Bücher mit dem Tag "niederösterreich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "niederösterreich" gekennzeichnet haben.

22 Bücher

  1. Cover des Buches Tod auf der Unterbühne (ISBN: 9783710403743)
    Konstanze Breitebner

    Tod auf der Unterbühne

    (24)
    Aktuelle Rezension von: takabayashi

    Dieser Cosy-Krimi aus dem Theatermilieu, hat mich sehr gut unterhalten, ist spannend und informativ. Man merkt ihm an, dass die Autorin sich in diesem Milieu gut auskennt, die Charaktere sind gut gezeichnet, der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die Personen sind mir ans Herz gewachsen und die Auflösung hat mich überrascht. Auch die theateraffine Kommissarin Antonia und ihr Sidekick, Dorfpolizist Ferdinand Berger sind ein gutes und sympathisches Ermittlerduo. Der renommierte Regisseur des Sommertheaters, der zwar künstlerisch viel drauf, im zwischenmenschlichen Umgang ein richtiger Tyrann und ein Ekelpaket ist, kommt bei der Generalprobe von "Ein Sommernachtstraum reloaded" auf der Unterbühne zu Tode. War es ein Unfall oder hat jemand nachgeholfen? Verdächtige gibt es im Ensemble en Masse, und die junge Kommissarin verbeißt sich in diesen Fall. Ein richtig netter Krimi, der für Hard-boiled Fans sicherlich zu spannungsarm ist, für mich jedoch genau das richtige Maß an Spannug lieferte und einen interessanten und humorvollen Einblick in die Theaterwelt.

  2. Cover des Buches Rückwärtswalzer (ISBN: 9783462000320)
    Vea Kaiser

    Rückwärtswalzer

    (179)
    Aktuelle Rezension von: KlausEffing

    Rückwärtswalzer“ von Vea Kaiser

    Manchmal sind es genau die Romane, die sich Zeit lassen, die am Ende am meisten geben. Rückwärtswalzer ist so einer.

    Auf gut 400 Seiten entfaltet Vea Kaiser das Porträt einer österreichischen Familie, deren Zentrum drei Schwestern bilden – jede für sich eigenwillig, widersprüchlich, lebendig. Die Figuren sind nicht nur sorgfältig gezeichnet, sondern bewusst überzeichnet, fast schon mit einem Augenzwinkern – und gerade dadurch so eindrücklich.

    Was zunächst wie eine klassische Familiengeschichte beginnt, gewinnt im Verlauf spürbar an Dynamik und Tiefe. Besonders im zweiten Teil entwickelt der Roman eine überraschende Wucht: Ein ebenso skurriles wie berührendes Roadmovie führt fünf Figuren gemeinsam nach Montenegro – eine Reise, die nicht nur geografisch, sondern auch emotional einiges in Bewegung setzt.

    Und dann ist da noch dieses Geheimnis, das über allem schwebt. Lange nur angedeutet, wird es erst ganz zum Schluss aufgelöst – und verleiht der gesamten Geschichte rückblickend eine neue Dimension.

    Unser Buchclub war sich beim heutigen Treffen einig: ein klug komponierter, sprachlich überzeugender Roman, der mit jeder Seite gewinnt. Kein lautes Buch – aber eines, das nachhallt.

    Für alle, die Familiengeschichten mit Tiefe, Humor und erzählerischem Atem schätzen.

  3. Cover des Buches Sauglück (ISBN: 9783740800550)
    Veronika A. Grager

    Sauglück

    (24)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    "Sie wies durch das Fenster nach draußen, wo Dornröschen eben wieder einen seiner sagenhaften Auftritte bot" - Wie sieht dieser sagenhafte Auftritt aus? Was verpasse ich da gerade? Wieso beschreibt das die Autorin nicht, sondern lässt den Leser im Dunklen tappen? Wenn das hier nur einmal vorkommen würde, würde ich das ja irgendwie noch verkraften, aber es passiert ständig.

    "Tumultartige Szenen waren die Folge." Die Autorin beschreibt nicht, was passiert, sondern kürzt es mit einem Satz ab. Die meisten Beschreibungen gehen daher verloren. Man kann nicht damit argumentieren, dass der Leser selbst interpretieren soll, denn wenn ich das ständig mache, kann ich auch beginnen, zu fantasieren und brauche dafür kein Buch.

    Die Figuren werden schnell in Schwarz und Weiß geordnet. Das sind die Guten, das sind eindeutig die Bösen. Keine einzige Figur ist vielschichtig, sondern jeder begrenzt auf Gier oder Mitgefühl. Das macht die Figuren unsympathisch, vor allem langweilig.

