Bücher mit dem Tag "nächstenliebe"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nächstenliebe" gekennzeichnet haben.

107 Bücher

  1. Cover des Buches Was man von hier aus sehen kann (ISBN: 9783755800736)
    Mariana Leky

    Was man von hier aus sehen kann

    (975)
    Aktuelle Rezension von: Martinchen

    Der Inhalt dieses wunderbaren warmherzigen und poetischen Romans dürfte inzwischen bekannt sein.

    Die Geschichte der Bewohner des kleinen Dorfes wird von Mariana Leky mit viel Humor erzählt. Dennoch oder gerade deswegen ist sie auch melancholisch. Die Protagonisten sind lebendig beschrieben und liebevoll gezeichnet. Das gilt vor allem für Luise, die hier als Ich-Erzählerin fungiert, und für Selma, deren Träume von einem Okapi einen bevorstehenden Tod vorhersagen. Aber auch alle anderen Charaktere sind unmittelbar vorstellbar. Das Umgehen mit Liebe, Verlust, Erwachsenwerden und Widerstände werden zu einem Ganzen verbunden, wobei vieles unausgesprochen bleibt.

    Fazit: warmherzig, poetisch, mitfühlend

  2. Cover des Buches Der Wal und das Ende der Welt (ISBN: 9783596523047)
    John Ironmonger

    Der Wal und das Ende der Welt

    (507)
    Aktuelle Rezension von: Ralph-Kerpa

    Ein wirklich schöner Roman, der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Eine Geschichte aus einer Zeit, in der die Welt unterzugehen scheint. 

    Eine Geschichte, die den meisten bekannt vorkommen dürfte. Eine Geschichte, in der der Zusammenhalt und die Zuversicht den Menschen die Hoffnung gibt, dass eben dies nicht passiert. Der Roman ist kurz vor der Corona Pandemie geschrieben worden, sehr schön geschrieben. 

    Ein lesenswertes Buch, das zum nachdenken anregt.

  3. Cover des Buches Louisa May Alcott, Little Women. Betty und ihre Schwestern - Erster und zweiter Teil. Schmuckausgabe mit Goldprägung (ISBN: 9783730612170)
    Louisa May Alcott

    Louisa May Alcott, Little Women. Betty und ihre Schwestern - Erster und zweiter Teil. Schmuckausgabe mit Goldprägung

    (322)
    Aktuelle Rezension von: miss_atticos

    Eine wunderschöne Schmuckausgabe, die wirklich durch ihr äußeres Erscheinungsbild glänzt und überzeugt. Mit dem Inhalt jedoch bin ich nicht warm geworden. Ich habe zwei Anläufe gestartet und immer sehr schnell den roten Faden verloren bzw. den roten Faden erst gar nicht gefunden. Ich konnte die Schwestern nicht auseinanderhalten und durch die vielen Details habe ich auch immer wieder die Lust am Weiterlesen verloren. Die kleine Schrift und die langen Kapitel haben ein flüssiges Lesen verhindert. Gut ein Drittel des Buches habe ich gelesen, vom Inhalt ist kaum etwas hängengeblieben. Daher erfolgte der Abbruch nach einem Drittel, der zweite Versuch scheiterte bei rund 50 Seiten. Ich kann für die Geschichte keine Empfehlung aussprechen, wenn überhaupt nur für Fans, die bereits die Geschichten der Schwestern kennen und lieben und sich eine Schmuckausgabe wünschen. 

  4. Cover des Buches Das Leben ist ein listiger Kater (ISBN: 9783423253765)
    Marie-Sabine Roger

    Das Leben ist ein listiger Kater

    (175)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Jean-Pierre ist in die Seine gefallen und liegt nun im Krankenhaus. Das gefällt ihm gar nicht und auch nicht, dass er sich nicht erinnern kann, warum er überhaupt in den Fluß geflogen ist. Er hat niemand der ihn besuchen könnte, aber sein Zimmer ist immer voll. Ein junges Mädchen kommt immer, weil er einen PC hat. Der Stricher der ihn gefunden hat kommt vorbei und auch der Polizist, der in der Sache ermittelt und eine Schwester. Jeder will was von ihm und er will so viel mehr vom Leben und von sich. Ich muss zugeben, dass ich das Buch  Das Labyrinth der Wörter  erst beim dritten Lesen gut fand. Hier ging es mir ähnlich, nur dass ich es immer noch nicht gut finde. Literatur ist Gott sei Dank immer Geschmacksache, aber ich habe keinen Zugang zu dieser Geschichte gefunden. Immer wieder dachte ich, ja, jetzt gehts los, aber dann dümpelte es doch weiter vor sich hin. Jean-Pierre ist eine nicht wirklich sympathische Hauptfigur und auch die anderen Figuren bleiben blass und nerven eher und wenn das menschliche kommt, hat man eigentlich schon keine Lust mehr. Vieles ist doch zu sehr gewollt und konstruiert. Mich hat das Buch leider nicht gepackt.


  5. Cover des Buches Zeit im Wind (ISBN: 9783641060169)
    Nicholas Sparks

    Zeit im Wind

    (1.094)
    Aktuelle Rezension von: dasEllie

    (Eventuell Spoiler!)

     

    Nicholas Sparks ist dafür bekannt, seinen Charakteren eine schwere Vergangenheit aufzubürden oder sie vom glücklichen, trauten Zusammensein in eine schwere Zukunft, mit großen Prüfungen zu führen.

    Leider konnte mich das Buch um die Geschichte von Landon und Jamie nicht so sehr fesseln, wie die Verfilmung. Und das will schon etwas heißen.

     

    Plot: Landon gehört zu den Reichen Bürgern von Beaufort, North Carolina. Die Noten ganz passabel, der Beliebtheitsgrad in der kleinen, einzigen High-School der Stadt vergleichsweise hoch. Wie vermutlich jeder 1958, besucht er brav jeden Sonntag den Gottesdienst in der Baptistenkirche, in der Hegbert Sullivan der Pfarrer ist.

