Bücher mit dem Tag "naturwissenschaft"
128 Bücher
- Frank Schätzing
Der Schwarm
(5.457)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Vor Peru verschwindet ein Fischer. Spurlos. Norwegische Ölbohrexperten stoßen auf merkwürdige Organismen, die Hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu beunruhigenden Schlüssen: Eine Katastrophe kündigt sich an. Die Suche nach dem Urheber konfrontiert die Forscher mit ihren schlimmsten Albträumen. Frank Schätzing inszeniert den Feldzug der Natur gegen den Menschen als atemberaubendes Schreckensszenario mit Tempo und Tiefgang.
Meinung: „Der Schwarm“ war schon viele Jahre auf meiner Wunschliste. Bisher hatte ich noch kein Buch des Autors gelesen, obwohl sie mir immer wieder unterkamen. Mit „Der Schwarm“ hoffte ich auf einen spannenden Öko-Thriller, der mich noch lange nach dem Lesen beschäftigen würde.
Der Einstieg fiel mir leicht. Die Story über das Fischerboot fand ich spannend und ich fühlte mich direkt in die Situation hineinversetzt. Ginge es nach mir, hätte dieser Teil einen größeren Part im Buch einnehmen können.
Mit über 900 Seiten ist „Der Schwarm“ keine Lektüre für zwischendurch. Ich habe tatsächlich einige Wochen gebraucht, um es fertigzulesen, weil es mir manchmal zu trocken wurde.
Etwa bis zur Hälfte musste ich mich anstrengen, den Überblick über die Personen nicht zu verlieren, denn hier haben sehr viele Charaktere ihre Hände mit im Spiel. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen, denn obwohl sie gut ausgearbeitet sind, fiel es mir aufgrund der hohen Anzahl schwer, einen Draht zu ihnen aufzubauen.
Die Sympathieträger sind für mich eindeutig Sigur Johanson, Karen Weaver und Tina Lund.
Das Buch ist sehr komplex, auch vom Aufbau her. Es umfasst so viele Themen, dass auch hier weniger mehr gewesen wäre. Man hätte daraus locker zwei bis drei eigenständige Romane verfassen können. Was ich zum Beispiel überflüssig fand, war Anawaks Ausflug zu den Inuit und die Mythen rund um dieses Thema. Charaktere wie Greywolf haben zwar ihre Berechtigung im Buch, aber diese ganze Geschichte rund um Herkunft, etc. hätte besser in ein anderes Werk gepasst. Solche Kapitel nahmen oft das Tempo aus der Story.
Das erste Drittel empfand ich als spannend und ich fühlte mich nah am Geschehen. Nach dem Tsunami flaute es ein bisschen ab. Der Mittelteil zog sich für mich. Erstens kamen noch viel mehr Personen hinzu, zweitens empfand ich gewisse Themen als zu detailliert herausgearbeitet. Der Autor verdient jeden Respekt für die Recherchearbeiten, aber für mich glich der Roman teilweise schon einem Sachbuch. Ich fühlte mich nicht mehr gut unterhalten, sondern kam mir vor wie in einem Unterricht.
Das letzte Drittel gefiel mir wieder besser. Zwar ähnelten die Actionszenen teilweise einen Hollywood-Streifen, aber das störte mich nicht. Ich war gefesselt von den Yrr und der Macht der Natur.
Der Epilog konnte mich nicht überzeugen. Ich hätte gerne noch mehr aus anderen Sichtweisen erfahren.
Die Pros waren für mich eindeutig das Setting, das vor allem im ersten Drittel vorherrschte, sowie das Thema insgesamt. Besonders die Details zu den Kontinentalhängen und Tsunamis haben mir sehr gut gefallen. Landschaftsbeschreibungen fand ich ebenfalls als gelungen und mit Johanson und Lund kam zu Beginn auch ein bisschen Emotion mit ins Spiel.
Die Kontras sind meiner Meinung nach die Längen, diverse Hintergrundgeschichten, die nicht zur Handlung beigetragen haben, zu viele wissenschaftliche Details und der Epilog.
Ich vergebe gute 3 von 5 Sternen, weiß jedoch nicht, ob ich mich noch an andere Werke des Autors wagen soll, da es für mich manchmal einfach zu viel des Guten war.
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.088)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrMich hat das Buch hauptsächlich zum Nachdenken gebracht. Gerade die Zukunft rund um Tao hat mich sehr beschäftigt. Ich glaube man ist sich gar nicht so recht bewusst, wie wichtig die Bienen im Alltag wirklich sind.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich etwas Probleme mit den beiden Hauptprotagonisten George und William hatte. Zeitweise konnte ich die beiden Männer und deren Umgang mit ihren eigenen Familie nicht verstehen. Ich wäre am liebsten ins Buch gesprungen und hätte beide schütteln können für ihre engstirnige, kaltherzige Art.
Fazit: Für mich eine klare Leseempfehlung.
- Bill Bryson
Eine kurze Geschichte von fast allem
(411)Aktuelle Rezension von: ChristianHehlDas Buch ist eine unterhaltsame Reise durch die Zeit. Wie entstand das Universum (vermutlich)? Wie konnte es soweit kommen, dass die Erde sich mit der Menschheit rumschlagen muss? Wer hat rausgefunden, was es alles über Geologie zu wissen gibt?
Bryson schafft es die großen wissenschaftlichen Themen für Laien begreifbar zu machen. Dabei orientiert er sich an seiner eigenen Neugier um Themen greifbar zu machen, von denen die meisten Menschen zwar schon etwas gehört haben dürften, sie aber - so wie ich - keine Ahnung davon haben, was für Dinge aus welchen Gründen passiert sind.
Die Fülle an Informationen die das Buch bietet, führten bei mir dazu, dass ich es bereits mehrfach gelesen habe und immer noch Informationen finde, die mir völlig neu sind.
- Richard Dawkins
Der Gotteswahn
(220)Aktuelle Rezension von: Boris_GoroffEr setzt sich in keinster Weise seriös mit Religion auseinander. An allem was auf der Welt läuft gibt er der Religion die Schuld (Dabei waren es gerade die religionslosen Staatssysteme die die Welt an den Rand des Abgrunds gedrängt haben und alle Menschlichkeit vermissen ließen, Nationalsozialismus und Kommunismus).
Gläubige Menschen sind für ihn per se geisteskrank, unabhängig von ihrer Lebensweise und ihrer gelebten Ethik.
Ein primitives Buch, das nur auf Hass aufbaut und die Menschheit weiter spaltet.