    Ihr schlichter Stil sorgt nicht für eine Atmosphäre und wie sie die Geschehnisse hinunterrattert, macht sie den Eindruck, als wollte sie so schnell wie möglich zum Kern der Geschichte kommen. Darunter leidet der Spannungsbogen und gerade in einem Krimi ist die Spannung das Wichtigste.

    Als man die Leiche entdeckt, werden die Geschehnisse bis zu dem Zeitpunkt stichwortartig erzählt. Statt eine Szene aufzubauen, überspringt sie alles und schafft es nicht, irgendein Bild herzustellen. Dabei wird die Leiche in einer Jauchegrube entdeckt, wo der alte Mann in Tierurin schwimmt, was ein übles Bild ist, erschreckend und ekelhaft, aber darauf geht sie nicht ein. Leiche gefunden, nächste Szene und plötzlich sind die Polizisten da, die das Sauwetter kritisieren.

    Die Dialoge wirken meistens gekünstelt, wie bei einem Protokoll, beschränkt auf das Eigentliche, ohne auf die Reaktionen der Figuren einzugehen. Meistens sind sie kalt formuliert. Erst als die Autorin den Dialekt ins Spiel bringt, bekommen die Dialoge zwar etwas Farbe, aber das lag wohl eher daran, dass ich mir beim Lesen einen richtigen Wiener vorgestellt habe und ich große Schwierigkeiten hatte, ihn auch zu verstehen.

    In meinen Augen funktioniert das Buch nicht. Man merkt, dass da eine richtige Anfängerin dran war, die leidenschaftslos und ohne jegliche Liebe geschrieben hat.

  4. Cover des Buches Tod am Nussbaum (ISBN: 9783903092150)
    Lore Macho

    Tod am Nussbaum

    (3)
    Aktuelle Rezension von: wampy

    Buchmeinung zu Lore Macho – Tod am Nussbaum

    „Tod am Nussbaum“ ist ein Kriminalroman von Lore Macho, der 2016 im Federfrei Verlag erschienen ist.

    Zum Autor:
     Lore Macho wurde in Wien geboren. 1974 absolvierte sie die Sommerakademie für Malerei in Sirmione und ist seit dieser Zeit als freischaffende Malerin tätig.


    Klappentext:
    In Klein Schiessling herrscht Aufregung. Das frisch vermählte Paar Marie und Franz Oberer finden den Gemeinderat Huberbauer am Tag ihrer Hochzeit auf dem Nussbaum erhängt. Kaum beginnt die Polizei mit ihren Ermittlungen, wird der nächste Gemeinderat in der Kirche mit einem Hirschfänger erstochen. Die Einwohner sind überzeugt: ein Politikermörder geht um. Wieder ermitteln der cholerische Inspektor Julius Schreiner und der besonnene Sepp Tauber - zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Meine Meinung:
    Ist dieses Buch eine Kriminalkomödie oder gar eine Groteske oder eine Parodie? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn es gibt Anzeichen für jede diese Formen. Die Figuren sind ziemlich krass gezeichnet, seien es der cholerische Julius Schreiner oder sein Chef, der gerne mit den Füßen auf dem Tisch nachdenkt und dem sein Ruhe wichtig ist. Auch die Dorfbewohner schweigen Fremden gegenüber beharrlich, tratschen aber intern heftig. Dabei weiß man natürlich nicht, welcher Wahrheitsgehalt enthalten ist. Klischees werden reichlich bedient, Spannung kommt meist in kleinen Dosen und doch ist die Geschichte sehr unterhaltsam. Am Ende gibt es eine nachvollziehbare Lösung, aber das ist eher ein Nebenprodukt. Sandra Weber, Sepp Tauber und seine junge Kollegin ermitteln so gut es halt geht. Nicht nur die Erzählperspektive wechselt häufig, sondern auch die Erzählform springt zwischen Ich-Erzählung und klassischem Erzähler. So ist der Leser allzeit auf dem Stand der Ermittler und ihre Gedanken sind manchmal schon speziell.

    Fazit:
     Ein sehr unterhaltsamer Buch mit viel Atmosphäre, skurrilen, aber meist liebenswerten Figuren und mit viel Humor. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Gerne empfehle ich diese Geschichte den Freunden von Kriminalkomödien.

  5. Cover des Buches Fernwanderweg Via Sacra (ISBN: 9783711102966)
  6. Cover des Buches Nachtmahl (ISBN: 9783499268359)
    Rainer Nikowitz

    Nachtmahl

    (19)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Gleich vorweg, ich kann mich den positiven Kommentaren und Rezensionen nur bedingt anschließen. Und ich habe Teil 1 nicht gelesen.

