Bücher mit dem Tag "nicaragua"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nicaragua" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches Zauber gegen die Kälte. Sortilegio contra el frío (ISBN: 9783423125772)
    Gioconda Belli

    Zauber gegen die Kälte. Sortilegio contra el frío

     (10)
    Aktuelle Rezension von: ChaosQueen13
    Dieses Buch ist einfach beeindruckend, unvergleichlich. Wenn man den Gedichtsband gelesen hat, weiß man, was Sinnlichkeit, was verführerische Erotik bedeutet. Mit ihrem wunderschönen Schreibstil, versteht Gioconda Belli es, hier mit erotischen Gedichten und feinem Gespür für Sinnlichkeit, Metaphern, Exotik, Leidenschaft und Rebellion, die Welt zu verzaubern. Absolut empfehlenswert für sinnliche, sinnenfreudige Menschen! ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
  2. Cover des Buches Muchacho (ISBN: 9783551776556)
    Emmanuel Lepage

    Muchacho

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  3. Cover des Buches Der Garten der Dissidenten (ISBN: 9783596033089)
    Jonathan Lethem

    Der Garten der Dissidenten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Angeblich erzählt der Roman eine "linke Geschichte der USA", aber ich finde die Hauptfiguren sind viel zu individualistisch, um etwas anderes als ihre eigene Geschichte zu verkörpern.

    Es dauerte lange, bis ich in das Buch "reinkam", Ich interessierte mich nicht für die erste Hauptperson, Rose Zimmer, weil sie mir als ziemlich durchschnittliche Arbeiterin erschien, während der Erzähler immer behauptet, sie sei irgendwie dämonisch, und in der Tat versucht sie einmal ihre eigene Tochter umzubringen, was irgendwie hochsymbolisch ist, auf der Handlungsebene aber unmotiviert und doof. 

    Dann kommen viele Anspielungen auf Baseball und was Bob Dylan der Folk-Musik angetan hat, bzw. wie er sie weiterentwickelt hat, was mir alles aber nichts sagt.

    Roses Tochter Miriam lebt als Hippe in einer Kommune in New York, kifft zu viel, weiß das auch und verbringt ihre Zeit bei Demonstrationen und der Besetzung einer Feuerwache, was wohl ein bedeutendes historisches Ereignis war.

    Dann gibt es noch einen angepassten Universitätsdozenten, der seinen nicht vorhandenen Nonkonformismus pflegt - bzw. vielleicht steckt auch mehr dahinter und ein sehr einsames Kind. 

    Dieser Personen fand ich dann ganz interessant und damit ließ sich das Buch auch gut lesen.

    In Wahrheit sind viele Figuren erstaunlich spießig. Miriam ist verheiratet und hat ein Kind und bleibt ihrem Mann treu, obwohl sonst jeder mit jedem schläft und Rose verschafft einem Jungen aus der Nachbarschaft ein Universitäts-Stipendium, der dann später, als sie in einem Pflegeheim lebt, Verantwortung für sie übernimmt und sie regelmäßig besucht.

    Mehr gehört hätte ich gerne von der Gemeinschaftssiedlung Sonny-Side mit den Gemeinschaftsgärten. die am Ende privatisiert sind. Wie lebt es sich in solch einer Gemeinschaft? Aber für Gemeinschaften interessieren sich Letheems Superindividualisten nicht die Bohne - sie leben in einer möglch kleinen Zelle, in der sie sich paranoid einschließen und gehen zu recht unter





  4. Cover des Buches Blood of Brothers (ISBN: 0674025938)
    Stephen Kinzer

    Blood of Brothers

     (1)
    Aktuelle Rezension von: lena_maya
    Gut recherchiert, lebensnah und spannend. Kinzer schreibt nicht nur ausfuehrlich ueber die Diktatur und den Sturz Somozas, den Aufstieg der Sandinisten und deren Kritiker, sondern auch ueber seinen Alltag als Reporter im Managua der 80er Jahre.
  5. Cover des Buches Lateinamerikanische Erzähler des 20. Jahrhunderts (ISBN: 9783453062498)
    Günther Fetzer