- Andy Weir
Der Astronaut – Project Hail Mary
(314)Aktuelle Rezension von: meggies_fussnotenRyland Grace wacht auf und ist orientierungslos. Schon bald bemerkt er, dass er sich in einem Raumschiff befindet mit Kurs auf Tau Ceti. Doch warum? Langsam tauchen Erinnerungen auf. Er ist auf einer Mission, die Erde zu retten. Und er weiß, dass er nicht wieder zurückkehren wird. Kurze Zeit später stößt er auf ein anderes Raumschiff mit einer außerirdischen Lebensform, die genau dasselbe Ziel hat, wie Grace. Eine ungewöhnliche Zusammenarbeit beginnt.
"Der Astronaut" im Kino war seit langem ein Film, der mich unheimlich fasziniert hat. Nicht nur die schauspielerische Leistung von Ryan Gosling, auch die Story hat mich in den Bann gezogen.
Ein weiteres Anschauen zuhause bei einem bekannten Streamingdienst hat mich dann doch dazu gebracht, auch nach dem Buch zu greifen.
Und das hat mich noch mehr fasziniert. Schon "Der Marsianer" war für mich ein voller Erfolg und der Autor hat es geschafft, mich nun auch mit "Der Astronaut" vollkommen abzuholen. Auch ein weiteres Buch aus seiner Feder (Artemis) war spannend und interessant.
Hier geht es um Ryland Grace, der auf eine Selbstmordmission geschickt wurde. Sein Flug ins Tau-Ceti-Sonnensystem ist ohne Rückfahrkarte, denn der Treibstoff reicht nicht aus, um wieder nach Hause zurückzukehren.
Doch die Erde braucht Gewissheit, warum Tau Ceti nicht von den zerstörerischen Astrophagen verdunkelt wird, im Gegensatz zu unserer Sonne.
Eine spektakuläre Rettungsmission wird gestartet. Ein Raumschiff gebaut, Astronauten ausgebildet und instruiert, die genau wissen, dass sie nie zurückkehren werden. Alle Nationen arbeiten zusammen, um eins zu tun: Die Erde zu retten.
Und unser Held Grace ist mittendrin. Er ist Physiker und hilft bei der Entwicklung des Rettungsplanes. Doch dann endet er selbst auf dem Raumschiff und seine Crew ist tot. Er ist allein und kann sich zuerst an gar nichts erinnern.
Das Buch ist so aufgebaut, dass wir erleben, wie Grace sich an Bord der Hail Mary zurechtfinden muss. Unterbrochen wird dies durch Rückblenden, in denen wir erfahren, wie es zu allem kam. Dem Bau des Raumschiffes, dem Abflug und letztendlich dann zu der Situation, in der sich Grace befindet.
Gleichzeitig wird erzählt, wie Grace sich einem weiteren Raumschiff nähert und Freundschaft schließt mit Rocky, einem Eridianer vom Planeten 40 Eridani A.
Beide haben die gleiche Mission: ihren Planeten zu retten. Und so entstehen eine ungewöhnliche Zusammenarbeit und eine Freundschaft, die ihresgleichen sucht.
Rocky ist so herzerweichend wunderbar. Ebenso auch Grace, der sich langsam aber sicher damit abfindet, sein Leben im All beenden zu müssen. Und aber doch immer wieder nach einer Lösung sucht, dies doch nicht zu müssen. Rocky ist eine so unschuldige Lebensform. Er lernt schnell, aber manchmal versteht er die Zusammenhänge nicht richtig und so ergeben sich Momente, bei denen man schmunzeln oder sogar herzhaft lachen muss.
Im Vordergrund steht natürlich das Wissenschaftliche. Und hier dreht der Autor richtig auf. Er bringt uns Physik, Astrophysik, Astronomie, Chemie und Mathematik näher. Er erklärt Raumfahrt, Schwerkraft und Zeit. Er spielt mit Elementen, Lebewesen und Stoffen. Und doch ist alles spannend und nicht langweilig. Auch wenn ich manchmal dachte "Ich verstehe nur Bahnhof" hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass sich das Buch in die Länge zog oder mein Interesse abflaute.
Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch nach dem Film lese. Aber diesmal war es so und ich muss ehrlich zugeben, dass ich es nicht bereue. Denn so hatte ich beim Lesen natürlich immer die verschiedenen Schauspieler vor Augen und konnte auch Mimik und Gestik von Rocky sehr gut nachvollziehen.
Alles in allem war ich total begeistert und mache dieses Buch zu einem meiner Jahreshighlights. Den Film werde ich sicherlich noch sehr oft schauen. Gerade höre ich auch das Hörbuch, um abermals in den Weltraum abzutauchen.
Meggies Fussnote:
Absolut lesenswert, absolut sehenswert, absolut hörenswert.
- Friedrich Dürrenmatt
Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker
(3.874)Aktuelle Rezension von: traumweltenwandererDrei Physiker, die scheinbar dem Wahnsinn verfallen sind, sitzen zusammen in einer Anstalt und fristen ihr Dasein. Doch Möbius, einer der Physiker, hat ein Geheimnis: er spielt seinen Irrsinn lediglich vor, um die Welt vor einer seiner Entdeckungen zu retten. Dabei weiß er nicht, dass man ihm längst auf der Spur ist.
Meine Gedanken:
Das Werk hat mich überrascht, nicht nur weil es sich schnell lesen ließ und dabei zu jeder Zeit unterhaltsam war, sondern weil es mich vor allem zum Schluss nachdenklich zurück gelassen hat. Was als Komödie angefangen hat, schlägt schnell in Ernst um und lässt einen Grübeln.
Wann ist Wissen schädlich? Wann hat man einen Punkt erreicht, wo man nicht weiter nachforschen sollte? Die Denkanstöße, die Die Physiker auf den wenigen Seiten gegeben hat, sind beeindruckend tiefsinnig und geben Raum für Diskussionen. Auch die 21 Punkte zu den Physikern am Ende haben mir zu Denken gegeben. >>Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.<<, dieser Satz im Besonderen hat mich noch lange begleitet und etwas in mir ausgelöst.
Paradox, vielleicht verwirrend, aber dadurch umso nachdrücklicher, vermittelt Dürrenmatt die Verantwortung, die mit Wissen einhergeht und die jeder Mensch für seine Mitmenschen hat. Ein kurzweiliger Roman, der mir gut gefallen hat und zurecht ein Klassiker der deutschen Literatur ist.
