Bücher mit dem Tag "napoleon bonaparte"
15 Bücher
- Sabine Ebert
1813 - Kriegsfeuer
(115)Aktuelle Rezension von: AMCLiestDie ca 800 Seiten dieses Buches haben mich am Anfang etwas abgeschreckt, diesen Roman von Sabine Ebert zu lesen, der schon so lange bei mir auf dem Bücherregal steht.
Es hat auch etwas gedauert, mit der Geschichte um die Völkerschlacht von Leipzig warm zu werden, denn zu viele Menschen und deren Schicksale tummeln sich auf den ersten Seiten, sodass es mühsam wird, einen roten Faden zu finden, obwohl ich ziemlich schnell auf bekannte historische Persönlichkeiten gestossen bin: Napoleon, Jean Baptiste Bernadotte, Kronprinz von Schweden , Zar Alexander, Blücher, der sächsische König Friedrich August I.. Auch das Städtchen Freiberg habe ich schon kennen gelernt:
Hier wohnt der Buchdrucker Friedrich Gerlach mit seiner Frau Johanna und versucht trotz des Krieges sein Geschäft weiter zu führen. Als seine Nichte Henriette mit ihrem Bruder zu ihm stößt, nimmt er sie auf. Die französische Besatzung wird auf ihn und das hübsche Mädchen aufmerksam, und so entspinnt sich neben den Geschichten um die Schlachten der Generäle ein getreues Bild der Bevölkerung und seiner Sorgen. Die männliche Jugend möchte in den Krieg ziehen und die Mütter vermissen ihre Söhne. Dem Schicksal dieser einfachen Menschen und die Entscheidungen der großen Persönlichkeiten, die zu Leben und Tod in den Schlachten führen, wird großes Augenmerk geschenkt. Über allem aber thront die Sehnsucht nach Frieden, die von Henriette verkörpert wird. Sie ist hin und her gerissen von ihren Gefühlen zu einem französischen Leutnant namens Etienne und dem preussischen Premierleutnant Maximilian, hat mehrere Verehrer und ein Geheimnis, das sie dazu bringt, im Lazarett Dienst zu leisten. Anfangs ist sie etwas blaß, gewinnt aber bald zwischen den vielen historische Personen an Kontur.
Sabine Ebert hat die historischen Fakten der Völkerschlacht von Leipzig akribisch recherchiert, jede Schlacht, jede Entscheidung der Generäle und der Herrscher wird mehr oder weniger detailgetreu dargestellt. Damit ist es nicht nur ein historischer Roman, sondern fast ein Sachbuch geworden, der fesselt und dabei ein fast vollkommenes Bild auf die historischen Persönlichkeiten schafft. Sie bleibt dabei sachlich und verknüpft geschickt die einzelnen Handelsstränge, sodass eine höchst interessanter Abriss der Geschichte entstanden ist.
- Ken Follett
Die Waffen des Lichts
(65)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen ersten Blick auf das Geschehen bietet die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der fünfte Band der "Kingsbridge Reihe" setzt die Reise durch die Jahrhunderte in dieser Stadt fort. Und wie immer ist das eine sehr unterhaltsame Reise. Das Leben der Menschen in dieser Zeit wird hervorragend getroffen, wie auch deren - oftmals - schweren Lebensumstände. Es ist die Zeit in der die ersten Maschinen den Menschen die Arbeit nehmen und in Europa ein schrecklicher Krieg tobt.
Das hat der Autor vorzüglich in eine fesselnde Geschichte verpackt. Eigentlich wie gewohnt! Ebenfalls wie gewohnt sind die Figuren präzise und mit Tiefe gezeichnet. Dies zusammen mit dem flüssigen, aber auch bildhaften Schreibstil ergibt eine tolles Leseerlebnis,
Mehr davon....;
- Sabine Ebert
1815 - Blutfrieden
(49)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen, ersten Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Das zweite Buch aus der zweibändigen Reihe um die Zeit von 1813 bis 1815 schließt unmittelbar an die Handlung aus dem ersten Buch an und setzt die Erzählung nahtlos fort.