    Lateinamerikanische Erzähler des 20. Jahrhunderts

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Dubois
    Das Buch ist vergriffen, habe es auf einem Flohmarkt günstig ergattert. Es verschafft einen guten Überblick über die Lateinamerikanischen Autoren. Lese immer wieder zwischendurch eine Kurzgeschichte. Interessant allemal. Die Lateinamerikanische Literatur ist eine Welt für sich. Da kann man Neues entdecken, eine weitere Facette. Dieser Sammelband enthält u.a. Kurzgeschichten von Isabel Allende, Mario Vargas Llosa, Gabriel Garcia Márquez, Alejo Carpentier, Jorge Luis Borges und Jorge Amado. Weitere Autoren in diesem Sammelband: Jose María Arguedas (Peru) Miguel Angel Asturias (Guatemala) Giocande Belli (Nicaragua) Maria Luisa Bombal (Chile) Guillermo Cabera Infante (Kuba) Ernesto Cardenal (Nicaragua) Adolfo Bioy Casares (Argentinien) Julios Cortázar (Argentinien) José Donoso (Chile) Rubem Fonseca (Brasilien) Carlos Fuentes (Mexiko) und noch ca. 14 weitere Autoren. Auf den 440 Seiten diese Taschenbuches findet man also wirklich eine sehr gute Übersicht über die Lateinamerikanischen Autoren. Für ca. 2-5 Euro ist der Band gelegentlich gebraucht im Angebot. Empfehlenswert!
  6. Cover des Buches Null Uhr Managua (ISBN: 9783865323019)
    D. B. Blettenberg

    Null Uhr Managua

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Im Wald der stummen Schreie (ISBN: 9783838768250)
    Jean-Christophe Grangé

    Im Wald der stummen Schreie

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Krimine

    Eine überaus brutale Mordserie erschüttert Paris und lässt die zuständigen Ermittler nicht mehr zur Ruhe kommen. Denn der Anblick, der sich den hart gesottenen Polizisten an den jeweiligen Tatorten bietet, ist dermaßen grausam, dass er sich für immer in ihre Gehirne einbrennt. Junge Frauen mit bestialisch verstümmelten Körpern befinden sich dort und legen ein deutliches Zeugnis davon ab, was ein kannibalistisch veranlagter Serienkiller getan hat.

    Jeanne Korowa ist fünfunddreißig Jahre alt, als Ermittlungsrichterin tätig und wünscht sich nichts sehnlichster, als eines Tages einen Serienkiller zur Strecke zu bringen. Doch bis es so weit ist, beschäftigt sich die von Depressionen geplagte, unverheiratete und kinderlose Frau mit unspektakulären Fällen, die ihr ein sicheres Einkommen bieten. Als ihr plötzlich durch Zufall eine nicht genehmigte Abhöraktion Details aus dem Leben eines Mannes beschert, dessen Sohn möglicherweise der gesuchte Kannibalen-Killer ist, gibt es kein Halten mehr. Ohne Skrupel macht sich die resolute Juristin allein daran, der Spur des Kannibalen zu folgen und gerät in den undurchdringlichen Wäldern des südamerikanischen Dschungels in Machenschaften hinein, die sie das Fürchten lehren.

    "Im Wald der stummen Schreie" ist ein ungewöhnlicher Thriller, der mit einem schnellen und äußerst blutrünstigen Einstieg beginnt, sich dann aber in Details der menschlichen Entwicklungsgeschichte und in einem Zuviel an Informationen über die Brutalität der mittelamerikanischen Militärregime verliert. So ist der Hörer gezwungen, langatmigen Vorträgen zu lauschen, um hinter die Beweggründe der Tat und die Besonderheiten des Täters zu kommen. Schade. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen und hätte dazu geführt, den Hörer mit einem spannenden Plot an das Geschehen zu fesseln. So allerdings nervt der mit einem mystischen Anstrich versehende Thriller, obwohl seine Hauptfigur und die ihm zugrunde liegende Idee gut funktionieren.

    Fazit:
    "Im Wald der stummen Schreie" ist ein Thriller, der menschliche Grenzen auslotet, in seiner Umsetzung allerdings zu detailliert erscheint. Dafür aber überzeugt Andrea Sawatzki als Sprecherin und ermöglicht der brutal erzählten Geschichte doch noch eine Chance für gut befunden zu werden.


  8. Cover des Buches Tales of A Female Nomad by Gelman, Rita Golden ( 2002 ) (ISBN: B00E3FYMU2)
  9. Cover des Buches Tochter des Vulkans (ISBN: 9783423213974)
    Gioconda Belli

    Tochter des Vulkans

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Bella5

    Worum geht’s ?

