Bücher mit dem Tag "nationalsozialisten"

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27 Bücher

  1. Cover des Buches Honigtot (ISBN: 9783492307253)
    Hanni Münzer

    Honigtot

    (426)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Nach dem Tod ihrer Großmutter Deborah finden Felicity und ihre Mutter unter den hinterlassenen Unterlagen ein auf Hebräisch geschriebenes Tagebuch. Ein Tagebuch, das tiefe Abgründe in Deborahs Vergangenheit offenbart und aus dem Felicity und ihrer Mutter vieles klar wird.

     

    Meine Meinung:

    Der historische Roman „Honigtot“ von Hanni Münzer ist der erste Teil der Honigtot-Saga, ein Buch, das es wirklich in sich hat. Ich war sofort im Schreibstil der Autorin drin, der zwar intensiv ist, aber auch packend und lebendig.

     

    In dem Buch lernen wir am Anfang und am Ende kurz Felicity und ihre Mutter kennen, lesen aber hauptsächlich aus dem Tagebuch von Felicitys Großmutter Deborah, welches diese in Romanform verfasst hat. Deborah ist eine eindrucksvolle Frau, die im 2. Weltkrieg als Halbjüdin viel erlebt und durchlebt hat. Auch ihre Mutter Elisabeth und ihre Freundin und Vertraute Marlene lernen wir kennen. Ebenfalls starke Frauen, die alles für ihre Familie und ihre Freunde tun. Es war mir eine unglaubliche Ehre, diese Frauen kennenlernen zu dürfen!

     

    Zunächst begleiten wir Elisabeth ein Stück, die nach dem Verschwinden ihres Mannes Gustav eine Ehe mit einem Obersturmbannführer eingeht, um ihre halbjüdischen Kinder vor dem Tod zu retten. Danach begleiten wir Deborah selbst, wie sie durch die Wirren des Krieges kommt. Und was wir hier lesen dürfen, ist wirklich spannend und anders. Ja, Elisabeth und Deborah sind wohlhabend und besser gestellt und haben daher sicher bessere Voraussetzungen als „normale“ Menschen in dieser Zeit. Dennoch gewährt uns die Autorin hier, basierend auf teils wahren Charakteren und vielen schrecklichen Fakten, grausame Einblicke in eine Welt, von der wir sonst eher wenig lesen. Wie rettet man sich vor der Verfolgung durch die Nazis? Wie hat man versucht, zu flüchten? Sich und andere zu retten? Und wie haben die Spione agiert, kommuniziert, sich unter die Nazi-Größen gemischt? Es sind wirklich außergewöhnliche und tiefgründige Einblicke, die wir hier in einer perfekten Mischung aus Fakt und Fiktion erleben dürfen. Es ist so lebendig, grausam, kalt und immer wieder hoffnungsvoll – ein unglaublicher Roman, der wirklich tief unter die Haut geht. Es ist fesselnd, spannend, emotional und ein Buch, das mich mitgerissen hat, hinein in eine grauenhafte Zeit. Und ein Buch, das es geschafft hat, mich beim Lesen so hineinzuziehen, dass auch ich das Gefühl hatte, helfen zu müssen, fortlaufen zu müssen, spionieren zu wollen! Ein wirklich tolles Buch, das man einfach gelesen haben muss! Ein Buch, das unglaublich spannende Eindrücke gibt und noch lange zum Nachdenken anregt!

     

    Fazit:

    Mit ihrem Roman „Honigtot“ nimmt uns Hanni Münzer mit in eine grauenvolle Zeit. Wir erleben, wie Elisabeth für ihre Kinder kämpft und welche Mittel sie hier hat und einsetzt. Wie Deborah zur Spionin wird. Wir bekommen Einblicke in Folter, Verfolgung und Spionagetätigkeit und ich habe so viel Neues erfahren und miterlebt, es war einfach unglaublich! Die Mischung aus Fakt und Fiktion war genial und hat ein so lebendiges Szenario erschaffen, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen und selbst das Gefühl hatte, mittendrin im Geschehen zu sein.

     

    5 Sterne von mir!

  2. Cover des Buches Die Vergessenen (ISBN: 9783328103882)
    Ellen Sandberg

    Die Vergessenen

    (305)
    Aktuelle Rezension von: IvonneSpringer

    Ich muss offen zugeben: Ich bin totaler Fan von Ellen Sandberg! Kaum eine andere Autorin schafft es, Figuren so facettenreich und lebensecht zu zeichnen – und genau das liebe ich auch an Die Vergessenen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder völlig in ihrem Kosmos gefangen.

    Die Geschichte selbst ist spannend und tiefgründig, aber gleichzeitig wunderbar locker erzählt. Sandberg verwebt Gegenwart und Vergangenheit mit einer Leichtigkeit, die alles andere als oberflächlich ist. Gerade die Dynamik zwischen den Figuren überzeugt mich immer wieder aufs Neue: Jede Person bekommt Raum und Tiefe, selbst Nebenfiguren wirken nie beliebig, sondern stecken voller kleiner Details und Widersprüche. Das macht für mich den ganz besonderen Sandberg-Stil aus.

    Was das Buch außerdem auszeichnet, ist diese atmosphärische Dichte – die schwingt einfach auf jeder Seite mit. Egal, ob man gerade in der Vergangenheit mitfiebert oder in den aktuellen Handlungssträngen unterwegs ist, die Charaktere nehmen einen einfach mit. Besonders gefallen hat mir, wie klug und einfühlsam Sandberg familiäre Abgründe, alte Geheimnisse und das Thema Schuld anpackt – dabei bleibt es immer spannend, aber nie reißerisch.

    Für mich war Die Vergessenen wieder mal ein absoluter Volltreffer: Ein Roman, der fesselt, zum Nachdenken anregt und mit detailreicher Figurenzeichnung einfach begeistert. Wer komplexe Charaktere mag und Geschichten, die noch lange nachklingen, kommt an Ellen Sandberg nicht vorbei!

