Bücher mit dem Tag "nationalismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nationalismus" gekennzeichnet haben.

62 Bücher

  1. Cover des Buches 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert (ISBN: 9783406809095)
    Yuval Noah Harari

    21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

    (119)
    Aktuelle Rezension von: Hoffe63

    Es ist einfach nur beneidenswert, diesen Gesamtüberblick zu haben und diese Verknüpfungen zu erstellen. Und dabei schreibt er, anders als der hochgelobte deutsche TV Neuphilosoph, völlig unaufgeregt und weitestgehend wertungsfre. Alle 3 Werke von ihm konnte ich kaum zur Seite legen und mindestens jedes schon 2x gelesen.

  2. Cover des Buches Die Hauptstadt (ISBN: 9783518469200)
    Robert Menasse

    Die Hauptstadt

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Vorweg: ich lese gern Menasse. Aber dieses Buch ist angenehm anders als die Menasse-Romane davor. 

    Eine Kommission der EU benötigt ein besseres Image - und natürlich geht es um die EU. Aber es geht noch um so Vieles mehr (Geschichte aus Europa - um es abzukürzen). Das wirklich großartige an dem Buch aber ist, dass es weder um politische Thesen noch Geschichtsbelehrung geht - sondern um die Geschichten der beteiligten Personen (die halt wegen Beruf oder persönlicher Beziehungen mit der EU-Kommission zu tun haben).

    Gut gefallen hat mir die Idee, eine europäische Hauptstadt in Auschwitz einzurichten.

    Als Menasse das Buch 2017 veröffentlichte, war es noch möglich von der "Langeweile des Friedens" als Glück und Segen zu sprechen - hätten mehr Politiker das Buch gelesen und ernst genommen, hätten wir diesen zustand heute noch.


  3. Cover des Buches Rotkehlchen (Ein Harry-Hole-Krimi 3) (ISBN: 9783548061658)
    Jo Nesbø

    Rotkehlchen (Ein Harry-Hole-Krimi 3)

    (332)
    Aktuelle Rezension von: Alexia_

    Dieses Mal befinden wir uns tatsächlich in Norwegen. Nach einem Vorfall wird der Kommissar vom Dienst erst einmal abgezogen. Was ihn nicht davon abhält einem Fall der damit zusammenhängt nachzugehen. Nur sitzt der Feind auch in den eigenen Reihen…

    Wow was für ein Fall! Sehr komplex und sehr nervenaufreibend. Wenn der Autor etwas kann, dann mit Schreib- und Erzählstil hochspannende Geschichten erzählen. Harry Hole wie immer mit seinen Eskapaden mehr oder weniger vertreten jagt einen Täter mit Nazi-Vergangenheit. Das Ganze ist sehr komplex und vielschichtig, so dass ich das ein oder andere Mal mit den Namen etwas durcheinandergekommen bin und nicht mehr ganz folgen konnte. Dennoch ist Spannung pur geboten und die Nazi-Thematik bietet hier sehr viel Stoff. Anders als in den vorherigen Fällen, haben wir hier auch immer Zeitsprünge an die Front integriert. Das bringt Abwechslung und zeigt Hintergründe der Protagonisten und auch des Täters näher. Die Wendungen in diesem Fall überschlagen sich teilweise schon und alles geschieht manchmal etwas sehr schnell. Bei diesem Buch hat mir die Verknüpfung zwischen Titel und Fall wirklich sehr gut gefallen. Nicht wie es auf den ersten Blick scheint, denn man muss ein zweites Mal hinsehen. Wie schon gesagt ist alles sehr verzweigt und die Dramatik kommt auch auf ihren Höhepunkt. Da habe ich mir schon, dass ein oder andere Tränchen verdrücken müssen. Weil in diesem Fall die Emotionen tatsächlich durch die Zeilen spürbar waren. Das passiert bei diesen Büchern nicht häufig und muss in meinen Augen auch nicht sein. Aber an dieser Stelle war es genau richtig und sehr bewegend. Wie immer führt der Autor den Leser etwas an der Nase herum, weswegen das Ende natürlich nicht so kommt wie man es vielleicht erwartet.

    Insgesamt ein solider, spannender Thriller der 4 von 5 Sternen verdient.

  4. Cover des Buches GRM (ISBN: 9783462000207)
    Sibylle Berg

    GRM

    (117)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Rochdale in einer sehr nahen Zukunft. Hannah, Karen, Don und Peter sind Teenager, die zunächst in Rochdale, später in London zusammenleben. Sie kommen aus zerrütteten Familien. Gewalt, Alkohol, Drogenmissbrauch, Suizid, Krankheit und sexuelle Übergriffe bestimmen ihren Alltag. Und der treibt die Teenager auf die Straße, weg von ihren Familien. Ihr Leben ist trist in einer Welt, die nur noch vom digitalen bestimmt zu sein scheint. Optimierung ist angesagt, die Gentrifizierung schreitet voran und unmoralisches Verhalten ist auf dem Vordermarsch. In diesem Kontext beginnen die vier Teens ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, indem Sie Ihre einstigen Peiniger aufsuchen und ihnen eine Strafe zukommen lassen.

    Bergs Dystopie ist bitterböse, so wie Berg eben schreibt. Gekonnt fängt Sie die dunkle Seite unserer Gegenwart ein und strikt eine Welt, die nur noch von Gewalt, Alkohol, Drogenmissbrauch, Tod, Krankheit und sexuellen Perversionen auf der einen und Selbstoptimierung, Digitalisierung, Gentrifizierung auf der anderen Seite bestimmt wird. Höher, schneller, weiter – scheint das Motto. Immer mehr werden von diesen Entwicklungen abgehängt, siehe Don, Karen, Peter und Hannah. Immer mehr muss optimiert werden. Ganze Städte werden unbewohnbar, weil nicht mehr bezahlbar. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer, die Mittelschicht verschwindet.

    So weit, so böse und ein Stück weit auch real. Doch Berg übertreibt es hier und darin liegt mein Problem mit diesem Werk: zu undifferenziert, alle sind gleich verdorben, alle machen mit. So reihen sich Protagonisten an Protagonisten, die alle nur ihren eigene Vorteil suchen, ihren sexuellen Perversionen nachgehen (und ja vor allem Kinder f****), Drogen anheimfallen und sonst nichts aus ihrem Leben machen. Ein Schocker reiht sich an den nächsten. Und das ist nicht nur dröge, sondern zieht so runter, dass ich das Buch fast nicht zu Ende gelesen hätte. Wo sind die anderen Menschen? Die Aktivisten, die Normalos, die die etwas ins Positive verändern wollen? Es fehlt diesem Roman schlichtweg an einem Gegenpol (und damit meine ich nicht Helden), sondern einer Seite, die zeigt, dass nicht jeder Typ Bock hat die nächste Frau zu bespringen oder Kinder ins Koma zu vögeln, sich einen Scheiß um seine Umwelt kümmert oder dass jede Frau einfältig irgendwelchen Typen hinterherläuft.

