Bücher mit dem Tag "nationalsozialisten"

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72 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.531)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Meine Meinung:
    •Achtung! Enthält Spuren von Spoilern.• Ein absolut berührendes und emotionales Buch welches einen den Alltag der Deutschen in der Zeit des zweiten Weltkrieges aufzeigt.
    Eine einzigartige Erzählweise, schreckliches, aber auch schrecklich schönes gepaart mit Freundschaft und Aufklärung. Ein Buch welches man gelesen haben sollte! Gänsehaut vorprogrammiert.

    Cover: Das Cover des Buches ist vom ersten Eindruck her sehr schlicht gehalten worden, aber dabei absolut aussagekräftig und auf seine ganz eigene Weise wunderschön.
    Der Hintergrund ist in einer tollen Farbe gehalten worden, die an altes Pergamentpapier erinnert, dadurch passt es natürlich wie die Faust auf's Auge zu dem Inhalt des Buches. :)
    Der Eyecatcher des Buches befindet sich jedoch in der Mitte- man erkennt ein kleines Mädchen, die rechts von dem Sinnbild des Todes an der Hand gehalten wird. Der Tod besteht aus einem Skelett und trägt einen schwarzen, dicken zerfranzten Umhang mit einer Kapuze. Das Mädchen hat zwei typische geflochtene Zöpfe und trägt ein gepunktetes Kleid. Sie ist barfuß.

    Schreibstil: Der Schreibstil des Autors war wirklich erfrischend anders.
    Insgesamt kann man ihn als sehr poetisch und philosophisch, mit Liebe zum Detail beschreiben. Das Buch war voller Metaphern und anderen sprachlichen Mitteln, so dass man wirklich mit klaren Kopf lesen muss. Ich würde sagen, dass es kein Buch ist, welches man eben mal Zwischendurch lesen kann.
    Nichts desto trotz, ließ es sich sehr angenehm lesen und es herrschte eine schöne, wenn auch beklemmende Leseatmosphäre. Anders kann man dieses Gefühl, welches einen ständig zwischen erwartungsvoller Spannung und beklemmender Hoffnung zurücklässt, nicht beschreiben.
    Ein wundervolles, besonderes Werk!

    Idee: Einfach Wow!
    Natürlich gibt es unzählige Bücher über den zweiten Weltkrieg. Aber dieses Buch ist für mich persönlich nochmal etwas ganz besonderes.
    Der Sprecher, der die ergreifende und tragische Geschichte über Liesel und ihre Liebsten erzählt, ist kein geringender als der Tod selbst.
    Liesel lernen wir schon als kleines Mädchen kennen und irgendetwas in ihr- vielleicht die Reinheit ihrer Seele, lässt den Tod neugierig werden. Ab sofort ist er ihr ständiger Begleiter. Kein Wunder also, dass er jeden ihrer Schritte mitverfolgt und uns berichten kann.
    Aber der Tod ist zunächst ganz anders als erwartet- er hat stellenweise soetwas wie Mitgefühl, ist oft zynischer als man denkt.. und er spoilert im Vorfeld soviele Tode, dass man ständig wenn etwas schlimmes passiert, unweigerlich die Luft anhält. Man fiebert mit Liesels Schicksal mit, denn in ihrem jungen Alter muss sich Liesel schon schrecklichen Schicksalsschlägen stellen. Aber man schließt auch dutzende andere Menschen, abgesehen von Liesel, ins Herz, die auch für sie eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielen.
    Dieses Buch erzählt den Alltag der ganz normalen Leute- deren Problematiken, der Hunger.. Der ständige Kampf von moralischen Konflikten.. Judenverfolgungen.. aber auch die Wichtigkeit von Familie und Freundschaften.
    Berührend.. tränenreich.. besonders!

    Kapitel: Von Kapitel zu Kapitel erfahren wir mehr über die Situation im zweiten Weltkrieg. Die Spannung steigt. Der Krieg scheint schließlich sogar Molching entgültig erreicht zu haben.. Wir erleben mit wie Liesel ihr erstes Buch stiehlt. Dann das zweite und schließlich das Letzte.
    Die Bücherdiebin zeigt uns eine ganz andere Welt- eine hoffnungslose, graue.. Fast schon grausame, aber greifbare Welt.
    Das Einzige was mich tatsächlich störte, waren einige sehr langatmige Stellen. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass die Story etwas auf der Stelle festhängen blieb. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Und der einzige Grund, warum ich leichten Punktabzug gebe.
    Das Ende hat mich komplett zerstört. Ich habe tatsächlich weinen müssen- obwohl uns der Tod, den ein oder anderen voraussagt, war es doch sehr schmerzhaft es schließlich doch erleben zu müssen.

    Charaktere: Die Charaktere haben mir alle sehr gut gefallen. Sie wurden wundervoll mit Liebe zum Detail beschrieben.
    Unser Hauptcharakter ist natürlich Liesel- sie hat ein riesiges Herz, ist neugierig, mutig und leidenschaftlich. Ihre Freundschaft zu dem wildfang Rudi rein und echt. Man kann die beiden nur mögen- sie sind einfach naiv für ihr Alter, eben Kinder. Aber gleichzeitig müssen sie schon so erwachsen sein. Ihre Eltern Hans und Rosa Hubermann haben mich jedoch wohl mit am meisten berührt.
    Hans Hubermann ist ein ganz besonderer Mensch und ein wundervoller, einfühlsamer Vater. In jeder Sekunde wusste er wie er mit Liesel umgehen muss, was er sagen muss.. und war immer für sie da. Ein Mann der zu seinem Wort steht.
    Rosa Hubermann scheint eine etwas füllige, sehr imposante und auch schnell reizbare Person zu sein.. Sie meckert viel, ist laut und energisch. Aber hinter jedem "Saumensch", "Saukerl" oder was man auch sonst mit Sau verfeinern kann, steckt sehr viel liebe. Sie ist immer da, zwar im Hintergrund, aber allgegenwärtig.
    Und dann noch Max- voller unterdrückter Wut, aber auch Dankbarkeit und voller Freundschaft für Liesel, dass es weh tat.