    Über diesen machen Landon und seine Freunde sich schon seit Kindertagen lustig. Weil er alt ist und wegen seinen ausschweifenden Reden über Unzucht treibende.

    Dem gegenüber steht Hegberts Tochter Jamie. Die unbeliebte Jahrgangsbeste, die ständig mit ihrer Bibel herumrennt und komische Klamotten trägt. Sie ist ein sehr zuvorkommender, hilfsbereiter und nicht nachtragender Mensch. Warum sie in der Schule keine Freunde hat, muss auch Landon feststellen, weiß eigentlich keiner.

    Der Film ist zwar, im Nachgang betrachtet, nur eine lose Anlehnung an den Roman, allerdings vermittelt er den Inhalt besser, finde ich.

    Landons Gedanken und Gefühle, Jamies bezauberndes Wesen und die Art wie Landon mit seinem Lebensumschwung umgeht, wird in den circa anderthalb Stunden besser verdeutlicht als in dem 223-seitigen Roman.

    Für mich wirken die Ereignisse etwas zu erzwungen, ohne wirklichen Tiefgang, vorhersehbar und flach. Das Ende hätte es nicht gebraucht, um Landons Charakterentwicklung zu verdeutlichen.

     

    Charaktere: Mit den Charakteren bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Ich fand Landons Werteumschwung zu schnell heruntererzählt und mir fehlte es um ehrlich zu sein auch ein wenig nach Nachvollziehbarkeit.

    Jamie war durchgehend zu lieb und für mein Empfinden auch ein wenig zu Gottfixiert. In meinem Kopf war sie über alles Seiten hinweg entweder high oder auf Medikamenten, die einem alles egal werden lassen.

    Hegbert Sullivan, obwohl er mehr ein Nebencharakter war, hat mir gut gefallen. Mit ihm hatte ich am Ende auch am meisten Mitleid. Man könnte fast meinen, er wäre wirklich permanent vom Pech verfolgt.

     

    Setting: Der Roman spielt 1958 in einer Kleinstadt in North Carolina, die irgendwo zwischen Meer und einem großen Fluss liegt. Mal bekam ich beim Lesen den Eindruck, dass sie so klein ist, dass jeder jeden kennt. Mal erschien sie mir doch wieder so groß, dass das eben nicht der Fall war.

    Einen Bezug zu den späten Fünfzigern bekommt man leider auch nicht. Außer, dass sich die Freizeitgestaltung der jugendlichen etwas eintönig gestaltet. Die Jahresangabe hätte man aber auch getrost weglassen können. Sie hat der Geschichte nichts Außergewöhnliches verliehen.

    Ansonsten ist der Autor, meiner Meinung nach, sehr sparsam damit umgegangen, der Welt Leben einzuhauchen.

     

    Schreibstil: Aufgrund des Alters der Hauptcharaktere und der Thematik der ersten Liebe, würde ich den Roman eher dem Jugendbuchgenre zuordnen. Dafür war der Schreibstil gut. Keine komplizierten Wörter oder Schachtelsätze.

    Für alles andere war er mir persönlich leider etwas zu detailarm und holprig. Die Sprünge, die man teilweise zwischen den Absätzen gemacht hat, haben für mich an der ein oder anderen Stelle den Lesefluss etwas zerstört.

     

    Spaßfaktor: Das Buch habe ich in vier Tagen gelesen. Aber eher, um es schnell fertigzukriegen, nicht weil ich wirklich Spaß daran hatte.

     

    Fazit: Den Film habe ich bereits ein paar Mal gesehen und werde ihn mir definitiv auch noch ein paarmal ansehen. Das Buch werde ich wohl kein zweites Mal in die Hand nehmen. Es war was Nettes für zwischendurch, aber nicht mehr oder weniger.

    Wertung: ❁❁❁ von ❁❁❁❁❁

     

    Start: 1. März 2024 | Ende: 4.März 2024

  6. Cover des Buches Trümmerkind (ISBN: 9783426304921)
    Mechtild Borrmann

    Trümmerkind

    (296)
    Aktuelle Rezension von: Lesekatze22

    Mechthild Borrmann beschreibt in ihrem Roman "Trümmerkind" die spanndende Lebensgeschichte der Familien Dietz, Anquist u.a.

    3 Zeitstränge, die am Ende zusammengeführt werden. 

    Der Vater wird vermisst, der Sohn Hanno Dietz kämpft im Hamburg der Nachkiegszeit für seine Schwester und Mutter ums Überleben. Seine Mutter hält die Familie mit Schneiderarbeiten über Wasser.

    Es ist kalt und es fehlt an Nahrung, ja, eigentlich an allem. Auf einer "Räubertour" treffen Hanno und seine Schwester in der Nähe einer toten Frau auf einen Jungen.

    Im Köln der 90er Jahre begibt sich die junge Frau Anna Meerbaum, da ihr Mutter ein großes Geheimnis zu hüten scheint, auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. 

    Heinrich Anquist lebt mit seiner Familie in der Uckermark und verliert fast alles, als die Russen näher kommen. 

    Wer sind wir? Wo liegen unsere Wurzeln?

    Eine spannende Geschichte, eingehüllt in einen Kriminalfall.

    Man spürt recht schnell, welche Wendung die Geschichte nehmen könnte, doch die authentischen Beschreibungen lassen den Leser gebannt beim Lesen verweilen. 

  7. Cover des Buches Dein Leuchten (ISBN: 9783570312377)
    Jay Asher

    Dein Leuchten

    (448)
    Aktuelle Rezension von: CEMaDRo

    „Ich mag Caleb. Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, mag ich ihn noch mehr. Und das kann nur in einer Katastrophe enden.“ 

    Jedes Jahr reist Sierra mit ihren Eltern zur Weihnachtszeit nach Kalifornien, um auf der Familienplantage Weihnachtsbäume zu verkaufen, doch eine unerwartete Begegnung stellt ihr bisheriges Leben und ihre Gefühle auf den Kopf.