- Andrea Wulf
Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur
(87)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderAlexander von Humboldt ist Namensgeber von Schulen, Straßen und mehr und ist fast jedem ein Begriff. Wer war der Kerl aber eigentlich und was hat er mit unserem heutigen Leben und vor allem, mit dem Klimaschutz zu tun? Andrea Wulf hat recherchiert, geforscht, gefragt und beleuchtet und uns ein tolles Buch beschert. Auf über fünf Hundert Seiten, tauchen wir in das Leben von Alexander von Humboldt ein und erfahren sehr viel und sie zieht eben Schlüsse bis heute und nimmt uns so mit, auf eine ganz spannende Reise. Tolle Lektrüe und auch gut als Vorbereitung für Vorträge und Referate.
- Ilona Jerger
Und Marx stand still in Darwins Garten
(146)Aktuelle Rezension von: MadamebiscuitZuerst hatte ich befürchtet, dass es viel um die Theorien der beiden gehen würde, die zwar wirklich spannend und interessant sind, aber nicht zwingend leicht zu lesen. Aber die Autorin hat genau das nicht getan, sie hat die beiden älteren Herren - vor allem Darwin - in den Fokus gestellt. Dabei beschreibt sie beide so liebenswürdig, schrullig und exzentrisch, dass es ein absolutes kurzweiliges Lesevergnügen war. Ihr flüssiger Schreibstil und der bildliche Sprachstil brachten sie mir zusätzlich nahe.
Ich habe so einiges über die beiden Männer und ihr Leben erfahren, zum Beispiel, dass beide aus gläubigen Familien kamen. Im Laufe ihres Lebens ihren Glauben allerdings verloren haben, was maßgeblich ihre beider Werke beeinflusst hat.Auch meine Wissenslücke über das Paarungsverhalten von Regenwürmern konnte ich schließen. 🤭
Auch wenn es das besagte Dinner in der Realität nie gab, ist gerade das eine der amüsantesten Szene mit einem herrlichen rhetorischen Schlagabtausch.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen kurzweiligen Roman haben.
- Jennifer Ackerman
Die Genies der Lüfte
(16)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchEin wirklich tolles und vor allem sehr Interessantes Buch!
Ich kann es jedem Vogelliebhaber sehr empfehlen!
Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut zu lesen. Die Kapitel sind ziemlich lange, so dass man sich dementsprechend auch Zeit nehmen sollte. Der Inhalt ist sehr Interessant aber eben auch sehr intensiv wenn auch gut zu lesen. Das Buch ist also eher etwas das man nicht von vorne nach hinten in einem Ruck liest, da eben der Inhalt teilweise extrem anspruchsvoll, aber eben auch sehr interessant ist. Gerade die verschiedenen Vögel mit ihren einzigartigen Fähigkeiten fand ich wirklich absolut interessant und sehr gut zu lesen.
Ich habe nun schon einige solcher Vogelbücher gelesen, konnte aber in diesem wieder sehr viel neues lernen was ich vorher noch nicht wusste, und war dadurch wieder sehr erstaunt wie viel man über die kleinen Flugdinosaurier doch noch nicht weiß
Daher finde ich das Buch absolut empfehlenswert!!!
Ein tolles Buch das mich auch danach noch sehr beschäftigt und ins staunen versetzt! - Ali Hazelwood
Love, Theoretically (English Edition)
(54)Aktuelle Rezension von: clee„Love, Theoretically“ ist für mich ein bisschen wie das Craving nach McDonald's. Es macht Spaß, man bekommt, was man will, aber es ist jetzt auch keine kulinarische Neuerfahrung, und die sollte man auch nicht erwarten.
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, weil ich sicherstellen wollte, dass bei der Übersetzung ins Deutsche keine Wortwitze verloren gehen (davon abgesehen lese ich „Spice“ lieber auf Englisch). Enttäuscht wurde ich auf jeden Fall nicht. Wenn man Ali Hazelwood etwas lassen muss, dann, dass sie sehr kreative und schlagfertige Dialoge schreibt und die abgedrehtesten Metaphern kreiert (immer schön wissenschaftlich, natürlich...). Das hatte für mich etwas sehr Charmantes und Erfrischendes und zog sich auch wirklich von Anfang bis Ende.
Elsies Charakter war mir zwar sympathisch durch ihre quirlige und humorvolle Art, aber ihr Konzept war etwas halbgar. Sie lügt bei Kleinigkeiten, aber ihre Gedankenwelt reflektiert diese Unsicherheit vor Ablehnung für mich nicht. Angeblich ist sie für den Hausfrieden verantwortlich, damit ihre Brüder sich nicht die Birne einschlagen, aber sie führt im gesamten Buch kein einziges Gespräch mit ihnen und auch sonst spielt ihre Familie keine Rolle – dabei hatte der Konflikt Potenzial imo.
Der Grund der Rivalität der beiden MCs war unterhaltsam, aber natürlich auch künstlich. Das Pacing in der Beziehung mochte ich, auch wenn das erste Drittel daraus besteht, dass Jack Elsie anstarrt und versucht, ihre Gedanken zu lesen. Bei der fünften wiederholten Beobachtung von Elsie, wie MUSKULÖS und GROSS Jack ist, habe ich mich etwas wie ein Teenager auf Wattpad gefühlt und war etwas gelangweilt, aber ich hab's trotzdem mit Humor genommen. (Diese Muskeln sind natürlich auch kein Resultat eines obsessiven Gym-Bros, der sieben Tage die Woche pumpt und nur Hähnchen und Reis isst, sondern durch casual Squash-Sport entstanden...i wish Ali, i wish...)
Bei Jack hakt man die 0815-Book-Boyfriend-Liste ab: Er ist da ruppig, wo es attraktiv ist, hat einen stählernen Körper, ohne dafür zu arbeiten, sagt immer genau das, was die Protagonistin gern hören will, und hat seine Antennen immer bei ihren Bedürfnissen. Er hat 1:1 ihren Humor, Geld und Intelligenz. Ah, und die einzige Schwäche, die er aufweisen kann, ist die Tatsache, dass er Probleme hat, zu vertrauen (außer natürlich Elsie, obwohl er sie direkt als Lügnerin enttarnt. Sounds about right.) Aber ehrlich? Mein guilty pleasure hat er befriedigt, und wer ein Buch wie „Love, Theoretically“ anpackt, der erwartet wahrscheinlich auch genau das.
Auch wenn ich bekommen habe, was ich wollte, nerven mich Plotholes und Plot-Convenience wirklich sehr und holen mich raus, wenn ich mich fallen lassen will. Insgesamt hatte ich aber Spaß beim Lesen und mein Augenrollen war meist eher amüsiert. Ich würde die Story jedem empfehlen, der einfach ein bisschen Trivialliteratur will – damit ist definitiv nichts verkehrt, und Ali Hazelwood versteht es auch, Klischees humorvoll zu verpacken.
