Bücher mit dem Tag "nahost-konflikt"

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26 Bücher

  1. Cover des Buches Wir sehen uns am Meer (ISBN: 9783462048612)
    Dorit Rabinyan

    Wir sehen uns am Meer

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Lesefee2305

    „Ach, das Meer, das Meer, das Meer ist einzigartig!“

     

    „Wir sehen uns am Meer“ ist ein Roman von Dorit Rabinyan. Er erschien im Januar 2018 im Droemer Knaur Verlag.

    Liat und Chilmi begegnen sich in New York und verlieben sich ineinander. Doch die Liebe, die so perfekt scheint, ist nur eine Liebe auf Zeit, denn Liats Rückflug in die Heimat ist schon gebucht und eine Beziehung zwischen Israelin und Palästinenser sowieso ausgeschlossen… Doch Gefühle halten sich ja bekanntlich nicht immer an Regeln, kann es für die beiden also eine Zukunft geben…?

     

    „Wir sehen uns am Meer“ ist kein typischer Liebesroman. Liat und Chilmi wären sich in Heimat niemals begegnet. Es wäre schlicht und ergreifend nicht möglich gewesen, denn es ist Palästinensern verboten in die Gebiete der Israelis zu kommen. In New York jedoch, ist alles anders und sogar eine Beziehung zwischen Israelin und Araber scheint möglich. Dennoch ist die Beziehung der beiden eine Liebe auf Zeit, denn Liats Rückflug in die Heimat ist bereits gebucht, ein Umdenken kommt für sie nicht in Frage.

    Zudem ist die Beziehung während der gesamten Zeit von Vorurteilen überschattet. Liat schämt sich für Chilmi und leugnet seine Existenz vehement vor Freunden und Familie, was Chilmi fortwährend verletzt und traurig macht.

    Über lange Abschnitte hatte ich das Gefühl zu wenig Kenntnisse über die Situation in Israel zu haben, um die Zusammenhänge und Konfliktpunkte im Roman vollständig zu verstehen. Diese Ahnung bleibt auch nach dem Beenden des Buches bestehen und zurück bleibt das vage Gefühl zu wenig Allgemeinbildung zu besitzen. Trotzdem habe ich einige Einblicke in den Konflikt um Israel gewinnen können und denke, dass die Vorurteile und angesprochenen Sichtweisen sich nicht nur auf dieses Land, sondern auch auf weitere Länder und Völker übertragen lässt. Viel zu oft lassen wir uns von Dingen leiten, die wir einmal gehört haben oder die man uns von klein auf beigebracht hat. Viel zu selten hinterfragen wir die Dinge oder geben Fremden eine wahre Chance.

    Dieses wird im Roman sehr deutlich, denn durch die rückblickende Ich-Perspektive von Liat werden ihre widersprüchlichen Gefühle zu Chilmi sehr deutlich. Auf der einen Seite ist sie bis über beide Ohren verliebt, auf der anderen Seite verleugnet sie die Beziehung und erschreckt ein ums andere Mal über sich selbst und die „Ungehörigkeit“ ihrer „Affäre“. Da die Autorin selbst Israelin ist, gehe ich davon aus, dass Liats Gefühle und ihr Verhalten sehr realistisch und authentisch ist. Ich für meinen Teil fand ihre Gedanken jedenfalls sehr nachvollziehbar und logisch, die Beschreibungen aus ihrer Kindheit erschreckend und Ungleichheit der beiden Völker im selben Land beängstigend. Welten scheinen aufeinander zu treffen mit Sichtweisen, die kaum entgegengesetzter sein könnten und trotzdem doch dasselbe wollen: Frieden, Sicherheit und Heimat.

    Ob Liat und Chilmi eine gemeinsame Zukunft haben oder nicht, ist die Frage, die man sich während des Lesens immer wieder fragt und irgendwie war für mich jeder Ausgang möglich. Dennoch hat mich das reale Ende dann wirklich überrascht und vollständig schockiert. Ich bin entsetzt, erschüttert und sprachlos. Die Verknüpfung zum Buchtitel ist großartig und dennoch kaum zu erahnen, bevor man es nicht gelesen hat. Ich weiß nicht wirklich, was ich davon halten soll und eine endgültige Bewertung fällt mir wirklich schwer.

    Eindeutig weiß ich aber, dass das Buch mich bewegt und berührt hat, mich zum Nachdenken gebracht hat und eindeutig „schwerere Kost“ war, als die Romane die ich normalerweise lese.

     

    Mein Fazit ist daher insgesamt auch positiv und ich vergebe 4 von 5 Sternen. Zwar hatte ich, gerade im letzten Abschnitt Probleme mit der ungewöhnlichen Erzählweise, die plötzlich vom klassischen Ich-Erzähler in einen Ich-Erzähler wechselt, der von „dir“ berichtet und hatte auch über lange Strecken das Gefühl zu wenig informiert für dieses Buch zu sein, trotzdem hat das Buch mich aber berührt und bewegt. Ich glaube, es ist ein großartiger Roman mit wichtiger Botschaft und denke, dass man ihn unbedingt gelesen haben sollte!

  2. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  3. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596030644)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (181)
    Aktuelle Rezension von: FKlmp

    Ein sehr interessantes und streckenweise auch spannendes Buch zu einem aktuellen Thema. Man lernt nebenbei sehr viel über die Geschichte des nahen Ostens. Ich würde allerdings empfehlen das Buch ohne längere Unterbrechungen durch zu lesen, da verschiedene Handlungsstränge die Geschichte teilweise recht komplex machen. Im Großen und Ganzen eine klare Empfehlung.

