Bücher mit dem Tag "nazi-vergangenheit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nazi-vergangenheit" gekennzeichnet haben.

16 Bücher

  1. Cover des Buches Das Alphabethaus (ISBN: 9783423214605)
    Jussi Adler-Olsen

    Das Alphabethaus

     (521)
    Aktuelle Rezension von: Julius_Caesar

    Die Schrecken des Krieges ganz anders nahe gebracht. Die Beschreibung der Zustände und die perfiden Methoden der Schergen werden hier direkt ‚ unter die Haut‘ des Lesers gebracht. An manchen Stellen schaurig, aber man kann nicht wegsehen. 

    Adler Olsen beweist hier, dass er neben der Serie noch andere Blickwinkel eröffnen kann. 

  2. Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini - Filmausgabe

     (442)
    Aktuelle Rezension von: VoiPerkele

    Meine Erwartungen wurden von "der Fall Collini" nicht erfüllt. Nachdem das Buch dermaßen gefeiert und gehypt wurde, habe ich eine spannende Kriminalgeschichte mit ordentlich Stoff zum Nachdenken über Schuld und Unschuld. 

    An dieser Stelle möchte ich eine klare SPOILER Warnung aussprechen!

    Ich wusste im Voraus bereits, dass Hans Meyer, das Opfer in diesem Roman ein ehemaliger SS Oberbefehlshaber war. Zwar wusste ich nicht, wie genau Collini zu Meyer steht. Aber dennoch hat mir dieses Wissen im Vorfeld den Höhepunkt der Geschichte vermiest. Wirklich Stoff zum Nachdenken über Schuld und Unschuld habe ich vom Autor leider auch nicht bekommen. Stattdessen spickt er das Geschehen im Roman zwischendurch immer wieder mit Szenen in denen nicht allzu viel passiert. (Hr. Leinen raucht eine Zigarette, er schläft mit einer Freundin aus Kindertagen, er sitzt in seinem Büro...). Eine wirkliche Spannung hat sich leider nicht aufgebaut. Nichtsdestotrotz hegte ich noch Erwartungen an das Ende. Mich hat das Gerichtsurteil sehr interessiert. Aber das wurde mir verwehrt. Am Ende erfährt der Anwalt Leinen, dass sich sein Mandat das Leben genommen hat.

    Dieses Buch kann ich leider nicht empfehlen.


  3. Cover des Buches Engel aus Eis (ISBN: 9783548287201)
    Camilla Läckberg

    Engel aus Eis

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Auch in diesem Kriminalroman um Kriminalkommissar Patrik Hedström ist es wieder spannend bis zum Schluß. Patrik ist im Erziehungsurlaub und kümmert sich um Maja. Doch bei einem Einsatz treffen die Kommissare unterwegs zufällig Patrik und bitten ihn mitzukommen um sich den Tatort anzusehen. Zwei Jugendliche sind in das Haus des ehemaligen Geschichtslehrers Erik Frankel eingebrochen und haben dort dessen Leiche gefunden. Frankel wurde ermordert. Erika wird unbewußt in die Sache mit hineingezogen: sie hat beim Ausräumen der Sachen ihrer Mutter ein Nazikreuz gefunden und dies um nähere Betrachtung an Erik Frankel weitergegeben um genaueres darüber zu erfahren und nun ist Frankel tot.

    Durchaus wieder spannend geschrieben und ich konnte das Buch keine Sekunde aus der Hand legen. Mir hat hier ganz gut gefallen, dass dieses Mal Erika mehr im Zentrum der Geschichte gestanden hat und auch sehr viel selber ermittelt hat.

  4. Cover des Buches Flut und Boden (ISBN: 9783499269363)
    Per Leo

    Flut und Boden

     (14)
    Aktuelle Rezension von: michael_lehmann-pape
    Sehr ruhig und dicht erzählt

    Der eigne Großvater war eigentlich ein Fremder. Auch wenn klar war, dass er vorher ein intensives Leben gelebt hatte. Danach fühlte Per, als er den Großvater bewusst kennenlernte, eher Distanz.

    Aber nicht zur Großmutter. Das Symbol für „ein dazugehören wollen, einfach so“, ein Anker im Sturm des Lebens, eine Anlaufstelle, ein zu Hause.