Mit eindrucksvollen Worten treibt die Autorin den Leser durch die damaligen, schrecklichen kriegsgeprägten Zeiten. Dabei geht sie nicht nur geschickt mit den historischen Fakten um, sondern reichert diese mit wenigen, aber eindrucksvollen, fiktiven Geschichten an. Dies alles nicht nur unterBetrachtung der gekrönten Häupter, sondern auch aus Sicht der einfachen Leute.
Das Buch ist voller Spannung aber auch von anrührender Schicksalhaftigkeit. Die vielen historischen Figuren, aber auch die fiktiven Handelnden, sind sehr plastisch gezeichnet, sodass sie der Leser quasi leibhaftig vor sich sieht.
Für mich -zusammen mit dem Band "1813 - eine absolute Leseempfehlung!
- Annabelle Tilly
Celeste - Zwischen Himmel und Erde
(32)Aktuelle Rezension von: heidi_59
Celeste zwischen Himmel und ErdeAnnabelle Tilly
Paris, 1804
Ganz Paris ist im Freudentaumel und feiert die Krönung von Napoleon Bonaparte .
In den engen Gassen vergnügt sich das einfache Volk an den Vorstellungen der vielen angereisten Gaukler. Die hübsche Seiltänzerin Celeste und ihre Pflegeeltern haben Glück und ergattern noch einen freien Platz in der Nähe des berühmten Louvre. Die atemberaubende Show die Celeste auf dem Hochseil ihrem Publikum bietet , begeistert nicht nur die Menschen in den Gassen . Der Direktor des Pariser Ballett ist hingerissen von ihrer Kunst und engagiert sie für sein Opern Ensemble. Schnell wird Celeste zum Liebling der Stadt und weckt nicht nur die Begierde nach ihren kunstvollen Tanzaufführungen, in der aristokratischen Männerwelt .
Doch Celeste hat nur Augen für den Studenten Viktor von Löwenstein , der bei seinem Onkel im Louvre arbeitet und ganz romantisch um ihre Liebe wirbt .
Bei einem Einbruch im Louvre werden Juwelen aus der Krone Napoleons gestohlen und ein Mann wird erschossen. Zum Entsetzen von Celeste führt die Spur des Raubes in die Tiefen der Katakomben von Paris , direkt zum Mörder ihrer Eltern , den sie nie vergessen hat. Dramatische Ereignisse nehmen ihren Lauf und erschüttern die zart erblühte Liebe .
Dem Autoren Duo Annabelle Tilly ist mit dem Roman
„Celeste zwischen Himmel und Erde“ ein toller Roman über Paris zur Zeit von Napoleon Bonaparte gelungen . Die Französische Revolution ist vorbei , Napoleon lässt sich zum Kaiser krönen und ganz Paris erliegt dem Flair der Krönungsfeier .
Das Paris des 18. Jahrhundert wird wieder lebendig in der zauberhaften Szenerie aus Gauklern in den Gassen die ihre Künste darbieten und Aristokraten die sich im Theater an der Kunst der Balletttänzerinnen berauschen. Der Geruch von gebrannten Mandeln steigt beim Lesen aus den Seiten und es scheint fast ,als wenn von irgendwoher die Musik des Leierkasten ertönt. Der bildhafte Schreibstil sorgt für ein tolles Kopfkino , zusätzlich punktet die schöne Geschichte mit ihrem gelungenen historischen Hintergrund und den gut recherchierten geschichtlichen Fakten .
Ein großer Roman über eine dramatische Liebe in Paris, den Louvre, die Geheimnisse der Katakomben und die blutigen Schatten der Französischen Revolution!
Mir hat „Celeste zwischen Himmel und Erde“ sehr gut gefallen und schöne Lesestunden geschenkt.