  4. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (54)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Über den Inhalt haben andere Rezensenten schon genug geschrieben. Ich möchte euch gerne erzählen, wie es mir beim Lesen gegangen ist:


    Die ersten zwei Drittel des Buches waren zäh.

    Trockene und viel zu genaue Beschreibungen eines langweiligen Alltags. (a la: "er tat Zahnpasta auf die Zahnbürste, dann putze er zuerst die Zähne oben links, dann oben rechts, innen putze er etwas ungenauer, weil da kam er mit der Zahnbürste nicht so gut hin, ..." das ist KEIN ZITAT, sondern selbst erfunden, und soll nur mein Gefühl beim Lesen wiedergeben!) 

    Abwechselnd mit Dialogen, die wie Vorträge klingen. Hier ein zufällig aufgeschlagenes Zitat aus einem Gespräch zweier Hauptpersonen:     

    "... Thomas Mann hat an irgendeiner Stelle geschrieben, Hass sei nichts anderes als Liebe, die man mit einem Minuszeichen versehen hat. Das Ausmaß des Hasses ist ein Beweis dafür, dass Liebe dem Hass gleicht, denn in der Eifersucht mischen sich Liebe und Hass. Im Hohelied, im gleichen Abschnitt, wird uns gesagt, die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ataljas Vater hat geglaubt, Juden und Araber wären dazu geschaffen, einander zu lieben, würde man nur das Missverständnis zwischen ihnen beseitigen. ...

    - übrigens ein recht schönes Zitat, das ich hier zufällig erwischt habe, ich schreibe für euch auch noch ab, wie es weitergeht: "...Zwischen Juden und Arabern gibt es kein Missverständnis, es hat nie ein Missverständnis gegeben. Im Gegenteil. Seit Jahrzehnten besteht zwischen ihnen ein vollkommenes Verständnis: Die einheimischen Araber hängen an diesem Land, weil es ihr einziges ist, sie haben kein anderes, und wir hängen an diesem Land aus genau den gleichen Gründen. Sie wissen, dass wir nie darauf verzichten können, und wir wissen, dass sie nie verzichten werden. Das gegenseitige Verstehen ist also völlig klar. Es gibt kein Missverständnis zwischen uns und hat es nie gegeben."

    Man sieht: schreiben kann er ja gut, der Herr Oz, aber die Romanhandlung schien mir anfangs mehr ein Vorwand zu sein, um ein paar Geschichte-Lektionen gut zu verpacken.


    Und dann - im letzten Drittel, oder vielleicht sogar erst im letzten Viertel - ist etwas mit mir passiert:

    Die Beschreibung eines Zimmers...

    Seitenlang...

     Und ich hab noch daran gedacht, wie langweilig mir die Lektüre ist, als ich plötzlich 

    ... das Zimmer GEROCHEN habe

    ... und das Sofa unter mir GESPÜRT 

    ... und plötzlich WAR ich in diesem Haus in Jerusalem!

    Ich kann verstehen, warum dieses Buch von manchen Rezensenten fünf Sterne bekommt. In der richtigen Stimmung gelesen, mit viel Ruhe und ohne große Erwartungen, dass etwas passiert, kann man diesen unglaublichen Sprung in eine andere Welt machen. Die Frage ist nur, ob es beim Zweitlesen leichter und schneller gehen wird. Ich werde es vorläufig noch nicht probieren. Aber vielleicht ... einmal in der Zukunft?


    Fazit: gute 3 Sterne - eventuell korrigiere ich meine Wertung beim Zweitlesen noch nach oben.


    off topic: Ich habe das auch schon bei anderen Büchern erlebt, dass aus Drei-Sterne-Büchern beim zweiten Lesen glatte Fünfer wurden. Aber selten. Eigentlich nur einmal. Buchtipp: https://www.lovelybooks.de/autor/Max-Frisch/Homo-faber-265111788-w/ 

  5. Cover des Buches Hier bin ich (ISBN: 9783596701209)
    Jonathan Safran Foer

    Hier bin ich

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Jacob und Julia Bloch leben in Washington, D. C. mit ihren drei Söhnen, altersmäßig zwischen Kindheit und Jugend. Sie ist Architektin, er Autor fürs Fernsehen. Dann sind da noch Jacobs Vater, ein radikaler Jude, nebst seiner Ehefrau, und Isaac, der Großvater, ein Relikt aus den Zeiten des Holocaust, von allen gemieden und ins Pflegeheim gewünscht. Sam, Jacobs ältester Sohn, droht kurz vor seiner Bar Mizwa der Schulverweis wegen ungehörigen Verhaltens und Julia entdeckt im Haus der Blochs ein Handy, auf dem ihr Ehemann mit einer Kollegin Sexnachrichten austauscht.

    Soweit die Ausgangslage eines Buches, das man, unbedarft wie man ist, erstmal als typisch amerikanischen Familienroman erwartet. Aber weit gefehlt. Der Autor versucht sich hier am ganz großen Drama, welches er vor dem Hintergrund der Fiktion einer akut drohenden Zerstörung Israels durch seine arabischen Nachbarstaaten bei gleichzeitiger weltweiter Mobilmachung aller Juden inszeniert und zusätzlich in das historische Spannungsfeld zwischen dem Selbstverständnis amerikanischer und israelischer Juden einbettet. Dies macht er gar nicht mal schlecht, die Rasanz der plötzlichen unguten politischen Entwicklungen im Nahen Osten und die Gewalt und Dramatik des dort los brechenden Sturms zwischen Juden und Muslimen ist gut eingefangen.