    Als die Großmutter stirbt, das alte Haus langsam sich entseelt, irgendwann aus dem Leben verschwindet und Per selber nicht wirklich einen Fuß auf den „Boden des Lebens“ bekommt, nur „irgendwie Historiker“ als Beruf sich vorstellen könnte (vielleicht einfach aus der Begegnung mit einem konkreten Professors heraus, der ihn sehr beeindruckt hat), beginnt, er, Jahre später, die Geschichte des Großvaters, des „Nazi-Opas“, der „Obersturmbannführers“, des „Major der Waffen-SS) Schicht für Schicht näher zu ergründen.

    Mit deutlicher Distanz, zunächst. Mit Unverständnis, keine Frage. Und doch mit einem langsam sich öffnendem Zugang zu diesem Friedrich Leo. Ein Zugang, der noch erleichtert wird durch einend er Brüder seines Großvaters, den älteren Martin, der wie ein Gegenentwurf, wie ein „ganz anderes Leben“ in dergleichen Familien, zu gleichen Vorzeichen der Zeit aufwächst.

    Unterschiedliche Entwicklungen, aber auch innere Ähnlichkeiten, verschiedene Stellungen in der Familie, aber doch das gleiche Umfeld, verschiedene äußere Wege (der eine hinein und hoch hinaus im Militär, der andere intellektuell, fragend, forschend) aber doch ein nicht unvergleichbarer innerer Antrieb, je mehr sich der Historiker von heute in die Persönlichkeiten der jungen Männer damals hineinversetzt, desto klarer treten die Personen und Motive, die Familie und das Umfeld, die Atmosphäre der Zeit und die persönlichen Wege auch dem Leser vor Augen.

    Eine Erzählung auch, die dem Leser die geistige, aber auch räumliche Enge der vergangenen Zeit vor Augen führt. Diese Konzentration auf „die Familie“, auf den Respekt vor dem Vater, auf die Rituale im Jahresrhythmus, die Per in der Gegenwart noch erlebt hat, die ihm auf eine unnennbare Weise das Gefühl von guter Vertrautheit vermittelten (beim ersten Lied war es noch peinlich, ab dem dritten Lied auf Familienfesten dann fast wohlig).

    Eine Familie, die in den Hauptpersonen des Buches sich symbolhaft zu Grundhaltungen verdichten. Grundhaltungen, die wiederum im Zusammenspiel des „Hortes Familie“ und in ihrer stringenten Ausprägung die „Inhalte“ dann „flexibel“ gestalten. Und so dann aus der eigenen „Verwurzelung“ ein „richtig und falsch“ kreieren können, dass im „Geist der Zeit“ sich dann eben in „Herrenmenschen und Untermenschen“ manifestiert. Ebenso aber auch als Fan eines Vereins mit entsprechenden „Hymnen“ Ausdruck finden kann.

    Welche „deutschen“ Geisteshaltungen diese Zeiten geprägt haben (und bis heute wirken als „Typen“), das bindet Leo an konkrete Personen, familiäre Interaktionen und daraus entstehende emotionale „Hintergründe“, die wiederum die konkreten Personen in ihren je eigenen inneren Lebensweg senden.

    Sehr hintergründig, sehr intelligent verbindet Leo all diese inneren und äußeren Fäden, die abgehackte Ausdrucksweise des Großvaters mit dem breiten Gedankenfluss dessen Bruders, das Dunkle mit dem Hellen.

    Kurzweilig jedoch, das sei gesagt, ist dieser Roman nicht. In ausgefeilter Sprache und oft mit doppeltem Boden und notwendiger symbolhafter Interpretation ist dies eher ein konzentriert zu erarbeitendes (und nachzufühlendes) Buch als ein „Roman für nebenbei“.

    Eine sehr zu empfehlende, sprachlich geschliffene Lektüre, die aber nicht einfach zu lesen ist und hohe Ansprüche stellt.
  5. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.637)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Der 15-jährige Michael lernt durch einen Zufall im Nachkriegsdeutschland die ältere Hanna kennen. Aus der anfänglichen Schüchternheit wird bald eine leidenschaftliche aber geheime Affäre. Doch für Hanna geht es nicht nur um die Körperlichkeit, sondern sie erwartet von Michael, dass er ihr Bücher vorliest. Eines Tages verschwindet sie und nur durch einen weiteren Zufall sehen die Beiden sich Jahre später wieder. Michael als Student der Rechtswirtschaft und Hanna als angeklagte KZ-Wärterin.


