Bücher mit dem Tag "neurologie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "neurologie" gekennzeichnet haben.

110 Bücher

  1. Cover des Buches Das Kind (ISBN: 9783426512173)
    Sebastian Fitzek

    Das Kind

     (2.358)
    Aktuelle Rezension von: Fili_S

    Inhalt

    Aufgrund des Klappentextes bin ich davon ausgegangen, dass durch ein Kind alte Morde aufgeklärt werden, auf schaurige Weise, wie man es von Fitzek kennt. Natürlich werden Erwartungen nicht immer erfüllt, jedoch ging es hier später nicht mehr wirklich um besagten Jungen, sondern viel mehr um ein anderes Kind.

    Also ein wenig weg vom eigentlichen Thema. 


    Spannung 

    Um ehrlich zu sein hat mir die Spannung ab und an wirklich gefehlt. Manchmal dachte ich, man hätte mehr draus machen können. Andererseits sind auch Spannungen auf anderer Art vorhanden. Also so ein Misch aus perfekt und geht so. Schwer zu beschreiben. 


    Allgemein 

    An sich ein recht gutes Buch, dem es jedoch hier und da an Spannung fehlt. Es ist nicht die Qualität, die man von Fitzek gewöhnt ist und inhaltlich weicht es schnell von den Erwartungen, ausgehend vom Klappentext, ab. Dennoch eine solide Basis und eine Geschichte, die es Wert ist, gelesen zu werden. Trifft halt auch meinen persönlichen Geschmack nicht unbedingt. 

  2. Cover des Buches Splitter (ISBN: 9783426503720)
    Sebastian Fitzek

    Splitter

     (2.226)
    Aktuelle Rezension von: Sharon

    Bei dieser Geschichte habe ich etwas gebraucht um davon gefesselt zu sein. in dieser Storie geht es um Marc der sein Gedächtnis löschen will, da er etwas schlimmes getan hat und dieses sein Leben beeinflusst , da er mit den Schuldgefühlen nicht mehr zurecht kommt. In einer Zeitung liest er dann von einer Klinik, die die schlimmsten Ereignisse aus einem Kopf löschen könnte, genau das was Marc will und sich wünscht, endlich wieder leben. Doch was alles auf ihn zukommt und was wirklich alles geschah, das wusste er natürlich nicht. Und dann kommt noch sein Bruder ins Spiel, der gerade erst aus einer Psychiatrie entlassen wurden ist.
    Die Geschichte ist sehr spannend und man will die ganze Zeit wissen was die Auflösung ist, die hinter allem steckt und was wirklich dort vorgeht. Auch das Ende ist wieder faszinierend und auch wieder etwas ganz neues.

  3. Cover des Buches Der Trakt (ISBN: 9783596512454)
    Arno Strobel

    Der Trakt

     (809)
    Aktuelle Rezension von: FrauMliest

    Inhalt (übernommen):
    'Und wer bist du wirklich?'
    Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?


    Meine Meinung:
    Arno Strobel packt mich wieder mit seinem Schreibstil!
    Schnelles Tempo, schnörkelloser und fokussierter Schreibstil, kompakte Kapitel - ein Thriller auf den Punkt gebracht!

    Ich mag es, dass Arno Strobel den Leser gleich und ohne viel Tamtam ins Geschehen wirft, das verleiht gleich von Seite 1 an die nötige Spannung.

    Die Protagonisten wirken authentisch, sie sind greifbar und punktgenau ausgearbeitet. Als Leser erhalte ich alle Informationen, die den Charakter rund wirken lassen, nicht mehr und nicht weniger und das trifft es für mein Empfinden ganz genau.
    Die Vielschichtigkeit der Charakter; das Nebulöse - Wer ist gut und wer ist böse? Diese zentrale Frage begleitet mich durch das ganze Buch hindurch bis zum Schluss und trägt diesen Thriller für mich entscheidend mit.

    Die Thematik konnte mich begeistern und auch der Sci-Fi-Anteil hat mich nicht, wie zuerst vermutet, abgeschreckt, da diese Elemente gut verwoben waren.

  4. Cover des Buches Mängelexemplar (ISBN: 9783596511891)
    Sarah Kuttner

    Mängelexemplar

     (1.199)
    Aktuelle Rezension von: Hexenlady70

    Leseeindruck zu

    Mängelexemplar von Sarah Kuttner


    Ich habe gerade das Buch welches in der ich Perspektive geschrieben ist beendet. 

    Ich sortiere gerade noch meine Gefühle und Gedanken. 


    Erstmal vorweg, das Buch ist in seinem sehr flapsigen Schreibstil geschrieben. Voll gepackt mit ganz viel Selbstironie und etwas Situationskomik.


    Ich mochte das Buch sehr. Ganz viel von mir spiegelt sich in diesem Buch wieder. Ganz viele Gefühle und Emotionen sind mir nicht unbekannt. Es wird quasi Karo durch die Erkrankung begleitet. Und da ich selber betroffene bin kann ich sagen das das Buch sehr authentisch ist.

    Ich denke dieses Buch spiegelt die Komplexität einer Depression sehr gut wieder. 

    Jemanden der bisher noch keine Erfahrung mit der Thematik hatte, kann mit dem Buch vielleicht im Ansatz verstehen was in einem Menschen mit Depressionen vorgeht. Wer zum Beispiel Angehörige hat die erkrankt sind, dafür finde ich es einen tollen Roman. 


    Ich gebe dem Buch volle 5 von 5 Sternen und würde mir wünschen das noch ganz viele Menschen dieses wie ich finde sehr besondere Buch lesen.