    „Nachdem das kleine Zigeunermädchen Sofía von ihren Eltern versehentlich in dem nicaraguanischen Dorf Diriá zurückgelassen wurde, wächst sie im Haus des reichen Kaffeepflanzers Don Ramón zu einer starken, eigenwilligen Frau heran. So wundert es denn nicht, dass sie sich nach ihrer Heirat mit dem patriarchalischen René
     buchstäblich eingesperrt fühlt. Sofía weiß sich jedoch zu wehren. Ihr Wunschkind wird sie bekommen, aber bestimmt nicht von diesem Mann ...“

     

    Der Roman ist unheimlich fesselnd geschrieben und stellenweise auch sehr explizit und erotisch, Stil und Sprache gefielen mir gut, ich habe den Roman allerdings nicht im Original sondern in der deutschen Fassung gelesen.

    Jedoch ist es nicht Erotik um der Erotik willen. Die sinnlichen Passagen sind in die Geschichte richtig eingebettet, und der Roman hat auch eine literarische Qualität, anders als etwa „Fifty Shades of Grey“.

    Gioconda Belli, eine Autorin aus Nicaragua, schneidet in ihrem Roman sehr viele Themen an:

    Lust und Leidenschaft, Trauer und Verlust, Machismo. Homosexualität und Feminismus, Unterdrückung und Außenseitertum, Naturreligionen und Christentum, um nur einige zu nennen.

    Es gelingt ihr jedoch, eine lesenswerte Mixtur aus all diesen „Zutaten“ zu erschaffen.

    Man könnte aber auch argumentieren, dass ihre Figuren fast stereotyp gezeichnet sind – Sofia ist heißblütig, wild und wunderschön, fast ein wenig zu perfekt. Andererseits ist sie auch unsicher und innerlich ängstlich. Der Roman ist im Prinzip die Geschichte der Emanzipation einer Frau. Die Emanzipation findet dabei auf mehreren Ebenen statt, am Ende ist Sofia auch mit sich selbst versöhnt.

    Die  Erzählelemente, die leicht esoterisch angehaucht sind, waren nicht so meins.

    Trotzdem gelang es Gioconda Belli mich mit ihrem Roman „Tochter des Vulkans“ zu fesseln und ich würde das Buch wieder lesen.  Ich vergebe 4,5 von insgesamt 5 möglichen Sternen.


     

  10. Cover des Buches Lonely Planet Reiseführer Zentralamerika (ISBN: 9783829748025)
  11. Cover des Buches Schwirrflug (ISBN: 9783906907062)
    Regula Portillo

    Schwirrflug

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches Waslala (ISBN: 9783423209373)
    Gioconda Belli

    Waslala

     (14)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Die Republik der Frauen (ISBN: 9783426199152)
    Gioconda Belli

    Die Republik der Frauen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Westerbeck

    Gerade noch stand Viviana Sansón, Präsidentin von Faguas auf der Bühne und hielt eine flammende Rede, als ein unerwarteter Schuss aus der Menge ihren Kopf durchbohrt. Doch die plötzlich um sie eintretende Stille, schafft es nicht Viviana vollkommen aus dem Leben zu verbannen. Ganz im Gegenteil. Erstaunlich leicht fühlt sich der neue Zustand an. Aufgeräumt ist der Ort, an dem man sie jetzt aufbewahrt – eine Abstellkammer. Auf einfachen Regalbrettern findet sie sich umringt von Gegenständen, die sich im Laufe ihres Lebens angesammelt haben. Kaffeekanne, Sonnenbrille, Wecker, Briefbeschwerer, Schal, Notizbuch. Nicht greifbar für sie im Zustand ihres Komas. Jedoch auf eine Art präsent, bei der sie gar nicht anders kann, als sich an die damit verbundenen Erlebnisse und Begegnungen zu erinnern.

    So beginnt der Roman „Die Republik der Frauen“ von Giaconda Belli aus Nicaragua. Die Story wird rückwärts aufgerollt. Unter dem Motto „Ich segne mein Geschlecht“ stürzen Viviana und politische Gespielinnen sich auf den Machísmo. Ihre Partei der Erotische Linken (PIE) verfolgt ehrgeizige Ziele. Allen voran das eine: Der Mann muss weg! Verbannt aus allen öffentlichen Ämtern und am besten gleich an den Herd. Natürlich klappt das nicht ganz ohne weibliche Raffinesse, und dem Umstand des glücklichen Zufalls. Ein Vulkanausbruch. Beim Austritt der Lava werden Vulkangase freigesetzt, welche die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron reduzieren. Was für ein Glück für die Frauen, dass die Männer plötzlich handzahm in ihre untergeordnete neue Rolle schlüpfen und in einen Zustand von lustloser Lethargie verfallen. Und was für ein Glück, dass José de Arthmética, ein einfacher Mann aus der Masse, Eva Salvatierra (Vivianas kurzfristig einberufener Stellvertreterin) zum Ablauf des Attentats Rede und Antwort steht. Dank all dieser Umstände und dank der Tatsache, dass Viviana mit ihrer vergeistigten Präsenz auch weiterhin das heimliche Sagen hat, hält sich die Regierung über Wasser. Wäre da nicht das allmähliche Nachlassen der Wirkung der Vulkangase …

