Bücher mit dem Tag "naher osten"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "naher osten" gekennzeichnet haben.

209 Bücher

  1. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Nil00

    Der Roman behandelt ein sehr wichtiges Thema, welches in der westlichen Welt totgeschwiegen wird. Während dem Lesen fühlt man sich so, als wäre man mittendrin dabei.

  2. Cover des Buches Das Jesus-Video (ISBN: 9783404170357)
    Andreas Eschbach

    Das Jesus-Video

     (763)
    Aktuelle Rezension von: Elchdame

    Ich bewerte hier das Hörbuch, das ich leider nicht eintragen kann. Gelesen habe ich das Buch nicht, aber mehrfach gehört.

    Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder. 

    Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in einem Grab aus etwa dem Jahr 30 n.Ch. die Bedienungsanleitung für eine Sony Videokamera. Natürlich fragt er sich, was das Ganze zu bedeuten hat. Nach einigen Überlegungen kommt er zu dem Schluss, dass es sich bei dem Skelett in dem Grab um einen Zeitreisenden aus der Zukunft handeln muss, denn wie sich herausstellt, wird die Kamera, zu der die Bedienungsanleitung gehört, in frühestens drei Jahren auf den Markt kommen.

    Doch was hat es zu bedeuten, dass die Bedienungsanleitung in dem Grab lag? Er kommt zu dem Schluss, dass irgendwo in Israel die Kamera versteckt sein muss. Und dass der Zeitreisende vor 2000 Jahren nur ein Motiv zum Ziel gehabt haben kann: Jesus Christus.

    Zum selben Schluss kommt auch John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung, der nach dem Fund an der Ausgrabungsstelle auftaucht und Experten zu Rate zieht, die mit ihren jeweiligen Fähigkeiten dazu beitragen sollen, das Versteck dieser Videokamera zu finden.

    Zwischen Stephen Foxx samt seinen Freunden Judith und Yehoshua Menez auf der einen Seite und dem Multimillionär John Kaun auf der anderen Seite entbrennt ein atemberaubender Wettlauf, in dessen Verlauf sich der Vatikan einschaltet, ein abgeschiedenes, fast vergessenes Kloster mit einer handvoll Mönchen und schließlich auch das israelische Militär eine Rolle spielen.

    Die Charaktere werden in diesem Buch sehr glaubhaft dargestellt und ich kann sie mir lebhaft vorstellen. Es wird zudem eine gute Spannung aufgebaut. Gelesen wird das Buch von Matthias Koeberlin sehr ansprechend und mitreißend. Er ist großartig!

    Schließlich das Resümee, welches Stephen Foxx aus den ganzen Ereignissen zieht – ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Aber ich finde das Resümee auch als gläubiger Christ als Gewinn. Auch wenn ich es nicht eins zu eins bejahen würde und mir das Geschenk der Vergebung fehlt, ist es doch für mich nachvollziehbar und ansprechend.

    Ich kann dieses Hörbuch wirklich von ganzem Herzen empfehlen – auch gegenüber der gekürzten Version, die ich zwar auch schon mehrfach gehört habe, der aber einfach einiges fehlt. Denn die Kürzungen sind zum Teil doch recht erheblich. Lasst Euch auf die unglaubliche Geschichte ein und verfolgt selbst den spannenden Wettbewerb, das ist meine Empfehlung.

  3. Cover des Buches AMANI - Rebellin des Sandes (ISBN: 9783570311936)
    Alwyn Hamilton

    AMANI - Rebellin des Sandes

     (255)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    Amani will einfach nur weg aus dem trostlosen Dustwalk. Da sie für ihre Flucht aus dieser Einöde Geld benötigt nimmt sie vermummt an einem nächtlichen Schießwettbewerb teil. Dort geht nicht nur alles schief sondern ihr läuft auch ein sonderbaren Fremder über den Weg. Dieser wird von der Armee des Sultans als Verräter gesucht und er ist Amanis beste Chance endlich aus Dustwalk zu verschwinden. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit schon einmal innerhalb eines Tages gelesen und die Geschichte damals regelrecht inhaliert. Aus diesem Grund habe ich mich auch zu einem Reread entschieden und es nicht bereut. Wie auch beim ersten Lesen konnte mich die Autorin schnell fesseln und ich konnte mich wunderbar in die Geschichte fallen lassen. Die geschaffene Welt ist toll dargestellt und ich konnte mir zuerst Dustwalk aber auch die späteren Settings sehr gut vorstellen. Die Idee der Welt und auch das Einflechten des magischen hat mir hier sehr gut gefallen. Die Handlung baut sich beständig auf und so steigt auch der Spannungsbogen. Der Autorin ist eine gute Mischung aus actionreichen und ruhigeren Szenen gelungen ohne dabei Längen zu erzeugen. Die Entwicklung der Handlung war spannend und oft unerwartet. Ich habe regelmäßig mit Amani gezittert und gelacht. Die Charaktere gefallen mir ebenfalls sehr gut. Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht um hier einen Überblick über die Familienverhältnisse und freundschaftlichen Beziehungen zu bekommen, das war im Verlauf der Geschichte dann aber kein Problem mehr. Amani gefällt mir als Protagonistin sehr gut. Ich mag ihre taffe Art aber auch ihre immer wieder auftauchende Verletzlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren in der Geschichte haben mir gut gefallen. Ich konnte sie mir gut vorstellen. Sie waren logisch aufgebaut und ihre Entscheidung waren nachvollziehbar. Insgesamt war diese Geschichte auch beim zweiten Lesen wieder ein Highlight für mich.

  4. Cover des Buches Never Say Anything (ISBN: 9783406688928)
    Michael Lüders

    Never Say Anything

     (60)
    Aktuelle Rezension von: schillerbuch

    Schon wenn Ihr die Anfangbuchstaben des Titels aneinanderreiht, bekommt Ihr eine Ahnung in welche Richtung dieser Thriller geht.

    Im Mittelpunkt dieses packenden Thrillers steht die Journalistin Sophie Schelling. Was wie eine normale Dienstreise nach Marokko beginnt, mutiert schnell zu einem wahren Alptraum: Das kleine marokkanische Dorf in der Wüste nahe zur algerischen Grenze, in dem sie recherchiert, wird zum Ziel eines Überfalls von amerikanischen Kampfhubschraubern, den Sophie als Einzige mehr zufällig überlebt. Zurück in Deutschland stellt Sophie überrascht fest, daß der Überfall in der gesamten Weltöffentlichkeit  Al-Qaida in die Schuhe geschoben wird. Ihr erster Artikel erscheint noch als neutraler Erfahrungsbereicht, aber als ihr eine CD in die Hände gespielt wird, auf der die Originalfilmaufnahmen des Überfalls aus der Pilotenkanzel eines derKampfhubschrauber zu sehen sind, muss sie sich entscheiden: Will sie schweigen oder möchte sie die ganze Wahrheit bekannt machen und so den Opfern Gerechtigkeit widerfahren lassen?

    Michael Lüders ist Journalist und Orientalist. Sein Buch „Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet“ stand 2015 wochenlang ganz oben auf der Bestellerliste. In seinem Roman tut er das, was er als Journalist nicht kann: Er verknüpft Tatsachen, die wahrscheinlich möglich, aber nicht eindeutig zu beweisen sind, mit einer spannenden Handlung. Mit seiner Hauptfigur Sophie tauchen wir nicht nur tief ein in das dreckige Geschäft amerikanischer Geheimdienste, sondern erleben gleichzeitig den Konflikt mit, in dem Journalisten und Redaktionen heute oft stehen mögen: Worüber berichten wir und in welcher Form, welchen Beweisen können wir trauen, wie vertrauenswürdig sind in einer digitalisierten Welt die Quellen.