    Da ich bereits viel Gutes über Jay Asher gehört hatte und gleichzeitig auf der Suche nach einem Buch mit echten Weihnachts-Vibes war, fiel meine Wahl auf „Dein Leuchten“. Die Mischung aus Winteratmosphäre, Small-Town-Setting und Romance klang vielversprechend – leider konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen.

    Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Sierra erzählt. Normalerweise mag ich diese Erzählweise sehr, da sie Nähe zur Hauptfigur schafft. In diesem Fall hätte ich mir jedoch zusätzlich Einblicke in Calebs Gedanken und Gefühle gewünscht. 

    Leider zog sich das Buch für meinen Geschmack stellenweise sehr und wirkte an einigen Punkten eher langweilig. Das Tempo ließ nach, sodass die Spannung nicht durchgehend gehalten werden konnte.

    Positiv hervorzuheben ist jedoch die zentrale Message des Buches: Vergebung. Besonders gefallen hat mir die Message, dass man Menschen nicht ausschließlich über ihre Vergangenheit definieren sollte. Diese Botschaft ist wichtig, berührend und gerade für jüngere Leser sehr wertvoll.

    Insgesamt ist „Dein Leuchten“ eine ruhige Weihnachtsromance mit den Tropes Small Town und Forbidden Love, die sich vor allem für Leser ab etwa 13 Jahren eignet. Auch wenn das Buch meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat, überzeugt es zumindest durch seine schöne Botschaft und die winterliche Atmosphäre.

  8. Cover des Buches Die Farbe von Schneeflocken (ISBN: 9783846601884)
    Larissa Schira

    Die Farbe von Schneeflocken

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Dero

    Die Farbe von Schneeflocken ist ein klassischer winterlicher Young-Adult-Roman, der mit einer warmen Grundidee startet, unterwegs aber nicht ganz das einlöst, was er thematisch verspricht. Im Zentrum stehen Letti und Matteo, zwei Jugendliche, die in der Vorweihnachtszeit in einer Kinderklinik aushelfen sollen, um den kleinen Patient:innen ein schönes Fest zu ermöglichen. Allein dieses Setting bringt automatisch eine gewisse emotionale Schwere mit – und genau darin liegt sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Buches.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dabei hilft, die Beweggründe der Figuren nachzuvollziehen. Letti, die Weihnachten aus guten Gründen ablehnt, trifft auf den allzeit gut gelaunten Matteo, der mit Lichterketten, Christbäumen und Weihnachtsliedern gefühlt im Dauer-Adventsmodus lebt. Dieses Gegensätze-Prinzip ist vertraut, funktioniert anfangs auch ganz charmant und sorgt für einige süße, wenn auch recht vorhersehbare Momente.

    Leider bleibt es dabei oft an der Oberfläche. Sowohl die Liebesgeschichte als auch die Charakterentwicklung wirken stellenweise zu glatt und gleichzeitig unnötig dramatisch. Konflikte entstehen häufig aus fehlender Kommunikation, werden aufgebauscht und dann recht schnell – und etwas kitschig – wieder aufgelöst. Gerade hier hätte ich mir mehr Tiefe und weniger Teenie-Drama gewünscht. Besonders Lettis Reaktionen empfand ich mehrfach als überzogen, während Matteo wiederholt in dieselben Muster zurückfällt, ohne wirklich daraus zu lernen.

    Auch das eigentlich sehr starke Thema der Kinderklinik wird nur angerissen. Zwar ist die Botschaft – Dankbarkeit, Mitgefühl und der Wert kleiner Gesten – klar erkennbar, doch der Klinikalltag und die Schicksale der Kinder bleiben überraschend blass. Stattdessen liegt der Fokus stark auf Weihnachtsdeko, Wunschbaum und Geschenkaktionen, was zwar zur Stimmung passt, auf Dauer aber wenig Spannung trägt.

    Unterm Strich ist Die Farbe von Schneeflocken ein netter, leicht zu lesender Weihnachtsroman, der vor allem jüngere Leser:innen ansprechen dürfte. Die Grundidee ist schön, die Message zur Weihnachtszeit durchaus gelungen, doch Charaktere, Drama und Handlung bleiben zu oft oberflächlich und vorhersehbar. Für gemütliche Stunden im Advent okay. Allerdings ein Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

  9. Cover des Buches Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen (ISBN: 9783446284081)
    Kim Ho-yeon

    Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen

    (56)
    Aktuelle Rezension von: nessabo

    Ich habe schon einige Werke dieser Art gelesen und fand die qualitativen Unterschiede schon deutlich. Bei einigen der neueren Bücher ging es mir einfach oft zu sehr in eine spirituelle Richtung, die Figurentiefe und authentische Menschlichkeit vermissen ließ. Doch nicht so hier - Kim Ho-yeon hat einen geschickt konstruierten Roman geschrieben, der mich besonders durch seinen feinen Humor und die profilreichen Figuren beeindruckt hat.

    Besonders positiv bewerte ich die zentrale Figur Dok-go, da er als ehemaliger Obdachloser eine Gesellschaftsgruppe in den Fokus nimmt, die literarisch so ungefähr nie eine Rolle spielt. Ob die daran anknüpfende Inspirationsgeschichte den eigenen Geschmack trifft, muss jede Person für sich entscheiden. Ich bin da auch schnell abgeneigt, wenn es mir zu platt ist. Hier war das für mich nicht der Fall, denn auch wenn Dok-go sicherlich als Aufhänger für Inspiration dient, speist sich diese aus reiner Freundlichkeit und einem echten Schicksal, ohne dass er dabei wie ein Engel wirkt.

    Weiter gefestigt wird meine positive Bewertung durch die vielen Nebenfiguren, die jeweils ein eigenes Kapitel bekommen. Mir ist es in südkoreanischer, vietnamesischer oder japanischer Literatur oft begegnet, dass die Figuren sehr höflich und dadurch glatt wirken, was meinen Geschmack nicht so gut trifft. Ich mag kantige Charaktere, die verschiedene Emotionen nicht nur erleben, sondern auch zeigen. Und das hat Ho-yeon hier ganz lobenswert geschafft. Begeistert hat mich dabei besonders die Nebenfigur der Autorin, die der Handlung eine kurze Meta-Ebene hinzufügt.