    Mit viel Fantasie und Humor erzählt Giaconda Belli von den Frauen in ihrem fiktiven Land Faguas. Faguas liegt vermutlich in Nicaragua, der Heimat der Autorin. Politik, soziales Elend und die Geschlechterfrage sind Bellis persönliche Themen. In den 70er Jahren beteiligte sie sich am Widerstand der Sandinisten gegen die Diktatur. Zeitgleich rüttelte sie mit ihrer erotischen Lyrik an einem Tabu im erzkonservativen Nicaragua.

    Wie viel Persönliches oder Utopisches steckt in „Die Republik der Frauen"?

    Die PIE ist keine Erfindung der Autorin. In den 80er Jahren gab es sie tatsächlich. Giaconda Belli war aktives Mitglied. Regiert hat sie jedoch nie. Aktuell ziert der Name Partido de la Izquierda Erótica einen Blog der Autorin.

    Bellis Politikerinnen regieren im Team. Jede hat ihren Schwerpunkt und bringt besondere Kompetenzen mit in ihr Amt. Jede Frau hat auch ihre ganz persönliche Geschichte. Besonders tragisch ist die von Juana de Arco (Jeanne d´Arc?). Auffallend häufig thematisiert Belli (sexuelle) Gewalt in der Familie.

    In „Die Republik der Frauen“ wird Weiblichkeit exponiert und Erotik als Mittel zum Zweck eingesetzt. Dass Viviana und ihre politischen Mitspielerinnen überzogen sexy und attraktiv daherkommen, ist vermutlich provokativ zu deuten. Frau wird in Lateinamerika durch die Medien gern als makellos dargestellt. Schönheitswettbewerbe und Telenovelas „produzieren“ weibliche Vorbilder.

    Belli ist außerdem eine Vertreterin des Magischen Realismus. Vielleicht ja eine der letzten? Zumindest behauptet „Die Zeit“ in einem Artikel vom 30.12.2014: Die Zeit des Magischen Realismus ist vorbei. Tatsächlich? … Gut, es musste irgendwann so kommen. Nichts ist für die Ewigkeit.

    Schade ist es trotzdem, denn gerade die magischen Elemente in „Die Republik der Frauen“ (der Vulkan, der Schwebezustand der Protagonistin) machen für mich den künstlerisch-wertvollen Teil des Romans aus und faszinieren mich, nach wie vor.

  14. Cover des Buches Sieh den Fluß der Sterne strömen. Hispanoamerikanische Lyrik der Gegenwart (ISBN: 9783534032679)
  15. Cover des Buches Dark Alliance (ISBN: 1888363932)
    Gary Webb

    Dark Alliance

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Modern English Short Stories. Vol. 1 (ISBN: B0000BOHH0)

    Modern English Short Stories. Vol. 1

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Kurzgeschichten von sehr prominenten englischsprachigen Autoren wie Somerset Maugham und Dylan Thomas, aber manche Geschichten wie zB die von Thomas über einen dementen Großvater waren mir zu läppisch. Für fortgeschrittene Englischschüler oder für echte Profis.
  17. Cover des Buches Die Rebellin (ISBN: 9783037630655)
    Ursula Hauser

    Die Rebellin

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Diana182

    Dass Cover zeigt eine ältere, sympathische Dame mit einem offenen Lächeln im Gesicht. Bisher war sie mir leider noch nicht bekannt, die Buschbeschreibung klang jedoch sehr ansprechend. Daher wollte ich sehr gerne mehr erfahren.


    Dieses Leben ist alles andere als Alltäglich und Durchschnittlich. Die Hauptperson berichte von so einigen Höhen und Tiefen in ihrem Leben, welche anderen Leuten schon den Boden unter den Füßen weggerissen hätte- nicht aber Ursula Hauser! Sie lässt sich nicht unterkriegen und geht ihren Weg, so steinig er auch sein mag. Dieser Lebenswille und das Durchhaltevermögen haben mir sehr imponiert.