    Suchanek ist ein Lebenskünstler, der wenig von geregelter Arbeit dafür aber umso mehr von Joints hält. Als Held von Wunzendorf hat ihm der niederösterreichische Landeshauptmann einen Urlaub als Gratifikation versprochen. Und diesen Urlaub verbringt mit Susi - anscheinend seine Freundin, oder auch nicht - im "idyllischen" Feuchtkirchen auf dem Abentheuerer Hof.
    Es ist schwül und heiß und die Stechmücken (Gelsen) sind heuer so zahlreich wie noch nie. Ja, und dann - man ahnt es schon - wird die erste Leiche im Wildschweingehege des Hofes gefunden. Hatte Suchanek wenig Stunden über die "Ceausescu-Methode" gesprochen, sieht es so aus, als ob genau diese Methode zur Anwendung gekommen ist. Kommissar Wimmer ermittelt und Suchanek und sein Freund Grasel werden von einem örtlichen Adeligen engagiert, private Ermittlungen anzustellen...

    Meinung:
    Nikowitz hat einen abgründigen, sarkastischen Humor und man muss höllisch aufpassen, Pointen nicht zu verpassen, weil sein Satzbau doch recht verschachtelt ist. Das schränkt das Lesevergnügen doch erheblich ein. Aber trotzdem, selten haben einen so humorvollen Krimi gelesen.
    Zweiter Schwachpunkt ist, dass der Fall so vor sich hindümpelt. Spannung kommt nur bedingt auf. Die Auflösung ist in so fern gelungen, als das sie überraschend ist. 

    Fazit:
    Zwiespältig. Kein guter Krimi, aber ein humorvolles Buch mit abgründigen Humor. Für eingefleischte Krimifans eher nicht empfehlenswert.

  7. Cover des Buches Das Nussstrudelkomplott (ISBN: 9783954518029)
    Beate Ferchländer

    Das Nussstrudelkomplott

    (12)
    Aktuelle Rezension von: DramaLama

    Heute möchte ich euch einen Krimi vorstellen, der kein Auge trocken lässt. Die Rede ist von "Das Nussstrudelkomplott", dem ersten Band der Mehlspeisekrimi- Reihe von Beate Ferchländer.


    Bereits das Cover verrät, dass es sich um einen Krimi mit regionalem Bezug handelt, und die Regionalität kommt darin nicht zu kurz. Was dem Leser bedingt durch das karierte Herz suggeriert wird, hat die Geschichte allerdings nicht zu bieten. Liebe, Treue, Ehrlichkeit? Nein, ganz im Gegenteil. 

    Helene findet ihren Mann inzwischen zum Kotzen und möchte ihn loswerden. Sie könnte sich einfach scheiden lassen, jedoch würde sie dann ihre Traumvilla verlassen müssen. Also muss ein Plan zur Mannbeseitigung her. Tja, was wäre da einfacher, als Hermanns Nussallergie? Mit Hilfe ihrer Haushälterin gelingt ihr …. ach, mehr möchte ich nun wirklich nicht verraten.


    Da ich den Schreibstil der Autorin bereits von "Sterbenstörtchen" kenne, wusste ich bereits über den Wortwitz und den leicht sarkastischen Unterton Bescheid. Aber gerade diesen Schreibstil finde ich bei solchen Krimiödien einfach klasse. Locker, leicht, pointiert, so wird Lesen zur absoluten Unterhaltung. Allerdings zeigt dieser Band auch ein paar kleinere Schwächen. Meinem Eindruck nach, hängt die Geschichte an manchen Stellen ziemlich. Es fehlt dann der Pepp und die Witzigkeit geht flöten. Dennoch schafft es die Autorin, die Handlung immer wieder in Schwung zu bringen, wenngleich sich das manchmal auch als etwas schwierig zeigt.


    Fazit:

    Mit "DAS NUSSSTRUDELKOMPLOTT" nimmt die Autorin ihren Leser auf über 250 Seiten mit in die Gedanken und Pläne ihrer Hauptprotagonistin, die ihren Mann loswerden möchte. Auf humorvolle Weise beschreibt BEATE FERCHLÄNDER die Demütigungen und daraus resultierenden Rachepläne, die durchaus nachvollziehbar sind. Stellenweise kommt sowohl der Spannungsbogen als auch der Witz etwas zum Erliegen, aber im Großen und Ganzen war es ein tolles Lesevergnügen. Vielen Dank für die gute Unterhaltung!