    Klapptext:

    Die Psyche ist so viel komplizierter als eine schöne glatte Fraktur des Schädels.«

    Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch und liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Als auch die cleversten Selbsttäuschungen nicht mehr helfen, tritt sie verzweifelt und mit wütendem Humor ihrer Depression entgegen.

    Dem Wahnwitz unserer Gegenwart gibt Sarah Kuttner eine Stimme. Lustig und tieftraurig, radikal und leidenschaftlich erzählt sie von der Verlorenheit, die manches Leben heute aushalten muss.

  5. Cover des Buches Ich. Darf. Nicht. Schlafen. (ISBN: 9783596512881)
    S.J. Watson

    Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

     (1.626)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: Christine wacht morgens auf und weiß nicht, wo sie ist oder wie alt sie ist. Die Erinnerungen an die letzten Jahre sind einfach weg. Der Mann neben ihr erklärt, dass er ihr Mann Ben sei und sie an einer Amnesie leide. Fotos am Spiegel im Badezimmer zeigen sie beide als glückliches Paar. Sie muss ihm schließlich glauben, weil sie keine andere Wahl hat. Das Problem ist nur, dass sie jeden Morgen mit einer Schwärze in ihrem Gedächtnis aufwacht, weil alle Erinnerungen gelöscht werden, während sie schläft. Doch dann fängt sie an, sich selber zu helfen und ein Tagebuch zu schreiben. Und sie fragt sich, ob sie Ben wirklich vertrauen kann…

    Meine Meinung: Das Buch hat mich wirklich zutiefst erschüttert bei der Vorstellung, ich wäre Christine! Wie schlimm muss das bitte sein, wenn man sich aufgrund fehlender Erinnerungen voll auf jemanden anderen verlassen muss? Man ist ja gezwungen, alles als Wahrheit hinzunehmen. Christine ist so oft verunsichert, weil mit der Krankheit auch Nebenwirkungen wie das Phantasieren von eigenen Geschichten mit einhergeht. Sie kann sich ja selber nicht trauen. Hilfe bekommt sie dann von ihrem Psychiater Dr. Nash, der sie auch jeden Tag an ihr Tagebuch erinnert. Aber mit welcher Intention handelt er? Kann sie ihm auch voll vertrauen? Ich fand diese psychologische Spannung unglaublich fesselnd und habe das Buch in zwei Tagen regelrecht verschlungen! Meine Empathie für Christine war grenzenlos und ich wünsche niemandem solch eine Situation!

    Der Schreibstil des Autors liest sich sehr flüssig. Wir lesen Christines Geschichte aus ihrer Sicht und ihre Tagebucheinträge sind immer zwischendurch mit eingebaut. Das Ende hat sich zwar abgezeichnet, aber war wirklich unglaublich und sehr spannend!

    Mein Fazit: Hier kann ich nur die volle Punktzahl vergeben, denn das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen. Ich habe mit Christine mitgefiebert und mitgelitten und das macht das Buch für mich zu einem absoluten Psychothriller-Highlight!  

  6. Cover des Buches Thalamus (ISBN: 9783743206861)
    Ursula Poznanski

    Thalamus

     (658)
    Aktuelle Rezension von: Buch-und-Tee

    Der Anfang von Thalamus ist vielversprechend. Den siebzehnjährigen Timo verschlägt es ungewollt in einen sehr düsteren Abschnitt seines Lebens, als er Opfer eines schweren Rollerunfalls wird und sich daraufhin in einer Rehaklinik wiederfindet, in der er sich nur sehr schwer wohlfühlen kann. 

    Er kann nicht reden und nicht wirklich gut laufen, jedenfalls nicht immer... Nachts scheinen seine Probleme wie weggefegt. Nur leider geht das nicht nur ihm so, sondern auch seinem heimtückischen Zimmergenossen der mehr als nur Unbehagen bei Timo auslöst. 


    Das Buch war der Hammer. Anders kann ich es wirklich nicht beschreiben. Der Hauptprotagonist wurde sich wahrlich sorgsam ausgedacht und auch seine neuen Mitmenschen um die es geht lassen den Leser was Vielseitigkeit, Humor und Hintergrundgeschichte anbelangen nicht im Stich. 

    Es macht mehr als nur Spaß sich die gut überlegte und prächtig ausgeschmückte Szenerie vorzustellen und jeden einzelnen Protagonisten kennenzulernen. 

    Neben Mitgefühl für deren Schicksale erfassen einen auch Trauer, Wut und Hoffnung beim Lesen. Natürlich und typisch für Poznanski kommt auch die Spannung in diesem Jugendroman wiedermal nicht zu kurz.

    Dennoch nimmt das Buch inmitten des Geschehens eine unerwartet Sci-Fi artige Wendung die auf jeden Fall Gewöhnung und Akzeptanz seitens des Lesers bedarf. 

    Für mich kam diese Wendung mehr als unerwartet, was das Buch an sich ein stückweit besser, aber die Thematik des Umschwungs umso absurder machte, da man wenig Zeit hatte sich darauf einzustellen. 

    Nichtsdestotrotz bleibt das Buch spannend bis zum Schluss und sorgt für heftiges Fingernägelkauen gefolgt von leichter Gesichtsakrobatik welche immer einsetzt, wenn man sich an einer der vielen spannenden Stellen des Buches befindet.


    Alles in einem empfehle ich das Buch wärmstens weiter, es ist ein wirklich starkes Buch und auch wenn Poznanski schon deutlich bessere Bücher geschrieben hat, so ist dieses hier keines falls zu vernachlässigen!