    So habe ich dieses Buch auch fast am Stück verschlungen und wollte mit dem Lesen gar nicht mehr aushören. Frau Hauser wirkt direkt vertraut und sympathisch und die Beschreibung der einzelnen Begebenheiten fand ich sehr interessant und lesenswert.


    Mein Fazit:
    Eine tolle, spannende, lesenswerte Geschichte über eine starke Frau, die ihren Weg geht und niemals aufgibt!

  18. Cover des Buches Wider die Natur (ISBN: 9783518466063)
    Tomas Espedal

    Wider die Natur

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der erste Satz: »Ich werde allmählich alt; ich kenne mich selbst nicht mehr.«

    Am Anfang steht die Leidenschaft. So beginnt der Autor in der Ichperspektive den autobiografischen Roman mit dem Kennenlernen des alten Mannes mit einer jungen Frau, der sexuellen Begierde, einer heftigen Beziehung. Der alte Mann ist übrigens 48, am Ende des Buches hat er kurz die 50 überschritten. Liest man seine Selbstbeschreibung, so meinte man, man hätte es mit einem Mann über 80 zu tun. Fühlen sich Männer in der Mitte des Lebens so verdammt uralt? Hier konnte ich dem Autor nicht ganz folgen. Bald erfahren wir, seine Freundin, eine Studentin, hat ihn für einen Jüngeren verlassen, alle Frauen haben den Schriftsteller verlassen. Die Ehefrau, die Tochter und nun auch sie, seine große Liebe. In 177 Seiten schildert der Autor sein Liebesleben an drei Frauen. In »Wider die Kunst«, in dem Espedal über den Tod seiner Mutter und den seiner Ex-Frau schreibt, ist er autobiografisch, und er schlägt hier wieder zu, wie in vielen seiner Büchern: aus dem eigenen Leben schöpfen.

    «Schon früh stand mir vor Augen, dass ich nicht arbeiten wollte.»

    Tomas Espedal erzählt von seiner Jugend in der Textilfabrik des Vaters, von einer schrecklichen Arbeit, er hat die Aufgabe, die Maschinen ölen, darunterzuliegen, verhedderte ölige Fäden herauszutrennen. Öl topft ihm täglich ins Gesicht, schädigt seine Haut. Soll er bis ins Rentenalter tagein, tagaus früh aufstehen, wie ein Hamster im Rad, sich täglich quälen? Er entscheidet sich dagegen, wird Schriftsteller. In dieser Zeit trifft er auf seine Jugendliebe, eine Verkäuferin, Verknalltheit, erste zarte Annäherung, erster Sex. Er begegnet auch Agnete, die ihm schöne Augen macht, was Tomas ignoriert. Immer wieder läuft er Agnete über den Weg, es scheint, sie positioniert sich mit Absicht, zwinkert ihm zu, verschwindet. Tomas hat mit seinem ersten Roman Erfolg. Irgendwann springt er auf Agnete an, verliebt sich. Sie wohnt nun in Rom, hat einen Freund, mit dem sie Schluss machen will, wenn Tomas ihr folgt. Aber sofort! Tomas ringt mit sich, reist ihr erst zwei Monate später nach, erhält eine Abfuhr. Zu spät. Sie hatte sofort gesagt! Er nimmt sich ein Hotelzimmer, schleicht um ihr Haus herum. Zunächst bleibt sie unnachgiebig, hält ihn an der langen Leine, bis sie sich erweichen lässt. Kurz darauf geht es zu zweit nach Hause, in die kleine Wohnung von Tomas, die Agnete in Beschlag nimmt, umräumt, möbliert, aufrüstet, dass er sein Heim nicht wiedererkennt, sich nicht wohl fühlt. Tomas mietet ein Arbeitszimmer. Auch dort findet er keine Ruhe. Agnete ist auch hier präsent, stört ihn, räumt um, näht Gardinen …

    »Unversehens waren wir früh in einer Art Urszene gelandet, sie schrie und ich musste mich mit aller Kraft beherrschen, dass ich ihr nicht an die Gurgel ging. Ich wollte sie nur noch erwürgen, diesen Schrei abwürgen, aber es gelang mir, mich umzudrehen und wegzugehen, sie packte meine Trainingsjacke; geh nicht, geh nicht weg von mir, wir waren wie zwei Tiere, ich versuchte mich loszureißen, aber sie hielt mich fest, und wir zerrten und rissen aneinander.«