Sehr gerne vergebe ich dafür
5 Sterne
und eine absolute Leseempfehlung
@heidi_59
- Simon Scarrow
Schlacht und Blut - Die Napoleon-Saga 1769 - 1795
(15)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisSimon Scarrow penibler Rechercheur und opulenter Erzähler hat, mit diesem historischen Roman, die ersten 26 Jahre von Napoleon und seinen britischen Widersacher Arthur Wellesley beschrieben. Das Buch ist der erste Teil einer vierbändigen Saga rund um die beiden Männer, die im selben Jahr (1769) geboren worden sind und die das Schicksal Europas mehr als 25 Jahre in Händen gehalten haben. Es handelt sich hier allerdings nicht um eine echte Doppelbiografie wie er in seinem Vorwort schreibt. Er weist darauf hin, „nur“ einen Roman rund um historische Fakten verfasst zu haben. Einiges, was Napoleon-Kenner aus Büchern von Günther Müchler, Johannes Willms, Adam Zamoyski, Franz Herre oder Eckard Kleßmann kennen, ist weggelassen worden, da es den Umfang der Reihe von ohnehin rund 3.300 Seiten vollends gesprengt hätte.
Im Jahr 1769 wird in Irland der verarmte englische Adlige Arthur Wellesley (der spätere Duke of Wellington) geboren. Als er auf die Welt kommt sieht es so aus als würde er nicht überleben. Weder schulisch noch sportlich begabt ist sein weiteres Leben auch nicht leicht. Obwohl er ein großes Talent als Musiker ist, bleibt ihm, als dritten Sohn eines verschuldeten Landadeligen nur die militärische Laufbahn.
Im gleichen Jahr wird auf Korsika Napoleon Bonaparte geboren. Korsika war eine Provinz von Genua und die Eltern von Napoleon kämpften für die Unabhängigkeit. Im Jahr der Geburt von Napoleon besiegt Frankreich Genua und Korsika fällt an den Sieger. Durch einen Zufall kommt Napoleon mit Soldaten in Kontakt und landet später auf der in ganz Europa bekannten Militärakademie von Angers.
Anschließend verfolgen wir die Lebenswege der beiden, die sich ähneln und auch doch wieder stark unterscheiden bis zum Jahr 1795.
Interessant ist der Einblick in die Struktur des Militärs von England. Hier zählt nur die Herkunft und das Vermögen, denn man kauft sich das Offizierspatent und alle seine militärischen Ränge unabhängig von der tatsächlichen Begabung für Taktik und Menschenführung. Während es im revolutionären Frankreich möglich ist, auch als „Mann aus dem Volk“ (der Adel wurde ja ziemlich dezimiert) durch besondere Leistungen zum Leutnant, Oberst und General aufzusteigen. Das bekannteste Beispiel dafür ist Jean Lannes (1769-1809), der als Sohn eines Stallknechts bis zum Marschall des Kaiserreiches aufgestiegen ist, bevor er in der Schlacht von Aspern 1809 tödlich verwundet worden ist.
Für Zartbesaitete ist dieser Roman über Napoleons Aufstieg vielleicht nicht ganz geeignet, denn es wird gekämpft und gestorben sowie viel verbrannte Erde hinterlassen und die Zivilbevölkerung nicht verschont. Der Titel „Schlacht und Blut“ verschweigt da wenig.