    Dok-go selbst bekommt im letzten Kapitel noch einmal Raum und wir dürfen seine Vorgeschichte erfahren. Diese zeigt vor allem: Obdachlosigkeit kann alle treffen. Für diesen politischen Grundton, die angenehme Situationskomik, die charakterstarken Figuren und die humanistische Moral behalte ich die Geschichte in bester Erinnerung. Sie mag keine literarische Höchstleistung sein, aber in der Sparte warmherziger Inspirationsromane ist es wirklich einer der besten.

  10. Cover des Buches Schindlers Liste (ISBN: 9783570300046)
    Thomas Keneally

    Schindlers Liste

    (284)
    Aktuelle Rezension von: Cherubium

    Vorab: Ich kann jeden verstehen, dem es schwer fällt, Schindlers Liste komplett zu lesen.

    Denn Schindlers Liste list sich weniger wie ein Roman, sondern vielmehr wie ein Sachbuch, das in Romanform aufgearbeitet wird.

    Wer setzt sich schon hin, und liest einfach mal 300 Seiten im Brockhaus...

    Auch mir fiel es mitunter schwer, dran zu bleiben. Aber die in dem Buch geschilderten Hintergründe habe ich in dieser Form noch niemals irgendwo gesehen, gehört oder gelesen. Nicht in der Schule, nicht in unzähligen Dokus, nicht in der Verfilmung, nirgends.

    Das Buch erweitert den Horizont und öffnet einem auf schockierende Weise die Augen, was einem bis heute über die Schicksale der Juden nicht nur in Deutschland verschwiegen wird.

    Schindlers Liste ist ein historisches Manifest und Dokument.

    Mich hat, so schwer es auch wegen dem Inhalt und der Erzählweise zu lesen war, so viel wissen vermittelt und berührt, dass ich noch bevor ich das Buch zuende gelesen hatte, nach Krakau reisen musste, um die historischen Schauplältze vor Ort kennen zu lernen.

    Krakau ist durch und durch geprägt von seiner Geschichte und ich kann es nur jedem empfehlen, selbst diese Reise anzutreten.

    Das Buch, gerade weil es kein Vergnügen ist zu lesen, sollte in jeder höheren Jahrgangsstufe zur Pflichtlektüre werden.

  11. Cover des Buches Pflegers Diary (ISBN: 9783745919387)
    Metin Dogru

    Pflegers Diary

    (22)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Pflegers Diary

    Herausgeber ist Edition Michael Fischer / EMF Verlag und hat 224 Seiten.

    Kurzinhalt: Wenn Metin nach Feierabend mal wieder an seine Kühlschranktür klopft, weiß er, dass an diesem Tag sehr viele Patient*innen nach ihm gerufen haben – Er ist Krankenpfleger durch und durch, und ohne diese Leidenschaft geht das in seinen Augen auch gar nicht. Denn das kaputtgesparte Gesundheitssystem, der stressige Klinikalltag und die mangelnde Wertschätzung machen seinen Job zu einer Herausforderung.

    Doch die Patient*innen stehen immer an erster Stelle und das Team hält zusammen. Metin kennt sie alle: die kratzbürstige Schwester Rabiata, ihre Kollegin Uschi, die gute Seele der Station, oder die jungen Auszubildenden, die angesichts des täglichen Wahnsinns versuchen, nicht durchzudrehen. Sie alle entscheiden sich jeden Morgen aufs Neue dafür, ihrem Beruf mit Professionalität und Engagement nachzugehen.  

    In seinem ersten Buch erzählt Metin (@ metinlevindogru) von einem Berufsalltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung, von berührenden Schicksalen und urkomischen Momenten. Seine Geschichten machen deutlich, was schiefläuft, aber zeigen auch, warum Metin trotz allem nicht aufgibt – für uns alle.

    Meine Meinung: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Metin Degru auf den sozialen Medien ihn folge und ich finde, es hat Hand und Fuss , was er erzählt über die Pflege. Das Buch beschreibt die einzelnen Fazetten der pflege, mit denen wir täglich zu kämpfen haben , aber es zeigt auch von ihm die verschiedenen Gesichter, ob es nun Schwester Rabbiata ist ( die ich sehr gern habe, weil ich auch so in etwa bin) oder Schwester Uschi, jeder hat seine Berechtigung in der Pflege zu arbeiten. Ich finde ihn einfach sehr ehrlich und er beschreibt auch nicht nur die negativen seiten des pflegealltags, sondern auch die positiven. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich gut damit identifizieren, wenn man in der Pflege arbeitet. 

    Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Pflegealltag, der humorig und unterhaltsam geschrieben wurde. Ich werde ihn auf jeden fall weiter folgen und hoffe, dass er noch viele gute Jahre in der Pflege hat. Ich vergebe 5 Sterne und kann das Buch jedem empfehlen. 

  12. Cover des Buches Die Getriebenen (ISBN: 9783328114499)
    Robin Alexander

    Die Getriebenen

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Die Durchtriebenen, die Umtriebigen, die Herumtreibenden, die Angetriebenen: Hinter Merkels Flüchtlingspolitik mit dem Catch phrase "Wir schaffen das" herrschte erstaunlich viel Planlosigkeit, Belauern des politischen Gegners auf ganz hohem Niveau und erstaunlich viel Improvisation. Unglaublich, wie viele Zugeständnisse man dem Autokraten Recep Tayyip Erdogan für den EU-Türkei-Deal machen wollte, daß dieser sich zunächst prowestlich verhalten wollte und sogar den Ausgleich mit Israel anstrebte, spielt insofern keine Rolle. Getrieben und häufig rachsüchtig agiert hier fast jeder, ständig versucht einer, den anderen über den Tisch zu ziehen, und mit der Einführung des Sebastian Kurz macht bereits hier ein "Fähnlein im Wind" auf sich aufmerksam. Oder sind mit den "Getriebenen" vielleicht die flüchtenden Menschen gemeint, auf deren Rücken sich hier alles abspielt?