  7. Cover des Buches Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat (ISBN: 9783734100987)
    Gavin Extence

    Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

     (512)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Roman über das unerhörte Leben des Alex Woods sehr stark an die Literaturverfilmung von Forrest Gump erinnert. Eigentlich fängt die Geschichte ganz sympathisch an, doch leider ist sie viel zu lang und meines Erachtens auch ein wenig zu nachgeahmt. Zwar ist der eher introvertierte, kluge Alex ein Junge, den man schnell ins Herz schliesst und die Idee des Meteoriten-Einschlags fand ich sehr originell, doch die Handlung verliert zu schnell an Spannung und die phantasievollen Einfälle flachen immer mehr ab.

    Ich habe das Buch nicht ungern gelesen, jedoch bleibt wenig hängen und man vergisst die etwas über-konstruierte Geschichte schnell wieder.

  8. Cover des Buches Thalamus (ISBN: 9783844530919)
    Ursula Poznanski

    Thalamus

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Riuna

    Ich muss sagen, ich hab mir dieses Hörbüch quasi 'zufällig' gekauft. Autorin gesehen (ich lese viel Poznanski), das Cover hat gefallen, zack, gekauft. Erst danach habe ich gelesen, dass es um einen Jugendlichen geht, der Im Koma lag, ein HST hat und nicht mehr richtig sprechen kann, ja der zunächst nicht mal mehr alleine essen und trinken kann. Niemals hätte ich mir das in den Warenkorb. 

    Doch die Geschichte ist anders als erwartet. Kein Gebade in Tränen und Selbstmitgleid, kein 'Die-Welt-ist-so-schlimm-Gefühl' beim Lesen. Das Buch war überraschend gut, insgesamt sehr spannend und einfach anders als gedacht. Den verletzten Timo habe ich wider Erwarten sehr gerne begleitet! 😃

    Die Geschichte hat einen tollen roten Faden und nimmt den Leser Stück für Stück mit. 

    Einziges Kritik besteht darin, dass in der Mitte eher lange wenig passiert ist und am Schluss dann dafür alles ganz schnell ging. Auch war die Auslösung irgendwann quasi schon klar. 

    Insgesamt gebe ich der Geschichte 4 Sterne, dem Sprecher, welcher den sprachblockierten Timo gesprochen hat sogar 4-5. Macht gesamt 4 ⭐⭐⭐⭐, Tendenz nach oben, sowie eine klare Lese- bzw. Hörempfehlung für alle, die einfach mal etwas Neues erleben wollen, das sie noch nicht kennen. 😉

  9. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (ISBN: 9783442713974)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

     (526)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    Nachdem mir "Kafka am Strand" gut gefallen hatte, wollte ich mich nun eigentlich an "1Q84" wagen, aber ein Freund empfahl mir, zuvor unbedingt "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" zu lesen, es sei quasi ein Schlüsselroman Murakamis, mit dem sich folgende Werke viel besser verstehen lassen würden.

    Anfangs konnte mich das Buch auch durchaus begeistern. Die Geschichte spielt in zwei Ebenen, gleichzeitig, aber räumlich getrennt. Der Plot ist hochkomplex und fordert die ganze Aufmerksamkeit des Lesers, vor allem, wenn es um die geschilderten Hirnmanipulationen und Datenverschlüsselungen geht. Aber Murakami schreibt unterhaltsam und durchaus witzig. Leider geht im weiteren Verlauf die Spannung verloren, die Schilderung der unterirdischen Flucht des Protagonisten dehnt sich über mehrere Kapitel, ohne dass es die Geschichte wirklich voran bringt. Schade auch, dass kaum zu merken ist, dass Murakami ein japanischer Autor ist. Außer dass "Hard-boiled Wonderland" im futuristischen Tokio spielt, sind kaum japanische Anklänge im Roman zu finden, dafür mehr als genug Zitate der europäischen und amerikanischen Kultur, von Bachs Brandenburger Konzerten über die Popgruppe Duran Duran bis zu Hollywoodfilmen. Desweiteren sind zahlreiche sexuelle Abenteuer des Protagonisten eingestreut. Nichts gegen (guten) Sex, aber was es in diesem Plot damit auf sich hat, erschließt sich mir leider nicht. 

    Murakami hat sich große Themen vorgeknöpft: Wie manipulierbar sind wir, was macht unsere Seele aus, wie wertvoll sind unsere Erinnerungen, welchen Preis sind wir bereit, für die Unsterblichkeit zu zahlen? Aber der Roman schafft es nicht, mich wirklich zu fesseln, im Gegenteil, zum Schluss kam ich mir vor wie in einer Mischung aus drögem Märchen für Erwachsene und der Beschreibung eines online-Fantasy-Spiels. Überladen mit Symbolik, seltsam distanzierte Dialoge, einfach nicht mein Ding.

  10. Cover des Buches Im Leben bleiben (ISBN: 9783710900310)
    Paul van Dyk

    Im Leben bleiben

     (31)
    Aktuelle Rezension von: catyes73

    Im Leben bleiben ist ein Buch, das Mut machen soll.
    Nach einem sehr schweren Unfall hat Paul van Dyk mehr als nur den Willen, wieder zurück in SEIN Leben wollen.
    Für sich, für seine Liebsten, vor allem aber für seine Musik.
    Musik ist für ihn nicht Allheilmittel, aber die Musik ist es, die ihn, neben seiner Margarita zurück ins Leben bringt.
    Einfühlsam wird zwischen seinem und ihrem Part gewechselt. Die Angst, die Hoffnung und schließlich das Zurückkehren auf die Bühne.
    Ein Buch, das Mut macht, wirklich nie die Hoffnung aufzugeben.