    Das Buch wird von Schlink in drei Kapitel aufgeteilt, die jeweils durch mehrere Jahre in der Handlung unterbrochen sind. Das erste Kapitel fande ich nur semigut,da mich die Affäre nicht so interessiert hat. Danach hat mich aber die Eindringlichkeit der (Schuld-) Gefühle trotz der nüchterne Schreibweise beeindruckt. Das Ende war für mich sehr überraschend und hatte ich so nicht kommen sehen. Ein Buch über Liebe, Schuld, die deutsche NS-Vergangenheit und Analphabetismus. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt!


  6. Cover des Buches Schwarzes Erbe (ISBN: 9783960871293)
    Jens Lossau

    Schwarzes Erbe

     (30)
    Aktuelle Rezension von: ManuelaBe

    Schwarzes Erbe ist ein Thriller des Autors Jens Lossau in dem er sich mit der Schuldfrage in der NS-Zeit auseinandersetzt. Lina befindet sich in einer ausweglosen Situation und schreibt daher ihre Geschichte sowie die von Ben und der Rabenwelt auf. Rabenwelt ist ein Comic der sich mit den Taten in der NS Zeit auseinandersetzt, dies passt nicht jeden in der Umgebung von Lina und Ben und das Schicksal nimmt seinen Lauf.


    Der Autor erzählt auf intensive Art die Geschichte von Lina und Ben und rückt damit Geschehnisse der NS-Zeit, über die lange Zeit geschwiegen wurde, in den Fokus. Das Buch ist keine Wohlfühlliteratur oder was zum schmunzeln, sondern eher düster und zum Teil verstörend. Die Charaktere sind schwierig und nicht immer verständlich. An einigen Punkten der Geschichte habe ich mich schwer getan weiter zu lesen weil die Protagonisten wirr handelten. Außerdem wurden einzelnen Gedankengänge der Handelnden zum Teil recht weit schweifend abgehandelt, das störte den Fluss der Geschichte. Ein Buch das sicherlich nicht jedermann gefallen wird und das versucht ein schwieriges Thema anzugehen.

  7. Cover des Buches Im Dunkel der Zeit (ISBN: 9783423137133)
    Gert Heidenreich

    Im Dunkel der Zeit

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  8. Cover des Buches Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel (ISBN: 9783462043426)
    Moritz Rinke

    Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

     (83)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Zu Beginn der Geschichte stolperte ich noch komplett orientierungslos durch dieses mir völlig fremde, mit sprunghaftem Erzählstil beschriebene, plattdeutsche Universum. Die sehr humoristische Art des Romans konnte ich anfangs auch nicht verstehen und genießen, denn ich kapierte einfach diesen nordischen Witz überhaupt nicht, wie auch diese fremde Sprache und die ortsansässige Bevölkerung sich für mich wie ein arabisch geschriebenes Buch mit sieben Siegeln darstellten.

    Und dann passierte ein Lesewunder, wie bei einer gut geschriebenen Science Fiction oder Fantasy Story hat mich der Autor in diese fremde Welt hineingezogen und mich zu einem Teil der Worpsweder Dorfgemeinschaft gemacht. Die Figuren sind derart liebevoll entwickelt, dass es eine Freude ist, die Landschaft wird wundervoll gezeichnet, so als stünde der Leser selbst in den unendlichen Weiten des Moors, historische Tatsachen und erfundene Anekdoten aus der Künstlerkolonie wurden auch derart perfekt miteinander verwoben, dass die Trennlinie zwischen Fakten und Fiktion nahtlos verschwimmen.