  13. Cover des Buches Der Himmel über den Menschen (ISBN: 9783741273759)
    Thomas Imre

    Der Himmel über den Menschen

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Birgit51

    Der Himmel über den Menschen von Thomas Imre wurde als philosophischer SF-Roman angekündigt. Es handelt sich um eine Ich-Erzählung über Umweltschutz, künstliche Intelligenz. Die Hauptperson ist ein Astrophysiker. Der Roman ist flüssig geschrieben konnte mich aber nicht vollends überzeugen, da ich nicht komplett nachvollziehen konnte, was der Autor ausdrücken wollte. 

    Daher vergebe ich hier 3 Sterne.

  14. Cover des Buches I love you, Fräulein Lena (ISBN: 9783328603122)
    Hanna Aden

    I love you, Fräulein Lena

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Leseraupe

    Zugegeben - der Titel hätte mich fast davon abgehalten dieses Buch zu kaufen, weil ich keinen Nachkriegsschmachtfetzen lesen wollte. Mein Vertrauen in den Penguin Verlag hat dann aber gesiegt, und ich wurde nicht enttäuscht.

    Völlig unkitschig las ich,  wie die beiden Minderjährigen, Lena und ihre Schwester Margot nach ihrer Vertreibung aus Pommern hunderte Kilometer weiter in einem kleinen Ort in Nordfriesland Fuß fassten und sich einlebten. Mir gefiel, dass sie die Hoffnung nie aufgegeben haben und sich selbst treu geblieben sind. Der Glaube an Gott und an das Gute, Anstand und ihre jeweilige Begabung begleiteten sie.

    Ganz besonders fand ich auch, wie die Autorin auf die einzelnen Charaktere der Dorfbewohner eingegangen ist. Wie empfanden sie ihre Lage nach dem Krieg? Woran hielten sie fest? Wer konnte loslassen und sich neu ausrichten? Da kamen viele negative Dinge zum Vorschein. Die Schuld, die man im Krieg auf sich geladen hatte, unbeugsamer Stolz, der Drang nach Macht, andere zu bevormunden oder selbst besser dazustehen, sexualisierte Gewalt, Schmerz über Verlust und Niederlage. Ich bin beeindruckt, wie psychologisch versiert Hanna Aden diese Themen in ihrem Roman behandelt.

    Zudem konnte ich einiges über das Nachkriegsdeutschland lernen, zum Beispiel, dass viele Deutsche keine Ahnung vom Ausmaß der Vernichtungslager hatten und die Besatzer massive Aufklärungsarbeit leisten, auch indem sie die Bevölkerung zwangen, sich Filmmaterial anzusehen.

    Ich habe diesen Roman sehr genossen und freue mich auf die Fortsetzung.


  15. Cover des Buches Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung (ISBN: 9783730615447)
    Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung

    (521)
    Aktuelle Rezension von: Jacky_liest

    Eine Weihnachtsgeschichte erzählt den weltbekannten Klassiker rund um Ebenezer Scrooge in einer neu übersetzten, kindgerechten und zugleich zeitlosen Form, die Herz und Seele berührt. Die Geschichte des alten Geizhalses, der Weihnachten verachtet und nur Geld und Leistung kennt, entfaltet sich erneut als emotionale Reise voller Erkenntnisse, Hoffnung und Menschlichkeit.

    Am Heiligen Abend wird Scrooge von den Geistern der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht besucht. Sie zeigen ihm, was war, was ist und was sein könnte und führen ihm schmerzhaft, aber notwendig vor Augen, wie einsam, kalt und leer sein Leben geworden ist. Schritt für Schritt erkennt Scrooge den wahren Wert von Mitgefühl, Freundlichkeit und Gemeinschaft und begreift, dass es nie zu spät ist, sein Leben zu ändern.

    So bekannt diese Geschichte auch ist, sie hat nichts von ihrer Kraft verloren. Der Text liest sich flüssig, leicht und überraschend humorvoll.

    Herzerwärmend, berührend, humorvoll und zeitlos. Eine Weihnachtsgeschichte ist nicht nur ein Klassiker, sondern eine der schönsten und wichtigsten Weihnachtserzählungen überhaupt. In dieser Ausgabe entfaltet sie ihre volle Magie und erinnert uns daran, worauf es im Leben wirklich ankommt, besonders zur Weihnachtszeit.

  16. Cover des Buches Winterträume in Virgin River (ISBN: 9783956490743)
    Robyn Carr

    Winterträume in Virgin River

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwal

    Becca ist über ihren alten Freund hinweg- sagt sie zumindest. Und trotzdem fährt sie mit ihrem Bruder auf einen Jagdausflug, wo auch ihr Ex dabei ist- und erzählt ihrem jetzigen Freund nichts davon. Und kaum sieht sie ihn wieder, beginnt sie vergangene Entscheidungen zu überdenken...

    Das Buch hat mir an sich recht gut gefallen, jedoch war es teilweise etwas vorhersehbar. Zusätzlich waren die Charaktere recht oberflächlich und ihre Entscheidungen ebenfalls vorhersehbar. Trotzdem kann man das Buch gut zwischendrin lesen.    