    Darüber hinaus jedoch hat mich der Roman leider in weiten Teilen nicht erreicht, ungeachtet dessen, dass Foer ein zugegebenermaßen begnadeter Schreiber ist, der sich auskennt und auch bereit ist, den Finger in viele unverheilte Wunden zu legen. Ich bin mit der ganzen Familie Bloch zu keiner Zeit warm geworden, alle Figuren blieben mit ihren massiv überzeichneten jüdischen Eigenarten und ihrem hochkomplizierten, endlos ausgewalzten Selbstverständnis zu Religion, Weltgeschehen und Familienriten außerhalb meines Begreifens und Nachempfindens. Aufgepumpte Worthülsen und bedeutungsschwangere Weisheiten (selbst seitens der minderjährigen Söhne, deren Verhalten, Ansichten und geschliffene Redeweise völlig abstrus rüberkommen) reihen sich endlos aneinander und führen zu einer maßlos überfrachteten und irrsinnig verschachtelten Familiengeschichte, die zumindest bei mir irgendwann nur noch Ermüdung und den Wunsch nach der letzten Seite hervorgerufen hat. Klar ist Leben, familiäres und normalmenschliches Miteinander extrem kompliziert und führt immer zu mehr oder minder großen Verwicklungen und Ausfallerscheinungen, aber so wie das hier in dieser durch und durch von ihrer Religion bestimmten und vereinnahmten Familie (inclusive der Trennung der Eltern) gelebt und praktiziert wird, hat es sich meinem (Empathie)Verständnis als Leser weitgehend entzogen.

  6. Cover des Buches Tanzende Araber (ISBN: 9783833300950)
    Sayed Kashua

    Tanzende Araber

     (25)
    Aktuelle Rezension von: irismaria

     „Tanzende Araber“ von Sayed Kashua handelt von einem palästinensischen Jungen, der in Israel lebt. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben und in seinen Erzählungen von Eltern und Großeltern erfährt man vieles über die Geschichte Israels und das schwierige Zusammenleben von Juden und Arabern. Nach der Lösung eines öffentlichen Rätsels, darf der

    Junge ein jüdisches Elite-Internat in Jerusalem besuchen. Als einziger Araber hat er es dort allerdings nicht leicht, erlebt aber die ganz andere Lebenswelt der jüdischen Mitschüler und verliebt sich auch in eine Jüdin.

    Die Thematik ist sehr spannend, doch leider konnte mich der Stil nicht überzeugen. Viele Gedanken und Handlungen der Hauptperson konnte ich nicht nachvollziehen. Nebensächlichkeiten nahmen einen großen Raum ein, während wichtige Aspekte (wie etwa die Geburt der Tochter) nur nebenbei erwähnt wurden.

  7. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328102687)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

     (236)
    Aktuelle Rezension von: Igelchen

    Was tut man mit einem Gewinn von einer halben Million Euro? Für Meike Winnemuth stand schnell fest, dass sie um die Welt reisen möchte. Jeden Monat sollte es eine andere Stadt sein. Dabei standen unter anderem Städte wie Sydney, Buenos Aires, Honolulu und Kopenhagen auf der Liste der Städte als Zuhause auf Zeit.

    Meine Meinung zum Buch
    Was für ein kluges, warmherziges und lustiges Buch. Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Sie hat mich mitgenommen auf eine wunderschöne Reise um die Welt. Am Aufenthaltsende einer jeden Stadt reflektiert die Autorin 10 Dinge, die sie über oder durch die Stadt gelernt hat. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele touristische Attraktionen abgeklappert zu haben. Es geht um eine Reise zu sich selbst. Was will ich wirklich vom Leben? Was erwarte ich von mir? Und sollten wir nicht mehr entschleunigen, statt Multitasking zu bejubeln?

    Wer sich auf eine ganz besondere Weltreise begeben möchte, der macht mit diesem Buch alles richtig. Es hat mir viele tolle Stunden Lesevergnügen beschert.

  8. Cover des Buches Der Schläfer (ISBN: 9783492252591)
    Daniel Silva

    Der Schläfer

     (41)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

     

    Die israelische Botschaft in Rom wird durch einen Bombenanschlag vollständig zuerstört.

     

    Während sich beim Dienst die Bürokraten um die freiwerdenden Posten bemühen, wird ihnen eine Daten-CD überbracht. Der italienische Geheimdienst kann die Daten nicht entschlüsseln.

     

    Was der Dienst auf der CD findet, löst große Unruhe aus. Gabriel Allons fast vollständiger „Lebenslauf“ taucht darin auf wie kürzlich in Venedig geschossene Bilder.

     

    Als Restaurator bleibt ihm nichts anderes übrig, als nach Israel zurückzukehren. Die Enttarnung liegt schwer auf ihm.

     

    Gemeinsam mit einem frisch zusammengestellten Team versuchen sie, den Kopf des Anschlags zu ermitteln.

     

    Erst die junge Agentin Dina bringt das Team auf die richtige Spur und jetzt gilt es abzuwarten.

     

    Ari Schamron, Urgestein des Mossad lässt Gabriel freie Hand, nichtsahnend, dass alle folgenden Taten eigentlich auf sein Konto gehen. Sein erster eigener Auftrag holt ihn jetzt ein und reißt Gabriel und seine Frau Leah fast ins Verderben.

     

    Daniel Silva lässt gewaltig Strippen ziehen. Gut ausgeheckte Pläne lösen sich in Schall und Rauch auf und erstmals scheint der Dienst vor einem Rätsel zu stehen, dass sie nicht lösen können.

     

    Politische Machtspielchen quer über alle Länder hinweg zeigen, wie eng die Welt doch eigentlich vernetzt und wie Staaten voneinander abhängig sind.

     

    Der Schläfer lässt den Mossad schön nach seiner Pfeife tanzen.