  3. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783844539523)
    George Orwell

    1984

    (57)
    Aktuelle Rezension von: Aduja

    1984 ist ein absoluter Klassiker und das nicht ohne Grund. George Orwell thematisiert hier wie Kommunikation und Information als Waffe genutzt werden kann. Dabei geht es einerseits darum, was als Wahrheit verkauft wird, und andererseits um eine ständige Überwachung der Bürger. Beides zusammen sorgt dafür, dass der Staat die Bürger unterdrücken und kontrollieren kann.

    Leider können wir immer wieder Ansätze dieser Probleme an verschiedenen Stellen unserer aktuellen Welt finden. Das 1984 schon ein älteres Buch ist, merkt man daher nicht an den Themen, sondern an der teilweise ungewohnten Sprache. Trotzdem ist der Schreibstil gut verständlich.

    Die Geschichte an sich ist eine klassische Dystopie und sehr spannend. Unsere Hauptperson Winston Smith lebt und arbeitet, ohne seine Welt in Frage zu stellen. Nach und nach findet er aber immer mehr Ungereimtheiten. Er stellt sich gegen die Regierung und bringt sich damit in Gefahr.

    Ich finde 1984 ist ein Buch, dass vielleicht nicht jeder gelesen haben muss, aber dessen Botschaft jeder verstehen muss. Wer dystopische Settings mag, wird, so wie ich, die Geschichte aber wahrscheinlich gespannt verfolgen.

  4. Cover des Buches Die geliehene Schuld (ISBN: 9783453428386)
    Claire Winter

    Die geliehene Schuld

    (161)
    Aktuelle Rezension von: Marina_Prokopp

    Berlin, 1949: Vera Lessing hatte es in den letzten Jahren nicht leicht: Der 2. Weltkrieg hat ihr ihren Mann und ihre Eltern genommen und jetzt liegt Deutschland in den Trümmern und ist mitten in der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund und Kollege Jonathan arbeitet sie bei einer Zeitung. Plötzlich stirbt Jonathan in Köln, er wollte dort etwas für seinen aktuellen Artikel recherchieren. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Vera glaubt, dass mehr dahintersteckt. Als sie seine Unterlagen und eine Nachricht von ihm bekommt, die er kurz vor seinem Tod abgeschickt hatte, ist ihr klar, dass Jonathan an einer großen Sache dran war. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und folgt seinen Spuren, die sie in die Vergangenheit und in Gefahr bringen ... 

    Die Autorin Claire Winter hat mit „Die geliehene Schuld“ wieder ein sehr packendes, vielseitiges, facettenreiches und emotionales Buch geschrieben. Der Roman fesselt von der ersten Seite und lässt bis zum Schluss nicht mehr los. Die Geschichte spielt in Deutschland in der Nachkriegszeit und die Autorin hatte die Lebensumstände der Menschen greifbar dargestellt und ihr bildhafter Schreibstil erweckt das Gefühl, dass man direkt dabei ist. In dem Buch wechseln die Zeiten, mal ist man in der Gegenwart und manchmal ein paar Jahre zurück in der Vergangenheit. Das sorgt aber nicht für Verwirrung, sondern macht das Buch noch ergreifender, emotionaler und tiefgründiger, da man den Verlauf der Geschichte immer wieder aus anderen Augen und Blickwinkel betrachten kann. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und verknüpft ihre fiktive Erzählung mit realen Geschehnissen. 

  5. Cover des Buches Die Bücher, der Junge und die Nacht (ISBN: 9783426528969)
    Kai Meyer

    Die Bücher, der Junge und die Nacht

    (240)
    Aktuelle Rezension von: Kitty_Catina

    Und wieder einmal hat es mich mit Kai Meyer ins grafische Viertel der Vergangenheit von Leipzig verschlagen, wobei die Geschichte natürlich nicht nur dort spielt, sondern auch an anderen Orten. Auf jeden Fall war sie aber wieder richtig gut, spannend und sogar ein wenig mysteriös.

    Erzählt wird die Geschichte in drei verschiedenen Zeitebenen, in denen es teilweise um verschiedene, aber teilweise auch um wiederkehrende Charaktere geht, und welche alle miteinander zusammenhängen. So begleitet man 1933 Jakob, 1941 den Jungen Robert, Jakobs Sohn, welcher mit dem etwas mysteriösen Mercurio auf der Jagd nach bestimmten Büchern ist, und 1971 ebenfalls Robert, der nach und nach mit der Geschichte der Familie Pallandt konfrontiert wird, die unmittelbar mit seiner eigenen Herkunft zusammenhängt. Die unterschiedlichen Zeitebenen haben dabei ihren ganz eigenen Charme, wobei ich gerade die Ereignisse 1933 am interessantesten fand und vor allem auch das Setting. Zudem spielt hier das Thema Okkultismus und der Nationalsozialismus erneut eine Rolle, aber mehr oder weniger im Hintergrund. Vor allem geht es natürlich um Bücher, aber auch um die Liebe und um Familiengeheimnisse. Das alles hat der Autor wieder super bildlich und flüssig zu Papier gebracht. Die Geschichte war echt packend und mitreißend, fühlte sich zudem sehr realistisch an und die Atmosphäre war einfach nur großartig. Zudem gab es einige Wendungen und am Ende war dann zwar einiges wie erwartet, aber manches auch komplett unerwartet.

    Was die Charaktere angeht, so gibt es schon ziemlich viele Hauptfiguren, was etwas verwirrend für mich war. Die zahlreichen Nebenfiguren haben es mir dann aber teilweise wirklich schwer gemacht, alle auseinanderzuhalten, und vor allem war mir manchmal nicht ganz klar, wer nun eigentlich mehr und wer weniger wichtig für die Geschichte ist. Ansonsten sind aber auch diese super realistisch geschrieben und ich habe sie gern begleitet. Vor allem, denke ich, wird mir Grigori, mit seiner etwas frechen Art, im Gedächtnis bleiben.