    Schon zu diesem Zeitpunkt wird klar, welch narzisstische Persönlichkeit in Agnete steckt. Alles hat nach ihrem Wunsch zu laufen, wenn es ihr passt, wird umgezogen. Bekommt sie nicht, was sie will, rastet sie aus, schreit, schmeißt Geschirr nach Tomas, ihm auf den Kopf, es gibt regelrechte Raufereien zwischen den beiden. Agnete ist schwanger, ein Haus muss her, abseits gelegen. Tomas ist genervt, aber folgsam. Trotz Steißlage besteht die eigensinnige Agnete auf eine Hausgeburt. Das Kind ist geboren, Amalie, und der Vater hat zu erziehen, während Agnete macht, was ihr gefällt. Der politischen Agnete fällt es ein, nach Nicaragua zu ziehen, sie will im Friedenscorps eine Schauspielergruppe aufbauen. Tomas fügt sich widerwillig.

    »Ich war allein mit meiner Tochter im Haus. Sie wachte früh auf, meist um fünf Uhr morgens, es war dunkel; wir saßen in der Küche und warteten auf den Morgen. Wir saßen in der Küche und warteten darauf, dass die Nacht ein Ende hatte, dass das Licht kam, dass der Morgen anbrach.«

    Tomas passt auf das Kind auf, führt den Haushalt, die Welt ist gefährlich und wie immer bekommt er keine Zeile aufs Papier. Als die Bedrohung durch das Militär immer größer wird, beschließt Tomas, mit seiner Tochter das Land zu verlassen. Agnete ist dagegen, will bleiben. Sie kommt aber doch mit, nicht wegen der Famlie, sie hat nach einem Vorfall Angst um ihr Leben. Hier ist die Beziehung bereits kaputt. Aber die beiden heiraten. Agnete macht weiterhin das, was sie will, rücksichtslos. Kurz darauf trennen sie sich die beiden, Agnete hat einen Freund, ist von ihm schwanger, kauft ein Haus, lebt mit den Kindern. Tomas kehrt zu den Eltern zurück, arbeitet beim Vater in der Fabrik, schreibt. Kurz darauf verstirbt Agnete an Krebs, Tomas nimmt die beiden Mädchen zu sich, bzw. zieht in Agnetes Haus. Nach dem Tod seiner Eltern kehren sie zurück in die Stadt.

    »Ich war ein feiger, fetter, Autor, der kein Wort mehr schrieb, der alles tat, was er konnte, um Streit und Konfrontation aus dem Weg zu gehen, der alle Kräfte einsetzte, um auf seine Tochter aufzupassen und sie aufzuziehen, aber was war das für ein Vater, an dem sie festhing; ein dicker, ängstlicher, klebriger Mann, der tat, was er musste, und nicht mehr.«

    Und nun kommen wir zur letzten der drei Beziehungen. Janne lernte Espedal kennen, als er 48 Jahre alt ist, sie halb so alt wie er. Sie verlieben sich auf einer Silvesterparty, leben ein intensives abgeschottetes Leben, er beschreibt es wie in einen Kokon. In einer Szene liegen sie im Bett und sie lesen gemeinsam einen Band der Autobiografie Karl Ove Knausgards, den Espedal persönlich kennt. Sie sind sprachlos über Offenheit von Knausgard. Tomas Espedals Bücher sind genauso offen, lassen in sein Leben blicken, schonungslos. Eines Tages trennt sich Janne von Tomas. Ihre Beziehung sei »wider die Natur«, ihr dürstet es nach etwas Jüngerem. Wieder hat ihn eine Frau verlassen. Ein älterer Intellektueller, der sich steinalt fühlt, unattraktiv, jammert, dass die Liebe seines Lebens ihn verlassen hat. Sie hätte seine Tochter sein können. Für sie war er das Spielzeug, sie hat ihn benutzt, führte als Studentin ein gutes Leben bei ihm.
    Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, wie es Männern gelingt, sich selbst zu belügen, zu glauben, eine 30 Jahre jüngere Frau würde mit ihnen eine Beziehung eingehen, um ihrer selbst willen. Denkt mal nach, ihr Männer in der Midlifecrisis, würdet ihr euch eine Achtzigjährige angeln, ihrer selbst willen?