  17. Cover des Buches Herbstglühen am Liliensee (ISBN: 9783986950767)
    Elisabeth Büchle

    Herbstglühen am Liliensee

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Wir befinden uns im Schwarzwald im Jahr 1966 am schönen Liliensee. Nach ihrem abgeschlossenen Lehramtsstudium kehrt die junge Bärbel wieder in ihren Heimatort Vierbrücken zurück und ist entschlossen den Grundschulkindern eine gute Lehrerin zu sein, anders als es früher war. Doch ein traumatisches Ereignis aus ihrer Kindheit, dass sie für immer mit einer großen Narbe im Gesicht gezeichnet hat, wirkt sich bis heute auf ihr Selbstbewusstsein aus. Bärbel fühlt sich unsicher und leidet unter Angst- und Panikattacken, die sich nach einem Vorfall bei einem Schulausflug noch verstärken. Dazu kommt noch, dass auch ihre heimliche Jugendliebe Ralf, der im Tal nun als Veterinär arbeitet,  wieder in seinen Heimatort zurückgekehrt ist und alle verdrängten und verschütteten Gefühle in Bärbel wieder ans Licht kommen und angeschaut werden wollen. Doch Bärbel kann sich nicht vorstellen, dass sie jemand lieben könnte, so entstellt, wie sie sich fühlt. Ebenso steht sie in einem großen Gewissenskonflikt, denn damals war es üblich, dass Lehrerinnen vertraglich sichern mussten, nicht zu heiraten um ganz für ihren Beruf da zu sein.

    Ralf hingegen sieht Bärbel ins Herz, so wie sie ist mit all ihren liebenswerten und positiven Eigenschaften. Er steht einer enormen Herausforderung gegenüber Bärbel zu helfen, ihre Ängste und ihre Minderwertigkeitskomplexe loszulassen. Bei einem gemeinsamen Ausflug in den Wald, geschickt von Großvater Johann eingefädelt, kommen sie mitten in ein schweres Gewitter hinein, dass eine flächendeckende Überschwemmung nach sich zieht und so müssen Bärbel und Ralf in einer Hütte einige Tage warten bis sich das Wasser wieder zurückgezogen hat. Nun haben sie genug Zeit um über alles in Ruhe zu reden und auch mit Gott ins Gespräch zu kommen, denn er ist der Einzige, der dem Menschen ins Herz sieht und dem das Aussehen egal ist, der auch der Einzige ist, der Schuld vergeben und falsche Schuldgefühle aufdecken und einen Neuanfang ermöglichen kann, wenn wir ihm unser Herz öffnen. Für was eine Überschwemmung doch manchmal gut sein kann...

    Elisabeth Büchle hat in diesem letzten und vierten Band, der auch gut unabhängig gelesen werden kann, eine so schöne und authentische Geschichte geschrieben, in der sich wahrscheinlich der eine oder andere Leser wiederfinden könnte. Mir hat dieser Ausflug in die 1960er Jahre sehr gut gefallen, auch wieder mit den charmanten Nebendarstellern wie Charlotte, die versucht ihre Söhne zu verkuppeln und damit mit Johann konkurriert, der diesmal einen ganz guten Riecher hatte, dank seiner regelmäßigen Gespräche mit oben und diese Verwicklungen waren einfach wieder sehr witzig und es wird nicht mein letztes Buch aus dieser Reihe sein.

  18. Cover des Buches Der Weihnachtsapfel (ISBN: 9783960871316)
    Nadin Hardwiger

    Der Weihnachtsapfel

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Manuela_Prien


    Es gab eine Zeit, als sich Wünsche noch in Wirklichkeiten verwandelten, da erwuchs inmitten der frostklaren Heiligen Nacht eine Freundschaft, süß wie Honig und klar wie Quellwasser.


    Eine sehr arme Familie bekommt an Weihnachten besuch von einem alten Mann mit Bart und rotem Mantel. Sie essen mit ihm zusammen und bieten ihm für eine kurze Zeit Wärme.


    Eine märchenhafte Kurzgeschichte,die zeigt,dass Wünsche sich irgendwann erfüllen,wenn man nur an sie glaubt.


    Sehr schön finde ich das Rezept am Ende.

    Von mir eine klare Leseempfehlung, gerade zu Weihnachten!

  19. Cover des Buches Juli verteilt das Glück und findet die Liebe (ISBN: 9783453422537)
    Tanja Kokoska

    Juli verteilt das Glück und findet die Liebe

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Buechervorhersage

    Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen und ich war gespannt, was mich erwartet. Juli Mahlo hat einen sehr speziellen Charakter, der nicht dem Mainstream entspricht. Sie lebt zurückgezogen in der antik möblierten Wohnung ihrer Eltern, sie hat viele Ängste, sammelt Staub und beobachtet Menschen. Teilweise wirkt sie sehr speziell, andererseits mag ich Charaktere, die nicht dem Standard der Gesellschaft entsprechen, sondern dazu stehen, wer und wie sie sind und ich konnte mich auch in ihr wiederfinden. Der Schreibstil unterstreicht noch ihren besonderen Charakter, denn auch der ist nicht Mainstream und hat mich anfangs irritiert, doch im Laufe der Geschichte habe ich gemerkt, dass es genau das richtige Stilmittel ist, um diese Geschichte wirken zu lassen. Man begleitet Juli dabei, wie sie langsam ihr Schneckenhaus verlässt, über sich hinaus wächst, auf Menschen zu geht, diesen zuhört und sie unterstützt. Die Schicksale dieser Menschen sind düsterer als es der Klappentext vermuten lässt, doch es sind wichtige Botschaften, die einen zum Nachdenken bringen. Juli zeigt, dass sie ein Gespür für Menschen hat und lernt aus den Begegnungen gleichzeitig auch ihr eigenes Leben zu hinterfragen und zu ändern. Diese Geschichte enthält schöne und nachdenkliche Botschaften, die nach dem Lesen nachhallen.

  20. Cover des Buches Der letzte Zug nach Istanbul (ISBN: 9781503948556)
    Ayşe Kulin

    Der letzte Zug nach Istanbul

    (8)
    Aktuelle Rezension von: kapitelschlag

    Ayşe Kulin erzählt in *Der letzte Zug nach Istanbul* eine außergewöhnliche Geschichte über Mut, Liebe und Menschlichkeit vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Im Zentrum steht die junge Türkin Selva, Tochter einer angesehenen muslimischen Familie, die sich gegen den Willen ihrer Eltern in den jüdischen Arzt Rafael verliebt und ihn heiratet. Das Paar flieht aus Istanbul ins von Nazis besetzte Frankreich, wo es schon bald um das eigene Überleben kämpfen muss.

