Bücher mit dem Tag "nachkriegsliteratur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nachkriegsliteratur" gekennzeichnet haben.

68 Bücher

  1. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548234106)
    George Orwell

    1984

     (3.901)
    Aktuelle Rezension von: flower2

    Anfangs war ich völlig begeistert vom Buch. Es ähnelte total der ersten Corona-Pandemie 2019. Deswegen verdient es den eigentlichen Titel 2019-2023, weil die Unterdrückung der soziale Kontakte vorhanden ist, alles ist Tabu, was Spaß machte.

    Es ist auch ein Vergleich mit "Big Brother is watching you". Was ich hoch anrechne, dass George Orwell es damals in den ´49 geschrieben hat und heute immer mehr damit zu tun hat, jedem zu "belauschen & ein Auge auf alle zu haben".

    Winston Smith arbeitet im Büro und trifft auf einmal Julia. Mit ihr hat er eine heimliche Affäre, da das Gesetz die Liebschaften immer mehr abschaffen wollen. 

    Das krasse fand ich, dass man beantragen musste, dass man Kinder haben möchte. Etwas verwirrt, so viel Kontrolle & darüber dokumentiert wird.

    Teil 1 & 2 fand ich super, konnte ich durchlesen.

    Leider bei Teil 3, die letzten 100 Seiten, habe ich abgebrochen, da es so verwirrend war & langweilig, dass die Spannung weg war.

    Letzendlich ging im letzen Teil nur, dass Winston & Julia gefangen worden sind, da sie erwischt worden sind bei der Affäre. Sie verraten sich gegenseitig, beim Verhör.

    Und Winston sei krank, dem eingeredet wurde, dass er sich alles zusammengesponnen hat, mit der Überwachung. Irgendwie hää-Moment gehabt.

    Dann treffen Winston & Julia sich durch Zufall und tuen so, als hätten sie sich geliebt und sich "nicht gegenseitig verraten".

    Etwas unglücklich bin ich im letzten Teil.

  2. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.750)
    Aktuelle Rezension von: lovely-xy

    Ich bin zunächst mit gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen, da es sich bei uns um eine Schullektüre handelt. Vorurteile! Das Buch packt! Die Geschichte ist spannend, aber auch herrlich absurd. Hinterlistig spielt die "alte Dame" ihr Spiel und gewinnt. Weil Geld eben doch die Welt beherrscht. Die Aussage des Buches ist klasse, der Schreibstil etwas anstrengend, die Situationskomik amüsant und leicht.

  3. Cover des Buches Trümmerkind (ISBN: 9783426304921)
    Mechtild Borrmann

    Trümmerkind

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Hamburg 1947, Hanno Dietz entdeckt bei der Suche nach verwertbaren Materialien in den Trümmern des Krieges, einen Raum mit einer nackten Frauenleiche. Nicht weit davon entfernt steht ein 3 Jähriges Kind in auffallend guter Bekleidung und spricht kein Wort. Hanno nimmt ihn mit nach Hause und damit beginnt eine Geschichte, die durch die Zeit reist, Gut Anquist, 2 Jahre zuvor : Clara Anquist und Familie müssen untätig zusehen, wie die Russen alles beschlagnahmen und sie Ihr Haus und Hof verlassen und eine Flucht in den Westen antreten müssen. 1992 Anna Meerbaum reist trotz Ablehnung Ihrer Mutter in die Uckermarck um Ihre Wurzeln zu verfolgen und besucht Gut Anquist....

    Selten, dass mich ein Buch so gefesselt hat, sei es der historische Hintergrund, er einfach grandios ausgewählt wird, seien es die Sprünge zwischen den Zeiten, die am Ende ein schlüssiges Bild ergeben. Der Krimianteil ist eher niedrig, was aber überhaupt nicht schadet. Ein großartiges Stück Zeitgeschehen, dass mit Charakteren glänzt, die wir uns alle zu dieser Zeit so vorstellen und wünschen würden und das Buch so lebendig machen.

    Noch nie zuvor etwas von dieser Autorin gelesen, hatte mich auch ein Video-Interview nicht wirklich überzeugt, dafür der Schreibstil umso mehr. Leiden, Verrat, Freundschaft und Werte spielen eine große Rolle. Der tägliche Kampf 1945, also auch 1947 um das Überleben sind bewegend. Es wird nicht mein letztes Buch von Mechtild Borrmann werden.

    5 Sterne für ein Buch, das bereits 2017 erschienen ist, das ich aber jeden empfehlen kann. Eine klar strukturierte historische Geschichte, die sich lohnt zu lesen.

  4. Cover des Buches Töchter einer neuen Zeit (ISBN: 9783499272134)
    Carmen Korn

    Töchter einer neuen Zeit

     (197)
    Aktuelle Rezension von: FREIFUEHLIG

    Kann man lesen, muss man aber nicht. Der erste Band einer Trilogie, die sich um die Irrungen und Wirrungen eines Familien- und Freundeskreises in Hamburg dreht. Was für diesen Band gilt, gilt für die gesamte Trilogie: Akzeptable Urlaubslektüre, speziell für Leute, die selbst irgendwann in ihrem Leben in Hamburg gelebt haben und daher die Plätze der Handlung kennen. Besser noch für Leute, die – wie ich - während der 70er und 80er in Hamburg gelebt haben, denn die von Carmen Korn beschriebene Lebens-Atmosphäre dieser Zeit deckt sich ziemlich genau mit dem tatsächlichen Lebensgefühl damals. Ein schöner nostalgischer Wiedererkennungseffekt!  