    Kurzum: So ganz kann ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen. Schocker ja. Aber einseitig, dröge und deprimierend. Da mag ich nicht mal Teil 2 lesen.

  5. Cover des Buches Der Untertan (ISBN: 9783988289858)
    Heinrich Mann

    Der Untertan

    (387)
    Aktuelle Rezension von: Timo_Janca

    In seinem Hauptwerk seziert Heinrich Mann den unter Kaiser Wilhelm II. aufgekommenen Nationalsozialismus. Der Werdegang Diederichs berührt entwicklungspsychologische Aspekte ein, welche aus einem Außenseiter einen überzeugten Nationalisten entstehen lassen. Der absurde Widerspruch zwischen beanspruchter Moralität und tatsächlichem Handeln wird mit bissigem Humor vorgeführt. Die durchlässige Grenze aus endlosem Egoismus, persönlicher Bereicherung, Ausnutzen anderer und zugleich bedingungsloser Unterwerfung unter die Macht eines Stärkeren verdeutlicht fatale Automatismen, welche bis heute in Gesellschaften wirken. Ein zentrales Werk zur politisches Aufklärung. 

  6. Cover des Buches Deutschland (ISBN: 9783835333130)
    Heinrich Heine

    Deutschland

    (258)
    Aktuelle Rezension von: GersBea

    Inhalt (Klappentext)

    »Denk ich an Deutschland in der Nacht,
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Tränen fließen. «

    So beginnt Heimes Gedicht ›Nachtgedanken‹, das im Sommer 1843 entstand. Die Sorge um die politische Entwicklung in der Heimat, die ihm den Schlaf raubte, und  die Sehnsucht, seine 72 Jahre alte Mutter wiederzusehen, waren die Gründe, die ihn veranlassten, wenige Monate später seinen Aufenthalt im selbstgewählten französischen Exil zu unterbrechen und nach Deutschland zu reisen. Aus den Eindrücken dieser reise, die über Brüssel, Amsterdam und Bremen nach Hamburg und auf der Rückfahrt nach Hannover, Minden, Paderborn, Köln und Aachen führte, entstand ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹, eine der bedeutendsten politischen Dichtungen in deutscher Sprache. Heine verflocht hier nicht nur mit großer Kunst Komik und Pathos, Elegisches und Humor miteinander, er übte vor allem ätzende Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen Deutschlands, das, wie er ahnte, am Vorabend einer politischen Erhebung stand.

    Dieter Klieschs vielschichtige Farbbilder (Crayon und Aquarell) betonen die Aktualität von Heines Dichtung. Der Maler hat aus der Perspektive unserer Zeit Heines Reise nachempfunden und im Bild festgehalten, was ihm auffiel, ihn in Rage, in Wut versetzte, seine Kritik herausforderte; denn wenn sich auch manches nach 140 Jahren verändert hat, die Verhältnisse sind längst nicht so, wie sie sein sollten.

    Ausgabe

    Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M.,
    1989.
    203 S.
    mit zahlreichen Bildern von Dieter Kiesch
     - Mit einem Essay von Walter Grab. -
    ISBN  3 763235574

    Meine Meinung

    Obwohl ich ein solides Grundwissen über deutsche Geschichte habe, fand ich das Lesen oft mühsam. Meine Ausgabe enthält viele Anmerkungen zum Text, Farbbilder von Dieter Klietsch sowie einen Essay von Walter Grab zum Wintermärchen.

    So kann ich nachvollziehen, warum das Spottgedicht zu den bedeutendsten politischen Dichtungen deutscher Sprache gehört.

    Im Rahmen der Klassiker Lesegruppe habe ich das Buch gelesen. Sicherlich ist es als Quellendokument über die Zeit aufschlussreich.

    Fazit

    Ich vergebe 3 Sterne und eine Empfehlung nur für Leser, die an der geschichtlichen Dimension der Zeit interessiert sind.

    Tipp: Laut lesen!

  7. Cover des Buches Hass im Fadenkreuz (ISBN: 9783958131408)
    Tatjana Flade

    Hass im Fadenkreuz

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Momina

    Zum Inhalt:

    Die junge Studentin Esther lernt in ihrer Lieblingskneipe den gutaussehenden aber sehr zurückhaltenden Lysander kennen. Die beiden verlieben sich. Doch schon bald fällt Esther auf, dass Lys sich immer wieder merkwürdig benimmt, vor allem dann, wenn sein bester Freund und Mitbewohner Jörg ihn anruft. Dann kann es sein, dass Lys seine neue Freundin einfach sitzen lässt und nach Hause fährt oder plötzlich spontan verreisen muss. Das alles kommt Esther äußerst merkwürdig vor und auch wenn es deswegen mit Lys immer zum Streit führt, kommt sie dennoch nicht von ihm los. Nach einem Bombenanschlag auf eine rechtsextreme Veranstaltung, bei der auch Unschuldige ihr Leben lassen, macht Esther zwischen Lysanders Sportsachen eine verstörende Entdeckung und in ihr keimt ein schrecklicher Verdacht auf…


    Persönlicher Eindruck:
    Bei „Hass im Fadenkreuz“ von Tatjana Flade war ich anfangs wirklich skeptisch ob das Buch meinen Erwartungen entspricht. Ich bin wahrlich kein Freund von Liebesgeschichten, dennoch war meine Sorge, dass die Lovestory zu sehr im Vordergrund steht, völlig unbegründet. Tatjana Flade greift in ihrem Buch auch in Deutschland derzeit sehr aktuelle Themen auf: Terror, Gewalt, Angst, Rechtsextremismus. Auch wenn der Leser von Anfang an um das Geheimnis von Lys weiß, kommt so gut wie nie Langeweile auf. Die Autorin hat einen flüssigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil und
    nach den ersten Seiten war ich so gefangen von der Story, dass ich unbedingt wissen wollte, wie sie ausgeht. Wie wird Esther reagieren, wenn sie von Lysanders anderer Seite erfährt? Wird es ein Happy End für die beiden geben? Nicht so einfach eine Rezension zu schreiben, wenn man nicht zu viel von der Story verraten möchte, deswegen lest einfach selbst! Die Protagonisten, die sich schnell auf wenige Personen reduzieren sind Flade gut gelungen. Die Zerrissenheit, die Lys in sich trägt ist deutlich spürbar und er war mir trotz seiner fragwürdigen Handlungen immer sympathisch. Auch Esthers Charakter wirkt klar und realistisch, eine verliebte junge Frau eben, die dennoch sehr selbstbewusst auf mich wirkte. Tatjana Flade behandelt in ihrem Buch ein gesellschaftspolitisches Thema, welches uns alle angeht und vielleicht auch irgendwann mal direkt betreffen könnte. Rasant und flüssig geschrieben bereitete mir „Hass im Fadenkreuz“ spannende Leseunterhaltung. Das ist ein Buch, welches man erst aus der Hand legt, wenn man es ausgelesen hat. So ist es zumindest mir ergangen.
  8. Cover des Buches Wer den Wind sät (ISBN: 9783406817984)
    Michael Lüders

    Wer den Wind sät

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Michael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen  Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.