    Während Europa im Krieg versinkt, startet eine waghalsige Rettungsmission der türkischen Regierung: Ein geheimer Zug soll jüdische Bürger mit türkischer Staatsangehörigkeit aus Frankreich zurück in die neutrale Türkei bringen. Diese auf wahren historischen Begebenheiten beruhende Rettungsaktion bildet das dramatische Herzstück des Romans. 

    Ayşe Kulin schreibt klar, flüssig und emotional zugänglich. Ihr Stil ist eher ruhig und beobachtend, dabei aber nie distanziert. Sie legt großen Wert auf historische Genauigkeit, ohne den Roman zu überfrachten – die historischen Ereignisse dienen als Kulisse für eine zutiefst menschliche Geschichte. Kulin gelingt es, verschiedene Perspektiven miteinander zu verweben: Die persönlichen Schicksale ihrer Figuren, diplomatische Hinterzimmerpolitik und die drohende Gewalt des Nazi-Regimes.

    Die Charaktere sind fein gezeichnet. Es wird spürbar, wie Zivilcourage und Menschlichkeit auch in dunklen Zeiten Hoffnung schenken können.

    Der Roman basiert auf realen diplomatischen Bemühungen der Türkei im Zweiten Weltkrieg. Die Türkei war neutral, versuchte jedoch, ihre jüdischen Bürger aus dem besetzten Europa zu retten – ein wenig bekannter Aspekt der Geschichte, den Kulin mit Respekt und Detailkenntnis beleuchtet. Besonders interessant ist der Blick auf die Rolle der Türkei im internationalen Machtgefüge jener Zeit – eine selten thematisierte Perspektive in der Holocaust-Literatur.

    *Der letzte Zug nach Istanbul* ist ein bewegender, historisch fundierter Roman über Liebe, Mut und Menschlichkeit in einer Zeit des Schreckens. Ayşe Kulin beleuchtet einen oft vergessenen Teil der Geschichte und bringt dem Leser die Rolle der Türkei im Zweiten Weltkrieg auf eindrucksvolle Weise näher. Für Fans von intelligenten historischen Romanen mit Herz und Haltung ist dieses Buch eine klare Empfehlung.🫶⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️




  21. Cover des Buches Himmeldonnerglöckchen (ISBN: 9783744800686)
    Jasmin Zipperling

    Himmeldonnerglöckchen

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Maikes_Privatbibliothek

    Osterhase wird man nicht mal eben so. Das erfordert viel Übung! Hopsis Schwester Hoppeline bringt den jungen Nachwuchshasen bei, wie es geht. Man darf sie nicht sehen, nichts von ihnen hören und gute Verstecke für die Eier sind auch nicht unwichtig.

    Hopsi ist anders als die anderen Hasen. Und was passiert oft, wenn man anders ist? Man wird verspottet. So geht es auch der kleinen Häsin. Sie spürt, der ganze Zauber ist eigentlich nichts für sie. Doch sie kennt auch keine Alternative. Zumindest noch nicht. Denn plötzlich taucht Elf Michi auf und erzählt von einem Fest namens Weihnachten.

    Etwas unfreiwillig landet sie in der Weihnachtswerkstatt, ist dann aber sehr neugierig und auch talentiert. Etwas unrealistisch fand ich dabei nur, dass sie einige Dinge, die sie gerade zum ersten Mal sieht, direkt beherrscht. Viel mehr mochte ich die Episoden, wo sie Hilfe benötigt oder erst etwas lernt. Aber es ist ein kurzes Kinderbuch. Irgendwo muss man in der Erzählung raffen. Viel wichtiger ist die kindgerechte Sprache. Und die haben wir wirklich schön umgesetzt. Die Flüche von Wichtel Michi sind einfach nur putzig und sehr weihnachtlich. Zickiger Zuckerguss, pampiger Puderzucker, Marzipanmatsch... und natürlich Himmeldonnerglöckchen! Da kommt schon eine menge Spaß auf.

    Hopsi erlebt in der kurzen Zeit wirklich einiges und findet viele neue Freunde. Hier darf sie sein, wie sie möchte und jeder freut sich, dass sie gern bei allem, was anfällt, hilft. Backen, Holzspielzeug herstellen, den Weihnachtsbaum schmücken... unser kleiner Hase sieht sich auch die Glasbläserei an. 

    Doch etwas stimmt nicht im Weihnachtswunderland. Immer wieder verschwinden die Kekse aus der Weihnachtsbäckerei. Die Engel und Wichtel sind nicht nur ratlos, sondern zunehmend auch entkräftet. So kann das nicht weiter gehen. Wer ist der gemeine Plätzchendieb? Hopsi legt sich auf die Lauer und hier zeigt sich: Sie ist bei den Hasen doch in eine gute Schule gegangen.

    Ob Hopsi eine Weihnachtshäsin werden darf, was der Weihnachtsmann und die anderen Hasen dazu sagen und wer Himmeldonnerglöckchen nochmal der Keksdieb ist? Das müsst ihr selber nachlesen. Am Ende des Buches erwartet euch noch ein leckeres Rezept für eure eigene Weihnachtsbackstube. Viel Vergnügen mit diesem zuckersüßen Buch!

  22. Cover des Buches Die Liebe in diesen Zeiten (ISBN: 9783423217545)
    Chris Cleave

    Die Liebe in diesen Zeiten

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Universum_der_Woerter

    Der Roman beginnnt im Jahr 1939 und geht bis ins Jahr 1941. In dieser Zeit lernt man ein paar Protagonisten kennen. Jeder hat jeweils seine eigene Kapitel und seine eigenen Ansichten welche den Krieg betrifft. Die Leser/innen erleben den Krieg also aus verschiedenen Blickwinkel. 