    »Du wirst dein Leben lang mit dir selbst leben. Du kannst eine neue Geliebte finden, du kannst Freunde und Familie verlassen, verreisen, eine neue Stadt und neue Orte finden, du kannst verkaufen, was du besitzt, und dich von allem trennen, was dir nicht passt, aber solange du lebst, wirst du dich nie von dir selber trennen können.«

    Die Ehrlichkeit des Scheiterns berührt. Agnete hat mich zeitweise wütend gemacht, noch mehr die Unterwürfigkeit von Tomas aus Affenliebe, der seine Würde verliert. Bei Janne hat Espedal sich ähnlich verhalten, glücklicherweise neigte sie anscheinend nicht zur Egozentrik. Stets steht Espedal vor zerbrochenen Scherben, versteht das Ende erst, wenn Frau die Koffer in der Hand hat. Feine Antennen für Vorboten fehlen ihm. Vielleicht nicht, eher trägt er Scheuklappen davor. Und jedes Mal jammert er in fast unerträglicher Weise. Er jammert über das Altern, dabei ist er noch lange nicht alt. Naiv glaubte er, mit Janne den Rest des Lebens zu verbringen, ist nun völlig verzweifelt in seiner Einsamkeit.
    Reduziert, vielleicht darum so ausdrucksvoll, ein Buch über das Leben, die Liebe, über falsche Entscheidungen, über das Scheitern und Aufstehen, über das, was die Liebe macht, wenn man sich für den / die Falsche/n entscheidet. Eine schonungslose Öffnung des Autors vor sich selbst und damit für das Publikum.

    »Das Buch über das Glück kann ohnehin nicht besonders dick werden. Nicht dick und auch nicht besonders tief, die glückliche Sprache ist einfach und banal, es gibt keine Tiefe im Glück, oder etwa doch?«
  19. Cover des Buches Niemand ist mir so nahe (ISBN: 9783779500414)
    Ernesto Cardenal

    Niemand ist mir so nahe

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    "Als ich dich verlor, haben wir beide verloren: ich, weil du warst, was ich am meisten liebte, und du, weil ich es war, der dich am meisten liebte. Doch von uns beiden verlierst du mehr als ich: weil ich andere lieben kann, wie ich dich liebte, aber dich wird niemand so lieben wie ich." (S. 13) Ernesto Cardenal (geb. 1925) war katholischer Priester und sandinistischer Revolutionär, der nach dem Sieg der FSLN über Diktator Somoza Kulturminister des sozialistischen Nicaragua unter Präsident Daniel Ortega wurde. Und er ist Lyriker, ein herausragender Lyriker, der während seines gesamten Wirkens auch seine Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte in Gedichten verarbeitete. In wunderschönen Gedichten, wie diese Zusammenstellung überzeugend zeigt. Das Buch trägt den Titel: "Niemand ist mir so nahe" und dazu als Untertitel "Gedichte von Liebe und Sehnsucht". Es ist eine Zusammenstellung von Texten, die während seiner gesamten bisherigen Schaffenszeit entstanden. Alle Stationen spiegeln sich wider. Vier große Lieben werden deutlich: Claudia, Myriam, die Sehnsucht nach einer menschlichen Welt und, immer wieder schwingt dies in den Zeilen durch, die Liebe zu Nicaragua, dem Land und seiner Bevölkerung. In dem Gedicht "Tagesanbruch" heißt es: "Steh auf, Pancho Nicaragua, nimm die Machete, es gibt viel schlechtes Gras zu schneiden, nimm die Machete und die Gitarre. Es schrie eine Eule um Mitternacht und ein Uhu um eins. Keinen Mond hatte die Nacht und keinen einzigen Stern. Auf dieser Insel brüllten die Tiger, und es antworteten die von der Küste. Schon flog der Pocoyo davon, der ruft: Beschissen. Beschissen. Bald singt der Zapate Clarinero auf der Palme, singen wird er: Gefährtin. Gefährte. Vor dem Licht flieht der Schatten wie ein Vampir. Erhebt euch: du und du und du. (Schon krähen die Hähne.) Einen Guten Tag gebe euch Gott!" (S. 95) Glaube, Liebe, Hoffnung - drei Elemente des christlichen Glaubens, voller Harmonie verbunden mit den Sehnsüchten der Menschen in Nicaragua und dem Kampf für die sandinistische Revolution. Klar: solche Lyrik eines katholischen Priesters gefiel dem Klerus nicht. So verwundert es auch nicht, dass er 1985 als Priester suspendiert wurde. Das Buch enthält die Gedichte in deutscher Übersetzung und dem spanischen Original. Selbst für dem spanisch-unkundigen Leser ist so das Gefühl für die Melodik der Originale sehr schön nachvollziehbar. Natürlich ist es nicht einfach, Lyrik von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Beachtet werden muss ja, dass jedes Wort, jedes Komma usw vom Dichter ganz bewusst gesetzt wurde, um bestimmte Effekte zu erzielen. Und dies in die Übersetzung analog einzuarbeiten, ist ein schweres Unterfangen. - Hier erscheint es mir aber, zumindest was die Struktur und die Rhythmik betrifft, sehr gut gelungen. Die Gedichte sind vom inneren Dasein des Autors geprägt. Die Emotionalität ist einfach faszinierend für mich gewesen. Tiefe Gefühle kraftvoll in Versen verarbeitet. Sinnlich, gefühlvoll und immer nachdenklich machend. Lyrik vom Feinsten!
  20. Cover des Buches Die Märchen der Weltliteratur: Märchen aus der Karibik (ISBN: B00363WVRS)
  21. Cover des Buches konkret 77: Killerkommando. Schwarzbuch: CIA und Contras (ISBN: 9783355002967)
  22. Cover des Buches Bewohnte Frau (ISBN: 9783423217415)
    Gioconda Belli