  9. Cover des Buches Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung / Der gewaltsame Lehrer (ISBN: 9783406727085)
    Dieter Langewiesche

    Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung / Der gewaltsame Lehrer

    (3)
    Aktuelle Rezension von: wsch
    Eines Vorweg, weil sich durch den Untertitel eine falsche Erwartungshaltung aufbauen könnte: es geht nur ganz am Rande und nur stellenweise um irgendwelche Kriegsvorkommnisse, Kriegsschlachten, Gefechte oder ähnliches. 

    Der Autor behandelt die Ursachen und daraus resultierenden Folgen der Kriege seit etwa 1800. Nicht nur in Europa, sondern die Verwicklung verschiedener Staaten und/oder Nationen in den grundsätzlich selben Krieg, der aber in verschiedenen Regionen der Welt ausgetragen wurde. Insofern also 'Weltkriege', die nicht unter die zusammenfassenden Bezeichnungen 'Erster Weltkrieg' und dessen Fortsetzung 'Zweiter Weltkrieg' zu subsumieren sind.  Es scheint heutzutage auf den ersten Blick auch sehr abwegig, den Begriff 'Krieg' unter philosophischen Aspekten zu betrachten. Genau das unternimmt Dieter Langewiesche aber erfolgreich. Nicht nur durch viele Bezüge auf Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und andere. Nicht nur durch Bezüge auf Carl von Clausewitz oder Gebhard Leberecht von Blücher. Auf diverse Könige und Kaiser mit deren unterschiedlichen Motivationen, diesen oder jenen Krieg zu führen.

    Der Autor weist auch auf, wie und warum es den heutigen Staaten Skandinaviens gelungen ist, ihre Separationen (Norwegen - Schweden - Finnland - Dänemark samt Island) ohne gewaltsame Auseinandersetzungen, also Kriege gegeneinander zu erreichen.

    Ebenso werden die Kriege der europäischen Staaten, die in Afrika ausgetragen wurden, behandelt. Einschliesslich des von deutschen Kolonialtruppen begangenen Genozids an der Herero. Beim Zerfall des Osmanischen Reiches und dessen Folgen wird auch der Genozid der Türken an den Armeniern nicht übergangen.

    Die Gründung Belgiens, Polens, Griechenlands, zahlreicher 'neuer' Staaten in Afrika, alles unter den Aspekten 'wieso, weshalb, warum'  ist nicht minder interessant zu erfahren.

    Inhaltlich hat das Buch hier fünf Sterne verdient.  Weil es aber nicht in die Kategorie 'leicht zu lesen' fällt, wäre fast ein Sternchen Abzug angebracht. Wer sich mit derartiger Literatur und Thematik befasst, wird allerdings wissen, dass ihn etwas anderes erwartet als bei einem Groschenroman. Von daher, sprich Inhalt, sind die fünf Bewertungssterne auf jeden Fall berechtigt.

  10. Cover des Buches Rückkehr nach Reims (ISBN: 9783518473139)
    Didier Eribon

    Rückkehr nach Reims

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Meazostro

    Eribon legt hiermit einen autobiographischen und nonfiktionalen Roman vor, der in vielen Teilen zumindest andeutungsweise in eine soziologische Analyse abgleitet. Dies thematisiert er dabei ebenso wie die Entstehung des Romans selbst im Inhalt: Eribon kehrt nach dem Tod seines Vater, inzwischen selbst im späten mittleren Alter und als Professor für Soziologie in seine Heimat Reims zu seiner Mutter zurück. Dabei erinnert er sich an seine Kindheit in ärmlichen proletarischen Verhältnissen, zeichnet verschiedene familiäre Schicksale als Paradebeispiele dieser Klassenherkunft sowie die örtliche Historie nach und beschreibt seinen eigenen Lebensweg, seine Entfremdung von Familie und Arbeitermilieu, schließlich seine von Intellektualismus und Homosexualität geprägte Identitätsbildung als Flucht und seine Karriere. Die zentralen Themen sind das unterschiedliche soziale Kapital der durch die Klassenherkunft bedingten Individuen, die Scham vor der eigenen ärmlichen Herkunft, Homosexualität als Identitäts- und Ausgrenzungsmerkmal und schließlich die paradoxe Beziehung zwischen linker Theorie und der konkreten Arbeiterschaft. Gerade für Letzteres lehnt sich Eribon explizit an Bourdieus reflexive Sozialwissenschaft an (vgl. dazu P. Bourdieu: Ein soziologischer Selbstversuch), was die Position des Buches zwischen autobiographischer Literatur und Soziologie erklärt. Dass somit theoretische Analysen einem größeren Publikum zugemutet werden, finde ich prinzipiell ebenso begrüßenswert, wie den Versuch das Medium als bereits in sich reflektiert zu präsentieren. Leider scheint Eribon sich mit diesem methodischen Ausgangspunkt  bereits zu begnügen, weshalb es den Analysen paradoxerweise an Reflexion mangelt. 

    Eribon weißt etwa zurecht auf die paradox anmutende Entwicklung einer sich selbst als links-sozialistisch verstehenden Arbeiterschaft und ihrer Vereinnahmung durch rechtspopulistische Kräfte hin, wobei nicht die politischen Inhalte, als vielmehr die Auflehnung gegen eine soziale Umwälzung des gesellschaftlichen Bewusstseins entscheidend wären – sich also letztlich die Frage stellt, ob unter heutigen Maßstäben die Arbeiterschaft je links gewesen oder dies nicht selbst bereits Teil einer verklärenden linken Theorie gewesen sei. Eribon sucht die Antwort jedoch im Versagen der linken Strömungen, dass er in der Anerkennung von individualistisch geprägten neoliberalen Paradigmen sieht, weshalb er für die Rückkehr des Klassenbewusstseins in kollektiven Forderungen plädiert – also gerade das fordert, dass er in seinem eigenen Leben tunlichst vermeiden wollte. Zwar findet Eribon den klugen Gedanken, dass die Demokratisierung ihr Versprechen an Klassendurchlässigkeit nicht halten kann, da mit ihr immer die institutionelle Verschiebung der machterhaltenden Strukturen einhergeht, jedoch stellt sich damit für mich umso mehr die Frage, wer denn jetzt die Arbeiterschaft sei, von der sich Eribon entfremdet und die er letztlich beschwört.
    Insgesamt tun sich für mich einige Ungereimtheiten auf: Die soziale Scham etwa wird, nach Eribons eigenen Beschreibungen, nicht von seinem Umfeld aus anderen sozialen Schichten befördert, sondern stets von ihm allein. Dies mag verständlich sein (angesichts des hier nicht in Zusammenhang gebrachten neoliberalen Paradigmas formeller Gleichheit und individueller Leistungsbemessung), aber der Schluss von der individual-psychologischen auf die soziologische Ebene ergibt sich daraus nicht zwangsläufig. Stattdessen wirft Eribon ihn teils mit dem Mangel an sozialem Kapital zusammen, der wesentlich einfacher nachzuvollziehen ist, aber analytisch davon zu trennen wäre – etwa die notwendige Finanzierung des Zeitraumes für eine Dissertation.  