    Was sich allerdings gar nicht mit der Realität deckt – nicht mit der der 70er und 80er Jahre, aber auch mit keiner anderen Realität -, ist, dass gegensätzlichste Lebensentwürfe und größte menschliche Enttäuschungen bis hin zu ausgewachsenem Betrug und Kriminalität von dem im Mittelpunkt der Geschichte stehenden eingeschworenen Familien- und Freundeskreis stets mit tolerantem Gleichmut und geradezu freundlich nickend hingenommen werden. Abgesehen von einer einzigen Situation, in der eine Denunziation auch immerhin den Tod der Mutter einer Protagonistin zur Folge hatte, leiden die Freundschaften – wenn überhaupt – allenfalls temporär unter derartigen Konflikten. Betrug unter Liebenden: Kein Problem! Keine Szenen, keine Zerwürfnisse – ein ernstes Gespräch (oder vielleicht zwei) und alles ist wieder gut. Auch wenn die Lebensentwürfe der Kinder geradezu diametral im Gegensatz zu denen der Eltern stehen: Kein Problem! Man liebt die kriminelle Tochter im Terroristenmilieu weiterhin mit ausgesuchter Innigkeit. Generationenkonflikt? Ja, die Großmutter hat eine nörglerische Natur, die man mehr oder weniger klaglos hinnimmt, aber Generationenkonflikt? Was ist das überhaupt? Enkel kommen hervorragend mit ihren Großeltern aus, genau wie die Eltern mit den Kindern und umgekehrt. Alles bene! Man scheint auch immer Lust auf dieses Miteinander zu haben, was in mir zusätzlich eine gewisse Ungläubigkeit auslöst. Aber wahrscheinlich steht mir mein antisoziales Wesen hier in Wege ... und es ist ja auch ein Roman - nicht Realität. 

    Aber es zieht sich durch: Der Plot leidet beileibe nicht an einem Mangel von ernsten – sogar lebens- und existenzbedrohlichen – Problemlagen. Allem wird mit besagter unaufgeregter, freundlicher Gleichmütigkeit begegnet: Die langjährige Lebensgefährtin hat ein Alkoholproblem? Auch kein Thema – man lebt halt damit. Sie nimmt sich schließlich das Leben? Nun ja, nicht schön, aber man kommt ohne erkennbare Blessuren darüber hinweg. Keine Vorwürfe, keine Selbstzweifel, keine Verzweiflung. Erbstreitigkeiten? Nein, doch nicht hier! Alles löst sich wie von selbst. Die gesamte Trilogie kommt ohne gewaltige Gefühlsausbrüche aus. Dementsprechend werden die Leben der Protagonisten durch solche auch nicht aus der Bahn geworfen. 

    Gleiches gilt für die Positiv-Seite der Gefühlsbilanz: Liebe, wohin man schaut: Jeder Topf findet seinen Deckel. Jede Liebe ist weitgehend klar und frei von jeglichem Hadern. Und dort wo gehadert wird, steht glücklicherweise ein ausgesprochen leidensfähiges Individuum auf der anderen Seite, das einfach duldsam abwartet, bis es sich beim geliebten Partner ausgehadert hat. Keine Frustration, keine Drohungen, kein Ausbruch aus der Beziehung. Absolute Sicherheit, dass, was immer auch passiert, man durch diesen wunderbaren Familien- und Freundeskreis aufgefangen wird. Ein schönes Bild! Kann ich gut verstehen – wünscht sich jeder. Mit der Realität aber nur schwer in Einklang zu bringen. Muss es allerdings auch nicht, denn - wie schon gesagt - schließlich handelt es sich bei der Trilogie ja um einen „Roman“ und nicht um ein „Sachbuch“.  Eine Schicht von unverbrüchlich heiler Welt, die sich - wie die Marzipandecke einer Torte - über die gesamte Handlung legt. Und die die gesamte Handlung – genau so, wie durch die zuckrige Marzipandecke schließlich die gesamte Torte einfach nur noch süß und daher fade schmeckt – am Ende etwas seicht erscheinen lässt. Aber eben schön – seicht! Daher genau das Richtige für einen entspannten Urlaub. Besonders, wenn es sich um einen Urlaub mit der Familie handelt, denn die Trilogie hinterlässt einen Hauch des irrigen Gefühls, dass alle Differenzen in der Familie doch eigentlich unbedeutend sind. Das kann ja bei einem Familienurlaub ganz hilfreich sein!

  5. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.678)
    Aktuelle Rezension von: Lisaleseratte

    Im Buch der Vorleser geht es um die geheime leidenschaftliche Affäre zwischen dem 15-jährigen Michael und um eine viel ältere Frau namens Hanna. Bevor sie miteinander schlafen, muss er ihr vorlesen. Eines Tages gehen beide eigene Wege und keiner ahnt wann und wo sie sich wieder treffen, denn Hanna hat einige tiefe Geheimnisse.