  8. Cover des Buches Das mystische Waldviertel (ISBN: 9783850284721)
    Josefa Mayer-Proidl

    Das mystische Waldviertel

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Nina_1986
    Ich fand dieses Buch sehr spannend! Wenn man das Waldviertel ein bisschen kennt, kommen viele bekannte Ortschaften vor. Es beinhaltet kurze, meist sehr schaurige Geschichten, die den Leser in eine mystische Welt (wie schon der Titel verrät) versetzen. Gerade in der heutigen Zeit, in der leider oft wenig Zeit bleibt für Phantasie und alte Werte, ist dieses Buch ein abwechslungsreiches Muss um vom schnelllebigen Alltag einmal abzuschalten. Ich kann es nur weiter empfehlen!
  9. Cover des Buches Mostschlinge (ISBN: 9783839220467)
    Helmut Scharner

    Mostschlinge

    (21)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Im Mostviertel in Niederösterreich wird in einem Fitnessstudio die Leiche einer Frau entdeckt. In Wien tauchen ähnliche Fälle auf, deshalb wird schnell an einen Serienmörder gedacht. Kommissar Brandner ermittelt in der ländlichen Region, und findet sich unter alten Bekannten wieder.

    "Mostschlinge" ist der zweite Teil einer Krimi-Reihe um Kommissar Brandner, der in Mordfällen im niederösterreichischen Mostviertel ermittelt. Obwohl ich den Vorgängerband nicht kenne, bin ich äußerst gut ins Geschehen eingestiegen. Der Fall steht für sich und eignet sich meinem Empfinden nach auch als Einzelband.

    Das idyllische Waidhofen an der Ybbs wird zum Tatort. Im Fitnessstudio im Schloss findet man die Leiche einer jungen Frau, was die gesamte Gegend erschüttert. Kommissar Brandner wird direkt aus Wien in die schmucke Stadt gerufen, weil er aus einem vorherigen Fall die örtlichen Begebenheiten kennt.

    Großteils wird der Fall aus der Sicht von Kommissar Brandner erzählt. Auf diese Weise bekommt der Leser Einblick in den aktuellen Ermittlungsstand. Mir hat Brandners Art gefallen, weil er ein Ermittler ohne allzu persönliche Involviertheit ist. Zwar schieben sich kleinere, private Sequenzen in seine Sicht ein, aber so, dass sie durchaus natürlich wirken.

    Außerdem kommt die Perspektive weiterer Beteiligter zu tragen, die in Wien und Waidhofen/Ybbs angesiedelt sind. Damit verschafft Helmut Scharner dem Leser ein umfassendes Bild, ohne der Handlung die Spannung zu nehmen.

    Bemerkenswertes Gespür beweist der Autor, weil er sogar den Mörder selbst einen eigenen Part schenkt. Dennoch wurde ich außerordentlich lange auf Irrwege geführt, und erst am Ende war klar, wer hinter den Taten an den Frauen steckt.

    Dabei sind alle Figuren glaubhaft gezeichnet. Sie wirken authentisch, ihre Handlungen sind nachvollziehbar, und für mich hätte das geschilderte Geschehen genauso der Realität entsprechen können.

    Dieser Regionalkrimi lebt von der Region. Die Städte Waidhofen an der Ybbs und Amstetten sind detailliert in Szene gesetzt. Ich habe viele Orte, Straßen, Geschäfte und Lokale wieder erkannt. Dabei war es ein seltenes Vergnügen für mich, ausgerechnet in meiner Gegend - als Ortskundige - auf Mörderjagd zu gehen.

    Die Krimi-Handlung ist solide und zunftgerecht aufgebaut. Wie bereits erwähnt, es war spannend bis zum Schluss, weil ich keine Ahnung hatte, wer der Mörder ist. Vielleicht hat es etwas an Action gefehlt, weil es relativ ruhig zugegangen ist. Dafür war das Geschehen plausibel und äußerst realistisch erzählt.

    Meiner Meinung nach hat Helmut Scharner mit "Mostschlinge" einen ausgezeichneten Regionalkrimi hingelegt. Echt wirkende Figuren, ortskundige Beschreibungen und eine glaubwürdige Krimihandlung haben mir unbeschränkten Krimi-Spaß beschert, und ich bin mir sicher, dass ich zum nächsten Band greife.

    Kommissar Brandner im Mostviertel:
    1) Mostviertler
    2) Mostschlinge
    3) Mostviertler Jagd
  10. Cover des Buches Mostbarone (ISBN: 9783839201817)
    Helmut Scharner

    Mostbarone

    (25)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    In Niederösterreich, im Mostviertel, geht ein Mörder. Der Primus der Mostbarone wird vor seinem Heurigen erschlagen. Die Konkurrenz steht unter Tatverdacht. Doch bei den Ermittlungen stößt Major Brandner auf weitere Verdächtige und Mordmotive. Bis noch ein Mord mitten im Mostviertel geschieht.

    „Mostbarone“ ist ein Regionalkrimi von Helmut Scharner, der seinen Ermittler Brandner schon in der Most-Trilogie auf Mörderjagd schickte. Es handelt sich hierbei um den vierten  Band einer Krimireihe, der gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

    Major Brandner wird ins idyllische Mostviertel gerufen, wo ein Mostbaron direkt vor seinem Heurigen mit einer Mostflasche erschlagen wurde. Jetzt gilt es herauszufinden, wer der Mörder oder die Mörderin ist, weil es keine Beweise gibt. Aber Motive finden sich allerhand und dies nicht nur unter den Mostbaronen.

