehen der Bevölkerung und die Wahnwitzigkeit der Rassenlehre sehr plastisch und dadurch umso erschreckender dar.

  13. Cover des Buches Fritz Hartnagel - Der Freund von Sophie Scholl (ISBN: 9783442736713)
  14. Cover des Buches Zeitschmelze (ISBN: 9783000452833)
    Ingo Bernhard

    Zeitschmelze

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Franzi_xoxo
    Als ich dieses Buch anfing war es ert ein Mal schwierig in die Geschichte hinein zu kommen. Durch die kurzen Sinnesabschnitte ud die Personenwechsel kommt man nicht so gut mit. Bis zum ersten Abschnitt legt sich das dann aber wieder und man vertseht alles wieder gut.
    An manchen Stellen fand ich das Buch etwas zäh, aber an manchen Stellen hat es mir aber auch gut gefallen.
    Das Buch war in einer sehr poetischen Schreibweise geschrieben und damit Hut ab vor dem Autor. Ich moichte diese Schreibweise sehr, dennoch manchmal war es zu viel. Wenn man einfach nur ein Buch nach einem anstrengendem Tag lesen möchte, ist das nicht gerade das Richtige, da es keine einfache Literatur ist.
    Die Geschichte war insgesamt schön und gut durchdacht, aber manchmal habe ich mich nach dem Grund gewisser Sachen gefragt.
    Manche Konverationen waren träge, aber manche auch lustig.
    Insgesamt war es eine gut Leistung und auch eine gute Efahrung.
    Besonders berührend fand ich das Ende, an dem diese poetische Schreibweise sehr gut gepasst hat.
    Auch fand ich die Schriftgröße sehr angenehm.
  15. Cover des Buches An der Hand meiner Schwester (ISBN: 9783426780329)
    Bärbel Probert-Wright

    An der Hand meiner Schwester

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Traurige Geschichten auf Wahrheit berufen
  16. Cover des Buches Mein Vater, der Deserteur (ISBN: 9783552062566)
    René Freund

    Mein Vater, der Deserteur

     (32)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost
    Eine Story im und nach dem 2. Weltkrieg. Ein Schicksal, bei dessen Entdeckung der Leser Life dabei ist.

    Inhalt:
    Der Vater von René Freund starb früh und hinterließ keine Reichtümer. Statt dessen aber ein Tagebuch, welches er selber geschrieben hat. Über die Tatsachen, wie er den Krieg gesehen und erlebt hat.
    So erfährt René, dass sein Vater desertiert ist. Ein sehr lebensgefährliches Unterfangen, denn wurde man erwischt, gab das die Todesstrafe. - René ist mit seiner Familie in Paris und wandelt auf den Spuren seines Vaters. Immer in der Hoffnung, ihn besser verstehen und kennen lernen zu können.
    In dem Buch setzt sich der Autor mit der Vergangenheit des Vaters und seinen eigenen Ansichten sehr bildhaft auseinander.

    Der erste Satz:
    "Vater, dich stell ich in die Mitte."

    Der letzte Satz:
    "Die Liebe verbindet uns."

    Fazit:
    Zunächst einmal ist das Buch nicht unbedingt nach Kapiteln aufgeteilt. Der Autor, der gleichzeitig Familienvater ist, hat hier sehr geschickt die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander verwoben. Er berichtet auf der einen Seite über die Pannen und Ärgernisse auf seiner Reise, lässt den Leser aber an Passagen aus dem Tagebuch des Vaters teil haben. Das macht die Sache sehr interessant. Zum Beispiel dann, wenn der Sohn an Orten weilt, die der Vater so ganz anders erlebt hat.
    Später wurde das Buch für mich uninteressanter. Der Autor hat sich selber und seine Gedankengängen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als es gut gewesen wäre. Das macht für mich schon einmal einen Punkt Abzug.
    Aufgelockert werden Stoff und Gegebenheiten durch ein paar Fotos, aus der Zeit, von der die Rede ist. Es wird erklärt, welches die Person ist, im die es geht. - Ziemlich interessant, wenn man bedenkt, dass einige der Bilder entstanden sind, als die Männer in Gefangenschaft waren.
    Der Text ist einfach gehalten. Schachtelsätze und Fachbegriffe werden sparsam bis gar nicht eingesetzt. Allerdings hat es eine Weile gebraucht, bis ich mit der Kapitelauteilung zurecht gekommen bin. Das war stellenweise ein ziemliches Durcheinander. Und dann hat der Autor im Buch auch über die Entstehung des Buches geschrieben. Das hat die Verwirrung dann stellenweise komplett gemacht. Eine wirklich mehr als seltsame Art zu schreiben.
    Kopfkino hatte ich bei der Lektüre nicht. Hier waren es ab und an mal ein paar einzelne Fotos von Menschen und Örtlichkeiten, die ich vor mir gesehen habe. - Dem Lesevergnügen hat das aber keinen Abbruch getan. Denn die Story an sich ist jetzt absolut nicht schlecht.
    Auch von der Seitenzahl her, war das Buch ein recht kurzes Vergnügen. Der Autor hat den Stoff, den er hatte, eben nicht gekünstelt in die Länge gezogen. In der Kürze lag in dem Fall die Würze...

