Bücher mit dem Tag "niederbayern"
44 Bücher
- Rita Falk
Winterkartoffelknödel
(1.085)Aktuelle Rezension von: Aischa"Winterkartoffelknödel“ von Rita Falk habe ich mit einer gewissen Erwartung gelesen, denn die Verfilmungen der Eberhofer-Krimis kenne und liebe ich. Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer und Simon Schwarz als Rudi Birkenberger sind für mich ein kongeniales Team, dessen Schlagabtausch, Timing und Charme auf der Leinwand einfach perfekt funktionieren.
Umso schwerer fiel mir zunächst der Einstieg in die Romanvorlage. Die teils sehr abgehackte, knappe Sprache aus Franz Eberhofers Ich-Perspektive ist gewöhnungsbedürftig. Auch wirkt der literarische Eberhofer deutlich kantiger und weniger sympathisch als sein filmisches Alter Ego. Was im Film durch Mimik, Humor und Schauspiel aufgefangen wird, steht im Buch oft nüchterner und sperriger im Raum.
Mit zunehmender Lektüre habe ich jedoch die Eigenständigkeit des Romans schätzen gelernt. Falk erzählt ruhiger und ausführlicher, gibt mehr Einblick in Eberhofers Gedankenwelt und zeichnet das Dorfleben und seine Abgründe detaillierter, als es der Film kann. Manche Figuren und Konflikte wirken im Buch weniger klamaukig, dafür bodenständiger – was gut zum Genre des Provinzkrimis passt. Auch wenn mir persönlich der Franz Eberhofer auf der Leinwand näher ist, bietet „Winterkartoffelknödel“ solide, kurzweilige Unterhaltung mit viel bayerischem Lokalkolorit, schrägen Figuren und einem kriminalistischen Plot, der nicht von Spannung, sondern vom Milieu lebt.
Unterm Strich ist der Roman vielleicht nicht ganz so leichtfüßig und charmant wie seine Verfilmung, aber er ist ein gelungener Auftakt zu einer Reihe, die völlig zu Recht viele Fans hat. Für alle, die bayerische Regionalkrimis mögen, ist „Winterkartoffelknödel“ auf jeden Fall eine lohnende Lektüre – besonders dann, wenn man bereit ist, Buch und Film als zwei unterschiedliche, jeweils eigene Erzählformen zu genießen.
- Rita Falk
Dampfnudelblues
(704)Aktuelle Rezension von: ZamsWie auch beim ersten Teil bin ich froh, die Filme gesehen zu haben, sonst hätte ich mir wegen so mancher fehlenden Beschreibung wahrscheinlich einiges weniger vorstellen können.
Ich dachte schon, es geht bergauf mit diesem Teil, der Schreibstil ist etwas detailierter geworden im Vergleich zum ersten, und die Szene hatten generell etwas mehr Tiefe finde ich (nicht zu verwechseln mit Tiefgang). Eberhofer leistete meiner Meinung nach auch weniger schlechte Polizeiarbeit im Vergleich, dafür ist der Rassismuss sehr dick aufgetragen, noch mehr als zuvor. Und ja, das ist zwar eventuell realitätsgetreu, gefällt mir aber trotzdem nicht. - Rita Falk
Rehragout-Rendezvous
(136)Aktuelle Rezension von: SeitenwindDen Plot hätte sich auch eine Schul-AG ausdenken können. Mit Unterstützung der Vertretungslehrerin.
Bei den Charakteren merkt man regelrecht, wie versucht wurde, etwas "reinzudichten".
All die lustigen -komischen- Dialoge und Situationen aus vielen vorherigen Teilen fehlen hier leider.
Manche wenige kurzweilige und klassische Gesprächspassagen, vor allem Eberhofer - Birkenberger sind dann noch zwei Sterne wert.
- Rita Falk
Weißwurstconnection
(240)Aktuelle Rezension von: krimi_wahnsinnInhalt:
Ein neues Luxus-Hotel sorgt bei der Bevölkerung in Niederkaltenkirchen für Stimmung. Nicht alle Einwohner sind mit dem Bau einverstanden. Als Kommissar Franz Eberhofer in eben dieses Hotel gerufen wird ist ihm schnell klar: hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Im Badezimmer findet er nämlich eine männliche Leiche. Trotzdem soll er laut dem Leiter dieser Anlage stillschweigen bewahren. Aber wie soll das gehen? Alles an der Leiche schreit geradezu nach einem neuen Mordfall und schneller als ein Lauffeuer verbreitet sich diese Nachricht auch schon. Aber nicht nur das macht Eberhofer zu schaffen, denn Oma spricht plötzlich von einem Doppelhaus. Natürlich soll Franz dort aber nicht alleine einziehen, denn die Susi benötigt eine neue Unterkunft und auch sein Bruder könnte dann wieder auf den elterlichen Hof zurückkehren. Doch erst einmal muss ein Mord aufgeklärt werden!
Meinung:
Das Cover passt sich wieder wunderbar in die Reihe ein, was mir sehr gut gefällt und der Wiedererkennungswert ist natürlich auch direkt sichtbar. Der Schreibstil der Autorin war wie immer sehr angenehm zu lesen, jedoch muss ich dieses Mal sagen das dieser 8. Fall eher der bisher schwächste Teil ist. Bei den Ermittlungen war eher Kommissar Zufall am Werk und richtige Spannung ist leider auch nicht aufgekommen. Trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten, grade der bayrische Humor hat seinen Teil dazu beigetragen. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Teil dieser bayrischen Serie.
- Rita Falk
Steckerlfischfiasko
(100)Aktuelle Rezension von: SeitenwindIch finde, es gehen schon recht stark die Ideen aus, daher wird mittlerweile gerne das ein oder andere gewagte Detail eingebaut, um drüber hinweg zu sehen.