    Das Buch thematisiert eine außergewöhnliche Liebesbeziehung, Analphabetismus, sowie ein historisches Verbrechen in der Kriegszeit.

    Die Geschichte wurde in der Ich-Erzählung verfasst, somit erhält man keinen konkreten Einblick in die weibliche Protagonistinnen Rolle,  jedoch empfinde ich dieses Buch als sehr ergreifend und besonders. Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da dieses Buch den Leser zum Nachdenken anregt, da viele offene Fragen verbleiben. Ich denke soll auch der Sinn dieses Buches sein. Das Ende ist sehr überraschend.

  6. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  7. Cover des Buches Wer das Schweigen bricht (ISBN: 9783426304181)
    Mechtild Borrmann

    Wer das Schweigen bricht

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Yolande

    Inhalt (Klappentext) :

    In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verlieren sich sechs junge Menschen in einem Netz aus Freundschaft, inniger Liebe und tiefgreifendem Hass. Was aber hat das mit Robert Lubisch zu tun, der beinahe sechzig Jahre später im Nachlass seines Vaters den SS-Ausweis eines Unbekannten und das Foto einer schönen Frau findet?

    Meine Meinung:

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, die immer abwechseln und miteinander verknüpft sind. Wie von Mechthild Borrmann gewohnt, ist der Schreibstil flüssig und gut zu lesen, die Sprache war mir allerdings manches Mal etwas zu trivial und mit unwichtigen Details angereichert, was aber nur wenig störte. Die Geschichte scheint zu Beginn ein bisschen vorhersehbar, aber es gibt im Verlauf einige unerwartete Wendungen auf beiden Zeitebenen, die die Spannung hochhalten. Zum Schluss kam es für mich allerdings zu einigen Ungereimtheiten, die nicht schlüssig erklärt wurden. Auch waren es für meinen Geschmack etwas zu viele schwiere Themen, die in der Freundesgruppe von nur 6 Personen auftraten, das wirkte auf mich auch sehr konstruiert. Interessanterweise ließen mich dabei die Schicksale der Beteiligten seltsam kalt, es kam überhaupt keine Nähe auf, das kenne ich aus den anderen Büchern der Autorin anders.

    Fazit:

    Alles in allem war es zwar eine unterhaltsame Geschichte, die aber so manches Klischee bediente und mit einigen Ungereimtheiten endete. Da bin ich von der Autorin Besseres gewohnt.

  8. Cover des Buches Das Phantom des Alexander Wolf (ISBN: 9783423143356)
    Gaito Gasdanow

    Das Phantom des Alexander Wolf

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Kapitel7

    Info vorab: Eine ausführlichere Version meiner Rezension ist auf meinem Blog erschienen: https://kapitel7.de/gaito-gasdanow-das-phantom-des-alexander-wolf/


    Das Phantom des Alexander Wolf zählt für mich zu den Büchern, bei denen man am Ende Schwierigkeiten hat, den einen Handlungsfaden nacherzählen zu können. Der Roman ist eine Momentaufnahme aus dem Leben der Protagonisten. Er baut keine Geschichte, er baut eine Atmosphäre.

    Diese Atmosphäre wirkt wie ein Sog. Ich bin beim Lesen geradezu durch die Seiten geflogen. Es gibt kaum welche von jenen Stellen, die sich dazu anbieten, das Buch zuzuklappen und am nächsten Tag weiterzulesen. Gasdanows Stil hat eine Melodie, die bis zum Ende trägt. Dadurch ist der Roman ein kurzweiliger Zeitvertreib, aber dennoch ist es schade, dass die Erinnerung daran am Ende so schnell verfliegt.

  9. Cover des Buches Tauben im Gras (ISBN: 9783518188927)
    Wolfgang Koeppen

    Tauben im Gras

     (224)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur Kurzmeinung auf meinem Blog.


    Kurzmeinung

    + beeindruckender Stil, vor allem die vielen Synonyme und bildhaften Umschreibungen, die sich auseinander entwickeln und in freien Assoziationsketten aneinander gefügt werden

    + fließende Übergänge zwischen den Perspektiven durch Verknüpfung über unvollständige Sätze oder identische Worte

    + starke Verflechtung der Perspektiven, indem die Figuren sich wechselweise begegnen


    - sprachlich so komplex, dass es sehr viel Konzentration erfordert und anstrengend zu lesen ist

    - fühlt sich ziellos an, auch wenn das Ziel, das München der Nachkriegszeit zu analysieren, durchaus erreicht wird

  10. Cover des Buches Der gelbe Vogel (ISBN: 9783423078429)
    Myron Levoy

    Der gelbe Vogel

     (272)
    Aktuelle Rezension von: isabel_maries-stories

    Das Buch aus dem dvt Verlag, wird seit Jahren als Schullektüre genommen. Im Jahr 1982 gewann es den Deutschen Literaturpreis mit der Jurybegründung: "Der Aufbau der Erzählung mit den dramatischen Höhepunkten, der folgerichtig und eigengesetzlich dem unerwarteten Ende zustrebt, ist beispielhaft. Die Schauplätze der Handlung sind hervorragend dargestellt. Das Buch genügt sowohl literarisch wie pädagogisch höchsten Ansprüchen."

    Wir haben es auch in der Deutschstunde gelesen und bearbeitet, das ich euch hier gerne vorstellen möchte.