    Sophie muss sich letztendlich entscheiden: Will sie die Wahrheit vollständig ans Licht bringen und dies mit großer Wahrscheinlichkeit mit ihrem Leben bezahlen oder beugt sie sich dem Druck dem sie ausgesetzt wird und verzichtet auf die Berichterstattung, die sie für richtig hält. Auf dem Weg zu dieser Entscheidung begleiten wir sie atemlos.

    Spannende, erkenntnisreiche Lektüre, die mich nicht so schnell losgelassen hat!

  5. Cover des Buches Herzsammler (Ein Fabian-Risk-Krimi 2) (ISBN: 9783548613147)
    Stefan Ahnhem

    Herzsammler (Ein Fabian-Risk-Krimi 2)

     (181)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Fabian Risk, angesehener Ermittler bei der Stockholmer Polizei, ist mit seinen Eheproblemen beschäftigt, das ständige Auf und Ab in seiner Beziehung kostet ihn viel Kraft. Und dennoch muss er den Fokus auf einen politisch äußerst brisanten Fall lenken: Der Justizminister ist nach einer Sitzung im Parlament nicht zu Hause angekommen und gilt seitdem als vermisst. Risk, dem eigentlich strenges Stillschweigen auferlegt wurde, muss die eine oder andere Grenze überschreiten, um den Fall zu lösen…


    Fabian Risk kennt der geneigte Leser bereits aus „Und morgen du“ aus der Feder von Stefan Anhem, mit „Herzsammler“ hat er den zweiten Band der Reihe vorgelegt – und dieser ist zeitlich vor dem anderen Fall angesiedelt. Sicherlich macht das für die eigentlichen Ermittlungen keinen sonderlich großen Unterschied, in der Entwicklung des Privatlebens des Ermittlers und in Bezug auf einige polizeiinterne Angelegenheiten bringt das aber eine interessante Note mit ein. Vieles ergibt nun einen engeren Sinn, zumal es mir viel Spaß gemacht hat, dass näher auf einige Hintergründe eingegangen wird und viele Zusammenhänge klarer sind. Das Privatleben von Risk nimmt stellenweise etwas zu viel Raum ein, die Streitereien mit seiner Frau sind aber treffend und vielseitig dargestellt. Die Darstellung der Charaktere ist sehr gut gelungen, man bekommt einen offenen Eindruck von ihnen und kann Beziehungen mit ihnen aufbauen – insbesondere da Fabian Risk ein recht bodenständiger und normaler Typ ist, der mal ganz ohne psychischen Knacks auskommt.


    Die Handlung ist in zwei verschiedene Stränge aufgeteilt, neben dem Verschwinden des schwedischen Justizministers wird auch der Mord an einer jungen Frau im dänischen Kopenhagen erzählt, in dem die engagierte Polizistin Dunja Hougaard ermittelt. Dem Leser ist natürlich klar, dass es einen Zusammenhang gibt, doch wie sich dieser gestaltet, ist lange Zeit unklar, die Verflechtungen werden aber sehr gekonnt zusammengeführt. Diese dynamische Erzählweise mit seinen recht kurzen Kapiteln und den schnellen Wechseln wird durch Einblicke in die Psyche eines Täters ergänzt, der mit seinen Gewaltfantasien und -beschreibungen schockiert. Das ist schon hart an der Grenze geschrieben und sicherlich nichts für schwache Nerven, durch die Themenwahl bekommt der Roman aber auch eine Schärfe verliehen, die die Spannung merklich erhöht.


    „Herzsammler“ lässt sich auch gut vor dem eigentlichen ersten Teil der Reihe um Fabian Risk lesen und erzählt einen früheren Fall des Ermittlers, der spannend, dynamisch und ziemlich heftig erzählt wurde. Da wird mit Leser wie Charakteren nicht gerade zimperlich umgegangen, was für eine düstere Faszination und viele spannende Momente sowie eine markante Entwicklung der Geschichte sorgt. Heftig, aber auch lesenswert!

  6. Cover des Buches Das Tor (ISBN: 9783453320468)
    Basma Abdel Aziz

    Das Tor

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Die ägyptische Autorin Basma Abdel Aziz entwirft mit "Das Tor" eine Dystopie, die in einem postrevolutionären arabischen Land spielt. Seit der Niederschlagung von Aufständen sind alle Bürger*innen der staatlichen Willkür ausgesetzt, für alles braucht es eine Genehmigung und die gibt es nur am Tor. Die Warteschlange dort ist aber lang, und ob das Tor jemals wieder öffnen wird, weiß auch niemand so wirklich. In diesem Setting begleiten wir Menschen wie Yahya, der  in der Warteschlange darauf hofft, eine lebensnotwendige Operation genehmigt zu bekommen.

    Die Situation ist geprägt von Ungewissheit, religiöse Figuren nutzen Unsicherheiten aus, staatliche Institutionen versuchen, zu vertuschen, Gesetze werden ständig geändert, es dominiert die Willkür - und das endlose, monatelange Warten. Die Autorin überspitzt und bleibt dabei doch erschreckend nah an der Realität, ihr Humor blieb mir so manches Mal im Halse stecken. Die meisten Figuren bleiben über weite Strecken auf Distanz zu den Leser*innen, was ich aber als absolut passend empfand, denn letztlich sind es nur Beispiele für die vielen individuellen Schicksale, die in einem autoritären Staat der Obrigkeit unterworfen sind.

    Mit seinen knapp 300 Seiten ist das Buch schnell gelesen, aber es bleibt im Kopf und arbeitet nach. Viele Anspielungen bleiben subtil, andere sind provokant und klar. Ich bin ziemlich beeindruckt, wie viel Inhalt in diesem Buch steckt. Und damit meine ich gerade nicht, dass ein Plottwist den nächsten jagt. Denn wie gesagt: Im Zentrum des Buchs stehen die Menschen, die in der langen Schlange warten, warten, warten.

    Definitiv ein Lesetipp.

  7. Cover des Buches Ein Lied für die Vermissten (ISBN: 9783827013651)
    Pierre Jarawan

    Ein Lied für die Vermissten

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    «Schon ein Sandkorn genügt, um eine große Geschichte daraus zu machen.»


    15 Jahre dauerte der Bürgerkrieg im Libanon. Schätzungsweise 17.000 Menschen gelten seitdem als vermisst. Pierre Jarawan sagt: «Diese Zahl ist so abstrakt, dass sie bei uns nichts anderes als Verwunderung wird auslösen können. Aber wenn ich es Ihnen als Geschichte erzähle und dann auch noch als eine Geschichte, die sich leicht lesen lässt, auch unterhaltsam, mit Rätseln und Wendungen, dann bringe ich Ihnen das Thema näher, als wenn es hermetischer geschrieben wäre. Und wie beiläufig werden diese Zahlen zu Geschichten und zu Menschen.»


    «Unser Land ist ein Haus mit vielen Zimmern. In einigen Räumen wohnen die, die sich an nichts erinnern wollen. In anderen hausen die, die nicht vergessen können. Und oben wohnen immer die Mörder.»