- Douglas Preston
Ice Ship
(149)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»Die Wahrheit ist, dass wir so gut wie nichts über den Meteoriten wissen. … Die wenigen Daten, die wir über seine elektromagnetischen Kräfte und sein Gravitationsfeld haben, scheinen widersprüchlich zu sein. Sie können einfach nicht stimmen, das ist physikalisch unmöglich.«
»Ist er gefährlich?«
»Es gibt keinen Grund, das anzunehmen. Allerdings auch keinen, es auszuschließen.«Sam McFarlane, Experte für planetarische Geologie, erhält von einem exzentrischen Millionär den Auftrag seines Lebens: Auf einer einsamen Insel vor der Südspitze Südamerikas wurde ein riesiger Meteorit entdeckt, größer als jeder andere, der je gefunden und geborgen wurde. Gemeinsam mit einem Team ausgesuchter Wissenschaftler und Techniker macht sich Sam auf den Weg. Sie haben sorgsam geplant, schließlich stehen sie vor einer extrem schwierigen und gefährlichen Mission, da der Meteorit extrem schwer ist und sie zudem hinter dem Rücken der chilenischen Behörden arbeiten müssen, doch die Reise auf einem speziell ausgerüsteten Tanker wird für sie zu einem wahren Horrortrip werden…
Obwohl ich die Thematik des Buchs faszinierend fand, brauchte ich ein Weilchen, um richtig in die Story hereinzukommen. Dann packte es mich aber und der Überlebenskampf des Teams nahm mich gefangen. Wie so oft bei den beiden Autoren gibt es hier häufig wissenschaftliche bzw. wissenschaftlich anmutende Ausführungen. Die Untersuchungsergebnisse des Meteoriten sind mehr als rätselhaft und die Techniker im Team stehen vor enormen Herausforderungen. Staunend verfolgte ich, was die sich immer wieder einfallen ließen und wie sie Rückschlägen begegneten. Natürlich vermisste ich als großer Pendergast-Fan meinen Lieblingsagenten, aber auch mit diesem Buch konnten mich die Autoren begeistern.
Fazit: Eisige Kälte, Naturgewalten, menschliche Abgründe und ein mysteriöser Fund – das war spannend!
- Sven Plöger
Zieht euch warm an, es wird heiß!
(13)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisSven Plöger ist studierter Meteorologe und versucht mit diesem Buch, das komplexe Thema Klimaveränderung seinen Lesern näher zu bringen.
In folgenden Kapiteln stellt er uns seine Ideen vor, wie man den Klimawandel verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen lernen kann:
- Eine ehrliche Bestandsaufnahme
- Den Klimawandel verstehen
- Den Klimawandel vermitteln
- Die Folgen des Klimawandels
- Der Wettlauf zum Klimaziel - was jetzt zu tun ist
- Klima und Gesundheit - ein Gastbeitrag von Eckart von Hirschhausen
- Wie wollen wir die Welt?
Meine Meinung:
Das Buch ist in einem populärwissenschaftlichen Schreibstil gehalten und kann daher auch von interessierten Laien gelesen werden.
Es könnte durch Skizzen, Abbildungen und Fotos durchaus einprägsamer gestaltet sein. Als Geodätin ist mir die Neigung der Erdachse wohl bekannt, doch vielen Lesern ist diese Tatsache nicht so geläufig. Hier hätte sich ein Skizze zum besseren Verständnis angeboten.
Das Buch ist natürlich etwas zahlenlastig, was vielleicht ein paar potentielle Leser verschrecken könnte.
Immer wieder zitiert der Autor auf andere Wissenschaftler wie Stephen Hawking oder Jane Goodall.
Das umfangreiche Literaturverzeichnis findet sich auf der Verlagsseite online. Das ist ein wenig ungewöhnlich. Immerhin gibt es hierzu gleich am Beginn des Buches einen Hinweis, so dass man die Quellenangabe nicht vergeblich suchen muss.
Der Exkurs in die Vergangenheit hat mir gut gefallen. Denn, ungewöhnliche Wetter- bzw. Klimaphänomene hat es immer schon gegeben. Man denke nur an die „Kleine Eiszeit“ im 14. Jahrhundert.
Fazit:
Ein Sachbuch mit einem anspruchsvollen Schreibstil, vielen Gedanken zum Klimawandel, Klimaschutz, das zum Nachdenken und Handeln anregt, informieren aber nicht missionieren will. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
- Theodore Gray
Die Elemente
(8)Aktuelle Rezension von: AuroraMAnschaulich und verständlich erklärt. Die Bilder machen es wirklich einfach zu verstehen was genau zu dem Element gehört.
- Wolfgang Eckstein
Die Codices
(11)Aktuelle Rezension von: BrunhildiMeine Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es zeigt einen DNA-Strang, der auch sehr gut zum Inhalt des Buches passt. In meinen Augen ist es rundum perfekt gelungen und ansprechend.
Der Schreibstil von Wolfgang Eckstein hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Er war reif, aber dennoch verständlich und flüssig zu lesen. Ich war direkt in der Geschichte angekommen und es haben sich immer wieder Bilder in meinem Kopf gebildet.
In diesem Buch gibt es verschiedene Handlungsstränge, die nach einiger Zeit zusammenführen. Zu Beginn eines jeden Kapitels steht der Ort, an dem man sich gerade befindet. So hatte man zu jedem Zeitpunkt immer einen sehr guten Überblick.
Auf die einzelnen Charaktere möchte ich nicht detailliert eingehen, da es wirklich recht viele sind. Es gibt ein paar Hauptcharaktere, aber auch etliche Nebencharaktere. Mir haben sie alle mit ihrer perfekten Ausarbeitung und Einzigartigkeit gefallen. In meinen Augen haben alle Charaktere authentisch und nachvollziehbar gehandelt. Sie sind meiner Meinung nach rundum perfekt gelungen und einige werde ich sicherlich auch ein wenig vermissen.
Zum Inhalt direkt möchte ich gar nichts weiter schreiben, denn da sollte euch der Klappentext auf jeden Fall genügen. Von dem Rest müsst ihr euch selbst überraschen lassen ;-)
Die Handlung fand ich sehr interessant. Auch wenn ich einige Stellen als ein wenig langatmig empfunden habe, gibt es hingegen auch viele spannende und actionreiche Szenen, die mich immer wieder zum Weiterlesen gezwungen haben. Wolfgang Eckstein hat aber auch noch mit anderen Emotionen gespielt. So konnte ich das Buch nicht nur wegen des hohen Spannungsfaktors nicht aus der Hand legen, sondern es lies mich auch schmunzeln. Teilweise hat es mich nachdenklich gestimmt und auch mit einer kleinen eingearbeiteten Lovestory hat Wolfgang Eckstein mich überrascht. Er hat wirklich alle Emotionen eingearbeitet, die sich das Leserherz wünscht. Ich bin von diesem Buch wirklich positiv überrascht und hoffe auf weitere Werke des Autors.