    Zum Inhalt: Als der zwölfjährige Alan Siverman von seinen Eltern gebeten wird, sich um das Flüchtlingsmädchen Naomi Kirschbaum zu kümmern, nimmt er diese Aufgabe nur ungern an. Seitdem Naomi mitbekommen hat, wie ihr Vater vor ihren Augen von den Nazis umgebracht wurde steht sie unter Schock. Alan soll ihr helfen wieder glücklich zu werden und Spaß am Leben zu haben. Kann Alan mit so einer großen Aufgabe umgehen? Werden Alan und Naomi Freunde? Und kann Alan Naomi vor seinen Freunden und Kumpels geheim halten, ohne als Luser dazustehen, weil er sich mit einem Mädchen trifft? Und was hat es mit dem gelben Vogel auf sich?

    In dem Jugendroman geht es um Freundschaft. Naomi muss lernen Alan zu vertrauen, damit er ihr helfen kann. Der Autor hat das Buch sehr verstänlich und super spannend geschrieben. Beim Lesen empfindet man viele verschiedene Emotionen, da die Protagonisten nicht immer gute Dinge erleben. Ausserdem kann man sich durch den interessanten Schreibstil des Autors in jede Rolle hineinversetzen. Auch gut gefallen mir beide Protagonisten. Alan wird als ein normaler, liebevoller Junge dargestellt. Durch seine Art, wie er raffiniert und liebevoll auf Naomi zugeht und versucht sie aus ihrer eigenen dunklen Welt zu locken,bekommt er einen super Charakter. Naomi dagegen wirkt immer geheimnisvoll und ängstlich, aber noch bevor sie auftaut, hat man sie schon ins Herz geschlossen und leidet mit ihr.

     Ich gebe dem Buch ganz klar 5 Sterne, weil mein Fazit ist, dass man aus dem Roman sehr viel lernt. Das Buch erklärt einem viele Ereignisse, Folgen und Religionen, die man vorher vielleicht noch nicht kannte. Zudem berührt es mich sehr, wie schlecht es Kindern gehen kann, die gerade noch glücklich waren. "Der gelbe Vogel" ist eine atemberaubende Geschichte!

  11. Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)
    Erich Kästner

    Fabian

     (314)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Der junge Fabian, arbeitsloser Student im Berlin Mitte der 1920er Jahre streift ziellos durch die Metropole. Dabei kommt er nicht nur durch das Nachtleben, den Luxus, die Bordelle und die Sonnenseite, sowie auch die Schattenseiten und das Elend. Dabei lernt er die Liebe kennen, die Menschen und deren falsches Gesicht, aber auch das persönliche Scheitern.

     

    Der Autor erzählt die bewegenden Zeiten in Berlin in den 1920er Jahren mit allen Schattenseiten und Glanzpunkten. Die Großstadt und das moderne Leben werden großartig erzählt und ironisiert. Dadurch gelingt ein, aus heutiger Sicht historischer Blick, auf die Zwischenkriegszeit und das Leben vor dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, der immer noch aktuell und lesenswert ist.

  12. Cover des Buches Die Pest (ISBN: 9783499006166)
    Albert Camus

    Die Pest

     (481)
    Aktuelle Rezension von: HubertM

    Zur Zeit wieder Aktuell!

  13. Cover des Buches Im Krebsgang (ISBN: 9783423252898)
    Günter Grass

    Im Krebsgang

     (203)
    Aktuelle Rezension von: Farbwirbel

    Günther Grass' Novelle 'Im Krebsgang' lag schon Jahre auf meinem SuB und nun habe ich es endlich geschafft, sie zu lesen.

    Inhaltlich war ich tatsächlich überrascht, denn ich dachte, dass es ein historienbezogenes Werk ist und wusste nicht, dass er auch hochgradig aktuell ist.

    In der Novelle geht es um Paul Pokriefke, der selbst als Journalist arbeitet und dem Leser einen Schweinsgalopp durch Vergangenheit und Gegenwart eröffnet.

    Zu Beginn geht es um Gustloff, Frankfurter und Marinesko, drei historische Personen, die im Zusammehang mit dem NS-Regime stehen. Dabei sei kurz erklärt, dass Gustloff als Nazi von Frankfurter, einem Juden, erschossen wurde. Später, als Hitler die KDF-Fahrten eingeführt hatte, wurde eines der Schiffe Gustloff genannt. Wie es der Zufall so will, ist eben jene Gustloff das Boot, mit dem Mutter Pokriefke später mit ihrem Sohn Paul im Bauch vor den Russen flüchtet. An dem Abend, als die Gustloff abgeschossen wird, wird Paul geboren und Mutter Pokriefke erzählt diese Geschichte ein ums andere Mal ihrem Sohn und später auch ihrem Enkel Konrad.

    Wie sich im Lauf der Geschichte herausstellt, ist Konrad sehr vereinamt von dieser Geschichte und entwickelt sich Stück für Stück zu einem Neonazi. Sein Vater beobachtet im Web diese Entwicklung, denn Konny schreibt auf einer Website darüber, doch wirklich einzugreifen wagt er nicht, hat er doch nicht wirklich Kontakt zu ihm.