    Und genau darum geht es. Eine Erzählung voller Geschichten. Amin ist bei seiner Großmutter in Deutschland aufgewachsen. Seine Eltern waren bei einem Autounfall im Libanon verstorben. Die Großmutter war in Kriegszeiten mit dem Kleinkind nach Deutschland geflüchtet, kehrt mit dem nun Jugendlichen 1994 in den Libanon zurück. Amin freundet sich mit dem einäugigen Jafar an und die beiden verzapfen einigen Blödsinn, erarbeiten sich Taschengeld, indem sie uralte Dinge für wenig Geld einkaufen, sie auf dem Flohmarkt weiterverscherbeln, indem sie erzählen, sie hätten diese angeblichen Schätze von einem Onkel aus Kanada geerbt, erfinden Geschichten über die wertvollen Gegenstände. Während des «Arabischen Frühlings» schreibt Amir seine Erinnerungen auf. Der Libanon bleibt Amin zunächst ein Rätsel. Er ist Libanese, er spricht die Sprache, aber irgendwie ist er es doch nicht. Denn er ist behütet in Deutschland aufgewachsen, hat diesen Krieg nicht erlebt. Beirut, die Heimat, ist zunächst fremd, ebenso seine Menschen. Um den Jungen herum herrscht Schweigen über Vergangenes. Die strikte Teilung der Stadt in Ost- und Westlibanon ist aufgehoben, doch in den Köpfen der Menschen bleiben Grenzen weiter gezogen. In Deutschland hatte die Großmutter nie ein Wort über den Libanon verloren, Amin weiß nicht viel über seine Familie. Doch zurück in Beirut fängt die Oma sich an zu öffnen. Amin erfährt, sie war damals Künstlerin, hatte viel Ausstellungen und sie besaß ein Café. Sie beginnt wieder zu malen, eröffnet ein Café. Ein Neuanfang, der an die alten Wurzeln anknüpft. Und gleich wird die alte Frau wegen ihrer neuen Bilder bedroht. Amir versteht es nicht. Vorsichtig verpackt klagt sie an – die Menschen, die wissen, was sie mit diesen Bildern ausdrücken will, wollen das nicht sehen, mächtige Leute. Amir glaubte, seine Großmutter zu kennen und auf einmal scheint er nicht mehr zu wissen, wer sie wirklich ist. Darum begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit, nach der wahren Geschichte seiner Familie, seiner Eltern und die der anderen; der Vermissten. Er begreift die Struktur dieses Landes, das schon immer in der Hand mehrerer mächtiger Familien lag, die es heute regieren – die nicht aufarbeiten wollen, was damals geschah.


    Pierre Jarawan beherrscht die Kunst des Schreibens, die arabische Art zu erzählen. Poetisch verpackt, mit viel Humor, lebendig und atmosphärisch präsentiert, umhüllt er die Sprachlosigkeit der Libanesen in eine Erzählung. Kurze Begegnungen und kleine Geschichten werden zu einem Ganzen miteinander verwoben, mit Düften und dem Licht von Beirut, vom Leben der unterschiedlichen Kulturen hinterlegt. Geheimnisse, Freundschaft, Liebe, Verrat, der Stoff, der einen guten Roman ausmacht. Aber manchmal neigt der Autor zum weit Ausschweifenden. Hier geht es um Verdrängung. Verdrängung nach Kriegszeiten, nach Katastrophen, eine ganz normale psychologische Taktik des Menschen, weiterleben zu können. Auch das Nachkriegsdeutschland war von Verdrängung geprägt und es hat lange Zeit gebraucht, bis sich der ein oder andere geöffnet hat – viele haben ihr Wissen mit ins Grab genommen. Unbeteiligte, nachfolgende Generationen arbeiten die Geschichte auf. Der inhaltliche Der Dreh- und Angelpunkt sind hier die über siebzehntausend Vermissten, die während des Bürgerkriegs, (1975 – 1990, bei dem es knapp 100 000 Tote zu zählen gab) im Libanon verschleppt worden, und ihr Schicksal ist größtenteils unklar. Nachfolgende Generationen erwarten Antworten auf ihre Fragen, doch bis heute weigert sich die heutige Führung, eine neutrale Aufarbeitung der Geschehnisse anzugehen; weil sie selbst darin verstrickt ist. Um diesen Unwillen, die Geschehnisse der eigenen Landesgeschichte aufzuarbeiten, geht es Pierre Jarawan in diesem Roman. 


    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/ein-lied-fur-die-vermissten-von-pierre.html



  8. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.119)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Zu meinem Erschrecken gibt es inzwischen Literatur, die lästiges Recherchieren zu Lessings Drama "Nathan der Weise" ersparen und weniger Zeit zur Vorbereitung kosten soll.

    In Anbetracht solcher Worte und da ich seit einundzwanzig Jahren in der Lessingstraße wohne, wird es Zeit, dass ich dem hervorragenden Dichter und Denker ein Denkmal setze.

    Das Buch "Nathan der Weise" habe ich zwei Mal gelesen und mir fünf Inszenierungen auf der Bühne angesehen, wobei mir die des Poetenpacks am besten gefallen hat.

    Wie viel mehr das 1779 erschienende Ideendrama beinhaltet als die Frage, welcher Ring (Religion) der richtige sei, wird deutlich, wenn man das Werk in seinen Kontext einordnet.

    Ein Streit mit dem der lutherischen Orthodoxie angehörenden Theologen Johann Melchior Goeze führte nicht nur zu elf Erwiderungen Lessings mit dem Titel "Anti-Goeze" (1778), sondern auch zur Entstehung der Figur des Patriarchen im Drama, welcher als Antagonist Nathans und Saladins als christlicher Fanatiker dargestellt wird.

    Wenn man sich Lessings religionsphilosophisches Hauptwerk "Die Erziehung des Menschengeschlechts" (1780) anschaut, tritt seine deistische Auffassung noch mehr hervor und zeigt die Intoleranz des für seine Religionstoleranz berühmten Aufklärers gegenüber dem Theismus noch deutlicher.

    Der rational denkende Nathan schärft seiner Ziehtochter, Recha, in Anbetracht ihrer Rettung aus dem Feuer ein, nicht an das Wirken von Schutzengeln zu glauben.

    Ebenso sei die Begnadigung des Tempelritters durch Saladin ein Zufall, möchte der Autor dem Leser glauben machen.

    Nach Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie sagte der Neurologe John-Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin 2008: "Unsere Entscheidungen sind, lange bevor unser Bewusstsein ins Spiel kommt, unbewusst vorherbestimmt. Anscheinend trifft das Gehirn die Entscheidung vor der Person."

    Wenn es nach der Aufklärung keine Wunder (mehr) gibt, woher hatte dann Gotthold Ephraim Lessing die Ideen für sein Ideendrama? Der Verstand kann ähnlich wie ein Computer nur das wiedergeben, womit er mittels Erfahrung gefüttert wurde. Werden Computer demnächst von sich sagen: "Ich denke, also bin ich", so wie es Descartes irrtümlicherweise getan hat? Waren Lessings Ideen Zufall so wie die Rettung Rechas und des Tempelritters? Ein Zufall ist, wenn einem etwas zufällt. Von wo fällt es denn? Laut Grawitationsgesetz kann es ja nur von oben fallen.
    Schon Platon wusste lange vor Lessing, dass Ideen als eigenständige Entitäten existieren und dem Bereich der sinnlich wahrnehmbaren Objekte ontologisch übergeordnet sind.

    Ohne Lessings Drama "Nathan der Weise" wären meine kritischen Gedanken zu seinem Werk nicht entstanden. Deshalb möchte ich ihn durch folgendes Gedicht ehren.

    Nathan der Weise

    Nathan der Weise
    Spricht leise
    Oder schweigt
    Seiner Tochter zugeneigt
    Seine Vermutungen
    Abwägungen
    Dass seine Ziehtochter
    Viel gemochter
    Die Schwester sei
    Und damit nicht frei
    Für den Tempelritter
    Bitter

     Vera Seidl 

     

  9. Cover des Buches Die Mission des Kreuzritters (ISBN: 9783785727591)
    Ulf Schiewe

    Die Mission des Kreuzritters

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Dieser neue historische Roman ist Teil der Familie Montalban-Reihe, die mit „Der Bastard von Tolosa“ seinen Anfang nimmt und mit „Die Comtessa“ und „Die Hure Babylon“ als die Teile 3 und 4 seine weitere Fortsetzung findet. 