    Mit „Mostbarone“ hat Helmut Scharner einen Krimi geschrieben, der punktgenau vor meiner Haustür spielt. In meinem Heimatort werden sogar Tatverdächtige verhört, während es Mostkreationen zu verköstigen gilt und die hiesige Landschaft das Gemüt hebt. 

    Für mich war es aus diesem Grund eine besondere Leseerfahrung, weil ich sämtliche Schauplätze aus der Realität kenne und sie somit außerordentlich lebhaft vor Augen hatte. Zwar sind alle Figuren fiktiv, doch der historische und kulturelle Kontext entspricht der Wirklichkeit, was das Buch zum heimatlichen Lesevergnügen hebt. Anhand der Lektüre habe ich bemerkt, in welch schöner Gegend ich lebe und wie viel es rundherum zu entdecken gibt, obwohl es für mich alltäglich ist.

    Sehr ansprechend fand ich den Ausflug auf den Sonntagberg. Auf diesem Berg ist eine barocke Basilika gebaut, die sich am Gipfel über die Ortschaften im Ybbstal erhebt. Für mich gehören Berg und Kirche zu meinem Heimatgefühl dazu. Wenn ich von einer Reise nachhause komme und den Sonntagberg sehe, dann weiß ich, dass ich daheim angekommen bin 

    All diese Schauplätze, die Stimmung und die Kultur sind realitätsgetreu beschrieben. Ausnahme bilden ein fiktives Hotel und die Auseen, die in Helmut Scharners „Mostbarone“ - mit einem Augenzwinkern - mit paradiesischem Urlaubsflair versehen sind. Leider kommt das nicht einmal mit viel Fantasie an die echten Auseen heran und sorgt bei ortskundigen Leser:innen für Schmunzeln.

    Charmant wird die Mostkultur beschrieben, die mittlerweile den Most vom süffigen Alltagsgetränk zu einem edlen Tropfen gehoben hat. Scharner bedient sich für seinen Krimi der Mostbarone. Dabei handelt es sich um einen Verein, der sich der Erhaltung der Mostkultur verschrieben hat und die kulinarischen Traditionen um die Mostheurigen in Ehren hält.

    Der Krimi wird großteils aus Majors Brandners Perspektive erzählt, wobei seine Familie einen eigenen Part erhält. Dadurch wird die Region perfekt in Szene gesetzt, weil auf diese Weise viele Schauplätze von den Figuren besucht und im Krimi eingebunden werden. 

    Der Kriminalfall an sich entspricht einem typischen Krimi, der vom Ermittler vorangetrieben wird. Interessant ist, dass es viele Verdächtige und keine Beweise gibt. Erst nach und nach ergeben die einzelnen Teile ein Gesamtbild und steuern auf einen gelungenen Abschluss zu.

    Der Twist am Ende war solide und hielt einige Überraschungen parat. Mir war früh klar, wer unter anderem mit dem Mord in Verbindung steht. Trotzdem waren die Zusammenhänge erst zu guter Letzt ersichtlich und ich empfand es als souverän eingefädelt.

    Negativ ist mir die Vorgehensweise bei den Ermittlungen von Major Brandner aufgefallen. Ich hätte an seiner Stelle eine bestimmte Personengruppe früher befragt, die kaum genauer betrachtet wird. Wahrscheinlich hätte das den Krimi zu schnell zu Ende gebracht.

    Mir hat „Mostbarone“ richtig Spaß gemacht. Es hat mir gefallen, direkt vor meiner Haustür zu ermitteln und meine Gegend durch die kriminelle Lektüre neu zu entdecken. Ich denke, wer Regionalkrimis mag, wird damit angenehme Lesestunden haben. 


    Kommissar Brandner im Mostviertel:

    1) Mostviertler

    2) Mostschlinge

    3) Mostviertler Jagd

    4) Mostbarone

  11. Cover des Buches Finsterdorf (ISBN: 9783839228234)
    Peter Glanninger

    Finsterdorf

    (36)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    In einem kleinen Dorf verschwindet eine junge Frau und taucht unversehens wieder auf. Sie wirkt verwirrt und es scheint, dass ihr, während dieser Zeit, etwas Schlimmes zugestoßen ist. Deshalb wird der unerfahrene Ermittler Thomas Radek nach Schandau geschickt, um dem Geschehen auf den Grund zu gehen. 