  11. Cover des Buches Der Seelenbrecher (ISBN: 9783785737002)
    Sebastian Fitzek

    Der Seelenbrecher

     (195)
    Aktuelle Rezension von: Nina_Nins

    Ich habe vor einiger Zeit den "Seelenbrecher" als Buch begonnen, jedoch nie fertig gelesen. Jetzt wollte ich diesem Thriller noch eine zweite Chance geben, und entschied mich für das Hörbuch.

    Der Anfang hat mich wirklich gefesselt: Eine Gruppe Studenten nimmt an einer Studie Teil, Aufgabe ist es, ein Protokoll von einem Fall zu lesen und im Anschluss zu diskutieren.
    Der Hörer taucht dann sofort in die Geschichte ein, die in einer Psychiatrie spielt und in der es zu mysteriösen Ereignissen kommt. Dann wird klar, dass der berüchtigte Seelenbrecher hier sein Unwesen treibt. Um sich zu schützen, entscheidet die Klinikleitung, die Sicherheitsmechanismen zu aktivieren: niemand kann die Klinik jetzt noch betreten oder verlassen, doch dann wird klar, dass der Seelenbrecher ebenfalls eingeschlossen wurde. Ein Entkommen scheint unmöglich.

    Dieser Thriller ist typisch Fitzek: sehr verworren, es gibt einige Wendungen und der Autor bleibt seinem eigensinnigen Stil treu. Von der Idee her hat es mit sehr gut gefallen, es ist ein Plot, der mich eigentlich sehr anspricht. Aber von der Umsetzung her konnte die Geschichte mich nicht vollständig abholen. Vielleicht lag es daran, dass die Charaktere für mich nicht so greifbar waren, wir ich mir das gewünscht hätte. Sie treten sehr schnell hintereinander auf, sind irgendwie präsent aber nicht so tiefgründig.
    Die Spannung wir an einigen Stellen spürbar aufgebaut, ebbt aber leider auch schnell wieder ab.
    Mir hat es gefallen, aber es ist ein durchschnittlicher Thriller, der es leider nicht geschafft hat, mich komplett zu überzeugen. Fitzek-Fans werden aber bestimmt auf ihre Kosten kommen.

    Simon Jäger hat mir als Sprecher gut gefallen, das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt für das Hörbuch.

  12. Cover des Buches Klassentreffen (ISBN: 9783453722514)
    Simone van der Vlugt

    Klassentreffen

     (366)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Es ist der erste Roman den ich von Simone van der Vlugt gelesen habe und wird garantiert nicht der letzte sein. Auch den historischen Roman den diese Autorin geschrieben hat möchte ich unbedingt lesen. 

    Der Schreibstil von Simone van der Vlugt gefiel mir sehr sehr gut und die Geschichte konnte mich gleich fesseln. Sabine mochte ich gleich und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Sie hatte es wirklich nicht leicht in der Schule und auf der Arbeit. Durch das Mobbing erlitt sie einen Burn-Out und Depressionen. Wirklich sehr traurig. Die Geschichte war sehr interessant und ich habe sie sehr gerne gelesen. Das Ende war für mich nicht voraussehbar. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Leser, die es eher unblutig und ruhiger mögen. Ein Stern Abzug gibt es wegen dem Ende. Ich hätte es mir anders gewünscht. 


  13. Cover des Buches Du bist das Placebo (ISBN: 9783867282635)
    Joe Dispenza

    Du bist das Placebo

     (16)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches The Brain (ISBN: 9783570552889)
    David Eagleman

    The Brain

     (20)
    Aktuelle Rezension von: djojo

    In unserem Kopf haust ein beeindruckendes Organ: unser Gehirn. Ein Rechenapparat mit extremer Speicher-Kapazität und unglaublich hoher Rechenleistung lässt uns leben, handeln und sein. Dabei ist – trotz erfolgreicher Hirnforschung – über dieses Wunderwerk so manches noch gar nicht bekannt.

    Die Entwicklung des Gehirns vom Kleinkind bis zum Erwachsenen lässt sich in verschiedenen Etappen beschreiben. Betrachtet man die Netzwerkstrukturen im Gehirn, so kann man inzwischen relativ genau sagen in welchem Alter welche Strukturen ausgebildet, verfeinert oder erweitert werden und welche möglicherweise sogar wieder kleiner werden. Die Strukturen unseres Denkapparates wachsen mit ihren Herausforderungen und unterschiedliche Areale des Gehirns haben ganz unterschiedliche Auswirkungen auf unser Befinden, unsere Gedanken und unsere Leistung.

    Neben den neurologischen Grundlagen wird in weiteren Kapiteln auch erläutert, wie das Gehirn zu Entscheidungen kommt, was moderne Therapieformen wie Neurofeedback oder Transkraniale Magnetfeld-Stimulation für Effekte haben können und wie heute und in Zukunft Krankheitsbilder adressiert werden können.

    „Wie in einer Stadt operiert auch in unserem Gehirn kein Viertel für sich allein. In Gehirnen wie in Städten entsteht alles aus den Interaktionen der Bewohner. Genau wie Züge Rohstoffe in die Stadt bringen, die von der Wirtschafte verarbeitet werden, werden im Gehirn elektrochemische Sinnesdaten durch die Leiterbahnen der Nervenzellen transportiert und zu unserer bewussten Wirklichkeit verarbeitet.“ (S. 59)

    David Eagleman beschreibt in sechs Kapiteln in einfacher, für Laien verständlicher Sprache, was es mit diesem beeindruckenden Organ namens Gehirn auf sich hat. Dank des fundierten Wissens des Autors, welcher an der Stanford University forscht, enthält das Buch qualitativ hochwertiges Wissen und verhältnismäßig wenig Annahmen und Vermutungen.

