Bücher mit dem Tag "neolithische revolution"

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5 Bücher

  1. Cover des Buches Arm und Reich (ISBN: 9783596172146)
    Jared Diamond

    Arm und Reich

     (30)
    Aktuelle Rezension von: RaphaelaYamada
    Jared Diamond beschreibt in seinem Klassiker mögliche Ursachen für die ungleichmäßige Verteilung von Reichtum in der Welt. Er geht dabei auch auf rassistisch begründete Theorien ein und widerlegt diese schlüssig. Interessant ist auch die Tatsache, wie wenig Pflanzen und Tierarten für eine Domestikation geeignet sind und damit nur ganz wenige Regionen in der Welt überhaupt in Frage kamen für erste Entwicklungen in der Landwirtschaft. Die Verbreitung dieser "Landwirtschaftsideen" war abhängig von den Klimazonen und deren geografischer Lage auf den Kontinenten, was insgesamt recht schlüssig erklärt wird. Fazit: lohnenswertes Sachbuch zum Thema ungerechter Verteilung von Reichtum in der Welt und wie es dazu kam.
  2. Cover des Buches Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit (ISBN: 9783806220728)
    Badisches Landesmuseum Karlsruhe

    Vor 12000 Jahren in Anatolien. Die ältesten Monumente der Menschheit

     (3)
    Aktuelle Rezension von: wolfschwerdt
    Viele der im Begleitbuch zur Ausstellung „Vor 12000 Jahren in Anatolien – Die ältesten Monumente der Menschheit“ dargestellten Ausgrabungsorte sind in der Fachwelt naturgemäß nicht mehr ganz neu, immerhin wird in der Region, die inzwischen als Wiege der vorderasiatisch- europäischen Kultur erkannt worden ist, bereits seit rund 50 Jahren gegraben. Dem Leser allerdings eröffnet sich allein aufgrund der Zahl der bis heute neu entdeckten uralten Siedlungen im sogenannten fruchtbaren Halbmond Vorderasiens im Allgemeinen und im sogenannten Goldenen Dreieck dieser Region im Besonderen eine ganz neue historische Welt. Im Vergleich zu den neolithischen Großsiedlungen Anatoliens wie beispielsweise das gut 8000 Jahre alte Catal Höyük, sind die sogenannten ersten Zivilisationen Mesopotamiens mit rund 6000 Jahren recht jung. Selbst auf Ägyptens Pyramiden können die bis zu 12000 Jahre alten anatolischen Monumentalbauten nach dem Muster der gewaltigen Tempelanlagen von Göbekli Tepe historisch gesehen noch gelassen herabschauen. Aber nicht das Alter der ältesten Monumente der Menschheit an sich ist das Aufregende an der Geschichte, die auch die Fachleute bis heute erst ansatzweise verstanden haben. Es sind vielmehr die neuen Erkenntnisse, die sich immer mehr zu einer völligen Neubewertung des Prozesses der Sesshaftwerdung des Menschen und der Ausbreitung und des Charakters der neolithischen Revolution verdichten. Mit dem Buch „die ältesten Monumente der Menschheit“ erhält der Leser eine umfassende Übersicht über 50 Jahre Grabungen und Entdeckungen in Anatolien, über die Interpretation der Funde, deren Diskussionen in der Fachwelt und nicht zuletzt über die Konsequenzen für die traditionellen kulturgeschichtlichen Sichtweisen. Galten für das Neolithikum noch vor wenigen Jahrzehnten recht klar umrissene Kriterien, wie Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht und daraus resultierend Keramik und Kultstätten, so zeichnen die Autoren des Buches vor „12.000 Jahren in Anatolien“ ein ganz anderes Bild. Da findet man plötzlich das akeramische Neolithikum, das Pre-Pottery-Neolithic, also das vorkeramische Neolithikum A und B, was bedeutet, dass es sesshafte jungsteinzeitliche Gesellschaften gab, die eben kein oder noch kein keramisches Handwerk entwickelt hatten. Da stellt sich heraus, dass die gewaltige Kultanlage Göbekli Tepe, die noch immer nicht vollständig ausgegraben ist und deren Artefakte noch ganz am Anfang ihrer Interpretation und ihres Verständnisses stehen, von einer neolithischen Jäger- und Sammlerkultur errichtet worden war. Und man erfährt in dem Ausstellungsband „die Ältesten Monumente der Menschheit“, dass bereits vor rund 12.000 Jahren zwar noch keine Schrift, aber bereits eine Art Bildersprache entwickelt worden war. Die erste sensationelle Entdeckung, das seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ergrabene rund 8000 Jahre alte Catal Höyük und die seit den achtziger Jahren ergrabene einzigartige Tempelanlage Göbekli Tepe bilden die inhaltlichen Eckpfeiler des Ausstellungsbandes, dessen inhaltlicher Umfang an dieser Stelle nicht einmal annähernd beschrieben werden kann. Immerhin stellt „die ältesten Monumente der Menschheit“ eine für Laien und Fachleute gleichermaßen einzigartige Zusammenfassung wohl so ziemlich aller bislang vorhandener Erkenntnisse zur Neolithischen Revolution und deren Ausbreitung von Anatolien über den Mittelmeerraum, den Balkan bis nach Westeuropa dar. Faszinierend auch, wie sich nun durch die fundbezogene Neubewertung des Prozesses der neolithischen Revolution anstelle der bislang registrierten scheinbaren kulturellen Einheitlichkeit der neolithischen Gesellschaften eine erstaunliche regionale Differenzierung erkennen lässt. Das Buch “vor 12.000 Jahren in Anatolien” lässt kaum einen Aspekt zum Thema aus. So geht es nicht nur um die Darstellung der Funde, Fundorte, zeitlichen und kulturellen Zusammenhänge, um Wandmalereien und Totenkult sondern auch um den Naturraum in Anatolien und dem Zusammenspiel von Klima, Umwelt und Ressourcen, um Kleinkunst und Großplastik, um Obsidian und frühe Kupferverarbeitung, Korbfechterei und natürlich Keramikproduktion. 400 Seiten darf sich der interessierte Leser von „vor 12.000 Jahren in Anatolien“ einverleiben, nur nicht zu schnell. Die Texte sind nicht immer ganz einfach zu lesen, gelegentlich ähneln sie eher einer archäologischen Dokumentation denn einer populärwissenschaftlichen Publikation. Und natürlich ist auch für den in diesem Bereich vorgebildeten Laien wirklich vieles neu, muss man doch ab und zu sein altes Wissen über den Haufen werfen. Das dürfte aber auch dem einen oder anderen Wissenschaftler so ergehen. Dafür aber ist das Buch mit hervorragenden und anschaulichen Fotos und vor allem mit Tabellen, Grafiken und Landkarten ausgestattet, die die Orientierung ein wenig erleichtern. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das jeweils aktuelle Kapitel immer wieder von Seiten, die einen der vielen Ausgrabungsorte der gerade behandelten Region vorstellen, unterbrochen wird, dann beginnt man zu begreifen, warum die Ausstellungs- und Buchmacher so stolz von einem exklusiven und einzigartigen Werk sprechen.
  3. Cover des Buches So lebten wir früher. 2000 Jahre Alltags- und Kulturgeschichte im Überblick (ISBN: 9783866474567)
  4. Cover des Buches Die Mühlen der Zivilisation: Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten (ISBN: 9783518587294)
  5. Cover des Buches Warum die Menschen sesshaft wurden (ISBN: 9783596179329)
    Josef H. Reichholf