  9. Cover des Buches Patria (ISBN: 9783442370276)
    Steve Berry

    Patria

     (14)
    Aktuelle Rezension von: moey
    Der ehemalige Regierungsagent Cotton Malone, der sich mittlerweile als Antiquar in der dänischen Hauptstadt niedergelassen hat, erhält überraschend Besuch von seiner Ex-Frau. Der gemeinsame Sohn wurde entführt, um eine Information von Cotton über die so genannte "Alexandria-Connection" zu erpressen. Dabei handelt es sich um die verschollen geglaubte Bibliothek von Alexandria, die das ganze Wissen der Menschheit enthalten soll. Den beiden bleibt nicht viel Zeit, um ihren Sohn wiederzubekommen, denn auch andere Mächte sind bei der Suche beteiligt. Ein rasanter und extrem actionreicher Thriller, der in verschiedenen Handlungssträngen von verschiedenen Orten parallel erzählt wird. Auch Cottons Freund Henrik Thorvaldsen ist wieder dabei, ebenso seine ehemalige Chefin Stephanie Nelle, die Cotton aus der Ferne unterstützen. Eine rasante Jagd quer durch Europa und den nahen Osten fesselt den Leser und lässt ihn nicht mehr los. Ein Verschwörungsthriller, der neben privaten Interessen auch politisch weit reichende Kreise zieht und die Handlungsstränge gekonnt verknüpft. Obwohl "Alpha et Omega", der Vorgängerband um Cotton Malone schon spannend war, kann "Patria" dies durch die spannende Thematik und die gute Umsetzung noch toppen. Das Buch ist clever konstruirt, gut aufgebaut und leicht lesbar, wenn auch realistisch gesehen teilweise ziemlich übertrieben und unrealistisch. Da es sich jedoch um einen Spannungsroman handelt, tut dies der Geschichte keinen Abbruch. Ein sehr unterhaltsamer und fesselnder Thriller zur kurzweiligen Unterhaltung.
  10. Cover des Buches Das letzte Testament (ISBN: 9783596178971)
    Sam Bourne

    Das letzte Testament

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Bei Plünderungen im Rahmen des Sturzes Saddam Husseins im Jahre 2003 findet ein Junge eine Tontafel. Über Umwege landet die Jahre später in den Händen des israelischen Archäologieprofessors Shimon Guttman. Der erkennt noch die Brisanz der Tafel, denn sie enthält den letzten Willen Abrahams. Doch bevor er den Fund veröffentlichen kann, wird er ermordet. Weitere Menschen, die mit der Tafel in Kontakt waren, folgen. Der Nahost-Friedensprozess, der eigentlich gerade in einer aussichtsreichen Phase war, gerät wieder einmal in Gefahr.
    Um die Verhandlungen zu retten, schickt die US-Regierung Maggie Costello, ehemals Star-Mediatorin für NGOs, die UN und die USA, in die Region. Seit ihrem letzten Verhandlungsauftrag, bei dem sie schlimm scheiterte, hat sie auf Scheidungen umgesattelt. Mehr gezwungen als freiwillig nimmt sie den Auftrag an und beginnt Ermittlungen zu den rätselhaften Mordfällen. Schnell gerät sie dabei zwischen die Fronten.

    Das letzte Testament ist Band 1 der Reihe um Maggie Costello und erschien in der deutschsprachigen Fassung 2008, in der aktuellen 2010. Der Thriller stützt sich historisch lose auf die Lage im Nahostkonflikt in der zweiten Hälfte der Nullerjahre. Fest datiert in der Handlung ist lediglich der Strang um die Geschehnisse 2003 im Irak, die restliche Handlung findet »Mehrere Jahre später« statt. Allerdings gibt es innerhalb der Handlung Hinweise, so beispielsweise die Bildung der Einheitsregierung von Hamas und Fatah im Februar 2007, die im Buch bereits geschehen ist. Außerdem steht in den USA eine Präsidentschaftswahl an, was auf November 2008 datiert werden kann. Historisch abweichend ist dabei, dass es im Buch um eine Wiederwahl geht, der damalige US-Präsident George W. Bush aber am Ende seiner zweiten Amtszeit stand. Die Friedensverhandlungen, die im Buch thematisiert werden, sind Fiktion; real wurden diese erst 2010 wiederaufgenommen.

    Als Einstieg in die Reihe baut Bourne Das letzte Testament ein bisschen ungewöhnlich auf, was aber nur auffällt, wenn man sich nicht an die Reihenfolge hält und die restlichen Bände schon kennt. Denn im Gegensatz zu den späteren Bänden widmet er sich detailliert mit Maggies Vorgeschichte. Wo sich der Hintergrund der Hauptfigur in vielen anderen Reihen erst nach und nach im Rahmen einer Rahmenhandlung enthüllt, erledigt Bourne das gleich im ersten Band und dort auch am sehr viel präziser, als in allen späteren Bänden. Das betrifft insbesondere Maggies erste Phase als politische Mediatorin. Insofern relativiert sich meine Kritik an der fehlenden Charaktertiefe in den späteren Bänden ein wenig, man sollte die Bücher einfach chronologisch lesen.

    Mit Blick auf die Übersetzung von Rainer Schmidt habe ich für ein Buch von 2008 mit dieser Thematik erstaunlich wenig anzumerken. Rassismen und Sexismen werden insgesamt nur von negativ behafteten Figuren genutzt und die werden dadurch auch nicht sympathischer. Es gibt gegen Ende aber eine Stelle, an der Maggie »Gutmenschen« in negativer Konnotation nutzt, was mich sehr gewundert hat. Das Wort schien mir für die Zeit vor 2015 eher eine Randerscheinung. Allerdings muss ich feststellen, es hat seit den 1990ern einen schleichenden, aber stetigen Aufschwung. Dass es 2008 allerdings schon so weit im allgemeinen literarischen Sprachgebrauch angekommen war, dass man es in einer Übersetzung nutzen musste, wundert mich weiter.