    Das Buch ist ein idealer Einstieg in die Materie ohne einen zu strengen Fokus auf einzelne Elemente, Forschungsgebiete oder Krankheiten. Gleichzeitig ist es David Eagleman gelungen anhand bekannter und unbekannter medizinischer Beispiele aus der Vergangenheit spannende Elemente zu verarbeiten, die einem die Grenzen und Möglichkeiten der Gehirnforschung bildlich sehr gut vor Augen führen.

    Der Autor möchte auch zum Nachdenken über das eigene (Bewusst-)Sein anregen. David Eagleman bezieht sich deshalb immer wieder auf Alltags-Situationen und kognitive Fähigkeiten, die man selbst gut nachvollziehen bzw. erleben kann. Man lernt sich selbst dadurch besser kennen. Gleichzeitig darf man sich selbst aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten, was zu vielen interessanten, wertvollen Eindrücken führt.

  15. Cover des Buches Der große Wahn (ISBN: 9783866482586)
    Sebastian Faulks

    Der große Wahn

     (14)
    Aktuelle Rezension von: abetterway
    Inhalt:
    "Seit jeher hat er anderen auf die Sprünge geholfen, doch selten sich selbst. Alles ändert sich, als eine rätselhafte Einladung den Londoner Psychiater Robert Hendricks auf eine felsige Insel vor der französischen Mittelmeerküste
    führt – und damit zugleich in das bisher unerforschte Terrain seiner Erinnerung: an seine vaterlose Kindheit in England, an Verletzungen aus den Kriegsjahren, vor allem aber an seine einzige große Liebe, die Italienerin »L«.
    Sie wurden ein Paar, das der Krieg zusammenführte und auseinanderriss.
    Wird Hendricks nun, ein halbes Leben später, den Mut aufbringen, sie wiederzusehen?
    Meisterhaft verknüpft Sebastian Faulks die Geschichte eines Mannes, der sich erst durch die Erinnerung mit seinem Leben aussöhnen kann, mit einer
    beeindruckenden Bestandsaufnahme des 20. Jahrhunderts."

    Meinung:
    Ich fand das Buch sehr schwierig zu lesen, da es Anfangs sehr schwer war... die ganze Situation war wirklich sehr erdrückend...
    Der Schreibstil wurde aber immer besser und besser. Es wurde leichter und besser verständlich.
    Die Verknüpfung zwischen den Geschichten sind sehr schön gelungen.
    Alles in allem ein sehr anspruchsvolles Buch bei welchem man mit voller Konzentration dabei sein muss.

    Fazit:
    Ein sehr schwieriges Buch!

  16. Cover des Buches Ein neues Ich (ISBN: 9783867281966)
    Joe Dispenza

    Ein neues Ich

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Michael123
    Ich habe das Buch jetzt fast fertig gelesen und finde die Ausführungen und Methoden von Dr Dispenza faszinierend.  Ich bin schon gespannt, was sich bei mir in nächster Zeit alles verändern wird. Das Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben und es braucht schon konzentriertes Lesen, also kein Buch, das man vor dem Einschlafen im Bett lesen sollte. Manche Kapitel muss man auch 2x lesen, damit man den Inhalt richtig erfasst. Aber ich finde, die Mühe ist es wert.
  17. Cover des Buches Digitale Demenz (ISBN: 9783426276037)
    Manfred Spitzer

    Digitale Demenz

     (44)
    Aktuelle Rezension von: HannaHofer
    Musste es zweimal lesen - verdammte Demenz. :(
  18. Cover des Buches Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen (ISBN: 9783871739316)
    Hannah Green

    Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Nina287
    Dieser autobiographische Roman erschien im Original schon 1964 und wir begleiten hier die 16 jährige Deborah, die in zwei Welten lebt. Im Amerika der späten 1940er Jahre und in Yr. Deborah hat Schizophrenie und wird zu Beginn des Buches von ihren Eltern in eine geschlossene Psychiatrie gebracht. Hier begleiten wir Deborah in den kommenden Jahren auf ihrem Weg durch die Krankheit, hin zu einem Leben in unserer Welt. Wir erleben ihre Rückschläge und Fortschritte hautnah mit und lernen ihre Familiengeschichte kennen.

    Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen. Es ist aus der Ich-Perspektive von Deborah geschrieben und lässt sich sehr gut lesen. Ich war von Anfang an sehr mit Deborah verbunden und habe mit ihr gelitten und gehofft, auch wenn natürlich die schizophrene Gedankenwelt nicht immer nachzuvollziehen ist. Gefallen haben mir auch die Darstellungen und Charakterisierungen ihrer Eltern. Ich stelle es mir sehr belastend vor, sein Kind an eine solch andere Welt zu verlieren und das Gefühl zu haben, es überhaupt nicht mehr zu kennen. Diese Gefühle kommen auch bei Ihren Eltern sehr gut rüber und sind mehr als glaubwürdig. Teilweise, besonders gegen Ende, waren mir einige Abschnitte zu sehr in die Länge gezogen und vllt wäre die eine oder andere objektive Erklärung der Zusammenhänge zwischen Deborahs Geschichte und ihrer Erkrankung (z.B in Form der Arztberichte) gut gewesen. Ich kann mir vorstellen, dass es für Menschen, die wenig Kontakt mit Psychologie haben schwer verständlich ist. Dennoch ist es für mich ein zwar schockierender, aber absolut lesenswerter autobiographischer Roman über Schizophrenie und gibt einen sehr guten, realistischen Einblick.
  19. Cover des Buches Runas Schweigen (ISBN: 9783734106132)
    Vera Buck

    Runas Schweigen

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Paris im 19. Jahrhundert. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière Klinik, die sich vor allem mit an Hysterie erkrankten Patientinnen beschäftigt, wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen Behandlungsmethoden trotzt und die Klinik zu blamieren scheint. Der Medizinstudent Jori Hell will seine Chance ergreifen und Runa am Gehirn operieren um sie zu heilen. Was jedoch keiner weiß, ist, dass hinter Runa mehr steckt als zunächst geahnt wird. In der ganzen Stadt hat sie mysteriöse Zeichen hinterlassen, die ein wohlgehütetes Geheimnis entschlüsseln sollen.