Fazit:
Wolfgang Eckstein hat mich mit "Die Codices" positiv überrascht. Die Charaktere sind ihm in meinen Augen perfekt gelungen und die Handlung deckt alle Emotionen ab, die man sich in einem Buch wünschen kann. Auch wenn ich es zwischendurch als ein wenig langatmig empfunden habe, überwiegen ganz klar die spannenden und interessanten Szenen.
4/5 Punkte
(Sehr gut!)
- Tim Marshall
Die Geografie der Zukunft
(8)Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-PapeEin fundierter Blick in das Ringen um die Vorherrschaft im All
Es mochte über längere Zeit hinweg etwas amüsant, lustig oder, wenn man es ernst nahm, ambitioniert sein, wenn eine schillernde Unternehmerpersönlichkeit wie Elon Musk „auf Erden“ Alls Immobilien verkauft und einfach einer der ersten „Marsbewohner“ sein wollte. Samt Grundbesitz und Grabstelle dort.
Und doch ist dies real und auch nur die Spitze des (medialen) Eisbergs. Denn wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt und sich ein wenig im Hintergrund kundig macht, der sieht: Der Verteilungskampf um, im wörtlichen Sinne, Grund und Boden, Ressourcen und Rohstoffe im Weltall ist schon längst intensiv im Gange.
All die Unternehmungen, nach 1969 bd den Jahren danach nun wieder Raumschiffe zum Mond zu senden, Mondbetretungen und -Erkundungen in den Blick zu nehmen, folgt nicht mehr nur der Neugier und dem Wissensdrang, sondern am Ende ganz handfesten wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen.
Durchaus zu Recht und verständlich angesichts des ausgeplünderten Planeten Erde, bei dem nur noch die Tiefsee verbleibt, um Rohstoffe generieren zu können, während an der Oberfläche bereits seit geraumer Zeit auf allen Ebenen inklusive handfester Kriege der Verteilungskampf für die Gegenwart bereits in vollem Gange ist.
„Dem Sieger die Beute“. So formuliert Marshall das Ziel all der aktuellen Erkundungen, die noch zunächst den Mond als „Eingangstor zum All“ im Blick haben.
Läuft es wie gewohnt und historisch gesehen so gut wie immer, dann wird aber nur eine, vielleicht zwei große Mächte oder, besser „Player“ jene „unendlichen Weiten“ abgrasen, in die damals fiktionalisieren das Raumschiff Enterprise aufgebrochen ist.
Nicht nur also legt Marshall bestens im Stil, flüssig und gar spannend in der Erzählweise und jederzeit fundiert im Wissen die Unternehmungen der Gegenwart in der Atmosphäre und im All vor die Augen von Lesern und Leserinnen, sondern lässt deutlich auch die Frage mit laufen, wie denn „die gesamte Menschheit“ zum „Sieger der Beute“ gemacht werden kann. Und das ist am Ende ein ungleich schwererer Weg, als irgendwann technisch den Mars zu besiedeln.
Sich daher zunächst bildlich vorzustellen, dass das All eine Geografie hat, dass es Wege und Wegmarken, Regionen mit Bodenschätzen, Bauland und eben tödliche Orte gibt, die besser vermieden werden sollten, machte das Ganze für den Betrachter des Werkes umgehend plakativ und überaus verständlich. Wie auch die Folgen für das „Leben auf Erden“ in das Blickfeld treten, die jetzt schon deutlich spürbar „aus dem All“ mit alle den Satelliten und Waffen dort beeinflusst wird.
Denn auch im All sind weltliche Großmächte schon länger dabei, ihren irdischen Konfrontationskurs ins Weltall auszuweiten.
Und natürlich kann einem Angst und Bange werden, schaut man sich die fundiert argumentierten Hinweise Marshalls auf eine nahe Zukunft an. Denn wenn schon der Planet selbst Ort hartnäckiger und ohne Rücksicht geführter Kämpfe ist, was wäre dies dann potenziert noch im Weltall für ein zerstörerisches Ringen um Macht und Einfluss?
Eine Lektüre gefüllt mit realen Informationen, die zu realistischen Skizzierungen einer drohenden „Astro-Politik“ verdichtet sind. Das Ganz in bestens lesbarer Form und vielen Beispielen vorgelegt, so dass die Lektüre hoch informativ und fesselnd ist. Mitsamt auch Möglichkeiten, doch noch ein „Licht am Ende des Tunnels“ entzünden zu können.
- Erwin Schrödinger
Was ist Leben?
(8)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliGibt es einen Grund, heute noch ein über 70-jähriges Buch über das Leben zu lesen, dazu noch geschrieben von einem Physiker? - Ernst Peter Fischer nennt in der Einführung zur 6. Auflage, mehr als vierzig Jahre nach der Ersterscheinung einen: Die moderne Biologie ist nicht das Werk von Biologen. Achten Sie darauf, dass Sie die Ausgabe mit dieser ausgezeichneten Einführung erwischen! Fischer nennt den Mediziner Salvador Luria und den Physiker Max Delbrück, die nachwiesen, dass Bakterien aufgrund einer spontanen Mutation resistent geworden waren. Ausserdem Lurias Schüler James Watson, der zusammen mit dem Physiker Francis Crick die DNA-Doppelhelix entdeckte.
Es ist kein Zufall, dass Physiker plötzlich biologische Phänomene entdeckten, welche die Biologen nicht kannten. Die moderne Physik, nämlich Boltzmanns auf Atombewegungen aufbauende Thermodynamik und die Quantentheorie führten zu einer grundsätzlich neuen Sichtweise auf die Materie. Schrödingers Werk ist die erste Arbeit, die konsequent ausleuchtet, was diese neue Sichtweise für Lebewesen bedeutet. Insbesondere stellt Schrödinger die Frage, ob sich Leben auf die Physik und die Biologie reduzieren lässt.
Schrödinger behauptet keineswegs, er könne diese Frage beantworten. Auch die Frage, was Leben ist, beantwortet er natürlich nicht. Aber das Buch befasst sich mit diesen Fragen und es offenbart eine völlig neue Sicht, die auch heute noch für Laien erstaunlich ist. Mir wurde das Buch in einer Biologie-Vorlesung empfohlen als eines von zehn Büchern, die jeder Biologe gelesen haben sollte. Ich hatte es damals allerdings schon gelesen.