    Dieser Roman spielt im Jahr 1129 zur Zeit der Kreuzzüge, und die eigenwillige Tochter Baudouin II., Melisende, soll verheiratet werden. Doch das widerstrebt ihr gehörig und so flieht sie kurzerhand zu ihrer Schwester Alice nach Antiochia. Doch das dies alles andere als ein Spaziergang wird muss Melisende als bald feststellen. Um die zu allem bereite Tochter gesund nach Hause zu bringen, beauftragt Baudouin II. seinen treu ergebenen Tempelritter Raol de Montalban mit dieser Aufgabe. Und wie sich diese Reise zum ungewollten Abenteuer entwickelt, das müsst ihr schon selber lesen – es lohnt sich wirklich. Denn neben der ereignisreichen Reise von Melisende und Raol, beeindruckt der Roman durch seine detailreichen und atmosphärisch dichten Eindrücke von Land und Leuten und so wird das Mittelalter sehr bildgewaltig zum Leben erweckt. Eine Vielzahl von Handlungsorten und Charakteren bekommt der Leser sehr überzeugend präsentiert. Aber auch Schilderungen von Schlachten und politischen Verhandlungen sind in die Handlung eingebunden. Hier merkt man, wie akribisch Ulf Schiewe sich mit der Thematik Kreuzzüge auseinandergesetzt hat um den fiktiven Romanteilen historisch Verbrieftes an die Seite zu geben. Und genau dieses Zusammenspiel prägt die Handlung und gibt ihr gleichzeitig eine überzeugende Basis. 

    Fazit: „Die Mission des Kreuzritters“ ist ein Mittelalter-Abenteuer-Roman, der mit starken Charakteren, einer spannenden, teils historisch belegten Handlung und einem mitreißenden Schreib- und Erzählstil bei mir punkten konnte. Mich hat Teil 2 der Montalban-Reihe wirklich sehr gut unterhalten und deshalb vergebe ich auch gern 5 von 5 Sterne.

  10. Cover des Buches Die Geschichte der schweigenden Frauen (ISBN: 9783946503941)
    Bina Shah

    Die Geschichte der schweigenden Frauen

     (71)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Es herrscht ein autoritäres Regime in der Zukunft der asiatischen Mega-Metropole Green City. Das Leben der Bewohner wird bis ins Privateste kontrolliert. Weil es zu wenig Frauen gibt, müssen sie mehrere Männer haben, um möglichst viele Kinder zu gebären. Doch die Frauen der Panah, die im Untergrund leben, möchten sich diesem Zwang nicht beugen. Sie verbringen ihre Nächte mit hochgestellten Männern, nur um ihnen Nähe zu geben und gute Gespräche zu führen. Berührungen ohne Sex ist die Bedingung von Lin für ihre Frauen, die Zuflucht in der Panah fanden. Bis eines Morgens ihr Liebling Sabine ohnmächtig vor dem Haus eines Klienten zusammenbricht.
    Die pakistanische Schriftstellerin hat eine gute, poetische Geschichte geschrieben, die, wenngleich sie auf der Welle von "Report der Magd" mitschwimmt, gut umgesetzt ist.

  11. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783499268885)
    Joakim Zander

    Der Schwimmer

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Der Klappentext dieses Buches hat mir leider falsche Hoffnungen gemacht. Ich habe einen Agententhriller erwartet, aber einen Polit-/Wirtschaftsthriller bekommen. Diese Art von Buch ist nicht mein Fall, daher werde ich auch nicht weiter auf das Buch eingehen. Wer gerne einen Polit-/Wirtschaftsthriller liest, für den ist dieses Buch, meines Erachtens, gut geeignet.

    Trotz allem ist der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Auch die 3 Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten spielen sind super ausgearbeitet und haben die Spannung aufgebaut.

  12. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596296958)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (187)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Mit dem Roman Breaking News begibt sich Frank Schätzing in das Genre des Polit-Thrillers. Sein Thema: die Geschichte des Staates Israel beginnend in der Zeit des britischen Protektorates für Palästina bis in die beginnenden 10er Jahre des 21. Jahrhunderts. Ein gewaltiges Thema und entsprechend komplex. Vorher kommt der Hass und die Unvereinbarkeit von Israelis und Palästinensern, welche Fehler sind gemacht worden und warum war bis dato je Bemühung für einen dauerhaften Frieden zum Scheitern verurteilt. 

    Schätzing verwebt historische belegte Ereignisse mit der Lebensgeschichte zweier befreundeter Familien, die es in den frühen 1920er nach Palästina verschlägt. Über die Elterngeneration und deren Kinder und Enkeln zieht sich der gespannte Bogen. Logisch, dass es bei diesem Unterfangen immer wieder Längen gibt. 

    Die Hauptperson ist Tom Hagen, ein deutscher Journalist, der nach einer missglückten Aktion in Afghanistan in Misskredit geraten ist. Da spielt ihm ein befreundeter Fotoreporter einen Kontakt zu einem Verkauf von CDs, die Materials den israelischen Inlandsgeheimdienst enthalten sollen. Hagen sieht seine Chance gekommen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch das Material erweist sich als nur bedingt interessant. Um seine Redaktion zufriedenzustellen, erfindet Hagen ein Komplott gegen einen israelischen Spitzenpolitiker. Hagens Lüge erweist sich als nur allzu wahr und so gerät er und alle seine Kontakte in Lebensgefahr.

    Fazit:

    Vielleicht nicht der beste Roman aus der Feder von Frank Schätzing, aber auf jeden Fall lesenswert. 

    Historisch sehr informativ, streckenweise extrem spannend, gute Charaktere, eine hochbrisante Geschichte um politische Attentate und die Welt der Geheimdienst - passt.


  13. Cover des Buches Die Bibel nach Biff (ISBN: 9783442312948)
    Christopher Moore

    Die Bibel nach Biff

     (789)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Die Geschichte des jungen Jesus, der auf dem Wege ist, der Messias zu werden. Doch wie wird man Messias? Diese Frage stellt sich Joshua und sein bester Freund Biff und zusammen erleben sie ein herrlich schräges Abenteuer, quer durch die damals bekannte Welt, an historischen und weniger historischen Orten, erleben wundersame Abenteuer, treffen auf mysteriöse Magier, verschwiegene Mönche, durchgeknallte Obdachlose und schizophrene Jünger. Während die gesamte Geschichte auf eine durchaus humorvolle und an einigen Stellen wirklich amüsante Komik erzählt wird, ist der philosophische, religiöse Teil durchaus nicht zu unterschätzen: Das Hintergrundwissen des Autors über die verschiedenen damaligen Religionen ist umfangreich und wird geschickt in eine doch eher humorvolle Handlung eingebunden. Mich selbst hat sowohl der Witz und die Art des Autors, seine Figuren denken und handeln zu lassen sehr positiv angesprochen, als auch der wenn auch oberflächlige Einblick in die religiöse Welt der damaligen Zeit. 

     Kurzweilig, merkwürdig aber sehr sehr amüsant!