    Ich bin ein wenig zwiegespalten, wenn es um die Beurteilung dieses Buches geht.

    Einerseits war es unglaublich gut recherchiert und dargelegt. Ich hatte wirklich das Gefühl, im einem anderen Jahrhundert zu sein, das noch von einem völlig anderen Lebensbild und Verständnis geprägt ist. Mehr als einmal war ich kurz davor durchzudrehen, weil vieles, was heutzutage so selbstverständlich ist, zu der damaligen Zeit unvorstellbar erschien und einfach abgewunken wurde. 

    Es ist so gut wie immer eine düstere Stimmung vorhanden. Man liest das Buch konstant mit dem Gefühl, eine dunkle Wolke über sich schweben zu haben. Aber ich fand, dass das durchaus zu dem Inhalt und den Geschehnissen gepasst hat. 

    Aber andererseits muss man sagen, dass der Einstieg ins Buch alles andere als einfach war. Lange Zeit ging es sehr schleppend voran, plötzlich hat es an Fahrt aufgenommen nur um kurz darauf wieder schleppend zu werden.

    Der ständige Perspektivenwechsel war zwar an sich gut, weil man so viele Seiten kennengelernt hat; der Übergang und die Verbindungen waren jedoch so abrupt und teilweise weit hergeholt das ich mich mehr als einmal gefragt habe, was das jetzt genau mit der eigentlichen Story zu tun hat.

    Auch das Ende war ein wenig enttäuschend. Meiner Meinung sind viel zu viele offene Fragen übrig geblieben und in Anbetracht dessen, wie einige Sachen im Mittelteil so gepusht wurden, hat man sie am Ende hin dann einfach kommentarlos fallen gelassen. 

    Schade eigentlich. An sich klang das Buch doch sehr spannend.


  20. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja wie viele? (ISBN: 9783442313617)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

     (647)
    Aktuelle Rezension von: Faidit

    Precht hat seine Abhandlung in drei Abschnitte eingeteilt. Den ersten Abschnitt könnte man zusammenfassen mit: Ich habe ein Gehirn, mit dem ich denke und fühle, also bin ich. Ob man seine Persönlichkeit nur auf diese graue Masse beschränken will, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil sehe das nicht so. Aber es scheint, dass die Philosophie die Beantwortung der großen Fragen eines jeden sinnierenden Menschen ohnehin nicht endgültig beantwortet, sondern nur Anreize gibt, wie auch Precht in seinem Buch. Der Autor packt unter diesem sinnpr“e“chtigen Titel sämtliche anerkannten Größen der Philosophie und Psychologie sowie auch der Medizin im Bereich Hirnforschung mit kurzer Darstellung ihres Lebens und ihrer persönlichen Lehre zusammen, sodass dieses Werk eher zu einem Sachbuch der Historie der Geisteswissenschaften wird. Das Buch hat sich zur Mitte hin, als der Autor auch aktuelle Themen wie Sterbehilfe, Tierversuche usw. angepackt hat, sehr gesteigert, ist zum Ende hin aber leider wieder abgeflacht. Precht verpackt wissenschaftliche Inhalte höchst unterhaltsam. Da gibt es dann schon mal den einen oder anderen Lacher. Leider konnte ich von ihm keine persönlichen Einsichten, keine eigene philosophische Meinung zu den Fragen des Lebens finden, die er zumindest gegen Ende hätte äußern können, damit das Ganze nicht nur vergangene Größen aufzählt. Immer wieder kommt Precht auf die Hirnfunktionen des Menschen zu sprechen, von einer Seele und Geist wird kaum etwas erwähnt bzw. erwogen, dass der Mensch mit mehr denken und fühlen könnte als mit vergammelndem Fleisch. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann scheinbar überhaupt nicht beantwortet werden und wird darum zur sinnlosen Frage degradiert, die lt. Nietzsche und Freud nur stellen könne, wer eine körperliche oder geistige Schwäche habe. Das hat mich doch schon sehr verärgert, denn ich sehe den Sinn des Lebens eindeutig darin, Liebe zu geben und anzunehmen und Hass und Angst deshalb immer weiter aus unserem Leben „abzutrainieren“. Da kommt dann schon die nächste Frage auf, die der Autor ebenfalls nur körperbezogen beantwortet: Was ist Liebe wirklich? 

    Ist „ich denke, also bin ich“, die Antwort, die uns befriedigt? Wohl eher nicht, sonst würden wir nicht weitersuchen. Tatsächlich regiert unser vielgerühmter Verstand unser Leben nämlich nicht. Denn selbst nach Tausenden von Jahren funktioniert dieses Konzept ja noch immer nicht und die Menschen lernen aus ihren Fehlern nicht dazu.