    Leicht enttäuscht war ich am Ende schon. Ich habe mir eindeutig mehr von der Lektüre versprochen. Die war eben am Ende anders, als ursprünglich gedacht.

    (Auszüge des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)
  17. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.638)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Der 15-jährige Michael lernt durch einen Zufall im Nachkriegsdeutschland die ältere Hanna kennen. Aus der anfänglichen Schüchternheit wird bald eine leidenschaftliche aber geheime Affäre. Doch für Hanna geht es nicht nur um die Körperlichkeit, sondern sie erwartet von Michael, dass er ihr Bücher vorliest. Eines Tages verschwindet sie und nur durch einen weiteren Zufall sehen die Beiden sich Jahre später wieder. Michael als Student der Rechtswirtschaft und Hanna als angeklagte KZ-Wärterin.


    Das Buch wird von Schlink in drei Kapitel aufgeteilt, die jeweils durch mehrere Jahre in der Handlung unterbrochen sind. Das erste Kapitel fande ich nur semigut,da mich die Affäre nicht so interessiert hat. Danach hat mich aber die Eindringlichkeit der (Schuld-) Gefühle trotz der nüchterne Schreibweise beeindruckt. Das Ende war für mich sehr überraschend und hatte ich so nicht kommen sehen. Ein Buch über Liebe, Schuld, die deutsche NS-Vergangenheit und Analphabetismus. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt!


  18. Cover des Buches Die geliehene Schuld (ISBN: 9783453360396)
    Claire Winter

    Die geliehene Schuld

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Laudi

    Die Nachkriegsgeschichte "Die geliehene Schuld" hat mich mehr als begeistert. "GEPACKT * BERÜHRT * SCHOCkIERT"
    Mir fällt es schwer, meine Empfindungen für dieses gelungenen Roman in Worte zu fassen. Claire Winter ist für mich eine begnadete Autorin, die fundierte und fiktive Ereignisse ausgezeichnet zu einer fesselnden Geschichte zusammenfügt.

    Berlin, Sommer 1949:
    Die junge Redakteurin Vera Lessing hat im Zweiten Weltkrieg ihren Mann und ihre Eltern verloren. Sie möchte die schrecklichen Erlebnisse hinter sich lassen. Doch dann kommt ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben. Jonathan hat vor seinem Tod Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Unweigerlich wird Vera in seine Arbeit hineingezogen. Sie geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

    Man fühlt und spürt beim Lesen, die Liebe und Leidenschaft von Claire Winter, historischen Fakten genau zu recherchieren und in fremde Welten zu tauchen. Ihr Schreibstil ist lebendig und flüssig und hat einen Sog, dem man nicht entkommt. Die geliehene Schuld wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Sie beginnt im Jahr 1949 und hat dann immer wieder Rückblenden ins Jahr 1948. Es gibt zahlreiche nicht vorhersehbare Wendungen und Überraschungen. Ich habe sehr viel über die Flucht von Kriegsverbrechern erfahren, was mir so nicht bewusst war. Es hat mich schockiert und traurig gemacht. Besonders gefällt mir, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Jede für sich konnte mich fesseln und packen. Die Charaktere waren stimmig und sehr gut ausgearbeitet. Sie hatten alle ein Gesicht für mich. Die Atmosphäre der Kriegsjahre ist perfekt eingefangen.
    Fazit:
    🌟🌟🌟🌟🌟+/5 Sterne Jahreshighlight. Spannende, emotionale und lehrreiche Seiten, die noch lange nachhallen ❤

  19. Cover des Buches Der Hunger der Lebenden (ISBN: 9783548291215)
    Beate Sauer

    Der Hunger der Lebenden

     (106)
    Aktuelle Rezension von: biancasch

     Friederike Matthée ermittelt in einem Mordfall. Das Opfer ist eine ehemalige Kriminalbeamtin und die Täterin ist sofort gefunden… Natürlich nicht! Das Opfer war in der Vergangenheit auch Täterin und die Tatverdächtige ein Opfer. Und ist sie überhaupt die Täterin? 

    Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und die Liebe darf auch nicht fehlen.

    Mehr möchte ich gar nicht schreiben. Das Buch ist unterhaltsam, kurzweilig und leicht zu lesen. 

    Eine tolle Urlaubslektüre.

  20. Cover des Buches Tausend Teufel (ISBN: 9783423217569)
    Frank Goldammer

    Tausend Teufel

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Zwei Jahre nach dem Krieg ist in Dresden noch immer Notstand und großes Elend an allen Ecken. Hunger und Kälte machen den Menschen im Februar 1947 schwer zu schaffen. Max Heller muss bei seiner polizeilichen Arbeit mit der russischen Besatzung kooperieren und zusammenarbeiten.   In diesem Fall ist es besonders brenzlig, weil er den Tod von zwei Rotarmisten aufklären soll.

    Frank Goldammer beschreibt auf sehr beeindruckende Weise das Leben und die Umstände der Nachkriegszeit.  Es gibt ehemalige Nazis, die noch an eine Wende glauben, zerlumpte Gestalten in der ganzen Stadt und windige Geschäftsleute, die mit den Russen paktieren und für persönliche Vorteile, jegliche Moral vergessen.

    Mir hat Band 1 „Der Angstmann“ schon recht gut gefallen, aber dieser zweite Band ist noch um Weiten besser.  Die Mordfälle waren gut durchdacht und für mich auch nachvollziehbar.  Das geschilderte Alltagsleben hat mich sehr betroffen gemacht und man kann und will sich gar nicht vorstellen, was die Menschen damals alles durchstehen mussten. 

  21. Cover des Buches Am Schattenufer (ISBN: 9783869131931)
    Killen McNeill

    Am Schattenufer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Im Jahr 1973 befindet sich der blutige Konflikt in Nordirland auf dem Höhepunkt und auch das kleine Städtchen Mitchellstown wird nicht verschont. Der junge John Dalzell ist in die Katholikin Teresa verliebt, kann ihr jedoch nicht näherkommen. Um seine Ausbildung als Deutschlehrer abzuschließen, kommt er für ein Jahr nach Deutschland in den Steigerwald. Unerwartet trifft er in Bamberg auf Teresa, die ebenfalls dort studiert. In Deutschland können sie sich ihre Liebe zueinander endlich gestehen und leben miteinander, als sie die Gewalt der „troubles“ einholt.

    „Am Schattenufer“ enthält ein paar autobiografische Elemente des Autors Killen McNeill und bietet einen guten Einblick in die Auswirkungen des Nordirlandkonflikts auf das Alltagsleben der Bevölkerung. Eindringlich schildert der Autor die Beklemmung beim Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen bzw. die Einschnitte, die die Angst mit sich bringt. Auch die Trennung der Religionen geht so weit, dass jeder seine eigenen Pubs, Schulen oder sogar Sportarten und Automarken hat. So konnte man Protestanten daran erkennen, dass sie britische Autos fuhren, während die Katholiken eher deutsche oder japanische besaßen. Was für uns vielleicht verrückt klingt, war für die Menschen in Nordirland bitterer Ernst.

    Durch John und Teresa bekommt der Leser beide Perspektiven mit. Der Höhepunkt des Buches hat lebenslange Folgen für die beiden, wie man im letzten Abschnitt, der 2007 spielt, erfährt. Auch der Kontrast zu Deutschland und der Vergangenheit, die wir mit uns tragen, hat der Autor in seinen Roman mit aufgenommen, wenn auch nur kurz angerissen.

    Im letzten Abschnitt werden außerdem die Veränderungen, die das Karfreitagsabkommen von 1998 und der Friedensprozess mit sich gebracht haben, angesprochen. Für mich hätten die Schilderungen der Auswirkungen auf Teresa und ihre Familie oder die Motive, die ihr Familienmitglied hatte, bei der Gewalt mitzumachen, noch ausgiebiger ausfallen können.
    Ansonsten ein gutes Buch!
  22. Cover des Buches Das Verschwinden des Josef Mengele (ISBN: 9783746636672)
    Olivier Guez

    Das Verschwinden des Josef Mengele

     (77)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg

    Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Oliver Guez, Berlin 2018

     

    Der Roman beschreibt, wie Josef Mengele mit anderen Nazis ein gutes Leben in Argentinien führte. Geld bekam er von seiner Familie aus Deutschland, die ihn auch 20 Jahre vor einem Haftbefehl beschützte, weil sie Freunde bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft hatte. Erst als Eichmann verhaftet wurde, wurde das Leben für Mengele anstrengend und er flüchtete durch Paraguay und Brasilien. Er wurde zunehmend labiler, bis er 1979 beim Baden im Meer in Brasilien ertrank.