  14. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

     (114)
    Aktuelle Rezension von: monerl

    (4,5 Sterne)

    Meine Meinung
    Ich habe dieses Buch schon sehr viele Jahre ungelesen in meinen Regalen. Aufgrund der derzeitigen desaströsen Situation in Afghanistan, ausgelöst durch den schnellen Abzug der USA, Deutschland und anderen Staaten, hatte ich das Bedürfnis noch mehr über Afhanistan, die afghanischen Bevölkerung und vor allem die afghanischen Frauen zu erfahren! Denn gerade Letztere sind von der erneuten Übernahme des Landes durch die Taliban am meisten betroffen.

    In ihrem vor 20 Jahren erstveröffentlichten Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur zum Weinen“ hat die Autorin eine Biografie über eine afghanische Frau, Shirin-Gol, geschrieben, die in ihrer Kindheit bereits den Einmarsch der Russen in Afghanistan erlebt hat und bis zum Ende des Buches, irgendwann im Jahre 2001, nur Flucht, Hunger und Entbehrungen gekannt hat. Und doch hat sie und haben auch andere Menschen immer noch Hoffnung auf ein neues und besseres Leben in Zukunft.

    „An diesem Nachmittag wissen Shirin-Gol und Azadine noch nichts von dem, was wenig später in ihrer Heimat geschehen wird. Die Ärztinnen, die Landwirtin, die Biologin, die Lehrerinnen, die Ingenieurin, die Krankenschwestern, die Frauen, die lesen können, die Frauen, die nicht lesen können, die Frauen, die sich in Azadines Haus versammelt haben, wissen noch nicht, dass in weniger als einem Jahr die Amerikaner und Europäer ihnen im Kampf gegen die Taleban endlich zu Hilfe kommen werden. An diesem Nachmittag glauben die Frauen zum soundsovielten Mal voller Hoffnung, die ihnen niemand nehmen kann, an eine bessere Zukunft. An diesem Nachmittag wissen sie noch nichts von den vielen Freunden, die sie im fernen Amerika und Europa haben. Sie wissen noch nicht, dass Bekämpfung von Terrorismus nur mit Bomben und Raketen möglich ist.
    Die Frauen wissen an diesem Nachmittag noch nicht, dass bald wieder Bomben auf sie, auf Kabul, auf alle anderen Städte, auf ihr Land geworfen werden.
    An diesem Nachmittag wissen sie nicht, dass die Amerikaner zu ihrer Befreiung kommen werden.“ (Buch, S. 295)

    Es ist sehr bitter, aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen, 20 Jahre später, dass dieser letzte Satz aus obigem Zitat sich von einer Sekunde auf die andere in Luft aufgelöst hat! Am 16. August 2021 haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Sie sind in Kabul einmaschiert, nachdem die USA und auch Deutschland ihre Truppen wieder aus dem Land zurückziehen. Sie geben Afghanistan auf! Zwanzig Jahre lang konnte das Land sich langsam wandeln, nach vorne entwickeln. Frauenrechte wurden auf den Weg gebracht, Frauen konnten wieder in Ruhe studieren (40% der Studierenden sind Frauen gewesen), arbeiten, eine Schulbildung genießen, Künstlerinnen werden, lachen, tanzen und sich auch ohne Koopftuch auf die Straße trauen.

    Die derzeitigen Nachrichten sind niederschmetternd! Menschen fliehen vor der erneuten Herrschaft der Taliban! Die einen, weil sie nicht mehr in einem Land ohne Freiheit, Menschen- und Frauenrechte leben wollen, die anderen, weil sie mit den westlichen Mächten zusammengearbeitet haben und somit potentiell gefährdet sind. Die Taliban haben Namenslisten von diesen Menschen angefertigt, suchen sie, werden sie wahrscheinlich foltern und umbringen.

    Shrin-Gol ist 1979, als die Russen in Afghanistan einmarschieren und sie die ersten Raketen hört, ungefähr 5 Jahre alt. Heute ist Shirin-Gol, falls sie noch lebt, eine Frau von fast 50 Jahren, die wieder die Herrschaft der Taliban erleben muss und die sich vielleicht auch wieder auf eine Flucht begeben wird.

    Shirin-Gol hat einige Kriege erlebt und hat über 20 Jahre ihres Lebens in der Fremde und auf der Flucht gelebt.

    „Wo ist der Unerschied zwischen Heimat und Fremde?, fragen Nafass, Nabi, Navid, Nassim wieder und wieder, bekommen weder von Shirin-Gol noch von Morad eine Antwort. Die vielen Länder, Städte, Berge, Täler, Dörfer, in denen sie gelebt haben, die sie durchquert haben, die sie wieder verlassen mussten, der Sand, die Wüste, die Berge, das ist alles viel zu viel, viel zu groß für die kleinen Seelen der Kinder, die von Mal zu Mal zerbrechlicher, unsicherer, verängstigter werden. Was ist ein Land?, fragen sie. Was bedeutet Heimat? Wo ist mein Zuhause? Was ist eine Grenze? Wo ist sie?“ (Buch, S. 240)

    Die Autorin Siba Shakib zeigt überaus deutlich, was Shirin-Gols Kinder, alle afghanischen Kinder in all den Jahren durchmachen mussten. Sie wachsen ohne ein längerfristiges und richtiges Dach über dem Kopf auf, erleiden Hungerperioden, Verluste von Träumen und einer Zukunft.

    Shirin-Gol versucht zu überleben, sich und ihre Kinder durchzubringen. Sie ist mental stärker als ihr Mann Morad, der sich und sein Unglück versucht mit Opium zu betäuben. In einem Flüchtlingslager im Irak wird sie von Polizisten vergewaltigt und muss auch ihren Körper verkaufen, um an Geld zu kommen und trauert ihrer Vergangenheit nach, als sie als junges Mädchen unter der russischen Herrschaft verpflichtet wurde in die Schule zu gehen. Shirin-Gol ist eine der wenigen Frauen, die lesen und schreiben können. Sie wollte einmal Ärztin werden, doch dann verließen die Russen wieder Afghanistan und der Bürgerkrieg begann.

    Shirin-Gols Leben ist voller Verluste, die sie in ihrem jungen Leben ertragen musste. Ihre älteste Tochter verliert sie an einen jungen Taliban, in den diese sich verliebt hat. Gegen die Liebe gibt es keine Medizin, so stimmt sie nach langer Gegenwehr der Hochzeit zu. Ihren ältesten Sohn verliert sie im Iran, der nicht wieder mit seiner Familie zurück nach Afghanistan will, nachdem der Iran seine Gastfreundschaft zu den geflüchteten Afghanen beendete. Sie verlor ihren Mann Morad an das Opium, das ihn abhängig, schwach und krank gemacht hat. Sie verlor Brüder und Schwestern im Krieg der Mujahedin und doch verlor sie nie die Kraft, immer wieder von vorne anzufangen!

    Siba Shakib zeichnet über das Leben von Shirin-Gol die traurige Vergangenheit Afghanistans. Ein Land, das seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen durfte und wohl auch sehr lange nicht zur Ruhe kommen wird.

    „Wir hatten einen König, der von seinem eigenen Schwager, der die Dinge besser machen wollte, abgesetzt wurde. Die Engländer wollten die Dinge in unserem Land besser machen. Die Russen sind gekommen und wollten uns wer weiß wovor retten. Die Amerikaner haben die Mujahedin mit Waffen beliefert und ausgebildet, wieder um wer weiß was zu ändern und damit alles besser wird. Die Mujahedin führen überall Krieg, für einen besseren Islam. Irgendwelche Kommandanten schießen auf andere Kommandanten, weil sie das Beste für uns wollen. In Kandahar, im Süden unserer Heimat, ist eine neue Bewegung aufgetaucht, die sich Taleban nennt und für einen bessseren Islam kämpft.“ (Buch, S. 162)

    Fazit
    Ein sehr aufschlussreiches und informatives Buch, das sehr ausführlich über die Menschen in Afghanistan berichtet und was sie alles erleben mussten. Die Biografie von Shirin-Gol schmerzt von Seite zu Seite mehr, denn diese Frau hat in ihren noch nicht einmal 30 Jahren mehr erlitten und Schlimmes erlebt, dass es in mehr als zig traurige Leben passen könnte.
    Dies ist leider gerade heute wieder ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn ich mit dem Schreibstil nicht ganz so zufrieden war.