    Die Geschehnisse spitzen sich zu und die Geschichte wird wiederholt. Am Ende kann man tatsächlich die letzte Phrase der Novelle als Kern dieser erkennen:

    Das hört nicht auf. Nie hört das auf. - S. 216

    Grass fragt in seiner Novelle nach der Idiotie, die Menschen inne haben, die nationalsozialistisches Gedankengut in sich tragen. Vor allem aber trägt er hier einen Sachverhalt vor, der gar nicht so oft thematisiert wird: Intelligtente Menschen und wie diese so denken können und auch, was die Geschichte der Familie in einem jungen Menschen machen kann, wie sie sich weiterträgt. Das war hochinteressant.

    […] Wolfgang Stremplin, der sich online David genannt hatte, einen, wie er sagte, „Nachweis arischer Herkunft“ vorlegte und sich dabei ironisch gab. Den Kommentar zu dem, was er ohnehin wußte, lieferte mein Sohn aus ruhiger Gewißheit: „Das ändert nichts am Sachverhalt. Allein ich mußte entscheiden, ob die mir als David bekannte Person als Jude sprach und handelte.“ - S. 182

    Auf der anderen Seite habe ich das Werk nur schleppend fertig bekommen. Gerade der Einstieg mit all den historischen Persönlichkeiten und dem fast abgehackten Schreibstil war für mich nur schwer anzunehmen. Das Buch wurde zum Schluss hin immer interessanter und dennoch blieb der erste Eindruck für mich sehr präsent. Da ist der Titel dann aber wieder sehr genial gewählt. Im Krebsgang. Genau so wird die Geschichte nämlich erzählt.

    Den Ich-Erzähler Paul mochte ich sehr gern. Gefangen in dem Rahmen seines Lebens und mit einer großen Schippe Ironie erzählt er daraus.

    Schluß mit Gernegroß! Wer sich mit funfunddreißig und beginnendem Haarausfall noch ein Kind andrehen läßt, ist nicht zu retten. Was heißt hier Liebe! Die gibt’s allenfalls wieder ab siebzig, wenn ohnehin nichts mehr läuft. - S. 42

    Seine Mutter war für mich so etwas wie das Ebenbild der Nachkriegsgeneration, die danach in der DDR lebte. Irgendwie politsch verwildert im Kopf, wenn man das so sagen kann.

    Da ich vom Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte nicht zu 100 % überzeugt bin, ich aber mit der Aussage d'accord gehe, bin ich mal wieder im Sternekonflikt. Ich vergebe drei Sterne und würde gerne noch einen imaginären, halben Sternd dazugeben.

  14. Cover des Buches Schachnovelle (ISBN: 9783328106739)
    Stefan Zweig

    Schachnovelle

     (1.271)
    Aktuelle Rezension von: Lenchen2707

    INHALT

    Auf einem Passagierdampfer treffen der Schachmeister Czentovic und ein österreichischer Emigrant aufeinander. Dr B. lässt seine Zeit in einer Zelle mit nichts als Schach Revue passieren, bevor er am nächsten Tag in einer wahnsinnigen Partie beinahe seinen Verstand verliert.

    CHARAKTERE

    Das Buch beginnt schon spannend mit der Vorstellung des Schachmeisters Czentovic, der in einfachen, wenn nicht sogar mehr als ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Seine Person ist recht schwierig einzuschätzen, da sie nicht genauer erforscht wird, was ich wiederum sehr schade finde. An manchen Stellen wäre es wirklich toll gewesen, zu wissen, was in seinem Kopf vorgeht. Da er ein stiller Mensch ist konnte man nämlich einzig und allein aus der Sicht eines dritten seine Person kennenlernen.
    Dr. B. ist ebenfalls ein Mensch mit einer traumatisierenden Vergangenheit. Als er mit seinen Gedanken zurück in diese reist, baute sich meine Sympathie für ihn deutlich auf. Umso mehr er von seiner Zeit zwischen einer Zelle voller Nichts und den nervenzerrenden Verhören spricht, desto mehr kann man sich in seinen Charakter hineinversetzen, obwohl die aufkommenden Gedanken und Gefühle nicht aus erster Person niedergeschrieben wurden. Dennoch möchte ich an dieser Stelle natürlich betonen, dass ich keinesfalls voll und ganz nachempfinden kann, was in dieser Zeit mit den Menschen gemacht wurde und in was für schreckliche Zustände sie gebracht wurden.
    Für eine so kurze Geschichte kann ich aber definitiv sagen, dass mich die Charaktere berührt haben und ich gerne auch noch mehr von ihnen gelesen hätte.