    Warum die Menschen sesshaft wurden

     (4)
    Aktuelle Rezension von: sturlu
    Der Anbau der Wildformen unserer heutigen Getreidesorten ist so unergiebig, dass sich dieser Aufwand für unsere Vorfahren nicht gelohnt hätte: Sie hätten dafür mehr Energie investieren müssen, als die Ernte enthalten hätte. Aber die Züchtung von ergiebigeren, leichter verwertbaren Sorten benötigt viele Generationen. Es stellt sich also die Frage: Wie konnte sich der Ackerbau durchsetzen gegenüber dem bis dahin erfolgreich praktizierten Hirtennomadentum? Dieser Frage geht der Evolutionsbiologe und Zoologe Reichholf in seinem jüngsten Buch nach. Die Antwort darauf hätte eigentlich kein Buch benötigt, man könnte sie wahrscheinlich auch auf zehn Seiten skizzieren. Es würde einem dann aber ein höchst interessanter und spannender Streifzug durch unsere Vor- Früh- und Geschichte entgehen, den der Autor nutzt, um historische und prähistorische (Entwicklung des aufrechten Ganges und des Gehirns) Parallelen zu seiner These zu ziehen. Diese Ausflüge sind stellenweise fast schon weitschweifig (nach der Lektüre des Buches weiß man beispielsweise, woher die Legende der Einhörner wahrscheinlich stammt), aber nie langweilig. Wenn man nörgeln will, hätte dem Buch stilistisch ein beherzteres Lektorat gutgetan. Wissenschaftler stehen im Ruf, oft unnötig verschachtelte Bandwurmsätze zu bauen. Reichholf schlägt, wahrscheinlich im Versuch dies zu vermeiden, mancherorts ins andere Extrem um und füllt Seiten nur mit kurzen Hauptsätzen. Das Einfügen von Absätzen zur Strukturierung des Textes ist ihm dagegen offenbar fremd oder zuwider, er kommt seitenweise ohne aus. Aber diese Oberflächlichkeiten vermochten meinen Lesegenuss und Erkenntnisgewinn nicht zu mindern.

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