    Das folgende Zitat persifliert eigentlich den ganzen Roman und auch den etwas sprunghaften Erzählstil des Autors:

       "Wie sich die Menschen im Nachhinein in die Geschichte und irgendwelche Weltenzusammenhänge hineinerzählten! Wie sie erzählten und erzählten, um den Glanz einer Zeit in ihr Leben hineinleuchten zu lassen. Eine Generation, die älter geworden dasaß und mit Tausenden von Geschichten an die Geschichte anbaute, sodass sich aus dem Dorf eine Stadt und aus der Stadt ein ganzer Moloch aus Legenden und Wahrheiten erhob."

    Die Handlung dieses Werks hat mich fast am meisten begeistert. Paul Wendland-Kück, ein Berliner Business-Versager mit dem Kopf in den Wolken und massiven Mutter-Abnabelungsproblemen muss zurück in seinen Geburtsort, die Künstlerkolonie Worpswede, da sein Elternhaus droht, im Moor zu versinken. Im Zuge der Bauarbeiten und Grabungen, um dem Familienwohnsitz endlich ein solides Fundament zu verschaffen, tauchen nicht nur sprichwörtlich sondern auch real aus dem Moorgarten mehrere bestgehütete stinkende grausliche Familiengeheimnisse auf. Meine Güte! Was für eine innovative Doppeldeutigkeit, die das Haus und die Beziehungen in der Familie überaus grandios gleichsetzt – quasi Familienaufstellung und Baustelle. Paul und sein möglicherweise Nicht-Verwandter Nullkück, der seinen Spitznamen daher bekam, da seine Kück’sche Abstammung irgendwie fraglich ist und er außerdem an einer Behinderung leidet – was für eine hundsgemeine aber irgendwie auch schräge Interpretation – kämpfen wie Don Quixote an der Vertuschung nach außen und Aufklärung nach innen, der im Stakkato aus dem Moor aufpoppenden bösen Familiengeheimnisse. Dieser Plot hat etwas von einer sehr witzig satirischen aber auch unendlich traurigen Slapstick-Komödie.

    Vor Rinkes Sprachfabulierkunst kann ich nur den Hut ziehen, sehr knackige Metaphern wunderschön beschrieben bringen uns Land, Leute und auch die Geschichte näher. In Worpswede trennt sich die Bevölkerung in zwei Gruppen von Bewohnern, „Leute mit Kühen bzw. inneren Kühen“, die das Moor und das Dorf nicht für einen Tag verlassen können, also die traditionelle Dorfbevölkerung und „Leute ohne Kühe“, denen die ortsansässigen Künstler zuzuordnen sind. Analog dazu fungieren auch die Vorhänge an den Fenstern.

    Diese mir anfangs so fremden Menschen werden folgendermaßen sehr treffend beschrieben:

       "Ja, hier in diesem flachen Land schnäuzte man grundsätzlich alles weg, was unangenehm zu beantworten war. Die Zeit, in der man hätte antworten oder Dinge ansprechen können, wurde weggeschnäuzt und zwar solange, bis das Leben längst weitergegangen war.“

    Fazit: Eine absolute Leseempfehlung von mir. Wenn man den etwas zähen Beginn und das Fremdeln überwunden hat, das quasi jeder Tourist zu Beginn seiner Reise erlebt, und es vermag, in den Roman und in Land & Leute einzutauchen, dann kommt restlose Begeisterung auf.
  9. Cover des Buches Schwarzbuch Deutsche Bahn (ISBN: 9783442156740)
    Christian Esser

    Schwarzbuch Deutsche Bahn

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Selbs Justiz (ISBN: 9783257215434)
    Bernhard Schlink

    Selbs Justiz

     (98)
    Aktuelle Rezension von: PaulTemple

    Schlink versucht hier, zwei Erzählinhalte miteinander zu verknüpfen, was ihm jedoch nur zufriedenstellend gelingt: 
    Von der Krimihandlung her erwartet den Leser ein bisschen Raymond Chandler, ein bisschen Agatha Christie - die Grundpfeiler der Story sind nicht gerade neu. Immerhin aber nicht uninteressant, da der Hauptprotagonist sympathisch und auch realistisch dargestellt wird. Zudem kommt der 80er-Jahre Flair mit - aus heutiger Sicht - amüsanten Details über Telefaxe, Computersysteme, Smogalarm usw.  