Lesenswert ist das Buch höchstens aufgrund der ganz witzigen Atmosphäre, an der es im letzten ziemlich miesen Teil gefehlt hat.
Der Fall ist immerhin ein Fall... bildhaft ganz nett beschrieben. Aber ehrlich gesagt habe ich ihn nach einer Woche schon wieder vergessen.
- Rita Falk
Kaiserschmarrndrama
(221)Aktuelle Rezension von: Anja_liebt_BuecherDieser Teil war ganz nett, aber das war es auch schon.
Der Mordfall rückt sehr in den Hintergrund. Die persönlichen Dramen in Franz Leben rücken immer mehr in den Vordergrund, aber es ist doch irgendwie wieder das Gleiche. Der Rudi nervt, der Bruder sowieso und mit Susi gibt's ständig Streit.
Geärgert hat mich die Auflösung, oder eben auch nicht, des Cliffhangers aus der Weißwurstconnection..
Die Dialoge sind allerdings noch wie vor sehr amüsant!
- Rita Falk
Leberkäsjunkie
(326)Aktuelle Rezension von: RoRezepte"Es ist beinahe unglaublich. Ich hab einen neuen Fall! Und zwar ausgerechnet in Niederkaltenkirchen! Das schreit ja förmlich nach einer Leberkässemmel. Oder zwei. »Zwei Warme wie immer«, sag ich deswegen, gleich wie ich beim Simmerl eintreff. [...] »Und wieso zwei wie immer? Wenn ich mich richtig entsinne, dann sind es doch sonst jedes Mal drei, oder?«"
Mit Vorfreude habe ich mich auf den 7. Franz Eberhofer Band Leberkäsjunkie gestürzt und bleibe leider etwas unglücklich zurück. Autorin Rita Falk hätte aus diesem Band einfach mehr machen können, schade. Es beginnt damit, dass wir im Vorgängerroman schlussendlich erfahren haben, dass der Franz doch der Erzeuger von Susis Baby ist. Doch entgegen meiner Erwartung, hat Franz als frischgebackener Papa nur wenige verantwortungsvolle, väterliche Gedankengänge gezeigt - ob das im nächsten Band mehr wird? Stattdessen geht es vielerlei darum, dass er sich einfach nur ungesund ernährt und seine Symptome ignoriert. Klar mag sein Verhalten alles typisch Eberhofer sein, aber das ist einfach zu viel, zu langatmig und auch die Spürnase bleibt in diesem Fall zeitweise auf der Strecke. Der Brand im Hause Mooshammerin und die gefundene Leiche rutschen stets in Vergessenheit, obwohl sich Franz zu Beginn des Krimis noch sehr über einen Mord "daheim" und nicht in München freut.
Sehr positiv fand ich die Einarbeitung der Mooshammerin in diesem Band, welche wir nochmal von verschiedenen Seiten kennenlernen durften und uns oftmals zum Schmunzeln brachte. Auch das wachsende Theater über den Hotelbau, oder eben nicht Hotelbau, hat Unterhaltungswert geboten. Und wer hat nun den Streifenwagen demoliert?
"Wie zum Teufel soll man sich da auf einen Mord konzentrieren, von einem Privatleben mag ich gar nicht erst reden, wenn die werte Mitbürgerschaft langsam, aber sicher dem Wahnsinn verfällt. Also wie handeln? Alle miteinander einfach abknallen und es wird endlich wieder Ruhe einkehren? Ja."
Alles im Allen ist Leberkäsjunkie ein typischer Franz-Eberhofer-Krimi, der eingeschweißte Fans nicht umhaut. Auch den Mörder und entsprechenden Plot habe ich nicht vorher erahnt. Ein wenig mehr Spannung und Kriminalarbeit wünsche ich mir für den nächsten Band dennoch.
Die Rezepte aus "Leberkäsjunkie" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/leberkaesjunkie-rita-falk/.
- Marion Wagner
Oachkatzldrama
(7)Aktuelle Rezension von: krimi_wahnsinnInhalt: Fotografin Doro soll ein Fotoshooting im Hotel Oachkatzlhof durchführen. Doch für eine der Models endet der Ausflug in den bayrischen Wald tödlich. Ausgerechnet Tamara, ebenfalls Model und Tochter der Hotelleiterin Gabi, steht unter Verdacht, den Mord begangen zu haben. Natürlich kommt das für Doro und Gabi nicht in Frage, daher versuchen die beiden alles, um Tamaras Unschuld zu beweisen. Schnell stellt sich aber heraus, dass fast jeder im Team ein Motiv gehabt hat, um Tamara um die Ecke zu bringen. Doch statt Antworten, wirbeln die beiden Damen nur noch mehr Geheimnisse und Vermutungen ans Tageslicht. Können sie es aber doch noch schaffen, den wahren Täter zu entlarven?
Meinung: Das Cover finde ich wieder sehr passend zum Buch und vor allem auch zum Titel. Ich bin gut in die Geschichte eingestiegen, was dem angehenden Schreibstil der Autorin zu verdanken war. Am Anfang ging es dann auch gleich hoch her, was der Geschichte ein gutes Tempo gegeben hat. Der Mittelteil hingegen war mir persönlich leider zu langatmig. Das Ende hat dann einiges wieder wettgemacht, da ich mit der Auflösung nicht gerechnet habe. Doro und Gabi fand ich auch in diesem Band wieder sehr sympathisch. Der Humor ist auch hier wieder nicht zu kurz gekommen. Trotzdem kann das Buch leider nicht ganz mit dem 1. Teil mithalten.