    Alles in allem empfand ich diesen Band der Reihe als wieder echt super, atmosphärisch und spannend. Es gibt einige Rätsel, Verschwörungen und sympathische Charaktere. Auf jeden Fall bin ich gespannt auf weitere Bände der Reihe.

  6. Cover des Buches Hemingway und ich (ISBN: 9783746636696)
    Paula McLain

    Hemingway und ich

    (70)
    Aktuelle Rezension von: MarinaH

    Martha Gellhorn war mir als Persönlichkeit bekannt, mich hatte ihr Leben schon immer sehr interessiert. Dieses Buch schien also wie der passende Roman dafür. Er behandelt nicht wirklich einen langen Abschnitt ihres Lebens, meiner Meinung nach, lernt man Marty dadurch trotzdem kennen und lieben.
    Der Schreibstil war sehr erfrischend, mir haben die vielen Metaphern Gefallen. Dass der Roman in „Ich“-Form geschrieben ist, hat ihn noch angenehmer für mich gemacht, vor allem weil man dadurch Marthas Gedanken und Gefühlswelt nur noch mehr kennenlernt.
    Auch die verschiedenen Abschnitte, in denen das Buch eingeteilt war, waren schlüssig und haben einen guten Überblick über die ganze Geschichte gegeben.
    Es gibt viele Kriegsbeschreibungen, die den Roman sehr spannend machen. Auch war es sehr interessant zu sehen, wie Martha als Schriftstellerin gearbeitet und gelebt hat. Natürlich nimmt Hemingway einen großen Teil der Geschichte ein, ich möchte nicht allzu viel vorwegnehmen, aber meine Gefühle waren sehr gemischt zu ihm.
    Insgesamt ist es ein sehr gutes und lesenswerter Roman, über eine starke und bewundernswerte Frau. 

  7. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

    (182)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt: 

    Als bei seiner Mutter eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert wird und ihre Erinnerungen und Gedanken immer verworrener werden, beschließt der Autor, seine Familiengeschichte zu rekonstruieren – im Grunde geht es um seine Eltern Sala und Otto, die in den 1920er Jahren aufeinandertreffen. Durch Salas jüdische Herkunft werden Holocaust und Internierung ein Thema, Otto als Arbeiterjunge gerät zunächst ins kriminelle Milieu, studiert später Medizin und gerät letztendlich in Kriegsgefangenschaft, vergisst Sala aber nie.... 


    Persönlicher Einrduck:

    Ich schätze Christian Berkel als guten Schauspieler, der mir aus der Krimiserie „Der Kriminalist“ bestens bekannt ist, daher war ich gespannt, inwieweit er sich inzwischen einen Namen als Autor gemacht hat. In seinen familienbiografisch inspirierten Roman „Der Apfelbaum“ breitet er die Geschichte seiner Familie während der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus und legt den Fokus auf seine Eltern Sala und Otto. 

    Basis für diese Suche nach den Wurzeln ist die Alzheimer-Erkrankung der inzwischen betagten Mutter, so dass alte Fotoalben und mannigfaltige Erinnerungen Grundlage für seine schriftstellerische Arbeit liefern. 

    Sala entstammt einer intellektuellen Familie des Großbürgertums, die Mutter Jüdin, der Vater Lebensreformer und homosexuell. Otto hingegen ist ein Berliner Arbeiterkind, kommt aus einer ganz anderen sozialen Schicht und lernt durch einen Zufall Sala kennen und lieben. Als die Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Zweite Weltkrieg ein Thema wird, geraten beide in den Strudel der politischen Ereignisse und während Sala sich nicht als Halbjüdin fühlt, die Tatsache aber nicht leugnen kann, wird Otto, der irgendwann Medizin studiert, als Arzt in den Krieg eingezogen. 

    Das klingt alles erst mal vielversprechend – wären nicht die konfusen und optisch nicht offensichtlichem Sprünge in der Erzählung. Mal ist die Handlung von früher, mal in der Gegenwart – man kommt irgendwann gar nicht mehr mit und das Lesen gestaltet sich mühselig und ermüdend. 

    Otto war die einzige Figur, die meines Erachtens interessant war. Leider spielte er auf weiten Strecken der Geschichte überhaupt keine Rolle. Sala hingegen war mir nicht wirklich sympathisch. 

    Wie Otto, der nie Geld hatte, sich plötzlich ein Medizinstudium leisten konnte, wird auch nie erklärt. Fragen über Fragen, Wirrnis am laufenden Meter. 

    Ich habe das Buch nach ca. einem Drittel abgebrochen, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass die Handlung irgendwann noch auf einen grünen Zweig kommt. Besagter Apfelbaum aus der Kindheit des Autors findet auch zwei Mal Erwähnung, hatte aber irgendwie keinen Sinnzusammenhang mit dem Erzählten, so dass ich mir letztendlich dachte: was soll das Ganze? Es war im Grunde eine Abrechnung mit den Erlebnissen seiner Vorfahren, die Berkel am besten für sich selbst gemacht hätte aber nicht unbedingt als Buch herausbringen hätte müssen. Mich hat die Geschichte jedenfalls nicht gefesselt, die Figuren waren unnahbar und die Lesezeit für dieses Werk sicherlich anderweitig besser investiert.

    Da ich das Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank gefischt habe, habe ich auch keinerlei Hemmungen, es nicht zu Ende gelesen zu haben. Eine Empfehlung gibt’s von mir keine, tut mir leid.

  8. Cover des Buches Die Zeit der Kraniche (ISBN: 9783746633565)
    Ulrike Renk

    Die Zeit der Kraniche

    (92)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Der letzte Teil der Familien-Saga um die Baronin Frederike und ihren drei Kindern auf ihrem Gut, welches sie meistenteils alleine bewirtschaften muss. Ihr Mann Gebhard wird immer wieder verhaftet, erst von den Nazis, dann von den Russen. Obwohl er so ein recht schaffender Mann ist, der nur für seine Leute das Beste getan hat und nie in der Partei war, noch Spion, noch Menschenrechtsverletzer. Man ist schockiert was man dem guten Mann alles antut.