    Neben durchaus treffenden Feststellungen verfällt Eribon dem selbst bemitleidenden Narrativ, dass alle Schwierigkeiten seines Lebens letztlich auf seine Klassenherkunft zurückzuführen sind. Gleichzeitig schafft er es nicht eine glückliche Lebensentwicklung zu diagnostizieren, alle Errungenschaften scheinen ihm stets hart erarbeitet, verdient und immer noch unter Wert verkauft. Sein Stipendium ist auf seinen Status als "bester Student jemals" (er paraphrasiert seine Professoren und lässt es mal unkommentiert so stehen) zurückzuführen, seine schlechten Noten aber auf die verstockten Dozenten und sein Scheitern bei der Dissertation auf das mangelnde soziale Kapital. Seine Arbeit als Journalist sei als verachtungswürdige Arbeit bei minderwertigen Zeitungen aus materialistischer Notwendigkeit erfolgt, sein späterer Erfolg im ursprünglich gewählten Bereich der Philosophie und Soziologie eine Unausweichlichkeit gewesen, im Vergleich mit Menschen aus anderen Klassen aber viel zu spät eingetreten. Man wird den Eindruck einfach nicht los, dass er sich ein Feindbild in der Bourgeoisie imaginiert, auf den er auch seinen ganzen Selbsthass projiziert und gleichzeitig selbst der neoliberalen Idee einer individuellen Leistungsgesellschaft unterliegt. Dass die materielle Sicherung der Lebensverhältnisse unabhängig von der Klassenherkunft durch ein geisteswissenschaftliches Studium und Arbeit in dessen spezifischem Feld keineswegs garantiert ist, dass ein Leben in der Hauptstadt nicht allen möglich ist, dass man als Professor selbst zu den Spitzenverdienern gehört und dies nur einer Hand voll gleichermaßen qualifizierten Menschen durch glückliche Umstände zu Teil wird, das alles scheint Eribon nicht zu sehen. 

    Wie allein an dieser Rezension deutlich zu sehen sein dürfte, hat mich das Buch viel zum Nachdenken angeregt. Gerade weil viele kluge Gedankengänge und Beobachtungen präsentiert werden, scheint es mir so notwendig den Finger auf die blinden Flecke zu legen und die teils zu vereinfachende Darstellung anzuprangern, die sich unter dem Deckmantel der individuellen Erfahrung als unangreifbar wähnt. Für kritische Leserinnen eine absolute Empfehlung. 

  11. Cover des Buches Die Zeugen (ISBN: 9783944359441)
    Jurica Pavicic

    Die Zeugen

    (12)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_
    Kroatien im Krieg 1992: In einem Vorort von Split wird ein serbischer Unternehmer ermordet. Womit die Täter nicht gerechnet haben: Die Tochter des Mannes wird Zeugin des Verbrechens. Die Männer entführen sie. Zunächst wird das Verbrechen erfolgreich vertuscht, denn die Täter verfügen über gute Beziehungen zu einflussreichen Personen. Doch immer mehr Leute werden in den Fall hineingezogen.
    Krešo will das Mädchen retten. Seine Kriegskameraden wollen sie umbringen. Krešos Schwester Lidija will den Fall an die Öffentlichkeit bringen. Der Arzt Matić will einem Verwandten helfen und der Journalist Galjer nur eine bessere medizinische Behandlung für seine Frau. Und das Mädchen kann nur darauf warten, umgebracht oder gerettet zu werden.
    Die Geschichte hat mich leider gar nicht überzeugt. Es ist sehr eintönig geschrieben, sehr viel beschrieben, es gibt nicht sehr oft Dialoge. Die Geschichte kommt auch nur sehr langsam in Fahrt, erst gegen Ende kommt ein bisschen Spannung auf. Zudem gibt es für meinen Geschmack zu viele eher wenige wichtige Nebenhandlungen, welche teilweise die Geschichte ebenfalls bremsen.
    In die Geschichte sind sehr viele Personen mehr oder weniger involviert. Dies sorgte das eine oder andere Mal für Verwirrung bei mir, da ich die Figuren und ihre Nebengeschichten und Bekanntschaften nicht immer auseinanderhalten konnte.
    Alles in allem leider nicht mein Fall.  
  12. Cover des Buches Endland (ISBN: 9783423626989)
    Martin Schäuble

    Endland

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Readingfreak_05

    Deutschland ist eingeschlossenn von einer Mauer. Die Schulpflicht und gesetzliche Arbeitslosenhilfe sind abgeschafft und konservative Rollenbilder werden gefördert. Flüchtlinge heißen nicht mehr Flüchtlinge sonder Invasoren. Der Euro wurde gegen die Mark eingetauscht und zu Europa gehört Deutschland auch nicht mehr. 

    Obwohl viele Punkte in Martin Schäubles Dystopie "Endland" an die NS-Zeit erinnern, befinden wir uns in der Zukunft. Die Regierung wird von der rechtsextremen Partei NA (Nationale Alternative) dominiert. 

    Die Protagonisten sind der junge Soldat Anton aus Deutschland, der überzeugt von den Ideen der NA sein Land verteidigt, sein Freund Noah, der die Ideale der NA sehr viel kritischer sieht und immer wieder versucht Antons Augen zu öffnen. Die dritte Protagonistin ist Fana. Wegen der vom Klimawandel ausgelösten Hungersnot flüchtet sie aus Äthiopien nach Deutschland, um sich dort eine Zukunft auzubauen und Medizien zu studieren.

    Als Anton in einem Geheimauftraug als Flüchtling nach Deutschland einreisen soll, trifft er Fana und nach und nach beginnt er zu sehen, was sie ganze zeit direkt vor seiner nase war. Er und Fana werden Freunde und bald steht Anton vor der größten Entscheidung seines Lebens: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde und ein freies Leben.

    Während Anton und Fana im letzten Flüchtlingslager deutschlands festsitzen, muss Noah untertauchen, nachdem er geheime Informationen der NA an die Öffentlichkeit weitergegeben hatte. 

    Werden es die drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten schaffen die rechtspopulistische deutsche gesellschaft zu "besiegen"?