Fazit:
Ein detailliert beschriebener historischer Roman, in dessen Mittelpunkt zwei höchst unterschiedliche Personen stehen, die mehr gemeinsam haben, als ihnen lieb ist. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
- Günter Müchler
Napoleon
(18)Aktuelle Rezension von: dj79Zum 250. Geburtstag Napoleons veröffentlicht Günter Müchler eine umfangreiche Biografie des französischen Kaisers, die neben der geschichtlichen Ereigniskette mit Beteiligung Napoleons auch seinen Charakter beschreibt, seine Herkunft, seine Motivation, die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Als Leser merkt man sehr wohl, dass sich Günter Müchler schon sehr lange mit Napoleon auseinander setzt. Mit unvergleichlichen Detailreichtum lernt man den Kaiser zunächst als Mitglied und später als Oberhaupt der Familie Buonaparte kennen. Als Korse erfährt der Schüler Buonaparte wenig Beachtung von seinem Umfeld. So beschäftigt sich Napoleon über den Pflichtstoff hinaus mit verschiedensten Themen, legt mit seinen autodidaktischen Studien den Grundstein für seine legendäre Laufbahn. Seinen für mich faszinierenden Lernstil stets aufrechterhaltend trifft er lange Zeit sehr geschickt Entscheidungen, die den Erfordernissen der Zeit gerecht werden, die ihm seinen Erfolg bescheren. Als Quasi-PR-Erfinder weiß Napoleon zu überzeugen in der Politik wie auch im Krieg. Er hat ein feinsinniges Gespür für die kleinen Gesten, mit denen er sein Gefolge mitreißt und motiviert. So sichert er nicht nur Frankreichs Grenzen, sondern erobert als Kaiser nach und nach halb Europa. Im weiteren Verlauf lässt sich eine gewisse Arroganz bzw. Überheblichkeit, die mit der Angst „Alles wieder zu verlieren“ gepaart ist, spüren. Als Getriebener von übertriebenen Ehrgeiz verliert Napoleon seine strategische Gabe für den perfekten Moment. So markiert der misslungene Spanienfeldzug den Anfang von Napoleons Niedergang, wodurch er nach Waterloo auf St. Helena den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht. In sechs Abschnitten beschreibt Günter Müchler die Lebens-/Schaffensphasen des Korsen. Dabei liegt der Fokus stark auf dem kriegerischen Aspekt, Napoleons Code Civil und seine Verwaltungsreform, die bis heute auf uns wirken, bekommen etwas weniger Aufmerksamkeit. Verdutzt war ich von Napoleons Besetzung der „Königsposten“ mit Familienmitgliedern, die oftmals nicht unbedingt geeignet erschienen. Offensichtlich in meinem Geschichtsunterricht verschlafen habe ich die von Napoleon unterschätzte Strategie von Zar Alexander im Russlandfeldzug. Dass es letztlich vergleichsweise wenig Gefechte gegeben hat, war mir überhaupt nicht bewusst. Ein Einfluss von Kälte und Hunger ist in meiner Erinnerung durchaus hängen geblieben, aber nicht der Grad des Einflusses. Insgesamt war die Beschäftigung mit Napoleons Werdegang sehr lohnenswert für mich. Mit einem angenehmen Lesefluss konnte ich aufgrund der Kapitelstruktur gut verarbeitbare Häppchen auf mich wirken lassen und somit meine Wissenslücken schließen. Noch etwas besser hätte ich die Lektüre gefunden, wenn den Ausführungen eine Zeittafel vorangestellt worden wäre. Auch ein häufigeres Auftreten der entsprechenden Jahreszahl im Fließtext hätte mir geholfen. Besonders ansprechend finde ich die Aufmachung. Die Biografie wirkt mit zahlreichen Abbildungen und Kartenmaterial formvollendet. Gern empfehle ich sie weiter. Meine Empfehlung möchte ich als Einladung verstanden wissen, die legendäre Persönlichkeit Napoleon, die jeder zu kennen glaubt, tatsächlich einmal näher kennen zu lernen. - Bernard Cornwell
Sharpes Teufel
(5)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen ersten Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Der 21. Band der tollen Buchreihe unterscheidet sich doch erheblich von den vorherigen Büchern. Die Handlung ist diesmal ausserhalb Europas angesiedelt - in der neuen Welt, in Chile. Aber nicht nur das unterscheidet das Buch von allen bisherigen, auch die Handlung ist deutlich weniger von Schlachtenlärm geprägt. stattdessen geht es um die Suche nach einer vermissten Person, um Verrat und Intrigen. Durchaus auch sehr spannend. Ausserdem ist die Handlung im Jahr 1820 angesiedelt - alle noch folgenden Bücher spielen zeitlich vor diesem Datum. Man mag also diesen Band als den eigentlichen Abschluss der Reihe ansehen.
Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen erreicht aber nicht mehr ganz die volle Punktzahl.
- Timo Feldhaus
Mary Shelleys Zimmer
(8)Aktuelle Rezension von: DajobamaMary Shelleys Zimmer – Timo Feldhaus
Nach der Lektüre von „Mary und Claire“ und „Frankenstein“ war mein Interesse geweckt, noch mehr von und über die Autorin Mary Shelley zu erfahren.
In diesem Sachbuch geht es nicht nur um Mary Shelley, dennoch nimmt sie großen Raum ein. Timo Feldhaus spürt dem großen Vulkanausbruch 1816 in Indonesien nach und untersucht seine Auswirkungen. Das Klima verändert sich, der folgende Sommer fällt aus. Napoleon sitzt einsam auf der Insel St. Helena, Caspar David Friedrich malt trübe Sonnenuntergänge und Mary Shelley befindet sich mit heute berühmten Personen am Genfer See und schreibt an „Frankenstein“.
Wie auch schon „Mary und Claire“ beschreibt auch dieses Werk die Geschehnisse, die diesem wichtigen Aufenthalt am Genfer See vorausgehen. Ihr Elternhaus, die Liebschaft mit Percy Shelley und die seltsame Menage a troix mit ihm und ihrer Halbschwester Jane (Claire). Vielleicht habe ich mich nur deshalb so gut in diesem Buch zurechtgefunden, da mir die Eckpunkte (und Percys flatterhaftes unzuverlässiges Wesen) bereits bekannt waren. Denn Feldhaus legt ein ordentliches Tempo vor und wechselt auch immer wieder zwischen Goethe, Napoleon, Indonesien, etc.
Feldhaus zeigt die Zusammenhänge auf – zwischen dem großen indonesischen Vulkanausbruch von 1816, der Faszination Marys über die Entdeckung der Elektrizität, der Entstehung von „Frankenstein“ und – ja, sogar der Prometheussage.
Auf jeden Fall wird es niemals langweilig mit Timo Feldhaus. Denn er hat einen sehr unterhaltsamen, leicht schnoddrigen, oftmals etwas überspitzten Erzählstil. Der mag nicht jedem liegen, ich fand ihn ganz angenehm, da nicht so trocken. Vor allen Dingen schafft er es, auf höchst kurzweilige Art und Weise die klimatischen Auswirkungen des Vulkanausbruchs mit historischen Begebenheiten und den zeitgleichen kulturellen Entwicklungen in Zusammenhang zu setzen.
4 Sterne.
- Ulrich Offenberg
Die Französische Revolution: P.M. History
(1)Aktuelle Rezension von: pardenGESCHICHTSUNTERRICHT IM UNTERHALTUNGSFORMAT...
Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit - die berühmten Ideen der französischen Revolution. Wörter wie Paukenschläge, die die politische Landschaft Europas von Grund auf veränderten. Mit dem Aufstand gegen König und Adel von 1789 wurde das "Acien Regime" gestürzt, die Macht des Absolutismus gebrochen. Ludwig der XVI. starb, wie seine österreichische Frau Marie Antoinette, unter dem Fallbeil der Guillotine. Den konservativen Kräften Europas gelang es nicht mehr, den Funken der Revolution auszutreten. Europas Throne wankten, schon bald sollen sie fast alle stürzen. Robespierre, der Führer der berüchtigten Jakobiner, errichtete mit seinen Freunden ein blutiges Terrorregime. Erst der Widerstand der großbürgerlichen Kräfte und das energische Zupacken Napoleons beendete den Aufstand des französischen Volkes gegen die etablierte Macht.