  15. Cover des Buches Das andere Tier (ISBN: 9783746630946)
    Taavi Soininvaara

    Das andere Tier

     (21)
    Aktuelle Rezension von: blackmarket
    Hallo zusammen,
    auch wenn dies andere Verlage in Deutschland genauso praktizieren - im Fall der Ratamo-Reihe möchte ich exemplarisch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der deutschen Reihenfolge von Serien stellen, die nichts mit der ursprünglichen Idee des Autors bzw. der Reihenfolge im Ursprungsland zu tun haben. 

    Auch auf hier auf "loveleybooks" wird die Reihe gemäß der deutschen Veröffentlichung angegeben. Fakt ist aber: Wer "Das andere Tier" gelesen hat und die Ratamo-Bände zuvor verfolgt hat, wird nur sehr schwer den Faden vom (deutschen) Vorgängerbuch "Der Finne" aufnehmen können. Welcher Unfall? Welche Schwangerschaft? Im Finnischen liegen zwischen "Der Finne", original von 2006, und dem hier aktuellen "Das andere Tier" zwei weitere Ratamo-Titel, die bisher nicht übersetzt wurden. Auch die anderen veröffentlichten Bücher stimmen in Deutschland nicht mit der ursprünglichen Reihenfolge überein. 

    Ebenso verwunderlich: In "Der Finne" ist Ratamos Tocher Nelli 14 Jahre alt, das Buch ist original 2006 erschienen. In "Das andere Tier", original 2013 erschienen, bleibt die Tochter bei 14 Jahren.

    Daher wäre es sicherlich interessant zu wissen, nach welchem Motto und wie begründet deutsche Verlage, hier der Aufbau-Verlag, die Bücher veröffentlichen, insbesondere, wenn es sich um Serien und nicht ganz unwichtigen Entwicklungen von Hauptdarstellern handelt.

    Bei Arne Dahls "Der elfte Gast" war es übrigens genauso. Da wurde die "Bußestunde" als das "fulminante Finale" der A-Gruppe angekündigt und mit der Europol-Reihe fortgesetzt, und plötzlich erscheint "Der elfte Gast" - das eigentliche Ende des A-Teams. Ist zwar ein eigenständiger Band, aber von 2008 - also vor dem 2011er Beginn bei Europol.

    Trotz dieser Verwirrung und vielleicht dieses Ärgernisses wünsche ich viel Spaß beim Lesen dieser sehr gut konzipierten, spannenden Krimis aus dem hohen Norden.
  16. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328102687)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Soulbooks_forever

    Stell Dir mal vor, Du gewinnst unheimlich viel Geld und kannst Dir einen großen Traum verwirklichen: ein Jahr um die Welt reisen.

    Genau das ist der Autorin tatsächlich passiert und sie machte ihren Traum wahr: 12 Monate, 12 Städte, 1 Jahr weg von Zuhause.

    Und über dieses Abenteuer schrieb sie das Buch „Das grosse Los – wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“. Und dieses Buch ist einfach wundervoll.

    In Form von 12 Briefen geschrieben. 12 Briefe die jeweils eine Stadt, also einen Monat beschreiben. Eindrücke, Gefühle, Inspirationen, Gedanken hat die Autorin hier ausdrucksstark zusammengefasst und zu Papier gebracht. Ich hatte das Gefühl, die Städte ebenfalls zu bereisen, dabei zu sein, alle Abenteuer mitzuerleben. Viele Dinge, die die Autorin auf ihrer Reise erlebt hat, bleiben nicht nur als Erinnerung ein Leben lang erhalten, sondern auch als Emotion im Herzen. Und am Ende dieser Reise stellt man sich definitiv die Fragen: was möchte ich eigentlich wirklich? Was möchte ich verändern? Was brauche ich wirklich? Wen brauche ich wirklich?

    In dieses Buch bin ich eingetaucht und bereiste 12 faszinierende Städte auf der ganzen Welt und ich kann sagen: ich wollte von dieser Reise nicht zurückkehren. Dieses Buch ist absolut fesselnd und echt, es ist real. Und genau das macht es für mich so unglaublich lebendig und gefühlt zu meiner eigenen kleinen Reise. Von mir gibt es also eine ganz klare, wunderbare Leseempfehlung. Von ganzem Herzen!

  17. Cover des Buches Wild Cards - Das Spiel der Spiele (ISBN: 9783734161070)
    George R. R. Martin

    Wild Cards - Das Spiel der Spiele

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Jamii

    Inhalt

    Nachdem in den Vierzigerjahren das Wild Card Virus ausgebrochen ist, weisen einige Menschen körperliche Veränderungen und Superkräfte auf. Wer von ihnen der heldenhafteste ist, soll nun die Castingshow American Hero zeigen, in der die Teilnehmer Aufgaben erledigen müssen und so verhindern wollen, aus dem Team gewählt zu werden.

    Zu spät bemerken sie, dass nicht nur der Titel des American Heros auf dem Spiel steht und dass in Ägypten eine weitaus größere Herausforderung ihr Heldentum prüft. 


    Meine Meinung

    Ich bin sehr zweigespalten über das Buch. Einerseits fand ich die Anlage interessant und (ich gebs zu) der Herausgeber George R R Martin hat eine große Rolle gespielt, dass ich das Buch gekauft habe. Ich habe es angefangen, die ersten 30 Seiten gelesen und es dann in mein Bücherregal gestellt. 6 Jahre lang. Das ist ziemlich sprechend. 

    Weil so interessant das Konzept auch war, die Geschichte als solche konnte mich nicht begeistern. Ob das an den zusammengemischten Schreibstielen der unterschiedlichen Autoren oder den Charakteren, mit denen ich mich auch nach langem Bemühen nicht identifizieren konnte lag, weiß ich nicht. 

    Was sicher nicht geholfen hat,war die Unwissenheit über wiederauftretende Charaktere, die man nicht mehr zuordnen konnte. 

    Dann bin ich zur zweiten Hälfte gekommen. Obwohl sich an den Characteren und an der Menge an Autoren nichts verändert hat, ist der Plot selbst interessanter geworden und hat mich mehr und mehr in den Bann gezogen. Gegen Ende hat es mir das ziemlich gut gefallen. 


    Fazit

    Durchhalten lohnt sich, wenn man bereit ist, sich ein buntes Gemisch an Schreibstielen und Charakteren zu geben. Ob man allerdings die Hälfte eines 500 Seiten Buches bereit ist, zurchzuhalten, müssen alle selbst entscheiden. Für weitere Teile reicht es bei mir nicht mehr.

  18. Cover des Buches Ofirs Küche (ISBN: 9783458177661)
    Ofir Raul Graizer

    Ofirs Küche

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Ich liebe dieses Kochbuch. Habe es dieser Tage zum zweiten Mal von vorne nach hinten durchgelesen, einschließlich fast aller Rezepte, und mir markiert, welche Gerichte ich in den nächsten Wochen ausprobieren möchte. (Viele.  ) Dem ersten Lese-und-Nachkoch-Durchlauf verdanke ich bereits einige tolle Rezepte und die Entdeckung von Ofirs Lieblingsgemüse, der Aubergine, auch für meine Küche.