    Frederike leidet auch unter den Anschuldigen, kann aber nicht helfen und man will sie zum Schluss auch noch verhaften. Im letzten Augenblick kann sie aus dem Osten fliehen. Nun hat sie alles verloren, ihren Mann ihre Heimat, aber sie ist eine starke Frau die nie aufgibt.

    Fazit:

    Der dritte Teil ist für mich der Beste. Spannend von der ersten Seite an. Man leidet mit Frederike und wird von ihren Erlebnissen und der Dramatik nur so mitgerissen. Bemerkung, man braucht die Vorgängerbände nicht zu kennen, man kommt wunderbar in die Handlung.


  9. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783103975352)
    Art Spiegelman

    Maus

    (238)
    Aktuelle Rezension von: jacky_liest

    Maus von Art Spiegelman ist mittlerweile ein Klassiker der Comickultur und hat diesen Status zurecht. Spiegelman öffnet Perspektiven auf den Holocaust und das Überleben dessen, die es zuvor nur selten gab. Die Besonderheit des Comics ist dabei das Verhältnis zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die Vater-Sohn-Beziehung. Bezeichnet ist, dass Spiegelman seinen Vater weder glorifiziert noch durchweg positiv als Helden stilisiert. Im Gegenteil: der Vater wird als manischer Zwangsneurotiker gezeichnet, dessen Verhaltensweisen sowohl die Figur Art(ie) als auch die Rezipient:innen fragend zurücklassen. Der Comic handelt von unbehandelten Trauma des Erlebten und dessen Übertragung auf die sogenannte zweite Generation. Verhandelt werden hier nicht nur geschichtliche Ereignisse, sondern auch deren Auswirkungen: ein lebenslanges und transgenerationales Trauma. 

    Besonders die Tiermetaphorik ist bezeichnend für den Stil des Zeichners und für die Handlung: nicht nur mit der Zeichnung der Figuren wird diese Metaphorik wiederholt aufgenommen, sondern auch innerhalb des Comics reflektiert und wiederholt in Szene gesetzt. Die Tiermetaphorik versteckt nicht, sie macht deutlich. Sie zeigt das, was sich unserer Vorstellungskraft entzieht. 

    Ein weiterer besonderer Aspekt des Comics ist dessen Selbstreflexion: der zeichnerische Prozess und vor allem die Umsetzung werden hier aufgezeigt und reflektiert. Besonders der zweite Band bringt dies auf den Punkt. Wie zeichnet man eine Geschichte, die man selbst nicht erlebt hat, aber dessen Auswirkungen einen geprägt und traumatisiert haben? Wie bringt man einen Diskurs zu Papier, über den so wenig gesprochen wird? Und genau setzt Spiegelman an und macht sich das Medium des Comic zunutze: er fabriziert hier eine neue Erzählung über den Holocaust, die zum Nachdenken anregt und nicht vergessen werden kann. 

    Maus ist ein herausragender Comic, eine emotionale Achterbahn und ein Medium gegen das Vergessen. 

  10. Cover des Buches Das Haus der Bücher und Schatten (ISBN: 9783426293591)
    Kai Meyer

    Das Haus der Bücher und Schatten

    (138)
    Aktuelle Rezension von: Mongeri

    Es wird alles aufgeklärt und der rote Faden zieht sich wirklich gut durch. Ich hab auch diesen Roman wieder wirklich genossen, ich mag den Stil von Meyer wirklich gerne, aber am Ende wars mir ein bisschen zu viel "Haudrauf" und zu viele Wendungen. Das hat die letzten 100 Seiten ein bisschen mühsam gemacht. Aber dennoch würde ich das Buch weiterempfehlen. 

  11. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783785753293)
    Ken Follett

    Winter der Welt

    (74)
    Aktuelle Rezension von: Bianca_Cimiotti

    Wieder sehr schön gelesen von Johannes Steck. Man fühlt sich wohl und gut aufgehoben, wenn er liest. 

    Die Geschichte geht spannend weiter. Es handelt sich um die Zeit vom 2. Weltkrieg bis danach. Zur Zeit in der die Luftbrücke in Berlin eingerichtet wird. 

    Manchmal habe ich ein bisschen Probleme die einzelnen Personen auseinander zu halten, wenn sich die Perspektive ändert. Es passiert aber auch so viel gleichzeitig in allen beteiligten Ländern. Eine spannende Zeit. Europa "brennt".

    Manchmal schüttel ich den Kopf. Um Kommissar Schmacke tut es mir nicht leid. Da habe ich nur gedacht, siehste das geschieht dir Recht. Sorry!

    Die Kinder sind groß geworden und neue Generationen kommen ins Spiel.

    War wieder sehr schön zu Hören.

  12. Cover des Buches Wir waren doch so jung (ISBN: 9783945025437)
    Jennifer Riemek

    Wir waren doch so jung

    (25)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989
    Jakob und Annie sind Juden in Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus. Jedem, der sich mal ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat, weiss, welchen Anfeindungen Juden in diese Zeit ausgesetzt waren und wie hart in der Öffentlichkeit mit ihnen umgegangen wurde. Da war das Tragen des "Judenssterns" noch das Harmloseste. Der Judenstern findet sich auch auf dem sonst schlichten Cover des Buches wider, sonst ist der Cover eher grau gehalten. Die alter deutsche Schrift, die für den Titel genutzt wurde, hebt sich von sonstigen Covern ab, macht das Cover aber interessant. Jakob ist gerade 14 Jahre alt und erlebt immer wieder, sie mit Juden und auch mit ihm umgegangen wird, weil er eben Jude ist. Dieser Art der Repressalien verkraftet er nur schön, nur die Liebe zu Annie und eine alte Goldmünze seines Opa helfen ihm, die Zeit, die jahrelang mit Schikanen und Verspottung andauernd wird, zu überstehen... Mit Jakob und Annie schaffen Kuhn und Riemek zwei starke Charaktere, die man sofort ins Herz schliesst, weil sie einfach Opfer ihrer Zeit sind, doch sie finden sie mit der Opferrolle nicht einfach so ab. Das macht sie zu sehr starken Menschen in einer für Deutschland unrühmlichen Zeit.  Natürlich muss man sagen, dass das Thema Holocaust in Bücher nichts neues ist, aber gerade die Verbindung zwischen der fiktiven Geschichte, die gar nicht so sehr von den realen Grundlagen abweicht, gekoppelt mit dem Beleg der historischen Fakten macht es schon zu etwas besonderem.  Die Art, wie die Geschichte durch die Autoren Kuhn und Riemek erzählt werden, ist sehr feinfühlig und macht das Grausame, was in der Zeit besonders gegen die Juden gerichtet wurde, begreifbarer und für den Leser entwickelt sich eine neue Art von Verbundenheit mit Jakob und Annie. Man spürt richtig, dass die Autoren eben nicht nur eine einfache Geschichte schreiben wollten, sie haben ein Buch geschrieben, was nicht nur die Fakten sondern auch durch das Herzblut der Autoren überzeugt. Die Handlung des Buches basiert auf wahren Gegebenheiten, welche im Buch immer wieder belegt werden und so die Geschichte zweier Aachener Familien zwischen 1934 - 1945 erzählt, die einfach geprägt durch die Zeit und durch die Umgebung werden und dabei selber nicht viel dagegen tun können, was mit ihnen gemacht wurde.  Besonders an den Buch ist, dass die Aussagen der Zeitzeugen im Anhang wirklich nochmal durch die Autoren belegt werden und sogar Kurzbiografien der Zeitzeugen im Anhang niedergeschrieben sind, wodurch die Authentizität des Buches nochmal gewaltig gewinnt. 

    Fazit: Die Geschichte rund um Jakob und Annie und deren Familien wird von Michael Kuhn und Jennifer Riemek mit viel Feingefühl erzählt, trotzdem bekommt man beim Lesen leichte Beklemmungen, da alleine das allgemeine Wissen über das Leben der Juden in der Zeit unter den Nationalsozialisten gepaart mit der Geschichte, die auf Zeitzeugenaussagen und Dokumenten basiert, ein konkretes Bild des Lebens der Beiden gibt. Durch das Belegen der Geschichte durch Zeitzeugen und Dokumente wird die Geschichte noch tiefgreifender und berührt den Leser anders als eine fiktive Geschichte. 

  13. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

    (118)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Josef Klein, ein deutscher Auswanderer in New York, erlebt die aufgeladene Atmosphäre in der Metropole kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs eher als Beobachter. Bis er aufgrund seiner Fähigkeiten als Amateurfunker das Interesse des deutschen Spinonagenetzwerks; er reißt sich nicht darum, wehrt sich aber auch nicht dagegen und kommt irgendwann auch nicht mehr raus. Klein bleibt wie sein Name unterstellt nur ein kleines Rädchen im Getriebe, ein klassischer Mitläufer, entsprechend unspektakulär bleibt auch die Art und Weise, wie seine Geschichte erzählt wird: Als Erinnerung an den Onkel, der nicht weiter von James Bond & Co. entfernt sein könnte. 

    Die Situation der Deutschen im besiegten Deutschland wird anhand der Geschichte der Familie des Bruders erzählt, bei denen er nach seiner Ausweisung lebt, viel spannender ist aber in meinen Augen das unbekannte Kapitel des Deutschen Auswanderers bzw. die Stimmung, die sich in den Jahren bis 1939 in der Welt zum Thema Hitler und NSDAP aufgebaut hat. Kleins Reise mit uns Lesern endet im Südamerika der 1950er Jahre. Ein Roman, der zum Nachdenken über Schuld und Reue anregt, und welche Rolle Überzeugung bzw. Mitläufertum in solch fatalen historischen Entwicklungen spielt. Ohne es zu merken, ist man schnell auf der letzten Seite angelangt.


  14. Cover des Buches Im Frühling sterben (ISBN: 9783518466803)
    Ralf Rothmann

    Im Frühling sterben

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Zwei deutsche Jugendliche werden kurz vor Kriegsende einzogen und an die Front geschickt. Der eine hat Glück, da er zum Fahrdienst eingeteilt wird und somit nicht direkt kämpfen muss. Aus seiner Sicht, der Figur des Walter, gleiten wird durch die Ereignisse 1944/45 irgendwo im Osten.

    Ja, die Schrecken des Krieges. Dem Autor gelingt es, sie einzufangen. Und jede Geschichte ist anders. Walter mogelt sich irgendwie durch und trotzdem hat und nimmt er teil an dem großen Monstrum und macht sich schuldig. Fast beiläufig wirken manche Schilderungen, mitunter überraschend emotionsbefreit, fast nüchtern. Dann aber, wenn es um die Freundschaft der beiden geht, bleibt dem Leser auch schon mal die Luft weg.

    Fazit: Ein fundamental guter Schriftsteller und trotzdem fehlt mir etwas. Was genau? Vielleicht ein wenig das Herzblut?


  15. Cover des Buches Der letzte Überlebende (ISBN: 9783534273317)
    Sam Pivnik

    Der letzte Überlebende

    (109)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Über die Bedeutung von Büchern wie diesem gibt es keine zwei Meinungen. Sie sind wichtig! Und es genauso wichtig, dass sie verlegt und gelesen werden. Was diesem Buch einen zusätzlichen Pluspunkt verleiht, ist die nüchterne Schreibweise einer aufwühlenden Zeit.

    Die ersten Erinnerungen an seine Kindheit verbindet Sam Pivnik mit Leckereien in den Sommermonaten. In einer kleinen Stadt im späteren Gau Oberschlesien wächst er mit seinen Geschwistern und seinen Eltern auf. Der Vater ist angesehener Schneider. Doch schon im Jugendalter sind allesamt Fabrikarbeiter. Kriegswichtig. Was zum Einem ein Glücksfall ist, zum Anderen die Perfidität der neuen Herrscher so grausam darstellt. Denn nur wer kriegswichtig ist, darf überleben. Führt man sich dies vor Augen, steigt die Wut automatisch in einem hoch.

    Sam Pivnik ereilt dasselbe Schicksal wie die meisten Juden in den Dreißiger- und Vierzigerjahren. Bis er in Auschwitz landet. Er sieht wie mit einem Fingerzeig das Schicksal entschieden wird. Rechts ins Lager, links in die Gaskammer. Binnen Sekunden ist das Leben entschieden, sind Familien zerrissen, beginnt die Hölle aufs Neuerliche. In Będzin, wo er aufwuchs, wo er den Garten Eden erlebte, wie er schreibt, wurde mit der Machtübernahme der Nazis per Aushänge über die Veränderungen informiert. Rechte wurde beschnitten, Verbote übernahmen den Alltag. Doch man lebte. Konnte fast einen Alltag gestalten.

    Im vom Stacheldraht umzäunten Auschwitz war nichts mehr wie zuvor. Er zerrt Leichen aus den Waggons. Zuvor stiegen Menschen aus Zügen, um anzukommen, oder bestiegen sie beschwingt, um zu verreisen. Sam sieht schreiende Kinder, die ihren Müttern entrissen werden. Zuvor trocknete die Mutter die Tränen ihrer Kleinen. Er verschleppt nun lieber eine Krankheit als Mengele über den Weg zu laufen. Denn Hauptkrankenbau heißt Tod. Zuvor ging man zum Arzt oder verkoch sich unter der Bettdecke und nahm eine Aspirin.

    Würde es diese Aufzeichnungen nicht geben, man würde es nicht glauben können, was an Unmöglichem möglich ist. Ein Durchlesen ohne Absetzen ist nicht möglich. Stoisch, unverhohlen, zielstrebig berichtet Sam Pivnik von seinem Leben, besonders des Teils seines Lebens, der ihn und seine Generation prägte. Auschwitz als Hölle auf Erden, der man nur durch unerschütterlichen Hoffnungszwang entgehen kann. Oft, zu oft stand er am Abgrund. Er ließ sich nicht in die Schlucht stürzen, ging niemals zu weit, um allem ein Ende zu machen. Das zu lesen, es lesen zu könne, macht auf eine Art auch wieder Mut. Gerade wenn die Welt sich momentan wieder in eine Richtung zu entwickeln droht, die man schon hinter sich zu lassen geglaubt hatte.

  16. Cover des Buches Im Licht der Zeit (ISBN: 9783492318624)
    Edgar Rai

    Im Licht der Zeit

    (16)
    Aktuelle Rezension von: YukBook

    Der Tonfilm – für uns das Selbstverständlichste der Welt, in den 1920er Jahren eine Erfindung, die als revolutionär gefeiert wurde. In diesem Roman schildert Edgar Rai die Entstehung des ersten großen deutschen Tonfilms "Der Blaue Engel", der mit dem Oscar-Preisträger und Egomanen Emil Jannings und der noch völlig unbekannten Marlene Dietrich verfilmt werden soll. Bis dahin ist es für die Revue-Sängerin, die ihre Laufbahn als Geigenspielerin begann und vergeblich auf einen Durchbruch als Schauspielerin wartete, ein weiter Weg.

    Von Anfang an faszinierte mich die Figur der Marlene, die Rai in all ihren Facetten zum Leben erweckt: Einerseits ist sie eine verführerische und vergnügungssüchtige Frau, die sich ohne jede Scheu nimmt, was sie begehrt; andererseits eine unglückliche und schuldbewusste Mutter, die unter der Kühle ihrer Tochter leidet; in jedem Fall aber eine schlagfertige und selbstbewusste Frau, die ihre Stärken zu ihren Gunsten einzusetzen weiß.

    Ihre Wandlung von einer unbedeutenden Revuenummer zum Publikumsliebling vollzieht sich inmitten eines quirligen Settings, in dem für jeden Beteiligten, vom Darsteller über den Drehbuchautor und Regisseur bis hin zum Ufa-Boss, alles auf dem Spiel steht und die menschlichen Reibereien und kochenden Emotionen in jeder Zeile zu spüren sind. Der Autor gibt nicht nur jeder Figur genügend Raum zur Entfaltung, sondern zeichnet uns auch ein üppiges Bild der Berliner Künstlerszene, die durch Unterhaltung, Zerstreuung, Leichtfertigkeit und Zügellosigkeit geprägt war. Für Cineasten und Fans der Goldenen Zwanziger ein wahrer Lesegenuss!

  17. Cover des Buches Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten (ISBN: 9783404193028)
    Michaela Grünig

    Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten

    (80)
    Aktuelle Rezension von: Marw

    Cover: Das Cover ist wieder sehr schön gemacht mit dem Hintergrund der Seebrücke von Heiligendamm. Ausserdem passt das Cover wunderbar zum ersten Teil der Reihe und fügt sich sehr gut ein. 

    Inhalt: Palais Heiligendamm, 1922: Während der Währungskrise kämpft Elisabeth erneut um das Überleben des frisch renovierten Palais. Erst als ein berühmter Regisseur in der schönen Kulisse des Hotels einen Film dreht, gibt es neue Hoffnung. Während der berufliche Erfolg zum Greifen nah ist, steht Elisabeths Liebe zu Julius unter keinem guten Stern. Auch ihr Bruder Paul muss Abschied von seinen Träumen nehmen. Er ist zutiefst unglücklich. Als er in den Dunstkreis der NSDAP gerät, trifft er eine Entscheidung, die die ganze Familie in Gefahr bringt ... 