Hui, das ist schon gar nicht mehr wahr - zu meiner Schulzeit im ungeliebten Geschichtsunterricht haben wir die Französische Revolution natürlich auch gestreift, aber abgesehen von dem Sturm auf die Bastille und dem Namen Robespierre ist nicht mehr viel hängen geblieben. Ich weiß nicht, wie es zu Eurer Schulzeit war - bei uns gab es langweilig aufgemachte Geschichtsbücher mit 'Quellenangaben', öden Abbildungen oder Schaubildern und oft unverständlichen Texten. Da war ich immer froh, wenn ich das Buch wieder zuklappen konnte - Zusammenhänge verstanden habe ich da jedenfalls nicht. Zu pubertärem Desinteresse gesellte sich das Unvermögen des Lehrers, den Unterricht interessant zu gestalten. Und das Internet gab es damals noch nicht...
Geblieben ist bei mir seither eine Aversion gegen 'Historisches', so gehört das Genre der 'Historischen Romane' beispielsweise auch zu den ungeliebten. Nichtsdestotrotz ist mir natürlich klar, wie bedeutsam Einblicke in historische Zusammenhänge sind, denn nur so können Entwicklungen nachvollzogen und auch auf die heutige Zeit angewandt werden. Vieles vergangen Geglaubte kommt immer einmal wieder, und heutige gesellschaftliche Errungenschaften sollte keineswegs für selbstverständlich gehalten werden.
"Liberté, Égalité, Fraterinité" - diese drei Schlagwörter kennt wohl jeder und ahnt, dass sie Grundlage auch für unsere eigene demokratische Entwicklung sein könnten. Doch darum geht es bei diesem Hörspiel nicht. Hier wird erläutert, wie es zu der Revolution kommt - und dass es nicht damit getan ist, dass jemand sagt, wir wollen keinen König mehr. Blutige Unruhen, Revolution und Konterrevolution im Inland wie im Ausland, ein mehrjähriger Krieg, an dem letztlich fast ganz Europa beteiligt war, wechselnde Machthaber - und der inflationäre Einsatz der jüngst erfundenen Guillotine.
Innerhalb von knapp zwei Jahren verloren etwa 20000 Menschen durch das professionelle Henkersbeil ihren Kopf - und mindestens ebenso viele wurden durch den Einsatz von Kanonen hingerichtet oder starben elendig im Kerker. Dabei konnten sich die wechselnden Machtparteien immer nur kurz selbst in Sicherheit wiegen und versuchen, ihre jeweiligen (oder zumindest mutmaßlichen) Gegner einen Kopf kürzer zu machen - Gerichtsverfahren waren zu dieser Zeit ausgesetzt. Die Politik trieb dabei die wildesten Blüten - Joseph Fouché beispielsweise wandelte binnen kurzem sein Profil vom gesuchtenTerroristen hin zum neuen Polizeiminister. Es kommt halt immer auf die Perspektive an...
Eine schwere Zeit für Frankreich, in der sich die neue Ordnung erst einmal finden musste. Mit Napoleon Bonaparte wurde schießlich eine Militärdespotie etabliert, die endgültig den revolutionären Geist im Land erstickte, der dort seit über zehn Jahren geherrscht hat. Aber der künftige Kaiser Frankreichs ist dann wohl ein anderes Thema...
Ich will jetzt nicht so tun, als hätte ich durch das Hören dieses dokumentarisch aufgemachten Hörspiels nun alle Zusammenhänge verstanden. Aber die Entwicklung - wie kam es dazu, was geschah währenddessen und wie endete die Revolution schließlich - ist mir nun deutlich. Die gefühlt 3 Mio. Namen, die mir da zu Ohren kamen, habe ich größtenteils gleich wieder vergessen, doch ich fühle mich jetzt nach den 2 Stunden und 28 Minuten deutlich besser informiert als durch den drögen Geschichtsunterricht während meiner Schulzeit.