    Dieses Buch ist jedoch nicht nur eine nett kommentierte Rezeptsammlung, sondern eine Philosophie des Kochens und Essens, wie sie mir bisher nur bei einer - ebenfalls jüdischen - Autorin untergekommen ist: in Jeanette Landers autobiografisch gefärbtem Werk "Überbleibsel. Eine kleine Erotik der Küche", das mein Kochen geprägt hat wie bisher kein anderes Buch.


    Ofir Raul Graizer nun schreibt zu den verschiedenen Teilen des Kochbuches und zu vielen einzelnen Rezepten so persönliche, warmherzige, humorvolle und zugleich nachdenklich stimmende Einführungen, dass man in jeder Zeile seine Liebe zu diesem Gericht und seiner arabischen / ashkenasischen / sephardischen / usw. Herkunft spüren und beinahe schmecken kann. Die Rezepte sind bodenständig, nach meinen bisherigen Erfahrungen leicht nachzukochen und verzichten auf so irrelevante Dinge wie Kalorienangaben oder die exakte Dauer des Gemüseschnippelns, was sowieso nie stimmt,  zugunsten der aus meiner Sicht viel interessanteren Hinweise wie "vegan" oder "glutenfrei". (Vegetarisch sind die Rezepte übrigens alle, wobei das nie an die große Glocke gehängt wird.)


    Für die Qualität eines Kochbuches vielleicht am relevantesten: Unsere Küche quoll dieser Tage über vor Taboulé, gerösteten Auberginen, diversen orientalisch duftenden Schmorgerichten und Kaffee mit Kardamom, selbst die Spülmaschine riecht immer noch nach Petersilie und Minze, weil ich meine Lektüre ständig unterbrechen musste, um an den Herd zu stürzen und eine dieser Köstlichkeiten nachzukochen. Was will man von einem Kochbuch denn mehr...


  19. Cover des Buches Per Anhalter durch den Nahen Osten (ISBN: 9783959102452)
    Patrick Bambach

    Per Anhalter durch den Nahen Osten

     (15)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Cover gefällt mir.

    Am Anfang gibt es eine Karte, wo man als Leser die Reise mit verfolgen kann.

    Der Schreibstil ist im Tagebuch - Stil. Finde ich persönlich gut, daher hat man das Gefühl mit dabei zusein. Den Mut die Strecke komplett zu trampen und bei Leuten zu übernachten, welche ich nicht kenne - Couchsurfing - finde ich mutig. Gerade in gewissen Ecken auf der Strecke.


    Ich hätte gerne mehr erfahren über manche Orte bzw. von der Bevölkerung, Fotos fehlen auf jeden Fall. Das macht einen guten Reisebericht aus. Es gibt am Ende einige Fotos aber für einen Reisebericht zu wenig. 

  20. Cover des Buches Der Auftraggeber (ISBN: 9783492238878)
    Daniel Silva

    Der Auftraggeber

     (56)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Gabriel Allon ist ein erfahrener Mossad Spion und Agent.

     

    Nachdem sich PLO Agent bei ihm persönlich rächt und mit einer Bombe seinen Sohn tötet und seine Frau schwer verletzt, steigt er aus.

     

    Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft. Er restauriert alte Meisterwerke. Sein Ruf in der Szene ist hervorragend und er kann sich vor Aufträgen kaum retten, wäre da nicht sein alter Mossad-Chef, der ihn, selbst vom Ruhestand in den aktiven Dienst zurückgekehrt, zu seinem letzten Auftrag nötigt.

     

    Gabriel muss nicht wirklich lange überlegen, denn sein Ziel ist Tariq. Der Terrorist, der ihm damals entkam und der seine Frau und seinen Sohn auf dem Gewissen hat.

     

    Doch Gabriel kann diese Aktion nicht alleine durchführen und braucht Hilfe. Schamron hat als Chef einige Agenten zur Auswahl, entscheidet sich aber für Jacqueline. Das französische Topmodel will endlich aus ihrem Business aussteigen, braucht Startkapital und nimmt den Job ohne zu zögern an.

     

    Die Jagd geht rund um den Erdball. Gabriel muss all sein Können aufbringen um Tariq aufzuspüren, während dieser wie gewohnt, zahlreiche Leichen hinterlässt und einen strikten Plan zu verfolgen scheint.

     

    Für Israel steht jedoch nicht nur Tariq auf der To-Do Liste sondern auch die frisch angelaufenen Friedensverhandlungen mit der PLO und Arafat. Der ist auf dem Weg in die USA und hier soll natürlich alles glattlaufen.

     

    Daniel Silva erzählt gnadenlos aus Gabriel Allons Leben. Seine Aufträge führt er zielgerichtet und mit Präzision durch. Sämtliches Leid und die zahlreichen Morde prallen scheinbar an im ab. Silva lässt ich hier allerdings auf seinen Erzfeind stoßen.

     

    Der Thriller erschien bereits im Jahr 2000 und die moderne Technik hat bereits die Arbeitsweise des Mossad und der CIA sowie des MI5 überholt. Extrem spannend erzählt und ein gelungener Aufragt in eine hoffentlich lang bestehende Thrillerreihe.

  21. Cover des Buches Söldner des Geldes (ISBN: 9783954511341)
    Peter Beck

    Söldner des Geldes

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset
    „Die Strömungen der Luft und des Geldes waren nicht sichtbar.“ (Zitat Seite 135)

    Inhalt:
    Bei einem Helikopterabsturz in den Schweizer Bergen kommt Anna, Mitarbeiterin und persönliche Vertraute von Tom Winter, Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, ums Leben. Mit ihr der erfahrene Pilot, sowie ein arabischer Scheich, ein extrem vermögender, einflussreicher Kunde der Bank. Es war definitiv kein Unfall. Die erste Spur führt Winter nach Kairo. Als dort ein Geschäftspartner des Ermordeten ebenfalls bei einem Anschlag umkommt, ist Winter klar, dass jemand die geplanten weltweiten Investitionen mit allen Mitteln verhindern will. Eine deutliche Botschaft an Winters Chef lautet: Raushalten aus dem Nahen Osten. Gemeinsam mit der ägyptischen Geschäftsfrau Fatima macht sich Winter auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie quer durch Europa, nach Amerika und zurück in die Schweiz führt.

    Thema und Genre:
    Dieser packende Thriller beschäftigt sich mit dem System der internationalen Finanzmärkte. Es geht um diskrete Banken, Anlagestrategien, Investmentfonds und unvorstellbar hohe Geldsummen, die hier zu verdienen sind.

    Charaktere:
    Winter ermittelt ziel- und lösungsorientiert. Seine Ausbildung bei einer Spezialeinheit der Polizei ist bei körperlichen Angriffen hilfreich. Er ist verschwiegen und hat Humor.
    Fatima, die intelligente ägyptische Geschäftsfrau kennt die Zusammenhänge im Nahen Osten und unterstützt Winter dort, wo er als Europäer vor verschlossenen Türen stehen würde.

    Handlung und Schreibstil:
    Die straffe Handlung erstreckt sich über etwa 14 Tage, der Hauptprotagonist Winter muss unter enormem Zeitdruck ermitteln, was für den Leser intensive Spannung bedeutet. Dennoch nimmt sich der Autor Zeit für Beschreibungen der unterschiedlichen Handlungsschauplätze und auch das fröhliche Feiern am 1. August, dem Bundesfeiertag der Schweiz wird erwähnt. Diese Schilderungen erhöhen das Vergnügen beim Lesen, ohne jedoch die Spannung zu unterbrechen. Der trockene Humor des Autors zeigt sich in Sätzen wie „Die arabischen Flüche krachten beeindruckend“ und ebenso beeindruckend ist der Ideenreichtum, mit dem der Autor Winter handeln lässt. Auf Seite 275 zum Beispiel beginnt eine Szene, bei der ich schallend gelacht habe, so genial sind die Bilder, die man sich bei dem gekonnt geschilderten Ablauf sofort vorstellt.