    Meine Meinung: Ich habe mich sehr gefreut all die bekannten Charatere aus dem ersten Teil wiederzusehen und diese erneut zu begleiten. Ich war direkt wieder in ihrem Leben drin und ich konnte wieder richtig mitfiebern. Der Schreibstil wie im ersten Teil auch schon sehr bildhaft und und passt sehr gut zur Geschichte. Die Seiten sind regelrecht dahingeflogen und ich hatte das Buch in wenigen Tagen gelesen. Die verschiedenen Charaktere wurden wieder sehr authentisch dargestellt und die meisten waren unglaublich sympathisch aber es gab auch einige sehr erschreckende Entwicklung die mir sehr leid getan haben. In der Geschichte findet sich wieder viel Spannung, Drama, Liebe und überraschende Wendungen. Ausserdem werden bekannte historische Ereignisse in der Handlung gut eingeflochten. Ich konnte durch das Buch viel über die historischen Ereignisse lernen. Die Fortsetzung ist einfach so klasse geschrieben und so gelungen, dass ich es kaum erwarten kann den dritten Teil zu lesen. Von mir erhält das Buch auf jeden Fall 5 von 5 Sternen und eine sehr große Empfehlung!

  18. Cover des Buches [It Can't Happen Here] (By: Sinclair Lewis) [published: April, 2014] (ISBN: B00VYOHNDI)
  19. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

    (340)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „Und die Goldschlag, keiner zwingt. Die ist auf ihre verreckte Art ihrem Vaterland treuer als wir zwei miteinand.“ S. 193

    Inhalt:
    1942: Kristin lebt in Berlin und verzaubert mit ihrer unbekümmerten Art alle um sie herum. Fritz möchte trotz des Krieges die Welt sehen und vor allem, ob die grausamen Gerüchte was mit Juden passiert, wahr sind. Dort lernt er Kristin kennen und verbringt seine Tage mit ihr. Doch plötzlich steht sie vor ihm und gesteht ihm, nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

    Cover:
    Das Cover ist ohne vieler Details in schwarz gehalten und es ist nur der Kopf von Stella in gold zu sehen.

    Meine persönliche Meinung:
    Das Buch hat mich ziemlich mitgenommen. Die üblichen 2. Weltkriegsbücher sind meistens aus Sicht von betroffenen Juden geschrieben oder tragische Schicksale. Ich hab noch nie ein Buch gelesen, wo die Geschichte einer Person erzählt wird, die in dem ganzen Verbrechen mitgeholfen und somit auch Leid verursacht hat. Hab danach noch nach Stella Goldschlag gegoogelt. Ganz klar, ist das hier nur ein Roman und die Person wurde im Buch vermutlich menschlicher gemacht als sie war. Obwohl, wer weiß das schon? Wer weiß, wie sehr sie gebrochen wurde, dass sie so handelt? Richtig schlimm finde ich das Ende (der echten Person). Dass sie sich offiziell als Antisemitin bezeichnet hat. Das Fritz sie im Buch verlassen hat, zeigt wohl, dass es nicht einfach ist mit ihrer Geschichte und ihren Taten zu leben. Ich kann kaum in Worte fassen, wie mich diese Geschichte zurück lässt. Aber es ist gut, dass sie erzählt wurde.

    Fazit:
    Ein mutiges Buch über die „Greiferin“ Stella Goldschlag, das mich sprachlos und bestürzt zurück lässt.

  20. Cover des Buches Mo und die Arier (ISBN: 9783596370986)
    Mo Asumang

    Mo und die Arier

    (20)
    Aktuelle Rezension von: LauravonderHoeh

    Wow, was für eine mutige Autorin, sich als schwarze Frau mit Nazi-Männern auseinanderzusetzen und auf Nazi-Veranstaltungen zu gehen. Hut ab!

    Während sie von ihren Begegnungen und Erfahrungen mit diversen Nazis berichtet, zeigt sie durch Recherchen zu Hintergründen und Ursprüngen, wie unlogisch Rassismus und die NS-Ideologie ist. Gleichzeitig ergründet sie auch die dahinterliegenden Gefühle der Nazis, mit denen sie sich unterhält.

    Auch ihren eigenen Ängsten begegnet Mo Asumang während ihrer Treffen und sie versucht immer wieder auf menschlicher Ebene Kontakt herzustellen.

    Das Buch zeugt von Mut und Hoffnung auf ein friedlicheres Miteinander der Menschen, gleichzeitig wird aber auch deutlich wie gespalten unsere Gesellschaft ist.

    Ein Satz hat mich sehr bewegt:

    „Wenn du in der Demokratie schläfst, dann wachst du in der Diktatur auf.“

    Ja, wir alle können zum Erhalt der Demokratie beitragen. Asumangs Buch ist ein toller Beitrag dazu und regt uns an, unser eigenes Verhalten zu reflektieren.

  21. Cover des Buches Goldfasan (ISBN: 9783894258474)
    Jan Zweyer

    Goldfasan

    (10)
    Aktuelle Rezension von: PaulTemple
    Der zweite Fall des Herner Kommissars spielt im Jahr 1943. Als Kriminalbeamter ist Herr Golsten nun dem Reichssicherheitshauptamt zugehörig, aus Karrieregründen zudem der SS beigetreten. Zunächst strikt den Befehlen folgend, wird ihm im Laufe der Ermittlungen, bei denen polnische Zwangsarbeiter und gar politisch andersdenkende Jugendliche ihr Leben lassen müssen, immer mehr gewahr, was für ein Terrorregime er offiziell vertritt. Personen verschwinden, Beweise werden manipuliert und schließlich ist auch der Kommissar und seine Familie auf der Abschussliste des Regimes.


    Die innermenschlichen Zerreißproben, die gesellschaftlichen Spannungen und Ungerechtigkeiten im NS-Regime werden dem Leser auf kurzweilige und interessante Art näher gebracht, so dass ich den Krimi geschichtsinteressierten Lesern definitiv empfehlen kann. 
  22. Cover des Buches Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit (ISBN: 9783492317221)
    Anja Marschall

    Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit

    (39)
    Aktuelle Rezension von: elycalxa

    Der Geschmack von Freiheit ist der zweite Band "Töchter der Speicherstadt" von Anja Marschall.