    Bewohnte Frau

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Feigenbalsamico

    Dieses Buch hat alles, was es für einen Lesemarathon auf dem Sofa braucht – Verfolgungsjagden, Spionage, politischen Widerstand und eine Liebesgeschichte. Es liest sich quasi in einem lang angehaltenem Atemzug :)
    .
    In „Bewohnte Frau“ erzählt Gioconda Belli die Geschichte Lavinia, die sich dem nicaraguanischen Widerstand der 1970er Jahre anschließt. Es erzählt auch die Geschichte von Itzà, die im 16. Jahrhundert gegen die spanischen Konquistadoren kämpft. Ihre Verbindung entsteht über einen Baum, der in Lavinias Garten wächst.
    Es geht auch darum, wie Vertrauen entstehen kann zwischen Menschen, die sich eigentlich kaum kennen. Wie Freundschaften entstehen zwischen Menschen, die einander nur beim Decknamen nennen. Darum, was man bereit ist aufzugeben, und darum, was man nicht aufgeben sollte, weil man es manchmal doch noch braucht.
    .
    Die Geschichte ist der Biographie von @giocondabelli sehr ähnlich; in „Die Verteidigung des Glücks“ berichtet sie von ihrer eigenen Zeit im Widerstand. Beide sind in der deutschen Version beim @dtv_verlag erschienen.
    #revolution #widerstand #autobiographie #buchtipp #coronaferien  #staythefuckhome



  23. Cover des Buches Gebet für Marilyn Monroe (4748 972) und andere Gedichte (ISBN: 9783872940353)
  24. Cover des Buches Estebans Traum (ISBN: 9783471793572)
    Francisco Goldman

    Estebans Traum

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Esteban, ein junger Niceraguaner träumt, aus der Armut herauszukommen und sein Glück zu finden. Hierzu lässt er sich, zusammen mit anderen jungen Niceraguaner, für ein Schiff in New York, als Seemann anheuern, um Geld zu verdienen. Dort angekommen muss die Mannschaft feststellen, dass es sich um einen Seelenverkäufer handelt und das Schiff erst langwierig seefest gemacht werden. Zunächst gehen die Männer eifrig an die Arbeit, um ihren Traum zu verwirklichen. Als dann jedoch Woche für Woche verstreicht und das ganze Vorhaben sich als undurchführbar herausstellt sitzen sie auf dem Schiff fest und werden vom Kapitän und dem ersten Offizier schließlich immer weiter vernachlässigt und im Stich gelassen. Esteban, vom Bürgerkrieg traumatisiert, wagt sich in New York an Land und erkundet das Umfeld des Hafens. Zunächst versorgt er seine Kameraden auf dem Schiff mit seinen Ausflügen, findet dann jedoch Hilfe und sein Glück in New York, während die anderen Mannschaftsmitglieder resignieren und schließlich glück- und erfolglos nach Nicaragua zurückkehren.

    Eine gut durchdachte Romanhandlung entwickelt sich anhand eines Traums vom Reichtum und einem besseren Leben in Amerika. Die Hauptfiguren geraten dem Autor lebendig und die Handlung zunächst gut und ausgeklügelt. Durch Schreibstil und Sprache entsteht eine dichte Erzählung. Das Thema der Isolation auf dem Schiff gerät dann jedoch leider zu einer Sackgasse mit erheblichen Längen und einem wenig überzeugenden Ende, das die Hintergründe zwar aufdeckt aber die Hauptfigur dann doch sehr isoliert zurücklässt.

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