- Rita Falk
Guglhupfgeschwader
(176)Aktuelle Rezension von: Mea_OttenIn seinem 10 Fall hat Kommissar Eberhofer mal wieder seine liebe Not mit allem Möglichen: Seinem kleinen Sohn Paul, der Susi, dem Papa, der Oma, dem Bürgermeister und nicht zuletzt mit dem Lotto-Otto, dem wegen seiner Spielschulden nun irgendeine Mafia droht und ihm zwei Finger abschneidet. Als schließlich die Mutter des Lotto-Otto tot aufgefunden wird, steckt "der Eberhofer" mittendrin im bayrischen Kleinstadt-Ganoven-und-Polizeialltag und feiert nebenbei noch sein 10-jähriges Dienstjubiläum.
Witzige-bayrischer Landhauskrimi Teil 10 mit allen bekannten und beliebten Figuren. Unterhaltsam und kurzweilig. Nicht nur für Eberhofer-Fans lesenswert.
- Oliver Kern
Eiskalter Hund
(43)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und geradeaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln … und hört nicht mehr auf!
Fazit
Leider konnte das Buch mich nicht überzeugen. Fellinger ist ein möchtegern Ermittler der sich immer wieder in Gefahr begibt. Es war OK doch leider nicht mehr
- Karoline Eisenschenk
Walpurgisnacht
(40)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisWährend seine Gattin einer Kreuzfahrt mit nervigen Bekannten frönt, hütet der emeritierte Geschichtsprofessor Gregor Cornelius das Haus seines Neffen in Neukirchen in der Niederbayrischen Provinz - Kraft tanken für das Wiedersehen mit seiner Ehefrau. Doch daraus wird nichts.
Zum einen wird Gregor Cornelius unfreiwillig zum Mittelpunkt im Dorf, weil er mehrmals in ungewohnte Situationen gerät, aus der ihn Valerie Dahlmann, die Nachbarin von gegenüber, mehrmals rettet und zum anderen wird in der Walpurgisnacht nicht nur der Maibaum gestohlen, sondern auch Sascha Eichinger, der Dorfcasanova ermordet.
Ausgerechnet Cornelius und Dahlmann finden auf einem Spaziergang den Toten und beginnen recht bald, über mögliche Täter und Motive nachzudenken.
Wer hat den Schönling Sascha auf dem Gewissen? Die Auswahl an Verdächtigen ist recht groß, denn es gibt reihenweise enttäuschte Frauen, denen er das Herz gebrochen hat und mindestens ebenso viele eifersüchtige Männer. Nicht zu vergessen die Fußballmannschaft aus dem Nachbardorf, die sich nicht nur auf dem grünen Rasen bekriegen. Oder war es doch Wolfgang Hartmann, dessen jüngere Tochter Laura angeblich Selbstmord begehen wollte, weil Sascha sie stehen hat lassen und nun zuhause als Wachkomapatientin rund um die Uhr gepflegt werden muss ? Dafür hätten einige Dorfbewohner sogar Verständnis.
Die ermittelnden Beamten Robert Thorwald und Florian Weber haben die Qual der Wahl, zumal ihnen Cornelius immer wieder ergänzende Beobachtungen und neue Verdächtige liefert.
Meine Meinung:
Als Kind der Walpurgisnacht (ich bin am 30. April um 19:30 geboren), habe ich eine besondere Beziehung zu Krimis, die an meinem Geburtstag spielen (lach).
Dieser Krimi, der der Auftakt einer bislang fünfteiligen Reihe ist, hat mir sehr gut gefallen, spiegelt er doch die Beziehungen der Dorfbewohner im Mikrokosmos Dorf wieder. Jede/jeder weiß (oder glaubt) von jedem/jeder (fast) alles zu wissen. Gerüchte verbreiten sich schneller als der Schall und einige haben wirklich etwas zu verbergen. Ein falscher Gedanke zur Unzeit ausgesprochen, entwickelt ein Dynamik, die kaum mehr einzufangen ist.
Ein bisschen mehr Informationen zur Walpurgisnacht hätte ich mir gewünscht. Aber, das ist Jammern auf hohem Niveau.
Die Charaktere sind ausgezeichnet herausgearbeitet. Zu Beginn wirkt Gregor Cornelius wie der sprichwörtlich zerstreute Professor, der weder die Kaffeemaschine noch die Mikrowelle bedienen kann. Da kommt ihm die selbstlose Hilfe der Nachbarin gerade recht. Dass die sich ungefragt und ziemlich übergriffig in sein Leben drängt, bemerkt er erst, als es beinahe zu spät ist. Ich habe jeden Moment erwartet, dass man Cornelius ein Pantscherl mit der Dahlmann anhängt.
Kaum glaubt man den Täter eingekreist zu haben, ergibt sich eine unerwartete Wendung, die einen anderen Verdächtigen auf der Liste der möglichen Täter hinaufklettern lässt.
Sehr gut hat mir gefallen, dass das sonst übliche Kompetenzgerangel innerhalb der Polizei ausgespart worden ist.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt, der durch zahlreiche unerwartete Wendungen besticht, 5 Sterne.
- Eva Adam
KAMASUTRA IN UNTERFILZBACH
(46)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDas war ein guter Krimi-Spaß.
Ja, irgendwie ist es ein Krimi, denn es gibt zwei Tote und Ermittlungsarbeit, andererseits ist es eher die Geschichte eines Dorfes in Niederbayern samt Dorfklatsch mit zum Teil sehr besonderen Charakteren.
Das muss man sicherlich mögen, aber ich fand es herrlich unterhaltsam!21.09.2024
- Hannes Ringlstetter
Paris. New York. Alteiselfing
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenDer Schinder, Hannes! erzählt vom Anfang seiner Musikkarriere, wobei man "Karriere" anfangs fast in Anführungsstriche setzen muß, menschenleere Auftrittsorte zählen nicht mit in der Aufzählung. Als Nordlicht war mir der Ringl of fire (RIP Johnny Cash) bisher fast nur aus der Glotze ein Begriff, sein musikalisches unaufhörliches Beackern deutscher Bühnen war mir hingegen nicht so sehr vertraut. Wenn man alles schon mal mitgemacht hat an Zurücksetzung und Erniedrigung als "Kulturclown", härtet das bestimmt ab. Ähnliche Bücher hat man ja schon mal gelesen, ab er hier hatte man noch mal das komplette Wort-of aller Pleiten Pech und Pannen, die auftreten (!) können, beisammen. Und wer hat den Erfolg mehr verdient, als jemand, der jeden Autobahnraststätte an ihrem Geruch erkennt?