    Mein Fazit: Ich vergebe absolut herzliche 4 Sternchen. Der Inhalt ist nicht nur wichtig, sondern auch lehrreich und emotional wachrüttelnt. Kann ich einfach nur wärmstens empfehlen.
    Eine Geschichte, die Bombennächte, Bücherverbrennungsabende und Judenmärsche beinhaltet, aber auch Freundschaft, Liebe und Hoffnung.

  2. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (317)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Der 20-jährige Schweizer Friedrich kommt Anfang 1942 nach Berlin. Er will sich umsehen in der Hauptstadt, von der behauptet wird, dass Juden dort mit Möbelwagen abgeholt werden und nicht wieder zurückkommen. In einer Kunstschule lernt er Kristin kennen, die ihn sofort fasziniert. Mit Tristan von Appen, einem eleganten, vermögenden Mann, verbindet ihn bald eine Art Freundschaft. Im Mai erfährt Friedrich die Wahrheit über beide. Tristan ist Mitglied der gefürchteten SS (Schutzstaffel der Nationalsozialisten) und Kristin heißt eigentlich Stella Goldschlag und ist ein "Köderjude", wie Tristan sie nennt. Sie sucht und verrät untergetauchte Berliner Juden an die Gestapo. Erst am Heiligabend verläßt Friedrich Berlin - allein.

    Ein schmales Büchlein, von gerade mal 222 Seiten Text, dazu noch mit reichlich Zeilenabstand und einem schlichten Cover, vermochte bei Erscheinen eine große Diskussion auszulösen. Auf dem insgesamt schwarzen Cover strahlt den Lesern das Gesicht der realen Stella Goldschlag entgegen. Kann das Leben der "Greiferin", auch "Blondes Gift" oder "Blondes Gespenst" genannt, mittels einer Liebesgeschichte in einem historischen Roman dargestellt werden, angesichts des Schreckens und Gräuels, die sie verursacht hat?

    Takis Würger hat über dieses Jahr 1942 in Berlin in kühler Sprache und ganz aus der Sicht von Friedrich geschrieben. Kurze Sätze, die wenig mehr als das wiedergeben, was Friedrich sieht und erlebt. Wenig Reflexion und Gefühle. Friedrich ist oft sprachlos, während Kristin/Stella und Tristan die Führung übernehmen, im Sprechen und Handeln. Dazu wird zu Beginn jeden Kapitals, das immer einem Monat entspricht, ein kurzer Abriss über tatsächliche historische Ereignisse vorangestellt. Dies verschärft den Eindruck eines eher nüchternen Berichts und hält den Lesenden vor Augen, was "im Hintergrund" geschieht. Rationierung des Essens, Geburten berühmter Persönlichkeiten, politische Entwicklungen etc. Eingestreut in den Text sind kursiv gedruckte Abschnitte, die aus Gerichtsakten stammen und über einzelne Schicksale jüdischer Personen oder Familien berichten, die durch Stella Goldschlag verraten wurden.

    Eine schwierige Lektüre, die zwar schnell gelesen, aber nicht schnell verarbeitet ist. Erwähnenswert ist das Nachwort von Professor Sascha Feuchert, dessen Forschungsschwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur innerhalb der Neueren deutschen Literatur ist. 

    "Stella" regt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema an und hält die Diskussion lebendig. Als ein spezielles Buch gegen das Vergessen hat es eine wichtige Aufgabe erfüllt. Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich dem Thema nähern wollen.




  3. Cover des Buches Die Vergessenen (ISBN: 9783328100898)
    Ellen Sandberg

    Die Vergessenen

     (265)
    Aktuelle Rezension von: hanlovesbooks

    Am Anfang musste ich mich erstmal reinfinden, da es direkt mit vielen Namen losgeht, aber sobald man alles zuordnen kann, wird es zu einem richtigen Pageturner. Extrem spannend bis zum Ende!

  4. Cover des Buches Die Zeit der Kraniche (ISBN: 9783746633565)
    Ulrike Renk

    Die Zeit der Kraniche

     (89)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Mit Begeisterung habe ich die Ostpreussensaga bereits mehrmals gelesen. Der letzte Teil hat teilweise Längen für mich daher gebe ich 4 Sterne. Jefoch eine tolle Saga, die man immer mal wieder lesen kann. 

  5. Cover des Buches Die Engelmacherin (ISBN: 9783471350843)
    Camilla Läckberg

    Die Engelmacherin

     (142)
    Aktuelle Rezension von: Perserkatze

    Im alten Schulhaus auf der Insel Valö wird ein Mordanschlag auf die junge Ebba Stark verübt. Kommissar Patrik Hedström vernimmt die verstörte Frau, die gerade erst nach Fjällbacka zurückgekehrt ist, um den tragischen Tod ihres kleinen Sohnes zu verkraften. Die Schriftstellerin Erika Falk, Patricks Frau vermutet einen Zusammenhang zwischen den Anschlag auf Ebba und der Geschichte ihrer Eltern. Die Elvanders verschwanden Ostern 1974 ohne jede Spur. Sollten diese unerklärte Fall der Grund für den Mordversuch gewesen sein?

     

    Die Geschichte spielt Teils in der Vergangenheit teils in der Gegenwart. Nach und nach erfährt der Leser die Zusammenhänge die durch die laufenden Cliffhanger begleitet werden. Es bleibt einem sozusagen nichts anderes übrig als weiter zu lesen, dass mir um ehrlich zu sein echt schwergefallen ist obwohl ich die Bücher der Autorin wirklich gerne lese.

    Es haben einfach zu viele unterschiedliche Personen am Lösung des Falls gearbeitet und zu viele haben ein Geheimnis und versuchen es zu bewahren. Immer wieder kommen Kapitel die nicht mit dem eigentlichen Geschehen zu tun haben und Figuren deren Handlungen für mich keinen Sinn ergeben und total unverständlich waren. Zum Schluss wird der Fall zwar gelöst aber wer hinter diesen Anschlägen steckt und der Grund dafür hat mich überrascht und hätte ich so nicht erwartet.

    Ein für sich ist die Geschichte nicht schlecht wenn man sie nach den Sprachlichen Gegebenheiten beurteilt. Sie ist fließend und teilweise herrscht in Kapiteln die sich in der Vergangenheit abspielen eine derbe und harte Ausdruckweise die jedoch für diese Zeit absolut passend ist. Doch trotz dieser positiven Aspekte hat mich die Geschichte einfach nicht überzeugt. Deswegen leider nur 3 Sterne.

  6. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

     (161)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Als ich dieses Buch las, hatte ich auf den ersten Seiten Tränen in den Augen. Die Bilder, die im Kopf entstanden, verfolgten einen durch die gesamte Lektüre. Hinzu kommt der Gedanke, dass es nach einer wahren Geschichte erzählt wird. Was ich hierzu aber mitteilen muss, ist, dass ich vermute, dass die Geschichte, die bewegende Erzählung, dieses Buch zu etwas besonderem macht. Leider empfinde ich das nicht unbedingt für die Schreibweise. Hätte der Autor an der Stelle etwas fiktives geschrieben, hätte er diesen Erfolg nicht gefeiert. Ich bin dankbar, dass ich diese bewegende Geschichte lesen durfte, hierbei allerdings um der Geschichte Willen. Dennoch gute Unterhaltung.

  7. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Zuzi1989

    Beim Cover dachte ich mir, warum es zensiert wurde? Was es damit auf sich hat. Und generell wie der Titel zur Geschichte passt.

    Ulla Lenz Schreibstil ist überaus flüssig, sie schildert uns die Geschichte eines Mannes, welcher wahrscheinlich unabsichtlich in Spionagetätigkeiten verwickelt wurde (durch seine Funkkentnisse) . Dies passierte wahrscheinliche durch seine naive,  törichte Art. Wir erleben die damalige Zeit und was mancher für dessen Vorteil bereit war zu tun.

    Die Charaktere wurden zwar authentisch beschrieben, jedoch bekam man keinen wirklichen Draht zu ihnen, was aber hier kein Hindernis ist, da man ja die Geschichte darüber erfahren möchte.


    Es wurde in diesem Werk eine Thematik aufgegriffen, welche mir bis dato noch nicht bekannt war. Ein zeitgeschichtlicher Roman über den Großonkels der Autorin. Keine leichte Kost

  8. Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini - Filmausgabe

     (482)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Caspar Leinen, ein junger Strafverteidiger, wird einen Monat nach Erhalt seiner Zulassung, das Mandat zur Strafverteidigung von Fabrizio Collini zugeordnet. Der gebürtige Italiener, der 34 Jahre lang völlig unauffällig bei Mercedes gearbeitet hat, hat in einem Berliner Luxushotel den 85-jährigen Hans Meyer ermordet. Nicht nur ermordet, sondern regelrecht hingerichtet - anschließend hat er sich widerstandslos verhaften lassen und schweigt seither. Weder seinem Verteidiger Leinen noch dem Gericht gibt er Auskunft über ein Motiv für den Mord. 

    Lange Zeit finden weder die Staatsanwaltschaft noch Leinen eine Antwort auf die Frage nach dem Warum. Eine Kindheitserinnerung Caspar Leinens lässt den Verteidiger in eine längst vergangen geglaubte Welt eintauchen und fördert nicht nur eine unschöne Seite des Mordopfers sondern auch das Versagen der deutschen Justiz in der Nachkriegszeit und der Aufarbeitung des NS-Regimes zu Tage. 

    Meine Meinung: 

    Der sachliche, schnörkellose Schreibstil des Autors, der weiß worüber er schreibt, gefällt mir außerordentlich gut. Ferdinand von Schirach ist Jurist, Strafverteidiger und Enkel des NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach. 

    Spannend ist der Einblick in das Gerichtsverfahren, das ja im Normalfall nicht mehr Gegenstand eines Krimis ist. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Seiten der Verteidigung. Interessant ist auch, wie Caspar Leinens Vergangenheit und die Collinis in den Ablauf eingeflochten sind.  

    Der Autor lässt seinen Lesern jede Menge Spielraum für eigene Gedanken und Schlussfolgerungen. Durch die Ausführungen der Sachverständigen Dr. Sybille Schwan wird deutlich, wie die Rechtsprechung im (Nachkriegs-)Deutschland den Tätern und nicht den (mehrheitlich jüdischen) Opfern zugeneigt war. Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. 

    Diese Geschichte ist 2018 mit Franco Nero als Fabrizio Collini grandios verfilmt worden. 

    Fazit:

    Dieser Justiz-Krimi zeigt die Irrwege und Nachlässigkeiten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland (und auch in Österreich) auf. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

     

     

  9. Cover des Buches Winterfeldtstraße, 2. Stock (ISBN: 9783547712001)
    Johanna Friedrich

    Winterfeldtstraße, 2. Stock

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Ela1989
    Die Geschichte spielt in den 20er Jahren in Berlin. Charlottes Mann wird tot aufgefunden und plötzlich steht sie allein da. Ohne Job, sodass sie die Miete unmöglich bezahlen kann. Kurzerhand entscheidet sie sich dazu, Untermieter aufzunehmen, schließlich ist es eine Zeit, wo Wohnungen knapp sind. Die Wohngemeinschaft könnte unterschiedlicher nicht sein. Noch dazu ist Charlotte schwanger und muss fortan für die kleine Alice sorgen. Doch trotz der Geldknappheit gibt Charlotte ihre Träume nicht auf. Wird sie sie verwirklichen können?

    Leider muss ich sagen, dass ich mit der Geschichte und den Charakteren nicht wirklich warm wurde. Leider stand das Buch ewig angefangen in meinem Regal rum. Nun habe ich mir einen Ruck gegeben und es endlich mal zuende gelesen. Aber bis zum Schluss hat sich an meinem Gefühl nicht wirklich viel verändert. Ich fand die einzelnen Charaktere zu schwach ausgeprägt, die Geschichte zu oberflächlich. Mir fehlte es eindeutig an Handlung. Was in der Geschichte geschehen ist, hätte man auch auf viel weniger Seiten zusammen fassen können.
  10. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  11. Cover des Buches Das Geheimnis des Bücherschranks (ISBN: 9783458681779)
    Frida Skybäck

    Das Geheimnis des Bücherschranks

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Manuela1511

    Ich gehöre zu den Menschen, die gern mal ein Buch wegen ihres schön illustrierten Covers aussuchen. Daher machte mich auch „Das Geheimnis des Bücherschranks“ von Frida Skybäck sehr neugierig. Was wohl der große rote Bücherschrank für ein Geheimnis versteckt?

     

    Die Großmutter der Protagonistin Rebeccka liegt im Krankenhaus. Währenddessen hütet ihre Enkelin das Haus. Beim Aufräumen findet sie im Bücherschrank ein Foto und mehrere Briefe. Ihr Interesse ist geweckt und sie versucht ein gut gehütetes Familiengeheimnis zu lösen. 

     Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt. Zu dem einen die aktuelle Zeit. Dann das Leben von Anna, der Oma, im Jahr 1943.

     Obwohl der Inhalt durchschaubar ist hat es mir große Freude bereitet, dieses Buch zu lesen. Dazu beigetragen hat die lockere und lebendige Erzählweise. Der Handlung konnte ich gut folgen und ehe ich mich versehen habe, war das Buch ausgelesen. 

    Frida Skybäcks ist es gelungen, mir mit "Das Geheimnis des Bücherschranks" ein schönes, hyggeliges Leseerlebnis zu verschaffen.

  12. Cover des Buches Die geliehene Schuld (ISBN: 9783453360396)
    Claire Winter

    Die geliehene Schuld

     (151)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    „Die geliehene Schuld“ der Autorin Claire Winter (auch unter ihrem richtigen Namen Claudia Ziegler bekannt) hat mal wieder eine spannende Zeitperiode aus Deutschland jüngerer Geschichte ausgewählt, während der sie ihren Roman spielen lässt. Sie stellt uns vier junge Menschen vor, die alle – der eine mehr, der eine weniger – noch vom vor kurzem erst beendeten Zweiten Weltkrieg traumatisiert sind. Zum einen darf ich in meiner Rezension die engagierte Redakteurin Vera Lessing vorstellen, die ihre Eltern und auch ihren Mann verloren hat und sowie ihren guten Freund, den Journalisten Jonathan Jacobson, der ihr gleich zu Anfang der Geschichte ein schweres Erbe hinterlässt. Dann treffen wir noch Marie Weißenburg, die das Glück hat als Sekretärin im Stab Adenauers eingestellt zu werden. Last but not least lernen wir Lina Löwy kennen, eine junge Jüdin, die den Krieg nur durch ihre vorübergehende Flucht in die USA überleben konnte. 

    Ich muss gestehen, zu Anfang verwirrten mich die Zeitsprünge vor und zurück mit ständigem Personenwechsel ein wenig. Es ist definitiv kein Buch, um es mal einfach so nebenbei einzuschieben kann. Man muss am Ball bleiben, um mit Vera, Jonathan, Marie und Lina auf Verbrecherjagd zu gehen. Sie können und wollen es nämlich nicht zulassen, dass die Massenmörder des vergangenen Krieges ungeschoren davonkommen, auch wenn sie sich selbst dabei oft in größte Gefahr begeben. 

    Immer wieder verwebt die Autorin wahre Begebenheiten in ihrem gewaltigen Wortteppich und stellt dadurch den Roman als sehr authentisch dar. Für ein paar Längen sowie hier und da zu wenig ausgeprägte Emotionen ziehe ich ein halbes Sternchen ab, vergebe aber dennoch eine klare Leseempfehlung. Es war damals eine Zeit der Aufarbeitung, des Aufschwungs und des Zusammenhalts der Geschädigten aus der früheren Zeit, deren Wunden erst noch heilen mussten, bevor es wieder aufwärts gehen konnte. 

  13. Cover des Buches Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten (ISBN: 9783785727171)
    Michaela Grünig

    Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten

     (64)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Der zweite Teil der Familien-Saga um das Hotel Palais Heiligendamm mit dem Titel Stürmische Zeiten paßt hervorragend. Nach dem Ersten Weltkrieg versucht Elisabeth das Hotel in Gang zu halten, was nicht leicht ist, denn um die Versorgung der Menschen in Deutschland steht es noch nicht gut. Langsam macht sich auch die NSDAP breit, der Partei der sich auch ihr Bruder der homosexuell ist verschrieben hat, wegen seiner neue Liebe.
    Es wird wieder Krieg geben und alles bricht wieder zusammen. Das Beste jedoch ist das Elisabeth endlich mit Julius glücklich wird und sie heiraten.
    Fazit:
    Auch der zweite Teil der Geschichte ist wieder vielseitig und spannend und spielt gut den damaligen Zeitgeist wieder. Elisabeth ist nach wie vor der starke Teil der Familie und weiß sich auch gegen ihren Bruder durchzusetzen. Hat aber immer auch ein offenes Ohr für ihre schwestern, z.B. für Luise die gerne als Filmschauspielerin durchstarten will und deswegen sogar ein Scheinehe mit dem schwulen Freund ihres Bruders eingeht. Dann ist da auch noch Johanna die wegen ihres Mannes zum Judentum konvertiert ist, sie kommt dadurch in schwierige Situationen. Eine gelungene Fortsetzung, man freut sich schon auf den dritten Teil der Saga.

  14. Cover des Buches Die Rosenzüchterin (ISBN: 9783734109003)
    Charlotte Link

    Die Rosenzüchterin

     (411)
    Aktuelle Rezension von: eriS

    Franca leidet unter psychischen Problemen und Angstzuständen. Ohne ihre Tabletten geht sie nirgends hin. Im Auftrag ihres Mannes fliegt sie nach Guernsey und erleidet da eine nächste Panikattacke nachdem kein Hotelzimmer mehr verfügbar ist. Alan läuft ihr in diesem erbärmlichen Zustand über den Weg und nimmt sie mit zu seiner Mutter Beatrice. Hier findet sie für ein paar Tage Unterschlupf. Der Abstand von zu Hause und ihrem gewohnten Umfeld, dass sie immer mehr runterzieht, tut ihr sehr gut und sie fühlt sich richtig frei. Während ihres Aufenthaltes freundet sich sich mit der Hauptprotagonistinnen Beatrice und Helene an und erfährt deren Geschichte.

    Beatrice ist auf der Insel aufgewachsen und ging bei einem Fluchtversuch ihrer Eltern im Getümmel verloren. Sie ist nun ganz alleine auf der von deutschen besetzten Insel. Erich Feldmann, Mitglied der deutschen Wehrmacht und seine Frau ziehen ins Elternhaus von Beatrice ein und ziehen sie wie ihre eigene Tochter auf. Hier nimmt die gemeinsame Geschichte von Beatrice und Helene ihren Lauf.

    Beatrice erzählt in 'Die Rosenzüchterin' Franca ihre Lebensgeschichte und versucht ihr aus ihrem "Schneckenhaus" zu finden. Leider geraten gegen Schluss beide in eine unschöne Geschichte und das fröhliche Miteinander wird durchgeschüttelt.

    Das Buch ist in zwei Zeitstränge aufgeteilt. Während Beatrice ihre Geschichte erzählt, wird ein Rückblick in die entsprechende Zeitspanne gemacht. Dadurch kann die Geschichte noch viel intensiver erlebt werden. Aus meiner Sicht handelt es sich erst bei den letzten ca. 200 Seiten um einen Kriminalroman, davor gleicht es eher einem historischen Roman, wo der Leser einiges über die Besetzung der Insel zu Kriegszeiten erfährt.

  15. Cover des Buches Valhalla (ISBN: 9783426509418)
    Thomas Thiemeyer

    Valhalla

     (124)
    Aktuelle Rezension von: reading_bumble_bee

    >>Nicht alle Deutschen sind Nazis, und nicht alle Nazis sind Deutsche<<

    1944 setzt sich ein Sonderkommando der Nazis in Norwegen ab, um an einem geheimen Projekt zu forschen. Sein Codename: VALHALLA. Jedoch geht das Projekt gründlich schief und seitdem ruht ein brandgefährlicher Virus unter dem ewigen Eis.

    2015. Spitzbergen -der Milliardär Norman Stromberg beauftragt die erfahrene Archäologin Hannah Peters an einer Expedition teilzunehmen bei der eine Ruine unter dem Eis untersucht werden soll. Handelt es sich wirklich um das Sagenumwobene Hyperborea?

    Achtung Spoiler / Meinung:

    Das Buch liest sich richtig gut. Mir gefallen die historischen Informationen und die einfache Sprache die Thomas Thiemeyer benutzt. Auch die Charaktere sind super. Aber ausgerechnet einer meiner Favoriten Viktor Primakov stirbt am Ende?! Nein Nein Nein

    Interessantes: Hannah Peters überlebt die erste Expedition und den Virus nur, weil sie schwanger ist. Das Thema des Chimärismus war ein echtes Highlight. Kann das Buch aufjedenfall empfehlen.

  16. Cover des Buches Im Frühling sterben (ISBN: 9783518466803)
    Ralf Rothmann

    Im Frühling sterben

     (68)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Kriegsromane gibt es viele, aber was mir hier besonders gut gefiel, waren die Schilderungen aus der Sicht eines einfachen, jungen Mannes. Es geht viel um die Suche nach Familienangehörigen und Arbeitsmöglichkeiten, um Fronturlaube, Tanzabende und Flirtereien mit jungen Frauen, dies alles aber im Angesicht der Kriegshandlungen, Ängste und NS-Propaganda, der man sich nicht entziehen kann. Der Autor schafft es, die Zukunftsängste und Perspektiv- bzw. Alternativlosigkeit eines jungen Menschen in dieser Lebenswirklichkeit eindringlich darzustellen. 

  17. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783785746875)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (67)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen hier die zweite Generation der Familien kennen, die uns schon im ersten Band begegnen. 

    Wir lernen Lews Tochter Daisy kennen, die im Gegensatz zu ihrem Vater zwar ohne finanzielle Sorgen aufwächst, aber aufgrund ihres Vaters nie die gesellschaftliche Anerkennung bekommt, die sie sich wünscht. Als sie wieder einmal eine Niederlage der amerikanischen Gesellschaft einstecken muss, fasst sie kurzerhand einen Entschluss, der ihr Leben grundlegend verändern wird. 


    Daisy hat einen Halbbruder nämlich Greg. Er ist einer der Gründe, weswegen sie und ihre Mutter von der elitären Gesellschaft nie wirklich akzeptiert wurden. Greg scheint ganz nach seinem Vater zu kommen. Ihm sind Macht und Einfluss ebenfalls sehr wichtig. Doch wie wird er an mächtige Positionen kommen? 

    Auch Lews Bruder Grigori hat in Russland inzwischen eine Familie gegründet. Sein Sohn Walodja möchte ebenfalls eine politische Laufbahn starten und muss sich hier immer wieder behaupten. 


    In Deutschland haben Walther und Maud Ulrich inzwischen eine Familie gegründet. Beiden ist es wichtig, ihre Kinder schon früh mit Politik vertraut zu machen und dafür zu sorgen, dass sie Inhalte in Frage stellen und nicht das glauben, was die Medien berichten. Während Carla dem Nationalsozialismus also kritisch gegenübersteht, schließt sich ihr Bruder der neuen aufstrebenden Partei an. Wird Familie Ulrich daran zerbrechen? 


    Mein Lieblingscharakter war eindeutig LIoyd Williams, Ethels Sohn, der dank seiner Mutter, ebenfalls früh mit Politik in Berührung kommt und sich hier auf verschiedenen Ebenen für Gerechtigkeit einsetzt, immer mit dem Ziel die Situation einer bestimmten Randgruppe zu verbessern. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass er sich mit seinem Handeln nicht immer Freunde macht. 


    Während ich beim ersten Mal lesen etwas Mühe hatte, mich in der neuen Generation zurechtzufinden, ging es mir beim Hören des Hörbuchs gar nicht so. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich den zweiten Band zeitnah nach Beenden des ersten Bandes gehört habe und mich deswegen nicht neu in den unterschiedlichen Familienverhältnissen orientieren musste. Etwas schade fand ich aber, dass die Protagonist*innen aus dem ersten Band hier nur noch als Nebencharaktere auftreten. Gerade Ethel und Maud, die ich als Protagonistinnen sehr ans Herz geschlossen habe, vermisste ich in diesem Band etwas. 


    Allerdings bekam ich hier und da auch Probleme mit einigen Charakteren, die vermutlich mit den Kürzungen des Hörbuches zusammenhingen. Gerade die Männer fand ich aufgrund ihrer Charakterzüge und damit verbundenen Handlungen sehr austauschbar. Sie erinnerten an ihre Vorgänger aus dem ersten Band und es gab aus meiner Sicht kaum eine Wendung, die mich überraschte. Es wirkte so, als ob hier noch einmal dieselben Konflikte wie im vorherigen Band auftraten, nur, dass es eben ein anderes Setting gab. 


    Was mir inhaltlich aber gefiel war, dass es einen stärkeren historischen Bezug gab, wobei es gefühlt auch unmöglich gewesen wäre, den Nationalsozialismus aus diesem Band herauszukürzen und auf politische Zusammenhänge zu verzichten. 


    Der Vorteil der Hörbuchgestaltung bestand diesmal eindeutig darin, dass ich mich an das Buch kaum noch erinnern konnte und es mir deswegen nicht möglich war, das Hörbuch mit der Buchvorlage zu vergleichen. Die Charaktere schienen mir nach wie vor zwar oberflächlich, allerdings musste das nicht zwingend etwas mit einer Kürzung zu tun haben. 

    Das gekürzte Hörbuch wurde wieder von Johannes Steck gelesen, der mir als Sprecher ziemlich gut gefallen hat. Besonders interessant fand ich, dass es ihm gelang, die Generation, die er im vorherigen Band als jung interpretierte, hier eine Spur älter werden zu lassen. 


    Ken Folletts Schreibstil ermöglichte mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte. Was mich hier aber störte war, dass er mehr Szenen beschrieb, in  denen es um körperliche oder psychische Gewalt ging. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass diese Szenen nicht fehlen durften, da sie vor allem die Brutalität des Zweiten Weltkriegs hervorhoben. Dennoch war es an einigen Stellen sehr brutal und ich konnte mir Szenen bildhaft vorstellen, die ich mir eigentlich gar nicht vorstellen wollte. Was mich überraschte war, dass mich viele Charaktere nicht erreichen konnten und vergleichsweise oberflächlich dargestellt wurden. 


    Gesamteindruck

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir der zweite Band beim ersten Mal lesen nicht so gut gefallen hat. Wenn ich die beiden Hörbücher hingegen miteinander vergleiche, hat mir der zweite Band als gekürztes Hörbuch tatsächlich etwas besser gefallen und das, obwohl ich die Charaktere oberflächlicher fand. 


    Während ich den ersten Band als gekürztes Hörbuch nur dann empfehlen kann, wenn man eine möglichst schnelle Zusammenfassung braucht, finde ich, dass man den zweiten Band durchaus gekürzt hören kann und einem hier gefühlt keien wichtigen Informationen verloren gehen. 



  18. Cover des Buches The Book Thief (ISBN: 9781439589052)
    Markus Zusak

    The Book Thief

     (241)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Synopsis:
    HERE IS A SMALL FACT:
    YOU ARE GOING TO DIE.
    1939. Nazi Germany. The country is holding its breath. Death has never been busier.

    Liesel, a nine-year-old girl, is living with her foster family on Himmel Street. Her parents have been taken away to a concentration camp. Liesel steals books. This is her story and the story of the inhabitants of her street when the bombs begin to fall.

    SOME MORE IMPORTANT INFORMATION:
    THIS NOVEL IS NARRATED BY DEATH.

    My thoughts and opinion:
    OH MY GOD. You have no idea how much I cried during the last 100 pages of this book. It's heartbreaking. And beautiful. And so so real. Wonderfully written as well and my heart broke so much for Liesel. I can highly recommend it. Please do yourself the favor and read this book!
  19. Cover des Buches Die Wohlgesinnten (ISBN: 9783833306280)
    Jonathan Littell

    Die Wohlgesinnten

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Guccini

    Einfach ekelhaft das Buch. Dann lieber Frankls „ ... trotzdem Ja zum Leben sagen“.Jedes weitere Wort ist hier Verschwendung.

  20. Cover des Buches Partitur des Todes (ISBN: 9783499245350)
    Jan Seghers

    Partitur des Todes

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Paris im Jahr 2005. Im Rahmen einer arte-Dokumentation stößt die Journalistin Valerie Rouchard auf Georges Hofmann, dessen Eltern im Dritten Reich nach Auschwitz verschleppt wurden. Durch die Öffentlichkeit der Dokumentation taucht ein bisher unbekannter Brief seines Vaters an ihn auf. Darin ein unveröffentlichtes Werk von Jaques Offenbach.
    Wenig später werden am Frankfurter Mainufer fünf Menschen in einem Imbiss-Boot kaltblütig hingerichtet. Hauptkommissar Robert Marthaler steht unter Zeitdruck und vor einem Rätsel, denn es bleibt nicht bei den fünf Toten.

    Partitur des Todes ist der dritte Band in Jan Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt. Das Buch umfasst 480 Seiten und wird bei Rowohlt verlegt.

    Marthalers dritter Fall spielt im Sommer 2005, etwa zwei Jahre nach Die Braut im Schnee. Nach den Geschehnissen des vorhergehenden Bandes wird Abteilungsleiter Herrmann durch Charlotte von Wangenheim ersetzt, er bekommt im Buch aber noch ein paar Auftritte. Privat hat Marthaler wieder einige Sorgen, denn sein Engagement im Beruf steht sich und Tereza nach wie vor im Weg.

    Aus meiner Sicht ist Partitur des Todes der bis dahin stärkste Band der Reihe, das mag aber auch am Thema liegen. Die Entwicklung, die man schon im vorhergehenden Band bei Jan Seghers beobachten konnte, setzt sich fort – er wird immer besser. Er konstruiert einen verworrenen Fall rund um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus’, dabei geht er nicht zimperlich vor. Der Fall ist bis kurz vor Schluss schwer zu durchschauen, das wiederum kennt man ja schon aus den anderen Bänden, auch wenn es diesmal früher im Buch Andeutungen gibt.

    Ebenfalls nicht neu ist Seghers Kritik an Presse und Politik. Der City-Express als Inbild unethischer Auswüchse im Journalismus bekommt wieder eine Sonderrolle, für die Kritik am karrieristischen Charakter der Politik darf diesmal der Hessische Innenminister herhalten. Das LKA hingegen, in Krimis oftmals für überhebliches Verhalten gescholten, kommt bei Seghers ausdrücklich gut weg. Oliver Frantisek, der vom LKA als stilisierter Superpolizist in die SoKo entsandt wird, nimmt eine ganz andere Rolle ein, als man normalerweise erwarten darf.

    Der Fall und die Geschichte darum sind durchgehend schlüssig. Gut finde ich, dass Seghers eine ganze Reihe Faktenwissen um die Frankfurter Auschwitzprozesse einfließen lässt. Die für die Geschichte relevanten Namen wurden zwar geändert und die Lebensläufe, nehme ich an, frei erfunden, trotzdem geizt Seghers nicht mit Reellem, gerade im Hinblick auf das Fritz-Bauer-Institut. Seghers Charaktere könnte es gegeben haben und sie könnten auch diese Lebensläufe gehabt haben. Das gibt dem Buch stellenweise durchaus etwas Beklemmendes. Auch Marthalers Umgang mit diesem Teil der Deutschen Geschichte ist für Teile seiner Generation gut aufgefangen und birgt durchaus ein Stück Kritik, aber auch etwas Versöhnliches – und es passt schlussendlich zu seiner Persönlichkeit.

    Partitur des Todes ist ein weiterer lesenswerter Band der Reihe. Seghers geizt weiterhin nicht mit Lokalkolorit und verbessert sich stetig – wobei ich sagen möchte, dass er einen Punkt erreicht hat, an dem es nicht mehr viel zu verbessern gibt. Ein einigermaßen kurzweiliges Krimivergnügen, nicht nur für Menschen aus dem Frankfurter Raum.

  21. Cover des Buches Die Sterne über Falkensee (ISBN: 9783404183715)
    Luisa von Kamecke

    Die Sterne über Falkensee

     (21)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese

    "Die Sterne über Falkensee" ist der zweite Band der Westpreußen-Saga von Luisa von Kamecke, das Buch erscheint im Lübbe Verlag. 

    Westpreußen 1925: Isabella von Bargelow heiratet den Kaufmann Julius Kirchner auf Gut Falkensee, die Ehe beginnt  , doch schon bald trübt ein Schatten das Eheglück. Julius wird Mitglied der NSDAP und Isabella kommt mit seinem Gedankengut nicht mehr zurecht. Als er eine Fremde im Gutshaus versteckt, vermutet Isabella dahinter eine Geliebte und als sie die Wahrheit erfährt, stellt sie ihre Ehe auf den Prüfstand. Doch wie kann sie ihre Kinder und die Heimat schützen?

     Dieser zweite Band der westpreußischen Familiengeschichte lässt sich auch ohne das Vorwissen des ersten Bandes gut lesen. Mich hat der Roman schnell in seinen Bann gezogen und ich habe die Figuren, allen voran natürlich Isabella, mit emotionaler Anteilnahme gerne und gespannt begleitet. 

    Das Leben auf Gut Falkensee wird über den Zeitraum von 11 Jahren gezeigt und wir erleben wie die politischen Veränderungen zunehmend Einfluß nehmen auf die Charaktere und deren Ansichten und Lebensvorstellungen. Die Führung eines Gutes mit den anfallenden Aufgaben wird ebenso klar umrissen, wie der historische Kontext der sich verändernden Politik, man kann die Hoffnungen und Sorgen der Bevölkerung dieser Zeit gut nachvollziehen. In Isabellas Ehe gibt Julius den Ton an, schnell wird deutlich, was er und andere Männer dieser Generation von ihren Frauen erhofften, nämlich die Versorgung der Kinder und des Haushaltes und ihren Männern gehorsam zu sein. Doch das ist nicht das Bild einer Frau was Isabella vorschwebt. Sie entwickelt sich vom unerfahrenen, anhänglichen Mädchen zur gestandenen Frau, die sich nicht unterordnen möchte. Ihre Figur wird zum Sympathieträger des gesamten Romanes und so liest man gefesselt die verschiedenen Erlebnisse und Veränderungen ihres Lebens.  

    Der bildhafte und detailreich beschreibende Erzählstil zeigt einen umfassenden Eindruck vom Leben auf Gut Falkensee und anderen Schauplätzen, sowie von wichtigen Situationen im Leben der Protagonisten. Die Figuren werden mit ihren Handlungen zum Leben erweckt und auch das Gefühlsleben wird intensiv durchleuchtet, sodaß man mit ihnen fühlt und leidet. Die politischen Ansichten und die Abneigung gegen die jüdische Bevölkerung prägen diese Zeit, das macht sich auch in der Stimmungslage bemerkbar, glückliche Momente sind eher selten, das Klima wird bedrohlicher.  

    Insgesamt hat mich dieser Roman sehr gut unterhalten, es gibt einige Längen, die mit ausführlichen Beschreibungen zwar den Zeitgeist und die Situation gut erklären, aber auch die Spannung vermindern. 

    Ein authentischer und schön erzählter historischer Roman, der mich in seinen Bann ziehen konnte. 

  22. Cover des Buches Die Loge (ISBN: 9783492248587)
    Daniel Silva

    Die Loge

     (50)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Gabriel Allon ist ein erfahrener Mossad Spion und Agent.

     

    Nachdem sich PLO Agent bei ihm persönlich rächt und mit einer Bombe seinen Sohn tötet und seine Frau schwer verletzt, steigt er aus.

     

    Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft. Er restauriert alte Meisterwerke. Sein Ruf in der Szene ist hervorragend.

     

    Derzeit arbeitet er in Venedig an einem Bellini, als sein alter Schulfreund Benjamin Stern in München in seiner Wohnung ermordet wird. Ari Schamron bittet Allon, den Mord aufzuklären.