    HANDLUNG

    Auch die Handlung hat einen starken Start hingelegt, dank Herrn Czentovic. Er ist ein guter Beweis dafür, wie uns unsere Kindheit prägt, auch wenn sich unser späteres Leben noch einmal um 180 Grad dreht. Zudem ist es äußert spannend, was in sein Schweigen alles hineininterpretiert wird, während niemand bewusst ist, was gerade zu seinem Verhalten führt. Wie interessant das das Lesen auch macht, hätte ich ein kleines Kapitel aus seiner Sicht dennoch sehr lesenswert gefunden.
    Was alles in der Geschichte von Dr. B steckt ist schwer zu analysieren und vor allem für mich als Person, die sich normalerweise nicht an wirklich anspruchsvolle Bücher traut herausfordernd. Seine Geschichte ist einerseits eben ein Erinnerung an die schlimme Zeit, die mit Hitler geschehen ist und andererseits ist sie immer noch mit Themen geschmückt, die in der heutigen Zeit aktuell sind.
    Es ist faszinierend wie schnell man etwas erlernen kann, wenn die Konzentration ständig auf dieser Sache liegt. So geht es auch Dr. B mit dem Schach und wo anfangs noch das Erstaunen und die Lust auf das Spielen überwiegt merkt man schon bald das an dem Spruch "Die Menge macht das Gift" wirklich etwas dran ist. Es scheint mehr und mehr klar zu werden, wie toxisch sich der beständige Fokus auf das Spiel auf die psychische Gesundheit von Dr. B. auswirkt. Das wurde mit einer finalen Partie und einem großartigen Ende noch einmal bewiesen und hat den perfekten Schluss für diese kurze, aber turbulenten und gefühlsvolle Geschichte geliefert.

    SCHREIBSTIL

    Anfangs war der Schreibstil der Geschichte eine Herausforderung, da in einem recht anspruchsvollen Deutsch geschrieben wurde. Mit der Zeit konnte ich jedoch immer einfacher über die Seiten hinweg fliegen und der Lesefluss wurde auch nicht unterbrochen, da es eine fließende Geschichte ohne Kapitel ist.

    Fazit: Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der Schach mag, sich einmal an einen "Klassiker" herantrauen möchte oder etwas über eine ausgesprochen krasse Foltermethode lesen möchte.

  15. Cover des Buches Sansibar oder der letzte Grund (ISBN: 9783257600551)
    Alfred Andersch

    Sansibar oder der letzte Grund

     (323)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Also ich habe tatsächlich dieses Buch freiwillig gelesen und es war keine Schullektüre für mich. Um ehrlich zu sein, habe ich jedoch das Buch nur gekauft weil es 1. so schön aussieht und 2. runtergeschrieben auf 3 Euro war, da musste ich einfach zupacken. Anfangs habe ich wirklich nichts gecheckt, doch mit der Zeit bin ich reingekommen und ich fand es wirklich schön zum Lesen. Vorallem "der Junge" empfand ich als eine schöne Figur und ich konnte ihn mir bildlich vorstellen. Auch ansonsten gefiel mir die Geschichte, sie ist aber eigentlich so langweilig und es passiert fast nichts, trotzdem lies ich gerne weiter. Ich hatte auch meine Zeiten, wo ich nicht mehr lesen wollte und auch einfach keine Zeit hatte und es für eine längere Zeit weggelegt habe. Ich hätte mir gewünscht dass zwischen Judith und Gregor etwas mehr passiert wäre und dass er mit ihr mitgegangen wäre, das war wirklich sad. Das mit Knudsen und dem Jungen jedoch war sooo süss und herzerwärmend. Helanders Ende war Heldenhaft und Bewundernswert. Wieso das Buch "Sansibar oder der letzte Grund" heisst verstehe ich bis jetzt immernoch nicht ganz, aber irgendwie ist es egal. Das mit dem Klosterschüler, diese Figur, dass verstand ich auch bis am Schluss nicht. Ich musste dann im Internet rechachieren und dann konnte ich plötzlich alle Puzzleteile zusammensetzen. Ich würde es kein 2. mal lesen, aber die Erfahrung war es wert. Mein Ziel beim Lesen lag leider fertig zu lesen und nicht zu wünschen das es weiter geht...

  16. Cover des Buches Blutsbrüder (ISBN: 9783746630694)
    Ernst Haffner

    Blutsbrüder

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Angel10
    Der Roman erschien 1932, wurde 1933 verboten und öffentlich verbrannt. Ernst Haffner war Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Nach 1933 verliert sich seine Spur.

    2015 wurde das Buch wiederentdeckt,
    Geschildert werden Einzelschicksale vieler Jugendlicher, die aus Erziehungsanstalten ausreißen und auf den Straßen Berlins überleben.
    Für Leser, die Hans Falladas Romane mögen, ist es bestimmt interessant.
  17. Cover des Buches Irisches Tagebuch (ISBN: 9783423146043)
    Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch

     (209)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Heinrich Böll liebt Irland und in diesem, einem Reisebericht ähnlichen „Irischen Tagebuch“ wird es ganz deutlich. Er fährt durch die Landschaft, die unendlich grün, aber auch sehr verregnet ist, mehr Schafe als Einwohner hat und voll herzlicher Gastfreundschaft ist. Er lernt viele Menschen kennen,  alle Kinder sehen hübsch aus und sind höflich und nett.

    Böll ist zeitweise mit seiner Familie unterwegs im Zug und sein größtes Problem ist: Er kann sein Geld nicht tauschen. Doch die Iren sind Menschenfreunde und lassen ihn anschreiben – Heinrich Böll fährt auf Kredit durch dieses Land. Man erfährt Näheres zu den Problematiken durch die weit voneinander existierenden Ortschaften, oder auch nur Häuser, die Trinkgewohnheiten und die Geselligkeit. Ein Bericht, der Lust auf Irland macht, um dieses Land auf eigene Faust zu erkunden.