- Jutta Mehler
Milchrahmstrudel
(16)Aktuelle Rezension von: MAZERAKFanny Rot ist Hausfrau und Oma, führt ein gemütliches Leben und glaubt nicht an Halluzinationen. Solch einer soll sie bei dem Besuch von Tante Luise im Pflegeheim aufgesessen sein, als sie einen toten Pfleger auf der Hintertreppe erspähte, der kurz darauf verschwunden war. Fannys Neugier ist geweckt und sie macht sich sofort an die Ermittlungen.
Das liebenswerte ländliche Cover zeigt ein wieder ein Stück heile Welt, die es für Fanny Rot natürlich nicht gibt. Sie glaubt fest an das, was sie gesehen hat und beginnt, Fragen zu stellen. Intelligent und ausgebufft setzt sie mit ihren Ermittlungen an und trägt die Puzzleteilchen zusammen.
Für mich ist es das zweite Buch von Jutta Mehler und mir gefällt die Reihe um Fanny Rot sehr gut! Die Autorin schreibt ungemein lebendig, detail- und abwechslungsreich, ihre Protagonistin ist liebenswert, ein bisserl eigenwillig und manchmal sehr direkt. Und sie versteht es, Bekanntschaften zu nutzen, die Menschen einzuwickeln, auszufragen und sehr klug die Zusammenhänge aufzudecken. Aber auch dieses Mal erkennt sie nicht sofort, dass sie sich bei ihren Ermittlungen selbst in Gefahr bringt und sorgt damit für reichlich Aufregung und Spannung. Ein einfallsreicher und humorvoller Krimi, der sehr gute Unterhaltung bietet!
- Christian Limmer
Unter aller Sau
(25)Aktuelle Rezension von: danzlmoidlInhalt:
Das kleine Örtchen Niedernussdorf wird aus seiner beschaulichen Idylle gerissen, als die beiden Polizisten Erwin und Richie eine tote Frau im Wald entdecken. Der ewig bekiffte Richie will mit einem Mord nichts zu tun haben und die Leiche in die Nachbargemeinde verfrachten. Sollen die sich doch damit herumschlagen! Doch Erwin, ein geistiger Tiefflieger, meldet die Tote, pflichtbewusst. Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer benachrichtigt ihrerseits - wenn auch widerwillig - die Mordkommission in Straubing. Und es kommt wie befürchtet: Hauptkommissar Lederer ermittelt. Seine Markenzeichen: abgewetzter Ledermantel, Cowboystiefel aus Straußenleder und Pornoschnauzer – der schönste Polizist Niederbayerns, seiner Meinung nach. Mit seinen unnachahmlichen Ermittlungsmethoden verbreitet er Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Jeder potenzielle Mörder soll wissen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist! Soll die Tote doch im »Paradies« gearbeitet haben, einem als Kosmetiksalon getarnten Bordell voller rumänischer Edelnutten. Doch auch Gisela greift schließlich zusammen mit den Frauen Niedernussdorfs zu Methoden, die an Bauernschläue und Hinterfotzigkeit nicht zu überbieten sind...
Meine Meinung:
Wieder mal ein Buch, bei dem ich mich mit der Bewertung schwer tue. Auf der einen Seite gefalle mir die Protagonisten, auf der anderen Seite komme ich mit dem Buch als Gesamtpaket nicht so ganz klar.
Die handelnden Personen sind sehr liebevoll dargestellt, man kann sie sich toll vorstellen und sie sind auch wieder jeder auf seine Art und Weise einzigartig. Eben ganz spezielle bayrische Originale, wie ich es mag.
Die Handlung... Ja... Und hier hats ein Eck, denn irgendwie kann ich mich damit nicht so ganz anfreunden. Der Spannungsaufbau ist nicht vorhanden, es tröpfelt so vor sich hin. So kam es mir zumindest vor. Ein skurrile Aktion jagt die nächste, doch irgendwie fehlt mir der Zusammenhang.
Ich weiß nicht, ob es mir nur so geht, weil mein Kopf momentan sehr beansprucht ist, oder ob es mir in jeder Situation so gehen würde, aber das Buch hat mich leider nicht voll überzeugt, so dass ich (das tut mir immer weh) nur 3 Sterne geben kann.
Vielleicht gebe ich dem Buch einfach nochmal eine Chance wenn ich wieder voll aufnahmefähig bin! - Martin Frank
Oma, ich fahr schon mal den Rollstuhl vor!
(2)Aktuelle Rezension von: romy94Per Zufall bin ich auf den bayrischen Comedian Martin Frank gekommen, bei einem Kabarettabend habe ich das Buch gekauft.
Beim lesen gingen die Emotionen mit mir durch, von lachen bis weinen war alles dabei, also eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Anfang 20 muss Martin seine Oma und seine Großtante pflegen, natürlich helfen sein kleiner Bruder und sein Papa mit. Körperlich sowie als auch psychisch wird viel von ihm verlangt.
Was mir sehr gut gefallen hat, war der lockere Schreibstil trotz des ernsten Themas, auch das man einiges Privates von Martin Frank während des Lesens erfährt.
Ich kann dieses Buch wärmstens weiterempfehlen.