    Fazit:
    Dieser spannende Thriller ist das erste von bisher drei Büchern über die internationale Welt der Hochfinanz und den smarten Sicherheitschef Tom Winter, doch die Reihenfolge spielt keine Rolle. Sicher ist jedoch, sobald man eines der Bücher gelesen hat, will man die anderen auch lesen. Dieser niveauvolle, auch sprachlich großartige Wirtschaftsthriller ist ein packender Pageturner, der überzeugt und Spaß macht.

  22. Cover des Buches Die Attentäterin (ISBN: 9783423136457)
    Yasmina Khadra

    Die Attentäterin

     (51)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Inhalt:
    Amin Jaafari ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv - und ein arabischer Israeli. Umso rascher gerät er unter Verdacht, als die Polizei herausfindet, dass seine Frau in Tel Aviv als Selbstmordattentäterin ein Restaurant sprengte. Jaafari kann es nicht fassen, dass er von dem Plan seiner Frau nichts wusste. Er reist nach Bethlehem und Dschenin, in die Zentren des palästinensischen Widerstandes. Unbeirrt versucht Jaafari, die Verantwortlichen zu finden, die seine Frau zu einer "Schwarzen Witwe" gemacht und sein Leben zerstört haben. (Klappentext laut Verlag)

    Meine Meinung:
    Im Praktikum hat eine andere Praktikantin begeistert von dem Buch erzählt und da ich mich schon seit der Schulzeit für den Nahost-Konflikt interessiere, musste ich das Buch unbedingt lesen.

    Gleich zu Beginn merkt man, dass dieses Buch keine normale Unterhaltungslektüre ist. Das erste Kapitel beginnt mit einer Bombenexplosion, mit Schmerzen, mit verletzten Menschen, mit Hilfeschreien. Es ist sehr blutig, nichts wird geschönt, aber das ist wahrscheinlich bei dieser Thematik auch nur schwer möglich.

    Im Verlauf nimmt zwar der physische Horror ab, es gibt nur noch kleinere Raufereien, aber der psychische Schmerz nimmt zu. Amin Jaafari versucht verzweifelt herauszufinden, was seine Frau zu diesem Schritt bewogen hat. Doch wen er auch fragt, jeder schweigt oder rät ihm, stolz auf die Tat seiner Frau zu sein und nicht weiter zu forschen.

    Wie so oft bei wirklich guten Büchern, fällt es mir schwer die Begeisterung in Worte zu fassen. Ich finde das Thema einfach wahnsinnig spannend und es wurde richtig gut umgesetzt. Ich konnte Amin sehr gut verstehen, dessen Gedanken sich immer wieder und wieder im Kreis drehen, weil er einfach nicht akzeptieren kann, dass seine Frau sich und 17 andere in den Tod gerissen hat. Es war schonungslos ehrlich, aber gerade deswegen so gut. Man erhält furchtbare, aber spannende Einblicke in die Gedankenwelt von Selbstmordattentätern. Zwar nur indirekt, durch Gespräche zwischen Amin und anderen Personen über seine Frau Sihem, aber dennoch bekommt man eine Vorstellung davon, was solche Menschen bewegt.

    Mit ein bisschen Abstand betrachtet muss ich zwar sagen, dass ich mir noch ein bisschen mehr Einblicke in Sihems Gedanken gewünscht hätte, noch ein bisschen mehr Klarheit über ihre Motive, aber das ginge letztendlich nur durch Sihem selbst und die ist tot.

    Fazit:
    Es ist nicht zu beschreiben, was das Buch mit einem macht. Wer sich für das Thema interessiert, der sollte es unbedingt lesen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven ist.
  23. Cover des Buches Die Präsidentin (ISBN: 9783775159777)
    Randy Singer

    Die Präsidentin

     (20)
    Aktuelle Rezension von: derMichi

    Die titelgebende Präsidentin, Demokratin wie Hillary Clinton, spielt als oberste Befehlshaberin eine entscheidende Rolle beim hier thematisierten Kampfeinsatz des Navy-SEALs. Trotzdem bekleidet sie im Buch keine Hauptrolle, sie ist noch nicht einmal eine wichtige Nebenfigur. Das sollte man wissen, bevor man einen Verschwörungsthriller um das höchste Amt der USA erwartet, denn bei der deutschen Titelfindung standen hier wohl die knackigen Zwei-Wort-Buchtitel von John Grishams Romanen wie "Die Jury" Pate.

    Doch schlechter ist Randy Singers Beitrag zum Genre dadurch kein bisschen. Obwohl er beim SEAL-Einsatz realistische Kampfszenen beschreibt und einen seiner Protagonisten deutlich später ein gefährliches Abenteuer im Nahen Osten erleben lässt, spielen die spannendsten Szenen tatsächlich im Gerichtssaal. Weder die actionreicheren Kapitel noch das schwere Schicksal der Hinterbliebenen sind so spannend wie der Schlagabtausch zwischen Anwälten, Zeugen und Richtern in zahlreichen exzellent recherchierten Kapiteln, in denen stets alles auf der Kippe steht und die Kläger jederzeit selbst angeklagt werden könnten.

    Singer weiß, wovon er schreibt, und wenn man ein Fan von Kollege Grisham ist, wird man an seiner Kenntnis des Justizsystems und den im Hintergrund pulsierenden, durchaus realistisch wirkenden politschen Spielchen seine Freude haben. Ganz ohne übertriebene Sensationsgier lässt er ein paar Underdogs gegen übermächtige Gegner aus den Reihen von Regierung und Geheimdienst antreten, die nicht einmal die leicht zu emotionalisierende Öffentlichkeit durchgehend auf ihrer Seite wissen können.

    Lediglich die recht einfach skizzierten Figuren könnte man ihm vorwerfen, die sich idealistisch in Kampfeinsätze und Gerichtsverfahren stürzen, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, weil man das als Amerikaner eben so macht. Auch die Szenen um die familiär füreinander sorgenden Armee-Familien könnten den durchschnittlichen Europäer befremden, wo die gesamte Mannschaft im Gerichtssaal solidarisch strammsteht und der kleine Sohn eines Gefallenen am Memorial Day mit Tränen in den Augen aufspringt, um seinem toten Vater zu salutieren.

    Deutlich unaufdringlicher erzählt der Autor dagegen vom wiedergefundenen Glauben der Hauptfigur Paige, der sie durch ein tiefes Tal trägt, als es wirklich darauf ankommt. Ein Wundermittel ist das trotzdem nicht, weder kehrt dadurch der tote Verlobte zurück, noch wird der Prozess und der Aufbau von Paiges eigener Kanzlei einfacher. Dennoch wird so der dringend benötigte Funken Hoffnung vermittelt, der scheinbar ausweglose Situationen weniger ausweglos macht.

    Originaltitel: "Rule of Law"
    Bonusmaterial: erklärende Fußnoten

  24. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783596522682)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.992)
    Aktuelle Rezension von: Simo_Na

    Eine schöne Geschichte über Freundschaft und Vergebung,
    Ich habe versucht Amir zu verstehen, leider auch nach der irgendwie gezwungenen Rückkehr ist er mir nicht sympathisch gewesen, im Gegenteil zu Hassan, der zeigt was wahre Freundschaft bedeutet, gibt alles ohne nichts zu erwarten...ich weine wieder.

     Lesen, es lohnt sich wirklich

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