    Martin Schäuble greift aktuelle Themen sehr gut auf und führt einem immer wieder die Realität vor die Augen. Er schreibt in einem unkomplizierten und gradlinigen Schreibstil und verzichtet auf lange Schachtelsätze. Er schreibt abwechselnd aus der Perspektive von Anton, Fana und Noah, wodurch man sich gut in die drei hineinversetzen kann.

    Der Roman ist außerdem sehr gut recherchiert und man hat beim lesen immer ein sehr klares Bild davon wie es am Handlungsort gerade aussieht.

    Ein sehr fesselnder Roman, den man gar nicht mehr weglegen kann, wenn man einmal angefangen hat. Sehr geeignet für Jugendliche ab ca.12 jahren aber auch für Erwachsene ein toller Roman. 

    Eine klare Leseempfehlung von mir!

  13. Cover des Buches Desintegriert euch! (ISBN: 9783442719143)
    Max Czollek

    Desintegriert euch!

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein tiefschürfendes Buch über die deutsche Schande, wirklich allen ans Herz gelegt. Sehr inhaltsschwer, so daß man nur langsam und mit Bedacht lesen kann. An die Walser-Rede konnte ich mich noch erinnern, sein Buch "Tod eines Kritikers" hätte vielleicht auch Erwähnung in diesem Appell finden können.

  14. Cover des Buches Das lange 19. Jahrhundert (ISBN: 9783801204686)
    Matthias von Hellfeld

    Das lange 19. Jahrhundert

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    Auf etwa 250 Seiten gibt Matthias von Hellfeld einen ganz ausgezeichneten Überblick über die Jahre zwischen 1776 und 1914, die vorwiegend mit Blick auf das heutige Deutschland, aber auch mit Informationen über andere europäische Länder. Das Buch ist schon haptisch ein Vergnügen, hier wurde angenehmes hochwertiges Papier gewählt. Auch die Gestaltung ist übersicht und ansprechend: es finden sich qualitativ ausgezeichnete Abbildungen, farbig unterlegte Zitatfelder, sowie Karten, Tabellen und Übersichten. Auch der Text kann mit der Gestaltung mithalten. Hellfeld schreibt angenehm, gut verständlich, konzentriert sich meistens auf das Wesentliche. Er verweist auf umfangreiche Geschichtswerke namhafter Autoren wie Nipperdey oder Münkler, und gerade wer Nipperdey kennt, weiß, wie ausgezeichnet, aber auch detailliert seine dreibändige "Deutsche Geschichte" ist. Hellfeld zieht aus diesen Bücheren die wichtigen Themen komprimiert heraus und das gelingt gut.

    So sind auf diesen 250 Seiten erstaunlich viele Informationen vorhanden. Wer einen gelungenen Überblick über jenes "lange Jahrhundert" bekommen und Zusammenhänge verstehen möchte, ohne sich durch umfangreiche Geschichtswerke zu wühlen, für den ist dieses Buch genau das Richtige. Gerade die Zusammenhänge werden ganz ausgezeichnet erklärt, dies auch wesentlich klarer als in vielen anderen Bücheren. Hier sieht man, wie die Geschehnisse ineinandergreifen, welche zu jener Zeit kaum absehbare Konsequenzen manche Handlugnen und Entscheidungen Jahrzehnte später haben können. Gut erklärt wird auch, wie übertriebener Nationalismus entstehen konnte, was die Bismarck'sche Politik eigentlich bedeutete und wie schnell sie sich unter Wilhelm II umkehrte und in die Katastrophe führte. Selten habe ich geschichtliche Zusammenhänge so gut erklärt gefunden. Hier und da kommt es zu einigen kleineren Wiederholungen, ein wenig irritiert war ich, auf Seite 245 einen Satz zu lesen, der fast wortgleich schon auf Seite 226 steht. Das sind aber nur Kleinigkeiten.

    Während die Politik im Vordergrund steht, findet auch die Entwicklung von Kunst, Familienleben, Arbeitsbedingungen und anderen Alltagsthemen Platz, wenn auch vorwiegend zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

    Insgesamt bin ich beeindruckt, wie viel hier in einem recht dünnen Buch Platz gefunden hat, wie mit wenigen Worten so gründlich Zusammenhänge, Hintergründe und Entwicklungen dargelegt wurden. Absolut empfehlenswert.

  15. Cover des Buches Und morgen am Meer (ISBN: 9783746629858)
    Corina Bomann

    Und morgen am Meer

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Reading_Love

    1989: Woche für Woche schneidet Milena den Sound des Westens mit und macht Mixtapes, die sie mit ihrer Freundin Sabine tauscht. Aber die Welt von David Bowie & Co. wird immer ein Traum für sie bleiben, da sie leider auf der falschen Seite der Mauer lebt. Als sie zufällig den Westberliner Claudius kennenlernte, entspinnt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden, die schon bald verraten wird. Doch Melina möchte wenogstens einmal in ihrem Leben das Mittelmeer sehen, und so entschließen sie sich, alles zu wagen.

    Auch mit diesem Roman hat Corina Bomann wieder total meinen Geschmack erwischt. Eine sehr schöne Geschichte zu Zeiten der DDR, als sich das Land noch in Osten und Westen teilte und die Menschen unter strengen Gesetzen voneinander getrennt wurden.

    Milena unsere Hauptprotagonistin, ein sehr Lebensfrohes und Zielstrebiges Mädchen, verliebt sich in einen Westberliner, doch schon bald, wird ihre Liebe verraten, indem ihre Post von der Stasi abgefangen und kontrolliert wurde. Hintergründe der strengen Kontrolle liegen weit hinter der Vergangenheit. Milena trafen weitere Schicksalsschläge und sie konnte jenen, denen sie ihr Leben lang vertraut hatte nicht mehr trauen.

    Nichts desto trotz, wollte sie den Kontakt zu dem jungen Westberliner Claudius nicht abbrechen und beide planten die Flucht über Tschechien. Eine aufregende und emotionale Reise des jungen Paares! Einfach ein absolutes Highlight.

    Wer auf Geschichten mit hisroischen Aspekt steht und vielleicht eine Liebesgeschichte gerne dabei sieht, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

    Dieses Buch bekommt 5 von 5 Sternen.

    ​​​
  16. Cover des Buches Entlang den Gräben (ISBN: 9783406803451)
    Navid Kermani

    Entlang den Gräben

    (12)
    Aktuelle Rezension von: 101844

    Allein von der Aufmachung, kommt "Entlang den Gräben" sehr wertig und ansprechend daher. Die Landkarte mit verzeichneter Route stimmt schon vor dem Lesebeginn auf die Reise ein und heizt die Neugierde an. Strukturell ist das Buch in Tagen unterteilt. So bekommen die Lesenden einen Eindruck über die Dauer der Aufenthalte.