- Ingrid Werner
BöfflaMORD
(9)Aktuelle Rezension von: Archimedes
" BöfflaMord" ein Taschenbuch voller Krimi-Kurzgeschichten. In jedem kleinen Dorf gibt es jemanden, der jemanden nicht mag und das kann dann soweit gehen, dass man den Selbigen sogar umbringen könnt oder tät. Ja in Bayern gehen die Uhren manchmal anders, aber Mord bleibt Mord, auch in bayrischen Gemeinden, wo jeder jeden kennt. Und so ist es auch in den Kurzgeschichten, manchmal kann man es nachvollziehen, dass man den einen oder anderen um die ecke bringen will, aber manchmal schlägt das Schicksal schon erbarmungslos zu.
Jeder kann sich seine kleine Lieblingsmordsgeschichte selber aussuchen und darüber schmunzeln, auch ich fand meine Lieblingsmörderin, denn bei Gwichste verstehe ich auch keinen Spaß.
Fazit:
Gerade richtig für einen lauen Sommerabend, denn es gibt in den Geschichten viel zu schmunzeln und man kann auch vieles über die bayrische Küche erfahren. Ja, die Bayern ticken so- ich auch. Würde mich freuen, weitere Krimikurzgeschichten lesen zu dürfen. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte- in der Kürze die Würze. - Jutta Mehler
Milchschaum
(16)Aktuelle Rezension von: Schokolatina
Ich hatte natürlich den entscheidenden Vorteil, oder eigentlich zwei.
Zum einen kenne ich die Gegend um Deggendorf gut, zum anderen habe ich selber einmal ein Jahr in einer bayerischen Kleinstadt gewohnt. Und ob nun Dorf oder Kleinstadt, das gesellschaftlich streng überwachte Gefüge ist dasselbe. Kein Atemzug vergeht, ohne dass der Nachbar nicht weiß, was du tust. Sofern er sich dafür interessiert.
Fanni Rot lebt in einem Dorf bei Deggendorf. Klein, fein, beschaulich und immer im Fokus der Dorffrauen. Nicht weil sie dazugehört, sondern eben weil sie nicht dazu gehören will. Fanni Rot bei einem gesellschaftlichen Großereignis – der Beerdigung des Bürgermeisters – ihre Handschuhe auf dem Friedhof vergisst und zurückgeht, findet sie den Pfarrer tot vor. Statt die Polizei zu rufen, unterrichtet sie ihren Mann. Weil Hans Rot als Vereinsmeier genau weiß, wer in der Hack- und Pickordnung dieser Dorfgemeinschaft wo steht, wer zuerst zu informieren ist und wem man nicht auf die Zehen treten darf. Er nennt Fanni gerne Soziopathin, weil sie sich in dieser engmaschigen Überwachungs- und Gleichmachungsgesellschaft nicht einpassen möchte.
Die Dinge nehmen ihren Lauf, die Polizei ermittelt, Fanni Rot denkt mit, denkt nach, denkt mit Kommisar Sprudel, ihrem Freund im Geiste (und mehr darf da nicht sein, da passt Fanni Rot schon auf, schließlich hat sie Hans Rot als selbstgewähltes Schicksal an der Backe, seit sie ihm ihre Zwillinge als Kuckuckskinder untergeschoben hat. Und fair ist sie, die Fanni Rot, für solch eine Tat muss halt Buße getan werden. Im Fall von Fanni Rot eben in Form des Hausfrauendaseins inklusive verwöhntem Ehemann, der in einem keimfreien Haus pünktlich das Essen auf dem Tisch erwartet.)
Story will ich hier nicht spoilern. Für einen Regionalkrimi in einer Gegend, in der schon das Klauen einer Tafel Schokolade vermutlich Wellen schlägt, passiert recht viel in diesem Fall. Das Lokalkolorit ist sehr schön wieder gegeben inkl. Tabernakelschabraacken, die mit klimakteriumrot-gefärbtem Schopf um den Herrn Pfarrer herumgeschwenzelt sind, diese Bastelnachmittag für Weihnachtsbasare (schon im Frühjahr! man kann nicht früh genug beginnen!), dieses gegenseitige Belauern, Aushorchen, der Tratsch und das Geklatsche, vorschnelle Verurteilungen und das Verschweigen von den wirklich wichtigen Sachen, hach ja, so ist das Leben (in so einem Dorf, einer Kleinstadt).
Ein paar Längen hat die Geschichte, weil Fanni immer wieder – gefangen in ihrem selbstwählten Hausfrauensklavendasein – immer wieder endlos kocht, Kartoffeln schält, unzählige Essen pünktlich herstellt, damit aber auch immer wieder deutlich gemacht wird, dass sie zwei Seelen in ihrer Brust hat. Die eine, die sich wegen ihrer Freveltat demütig unterordnet, und die andere, die ausbrechen will, aus dieser Spießigkeit, der Kleinbürgerlichkeit, die intellektuell den anderen überlegen ist, die sich nicht gefordert sieht, die sich mit Hausputz nicht ausgelastet sieht, weil ihre Gedanken und Schlussfolgerungen fliegen.
Zu gerne hätte ich ihr zurufen wollen: Fanni, deine Kinder sind groß! Mach dem Mühsal ein Ende, brich aus!
Sprudel selber bleibt seltsam farblos, ist ein netter, ein kluger, aber doch sehr zurückhaltender Mann, der zwar Fanni will, sich ihrer Sprödigkeit immer wieder unterordnet, sich brav zurückzieht, sich auf Abstand halten lässt. Er muss die Fanni schon recht mögen, um diese Hinhaltetaktik so lange mitzumachen.
Kurz: ein netter Zeitvertreib für einen verregneten Nachmittag, wer die Gegend kennt, wer Dörfer und ihre unterschwelligen Strukturen kennt, der wird breit grinsen. Ohne die ganzen Beschreibungen vom Kochen, Putzen, Gärtnern, vom Haushalten etc. wäre die Story selber vermutlich in der Hälfte der Seiten abgehakt. - Victoria Witzmann
Schatten über dem Tegernsee
(4)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerWas tut man nicht alles, wenn man eine saftige Anzahlung in Höhe von zwanzigtausend Euro auf den Tisch bekommt, um eine verschwundene Galeristin ausfindig zu machen ? Die Agentur Heimroth, Winter & de Groot schlittert in ein Abenteuer, das für ordentlich Furore sorgt und bei dem sich wieder einmal bewahrheitet, das nichts ist, wie es scheint...