    "Finsterdorf" ist ein Kriminalroman, der in einem Dorf in Niederösterreich angesiedelt ist und für mich von der Atmosphäre her in die Kerbe der Regionalkrimis schlägt. 

    Schon am Anfang wird man mit einer brutalen und eindringlichen Szene in den Roman gezogen. Es geht gewaltig her. Beim Einstieg habe ich mich regelrecht unangenehm berührt gefühlt. Damit zeigt Peter Glanninger, dass er die Emotionen des Lesers aufwühlen kann. Ich fand es ausgezeichnet beschrieben und der Autor hat mir auf den ersten Seiten anständig Angst gemacht.

    So packend und intensiv es anfangs war, wird es daraufhin beschaulicher. Der junge Ermittler Thomas Radek wird nach Schandau geschickt, um bezüglich der wiederaufgetauchten Verschwundenen zu ermitteln. Der Fall liegt zwar auf der Hand, weil die Dame wieder da ist, aber so ganz sauber wurde dieser noch nicht ad acta gelegt. Frei nach dem Motto: 

    „Mach’ den Akt zum Wanderer, dann bekommt ihn ein anderer …“ (S. 65, eBook)

    Radek stößt auf eine eingeschworene Gemeinschaft, der kaum ein Wort zu entlocken ist. Genau hier hat mich Peter Glanninger von der Atmosphäre her gehabt. Wer abgelegene Dörfer kennt, weiß, wie schwierig es ist bei den Einheimischen anzudocken. Ein Fremder wird jederzeit als Eindringling und Bedrohung wahrgenommen, misstrauisch beäugt und keinesfalls ins Vertrauen gezogen. 

    Dementsprechend schwierig ist es für Radek, die Ermittlungen anzugehen und herauszufinden, was der jungen Frau geschehen ist. Diese wirkt völlig verstört, hat sich zurückgezogen und ist zu keiner klaren Aussage bereit.

    Nach und nach erkennt Radek, dass in Schandau nicht nur das übliche dörfliche Gebaren, sondern eine Grundangst unter den Einheimischen vorhanden ist. Wovor fürchten sie sich?

    Peter Glanninger schafft meiner Meinung nach eine eindringliche Stimmung. Diese Schweigemauer der Menschen war fast körperlich spürbar und Ermittler Radek hat mir teilweise leidgetan. 

    Der Schreibstil hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich bin es gewohnt, deutsches Deutsch in Büchern zu lesen, aber ich freue mich, wenn ich auf meine Umgangssprache stoße. Deshalb war es umso erfrischender, dass der österreichischen Ausdrucksweise in diesem Krimi Raum gegeben wurde:

    „ (…) und als er sein Gewand im Kasten verstaut hatte, ging er wieder nach unten.“ (S. 157, eBook)

    Die Handlung war gut, aber mühelos zu durchschauen. Gewünscht hätte ich mir, dass es die eine oder andere Wende gibt, welche die Spannung hebt. 

    Insgesamt geht es etwas in eine Austrian-Gothic-Richtung, was dem Roman sogar einen leichten Gruselflair verleiht. Eine unheimliche Note hat der Krimi auf jeden Fall. Dennoch war mir der Hintergrund zu dick aufgetragen. Einige Winkel mehr in der Handlung und ein kleinerer Rahmen, was die Motive und das Geschehen angehen, haben dem Buch zur Bestwertung gefehlt. 

    So ist es ein atmosphärischer Krimi mit geradlinigem Geschehen, der aufgrund es dunklen Flairs und österreichischem Lokalkolorit bestens zu lesen ist.  

  12. Cover des Buches Im Bann der Kreisgräben (ISBN: 9783850287630)
    Rudolf Bulant

    Im Bann der Kreisgräben

    (3)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    „So denkt ihr Menschen immer, wenn etwas schiefläuft. Dass die Fehler bei euch selbst liegen könnten oder ganz andere Ursachen haben, auf diese Idee kommt ihr meist gar nicht“ (S.143)

    Zum Inhalt:

    Fritz Obersteiner, seines Zeichens Sprengmeister, hat in seiner langjährigen Karriere schon so manche knifflige Sprengung mit Bravour gemeistert. Eine ganz besondere Stelle im Steinbruch seines derzeitigen Chefs Stefan Krimmer, bereitet ihm jedoch gewaltiges Kopfzerbrechen. Nichts scheint hier nach Plan zu laufen und schon gar nichts glatt zu laufen, jedweder Physik zum trotz.

    Just an dieser Stelle geschieht auch jene Reise in die Vergangenheit, welche ihn und eine kleine verschworene Gruppe in den Bann zieht: Ihre „Begegnungen“ mit den seit Äonen verstorbenen Menschen, deren Fleiß und Akribie Kreisgräbenanlagen in der Region zu verdanken sind, gestaltet sich zunehmend gefährlich, wenn auch ungemein interessant, wie v.a. Archäologe Dr. Martin Böhm seine Assistentin Nicole Brenner finden.