    Obwohl eine Reportage vorliegt, schafft es der Autor mittels der Ich-Erzählperspektive und seiner ganz eigenen Note, die sich aus forscher Direktheit, Humor und Empathie auszeichnet, eine angenehme und dichte Atmosphäre zu kreieren. Gleich zu Beginn lernen die Lesenden den Autor als einen intelligenten, aufgeschlossenen und mutigen Mann kennen. So setzt er sich zum Beispiel zum Kaffee und Kuchen in eine AFD-Versammlung. Solche Momente gibt es mehrere und sie lassen einen beim Lesen die Luft anhalten. Trotz klar formulierter Kritik bleibt Navid Kermani respektvoll, wertschätzend und verständnisvoll. In diesem Verhalten manifestiert sich der Begriff "Toleranz" in seiner authentischsten Bedeutung und ringt den Lesenden unweigerlich Anerkennung ab.

    Gemeinsam mit dem Autor, stellt man beim Lesen fast, wie fern doch der so nahe Osten eigentlich ist. In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Personen, erschließen sich auf intensive Weise ganz neue Perspektiven auf die Vergangenheit, Gegenwart und etwaige Zukunft Europas. Gerade die persönlichen Schicksale und Erfahrungsberichte regen zum Nach- und Mitdenken an.

    Der Schreibstil ist so unmittelbar und ehrlich, dass zu keiner Zeit das Gefühl aufkommt, man wäre nicht eine*r der Mitreisenden. Vor allem tabuisierte Themen, kommen schonungslos zur Sprache.

    Die ausgiebigen politischen Sequenzen werden immer wieder durch persönliche Anekdoten, Eindrücke und Beobachtungen entzerrt. Vor allem letztere sind bemerkenswert. Der Autor hat einen Blick für Details und entwirft wortgewandt beeindruckende Landschaftsbilder.


    Vor allem die ersten Stationen der Reise stellen den Lesenden bekannte Schrecken aus der Vergangenheit noch einmal sehr deutlich vor Augen. Allein von Köln bis Litauen hätte der Buchtitel auch "Entlang den Gräbern" lauten können. Man verdrängt den Umfang der Gräueltaten der vergangenen Jahrzehnte bis hinein in die Gegenwart. Und dennoch vermag Navid Kermani es, die Stimmung nicht ins Bodenlose kippen zu lassen. Respektvoll verweilt er an den richtigen Stellen und treibt die Reise dann gekonnt schwungvoll wieder in höhere Stimmungslagen. Kein einfacher Spagat, der ihm hier gelungen ist. Besonders interessant, sind auch die Gespräche mit prominenten Persönlichkeiten, die ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte.


    Insgesamt löste "Entlang den Gräben" in mir die ganze Palette an Emotionen aus. Von sprachloser Betroffenheit bis hin zu spontanem Auflachen. Ein Lesegenuss der besonderen Art.

  17. Cover des Buches In Putins Kopf (ISBN: 9783608501827)
    Michel Eltchaninoff

    In Putins Kopf

    (9)
    Aktuelle Rezension von: porte-bonheur

    Mich haben schon 2014 der Raub der Krim und die entsetzliche Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft - geben wir es doch zu: da ist kaum was passiert, das Geld rollte einfach so weiter - wütend gemacht. Dann kam der Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 und der hat mich noch wütender gemacht, weniger der Krieg an sich als die Behauptungen, das habe man so nicht kommen sehen können, keiner habe das ahnen, geschweige denn wissen können, ... Ah ja, wieder einmal also! Es scheint die immerwährende Schutzbehauptung gerade der Deutschen - und hier inbesondere allhöchster Stellen - zu sein, im Nachgang einer Katastrophe diese als irgendwie von "oben herab gekommen" einstufen zu wollen. Dabei waren doch über Jahre hinweg in deutschen Zeitungen Ukraine-Porträts, Interview mit Experten und Zeitzeugen zu lesen, die das KriegsSzenario immer wieder ganz deutlich an die Wand malten. Und jetzt die Frage: wozu haben wir denn dann unsere "Experten", die Diplomaten, die Staatssekretäre, wenn die solche Zeitungen - deren Abonnement wir ihnen als Steuerzahler auch noch bezahlen - und solche Bücher nicht lesen oder zumindest keine Rückschlüsse ziehen.

    Das Buch von Michel Eltchinoff macht ganz deutlich, dass sich ein Krieg gar nicht verhindern ließ und das, weil sich ein Durchgeknallter - und natürlich bezeichne ich ihn als solchen - einem ganz eigenartigen Geschichtsbild verantwortlich fühlt. Das Buch zeigt aber auch, dass Putin mit seiner Ansicht nicht allein ist, dass es eben auch nicht nur Putins Krieg ist und welche Argumente die Kriegsführer für sich in Anspruch nehmen, auf welchen - fur uns natürlich völlig abstrusen - philosophischen Anschauungen die völlig willkürliche Landnahme beruhen. Und gerade weil wir in Deutschland das wirklich so gut kennen und verinnerlicht haben sollten, wie sich da ein Einzelner, mit seiner skrupellosen Clique und der Hilfe der Wirtschaft gegen die Weltmoral vergeht, hätten wir anders handeln müssen, hätte unsere Regierung zumindest anders vorbereitet sein müssen. Eurasisches Weltreich reimt sich ja beinahe schon auf Großdeutsches Reich! Nach diesem Buch stellt sich zumindet sofort die Frage, warum wir die Bundeswehr und deren Fähigkeit zur Verteidigung des Landes soweit haben schleifen lassen, dass beide jetzt mehr oder weniger nicht existent sind. Für mich ist dieses Buch eben auch eine Anklage all der in den letzten Jahren üntätig gebliebenen Verantwortlichen und das waren ganz offensichtlich alle! Wieder einmal zeigt sich: in den Büchern steht meist alles, man muss eben die richtigen Schlüsse ziehen. Und sage mir keiner, dass Buch sei eben nicht in den richtigen Etagen gelesen worden! Es ist bereits 2015 veröffentlicht worden und damit ein eindeutiger Beleg dafür, dass doch alles auf der Hand lag!

  18. Cover des Buches Die Angst vor dem Fremden (ISBN: 9783806233612)
  19. Cover des Buches Der Komponist (ISBN: 9783734108426)
    Jeffery Deaver

    Der Komponist

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Emili

    Ich habe die bekannten Charaktere vermisst, auch der Fall fand ich nicht so interessant, wie ich es von Deaver gewohnt bin. Die Geschichte plätscherte vor sich hin, ohne nennenswerten Höhepunkte. Stellenweise kam die Spannung zwar auf, hielt aber nicht lange an. Der Roman kommt nicht annähernd an die Vorgänger ran. In meinen Augen hätte der Autor lieber beim Bewährten bleiben sollen. Selbstverständlich kann man diesen Roman auch als Neuanfang für neue Ideen sehen.   Nur ich mochte es nicht, ich fand auch, dass dieser Thriller viel zu viele Themen anspricht, die dadurch nicht so gründlich zur Sprache kommen. Also, meine Freude an diesem Roman war leicht betrübt.   

  20. Cover des Buches Antichristie (ISBN: 9783446280762)
    Mithu Sanyal

    Antichristie

    (97)
    Aktuelle Rezension von: frischelandluft

    Der Roman ist ein wilder Ritt durch die Zeit und das Thema Kolonialismus. Mit vielen Referenzen zur britischen Kultserie Dr. Who bewegt sich die Protagonistin über verschiedene Zeitebenen, bzw. am Anfang ist da noch Bewegung, mit der Zeit existieren sie parallel, alles ist gleichzeitig präsent. 

    Hauptsächlich befinden wir uns mit ihr am Anfang des 20. Jahrhunderts im India House in London inmitten von Männern, die später zu Indiens Freiheitskämpfern werden und an den 12 Tagen zwischen Tod und Beerdigung von Elisabeth II in einer Schreibwerkstatt, in der Agatha Christies Krimis „politically korrigiert“ umgeschrieben werden sollen: Hercule Poirot als kongolesischer anti-belgischer Widerstandskämpfer. 

    Die Dialoge und Situationen oder Situationswechsel grenzen oft ans Absurde (siehe Dr. Who), sind manchmal verwirrend, man muss sich erst einlesen, doch das Thema Kolonialismus verliert nicht an Seriosität. Sanyal verbindet auch in diesem Roman brillant absurd unterschiedliche Handlungsstränge: auf der einen Seite den Diskurs um Freiheit, Kolonialmacht, Empire, bewaffneten oder unbewaffneten Widerstand, hinduistische und muslimische Identitäten in einem Land, alles wichtige und ernste Themen, die auch heute noch nachhallen; auf der anderen Seite eine witzige Story um ein Team, das zu einer Schreibwerkstatt zusammengewürfelt wird, um Agatha Christies Krimis politisch zu korrigieren. Dazwischen verarbeitet die Protagonistin noch ihre persönliche Familiengeschichte mit einem indischen, an Deutschland angepassten Vater und einer deutschen Mutter, die sie für ihre mehr oder weniger indisch esoterischen Ziele verlässt. 

    Durch die Parallelebenen werden wir sensibilisiert für koloniales Verhalten, das sich auch heute noch überall finden lässt, manchmal unerwartet. Identitti war vor zwei Jahren mein persönliches Buch des Jahres, dieses Buch gefällt mir fast genauso gut. Ich mag das Literarisch – Politische im besten Sinne Geisteswissenschaftliche des Romans, die Mischung aus wichtigen Themen, witzigen Dialogen, unerwarteten Twists, so klug erzählt, so originell. 

  21. Cover des Buches Das alte Denken der Neuen Rechten: Die langen Linien der antiliberalen Revolte (Politisches Fachbuch) (ISBN: 9783734411229)
    Christoph Becker

    Das alte Denken der Neuen Rechten: Die langen Linien der antiliberalen Revolte (Politisches Fachbuch)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    "Das alte Denken der Neuen Rechten", herausgegeben von Ralf Fücks und Christoph Becker, ist zugleich ein Sammelband und das Ergebnis eines Projekts des u.a. durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Blogs Gegneranalyse. Ziel dieses Blogs ist die Analyse selbsternannter Gegner der liberalen Demokratie und eins der Projekte ist die Etablierung eines Archivs zu antiliberalen Denker*innen. Das vorliegende Buch versammelt die in diesem Projekt auf dem Blog veröffentlichten Personenportraits - sie können also allesamt auch online kostenfrei eingesehen werden.

    Der Band versammelt kurze kurze Texte im Umfang von jeweils ca. 15-30 Seiten, in denen von unterschiedlichen Wissenschaftler*innen und Fachjournalist*innen jeweils eine für die intellektuelle extreme Rechte zentrale Figur vorgestellt wird. Dabei werden antiliberale Denker der Weimarer Zeit wie Ernst Jünger, Carl Schmitt, Martin Heidegger und Oswald Spengler ebenso betrachtet wie Schlüsselfiguren der "Neuen Rechten" in der Nachkriegszeit, etwa Arthur Moeller van den Bruck oder Armin Mohler. Auch Stichwortgeber wie Alexandr Dugin und hinsichtlich ihrer Position stärker umstrittene Personen wie Botho Strauß oder Thomas Mann werden eingeordnet. Mit Sayyid Qutb wird außerdem der Bogen zur inhaltlichen Nähe mit so mancher islamistischer Vorstellung geschlagen.

    Für besonders relevan halte ich das Kapitel zu antiliberalen Denkerinnen um Sigrid Hunke. Denn antiliberale Vorstellungen finden sich eben auch bei Frauen und zentrale völkische Begriffe wurden in der Weimarer Republik von völkischen Feministinnen und antiliberalen Autorinnen mitgeprägt.

    Wer etwas genauer verstehen möchte, warum so viele Forscher*innen betonen, dass das "neu" in "Neue Rechte" nicht zeitlich gemeint ist, wer ein Gespür für die Vielfalt und Kontinuität antiliberaler Ideologien bekommen möchte und  wer erfahren möchte, welche intellektuellen Traditionen die "Neue Rechte" prägen, findet mit diesem Buch eine sehr gute Einstiegslektüre. Hervorzuheben ist dabei vor allem, dass sich das Buch nicht an ein Fachpublikum richtet, sondern auch sehr komplexe Figuren wie Martin Heidegger und ihre Attraktivität für demokratiefeindliche Gruppen verständlich und ohne unnötige Fachtermini eingeordnet werden. 