    Davon aber abgesehen ist Das letzte Testament ein toller Einstieg in eine herausragende Serie. Maggie Costello ist als Protagonistin super gewählt. Thematisch bestechen Band und Serie insbesondere durch ihre recht enge Einbettung in die tatsächlichen Entwicklungen seit Mitte der Nullerjahre. Dazu kommt ein erhebliches Maß an Fachwissen über den Nahostkonflikt und seine Hintergründe und, was allerdings im ersten Band noch nicht so sehr zum Tragen kommt, die US-amerikanische Politik.

    Eine Contentwarnung muss ich mir noch gestatten: Es gibt einige wenige Folterszenen und recht eindrücklich beschriebene sexualisierte Gewalt. Gerade letzteres muss in der Deutlichkeit nicht unbedingt gut für jede:n sein.

    Also, lest Das letzte Testament und den Rest der Reihe. Es lohnt sich. Sam Bourne hat da mit der Verbindung aus Fiktion und sehr großer Realitätsnähe da wirklich eine oft schmerzhaft gute Thrillerreihe geschrieben.

  11. Cover des Buches Israels Existenzkampf (ISBN: 9783894582371)
    Yaacov Lozowick

    Israels Existenzkampf

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches NOAMI - Eine Reise nach Jerusalem (ISBN: 9783943446449)
    Peter Berg

    NOAMI - Eine Reise nach Jerusalem

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Bluesky_13

    MEINE MEINUNG

    Es war das Jahr 1996 als Eva die Beziehung zu Joachim beendet.

    Nachdem sie nie mit ihm nach Israel in den Urlaub gefahren ist, nahm er das nun zum Anlass, um dorthin zu reisen.

    Er reiste kurz nach dem Selbstmordattentat im März nach Israel.


    Dieses Buch ist sehr abenteuerlich und auch aufregend.

    Der Schreibstil von diesem Autor ist leicht zu lesen, da es locker geschrieben ist. Es sit so verfasst, das es uns aus der Sicht von Joachim erzählt wird. Das macht das ganze dann auch so menschlich, so persönlich und so authentisch. Man ist durch diesen Schreibstil nahe an den Protagonisten dran.


    Man liest hier über die Politik des Landes und über die Gesinnung der Menschen. Das macht dann manche Stellen auch so emotional und auch so gefühlvoll und man leidet mit Joachim.

    Die Liebe, die Politik und alles andere stehen manchmal dem Glück im Wege. Nicht alles läuft unkompliziert und es bedarf schon den ein oder anderen Umweg um glücklich zu werden.


    Von mir gibt es hier gerne die vollen 5 Sterne, da dieses Buch einen doch wachrüttelt und man wieder und wieder diese Attentate vor Augen hat. Der Holocaust ist hier stets präsent und die Juden sind dadurch noch immer verletzt und gekränkt.


    Bluesky_13

    Rosi

  13. Cover des Buches Wem gehört das Heilige Land? (ISBN: 9783492979078)
    Michael Wolffsohn

    Wem gehört das Heilige Land?

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    Wo liegt denn nun das sogenannte Heilige Land, um das alle möglichen Völker und Religionen so streiten? Was steht denn in der Bilbel? Welche Hinweise der Landesbegrenzung gibt es und wer hat warum daran Rechte angemeldet? Ein flüssig zu lesendes Taschenbuch, sehr informativ. Wer blickt denn überhaupt noch durch bei all den Religionskriegen um dieses Heilige Land! Ist Israel damit gemeint? Oder doch ein Land im weiteren Osten oder Richtung Ägypten? Woher kommt der Begriff? Ich finde es immer wieder unglaublich, was die Bilbel, der Koran und ähnliche "heilige Schriften" für fatale Kriege auslösten, die bis in die heutige Zeit andauern und kein Ende in Sicht! (Kein Wunder, dass sich kein Außerirdischer hierher traut, meine Güte, ich sollte aufhören, so viele Bücher parallel zu lesen!)
  14. Cover des Buches Im Land der Verzweiflung (ISBN: 9783446250468)
    Nir Baram

    Im Land der Verzweiflung

     (3)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick


    Der mittlerweile 40 Jahre alte israelische Schriftsteller und Intellektuelle Nir Baram hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einem der schärfsten Kritiker der israelischen Besatzung des Westjordanlandes entwickelt, sondern zählt mittlerweile auch international zu den Schriftstellern, die in einem Atemzug mit Amos Oz oder David Grossmann genannt werden.

    Doch ähnlich hart wie mit der israelischen Regierungspolitik geht er um mit der israelischen Linken und der liberalen Boheme in Tel Aviv. Sie, so sagt er, halten an überkommenen Friedensplänen fest, die vielleicht in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts so etwas wie Hoffnung versprachen, mittlerweile aber völlig obsolet geworden sind.

    Dies zeigen sehr überzeugend seine Reportagen, die er bei Besuchen 2014 und 2015 in den besetzten Gebieten Westjordanlands geschrieben hat und die hier in einem Band gesammelt sind. Er kommt zu dem Schluss,  "dass die überwiegende Mehrheit aller Israelis keine Ahnung hat, wie das Leben auf der Westbank aussieht. Die meisten sind noch niemals dort gewesen. Man könnte meinen, wir reden über einen theoretischen, nebulösen Ort, der in unserer politischen Vorstellung nur vage existiert, so, wie wir über die Bürgerkriegsschauplätze in Syrien oder Kongo reden."