    Zweiter Handlungsstrang:  Dem Detektiv holt seine Vergangenheit als NS-Staatsanwalt ein. Es sind alte Rechnungen zu begleichen und auch sein wohlgesonnener Jugendfreund hat Geheimnisse zu hüten. Ebenfalls eine durchaus interessante Story, die aber unter der Krimihandlung zu leiden hat und nicht zur vollen Blüte entfaltet wird.

    Fazit: "Selbs Justiz" vereint viele gute erzählerische Ansätze,  führt aber leider keinen ausgiebig zu ende. 
  11. Cover des Buches Tiefe Wunden (ISBN: 9783548061733)
    Nele Neuhaus

    Tiefe Wunden

     (716)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Tiefe Wunden ist der 3. Teil der von Bodenstein und Kirchhoff Reihe. Mir hat der Teil wieder gut gefallen.

    Natürlich könnte man jetzt das Haar in der Suppe suchen und sagen, dass gerade dieser Band mit Klischees nur um sich schmeißt und vor Logikfehlern nur strotzt (Stichwort Pillenpackung), aber hier geht es nicht um hochtrabende Literatur, sondern um einen unterhaltenden Krimi.

    Dieses Mal bedient sich Nele Neuhaus vieler Charaktere, die miteinander verwoben sind. Hier muss man etwas aufmerksam sein, da viele der Personen sich auf die eine oder andere Weise verdächtig machen. Die Nazi-Thematik ist eine etwas schwerere Kost als von Nele Neuhaus gewohnt, aber dennoch gut verarbeitet. Für mich hätte es sogar noch etwas tiefer gehen können, aber es war okay.

    Von Bodenstein und Kirchhoff sind gewohnt sympathisch mit Ecken und Kanten.

  12. Cover des Buches Unternehmen Brandenburg (ISBN: 9783838719627)
    Glenn Meade

    Unternehmen Brandenburg

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Pashtun Valley Leader Commander
    Eher zweite Wahl unter den Titel des Autoren
  13. Cover des Buches Der Petticoat-Mörder (ISBN: 9783548063072)
    Leonard Bell

    Der Petticoat-Mörder

     (23)
    Aktuelle Rezension von: DoraLupin

    4.5 Sterne 

    Im Berlin 1958 tritt der junge Fred Lemke seine neue Stelle als Kriminalassistent beim LKA an. Gleich am ersten Tag gibt es eine Leiche. Am Ufter des Charlottenburger Fennsees wird ein Mann gefunden, erschossen. Wenig später findet Lemke nicht weit vom Tatort entfertnt, einen Petticoat der mit Blut und Spermaresten beschmiert ist. Nur ein Zufall, oder hat alles mit seinem aktuellen Fall zu tun?

    Dem Autor ist hier der Spagat zwischen atmosphärischem historischem Roman und spannendem Krimi sehr gut gelungen! Gekonnt hat er die Umbruchsstimmung der "furious 50s" eingefangen, in der Musik und Theater aber auch der Konflikt ziwschen Ost und West eine Rolle spielen. Auch Altlasten aus der Nazizeit werden in die Handlung mit eingebaut. Ich habe noch nicht viele Romane aus dieser Zeit gelesen und war erstaunt wie vielen ehemaligen SS-Offizieren es gelungen ist, ihre Vergangenheit unter den Teppich zu kehren und in hohen Positionen zu bleiben. Dazu hat auch die damalige Politik und die Gesetzesänderungen geholfen und beigetragen.

    Fred Lemke ist ein sympatischer junger Polizist, der unkonvertionell arbeitet, den Vorgesetzten nicht nach dem Mund redet und neue Methoden und Denkweisen mit einbringt auch wenn diese nicht unbedingt gern gesehen werden. Auch bringt er sich mal selber in gefahr, weil er erst handelt und erst später nachdenkt...
    Ellen von Stain dagegen ist eine mysteriöse Figur, die beim LKA viele Sonderbehandlungen genießt und bei der weder Fred noch der Leser immer weiss, woran er mit ihr ist.
    Auch der Bayer Moosbacher von der Spurensicherung steht Lemke bei Fragen zur Seite, ist ein sympatischer aber auch tiefgründiger Charakter auf den zweiten Blick.
    Der Autor hat es geschafft, nicht nur Lemke als Protagonist, sondern auch Nebenpersonen wie seiner Pensionswirtin oder der Frau bei der Lemke zu Mittag ist, einen ganz speziellen Charakter zu geben und den Personen so Leben einzuhauchen. Ich bin auf deren Entwicklung im nächsten Band sehr gespannt, einige Charaktere haben grosses Potential!