Mit "Schatten über dem Tegernsee" entführt Victoria Witzmann den Leser an eben jenen bayrischen See, der Tummelplatz der Schönen und Reichen, Blender und Aufschneider ist und lässt auf den Leser ziemlich viele Klischees und Vorurteile wie glitzerndes Konfetti regen. Snobs und Möchtegerns, Kunsthändler und -Fälscher geben sich hier die Klinke in die Hand und wenn man einmal genauer hinter die Fassade blickt, löst sich das so sorgsam errichtete Bild auf wie die Kohlesäurebläschen im Champagner. Und was dann nach oben steigt , hat es faustdick hinter den Ohren. Neid und Habgier, Eifersucht und Liebeswahn geben sich ein Stelldichein und sorgen so für ordentlich Wirbel.
Was zu Beginn noch recht amüsant und unterhaltsam ist, verliert aber im Verlauf des Romans den Reiz und die wild übereinander herfallenden Ermittler Winter & de Groot werden immer häufiger Sklaven ihrer hormongesteuerten Triebe. Auch sind die Auftraggeberin und die verschwundene Galeristin keine Kinder von Traurigkeit und beherrschen das Bäumchen-wechsel-dich perfekt. Da wird mal hier poussiert, mal da gebusserlt, nur um sich selbst zu beweisen, dass man im Alter noch fit und attraktiv genug ist und mit der Jugend mithalten kann. Das krampfhafte Festhalten an der ewigen Jugend lässt sich auch leider in den Szenen nieder und so wirken manche Episoden ziemlich konstruiert und an den Haaren herbeigezogen.
Die Spannung hält sich in Grenzen, denn durch die gar so gewollte komödiantische Darstellung mancher Szenen verliert der Roman schnell seine eigentliche Bestimmung. Die Suche nach dem Täter entpuppt sich auch eher als reger Durchgangsverkehr, denn es tauchen unglaublich viele Mitwirkende auf, die für mehr Chaos als für Ordnung sorgen und so ein wenig Disharmonie verbreiten. Mir fehlen hier tolle Effekte, die für Aufregung sorgen, unvorhergesehene Ereignisse, die den Puls in die Höhe treiben und Szenen, die mich vor lauter Neugier, wie es denn jetzt weitergeht, an die Seiten fesseln.
Der Krimi spielt zwar am Tegernsee, hat aber außer der namentlichen Nennung von diversen Orten rund um den See nicht viel an Lokalkolorit zu bieten und reiht sich so perfekt in das oberflächliche Bild der selbstverliebten Kapitalisten und Blender ein. Hier ist tatsächlich mehr Schein als Sein vorhanden und ich kann dem Krimi leider nur gut gemeinte drei Sternchen vergeben, da zwischendrin immer wieder mal ein bisschen von den guten Ideen durchblitzt, die man durchaus zu einem echten Krimiknaller hätte verarbeiten können.
- Katharina Gerwens
Stille Post in Kleinöd
(34)Aktuelle Rezension von: djojoIm winzigen Örtchen Kleinöd in Niederbayern geschah etwas Unglaubliches: ein Mord. Herrmann Brunner wurde mit durchgeschnittener Kehle in der Gruber der Langriegers gefunden. Einen offensichtlichen Grund dafür gibt es keinen, man kannte ihn kaum, den Sohn der Biobauern Brunner. Schnell ist der ganze Ort mit Feuer und Flamme bei den Ermittlungen und jeder unterstützt – ob hilfreich oder nicht – die leitende Ermittlerin der Kriminalpolizei Franziska Hausmann.
Nahezu jedes Grundstück auf dem Flurplan des winzigen Ortes repräsentiert ein Geheimnis, welches gewahrt bleiben will. Eine kleine Geschichte, die ans Licht will und die doch niemand ausspricht. Und so fällt es Franziska Hausmann zu Beginn sehr schwer das notwendige Vertrauen der Kleinöder zu gewinnen, um ihren ersten Fall auf dem Land zu lösen.
„»Wehe, Sie verhören nicht jeden einzelnen von uns! Nur wer verhört wird, wird ernst genommen! Der klägliche Rest wird es schwer haben, denn wen Sie am Ende nicht für wichtig genug für ein Verhör befunden haben, der wird auch in der Hierarchie der Dorfgemeinschaft entsprechend an Achtung verlieren. Was für ein Glück habe ich doch, dass Sie heute bei mir sind! Das Warten hat ein Ende! Aber mal ganz im Ernst: Sie bringen einfach Spannung in den hiesigen Alltag.«“ (S. 146)
Der erste Fall von Franziska Hausmann fiel mir eher zufällig in die Hände. Leider hat mich der Niederbayern-Krimi nicht restlos überzeugt: die Dialoge waren aufgrund des extrem gezeichneten Dialekts sehr schwierig zu lesen. Dazu kamen immer wieder Eigenheiten in der Geschichte, die für mich einen gewissen Nervfaktor hatten: sei es die übertrieben dargestellte Raucherei der Kommissarin oder die wiederholt „unauffällig“ eingeflochtenen Bemerkungen bzgl. der Pornoheftchen des Dorfpolizisten oder Hinweise auf mögliche Indizien. Das vermittelte mir das Gefühl, dass ich als Leser als zu beschränkt eingeschätzt würde, diese Hinweise gleich bei ersten Mal zu erfassen.