    Der politische/historische Roman zeigt, dass Mengele keinerlei Unrechtsbewusstsein hatte. Er war der „Todesengel“ von Ausschwitz, ein kalter und erbarmungsloser Schwerverbrechen, der nach seinen Taten jahrelang ein Leben in Luxus führen konnte.

    Der französische Autor Oliver Guez hat diese Ungeheuerlichkeiten penibel recherchiert und literarisch gut umgesetzt. Die Sprache ist einfach und nüchtern. Der Roman ist spannend geschrieben und die Motive bleiben nachvollziehbar. Beim Lesen fragt man sich, was Fiktion und was Wirklichkeit ist. 

    Das Thema bleibt aktuell. Ein Roman, der -Rassismus und Menschenverachtung zeigt und meine unbedingte Leseempfehlung erhält. Ich vergebe fünf von fünf Sternen.

  23. Cover des Buches Schweigen tut weh (ISBN: 9783548608266)
    Alexandra Senfft

    Schweigen tut weh

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)
    Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe

     (225)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Adams Erbe wurde im Diogenes Verlag veröffentlicht. Die Bücher aus dem Hause Diogenes erkennt man meist aufgrund der Gestaltung des Covers. Hier ist der Titel des Buches meist in Schriftart Times und kursiv dargestellt. Dann gibt es immer noch ein kleines Bild, das zur Geschichte passt. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Titel meist mehr auffällt, als das Bild, das über dem Namen des Autoren steht.

    Etwas ungewöhnlich bei den Bücher aus dem Diogenes Verlag ist, dass die Geschichte nicht in Kapitel unterteilt wird. In Adams Erbe haben wir zwar zwei Teile, allerdings sind die beiden Teile als Fließtext gestaltet. Anfangs verwirrte mich das etwas, allerdings gewöhnte ich mich dann doch schnell daran.

    Inhaltlich erzählt Astrid Rosenfeld hier zwei Handlungsstränge: Wir sind in der Gegenwart und begegnen dem Jungen Edward, der mit seiner Mutter bei den Großeltern lebt. Edward ist dem Bruder seines Großvaters wie aus dem Gesicht geschnitten. Adam ist das schwarze Schaf der Familie. Er hat seine Familie im Dritten Reich verlassen, um sich alleine durchzuschlagen. Das glauben zumindest alle. Eines Tages fällt Edward ein Buch mit dem Titel Adams Erbe in die Hände. Schnell stellt sich heraus, dass Adam hier seine Geschichte erzählt.

    Astrid Rosenfeld erzählt die eine Hälfte der Geschichte aus der Sicht von Edward und in der anderen Hälfte lernen wir Adam kennen. Das Spannende hier ist, dass beide Männer ziemlich viel miteinander gemeinsam haben. Sie wissen nicht so recht, wo ihr Platz auf der Welt ist und gehören daher zu den Überlebenskünstlern. Astrid Rosenfeld hat die Gemeinsamkeiten dieser beiden Männer sehr gut herausgearbeitet.

    Astrid Rosenfeld hat mich mit ihrem Schreibstil fasziniert. Beide Handlungsstränge werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Das Tolle war, dass der Erzählstil in diesem Fall überhaupt nicht verwirrte. Allerdings fragte ich mich dennoch, ob der Erzählstil mit dazu beigetragen hat, dass sich beide Männer so ähnlich waren.

    Was mich am meisten an Astrid Rosenfelds Schreibstil beeindruckte waren zum einen ihre sprachliche Bilder und die Tatsache, dass sie es schafft, schreckliche Dinge, sprachlich schwächer wirken zu lassen, ohne diese Dinge zu verharmlosen oder zu verdrängen. Beide Männer erleben Situationen, die wahrscheinlich niemand erleben möchte. Aber dennoch scheinen sie nicht daran zu zerbrechen.

    Gesamteindruck
    Ich war mir nicht sicher, was mich bei Adams Erbe erwartete. Deswegen hatte ich auch keine bestimmte Erwartung an die Geschichte, was ziemlich gut war, weil ich mich so von Adams Erbe überraschen lassen konnte. Tatsächlich hätte ich nicht mit der Geschichte gerechnet, die mir hier geboten wurde. Adams Erbe erzählt die Biografien zwei fiktiver Charaktere, die zum Nachdenken anregt.

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