Was hat denn die moderne Physik zum Thema Leben zu melden? – Zum ersten gibt es in der Thermodynamik eine Grösse, die sogenannte Entropie, die etwa als Mass für die Unordnung eines Systems beschrieben werden kann. Diese Entropie nimmt in abgeschlossenen Systemen immer zu. Bei Lebewesen nimmt sie aber ab. Bedeutet dies, dass in Lebewesen eine Kraft aktiv ist, die es in der sonstigen Physik nicht gibt? – Prigogine und Stengers zeigten 1980, dass auch bei Lebewesen die Entropie zunimmt, wenn man nicht nur das Lebewesen, sondern auch seine Umgebung betrachtet. Davon wusste Schrödinger 1943 natürlich nichts. Trotzdem stellte er bereits damals die richtigen Fragen mit ausserordentlicher Klarheit.
Dies ist ein Charakteristikum von Schrödingers Buch: Die Treffsicherheit und Weitsicht, mit der er bedeutsame Fragen erkennt. Und dies ist auch der Grund, weshalb es heute noch Biologie-Studenten empfohlen wird: Nicht weil es etwas erklärt, sondern weil es grundsätzliche Fragen stellt, die zu einem besseren Verständnis des Lebens führen.
Eine weitere solche Frage ist, weshalb Lebewesen aus so unvorstellbar vielen Atomen zusammengesetzt sind. Wären nicht auch viel kleinere Lebewesen denkbar? – Die Diskussion dieser Frage wird einem Laien wohl technisch und buchstäblich Lebens-fern erscheinen. Sie beinhaltet aber wieder einige Kernüberlegungen zur modernen Biologie. Schrödinger stellt nämlich fest, dass ein Lebewesen Moleküle enthalten muss, die erstens die gesamte Information über den Aufbau des Lebewesens in sich tragen und die sich zweitens selbst replizieren können. Und drittens müssen die gleichen oder andere Moleküle den vorgeschriebenen Aufbau auch selbst initiieren und steuern können. Schrödinger überlegt sich also, welche Eigenschaften so ein Molekül haben muss, damit es diese Aufgaben erfüllen kann. Er berechnet die Grösse, die ein Gen dazu haben muss. Es darf nämlich nicht zu klein sein, weil es sonst nicht stabil wäre und es darf auch nicht zu gross sein, weil es in grossen Genen zu viele Mutationen geben würde, die in der Mehrheit tödlich wären.
Von dieser Art sind also Schrödingers Überlegungen. Das Buch ist viel mehr als ein historisches Dokument. Es ist ein ausgezeichneter Einstieg in die Molekularbiologie, weil es Ideen schult, auf die ein Laie wohl nicht von sich aus kommen würde. - Sibylle Grimbert
Der Letzte seiner Art
(53)Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutterJedes Mal, wenn wenn etwas mir Bekanntes unwiederbringlich verschwindet, schneide ich mir die Kehle zu. Es handelt sich dabei natürlich meist um geliebte Menschen. Aber auch kulturell bedeutende Bauwerke, Orte, die mir etwas bedeutet haben oder Tiere die Aussterben rufen, bei mir starke Emotionen hervor. Deshalb kann ich den Protagonisten in diesem Buch sehr gut verstehen.
Gus wird 1835 Zeuge eines großen Massakers. Matrosen fallen über einen Felsen her und töten eine Kolonie von Riesenalken. Sie dienen als fettiger Proteinlieferant. Das hemmungslose Schlachten ist ein letztes großes Drama, denn die Vögel scheinen auszusterben. Einer aber überlebt und Guss nimmt ihn mit nach Hause, pflegt ihn und sieht ihn ihm immer mehr einen Gefährten.
Auf der Suche nach weiteren Riesenalken reist er von Eldey zu den Färöer Inseln, wo er eine Frau findet und zwei Kinder bekommt. Doch auch die können nicht die Nähe herstellen, die der Vogel ihm gibt. Immer wieder muss er den Vogel vor gierigen Händen schützen. Später geht es wieder zurück nach Island und das nur um dem Vogel ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Doch er scheitert, denn Prosp wie er ihn nennt ist der letzte seiner Art.
Eine melancholisch traurige Geschichte hat die Autorin auf Basis von einigen Dokumentationen aufs Papier gebannt. 1844 starb der Vogel aus und es gibt nur einige wenige ausgestopfte Exemplare. Eine Freundschaft wie diese wird zwar nicht nachgewiesen, doch hat Grimbert Mensch und Tier glaubhaft, einander näher gebracht. Die Obsession, die Gus zu Prosp entwickelt ist genauso ungewöhnlich wie die Pflege, die das Tier seinem Retter zukommen lässt, menschlich ist. Das Gus Frau und Kinder zwar liebt, den Vogel, aber über alles stellt, ist die Essenz des Romans
Sprachlich hat die Autorin sich in beobachtender Form, dem Thema angenähert. So brutal manche Szene ist, so zart wirkt die textliche Auseinandersetzung.
Das ist nichts für Menschen die Tierleid nicht ertragen können. Manchmal war ich sehr erschrocken über die Methoden, die man Tieren angetan hat.
Wer also mit einem schmerzvollen Blick auf das verschwindende Arten vor einer herausfordernden Naturkulisse schauen möchte, dem sei dieses Buch sehr empfohlen. Das ist was für stürmische Tage, die uns jede Jahreszeit bringen kann.
- Ernst Peter Fischer
»Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie«
(19)Aktuelle Rezension von: sab-mzDer Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer stellt in seinem Buch „Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie – Die 50 besten Erkenntnisse der Wissenschaft von Galilei bis Einstein“, die Erkenntnisse aus mehreren Bereichen der Wissenschaft vor.
Den Titel verdankt das Buch einem Zitat, das wohl von Albert Einstein stammt „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt, und Phantasie umfasst die ganze Welt.“
Der Autor stellt Forscher vor aus verschiedenen Bereichen mit wichtigen, den jeweiligem Forscher zugeschriebenen Erkenntnissen.Mir gefällt es sehr gut, dass ganz unterschiedliche Bereiche im Bereich Wissen zum Zuge kommen:
Erkenntnisse aus Astronomie und Physik
Man denke an Galileo Galilei aber auch an Michael Faraday, der das Prinzip der elektrischen Induktion entdeckt, an Albert Einstein, Carl Friedrich von Weizäcker,etc.Erkenntnisse aus Mathematik und Informatik
Was wären wir ohne die Gaußsche Zahlenebene und die Gaußsche Normalverteilung ohne die man keine Dosis-Wirkungs-Beziehung von Arzneimitteln finden könnte.