Die Geschichte selbst wurde immer wieder in verschiedene Richtungen ausgelenkt, nur um am Ende dann doch „relativ“ normal zu enden. Fast schon ein bisschen enttäuschend, dass keine absolut ungewöhnliche Auflösung des Mordfalls gewählt wurde. Aber auf der anderen Seite auch gut, sonst wäre alles noch unglaubwürdiger geworden.
Wer an niederbayerischer Mundart-Lektüre interessiert ist, wird bestimmt auf seine Kosten kommen. Mitunter musste auch ich schmunzeln. Wer aber nur auf der Suche nach einem witzigen oder spannenden Regionalkrimi ist, wird an anderer Stelle möglicherweise besser bedient.
- Josef Kelnberger
Bullen und Schweine
(46)Aktuelle Rezension von: gaby2707Das Gäubodenfest in Straubing ist in vollem Gange, da wird der Futtermittelproduzent und Politiker Richard Plochinger mit einer Schweinemaske über´m Gesicht in einem Sarg gefunden. Den verwendet der Bauer Andreas Bergmüller normalerweise für seine außerplanmäßig verendeten Schweine. Was will uns der Mörder damit sagen?
Zusammen mit Kommissar Hubert Hartmann aus Straubing beginnt der Münchner Kommissar Konrad Wolf, der aus der Gegend stammt und sich somit mit den niederbayerischen Gepflogenheiten bestens auskennt, zu ermitteln. Brisant bei der Sache: die Ehefrau des Toten, Klara Plochinger, ist eine Jugendfreundin des Münchner Kommissars.
Bullen und Schweine – der Titel klang für mich nach einem lesenswerten Regionalkrimi aus Niederbayern. Leider habe ich mich von Anfang an mit dem Lesen schwer getan, bin aber dran geblieben und es hat sich sogar ein ganz kleines bisschen gelohnt. Dümpelten die ersten ca. 200 Seiten langsam, mit endlosem Gequatsche und der Aufarbeitung der Macken und der Vergangenheit eines wenig sympathischen Ermittlers (Wolf) dahin, ging es zum Schluss hin schon etwas spannender zu. Durch die Langatmigkeit der Erzählung fällt aber die Spannung immer wieder in sich zusammen. Die Auflösung, die für mich schon sehr konstruiert und nicht wirklich nachvollziehbar war, hat mich etwas ratlos zurück gelassen.
Insgesamt kamen mir die Personen in dieser Geschichte alle etwas gestört vor, mit Komplexen oder sogar Wahnvorstellungen behaftet. Viele Klischees den Niederbayern betreffend, werden bedient und immer wieder angesprochen, was die Geschichte aber nicht interessanter macht.
Alles in allem ein Buch, das ich nicht wieder lesen würde, wobei die Geschichte an sich sehr viel Potential bietet.
- Hans-Dieter Heun
Die Läusekönigin
(1)Aktuelle Rezension von: Nikolaus_Klammer"Der Hans hatte gesoffen und als Märchenerzähler auch oft genug gelogen,
dafür musste er in der Jauche büßen.
Noch lange, sehr lange."
Hans-Dieter Heun, Die LäuseköniginIch will es gleich zu Anfang zu sagen: Es gibt keine unparteiische, objektive Kritik.
Im Besonderen kann man keine solche von einem Schriftsteller erwarten, wie ich einer bin, besonders wenn ich ein Buch eines Freundes rezensiere. Denn für mich gelten beim Schreiben andere Regeln; jeder Satz, den ich zu Papier bringe, ist hoffnunglos subjektiv, durchtränkt von meinen festen Meinungen und Vorlieben, mancher würde sagen: Vorurteilen. Ich werde also in den Himmel loben oder in den Abgrund der Hölle verteufeln. Entweder - oder. Ein gleichgültiges, achselzuckendes Zwischendrin, ein paar lauwarme, abwägende Worte wird es von mir nicht geben. Schon durch das erste Wort dieses Artikels wurde eine eiserne Grundregel des deutschen Journalismus gebrochen, "ich" darf es bei ernsthafter Kritik nicht geben, "ich" ist eine Todsünde in einer Rezension, man darf höchstens als "der Kritiker" von sich reden und dies nur in der Exposition und in der Synthese. "Den Autoren" - also mich - langweilt das und ich behaupte einfach mal, den Leser meiner Kolumnen ebenfalls.
Deshalb, hemmungslos subjektiv, an dieser Stelle eine Lobpreisung: Ich liebe den neuen Roman von Hans-Dieter Heun und zwar in solch enger Freundschaft mit dem Schriftsteller verbunden, wie man es sich überhaupt denken lässt. Im Gegensatz zu Manchem bin ich nicht eines anderen Dichters Wolf. Aufgrund erwartbarer Zweifel bei einigen Lesern dieses Blogs will ich auch noch anmerken: Trotz meines gestrigen Artikels habe ich Heuns Buch gelesen, seine Entstehung über die Jahre verfolgt und zumindest anfänglich begleitet (Ich bin im Besitz einer frühen Fassung des Romans, einer Art "Ur-Faust" von 2008, die damals noch den Titel "Parkbank No. 7" trug und allein den Elmar-Juliane-Handlungsfaden enthält). Ich freue mich, den "Page-Turner", wie meine englischsprachigen Freunde solch einen 400-Seiten-Wälzer gerne nennen, endlich vollendet vor mir liegen zu haben. Er hätte etwas besseres verdient gehabt als diese leider recht einfache, etwas lappige Ausgabe des aaVaa-Verlages im billig broschierten Taschenbuchformat; es macht den Roman dadurch aber für wirklich jeden erschwinglich. "Wenn Sie in diesem Jahr nur zwei Bücher kaufen, erwerben sie unbedingt dieses", um mal einen Lieblingssatz meiner Kritikerkollegen zu benutzen. Von mir deshalb an dieser Stelle eine absolute Kaufempfehlung! Sie richtet sich in erster Linie an Leserinnen jeden Alters, die genug von "grauen Schatten" und "zwielichtigen Vampiren" haben und endlich einmal eine wirkliche Liebesgeschichte mitleiden und herzhaft lachen möchten. Ich spreche von:
Hans-Dieter Heun
Die Läusekönigin
aaVaa Verlag, 2013Hans-Dieter Heun, der erst nach seiner vom Schicksal arg gebeutelten Karriere als Koch und Wirt zum Schreiben fand, ist das, was man im 19. Jahrhundert als "Originalgenie" bezeichnete und er gehört zu den Autoren, die eigentlich ihr Leben lang an nur einem einzigen Roman schreiben, auch wenn sie so produktiv sind wie der auf einem niederbayerischen Einödhof lebende und arbeitende Autor, der aus diesem selbstgewählten Exil regelmäßig "Abschnitte" seines Opus magnum veröffentlicht. Nach seinem Kochbuch, dem umfangreichen Roman "Geile Farben" und seinen Geschichtensammlungen ist nun "Die Läusekönigin" das vorerst letzte Glied in dieser Kette und was soll ich sagen: Heun wird immer besser.