    Auch direkt in Ost-Jerusalem, nur wenige hundert Meter entfernt von den Orten, an denen die Touristen sich gegenseitig auf die Füße treten, hinter einer 12 Meter hohen Mauer, sieht er sich in Ras Khamis mit einer Welt konfrontiert, die man in Israel nicht vermutet hätte:
    "Ich habe bei meinen Recherchen Orte in Jerusalem gesehen, die waren schrecklicher als jeder andere Ort, den ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Schlimmer als in jedem Drittweltland, das ich besucht habe. Vor allem in jenen Teilen Ost-Jerusalems, die hinter der Sperrmauer liegen. Niemand im restlichen Israel glaubt, dass Menschen dort unter solch grauenvollen Bedingungen leben müssen."

    In den Dörfern der Palästinenser begegnet er sowohl Menschen, die eine Versöhnung für illusionär halten, als auch welchen, die genau dafür arbeiten. Er erzählt davon, wie eng auf diesem Gebiet schon lange zusammengewachsen ist, was doch nach der Ideologie beider Seiten nie zusammengehören sollte. Ohne die wirtschaftlichen Verbindungen der Palästinensergebiete zu Israel würden diese binnen weniger Wochen kollabieren. Genauso verhält es sich mit den jüdischen Siedlungen:
    "Sie sind überall, nicht nur in den großen Siedlungsblöcken, sie sind einfach überall, egal, über welche Straße man durch das Westjordanland fährt, überall sieht man die Siedlungen. Wir sind also nicht mehr in den 1990er-Jahren, wir haben es 2016 mit einer neuen Realität zu tun, in der sich hunderte und aberhunderte Siedlungen überall im Westjordanland finden. Und in denen leben hunderttausende Siedler. Juden und Palästinenser leben dort also miteinander total vermischt. Und ich kenne einfach keine politisch umsetzbare Idee, wie man diese Siedler aus dem Westjordanland wieder herausbekommen könnte."

    Zwei Völker, eine Heimat. Das ist eine Initiative in Israel, bei der Nir Baram mitarbeitet, und die auf kleine Modellprojekte für das gleichberechtigte Miteinander von Juden und Palästinensern baut und sie fördert und unterstützt. Eine hoffnungsvolle Alternative zu jener anderen Dystopie eines Apartheidmodells, von dem manche Hardliner träumen.







  15. Cover des Buches Das Leben kleben (ISBN: 9783423253468)
    Marina Lewycka

    Das Leben kleben

     (169)
    Aktuelle Rezension von: Forti

    Für mich lebte "Das Leben kleben" von seinen skurrilen, undurchschaubaren Nebendarstellern - allen voran Naomi. Leider nahm die Ich-Erzählerin Georgie mit ihren familiären Problemen zu viel Platz ein - im Vergleich war das eine zu gewöhnliche Geschichte. Ich hätte gerne mehr von den anderen Personen und dem Haus erfahren.
    Insgesamt aber eine unterhaltsame Geschichte mit liebenswerten Charakteren.

  16. Cover des Buches Offene Wunde Nahost (ISBN: 9783203760148)
    Noam Chomsky

    Offene Wunde Nahost

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Wir sehen uns am Meer (ISBN: 9783839815007)
    Dorit Rabinyan

    Wir sehen uns am Meer

     (7)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Gestaltung
    Im Argon Verlag legt man bei der Hörbuchgestaltung sehr viel Wert auf Barrierefreiheit. Woran das liegt?

    Zum einen werden Produktionen im Daisy Format produziert. Keine Sorge, ihr könnt das Hörbuch auch auf normalen MP3 Playern hören, allerdings können dann die speziellen Funktionen nicht genutzt werden. Dank dem Daisy Format kann man nämlich nicht nur von Kapitel zu Kapitel springen, sondern auch von Satz zu Satz oder - wenn man das Hörbuch mit einem Gerät hört, dass das Daisy Format unterstützt - können auch Notizen zum Hörbuch hinzugefügt werden.

    Zum anderen befinden sich die Daisy Hörbücher in Hüllen, die mit Blindenschrift beschriftet sind. Das finde ich unheimlich praktisch, weil man, wenn man blind ist, problemlos das passende Hörbuch aus dem Bücherregal holen kann.

    Allerdings gibt es da nur einen Nachteil: Die Daisy Hörbücher befinden sich nicht in normalen CD Hüllen, sondern haben das Format einer DVD Hülle. Das fand ich persönlich etwas schade, weil ich das Hörbuch so nicht in meinem CD Regal unterbringen konnte, weil es einfach zu groß war. Dabei lassen sich Punktschriftbeschriftungen auch auf kleineren Hüllen anbringen.

    Kommen wir aber nun zur Sprecherin: Wir sehen uns am Meer wird von Luise Helm gelesen. Kaum hatte ich mit dem Hörbuch begonnen, stellte ich irritiert fest, dass ich die Sprecherin kaum wiedererkannt hätte. Erst im März hatte ich Ein ganzes halbes Jahr gehört und dachte eigentlich, sie hätte den Großteil der Geschichte gesprochen. Dort kam mir ihre Stimmfarbe etwas heller vor. In Wir sehen uns am Meer, klingt ihre Stimmfarbe dunkler. Und ich hätte nicht gedacht, dass sich eine Stimmfarbe ja nach Produktion so unterscheiden kann.

    Luise Helm stellt unsere Hauptcharaktere wunderbar dar und greift zudem die schwierige Situation auf, in der sich die beiden befinden. Einerseits erleben wir in Wir sehen uns am Meer eine junge Liebe, die aber auch von einer Schwere geprägt ist. Eine Last, die unsere Protagonisten nicht abschütteln können. Und das konnte Luise Helm glaubhaft darstellen.