Konrad Zuse, der 1941 den ersten programmierbaren Rechner entwickelt mit Z3, ohne ihn gäbe es keine Computer.Erkenntnisse aus Naturforschung und Biologie
In diesen Bereich fallen Charles Darwin, Francis Bacon aber auch Konrad Lorenz, was wären wir ohne deren Forschung.Erkenntnisse aus Chemie und Medizin
Louis Pasteur kennt sicher jeder, man denke an Pasteurisieren und den Pasteur-Effekt oder an Robert Koch.Erkenntnisse aus Molekularbiologie und Genetik
Max Delbrück Nobelpreis Physiologie, er bemerkt, dass es Bakteriophagen gibt, ohne ihn gäbe es keine Phagenforschung.Noch mehr Erkenntnisse
Quellen der Erkenntnisse
Hier findet man ein paar Highlights in Zitaten aus allen Bereichen.
Mein Lieblingszitat stammt von Isaac Newton „In der Wissenschaft gleichen alle nur den Kindern, die am Rande des Wissens hie und da einen Kieselstein aufheben, während sich der weite Ozean des Unbekannten vor unseren Augen erstreckt.“Mir gefällt das Buch sehr gut. Es fasst aus mehreren Bereichen das was uns grosse Wissenschaftler an Erkenntnissen beschert haben, zusammen.
Der Autor schreibt gut verständlich, sodass jeder/jede es verstehen kann. - James D. Watson
Die Doppelhelix
(15)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliEigentlich wünschte ich mir mehr solche Bücher. Dennoch gebe ich nur drei Sterne. Das verlangt nach einer Erklärung.
James Watson beschreibt die Entdeckung der DNA-Doppelhelix, das „wahrscheinlich grösste Ereignis in der Biologie seit Darwins Buch“. Die Protagonisten sind im Wesentlichen Maurice Wilkins, Rosalind Franklin, Linus Pauling, Francis Crick und James Watson selbst, die sich ein Wettrennen um den Nobelpreis für diese Jahrhundert-Entdeckung liefern, das Watson und Crick schliesslich gewannen.
Es ist spannend nachzuvollziehen, wie Theorie, intuitive Eingebung und präzise Beobachtung sich gegenseitig befruchten, und zu sehen, wie sich das Bild der Doppelhelix Puzzlestück für Puzzlestück zusammensetzt.
Der Physiker Francis Crick hatte sich bereits 1946, inspiriert von Schrödingers Buch ‚Was ist Leben?’ der Biologie zugewandt. Zusammen mit dem erst 25-jährigen James Watson, über den Crick allenfalls in einem Buch unter dem Titel „die lockere Schraube“ berichten würde, bildeten die zwei ein Aussenseiter-Team im Rennen um die Entdeckung der DNS-Struktur. Von Biologen mal als ‚geniale Dilettanten’ mal als ‚wissenschaftliche Clowns’ bezeichnet, schlugen sie einen von Biologen belächelten Weg ein: Sie versuchten ‚wie Kinder im Kindergarten’, das Riesenmolekül aus Metallbausteinen zusammen zu setzen. Diese Methode verwendete zwar auch der begnadete Chemiker Linus Pauling. Die Biologen meinten aber, Biologie sei viel zu kompliziert, als dass man mit chemischen Methoden etwas ausrichten könnte.
Ausserordentlich überrascht hat mich, dass Watson und Crick die für mich naheliegendste Frage praktisch nicht gestellt haben: Wie muss ein Molekül aufgebaut sein, damit es sich selbst replizieren kann?
Diese Frage hätte sich meiner Ansicht nach aufgedrängt, wie im Laufe des Buches immer deutlicher wird. Seit nahezu 30 Jahren spukte die Idee in den Kreisen der theoretisch interessierten Genetiker, die Verdoppelung der Gene beruhe auf abwechselnder Bildung komplementärer Oberflächen. Dass die DNS dabei das entscheidende Molekül war, war die Grundannahme, die Crick und Watson überhaupt in dieses Gebiet geführt hatte. Weshalb also nicht nach solchen komplementären Oberflächen suchen?
Von Anfang an vermuteten Crick und Watson, dass die DNS aus zwei oder drei Polynukleotidketten zusammengesetzt ist, also Ketten von vielen Nukleotiden. Das Rückgrat schien eine spiralförmige Zucker-Phosphat-Kette zu sein. Ihr Fehler war, dass sie lange Zeit dachten, das Rückgrat müsse im Zentrum des Moleküls liegen. An diesem Rückgrat sollten vier Arten von Nukleotiden aufgereiht sein, denn nur diese vier Arten wurden in der DNS gefunden. 1952 erfuhr Watson dann von der Schlüssel-Entdeckung des österreichisch-stämmigen Biologen Erwin Chargaff, bei der doch alle Alarmglocken hätten läuten sollen: Bei allen DNS-Präparaten entsprach die Anzahl der Adenin-Moleküle ziemlich genau der Zahl der Thymin-Moleküle, während die Anzahl der Guanin-Moleküle der Zahl der Cytosin-Moleküle sehr nahe kam. Es scheint mir nachträglich schwer nachvollziehbar, weshalb da nicht sogleich die Idee aufkam, dass diese Moleküle die komplementären Oberflächen bilden. Weshalb sonst hätten sie immer paarweise auftreten sollen?
Aber offensichtlich spielte die Frage nach der Replikationsfähigkeit bei der Entdeckung der DNS kaum eine Rolle. Selbst nachdem die Doppelhelix entdeckt war, zweifelte Watson noch, ob sie damit auch den Kopiermechanismus kannten. Fast gegen Watsons Willen fügte Crick dem Paper die berühmten Worte hinzu: „Es ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass die spezifische Paarbildung, die wir postuliert haben, unmittelbar einen möglichen Kopiermechanismus für das genetische Material nahelegt.“
So schön der Einblick in die Gedankengänge eines Genies ist, so störend scheint mir, wie Watson über seine Mitmenschen berichtet. Stossend ist vor allem, wie er Vermutungen darüber anstellt, was andere wohl gedacht haben. Wie er verschiedenen Leuten schäbige und verwerfliche Motive zuschreibt, die wohl seiner eigenen Denkweise entsprechen. Und wie er diese Vermutungen dem Leser als Tatsachen präsentiert. Speziell unfair behandelt er dabei Rosalind Franklin, eine attraktive Frau und brillante Forscherin, die anders als die anderen Frauen in Watsons Umkreis auch ohne Make-up und tiefem Ausschnitt Respekt einforderte, nämlich als Wissenschaflterin.