    Die Frage im Buchtitel des Autors würde ich persönlich mit „Alles“ beantworten. Weshalb? Darüber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Doch da unser ICH nicht zu erfassen in der Lage ist, ist es wichtig zu wissen, dass man nichts weiß…

  21. Cover des Buches Der Fuchs und Dr. Shimamura (ISBN: 9783937834764)
    Christine Wunnicke

    Der Fuchs und Dr. Shimamura

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg in dieses Buch nicht gerade leicht fiel. Der junge Neurologe Dr. Shimamura reist 1891 in die japanische Provinz um Frauen zu untersuchen, die vom Fuchsgeist besessen sein sollen. Fuchsgeist? Besessene Frauen? Soll damit die Tollwut gemeint sein? Bevor ich weitergrübelte, recherchierte ich ein bisschen und stieß auf eine Seite der OAG, der Ostasiatischen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, die mir die besondere Beziehung der japanischen Gesellschaft zum Fuchs deutlich machte (siehe oag.jp/images/publications/oag_notizen/Notizen_Feature_Fuchs_und_Fuchsglaube_in_Japan.pdf). Danach fiel mir das Lesen deutlich leichter ;-)
    Doch ich blieb beim Recherchieren. Denn nicht nur Dr. Shimamura (wie auf der Umschlagseite vermerkt) war eine reale Person, auch alle anderen auftauchenden Figuren, denen er während seines Stipendiums in Europa begegnete, waren existent, sodass ich mir nach und nach einen umfangreichen Überblick über die Anfänge der Neurologie verschaffen konnte. Alle äußeren Merkmale wie auch öffentliche Beziehungen scheinen wahrheitsgetreu wiedergegeben worden zu sein - das Ganze dann angereichert durch die vermutlich fiktiven persönlichen Merkmale der Einzelnen und deren Verhältnis zu Dr. Shimamura.
    Diese Verflechtung von Realität und Fiktion wirkt mustergültig - als ob die Autorin als Zeitgenossin an den Geschehnissen beteiligt gewesen wäre. Wer über das reine Lesen des Buches hinaus sich ein wenig mit den darin vorkommenden Personen beschäftigt, wird vielleicht bald von der Geschichte der Neurologie und Psychoanalyse gefesselt sein (siehe beispielsweise spiegel.de/einestages/jean-marie-charcot-und-die-hysterieforschung-in-der-pariser-salpetriere-a-951005.html). Mir ist es zumindest so ergangen und so hat das Lesen dieses dünnen Büchleins wesentlich länger gedauert als gedacht ;-) Und mich nicht nur sehr gut unterhalten, sondern auch mein Wissen erweitert.
    PS: Das Buch war auf der Longlist 2015 für den Deutschen Buchpreis.
  22. Cover des Buches Was wir sind und was wir sein könnten (ISBN: 9783596188505)
    Gerald Hüther

    Was wir sind und was wir sein könnten

     (33)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    *Was wir sind und was wir sein könnten* von Gerald Hüther hat mir als Ratgeber im Hardcover recht gut gefallen. Es war ein Bücherschrankfund, der mir sicherlich nicht ganz zufällig in die Hände gefallen ist. 

    Es geht um neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die Frage, ob wir unser Gehirn auch nach bereits eingefahrenen Strukturen und Denkmustern noch dazu anregen können sich grundlegend zu verändern. 

    Insgesamt haben mir die Schilderung und die Thematik gut gefallen. Das Buch lässt sich flüssig lesen, ist jedoch sehr theoretisch gestaltet und bietet leider kaum Beispiele. Dies führt leider auch dazu, dass ich es sodann aus der Hand gelegt habe und kaum einen Nutzen daraus ziehen kann. 

    Es informiert über Abläufe und Hintergründe, gibt jedoch kaum Spielraum zur Analyse oder Umsetzung und Anregung des eigenen Gehirns und dazu, selbst an den betreffenden Schrauben zu drehen, um grundlegende Veränderungen in unserer Denkweise herbeizuführen. 


  23. Cover des Buches Das Lazaruskind (ISBN: 9783442446780)
    Robert Mawson

    Das Lazaruskind

     (220)
    Aktuelle Rezension von: katzekatzekatze
    Ben muss den tragischen Autounfall seiner Schwester Frankie mit ansehen. Frankie liegt daraufhin rettungslos im Koma, Ben ist zutiefst traumatisiert. Da kann nur noch eine ganz besondere Spezialistin helfen...

    Zuerst möchte ich das Buch auf seine zwischenmenschliche Komponente loben. Der Autor greift wirklich feinsinnig die Tragik und die Konflikte auf, die nach so einem Unfall auftreten können, wenn ein Kind plötzlich im Koma liegt. Das kann eine Familie zerrütten und das hat der Autor hier wirklich mit aller zwischenmenschlichen Kompetenz und großem Einfühlungsvermögen dargestellt.
    Die Geschichte liest sich gut, ist weder zuviel, noch zu wenig.

    Spannend wird es dann als die Familie Kontakt zu Dr. Chase aufnimmt, die sich dem Zurückholen von Kindern aus dem Koma verschrieben hat, für die es keine Hoffnung mehr gibt. Zugegeben, ihre Methoden sind etwas sonderbar und erst gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man in eine faszinierende alternative Realität entführt, die einen total mitreißt und mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt.
  24. Cover des Buches Drachen, Doppelgänger und Dämonen (ISBN: 9783499629723)
    Oliver Sacks

    Drachen, Doppelgänger und Dämonen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Mit etwa fünf Jahren hatte ich als Nebenwirkung eines Hustensirups Halluzinationen. Ich sah verschiedene leuchtende unheimliche Tiere. Seither bin ich misstrauisch, wenn jemand sagt, er glaube nur, was er gesehen hat. Mir scheint, dies ist die entscheidende Frage der Erkenntnistheorie: Woran erkenne ich, wie weit meine Sinneseindrücke einer Wirklichkeit entsprechen?