Was für ein unglaubliches Panoptikum begegnet uns auf diesen Seiten: Ein Erzähler aus der Güllegrube, dessen boshafter Bruder, eine duldsame Parkbank, ein erfrorener Penner und seine weiße Taube, die eigentlich sein treuer Hund ist, als himmlische Boten in der äußerst delikater Mission, den schüchternen, von der bigotten Mutter unterdrückten Elmar und die forsche emanzipierte Masseuse Juliane als Liebespaar im Wortsinn zueinander finden zu lassen, der überarbeitete Pförtnerengel Rasmus und noch viele weitere skurrile Gestalten bevölkern diesen Roman und dazu kommt noch das personifizierte Böse: "Die Läusekönigin"! Wir begleiten die Figuren durch einen städtischen Park, durch die zerklüfteten Vulkanschluchten von Lanzarote, durch den Himmel und die Hölle, durch ihre Träume und ihre Vergangenheit, durch groteske Abenteuer und skurrile Begebenheiten.
Mit überschäumender Phantasie und einer überwältigenden Vielzahl an komischen, pikanten, phantastischen, brüllend lustigen, aber auch höchst romantischen und sentimentalen Szenen fabuliert sich Hans-Dieter Heun unterhaltsam seine ureigene Version der "Schneekönigin" von Hans-Christian Andersen zusammen und gibt weitere Hinweise, warum 264 eine ganz besondere Zahl für ihn ist.
Ihm ist ein Roman gelungen, den niemand wieder aus der Hand legen wird, der ihn einmal begonnen hat und will man in der deutschen Literatur Vergleichbares finden, dann muss man weit in die Vergangenheit gehen und lange suchen. Denn "Die Läusekönigin" ist hierzulande etwas ganz seltenes. Heun schreibt aus einer Froschperspektive, aus der er den Leser harmlos durch das ganze Werk führt. Er gönnt sich dabei eine Narrenmaske. Mit ihr demaskiert er die Gesellschaft.* "Die Läusekönigin" ist ein Schelmenroman, wie er eigentlich nur in der englischsprachigen und in der russischen Literatur Tradition hat, obwohl es doch in "Teutschland" mit dem abenteuerlichen Simplizissimus von Grimmelshausen, mit Johann Karl Wezel oder meinem geliebten E.T.A. Hoffmann so gut angefangen hat. Das ist schade, denn der Literatur hierzulande würde es gut anstehen, wenn wir in 20. Jahrhundert einen John Steinbeck, einen Jaroslav Hašek oder einen Tom Robbins gehabt hätten.
Aber jetzt haben wir Hans-Dieter Heun.
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*siehe auch: Pavel Mazura, Zwei Beispiele des Schelmenromans in deutscher Literatur, Brno 2010
- Jutta Mehler
Magermilch
(15)Aktuelle Rezension von: MAZERAKFanny Rot ist Hausfrau und Oma, und hat sich ihr Leben gemütlich eingerichtet. Doch als sie am Fuße des Klettergartens einen abgestürzten Toten findet, steht ihr Leben Kopf. Denn sie kannte den Verunglückten und glaubt nicht an ein zufälliges Versagen des gewissenhaften und geübten Bergsteigers.
Das liebenswerte ländliche Cover zeigt ein bisschen heile Welt, die es für Fanny Rot erst einmal nicht mehr gibt. Denn sie kann nicht an ein Unglück glauben und beginnt, Fragen zu stellen. Sehr gezielt setzt sie mit ihren Ermittlungen an und trägt Stück für Stück die Puzzleteilchen zusammen.
Für mich ist es das erste Buch von Jutta Mehler und ich habe mich sofort darin wohl gefühlt. Die Autorin schreibt sehr lebendig, detailreich und unterhaltsam, ihre Protagonistin ist liebenswert, ein bisserl eigenwillig und manchmal sehr direkt. Und sie versteht es, Bekanntschaften zu nutzen, die Menschen einzuwickeln, auszufragen und sehr klug die Zusammenhänge zu erkennen. Das sie diese vielleicht etwas zu lange für sich behält, wird ihr und ihrem treuen Freund beinahe zum Verhängnis und sorgt für einen atemberaubenden Showdown, der zusätzlich letzte Zweifel ausräumt. Ein spannender, humorvoller und abwechslungsreicher Krimi, der beste Unterhaltung bietet!
- Ingrid Werner
Karpfhamer Katz
(37)Aktuelle Rezension von: RamonaFroeseDer Titl klang ja interessent. Das Cover war eher abschreckend, so dass ich länger gebraucht habe das Buch anzufangen.
Die Geschichte selbe ist sehr interessant. Die Wendungen waren echt gut. Mit dem Ausgang hatte ich so nicht gerechnet...
Ich fand es sehr spannent