Zumindest gibt das Buch einen unschönen Einblick, wie Frauen damals wohl an vielen wissenschaftlichen Instituten behandelt wurden. Obwohl Franklin als erfahrene Kristallographin angestellt war und obwohl sie dieses Gebiet offensichtlich wesentlich besser beherrschte als Willkins, nennt Watson sie Wilkins’ ‚Assistentin’. Stets steht der Gedanke über Franklins körperlichen Vorzüge oder Mängel als Schleier vor ihrer wissenschaftlichen Leistung, etwa wenn Watson über ihren Vortrag berichtet, in dem sie für Watson und Crick entscheidende neue Fakten erklärte, während Watson sich „überlegte, wie sie wohl aussehen würde, wenn sie ihre Brille abnähme und irgend etwas Neues mit ihrem Haar versucht.“
Als Frau musste sie in einem anderen, schäbigeren Speisesaal essen als die Männer. Vor allem aber galt gegenüber Frauen offensichtlich ein ganz anderer Fairness-Codex, als gegenüber Männern. So hielten sich Watson und Crick ‚aus Fairness’ anfangs zurück, über die DNS zu forschen, weil dies Maurice Wilkins Gebiet sei. Gegenüber der Forscherin hatten die Männer aber keinerlei Skrupel. Wilkins stahl heimlich von Rosalind Franklin angefertigte Röntgenaufnahmen der DNS und reichte diese Aufnahmen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung an Watson und Crick weiter. Ohne die Entwendung dieser Aufnahmen wäre die Entdeckung der Doppelhelix wohl einiges später gelungen, womöglich auch nicht durch Watson und Crick, sondern durch Linus Pauling oder durch Rosalind Franklin.
Immerhin ergänzt Watson seinen Bericht durch einen Epilog, in dem er einige freundliche Worte für Rosalind Franklin findet und sie auch als Forscherin würdigt. Traurigerweise schrieb er diese Worte erst, nachdem Rosalind Franklin im Alter von nur 37 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben war. Obwohl Watson in diesem Epilog eingesteht, dass sich seine „ersten (in diesem Buch festgehaltenen) Eindrücke von ihr – sowohl in persönlicher als auch in wissenschaftlicher Hinsicht – weitgehend als falsch erwiesen haben“, fiel ihm nicht ein, die Schilderungen zu korrigieren. So verdüstert Watsons negative und falsche Schilderung bis heute das Bild dieser brillanten Wissenschaftlerin.
Das Beispiel Franklin ist keineswegs das einzige Entgleisung an Respektlosigkeit, die Watson sich leistet. Francis Crick war über die Darstellung so erzürnt, dass der universitätseigene Verlag von Harward die Publikation ablehnte, sogar, nachdem Watson seine Darstellung überarbeitete. Watson entschuldigt diese Respektlosigkeiten im Vorwort mit der Bemerkung, dies zeige, „wie ich damals – von 1951 bis 1953 – die Ideen, die Leute und mich selber gesehen habe.“ - Das ist keine vorbildliche Art, über seine Mitmenschen zu schreiben. Mehr als drei Sterne verdient das nicht. - Scarlett Thomas
PopCo
(37)Aktuelle Rezension von: Nessie1980Gesellschaftskritik? Coming-of-Age-Roman? Mathematik-Lehrbuch? Dechiffrierungsnachschlagewerk? Verschwörungsthriller? ... Es scheint, als habe sich Scarlett Thomas nicht entscheiden können, was sie schreiben will, und kurzerhand alles miteinander vermixt und es in diesem Buch blockweise nebeneinander gestellt. Je nachdem, welchen "Block" ich gerade gelesen habe, schwankte ich zwischen 2 und 4 Sternen für diese Geschichte über eine so genannte Kreative in einem Spielzeugkonzern, die während eines Workshops beginnt, ihr Engagement für die Firma zu hinterfragen. Die Abschnitte über ihr Medaillon mit geheimnisvoller Inschrift, die Schilderung der Arbeit ihrer Grosseltern auf der Suche nach der Entschlüsselung grosser Geheimnisse und auch Teile ihrer Kindheit und ihre Erfahrungen während des Kreativ-Workshops konnten mich durchaus fesseln. Die ausufernde Schilderung verschiedener Kodierungstechniken, das seitenlange Gerede über Prim- oder Erdös-Zahlen und das aufgesetzt wirkende Ereifern über die Ungerechtigkeiten der Welt hingegen nicht. Zum Schluss verkommt der Roman zu einem kindischen Aufruf, die Welt zu retten, indem man Veganer wird und die Grosskonzerne "von innen heraus" zerstört. Die Absicht dahinter mag edel sein, die dafür gewählte Holzhammermethode ist es nicht. Schade. - David Bodanis
Einsteins Irrtum
(5)Aktuelle Rezension von: 101844David Bodanis hat es geschafft, das Leben und vor allem die Arbeit Albert Einsteins verständlich und wertschätzend darzustellen. Das Buch hat eine übersichtliche Gliederung von sechs Teilen, Prolog und Anhang. Mit 335 Seiten liegt es auch nicht schwer im Magen.
Der Prolog ist emotional etwas aufgeladen. Einstein wird als vereinsamte Ikone dargestellt.
Schon zu Beginn werden seine Grundgedanken in Form des Energieerhaltungsgesetzes und des Materieerhaltungssatzes anschaulich erklärt. Entsprechende Grafiken unterstützen den Leser beim Verstehen der komplexeren Inhalte. Abgelöst und aufgelockert wird das Ganze durch Schilderungen von Einsteins Kindheit und Jugend in einer liebevollen und technisch versierten Familie. Das Klischee des unkonventionellen träumerischen Genies wird bestätigt und durch die Beschreibung seiner autodidaktischen Fähigkeiten positiv verstärkt.
Das Einstein ein charmanter Frauenheld war, mag man sich nur bedingt vorstellen können und doch scheint da etwas Wahres dran zu sein. Vereinzelte Anekdoten lassen den Leser schmunzeln. Interessante Exkurse über Hubble und Keppler erhöhen den Lesespaß ungemein.
Der Epilog ist sehr wertschätzend verfasst und für alle weiterhin Interessierten findet sich im Anhang eine detaillierte Erklärung von Einsteins Relativitätstheorie.
Insgesamt ein wirklich gelungenes Buch ohne unnötige Längen und alles andere als trocken.
Das Buch wurde mir von der Randomhouse Verlagsgruppe freundlicherweise zur Verfügung gestellt.