    Inhalt / Spannung
    Liat und Chilmi lernen sich durch einen Zufall in New York kennen und verlieben sich beinahe auf den ersten Blick ineinander. Doch da gibt es ein großes Problem: Liat ist Israelin und Chilmi Palästinenser. Obwohl beide in Israel aufgewachsen sind, sind sie unterschiedlich sozialisiert worden und wissen genau, dass ihre Liebe in der Heimat nicht bestehen könnte. Was ihnen bleibt, sind drei gemeinsame Monate, die sie so gut wie eben möglich nutzen möchten.

    Hier begegnet uns eine Art moderne Version von Romeo und Julia. Allerdings wird Wir sehen uns am Meer nicht etwa von einem Familienkonflikt bestimmt. Liat und Chilmi wurden so sozialisiert, dass sie das Volk des jeweils anderen als Feind ansehen müssten. Und genau das sorgt immer wieder für Konflikte in ihrer Beziehung.

    Mir gefiel es sehr gut, dass neben der Liebesgeschichte auch noch ein gesellschaftlicher Konflikt in die Handlung eingebaut wurde. Ein Konflikt, der in unserer westlichen Kultur vor ein paar Jahrhunderten ebenfalls noch sehr präsent war. Katholiken und Protestanten in einer Beziehung wurde auch bei uns lange Zeit nicht gerne gesehen.

    Der Inhalt stimmte mich stellenweise sehr nachdenklich, weil hier sehr eindrücklich geschildert wird, was passiert, wenn Menschen unterschiedlich sozialisiert werden und es Konflikte gibt, die über Generationen weitergegeben werden. Dabei suchen beide Gruppen nach Frieden und dennoch ist es so schwer, eine gemeinsame Lösung für die Konflikte zu finden.
    Doch zwischen Liat und Chilmi steht nicht nur der gesellschaftliche Konflikt. Die beiden Protagonisten sind auch sehr gegensätzlich.

    Liat sucht nach Ordnung und Struktur. Ihr ist es wichtig, was Freunde und Familie über sie denken und so macht es sie unglaublich nervös, als sie ihre Beziehung zu Chilmi verheimlichen muss. Eine Beziehung, die sie nicht kontrollieren kann.
    Chilmi ist verträumt und sehr gefühlvoll. Während Liat ihr Leben organisiert, lässt sich Chilmi überraschen, was das Leben so für ihn bereit hält.

    Schreibstil
    Dorit Rabinyan erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Liat. Wir lernen also nicht nur Liats Gedanken kennen, sondern erfahren auch, wie sie Chilmi wahrnimmt. Und das sagt wiederum unbewusst viel über seinen Charakter aus.
    Immer wieder baut die Autorin Bedeutungen für hebräische oder arabische Wörter ein. Das fand ich persönlich sehr spannend, weil mir so fremde Kulturen und Sprachen ein bisschen näher gebracht wurden, ohne, dass es aufdringlich wirkte.

    Gesamteindruck
    Hinter Wir sehen uns am Meer verbirgt sich eine sehr tiefgründige Liebesgeschichte, die von der Frage geprägt ist, ob diese Liebe die gesellschaftlichen Konflikte überstehen kann und es doch noch ein Happy End für Liat und Chilmi gibt. Wer sich also für Liebesgeschichten interessiert, in denen nicht nur die Paarbeziehung im Vordergrund steht, sondern auch noch andere Konflikte thematisiert werden, sollte sich die Geschichte mal genauer anschauen. 
  18. Cover des Buches Fake (ISBN: 9783608503494)
    James Rayburn

    Fake

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Schnuppe
    Friedensverhandlungen im nahen Osten sollen zum Amtsende des amerikanischen Präsidenten forciert, wenn möglich erfolgreich abgeschlossen werden. Daran haben nicht alle ein Interesse, für die Waffenindustrie würden damit ein wichtige Einkünfte wegbrechen. Als bei einem Drohnenangriff eine amerikanische Geisel involviert ist , versuchen daraufhin alle Parteien die Verhandlungen in ihren Sinne zu beeinflussen. Fake News sind da noch das wenigste, auch vor Mord wird nicht zurückgeschreckt. Leider kann man sich als Leser nur zu gut vorstellen, dass dies nah an der Wirklichkeit ist. Die 383 Seiten lassen sich gut lesen, sie sind in sehr kurze Kapitel (meist ca. 4 Seiten) unterteilt. Jedes Kapitel stellt den anderen Blickpunk eines anderen Protagonisten vor, so entsteht manchmal eine "Hektik", die gewollt ist.
  19. Cover des Buches Die Rache des Falken (ISBN: 9782919800117)
    Werner Sonne

    Die Rache des Falken

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Die Rache des Falken" ist ein fiktiver Roman zum Nahostkonflikt, der den Leser aber viele Male kräftig schlucken lässt.  Zwar ist die Geschichte wie gesagt fiktiv - ein palästinensischer Terrorist droht, einen nuklearen Sprengkopf „irgendwo in der Stadt“, in Washington D.C. - zu platzieren. Doch mit Blick auf die politischen Kriege, Konfliktsituationen, Krisen und Eskalationen, welche die unbeteiligten Bürger der betroffenen Länder wieder und wieder um ihr Leben zittern lassen, habe ich das Buch mit einer gewissen Bitternis gelesen. Das ist ein Buch; ein Thema, auf das man sich einlassen muss. Und zwar in aller Ruhe. Sich mal schnell zwischendurch in einer kurzen Pause ein paar Seiten vornehmen ist nicht. Zumal vor allem der Pool an Figuren ebenso groß ist, wie deren politischen Ansichten und der Szenenwechsel rasch aufeinander folgend. Vor allem zu Anfang, wenn man als Leser noch nicht richtig drin ist in der Storyline, kann der Überblick verloren gehen. Von daher ist das „sich Zeit nehmen“, hier unbedingt ratsam. Es lohnt sich! Und am Ende? Am Ende habe ich Muhameds Worte im Stillen mitgeflüstert.