     

    Aber wer hätte etwas davon, einen israelischen Professor umzubringen? Gabriel ahnt, dass Beni an einer Enthüllung dran war. Sämtliche Unterlagen fehlen und der zuständige Ermittler aus München verhält sich seltsam.

     

    Gleichzeitig muss der neue und frischgewählte Papst in Rom gegen seine eigene Kurie kämpfen. Die altehrwürdige Geheimloge will mit allen Mitteln verhindern, dass der Papst Historikern uneingeschränkten Zugang zum Archiv verschafft. Die neue Recherche soll die Zeit der katholischen Kirche während des zweiten Weltkrieges genauer beleuchten.

     

    Um Gabriels Ermittlungen zu verhindern, setzt die Loge den international tätigen Killer Leopard auf ihn an. Beide sind sich schon mehrfach begegnet und wissen um ihre Macht und Fähigkeiten.

     

    In Rom gibt es zahlreiche Schusswechsel, während Allon und sein Team immer mehr mysteriöse Todesfälle aufdecken. Die Spur führt immer wieder zur Loge zurück und die kämpft mit harten Bandagen.

     

    Daniel Silva lässt Ari Schamron und Gabriel Allon rastlos um die Welt hetzen. Stets bemüht, altes Unrecht zu rächen und verschont dabei auch nicht die katholische Kirche.

     

    Bestens über alle Kontinente hinweg vernetzt sind es dennoch die kleinen Dinge, die die Ermittlungen voranbringen und stets auch Menschen, die erst nach zahlreichen langen Jahren sich ihrer Schuld bewusst werden.

     

    Das schlechte Gewissen scheint auch heute noch vorhanden und macht vor der katholischen Kirche keinen Halt.  

  23. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783957131447)
    George Orwell

    1984

     (34)
    Aktuelle Rezension von: marieswortwelt

    1984 ist ein dystopischer Roman und handelt von einem totalitären Überwachungsstaat oder besser gesagt einer ganzen Welt in der eine freie Lebensgestaltung nicht mehr möglich ist. Das Buch zieht eine düstere, aber erschreckend realistisch und lebensnahe Zukunftsbilanz. Natürlich durchziehen es auch Spuren aus dem 2. Weltkrieg, aber vor allem handelt es von den Risiken des Kommunismus. 


    Inhalt

    1984 ist aus der Perspektive von  Winston Smith geschrieben. Er ist Mitglied der einfachen Partei, also in der führenden Partei eingebunden, aber nicht im innersten Kreis und führt weitesgehend Befehle zur Dokumentenfälschung aus. In der Welt von 1984 werden Fakten oder Ereignisse systematisch manipuliert bis niemand mehr weiß, was wahr und was Lüge ist. Winston Smith beschreibt anschaulich das Prinzip des sogenannten Doppeldenks. Einerseits führt er die Befehle der Partei aus und beteiligt sich an Aktion wie Hassreden und Demonstrationen gegen Systemabtrünnige, aber gleichzeitig rebelliert er auf ganz eigene Weise gegen das System. Jede Aktion, die den Prinzipien des Großen Bruders, dem Herrscher, widerspricht, ist gefährlich und so riskiert Winston nicht nur sein letztes bisschen Freiheit, sondern auch sein Leben.


    Meine Meinung

    Ich finde das Buch ist ein sehr wichtiges und gutes Buch, geradezu ein Klassiker, den man gelesen haben sollte. Es beschreibt sehr anschaulich, wie eine Wahrheit systematisch zu einer Lüge verdreht wird und anders herum. Man kann sehr viel daraus mitnehmen und es ist ohne Zweifel erschreckend aktuell, denn Elemente, die dem sogenannten "Teleschirm" ähneln haben mit Laptop, Smartphone und anderen internetfähigen Geräten längst Einzug in unser Leben gehalten. Es gibt auch weitere Parallelen zur heutigen Welt. Dennoch bietet das Buch auch Hoffnung, da nicht alle das System unterstützen und es Widerstand gibt. Der Schreibstil ist angenehm, sodass man es schnell durch hat.

    Alles in allem ein gutes und beklemmendes Buch, das sich auf jeden Fall lohnt zu lesen.

  24. Cover des Buches Die Nadel (ISBN: 9783898970983)
    Ken Follett

    Die Nadel

     (594)
    Aktuelle Rezension von: BuecherwurmNZ

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Zum einen natürlich aus der Sicht des Spions Henry Faber, bekannt als „Die Nadel“. Sehr schön erfährt man hier, wie das Leben eines Spiones ist. Henry Faber spielt immer eine Rolle, um nicht aufzufliegen. Dabei geht er sehr überlegt vor und ist sehr vorsichtig, weshalb er besser ist als andere deutsche Spione in England. Wird er entdeckt oder besteht auch nur der Verdacht, tötet er die betreffenden Personen.
    Zum anderen gibt es auch die Sicht der zwei Agenten Godliman und Bloggs, die deutsche Spione in England aufdecken wollen. Sie kommen auf Henrys Spur und versuchen ihn zu fassen, bevor er die wichtige Information über die Täuschung der Engländer an Hitler weitergeben kann.
     Zudem gibt es zu Beginn ein paar Kapitel aus Sicht einer Frau, Lucy, die aber erst später wieder eine Rolle spielen wird, und gegen Ende des Buches einige Kapitel, die Besprechungen Hitlers mit einigen Generälen erzählen, was für mich nicht hätte sein müssen. Ich fand es schwer, diese zu lesen.

    Zu diesem Buch kann man nicht viel sagen, nur, dass es wahnsinnig spannend ist. Und das durchgehend. Man taucht zunächst in Henrys Welt mit seinen aufgebauten Identitäten ein. Als er das Täuschungsmanöver der Briten entdeckt, beginnt seine gefährliche Reise nach Deutschland. Diese ist an sich schon sehr spannend und es wird noch nervenaufreibender, weil man die beiden englischen Agenten dabei begleitet, wie sie Faber fangen wollen und den Stand ihrer Ermittlungen und Vermutungen erfährt. Am Ende des Buches steigt die Spannung noch weiter an, als es zum großen Schowdown kommt.

    Fazit

    Ein unglaublich spannender Thriller über den Spion „Die Nadel“ zur Zeit des zweiten Weltkrieges. 

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