    1929, Hamburg, Cläres größter Wunsch ist es zu studieren, dabei hofft ihr Verlobter durch die Heirat "Behmer & Söhne"  zu übernehmen. ALs Cläre den Demokraten Fritz kennenlernt, stärken sich ihre Wünsche. Doch schon bald kommen die Nationalsozialisten an die Macht und es ums überleben des Kaffeekontors und der Familie. 

    Anja Marschalls Schreibstil lässt sich angenehm flüssig lesen. Sehr detailliert schildert sie Cläres Leben, so dass ich fast schon das Gefühl hatte, direkt bei Cläre in Hamburg dabei zu sein.  

    Auch die übrigen Protagonisten sind sehr gut beschreiben und detailliert dargestellt. In die meisten Charaktere kann ich mich sehr gut hineinversetzten, was zusätzlich ein positiven Lesefluss bietet.

    Ein toller zweiter teil, sodass ich nun sehr gespannt auf den Abschluss der Reihe bin. 

  23. Cover des Buches Was die Liebe ersehnt (ISBN: 9783819437557)
    Kristina Herzog

    Was die Liebe ersehnt

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G

    Zürich, 1934: Hannah Friedländer konnte ihr Krankenhaus nun endlich eröffnen und freut sich über den regen Zustrom an Patienten. Allerdings ist sie die einzige Ärztin, sodass sie Tag und Nacht für ihre Patienten da sein muss, auch den drei Schwestern geht es nicht anders und die Kräfte wollen gut eingeteilt werden. Doch Hannah liebt ihr Krankenhaus und will es mit eiserner Disziplin aus den roten Zahlen führen. Daran kann auch ihr Studienfreund Fritz Gerlach mit seinen Überredungskünsten nichts ändern. Auch der Rest der Familie Friedländer kämpft mit so manchem Problem. So stellt Paul Lucie immer wieder vor die Frage, wann sie ihn denn heiraten wolle, denn für ihn zählt nur, dass sie seine Frau wird und Kinder bekommt, ihren Schulabschluss und ihre beruflichen Träume vergisst er zusehends. Auch Ariel steht vor der neuen Herausforderung, nun an der Universität selbst als Lehrender tätig zu sein, was immer wieder Selbstzweifel in ihm hervorruft und zusätzlich eine Liebesbeziehung zu einer Studentin zu führen, was ebenfalls zu vielen zweifelhaften Blicken und Kommentaren führt. Für Daniel ist die Zeit aber gerade am härtesten, denn er findet sich bei seinem neuen Arbeitgeber vor ganz besonderen Herausforderungen, die größte Geheimhaltung erfordern. Auch Kurt steht zwischen seiner Tochter und seiner Tätigkeit als Professor und wird mit seinem Kommentar nicht fertig, weshalb er mit einer großen Unzufriedenheit kämpft. So lebt die Familie nun zwar in Frieden vor den Nationalsozialisten, ein beschauliches Leben führen sie deshalb aber trotzdem nicht. 

    Kristina Herzog hat auch mit dem vierten Band der Sternberg-Saga wieder nahtlos an den Vorgängerroman angeschlossen und liefert nur dann Informationen zu vergangenen Ereignissen, wenn diese wirklich nötig für das Verständnis der gegenwärtigen Situationen sind. Die Kapitel sind in kürzere Abschnitte eingeteilt, in denen regelmäßige Persepktivwechsel zwischen sämtlichen Familienmitgliedern und der ehemaligen Bediensteten Alma erfolgen. Das sorgt für eine kurzweilige und stets interessante Handlung. Das Leben als deutsche Juden in Zürich wird sehr eindrucksvoll dargestellt und auch das Fortschreiten des Machtgewinns der Nationalsozialisten in Deutschland spielt eine große Rolle. 

    Da mir diese Familiensaga bereits vom ersten Teil an sehr gut gefallen hat, war ich nun wieder vollkommen gefesselt vom weiteren Schicksal dieser Familie. Mittlerweile sind mir alle Protagonisten sehr ans Herz gewachsen und ich will mir gar nicht vorstellen, wie es einmal sein wird, wenn tatsächlich kein weiterer Band der Reihe mehr erscheint... Da die Autorin so eindrucksvoll und berührend erzählt, fliegen die Seiten tatsächlich nur so dahin und das Ende war schneller erreicht, als ich es mir erhofft habe. 


  24. Cover des Buches Die Sterne über Falkensee (ISBN: 9783404183715)
    Luisa von Kamecke

    Die Sterne über Falkensee

    (24)
    Aktuelle Rezension von: elycalxa

    Die Sterne über Falkensee ist bereits der zweite Teil von Luisa von Kameckes Westpreußen-Saga. 

    Der Roman spielt 1925 in Westpreußen. Erzählt wird er aus der Sicht der unterschiedlichen Personen.

    Isabella von Bargelow heiratet den Kaufmann Julius Kirchner. Doch das junge Glück ist nur kurz, Julius wird Mitglied der NSDAP und Isabella erkennt ihren Mann gar  nicht wieder. Als sie kurze Zeit später eine junge Frau auf dem Dachboden findet, die Julius dort versteckt hält, ist Isabellas Geduld am Ende.

    Ich bin sehr gut in das Buch gekommen. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Sehr authentisch finde ich, dass die Geschichte aus verschiedene Perspektiven erzählt wird.

    Die Charaktere besonders Hauptprotagonistin Isabella waren mir sehr sympathisch. Auch wenn ich Isabella am Anfang für sehr naiv gehalten haben, konnte sie das im Laufe der Geschichte sehr gut widerlegen. An manchen Stellen hätte ich mir mehr geschichtlichen Aspekt gewünscht. 

    Nun bin ich sehr gespannt auf Teil drei. 

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