  20. Cover des Buches Der Duft des Sussita (ISBN: 9783446240292)
    Robert Scheer

    Der Duft des Sussita

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Der Autor: Robert Scheer wurde 1973 in
    Rumänien geboren und lebte mit seiner
    Familie ab 1985 in Israel. Er versuchte sich
    als Rockmusiker in London, auch als
    Dolmetscher und als Musikproduzent. Heute
    lebt er seit 1999 in Tübingen und ist nach
    einem Philosophiestudium als Buchhändler
    und auch Schriftsteller tätig. Aber auch
    sonst ist er sehr vielseitig begabt.

    Dieses Buch ist 2012 im Hansa-Verlag
    erschienen.

    In 12 wunderbaren Kurzgeschichten
    berichtet Robert Scheer u. A. über den
    Duft des Sussita. Es handelt sich
    nicht um eine Modemarke oder
    Parfum, nein es ist ein Auto. Über eine
    glückliche Familie, die ihren ersten
    Ausflug mit diesem neuen Auto macht
    und nach dem Essen das Auto nicht
    mehr finden kann. Oder wie ein
    Opernbesuch zum ersten Richard
    Wagner Konzert in Israel bei den
    Israelis ankommt. Ganz besonders
    gefallen hat mir die Geschichte mit
    Lothar Matthäus, der sich in Israel
    als Trainer versucht hat und leider
    den Spieler mit dem falschen Namen
    arrangieren wollte oder die Privatisierung
    der Essenlieferungen an der Front für
    die Soldaten.

    Der Leser bekommt einen hervorragenden
    Einblick in die Lebensweise und auch
    Denkweise der in Israel lebenden Menschen,
    mit all ihren Macken und Eigenarten.
    Sehr amüsant fand ich es.

    Auch hat Robert Scheer so seinen ganz
    eigenen Stil etwas zu erzählen. Durch
    häufige Wiederholungen der Wörter und
    Sätze prägt sich der Text richtig ein.
    Lässt es noch mal Revue passieren, denkt
    darüber nach und ich musste dann auch
    immer mal wieder Dinge nachschlagen
    oder auch Passagen aus der Bibel
    heraussuchen. Habe einiges neues gelernt,
    über die ausgestorbene Gattung der
    Amalekiter und über die geheimnisvollen
    Drusen, die nur noch in einigen wenigen
    Ländern leben.

    Von solchen Geschichten darf es ruhig
    noch mehr geben. 
  21. Cover des Buches Die Stunde der Jäger (ISBN: 9783442098262)
    Stephen Coonts

    Die Stunde der Jäger

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Ein unmoralisches Angebot - Der Originalroman zum Film (ISBN: B002O8EH82)

    Ein unmoralisches Angebot - Der Originalroman zum Film

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Die Vorlage für den Film mit Redford, Moore und Harrelson: Ein Milliardär und Staatschef aus dem Nahen Osten lernt einen nahezu mittellosen jüdischen Ghostwriter aus Philadelphia in Atlantic City im Spielcasino kennen und lädt diesen zu einem Dinner mit den jeweiligen Partnerinnen an. Bei dem gemeinsamen Abendessen verkündet der Sultan, er halte jeden Menschen zu jeder Zeit für käuflich, es komme nur auf den Preis an. Um dies zu beweisen, bietet er dem neuen Bekannten an, ihm eine Million Dollar für eine Nacht mit der Frau des anderen an. Das Ganze wird noch pikanter dadurch, daß der arme Jude (Josh) im Sechs-Tage-Krieg von 1967 Israel verteidigt hat, der Moslem (Hassan) und sein Land hingegen das Existenzrecht Israels nicht anerkennen. Und Jash und seine Frau haben durch Ehebruch von beiden zueiandergefunden, während Hassan Josh jetzt ebenfalls Ehebruch anbietet. Das Buch bietet auch interessante Einblicke in das Judentum und die israelische Geschichte, und zu den Themen "Kapitalismus" und "amerikanischer Traum" hat das Buch sicher auch einiges zu sagen. Hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich hab es in 2 Tagen verschlungen!
  23. Cover des Buches Hausaufgaben (ISBN: 9783257603699)
    Jakob Arjouni

    Hausaufgaben

     (74)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    War er nicht immer korrekt ? Jugendlich und witzig empfindet er sich und dann fliegt ihm sein Leben um die Ohren. Tochter und Sohn, Ehefrau und Schüler machen ihm Vorwürfe, aber Lehrer Linde gehen die Argumente der Selbstentlastung nicht aus.

    Ich habe es in einem Rutsch gelesen und die Geschichte um den überaus korrekten Lehrer Joachim Linde sehr unterhaltsam, zwischen Lächeln und Kopfschütteln. Er fordert Verantwortung von seinen Schülern ein, übernimmt sie aber für sein eigenes Leben nicht.

    Und dann passiert was immer passiert wenn zu viel Druck entsteht: es kommt zur Explosion und Linde muss den Kopf einziehen, das kann er gut.

  24. Cover des Buches Der Nahost-Konflikt (ISBN: 9783462301007)
    Marcel Pott

    Der Nahost-Konflikt

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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