    Nicht nur, dass jenes überaus plastische Erleben der Geschichte rund im die Heiler Skylar und Melvin Spannung genug bereithält, auch in der ganz realen Welt Obersteiners im Hier und Jetzt erfährt die Gruppe, dass es bei Weitem nicht allen Zeitgenossen gelegen kommt, was entdeckt wurde. Werfen doch eben diese Entdeckungen vieles als geschichtlich und gesellschaftlich selbstverständlich Empfundenes gründlich über den Haufen. So gilt auch hier: wer die Informationen kontrolliert sitzt an den Hebeln der Macht!

    Der Werdegang und v.a. auch der Abgang von Melvin und Skylar, sowie der ihnen schutzbefohlenen Dorfgemeinschaften in einer fernen Vergangenheit, werfen ein volkommen neues Licht auf das Verständnis der Gegenwart. Dieses Vermächtnis bleibt nicht nur Historie, es umreist den Standort der Menschen in Zeit und kosmischem Raum…

    Fazit:

    Rudolf Bulant schreibt auch in seinem aktuellen Roman rund um die historischen Kreisgrabenanlagen in der ihm eigenen authentischen, durchaus spannenden und mit Lokalkolorit gewürzten Art. Verfolgt man seine bisherigen Werke so zieht sich stets ein Changieren zwischen solider, realer Bodenständigkeit und einer Welt dahinter, hinter dem als gegeben Hingenommenen, durch. Dieses irisierende Durchspielen von Denkmöglichkeiten resp. -welten macht seine Texte spannend, flüssig lesbar, leichttönig aber nicht seicht.

    Ein Exkurs am Schluss des Textes wie es um die Kreisgräbenanlagen in Realiter dzt. steht, bezugnehmend auf historischen Hintergrund rundet ab Seite 285 die Geschichte ab, ja macht sogar neugierig, mehr über dieses archäologische Phänomen zu erfahren.

    Zum Buch:

    Der 288 Seiten starke Band fällt schon wegen seiner gelungenen Farbgebung resp. Motivwahl auf den Buchdeckeln auf. Eben diese Wahl zeigt sich als ein treffendes, den Text unterstützendes bildnerisches Plus, wobei die starke Verleimung des Buchblockes, ein sauberer Druck und eine dezent gehaltene Typografie das ihrige dazu beitragen ein schönes, ansprechendes Buch beim Leser abzuliefern.

  13. Cover des Buches Ruwi (ISBN: 9783902111425)
    Brigitta Schmid

    Ruwi

    (1)
    Aktuelle Rezension von: mysticcat
    Das Buch "Ruwi" erschien 2012. Ich habe dieses Buch (zusammen mit meinem 4 Jährigen Sohn) beim Besuch der Garten Tulln gekauft, weil ich mich gefreut habe, ein regionales Kinderbuch zu finden. Die einzelnen Kapitel eignen sich als Gute-Nacht-Geschichten, so haben wir das Buch auch gelesen.

    Inhaltsangabe (Klappentext):
    Die neugierige Weinbergschnecke begibt sich auf Entdeckungsreise durch die Region um Wolkersdorf. Auf abenteuerliche Weise gerät sie von Gemeinde zu Gemeinde und lernt das Herz des Weinviertels aus ungewöhnlicher Perspektive kennen. Nach vielen gefährlichen Zwischenfällen und interessanten Begegnungen mit Mensch und Tier findet sie schließlich mit Hilfe ihrer Freunde, der reiselustigen Bisamratte und dem weisen Biber, zurück nach Wolkersdorf zum heimatlichen Schlossteich.

    Unsere Meinung:
    Es ist toll, dass jede Doppelseite ein großes Bild zum Anschauen hat, dadurch wurde das Vorlesen für meinen Sohn viel kurzweiliger, denn hier konnte er mitschauen, entdecken und musste nicht nur zuhören.
    Dass Schnecken "Bub und Mädchen zugleich" sind, hat meinen Sohn fasziniert und in diesem Punkt hat er ganz genau und viel nachgefragt.
    Die Kapitel waren kurzweilig zu lesen und passen auch von der Aufmerksamkeitsspanne schon sehr gut für Kinder ab 3 Jahren. Das ganze Buch auf einmal wäre ihm jedoch zu viel gewesen. Jeden Abend hat er sich dadurch schon aufs Schlafengehen gefreut, weil er wissen wollte, wie die Geschichte um Ruwi weitergeht.
    Die Idee der Schneckenkönigin mit "Superkräften", wenn sie über einen Tautropfen kriecht, ist auch bei meinem Nachwuchs gut angekommen. Im Frühling werden dann sicher alle Weinbergschnecken genau untersucht und beobachtet.