    In dieser Sonderausgabe von 2017 (es wurde eine Art Hardcover produziert) ist eine umfangreiche Biografie inkl. aller veröffentlichter Titel, Neuauflagen, Wiederauflagen, Adaptionen und Auszeichnungen enthalten. Der Autor war sehr produktiv beim Schreiben und hat sich immer wieder gesellschaftlich und politisch engagiert.

    Ein Buch, das auf keiner Irland-Reise fehlen sollte.

  18. Cover des Buches Das siebte Kreuz (ISBN: 9783746634692)
    Anna Seghers

    Das siebte Kreuz

     (220)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    >Das siebte Kreuz <, geschrieben von einer in Frankreich lebenden Emigrantin, spielt 1937 in Deutschland und erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus einem Konzentrationslager. Geschrieben von einer Kommunistin, ist es gleichwohl kein politisches Kampfbuch. Denn es kennt keine Aggressivität: Die Trauer der verjagten Autorin ist stärker als ihre Empörung. Nicht ein Rachegesang ist > Das siebte Kreuz<, sondern eine Elegie, nicht ein Buch des Hasses, sondern der Barmherzigkeit. Im Unterschied zu den meisten ihrer Romane verkündet Anna Seghers hier keine Philosophie, sie wirbt für keine Ideologie, sie deutet kein Programm an. Ihr ist nur noch die einzige Hoffnung geblieben: die Redlichkeit, die Rechtschaffenheit des Individuums. Im innersten gäbe es etwas, > was unangreifbar war und unverletzbar<. So überwinden die Menschen auf dem Fluchtweg jenes Mannes, auf den im Konzentrationslager das siebte Kreeuz wartet, ihre Angst und helfen dem Ausgestoßenen. Das poetische Meisterwerk ist zugleich ein Kriminalroman, doch mit ungekehrten Vorzeichen: Verbrecher in den Uniformen der SS und SA verfolgen einen Unschuldigen.

    > Marcel Reich – Ranicki <

    Aus sieben gekappten Platanen wurden im Konzentrationslager Westhofen Folterkreuze für sieben geflohene Häftlinge vorbereitet. Sechs der Männer müssen die Flucht mit dem Leben bezahlen. Das siebste Kreuz aber bleibt frei: Georg Heisler kann entkommen, er findet den Weg in die Freiheit. Sein langer, dramatischer Fluchtweg gleicht einem sezierenden Schnitt durch Schichten und Mentalitäten des nationalsozialistischenDeutschlands.

    Dieser Roman von Anna Seghers läßt uns Leser nach Beendigung des Buches in einem riesigen Vakuum, gefüllt mit Emphatie und Beklemmung, etwas mitgenommen zurück. Wir werden uns bewußt, dies war die Zeit bevor die ganze Welt Kopf stand. Das Übel brodelte schon massiv, der Gestank dieser braunen Kloake schwebte unheilvoll über das Land.

    Das siebte Kreuz, ist das antifaschistische Buch schlechthin und gehört zu Recht in den Kanon der Literatur. Es sollte als allgemeine Schullektüre integriert werden.

    Klare Leseempfehlung !


    “ Dieses Buch ist den toten und lebenden Antifaschisten Deutschlands gewidmet.“

    Anna Seghers

  19. Cover des Buches Ansichten eines Clowns (ISBN: 9783423191166)
    Heinrich Böll

    Ansichten eines Clowns

     (453)
    Aktuelle Rezension von: Dolores999

    Allein sprachlich und vom Figurenentwurf, von der Tiefe und Komplexität der Figur, her ist das Buch eine Wucht.
    Fasziniert hat mich auch die Kontroverse Katholizismus- Evang.- Atheismus/ Nichtkirchlich. Die Thematik spielt heute ja nur noch in sehr kleinen Kreisen eine Rolle, weil sie durch andere ersetzt wurde und ersetzt wird. In ein paar Jahren werden wir das Buch wohl als Parabel auf aktuelle quasi-religiöse und nicht minder unvereinbare Konflikte lesen.