    Der Kriminallfall ist spannend und sehr undurchsichtig, da in ganz verscheidene Richtungen ermittelt wird und man bis zuletzt nicht genau weiss was passiert ist. Das Ende kam mir dann etwas schnell und plötzlich, hier hätte ich als Leser gern noch ein paar Seiten mehr gelesen und noch mehr Infos zum Ermordeten gehabt. Bis dahin hat mir der Roman aber sehr großen Spass bereitet.

    Fazit: Der Roman besticht mit einer Mischung aus sehr atmosphärischem historischen Anteil und spannenden Krimielementen. Der Protagonist ist sehr sympatisch und ich bin schon auf weitere Fälle mit ihm gespannt und freue mich drauf! Ich kann das Buch einerseits Fans von Krimis, aber auch 50er Jahre Fans empfehlen, die nicht ganz schwache Nerven haben!         

           

                      

             

             


  14. Cover des Buches Das Erbe des Bösen (ISBN: 9783423411134)
    Ilkka Remes

    Das Erbe des Bösen

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Rolf Narva, ein finnischer Wissenschaftler der in Nazi-Deutschland studierte, promovierte und anschließend in den USA arbeitete, reist nach Berlin um eine alte Freundin aufzusuchen und verschwindet dort spurlos. Sein Sohn Erik, ebenfalls Wissenschaftler, macht sich auf die Suche und kommt einer Vergangenheit seiner Familie auf die Spur, die ihm bis dato völlig unbekannt war und deren Auswirkungen höchst aktuelle Konsequenzen hat.
    Ilkka Remes versteht es wirklich, einen äußerst packenden Thriller zu schreiben. Tatsächliche vergangene Ereignisse werden geschickt mit heutigen gegenwärtigen Entwicklungen und Geschehnissen in Verbindung gebracht, was die ganze Geschichte umso wirklicher erscheinen lässt. Selbst wenn ab und an der Gedanke in einem auftaucht:' Jetzt nehmen die Verschwörungstheorien doch etwas überhand.', lässt einen kurz darauf der Bezug zu einer realen Begebenheit oder Person sofort weiter in die Erzählung eintauchen. Denn so ganz unwahrscheinlich ist es ja doch nicht...
    Kleine Mäkeleien am Rande meinerseits gibt es aber dennoch ;-) Nach meinem Empfinden wurde zu Beginn eine Hauptfigur aufgebaut, die jedoch bereits nach knapp 2/5 des Buches das Zeitliche segnet, was mich doch recht verwirrte. Wie will der Autor denn jetzt noch über 300 Seiten füllen? Natürlich gelingt es ihm und zwar mit dem Schwenk zu einer neuen Person, die nun im Mittelpunkt der Geschichte steht. Meine zweite 'Mäkelei' betrifft das Ende, mit dem ich nicht so ganz glücklich bin. Wohl werden sämtliche mysteriösen Vorkommnisse aufgeklärt, doch die Art der Darstellung wirkte auf mich etwas konstruiert, als ob der Autor auf jeden Fall jetzt alles noch unterbringen müsste (Naja klar, wann denn auch sonst :-) ?). Da die ganze Geschichte ansonsten ausgesprochen schlüssig daherkommt, fällt eine entsprechende Abweichung natürlich umso mehr auf. Vielleicht wären weniger Handlungsfäden in diesem Falle etwas mehr gewesen?
    Trotzdem: Alles in allem ein überaus fesselnder Thriller in einem historischen und aktuellen Kontext, der einem zudem auch noch einiges Neues verrät (zumindest mir).
  15. Cover des Buches Morde in den Trümmern (ISBN: 9783832170301)
    Cay Rademacher

    Morde in den Trümmern

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Isa_He

    In „der Trümmermörder“ geht es um Kommisar Frank Staves ersten Fall. Das Buch spielt in Hamburg zur Nachkriegszeit im Jahre 1947.