    Da gibt es Mary, jung naiv und voller Tatendrang die sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet und als Aushilfslehrerin in einer Schule landet. 

    Tom der eine Art Schulleiter ist und sich zu Mary hingezogen fühlt und sich schlecht fühlt weil er nicht an der Front ist.

    Alistair, der beste Freund von Tom, meldet sich freiwillig und bekommt den Krieg hautnah mit.

    HIlda die beste Freundin von Mary.....ist einfach da

    und Zachary ein Schüler von Mary der es aufgrund seiner Hautfarbe nicht leicht hat. 

    Um all diese Personen dreht es sich in diesem Roman. Als ich den Klappentext las, habe ich etwas ganz anderes erwartet. Ich bin der Meinung dass dieser Klappentext einen etwas fehl leitet. Ja, es werden ein paar Briefe ausgetauscht aber ich fand sie weder romantisch noch emotional noch witzig. Und auch fehlte mir zwischen den Protagonisten die Emotionen. Egal in welcher Konstellationen die Paare waren. Mir fehlte es einfach an Tiefgang und ich konnte die Situationen einfach nicht greifen. Auch den Bezug zu den Charakteren fand ich leider nicht. Auch der Titel "Die Liebe in diesen Zeiten" passt meiner Meinung nach nicht. Denn von Liebe egal auf welche Art, habe ich nicht wirklich was heraus lesen können. 

    ABER wenn ich jetzt mal nicht an den Buchtitel oder den Klappentext denke, dann steckt da schon eine lesenswerte Geschichte dahinter. Es spielt mitten im zweiten Weltkrieg und die oben gennanten Protagonisten kämpfen um ihr überleben. Der Autor lässt die Bomben niederregen dass es mir als Leserin schon mulmig wurde. Es werden Situationen beschrieben die verstörend wirken. Der Krieg wird in diesem Buch beschrieben wie er nun mal ist, brutal, unfair, dreckig. Und das finde ich gut. Es wird nichts verschönigt, nichts verharmlost die Protagonisten bekommen alle Facetten des Krieges zu spüren. Besonders spannend und interessant fand ich das Leben von Alistair dem Soldaten. 

    Auch wenn mich das Buch nicht so begeistert hat, kann ich es trotzdem empfehlen. Aber mit dem Hinweis, dass in dieser Geschichte keine romantische Liebesgeschichte zu finden ist.

  23. Cover des Buches Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch (Rico und Oskar 4) (ISBN: 9783551320162)
    Andreas Steinhöfel

    Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch (Rico und Oskar 4)

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Favole

    Rico und Oskar habe ich entdeckt als meine Große den 1. Band in der 5. Klasse im Unterricht hatte. Das fand ich erst mal ziemlich cool. (Ich selbst hatte vor fast 30 Jahren Ronja Räubertochter dran und fand es doof - nun ja, das sehe ich inzwischen auch anders. 🤭) Ich durfte mit ihr zusammen lesen und es hat mich so gepackt, dass ich nach und nach die ganze Reihe lese. Mit Band 4 wollte ich - jahreszeitenbedingt - gern bis zum Winter warten und hätte es jetzt fast verpasst. Zum Glück hab ich es grad noch rechtzeitig beim Stöbern in der Bibliothek wieder entdeckt. 

    Eigentlich geht es hier gerade mal um einen Tag, weniger eigentlich. Es gibt allerdings drei kurze Sommerrückblenden, die ein paar mehr Tage umfassen. Wie immer geht es um Rico und Oskar, um ihre Familien, aber auch um (neue) Freundschaften, Diebstahl, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Und ja, irgendwie auch um Weihnachtswunder. 

    Das allein wäre schon eine herzerwärmende Geschichte. Ricos Tiefbegabtheit, mit der er die Welt doch ein weniger anders sieht, dem Leser manches (neu) erklärt, macht das Ganze aber zu etwas Besonderem - gerade auch, weil er die Welt manchmal mehr mit dem Herzen und weniger mit dem Kopf sieht. 

    Dazu gibt es wieder vereinzelte, aber ganz wunderbare Illustrationen von Peter Schössow, die besondere Momente wirklich gut einfangen. 

    Ja, es ist ein Kinderbuch, aber ich als Erwachsene habe wirklich eine Menge Spaß dran gehabt. Ich musste lachen und weinen, habe mich mitgefreut und mitgeärgert. Nur eins war dieses Buch nicht: langweilig. 

    Und weil Ricos Sicht der Dinge eben fast schon einzigartig ist, hier noch eine universell gültige Weisheit von ihm: "..., aber Angst zu zweit ist besser als Angst allein. Man kommt sich dann immerhin ein bisschen beschützter vor, oder doch wenigstens nicht so ganz allein auf er Speisekarte für das schnelle Vieh mit der schwarzen Haut." (S. 127f, über einen Ausflug in den Keller)

  24. Cover des Buches Fata Morgana (ISBN: 9783455650556)
    Agatha Christie

    Fata Morgana

    (170)
    Aktuelle Rezension von: koechl

    "Fata Morgana" ist der 6. Teil der Miss Marple Reihe und wie immer habe ich mich sehr auf diesen Band gefreut. Miss Marple besucht hier eine alte Freundin, auf deren Landsitz auch eine Erziehungsanstalt für jugendliche Straftäter untergebracht ist. Dieses Setting ist für mich Fluch und Segen zu gleich. Zum einen finde ich es als Handlungsort eine mega Idee, leider leider leider wird daraus aber überhaupt nichts gemacht. Das hat mich wirklich sehr enttäuscht.

    Wie immer hat man viele Charaktere, die man sich irgendwie merken muss und wie immer fiel mir das gar nicht so leicht. Der Fall an sich war aber schon unterhaltsam und ich bin mal wieder so überhaupt nicht auf die Lösung des Ganzen gekommen.

    Für mich war "Fata Morgana" ein unterhaltsames Buch, im Vergleich mit vorherigen Bänden dieser Reihe aber eher durchschnittlich.

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