    Deshalb scheint mir fundamental, möglichst genau zu wissen, welches Ausmass Täuschungen annehmen können. In dieser Frage sind Oliver Sacks’ Bücher eine ideale Lektüre. Im hier vorgestellten Werk, ‚Drachen, Doppelgänger und Dämonen’ schildert er eine ganze Reihe eigenartiger Halluzinationen. Wie auch in anderen Büchern geht er dabei kaum auf die neurologischen Hintergründe ein. Halluzinationen können auch bei gesunden Menschen können sporadisch auftreten, sei das durch Übermüdung, Alkohol- oder Drogeneinfluss oder im Zusammenhang mit einem Migräneanfall. Weitere Auslöser sind Höhenkrankheit, Sauerstoffmangel, Halbschlaf, Medikamente, abgesetzte Medikamente oder Drogen, Dehydrierung, grosse Trauer, Epilepsie oder Schizophrenie.

    Was der Betroffene an Halluzinationen erleben kann, sprengt die Vorstellungskraft des nicht Betroffenen. Alles, was Sie in Gruselfilmen je gesehen haben, scheint sich hier tatsächlich abzuspielen. Z. B.:

    • Eine Stimme kommandiert Sie herum.
    • Musik spielt wunderschön.
    • Beliebige Farbeffekte und Muster tauchen auf.
    • Jemand atmet direkt neben Ihnen.
    • Riesige Spinnen, Mäuse, Würmer oder anderes Ungeziefer krabbeln durchs Zimmer.
    • Die Figuren eines Films oder eines Gemäldes klettern plötzlich aus dem Fernseher oder aus dem Bild und rennen im Zimmer umher.
    • Sie schrumpfen plötzlich zum Zwerg, so dass Sie sich hinter einem Lippenstift verstecken können.
    • Sie wachsen riesenhaft gross und sehen andere Menschen winzig klein.
    • Die ganze Welt wirkt plötzlich fremd. Sie erkennen Ihre eigene Mutter nicht mehr, obwohl Sie wissen, dass diese genau so aussieht.
    • Alles wirkt plötzlich bekannt und vertraut, obwohl es neu ist. Sie sind überzeugt, alles schon einmal erlebt zu haben.
    • Der freundliche Verkäufer verwandelt sich unversehens in ein Gruselmonster und Würmer kriechen aus seinem Gesicht.
    • Im Türrahmen hängen vermodernde Leichen.
    • Sie schweben durchs Zimmer.
    • Ihre Beine oder die eines Anderen sind plötzlich verkürzt oder ungleich lang.
    • Sie sehen plötzlich alles ganz hell und klar, erleben ein überirdisches Glücksgefühl und wissen, dass Gott zu Ihnen spricht.
    • Sie lesen ein Buch und lesen da Dinge, an die Sie sich später erinnern, aber nie mehr finden können.
    • Ein Alltagsgegenstand vervielfältigt sich und steht in mehreren Kopien vor Ihnen.
    • Eine Person geht in gleichen Zeitabständen auf genau die gleiche Weise immer wieder an Ihnen vorbei.

    Viele dieser Erlebnisse werden problemlos als Halluzination erkannt, andere erscheinen völlig real. Welche real erscheinen und welche nicht, ist kaum davon abhängig, wie verrückt die Erlebnisse sind. Jeder gesunde Menschenverstand und jede Logik, was möglich ist und was nicht, kann ausgeschaltet werden. Denn gesunder Menschenverstand und Logik, die schliesslich vom Gehirn produziert werden, können natürlich auch durch eine Gehirnstörung ausser Kraft gesetzt werden. Das Beispiel des Anton-Syndroms mag dies erleuchten: Patienten mit dem Antonsyndrom sind völlig blind, bemerken dies aber nicht. Werden sie aufgefordert, ein Zimmer zu beschreiben, kommen sie dieser Aufforderung nach und erzählen voller Überzeugung viele Details über das Zimmer. Allein, das Zimmer sieht völlig anders aus. Wenn sie im Zimmer umher gehen und dabei gegen Möbel stossen, fällt ihnen keineswegs auf, dass sie diese ja gar nicht sehen, sondern sie erklären z. B., die Möbel seien verschoben worden. Ansonsten sind Anton-Patienten aber voll zurechnungsfähig.

    Da erhebt sich doch die Frage, ob wir nicht alle –oder auch nur ich?- auf ähnliche Weise grosse Teile der Welt nicht wahrnehmen, ohne es überhaupt zu bemerken. Was können wir tun, um diese Gefahr zu minimieren? – Das scheinen mir die bedeutsamen Fragen der Erkenntnistheorie. Es erstaunt mich immer wieder, wenn ich Leute treffe, die sich ‚Erkenntnistheoretiker’ nennen, dann aber feststelle, dass sie nur gerade Kant gelesen, aber nie über derartige Fragen nachgedacht haben.

    Wer sich dafür interessieren, wie Wissen begründet werden kann, findet bei Oliver Sacks einige Warnlampen, die er beachten sollte. Wer eine Theorie des menschlichen Bewusstseins oder der Seele begründen will, findet einige unerwartete Phänomene, die durch so eine Theorie erklärt werden sollten. Wer aus eigener Erfahrung oder aus ihrem Umfeld ähnliche Phänomene kennt, findet Leidensgenossen und Verständnis. Wer gesund ist, aber sich auf mögliche zukünftige Halluzinationen vorbereiten will, findet Anschauungsmaterial. Falls Sie morgen beim Aufwachen feststellen, dass sie von einer Riesenschlange umschlungen werden, schlafen Sie getrost noch eine Runde. Sofern Sie in Deutschland und nicht in der Nähe eines Zoos wohnen, haben Sie gute Chancen, dass dies reine Einbildung ist. Und sonst ist’s eh zu spät.

    Hier habe ich einige der Halluzinationen in Kurzfassung zusammen gefasst:
    https://fragen-raetsel-mysterien.ch/experimente-und-fakten-zum-thema-bewusstsein/

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks