Bücher mit dem Tag "nationalsozialismus"

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1.869 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.493)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Der Tod erzählt uns eine Geschichte. Sie handelt von Liesel, die im 2. Weltkrieg von ihrer Mutter zu einer Pflegefamilie gegeben wird und dort ein Zuhause findet. Ihr "Papa" bringt ihr Lesen bei und sie entwickelt eine Leidenschaft für Worte und für Bücher. Magisch angezogen wird sie von ihnen und so erbeutet sie eins nach dem anderen, sie wird DIE BÜCHERDIEBIN. Sie erfährt, welche Macht Worte haben können und teilt die Geschichten mit anderen, indem sie vorliest und damit tröstet und ablenkt, anderen Mut macht. 

    Ein außergewöhnlicher Antikriegsroman über Bücher, die Kraft der Worte, Menschlichkeit und den Tod. 


    Das war wirklich keine erfreuliche Lektüre, wer es schon gelesen hat, wird mir zustimmen. Ein unangenehmes Buch, dass einen sehr beschäftigt. Und doch so schön geschrieben. Die Sprache ist poetisch und die Formulierungen wie verzaubert. Der Tod ist ein behutsamer Charakter, ein so wunderbarer Erzähler. Die bildhaften Formulierungen, die mich sonst wegen ihrer Floskelhaftigkeit schnell nerven, gehen hier ganz neue Wege, der Autor - und sicher ist das zum Teil auch der hervorragenden Übersetzung zu verdanken - trifft mit bestimmten Sätzen direkt ins Herz, er erreicht damit das, wozu Metaphern da sind, ein Bild im Kopf zu erzeugen. 

    "Er fuhr sich mit der Hand durch das schläfrige Haar..."

    "Hans Hubermann hatte ein Gesicht aufgelegt, in dem alle Vorhänge zugezogen waren." 


    DIE BÜCHERDIEBIN dreht sich um ein ganz wichtiges Thema, so weh es einem beim Lesen auch tut, aber es ist wirklich toll umgesetzt. 

    Einen Kritikpunkt habe ich jedoch, und das ist etwas, was ich einfach grundsätzlich nicht mag, hier aber ganz besonders. Der Erzähler, der Tod, der ja allwissend ist, nimmt an einigen, und zwar an sehr entscheidenden Stellen, Informationen vorweg. Einzelheiten, die einen in die Zukunft blicken lassen, und zwar in keine rosige. Oft geht es dabei darum, dass eine Chance verpasst wurde, dass man sich zum letzten Mal sieht, wie eine Figur aus dem Leben scheidet. Und das empfinde ich als ungeeignetes Mittel, um Spannung zu erzeugen - ich hätte die knapp 600 Seiten auch so durchgehalten - nein, es nimmt mir die Spannung und frustriert. Ich hatte nicht die Illusion, dass alle Protagonisten dieses Buch überleben, aber für eine mir sehr wichtige Person wurde schon ganz früh alle Hoffnung auf ein glückliches Ende zerstört, das schmälert bedauerlicherweise meine Begeisterung etwas. 

    Dennoch insgesamt ein großartiges Plädoyer gegen den Krieg, gegen Ausgrenzung und gegen Vorverurteilung. Was der Autor schön beschreibt ist, dass trotz allem, was grausam und herzlos ist immer irgendwo Freundlichkeit und Liebe zu finden ist. 

  2. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (765)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil II einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „>>Wenn man kein Interesse für das Geschehen aufbringt, macht man sich mitschuldig an dem, was passiert.<< – >>Ich nehme an, das haben wir alle gelernt.<< (…) >>Was soll nur aus der Welt werden, Charlie? Ganz Europa ist faschistisch.<<“ (S.641)

    Vier Länder. Vier Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt - von der Machtergreifung der Faschisten bis zur Berliner Blockade

    Die Handlung umfasst die Jahre von 1933 bis 1949, von der Machtergreifung Hitlers bis zur Berliner Blockade und der Währungsreform. Dabei begleiten die Leser:innen wieder die Protagonisten aus dem ersten Teil bzw. deren Kinder, daher fangt bitte zwingend mit dem ersten Teil an.

    Deutschland: Die Weimarer Republik scheitert, die Weltwirtschaftskriese schürt Nöte und Ängste, Inflation und Arbeitsmangel führen dazu, dass die Bürger radikal wählen. Die Familien von Ulrich erlebt die Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler und das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes durch den Reichstagsbrand.

    England: Die Appeasement-Politik von Chamberlain ignorierte lange die sich dramatisierende Lage im „Dritten Reich“. Der junge Engländer Lloyd Williams ist beunruhigt von der Hochkonjunktur der Faschisten in Europa. Entschlossen, diesen totalitären Kräften etwas entgegenzusetzen, meldet er sich freiwillig für den spanischen Bürgerkrieg.

    Sowjetunion: Die Verhältnisse seit der russischen Revolution haben sich geändert, der Kommunismus frisst seine Kinder. Der Geheimdienst KGB bespitzelt erbarmungslos. Stalin schließt einen Nicht-Angriffspakt mit dem Nationalsozialistischen Regime. Tja, und dann ist Polen buchstäblich offen. Der junge Mann Wolodja Peshkov nutzt seine Verbindungen und installiert ein deutsches Untergrundnetzwerk, das die Kriegspläne der Nazis an die Russen verrät.

    USA: Das amerikanische Volk will sich nicht in einen europäischen Krieg hineinziehen lassen, doch am 7. Dezember 1941 trifft ein Angriff völlig aus dem Nichts die amerikanische Ehre. In die Ecke getrieben schlägt die Regierung um sich, die alles vernichtende Atomwaffe vernichtet in Sekundenbruchteilen Leben, das Wettrüsten mit der UdSSR beginnt. Die reiche Erbin Daisy Peshkov sehnt sich nach Anerkennung der Oberschicht, nach sozialem Aufstieg. Bald erkennt sie, was wirklich wichtig ist im Leben, während ihr Halbbruder Greg auf fatale Weise lernen muss, wie wenig Wert das Leben von tausenden Menschen eines Landes im Unterschied zum wissenschaftlichen Fortschritt hat, er studiert (Atom-)physik. Woody Drewer hilft seinem Vater im Parlament, während sein jüngerer Bruder als Matrose in Pearl Harbor stationiert ist.

    Der Winter ist über die Welt hereingebrochen

    Es ist nicht möglich, alle Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1949 in Europa, Asien und den USA auf etwas über 1000 Seiten abzubilden. Das wäre auch zu viel verlangt, immerhin bemüht sich Follett sichtlich, möglichst viele bedeutende Ereignisse abzubilden. Gerne hätte ich noch 1000 Seiten mehr gelesen über bspw. die Attentate auf Hitler, den Uboot-Krieg, die Spionageaktivitäten des KGB, die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima. Was ist eigentlich mit den schlesischen Flüchtlingen oder der französischen Résistance im besetzten Frankreich? Wieder habe ich die gleiche Kritik wie im ersten Band: Ich hätte mir eine französische Sichtweise gewünscht. Nur kurz in Verbindung mit dem D-Day werden französische Bürger beschrieben.

    Relativ gefährlich finde ich auch Folletts Darstellung der Nationalsozialisten als dumme, grüne Jungen. Sicherlich gab es viele Mitläufer -wie Follett auch beschreibt-, allerdings war die Ideologie und die Machtansprüche nach der „Schande von Versaille“ stark von den Eliten unterstützt. Follett nimmt hier zu stark die Untergrundkämpfer in den Fokus und lässt dabei die Schuldfrage weitestgehend unberührt.

    Schreibstil

    Ken Follett verschachtelt meisterlich seine Handlungsstränge und Protagonisten miteinander. Jeder kennt sich über höchstens zwei Ecken… etwas unrealistisch, ja, aber ok. Auch, dass immer mindestens eine Person dabei ist, wenn etwas Entscheidendes für die Weltgeschichte geschieht, ist konstruiert. So taucht Stalin auf einer Hochzeit eines Protagonisten auf, ein anderer Protagonist hält Hitler die Tür zum Reichstag auf, einer ist auf Seiten der USA bei der Atombomben-Produktion dabei - wieder ein anderer bei den Forschungen der UdSSR zu diesem Thema. Wenn man erst einmal auf diese keineswegs zufällig so dargestellten Situationen aufmerksam gemacht wurde, wird es sehr augenscheinlich. Doch ist der Roman über diese Vorwürfe erhaben. Ein Roman IST ein Konstrukt und kein Erfahrungsbericht.

    Follett wird sehr emotional – ob Schmerz, Trauer, Ängste oder Leidenschaft- alles ist aufgeputscht und soll die Empathie des Lesenden wecken und ihn unterhalten. Gerade zu anfangs hat mich die gehäufte Darstellung von leidenschaftlichen Liebesszenen genervt. Als die Handlung weiter vorankam, gab sich die Häufigkeit etwas. Ich bin mir sicher, weniger Groschenroman-Szenen würden dem Romankonzept Folletts nicht schaden.

    Illustration

    Es ist ja ganz nett, dass es auf den Einbandseiten jeweils eine Karte Europas vor dem II. Weltkrieg gibt, aber hilfreich ist das nicht. Mir fehlt hier klar eine Weltkarte, oder zumindest eine Karte vom Pazifik mit Hawaii.

    Fazit

    WINTER DER WELT von Ken Follett ist ein historischer Roman, der von den sozialen und politischen Ereignissen rund um den II. Weltkrieg handelt. Ken Follett bringt die verstaubten Erinnerungen des Geschichtsunterrichts wieder ins Gedächtnis der Lesenden. Der Autor schreibt polithistorisch fundiert, emotional und spannend. Auf 1000 Seiten können selbstverständlich nicht alle Geschehnisse um den 2. Weltkrieg angesprochen werden, nagut, in einem Geschichtsbuch schon, aber nicht in einem Roman. Da muss der Autor Kompromisse eingehen. Ich vergebe vier Sterne, da mich das Verhältnis zwischen Liebesszenen und historischen Ereignissen gestört hat. Gerne mehr geschichtliche Details und weniger Bettsport…aber Follett braucht ja auch wieder neue, frische Protagonisten für den Folgeband… . Als Roman für einen guten Überblick kann man es auf jeden Fall lesen und dann zu interessanten Details recherchieren.

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 35 Std).

     

    WINTER DER WELT| Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schuhmacher| illustriert von Tina Dreher| Bastei Lübbe| 2012| 1022 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  3. Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)
    Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt

     (293)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Andreas Eschbach verknüpft Fakten und Fiktion miteinander:
    Was wäre passiert, wenn es zur Nazi-Zeit bereits K(C)omputer, Handys und Kreditkarten gegeben hätte? Anne Frank wäre in ihrem Versteck bereits zu Beginn des 2. Weltkriegs gefunden worden und das nur, weil die NSA Daten der Kreditkarten ausgewertet hätten. Denn warum kauft jemand für 10 Personen Lebensmittel ein, wenn eigentlich nur 2 Personen im Haushalt wohnen?
    Es geht um Helene, die im Sicherheits-Amt als Programmiererin arbeitet und doch eigentlich ihre Auswertungen vernichten möchte, denn ihre beste Freundin versteckt ihren Fahnenflüchtigen Freund auf dem Dachboden. Und es geht um Eugen, der auch im NSA-Amt arbeitet, doch er nutzt seine Auswertungen um sich feige und pervers an Frauen zu rächen.

    Die Idee des Buches ist eigentlich genial, doch der große Plot bleibt aus. Eschbach hat das Potential der Idee einfach nicht genutzt.
    Ich habe mich förmlich bis ans Ende gequält.
    Sehr schade

    🐭🐭/5

  4. Cover des Buches Der Lavendelgarten (ISBN: 9783442477975)
    Lucinda Riley

    Der Lavendelgarten

     (787)
    Aktuelle Rezension von: ReadAndTravel

    Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …

    Ich habe dieses Buch mit Tränen in den Augen beendet. Das Buch hat mich sehr berührt. Den es hatte tolle Charaktere, die mir durch Lucinda Rileys tolle Art und Weise zu erzählen, sehr nahe waren. Ich fand soweit Emilies als auch Constances Geschichte toll. Vor allem Constance war eine sehr starke Frau. 

    Die Geschichte war einfach nur schön und traurig zu gleich. Ich habe mir an Ende so sehr gewünscht, dass es für alle ein Happy End geben würde, doch leider spielt das Buch auch in der Zeit des zweiten Weltkriegs, und da gab es leider nicht nur Happy Endings. Das Buch bekommt von 4,5/5 Sterne, da ich an Anfang ein kleines bisschen gebraucht habe um in die Geschichte reinzukommen. 

  5. Cover des Buches Solange am Himmel Sterne stehen (ISBN: 9783442381210)
    Kristin Harmel

    Solange am Himmel Sterne stehen

     (777)
    Aktuelle Rezension von: Iomarmi

    Kristin Harmel’s erster Roman, der bereits 2013 erschienen ist, lag etwa zwei Jahre lang auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher). Vor Kurzem habe ich mich dazu entschieden genau diesen Stapel schnell zu verkleinern und habe als erstes zu diesem Roman gegriffen.

    Worum geht es? Die Protagonistin Hope hat es nicht einfach. Immer wieder muss sie Rückschläge einstecken und Schicksalsschläge verarbeiten. Während die Familienbäckerei in Schulden versinkt und Hope’s Tochter zwischen dem Leben bei Hope und ihrem Exmann balanciert, muss sie sich noch einer weiteren großen Aufgabe stellen. Hope’s Großmutter Rose ist an Alzheimer erkrankt und verliert nach und nach ihre Erinnerung. Eines Tages bittet Rose ihre Enkelin nach Paris zu reisen und Menschen aus ihrer Vergangenheit zu finden – eine Vergangenheit, die Rose jahrzehntelang verdrängt und verschwiegen hat. Hope nimmt sich vor den vielleicht letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen und stößt dabei auf eine tragische Familiengeschichte im 2. Weltkrieg.

    Meine Meinung? Am Anfang dacht ich noch, dass ich hier einen leichten und etwas schnulzigen Frauenroman in den Händen halte. Ich habe mich getäuscht (oder vom Buchcover irren lassen). Solange am Himmel Sterne stehen war lange auf den internationalen Bestellerlisten und das zurecht. Kristin Harmel hat einen Roman geschaffen der mich persönlich auf eine Achterbahn der Gefühle geführt hat. Es werden verschiedene Themen behandelt wie zum Beispiel der Holocaust, Demenz, Betrug, Tod, Schuld, aber auch Glück, Freude und Wiedersehen.

    Was mir besonders gut gefallen hat, war das zwischen den Kapiteln immer wieder Ereignisse aus der Vergangenheit aus Rose’s Sicht erzählt wurden. 21 Mal findet man auch Backrezepte aus der Familienbäckerei (Diese Stellen habe ich mir markiert).

    Der Schreibstil ist sehr angenehm, sanft und flüssig. Was mich allerdings etwas irritiert hat, waren die häufigen Wortwiederholungen. Auch das für Hope immer alles  unproblematisch verläuft (und Zufälle zufällig ständig vorkommen), fand ich persönlich etwas unglaubwürdig und schade. Trotzdem habe ich den Roman nach der letzten Seite zufrieden hingelegt und mich über das abgeschlossene Ende gefreut.


    Mehr Rezensionen findest du auf Instagram unter @iomarmi.blog oder auf meinem Blog www.iomarmi.home.blog 

  6. Cover des Buches Honigtot (ISBN: 9783492307253)
    Hanni Münzer

    Honigtot

     (389)
    Aktuelle Rezension von: valls

    Nach einem etwas klischeehaften Anfang, der in der Gegenwart spielt, nimmt die Geschichte ab dem Punkt Fahrt auf, wo sie in die Vergangenheit abtaucht. Ab dem Moment, wo aus der Sicht des halbjüdischen Arztes, seiner Frau und deren Kindern geschrieben wird, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Erste Ereignisse kündigen eine unheilvolle Zukunft für die Familie an, die man ab den ersten Seiten liebgewinnt. Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten wie Goebells etc. werden sehr authentisch dargestellt, was das Buch unendlich spannend macht und die vielen Verstrickungen und Intrigen der damaligen Zeit greifbarer macht. Sehr tolles und bewegendes Buch, bei dem man nebenbei auch noch was lernt und das jeder lesen sollte, ob historisch interessiert oder nicht!

  7. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (410)
    Aktuelle Rezension von: YvetteH

    Die Geschichte an sich ist gar nicht so schlecht. Eine Zeit, als die Nazis immer mehr in den Fokus geraten, eine interessante Bekanntschaft mit Freud, aber der Hauptprotagonist ist so farblos und naiv...

    Meine Schwester hat mir das Buch empfohlen, aber leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen. Die Story zieht sich in die Länge und ich weiß echt nicht, was viele an Seethaler so toll finden. Sein Schreibstil ist eher mäßig.

    Mein Fazit:

    Keine schlechte Story, aber viel zu viele Längen, die das Lesen beschwerlich machen. Kann man lesen, ist aber definitiv kein Muss!

  8. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (315)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Der 20-jährige Schweizer Friedrich kommt Anfang 1942 nach Berlin. Er will sich umsehen in der Hauptstadt, von der behauptet wird, dass Juden dort mit Möbelwagen abgeholt werden und nicht wieder zurückkommen. In einer Kunstschule lernt er Kristin kennen, die ihn sofort fasziniert. Mit Tristan von Appen, einem eleganten, vermögenden Mann, verbindet ihn bald eine Art Freundschaft. Im Mai erfährt Friedrich die Wahrheit über beide. Tristan ist Mitglied der gefürchteten SS (Schutzstaffel der Nationalsozialisten) und Kristin heißt eigentlich Stella Goldschlag und ist ein "Köderjude", wie Tristan sie nennt. Sie sucht und verrät untergetauchte Berliner Juden an die Gestapo. Erst am Heiligabend verläßt Friedrich Berlin - allein.

    Ein schmales Büchlein, von gerade mal 222 Seiten Text, dazu noch mit reichlich Zeilenabstand und einem schlichten Cover, vermochte bei Erscheinen eine große Diskussion auszulösen. Auf dem insgesamt schwarzen Cover strahlt den Lesern das Gesicht der realen Stella Goldschlag entgegen. Kann das Leben der "Greiferin", auch "Blondes Gift" oder "Blondes Gespenst" genannt, mittels einer Liebesgeschichte in einem historischen Roman dargestellt werden, angesichts des Schreckens und Gräuels, die sie verursacht hat?

    Takis Würger hat über dieses Jahr 1942 in Berlin in kühler Sprache und ganz aus der Sicht von Friedrich geschrieben. Kurze Sätze, die wenig mehr als das wiedergeben, was Friedrich sieht und erlebt. Wenig Reflexion und Gefühle. Friedrich ist oft sprachlos, während Kristin/Stella und Tristan die Führung übernehmen, im Sprechen und Handeln. Dazu wird zu Beginn jeden Kapitals, das immer einem Monat entspricht, ein kurzer Abriss über tatsächliche historische Ereignisse vorangestellt. Dies verschärft den Eindruck eines eher nüchternen Berichts und hält den Lesenden vor Augen, was "im Hintergrund" geschieht. Rationierung des Essens, Geburten berühmter Persönlichkeiten, politische Entwicklungen etc. Eingestreut in den Text sind kursiv gedruckte Abschnitte, die aus Gerichtsakten stammen und über einzelne Schicksale jüdischer Personen oder Familien berichten, die durch Stella Goldschlag verraten wurden.

    Eine schwierige Lektüre, die zwar schnell gelesen, aber nicht schnell verarbeitet ist. Erwähnenswert ist das Nachwort von Professor Sascha Feuchert, dessen Forschungsschwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur innerhalb der Neueren deutschen Literatur ist. 

    "Stella" regt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema an und hält die Diskussion lebendig. Als ein spezielles Buch gegen das Vergessen hat es eine wichtige Aufgabe erfüllt. Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich dem Thema nähern wollen.




  9. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.363)
    Aktuelle Rezension von: worldofbooksps

    Ein Roman der vom ersten Moment an zum Schmunzeln bringt. Man muss sich nur einen Adolf Hitler in mitten Deutsch-Türkischen Mitmenschen vorstellen. Timur Vermes, macht aus einem grauenhaften Mann, einen Mann mit dem man lachen kann. Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass dieser Roman mit Humor geschrieben ist und nicht um irgendetwas verharmlosen zu wollen. Ich finde die Idee dahinter sehr interessant und bin froh es gelesen zu haben. 

  10. Cover des Buches Die Vergessenen (ISBN: 9783328100898)
    Ellen Sandberg

    Die Vergessenen

     (254)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Schwendele

    Dass Täter nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Nazis untergetaucht sind, ist bekannt. Viele konnten lange Zeit ein unbehelligtes Leben unter neuen Identitäten führen. In dem Roman von Ellen Sandberg wird eine solche Handlung spannend dargestellt, und obwohl mit anderen fiktiven Orten verknüpft, dennoch in einen gewissen historischen Kontext gebracht. So ergeht es einem beim Lesen des öfteren, dass man sich denkt, den Sachverhalt real schon mal mitbekommen zu haben. Und genau so verhält es sich ja auch. Im Nachwort weist die Autorin darauf hin, dass Ähnlichkeiten mit einer Heil- und Pflegeanstalt in München-Nord beabsichtigt sind. Ereignisse in einem fiktiven griechischen Dorf “gleichen nicht zufällig“ realen Ereignissen in Distomo.

    So habe ich den Roman als eine homogen eingefädelte, von Anfang bis zum Ende spannend erzählte Geschichte erlebt. Die Protagonisten, welche erst mal nichts gemeinsam haben, ja sogar quasi erst mal Gegner sind, haben dennoch eine gemeinsame „Erfahrung“ mit den Geschehnissen im Zweiten Weltkrieg. Die Erfahrung haben Sie natürlich nicht persönlich, aber über Familienangehörige. Und die Geschichte zeigt deutlich, wie solche Ereignisse nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Familien prägen, und wie schwierig, ja eigentlich unmöglich es ist, erfahrenes Leid zu verarbeiten ohne die Angehörigen damit zu belasten. 

    Der Roman erzählzt auch eine Geschichte vom Umgang mit Schuld und eigener Verantwortung. Und das ist für mich das Tolle an dem Buch. Es ist eben nicht nur ein flacher Thriller, sondern eben doch eine mitreißende, betroffen machende Schilderung von Ereignissen, welche vielleicht genau so hätten passiert sein können. Und vermutlich in ähnlicher Form auch passiert sind. Nur, wurden viele Geheimnisse nicht aufgearbeitet, sondern von dunklen Netzwerken verheimlicht und am Ende mit ins Grab genommen.

    Ein absolut empfehlenswertes Buch !

  11. Cover des Buches Alles Licht, das wir nicht sehen (ISBN: 9783442749850)
    Anthony Doerr

    Alles Licht, das wir nicht sehen

     (359)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Paris, zu Beginn des 2. Weltkrieges: Marie-Laure ist noch ein Kind, als sie ihr Augenlicht verliert. Sie lebt mit ihrem Vater, dem Hausmeister des „Muséum National d’Histoire Naturelle“, in Paris, lernt langsam, sich auch blind in der Stadt zurechtzufinden und zieht sich häufig in die fantastische Welt der Bücher mithilfe von Blindenschrift zurück. Als sich die Lage in der Hauptstadt Frankreichs während des 2. Weltkriegs zuspitzt, müssen die beiden fliehen. Sie finden Zuflucht bei Marie-Laures Großonkel in der Küstenstadt Saint-Malo - und in den Taschen ihres Vaters befindet sich ein Schatz, auf den es auch die Nazis abgesehen haben.

    Zeitgleich wächst im Ruhrgebiet in Deutschland das Waisenkind Werner auf. Er hat nur seine Schwester - und sein Brennen für die Wissenschaft. Als seine Begabung für Radios und Funktechnik erkannt wird, schickt man ihn zunächst in eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt und setzt ihn dann zum Nutzen des Reiches ein...


    Zwei Jugendliche während des zweiten Weltkriegs, zwei völlig unterschiedliche Lebenswege und Schicksale - und zwei Leben, die doch miteinander verwoben sind, ganz zart. Anthony Doerr hat sich mit "Alles Licht, das wir nicht sehen" direkt in mein Herz und an die Spitze meiner Lieblingsbücher geschrieben. Die Geschichte von Marie-Laure und Werner ist so tragisch und traurig und dabei trotzdem so schön, dass ich mich ihr nicht mehr entziehen konnte. Der Roman ist nicht nur außergewöhnlich gut konstruiert und erdacht, sondern auch extrem bezaubernd geschrieben. Die Geschichte unterteilt sich in viele kleine Kapitel, die das Lesen sehr einfach machen, dabei aber trotzdem keinerlei Intensität einbüßen.


    Sowohl Marie-Laure, als auch Werner und die Nebencharaktere sind erstklassig gezeichnet, sie werden regelrecht vor dem inneren Auge zum Leben erweckt. Die Schicksale der beiden jungen Menschen haben mich teilweise zu Tränen gerührt, trotzdem liegt gerade in Marie-Laures Geschichte auch so viel Hoffnung und ihre Vorstellungskraft ist so bunt und besonders, dass ich auch viel Freude daraus ziehen konnte. Innerhalb des Buches gibt es immer wieder Verkettungen der verschiedenen Figuren und Erzählstränge, mit denen man zunächst nicht rechnet, die dann aber doch so gut zusammen passen und Sinn ergeben.


    Was beim Lesen des Romans auch auffällt, ist die tolle und akribische Recherchearbeit des Autors. Die Geschichte ist in meinen Augen sehr authentisch und gerade das Zeitgeschichtliche wird perfekt verarbeitet und eingebaut. Ein Highlight waren für mich dann noch die Schauplätze, allen voran Saint-Malo. Ich habe mich lesend in diese Küstenstadt in der Bretagne verliebt und möchte dort unbedingt einmal hinreisen.


    Ich könnte jetzt wohl noch stundenlang weiterschwärmen - zum Beispiel über das Einbauen von Jules Vernes Romanen in das Buch und den Charme alter Radios - ich denke aber, dass man auch so merkt, wie begeistert ich von "Alles Licht, das wir nicht sehen" bin. Dieser Roman wird mich gedanklich noch lange begleiten und ich möchte ihn am liebsten allen hier in die Hand drücken. Lasst euch diese Geschichte nicht entgehen!

  12. Cover des Buches Metro 2033 (ISBN: 9783453529687)
    Dmitry Glukhovsky

    Metro 2033

     (596)
    Aktuelle Rezension von: Kathi92

    Ich bin mit viel Begeisterung an das Buch herangegangen, da ich das Thema sehr interessant und spannend finde.

    Leider breche ich jetzt nach ca. 200 Seiten erstmal ab. Der Schreibstil ist gar nicht meins, ich finde es sehr anstrengend und gar nicht flüssig zu lesen. Zudem stören mich die ewig langen Dialoge, der Redefluss eines Charakters nimmt gerne mal 1-2 Seiten in Anspruch und gleicht eher einem Monolog.

    Wenn ich doch nochmal die Muse finde, gebe ich dem Buch vielleicht nochmal eine Chance. Aber jetzt bin ich erstmal ziemlich genervt und lege es ganz hinten in den Schrank. Schade drum


  13. Cover des Buches Unbarmherzig (ISBN: 9783548290973)
    Inge Löhnig

    Unbarmherzig

     (258)
    Aktuelle Rezension von: Simi159

    Wer die Tino Dühnfort Reihe von Inge Löhnig kennt, der kennt auch Gina Angelucci. Sie ermittelte mit Tino zusammen, dann wurden sie ein Paar und Eltern. Jetzt leitet sie die Abteilung für Cold-Cases der Münchner Kripo und hat ihre eigene Reihe…ja auch im deutschen Krimi gibt es Spin-Offs. 

    Unbarmherzig ist der zweite Fall für Gina, die frisch aus der Elternzeit zurück sich um einen Fall in Altbruck kümmern muss. Dort werden in einer Kiesgrube zwei Leichen gefunden, die schon mehrere Jahrzehnte vergraben waren. Eine davon stammt aus dem Baltikum, doch die Intensität bleibt ein Rätsel. Waren es zwei Zwangsarbeiter, die in der ehemaligen Munitionsfabrik dort gearbeitet haben? 

    Gina möchte den Mörder finden und durch die Klärung der Identität für eine, wenn auch späte Totenruhe sorgen. Doch ich allen in Altbruck gefallen die Ermittlungen und vielen Fragen nach der Vergangenheit….


    Fazit: Wie auch schon in der Reihe um Tino Dühnfort, erzählt Inge Löhnig auch in dieser Reihe in einen ruhigen und gelassenen Ton. Eher wie ein friedliches Plätschern baut sich Kapitel für Kapitel Spannung auf. Stück für Stück deckt Gina Angelucci den alten Fall auf und bastelt die einzelnen Teile zusammen. 

    Eingeschobene Rückblicke nehmen die Leser immer wieder mit ins Jahr 1944 und lassen so die Zusammenhänge besser verstehen und sorgen gleichzeitig für Spannung wegen falscher Fährten und überraschender    Wendungen.


    Die Charaktere sind sympathisch und auch in ihrem Handeln authentisch. Wer Gina mag, wird auch die Reihe um Tino Dühnfort mögen. 


    Ich hätte diesen Spinn-Off generell nicht gebraucht, für mich kann auch ein Paar weiter ermitteln…egal, für Unbarmherzig gibt es 


    4 STERNE.

  14. Cover des Buches Verblendung (ISBN: 9783453438200)
    Stieg Larsson

    Verblendung

     (6.184)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Hier geht's zur vollständigen Buchbesprechung: https://buchklub.podbean.com/e/stieg-larsson-verblendung/

    Vorsicht, Spoiler!

  15. Cover des Buches Totenlied (ISBN: 9783809026709)
    Tess Gerritsen

    Totenlied

     (227)
    Aktuelle Rezension von: tienea

    Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit nach Hause. Es enthält eine handgeschriebene, bislang völlig unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem schwierigen Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus, etwas, was das Wesen von Julias dreijähriger Tochter auf beunruhigende Weise zu verändern scheint. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen


    Ich habe anders wie in einigen Rezensionen die ich gelesen habe bisher noch nie ein Buch von Tess Gerritsen gelesen, weshalb ich leider nicht sagen kann ob Totenlied genauso gut wie ihre anderen Bücher ist.

    Ich bin noch ziemlich neu auf dem gebiet "Thriller" allerdings würde ich dieses Buch, entgegen dem Aufdruck, fast nicht in diese Kategorie stecken, da mir dafür etwas die Spannung und der Nervenkitzel gefehlt haben.

    Des Klappentext hat mich besonders überzeugt, da ich selbst ein Instrument spiele und die Idee von einem Lied, welches wie verflucht scheint sehr ansprechend fand.

    Besonders schön fand ich die Zeitenwechsel, welche alle paar Kapitel vorkamen. Es war also ein reger Wechsel zwischen der Ansicht von Julia, welche versucht mehr über die Vergangenheit von Incendio zu erfahren und Lorenzo, einem jüdischen Geigenspieler zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs.

    Am positivsten überrascht hat mich im Nachhinein, dass die Autorin Tess Gerritsen das Lied Incendio tatsächlich während sie das Buch geschrieben hat Komponierte. Man kann sich sogar auf ihrer Website ein Sample davon anhören (https://tessgerritsen.com/listen-to-a-sample-of-incendio-theme-music-to-playing-with-fire/) und das vollständige Lied gibt es auch beispielsweise auf Spotify, gespielt von Yi-Jia Susanne Hou.

  16. Cover des Buches Die Holunderschwestern (ISBN: 9783453419230)
    Teresa Simon

    Die Holunderschwestern

     (191)
    Aktuelle Rezension von: Monalisa73

    Dieser Roman ist in zwei Erzählsträngen geschrieben. München heute und in den Jahren 1918/19. Eine Familiengeschichte, die durch Tagebüchern der Urgroßmutter sehr spannend erzählt wird. So erfährt der Leser, dass Fanny sich als Köchin in einer jüdischen Kaufmannsfamilie ihren Lebensunterhalt verdiente, später heiratet und ein kleines Lokal führt. 

    Ich finde, das Buch ist sehr interessant, spannend und mit viel Hintergrundwissen zu der Zeit geschrieben, so dass man alles super nachvollziehen kann. Sehr bildhaft die Geschehnisse und die Stadt München, dass hat mir sehr gefallen. Die Protagonisten sind detailliert und Charakter stark beschrieben. Und auch die Kochkünste von Fanny kann man förmlich schmecken und riechen. 

    Die Rezepte am Schluss, von der Oma der Autorin ließen mein Koch-Herz höher schlagen und schmecken vorzüglich, habe das eine oder andere Rezept bereits ausprobiert.

  17. Cover des Buches 28 Tage lang (ISBN: 9783499266638)
    David Safier

    28 Tage lang

     (545)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1942 lebt die 16-jährige Jüdin Mira im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah zu ernähren. Ihr Vater hat sich vor der Deportation das Leben genommen, ihr Bruder Simon arbeitet bei der Judenpolizei. Beide empfindet sie als Verräter. 

    Als sich die Lage im Warschauer Ghetto zuspitzt und die Deutschen beginnen, die jüdische Bevölkerung weiter in den Osten "umzusiedeln", schließt sich Mira, die vor lauter Hoffnungslosigkeit empfindet, nichts mehr zu verlieren zu haben, der jüdischen Widerstandsorganisation ŻOB an. 

    "28 Tage lang" wird aus der Perspektive der 16-jährigen Mira geschildert, die einerseits mutig, aber andererseits auch kopflos und naiv agiert. Schon während ihrer Schmuggeltätigkeit bringt sie sich laufend in Gefahr, hat jedoch immer wieder aufs Neue Glück, nicht von der SS erwischt zu werden. Auch ihre Träume von Liebe und Tanzen und einer Sehnsucht nach New York wirken kindlich. Das Buch würde ich deshalb eher als Jugendbuch einordnen, als einen Roman. 

    Aufgrund der eindringlichen Thematik und der wirklich erschütternden Schilderungen über Hunger, Leid, Angst und Gewalt ist es jedoch auch für Erwachsene ein relevantes Buch über den Holocaust und #GegendasVergessen. 

    Mir war der Roman zu wenig bildhaft geschrieben, das jüdische Ghetto wurde für mich nicht lebendig und vorstellbar, auch die Charaktere wirkten blutleer. Die Geschichte verliert sich häufig in der Gedankenwelt von Mira. Auch wenn man das als Flucht vor der schrecklichen Realität nachvollziehen kann, hatte die Geschichte damit, gerade bis zum Anschluss Miras an den Widerstand, immer wieder ihre Längen. 

    Phasenweise vermittelte der Roman zudem eine sehr einseitige Botschaft hinsichtlich der Frage von Anstand und Moral. Man erhielt die Vorstellung, dass nur der unbedingte Kampf gegen die herrschenden Zustände und die Gefährdung des eigenen Lebens als integer galt. 

    Dagegen fehlte mir ein Gefühl für die Atmosphäre im Warschauer Ghetto, da die Schilderungen des Alltags arg an der Oberfläche blieben. Die junge Mira, die mehr Glück als Verstand hat, konnte mich als Heldin nur bedingt überzeugen, taugt jedoch als Identifikationsfigur für jugendliche Leser*innen.  

  18. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783471351260)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Brigitte Glaser wurde am 18. März 1955 in Offenburg geboren. Sie studierte Pädagogik an der Universität Freiburg und ist heute als Medienpädagogin in der Erwachsenenbildung tätig. Der erste Roman, für den sie als Co-Autorin verantwortlich war, erschien 1996. Brigitte Glaser schreibt vorwiegend Kriminalromane und Jugendbücher. Sie lebt heute in Köln.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Klappentext):
    Sommer, 1952. Deutschland diskutiert das Wiedergutmachungsgesetz. Konrad Adenauer reist zur Frischzellenkur in den Schwarzwald. Es gibt Morddrohungen aus verschiedenen Richtungen, auch von einer Extremistengruppe aus Israel. Um den Kanzler zu schützen, schickt der Mossad die junge Rosa Silbermann in das Nobelhotel Bühlerhöhe. Rosa konnte vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen. Die Ferien ihrer Kindheit verbrachte sie oft im Schwarzwald, sie kennt die Gegend, ihre Orts- und Sprachkenntnisse zeichnen sie aus.
    Als Agentin betritt sie allerdings Neuland und ihre Mission wird dadurch erschwert, dass ihre versprochenen Unterstützung nicht rechtzeitig eintrifft. 
    Die beschauliche Landschaft des Schwarzwalds kann Rosa nicht beruhigen. Als Adenauer schließlich anreist, dauert es nur wenige Tage, bis der erste Anschlag auf ihn verübt wird.

    Ich habe mir das Buch aufgrund des Klappentextes zugelegt und wusste eigentlich nicht so recht, was mich erwartete. Die Geschichte entpuppte sich dann als ein spannender Roman mit zwei starken Frauenfiguren. Das Attribut "Spionageroman" würde ich vielleicht nicht verwenden, das wäre etwas zu hoch gehängt, es handelt sich eher um ein Gegenspiel zweier Frauen mit völlig verschiedenen kulturellen Hintergründen und Vergangenheiten.
    Die Stimmung und gesellschaftliche Atmosphäre der frühen 50er Jahre in Deutschland wird gut transportiert. Die jahrelange Indoktrination der Nazis war noch fest in in vielen deutschen Köpfen verankert, die Annäherung zwischen Deutschen und Juden war nur sehr zögerlich und gerade in Israel, aus verständlichen Gründen, höchst umstritten. Eine spannende und interessante Zeit, von der ich bisher noch nicht allzu viel wusste. 
    Die jüdische Hauptprotagonistin ist sympathisch und ihre ambivalenten Gefühle gegenüber ihrer alten Heimat werden gut beschrieben. Ihre Gegenspielerin ist nicht ganz so vorteilhaft dargestellt, aber ihre Beweggründe werden ebenfalls einleuchtend erläutert. 
    Insgesamt gesehen handelt es sich um ein faszinierendes Psychogramm zweier starker Frauenfiguren garniert mit einer fesselnden umrahmenden Story.



  19. Cover des Buches Der Tätowierer von Auschwitz (ISBN: 9783492061377)
    Heather Morris

    Der Tätowierer von Auschwitz

     (143)
    Aktuelle Rezension von: Susanna_Schober

    Ich denke nicht, dass man hier groß eine Bewertung schreiben muss. Die Geschichte ist genau so passiert. Ich möchte mir nicht anmaßen, hier irgendwas, irgendwie zu beurteilen.

    Nur: Es hat mir die Haare zu Berge stehen lassen ...

    Der Klappentext:

    Eine Geschichte von Menschlichkeit, Mut, Liebe und Hoffnung

    1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
    Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.

    Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

  20. Cover des Buches Die verlorenen Spuren (ISBN: 9783453357310)
    Kate Morton

    Die verlorenen Spuren

     (260)
    Aktuelle Rezension von: Kathi90

    Kate Morton hat es auch in diesem Buch wieder geschafft mich in eine völlig andere Welt zu entführen. Ihr Schreibstil ist sehr gut zu lesen, sie schafft es den Leser komplett im Buch versinken zu lassen.

    Die Geschichte nahm zum Schluss eine für mich sehr überraschende Wendung, die mich fast schon sprachlos zurückließ. Einfach nur grandios und jedem der dieses Genre mag kann ich dieses (und andere ihrer Bücher) nur wärmstens empfehlen!

  21. Cover des Buches Ich bleibe hier (ISBN: 9783257071214)
    Marco Balzano

    Ich bleibe hier

     (197)
    Aktuelle Rezension von: SusanneEichholz

    Aus der Perspektive der Lehrerin Trina werden die Geschehnisse in ihrem Dorf am Reschensee erzählt, wobei der Scherpunkt in der Zeit zwischen 1939 und 1943 liegt, als die Einwohner sich zwischen der Auswanderung nach Deutschland und dem Leben als Bürger zweiter Klasse in Italien entscheiden müssen. Trina bleibt und das auch, als nach der Härte des Krieges mit Flucht, Versteck in den Bergen und Hunger die Bauarbeiten für einen Stausee beginnen, dem das Dorf weichen soll und der irgendwann tatsächlich nur noch ein Stück des Kirchturms übriglassen wird.

    In sehr schlichter, entwaffnend ehrlicher Sprache spricht Balzano oft ganz große Themen wie Verantwortung und Machtmissbrauch sowie Sprache als einziges Mittel zum Widerstand an. Trinas Schilderungen erinnern dabei an den Stil in Robert Seethalers Ein ganzes Leben. In ihrem unbeugsamen Willen, der sie mit ihrem Mann Erich verbindet, bleibt Trina als deutlich stärkere Protagonistin jedoch viel nachdrücklicher in Erinnerung als Seethalers Bergbauer. Allein schon deshalb kann ich diesen facettenreichen Roman empfehlen, der besonders geschichtsinteressierte Leser und Italienreisende fesseln wird.

  22. Cover des Buches Rote Kreuze (ISBN: 9783257071245)
    Sasha Filipenko

    Rote Kreuze

     (168)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Kreuze ziehen sich in abgewandelten Formen durch das ganze Buch. Es sind nicht nur die kleinen roten Kreuze, welche die 91jährige Tatjana Alexejewna zur Orientierung an Türen malt, weil sie an beginnendem Alzheimer leidet. Das Rote Kreuz als Organisation wird für sie zum Auslöser einer großen Last, die ihr Gewissen jahrzehntelang plagt. Als Übersetzerin  des NKID, des "Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten", landen während des 2. Weltkriegs zahlreiche Briefe des Internationalen Roten Kreuzes auf ihrem Schreibtisch, die den Austausch von Kriegsgefangenen vorschlagen. Auf einer der Listen mit den Namen sowjetischer gefangener Soldaten entdeckt Tatjana auch den ihres Mannes und löscht ihn, um ihn und ihre kleine Familie zu schützen; denn als mögliche Vaterlandsverräter sind sie alle gefährdet.

    Genau wie es Tatjana leicht gelingt, ihren jungen Nachbarn Alexander mit der Erzählung   ihres Schicksals während und nach der Stalinära zu faszinieren, versteht es Filipenko ganz wunderbar, seine Leser in das Leben seiner Protagonistin hineinzuziehen. So werden wir Zeugen eines langen wechselhaften Lebenslaufs, der von Unglück und Verlust geprägt ist.

    Das Kreuz als Symbol für Schmerz und Leid  -  Tatjanas Stärke zeigt sich in dem Willen, die  Schicksalsschläge zu überleben. Mit bitterem Humor und viel Sarkasmus trägt sie ihr Kreuz und findet einen neuen Sinn darin, andere Frauen, die von der Willkür des Stalinsystems betroffen sind, zu unterstützen  -  eine beeindruckende Zeitzeugin, die sich darum bemüht, die vielen Opfer jener Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

     

  23. Cover des Buches Marlene (ISBN: 9783492309479)
    Hanni Münzer

    Marlene

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Kleine_Bardenhorst

    In dem Buch erzählt Marlene ihre Lebensgeschichte. Nach dem Krieg wurde sie Schauspielerin, aber sie steht schon lange nicht mehr auf der Bühne.

    Marlene kennen wir schon aus Honigtot. Dort ist sie Deborahs Freundin und hilft ihr durch die schwere Zeit. Nachdem sie sich trennen mussten reist Marlene zu Deborahs Haus. Es ist völlig zerstört und Marlene hält die ganze Familie für tot. Jetzt muss sie sich alleine durchschlagen. Dabei landet sie im Konzentrationslager, wird zwangsverheiratet und vergewaltigt. Doch sie erfährt auch tiefe Liebe und Unterstützung.
    Sie tut alles um diesen Krieg irgendwie zu überleben. Die Opfer, die sie dafür bringen muss sind groß.

    Auch dieses Buch hat mich wieder sehr gefesselt. Es ist ein ganz klein wenig schwächer als Honigtot, aber absolut lesenswert.

  24. Cover des Buches Die Fliedertochter (ISBN: 9783453421455)
    Teresa Simon

    Die Fliedertochter

     (142)
    Aktuelle Rezension von: eriS

    Paulina begibt sich unbewusst auf die Spuren ihrer Herkunft. Ihre Bekannte Antonia bittet sie nach Wien zu reisen um dort ein unbekanntes Vermächtnis in Empfang zu nehmen. Ihr Glücksbringer, die Schneekugel, ist wie immer auch dabei. Das Vermächtnis besteht aus einem blauen Tagebuch, welche Luzie Kühne verfasst hat. Diese ist 1938 als Halbjüdin von Berlin nach Wien zu ihrer Tante geflüchtet und versucht da Fuss zu fassen. Sie wägt sich in Wien in Sicherheit, die jedoch nicht lange hält. Paulina beginnt in dem Tagebuch zu lesen und verlängert sogar ihren Aufenthalt in Wien hierfür. Was sie zu Beginn nicht weiss, ist das das blaue Buch ihr ganzes Leben verändern wird ...

    Teresa Simon erzählt die Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen und als Leser bekommt man so das Gefühl auch im Tagebuch zu lesen. Die Geschichte rund um Luzie ist sehr bewegend beschrieben und führt dazu, dass das Buch nicht mehr aus den Händen gelegt werden möchte. Die Autorin hat mit 'Die Fliedertochter' gut rübergebracht, was dazumal auch in Wien geschehen ist. Das Buch ist sehr spannend und gleichzeitig auch traurig. Mich regen solche Geschichten immer wieder zum Nachdenken an und man leidet mit den Einzelschicksalen mit.

    Das Buch ist jedem Leser zu empfehlen, der noch mehr geschichtliche Hintergründe verpackt in einem spannenden Roman entdecken möchte.

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