Die Hauptlesung bestreitet Achim Hoppner in angemessenem Tempo und sorgfältiger Betonung, so dass das Hören nicht langweilig wurde. Immer wieder wurde die Lesung durch einen lebendig gestalteten Dialog eines Liebespaares unterbrochen, der die durchaus wechselhafte Stimmung im Volk verdeutlichte. Dies empfand ich als dramartugisch gelungen.
Geschichtsunterricht im Unterhaltungsformat - durchdacht und empfehlenswert. Sicher halte ich künftig noch nach anderen Themen dieser Reihe Ausschau!
© Parden - Christoph Hardebusch
Auf stürmischer See
(3)Aktuelle Rezension von: PigletandherBooks⚓️ Historische Seefahrer-Vibes gefällig? ⚓️
Dann setzt die Segel – dieses Buch entführt euch mitten hinein in die raue Welt der Seefahrt 🏴☠️ , gefährlichen Kämpfen auf den europäischen Gewässern 🌊 und politischen Intrigen des 17. Jahrhunderts! Mit dabei: eine packende Mission 😱, unerwartete Wendungen und jede Menge Action ⚔️.
Wie fand ich das Buch? 📖
Ich hab es verschlungen! Genauer gesagt, reichte eine Zugfahrt nach Prag aus, auch wenn ich dank @christophhardebusch eigentlich auf hoher See unterwegs war. Mit „Auf stürmischer See“ erwartet euch also ein kurzweiliges Abenteuer mit jeder Menge Spannung und Tempo. Besonders die actionreichen Kämpfe ⚔️ und die spannenden Wendungen haben mir zugesagt. Hardebusch schafft es, die Welt der Seefahrer so lebendig darzustellen, dass man fast die Gischt im Gesicht spürt 🌊. Ein einziger Punkt ist mir jedoch aufgefallen, während der Fokus sehr stark auf die Geschichte, die Spannung und die Kämpfe liegt, bleibt die Entwicklung der Charakter etwas auf der Strecke. Was nicht bedeutet, dass unser Protagonist Matthew Dankworth unsympathisch wäre, dass ist er auf gar keinen Fall und auch die anderen Figuren haben ihre Reize, dennoch bleiben sie bis zur letzten Seite sehr starr.
⠀
Dennoch muss ich sagen, wer historische Romane liebt – oder einfach mal wieder in ein richtig mitreißendes Abenteuer eintauchen will – sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben! Denn es gilt: Lesen und ablegen? Fehlanzeige. Das war eine wilde Fahrt! ⚓️🌊⚔️
PS.: Meine Bewertung bezieht sich ausschließlich auf den Inhalt des Buches, also das vom Autor verfasste geschrieben Wort! Damit unterstütze ich in keinem Fall 🙅🏻♀️ die Verwendung von KI für die Covergestaltung durch den Verlag!!! Das ist mir wichtig!!! - Allison Pataki
Désirée – Im Herzen der Revolution, im Herzen Napoleons
(18)Aktuelle Rezension von: Ylva_H_Das schon ältere Buch mit gleichnamigen Titel von Selinko hat mich immer mal wieder über die Jahre begleitet. Deshalb war ich kritisch, ob mich auch dieses Buch überzeugen könnte. Doch es zu lesen hat sich gelohnt. Desiree eine naive französische Seidenhändlerstochter und geht eine Liaison mit General Buenoaparte (später bekannt als Napoleon Bonapart) ein. Obwohl Napoleon sein Heiratsversprechen nicht hält beeinflusst er immer wieder ihr Leben. Dieses führt sie in das Königshaus als Gattin von Marschall Bernadotte, der von der schwedischen Krone als Thronfolger adoptiert wurde. Im kalten Land kommt Desiree nicht zurecht, sodass sie inkognito in Frankreich den Niedergang Napoleons erlebt.
Wer Geschichten mit historischen Kern mag, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.
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