  22. Cover des Buches deutsch, nicht dumpf (ISBN: 9783570553978)
    Thea Dorn

    deutsch, nicht dumpf

    (5)
    Aktuelle Rezension von: leserattebremen
    Wir müssen uns aktuell vielen Fragen stellen: Wie gehen wir mit den Migrationsbewegungen weltweit um, wie mit dem Erstarken einer neuen rechten Partei, die es sogar in den Bundestag geschafft hat? Wie nehmen wir Menschen mit, die sich abgehängt fühlen und geht es uns nicht eigentlich viel zu gut, um auf Deutschland zu schimpfen? Thea Dorn hat mit „Deutsch, nicht dumpf“ ein sehr vielschichtiges und komplexes Buch über die deutsche Geschichte, das Problem der Deutschen mit dem Patriotismus und die wichtige Unterscheidung von blindem Nationalismus und aufgeklärtem Patriotismus geschrieben.
    Wichtig ist bei diesem Buch vor allem der Untertitel: „Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten“, denn genau das versucht die Autorin- meiner Meinung nach äußerst erfolgreich – zu leisten. Sie arbeitet sich ab am Kultur- und Zivilisationsbegriff, der Debatte der Leitkultur, die politischen und historischen Elemente der deutschen Vergangenheit, den ruhmreichen ebenso wie der dunklen Zeit von Krieg und Vernichtung. Dabei lässt sie die Leser auf sehr klare und übersichtliche Art an ihren Gedanken teilhaben und zeigt Möglichkeiten und Probleme auf, mit denen wir uns unweigerlich auseinandersetzen müssen. Dabei verfällt sie glücklicherweise nicht der Gefahr, einfach auf der AfD rumzuhacken und den Grund für alle Probleme in der gefühlten Benachteiligung bestimmter Personengruppen zu suchen. Zwar macht sie sehr klar, dass sie die AfD und ihr verbundene Bewegungen für eine große Gefahr hält und deren Argumente für schwach und fadenscheinig, doch dies stets differenziert und fundiert. Man kann noch viel lernen aus der Lektüre von „Deutsch, nicht dumpf“ und sollte sich viele Gedanken, wenn schon nicht zu eigen machen, dann doch wenigstens mitnehmen in die täglichen Debatten und in Hinterkopf haben bei der täglichen Zeitungslektüre. Wir laufen Gefahr, den platten Nationalismus und der Abneigung gegen alles Fremde zu verfallen, wenn wir uns nicht einen aufgeklärten, wachen Patriotismus zu Eigen machen, der um seine Gefahren weiß und dennoch positiv daherkommt.
    Thea Dorn hat mich mit ihrem Buch „Deutsch, nicht dumpf. Ein Leitfaden für aufgeklärte Patrioten“ mitgenommen auf eine spannende Reise durch deutsche Geschichte, Philosophie und Kultur, zu Problemen und Risiken ebenso wie zu Leistungen, auf die man ohne Zweifel auch heute noch stolz sein kann. Wem die Lektüre zu anstrengend erscheint, dem sei ein Satz der Autorin ans Herz gelegt: „Der Weg von „Fast News“ zu „Fake News“ ist verdammt kurz.“ (S.330). Darum ist es wichtig, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen. 
  23. Cover des Buches Stille Machtergreifung (ISBN: 9783218010849)
    Hans-Henning Scharsach

    Stille Machtergreifung

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Ein Sachbuch zu rezensieren gehört nicht zu den einfachen Aufgaben eines Lesers. Insbesondere, wenn es um eine Thematik geht, bei der man Laie ist.

    Als ich anfing das Buch "Stille Machgergreifung - Hofer, Strache und die Burschenschaften" von Hans-Henning Scharsch zu lesen, konnte ich mir nicht vorstellen, dass nach allem was wir im letzten Jahrhundert erlebten, sich diese rechten Einstellungen wieder breit machen würden. Haben wir nichts dazu gelernt? Ein sehr umfangreiche Quellenverzeichnis am Ende des Buches belegt die einzelnen Zitate die von FPÖ Politikern und Burschenschaftlern verwendet wurden oder auch immer noch werden. Bei einem solch brisanten Thema darf sich der  Autor keine Fehler erlauben.

    Und trotzdem nagten noch Zweifel in mir, ob der Autor nicht übertreibt.  "So schlimm kann es doch nicht sein", ist so ein Satz mit dem man sich selbst ruhig stellt. Jedoch, meine letzten Zweifel wurden zerstreut, als wir genau zu der Zeit einen Urlaub in Österreich verbrachten, als die Gespräche zur Regierungsbildung mit der FPÖ liefen. Jeden Morgen las ich im Hotel voller Interesse die regionale Zeitung. Ich muss gestehen, mir fielen bald die Augen aus dem Kopf als ich darin die gleichen Zusammenhänge zwischen Burschenschaften, Hofer und Strache aufgeführt fand, wie es der Autor in dem vorliegenden Buch beschreibt. Meinem Empfinden nach nehmen die Menschen die Entwicklung  in Österreich (viel zu) gelassen hin.

    Was mir bisher unbekannt war, ist das Symbol der Kornblume. Während der Lektüre machte ich mir zig Notizen, die ich alle in der Rezi verarbeiten wollte. Doch es sind zu viele, als dass ich auf alle eingehen könnte.

    Ich wäre z. B. nie auf die Idee gekommen, (S. 59) "Österreich als ein Teil Deutschlands" zu sehen. Oder Seite 64, Ausführungen über die Möglichkeit der Notverordnung. Ich frage mich, sind die Bürger in Österreich  darüber nicht besorgt? Besonders nachdenklich mache mich die Aussage auf Seite 75, "Wer die Frage formuliert, bestimmt das Ergebnis". Die große Masse der Bevölkerung hinterfragt nur wenig - das dürfte auf der ganzen Welt ähnlich sein. Die meisten Menschen wollen einfache und plausible Lösungen, die sie auch am Stammtisch verstehen. Damit, komplizierte Zusammenhänge zu erkennen, sind viele Menschen überfordert. Auf Grund solcher Überlegungen sollte/muss man auch die Ergebnisse der letzten Wahlen in Österreich sehen.

    In diesem Buch zeigt der Autor die Verflechtungen der einzelnen Burschenschaften mit den Herren Hofer, Strache & Co auf. Eine bestimmte geistige Elite macht sich dies zu Nutze. Man kann nicht leugnen, die Herren treten mit großem Charme auf, verbreiten mit einem Lächeln auf den Lippen ihre Botschaften.  Den Ausführungen des Autors nach überzieht eine Vernetzung Gleichgesinnter das Land und warten darauf, an die Macht zu gelangen.

    Wer nach dieser Lektüre immer noch der Meinung ist, es wird schon nicht so schlimm sein/werden, ist ein ganz gewaltiger Optimist. Ich selbst kann mich nicht mehr beruhigt zurücklehnen. Dank moderner  Medien ist es jedem Interessierten möglich, auch dem Nachbarn jenseits der Grenzen über die Schultern zu schauen. Die Aussage unserer Eltern/Großeltern "wir haben nichts gewusst" ist damit hinfällig. Jeder ist heute in der Verantwortung hinzuschauen. Dieses Buch nimmt den Leser an die Hand, zwingt ihn regelrecht dazu hinzuschauen und zu hinterfragen, was ausgebreitet vor unseren Augen geschieht. 

    Von mir bekommt dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.




  24. Cover des Buches Die Lieferantin (ISBN: 9783518469644)
    Zoë Beck

    Die Lieferantin

    (105)
    Aktuelle Rezension von: Aenna612

    Die Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch.

    Nachdem ich "Paradise City" von Zoë Beck bereits super spannend fand, hat mich auch "Die Lieferantin" nicht enttäuscht. Die Sprecherin liest in sehr angenehmem, ruhigem Ton.

    Das Thema fand ich ebenfalls sehr mitreißend und aktuell. Es fiel mir leicht, mir vorzustellen, dass es im Londoner bzw. Edinburgher Untergrund tatsächlich so zugeht.

    Lediglich die verschiedenen Charaktere blieben für mich ein wenig zu blass, und gerade bei den Frauen hat das dazu geführt, dass ich sie bis etwa zur Hälfte nicht gut auseinander halten konnte.

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