  20. Cover des Buches Blick auf den Hafen (ISBN: 9783908777663)
    Elizabeth Taylor

    Blick auf den Hafen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Ein sehr eintöniges Leben bestimmt das Geschehen in dem vorliegenden Roman von Elizabeth Taylor. Es handelt sich bei ihr nicht um die berühmte amerikanische Schauspielerin sondern eine englische Autorin, die von 1912 bis zu ihrem Tod 1975 in Penn, Buckinghamshire gelebt hat. Nach sechs Jahren Krieg, von dessen Auswirkungen nichts zu spüren ist, lebt man ohne besondere Ereignisse in dem kleinen Hafenstädtchen Newby in England. Nachbarschaftlicher Klatsch und Tratsch beleben das ansonsten nichtige Leben der kleinen Hafengemeinde. Mrs. Tory ist geschieden und Beth, ihre beste Freundin, schreibt Romane. Letztere glaubt sich im Frieden mit Mann und Töchtern, doch ganz so einfach ist es nicht. Kaum spürbar spielen Intrigen, Eifersüchteleien und Missgunst in die privaten nachbarschaftlichen Beziehungen hinein. Robert, der ortsansässige Arzt und Ehemann von Beth, pflegt eine heimliche Liebschaft mit Tory. Beth ist zu sehr vertieft in das Schreiben ihrer Romane, als dass sie ahnt, was sich im Geheimen zwischen Robert und Tory abspielt. Selbst ihre Töchter Prudence und Stevie nimmt Beth in ihrer romanhaften Fantasiewelt kaum mehr wahr. Einige andere Figuren beleben das Bild dieser engen Gemeinschaft, in der man sich Abwechslung nur durch geheime Liebschaften und den Tratsch darüber aneignen kann. Gespräche drehen sich um Alltägliches: was man über diesen oder jenen denkt und wer sich mit wem trifft. Essen und Trinken, Krankheiten und nervöse Eitelkeiten beleben dieses absolut eintönige Leben. Ein älterer Bohemien, die Schriftstellerin Beth, ihr Mann Robert und seine Liebschaft mit der schönen Nachbarin bieten Gelegenheit, über das verborgene Leben mehr zu erfahren, als der äußere Schein verspricht. Die Charaktere sind in ihrer Eigenart gut gezeichnet. Ein Handelsstrang ist nur insofern erkennbar, als das Leben aller Figuren fortschreitet, und Veränderungen in aller Gemächlichkeit ihren Lauf nehmen. Die Autorin beschreibt mit feiner Beobachtungsgabe menschliche Lebensläufe, die jeder großen Aufregung entbehren und in den kleinlichen Dingen des Alltags hängenbleiben. Eine kleine aber feine Mittelklassegesellschaft spiegelt das Leben so, wie es ist. Poetisch fein ziseliert fehlt jedoch ein Spannungsbogen, der die Lektüre erst zu einem aufregenden Abenteuer machen könnte. Für den Leser gesellschaftlicher Anschauungslektüre einer bestimmten Zeitströmung ist die Wiederentdeckung der Autorin durch den Dörlemann Verlag ein Gewinn. Die Aufmachung ist wie immer in diesem Verlag von feiner und aufwendiger Machart.
  21. Cover des Buches Und sagte kein einziges Wort (ISBN: 9783462024609)
    Heinrich Böll

    Und sagte kein einziges Wort

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Tux
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    Böll prangert hier die „christlich geordnete“ Schein-Gesellschaft an und beschreibt den ewigen Drang des Menschen nach persönlichem Glück, dessen Erfüllung oft die Erwartungen von Kirche und Gesellschaft im Wege stehen. Die Zeit, in welcher der Roman spielt, sollte für den Leser keine Rolle spielen, denn immer noch sind nicht nur die menschlichen Wünsche und Gefühle, sondern auch die politischen Gegebenheiten die gleichen wie damals.

  22. Cover des Buches Das Kind von Noah (ISBN: 9783596511310)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Das Kind von Noah

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    "Das Kind von Noah" schildert auf knapp 140 Seiten sehr bewegend die Geschichte des kleinen 7-jährigen jüdischen Jungen Joseph, der in Brüssel in den 1940er Jahren sich von seiner Famile trennen und untertauchen muss.

    Joseph ist, wie ich es verstanden habe, ein fiktiver Charakter, dennoch wird seine Geschichte sehr bewegend beschrieben, sodass die Person Joseph für den Leser real wird.

    Die Perspektive des kleinen Jungen, der erst nach und nach versteht, was um ihn geschieht, gelingt dem Autor hervorragend.

    Alles in allem ein sehr lesenswerter Roman.
  23. Cover des Buches Jahrestage (ISBN: 9783518460597)
    Uwe Johnson

    Jahrestage

     (16)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Der Weg zurück (ISBN: 9783942656788)
    E.M. Remarque

    Der Weg zurück

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Diese Buch ist die Fortsetzung zu dem viel bekannteren Buch „Im Westen nichts Neues“. 

    Hier erzählt Erich Maria Remarque wie es der Handvoll Soldaten ergeht, die als Schüler auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs eingerückt und danach an Körper und Geist verletzt wieder in ihr privates Umfeld zurückkehren.  

    Nichts ist mehr wie vorher. Den jungen Männern, die desillusioniert und orientierungslos sind, schlägt statt der einstigen Kriegsbegeisterung nur noch Verachtung entgegen. Niemand hat ein offenes Ohr für ihre berechtigten Anliegen. So schweigen auch diejenigen, die ein wenig über die erlebten Kriegsgräuel reden wollten auch noch. 

    Dieser Roman wird aus Sicht von Ernst Birkholz geschrieben (Paul Bäumer ist ja in den letzten Kriegstagen gefallen). Auch Ernst hat große Probleme an das Leben vor dem Krieg anzuknüpfen. Seine Schulkollegen und er können/sollen das Abitur nachmachen. Doch angesichts der Traumata ist es kaum möglich, sich mit Latein, Altgriechisch oder mathematischen Formeln zu beschäftigen. 

    Als einer der der Heimkehrer wegen Mordes vor Gericht steht, wirft der Autor die (berechtigte) Frage auf, warum das Töten im Zivilleben anders bewertet werden soll, als das vielfache Töten als Soldat. Darauf weiß natürlich keiner eine Antwort.  

    Fazit: 

    Ein weiteres beeindruckendes Buch aus der Feder von Erich Maria Remarque, das zu Unrecht im Schatten von „Im Westen nichts Neues“ steht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.


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