    Der Schreibstil des Autors war zunächst gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell in die Story reingelesen. Der Stil ist eher etwas düster und bedrückend, was aber die Grundstimmung im Hungerwinter 1947 und zur Nachkriegszeit sehr gut verdeutlicht. Außerdem war das Buch sehr gut recherchiert. Der Trümmermörder beruht auf einem wahren Ermittlungsfall aus Hamburg, aber auch andere geschichtliche Fakten spielten im Buch eine Rolle. Auch die Beschreibung von Hamburg empfand ich als sehr gut und detailliert. Man bekam eine gute Vorstellung vom Ausmaß der Zerstörung während der Bombennächten und dem Wiederaufbau der Stadt.

    Die Charaktere gefielen gut und wirkten auf mich sehr authentisch. Frank Stave ist Kommissar bei der Hamburger Polizeit, neben den Ermittlungen erfuhr man auch einige private Details über ihn, was ihn lebensechter machte. Mir gefielen auch seine Überlegungen zum Fall sehr gut und den Ablauf der Ermittlung zu dieser Zeit und vor allem mit begrenzten Mitteln empfand ich als sehr interessant.

    Insgesamt gefiel mir das Buch von Cay Rademacher sehr gut. Es war durchweg spannend, auch einige überraschende Ereignisse waren vorhanden und es gefiel mir sehr, wie sich nach und nach das Puzzle zum Fall des Trümmermörders zusammensetzte. 

  16. Cover des Buches Schwarzlicht (ISBN: 9783499227936)
    Horst Eckert

    Schwarzlicht

     (86)
    Aktuelle Rezension von: mistellor
    Vincent Veih übernimmt kommissarisch die Leitung des KK11, das Mordkommissariat in Düsseldorf, obwohl er einigen seiner Vorgesetzten ein Dorn im Auge ist. Einerseits weil er sich nicht verbiegen lässt und andererseits weil er hochkonzentriert seine Fälle verfolgt, seine Leute zu Hochleistungen führt und die meisten Mörder tatsächlich erwischt.
    Horst Eckert hat mit seiner Figur des Vincent Veih eine hochinteressante Figur erfunden. Eine Figur mit einer traumatischen Kindheit, dafür verantwortlich sind seine Mutter und sein Großvater.
    Abgesehen von seinen Beziehungsstörungen  lässt er seine Vergangenheit nicht seinen Lebensweg beeinflussen. Er hat eine empathische Ader, kennt sich mit Körpersprache aus und hat eine enorme Vorstellungskraft. Er wirkt in sich gekehrt, spricht selten von seinen Gefühlen, seine Kollegen wissen auch nicht genau, woran sie bei ihm sind. Als Leser hat man trotzdem das Gefühl, dass in ihm ein brodelnder Vulkan ist, der irgendwann ausbrechen wird.
    Horst Eckert beschreibt aber nicht nur seinen Hauptprotagonisten hochinteressant, auch seine anderen Figuren in diesem Thriller sind ohne das übliche Klischee. Gerade die Kollegen und aber auch die Familie von Vincent sind unglaublich lebendig beschrieben. Dem Leser gelingt es kaum weitere Handlungsmuster zu erkennen, dauernd werden ihm neue Überraschungen geboten.
    Ich habe vorher noch nichts von Horst Eckert gelesen, eine Freundin hat mir Bücher von ihm ausgeliehen. Ich bin hellauf begeistert. 
    Ich mag seine lakonische Sprache, seine ungewöhnlichen Ideen, seine Finger auf politische Wunden zu legen und auch diese deutlich aufzuweisen. Er zeigt ein Bild von Deutschland, welches eigentlich jeder kennt, aber nicht wahrhaben möchte. Hier gelingt es dem Leser nicht seine Augen zu verschließen, er muss sich mit dreckiger Wirtschaftspolitik, mit Korruption und Machtgier auseinandersetzen.

    Ich bin darüber verwundert, warum Horst Eckert nicht bekannter ist. Er hätte es auf jeden Fall verdient, seine Bücher sind außergewöhnlich gut.
    Von mir erhält sein Buch "Schwarzlicht" 5 von 5 Sternen.
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