    Mir hat besonders die Regionalität des Buches gefallen. Wir wohnen zwar nicht in der Region, sind aber viel dort unterwegs und mein Sohn möchte jetzt auch die Orte anschauen, wo sich Ruwi aufgehalten hat. Ortskenntnis ist aber kein Muss, eine Karte gibt es am Karton hinten innen - und vielleicht bekommen ja auch andere Leser*innen Lust darauf, die Region zu entdecken.

    Fazit: Spannend, schön illustriert und regional.
  14. Cover des Buches Die Nichte des Teufels: SOKO-Alpenland-Krimi (ISBN: 9783990577707)
  15. Cover des Buches Wer mordet schon in Niederösterreich? (ISBN: 9783839219645)
    Jennifer B. Wind

    Wer mordet schon in Niederösterreich?

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Elf kurze Krimis, die gut verflochten sind mit den dazugehörigen Ausflugstipps, nach Art eines Reiseführers. Kann man gern alles bereisen, wenn es da nur nicht zu kriminell wird…

    Hat mir gut gefallen und kann die Vorlage für einen spannenden Urlaub bieten. 4 Sterne dafür.

  16. Cover des Buches Mostviertler Jagd (ISBN: 9783839225219)
    Helmut Scharner

    Mostviertler Jagd

    (19)
    Aktuelle Rezension von: labelloprincess

    Das Cover gefällt mir sehr gut. Es stellt die Gegend im Mostviertel sehr idyllisch dar.

    Der Schreibstil war gut zu lesen. Der Handlung konnte ich gut folgen, gerne hätte der Schreibstil aber noch etwas mitreißender und fesselnder sein können. Ich mochte es gerne, dass die Kapitel aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt werden, so erhält das Buch zusätzlich eine höhere Dynamik. 

    Es gab die richtige Portion vom Privatleben der Protagonisten, so wirkten sie definitiv runder. Leider konnte sie mich aber nicht zu hundert Prozent mitreißen.

    Das Buch war durchwegs spannend erzählt. Für mich war es der erste Band der Reihe, ich konnte allem gut folgen. Für ein größeres Lesevergnügen sollte man sie aber unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen. Die Ermittlungsarbeit hat mir ganz gut gefallen, sie wirkte authentisch und nicht zu sehr künstlich gepusht. Am Ende wurde alles zu Genüge aufgeklärt und das Ende war ebenfalls gut nachvollziehbar. 

    Das Setting im Mostviertel hat mir gut gefallen. Ein guter Krimi, für den ich 4 von 5 Sterne vergeben.

  17. Cover des Buches Die Apfelstrudelmisere (ISBN: 9783740811174)
    Beate Ferchländer

    Die Apfelstrudelmisere

    (4)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Helene ist seit drei Jahren Witwe, aber es geht ihr und der kleinen Tochter gut; ihr verstorbener Ehemann hat ihnen ein beträchtliches Erbe hinterlassen. Aber die fröhlichste Witwe kann nicht in Ruhe leben, wenn ein umtriebiger Polizeiinspektor meint, neue Fakten in Bezug auf den Tod ihres Mannes gefunden zu haben: Es gäbe Beweise gegen sie und ihre Haushälterin Tereza. Beweise? Helene muss handeln – und Inspektor Moravec heiraten…

    Erster Eindruck: Auf dem Cover ist ein Tuch, das für mich für Gemütlichkeit steht. Aber die Gemütlichkeit ist auch schon wieder vergessen, wenn ich das ausgesägte Giftzeichen auf der Holzkelle sehe… sehr gut gemacht!

    Dies ist der Nachfolgeband zu „Das Nussstrudelkomplott“, kann aber gut ohne Vorkenntnis gelesen werden. Da für mich Band 1 ein Krimi mit rabenschwarzem Humor war, der mir ausgezeichnet gefallen hat, war ich auf die vorliegende Geschichte sehr gespannt.

    Helene ist eine attraktive Frau, die sich ihrer Wirkung sehr wohl bewusst ist. Aufgrund der Witwenpension ihres verstorbenen Diplomatenehemannes kann sie es sich gutgehen lassen und nach wie vor Haushälterin Tereza beschäftigen, die für ihre kleine Tochter quasi eine Bonus-Grossmutter ist. Inspektor Moravec, der mitnichten ein Frauenheld ist, setzt Helene mit seinen Beweisen unter Druck: Wenn sie ihn heiratet, hat es die Beweise nie gegeben! Nun ja, nicht erstaunlich, dass kurz darauf die Hochzeitsglocken läuten, oder? Moravec hat eine sehr überraschende Entwicklung gemacht, denn in meiner Vorstellung war er so ein einsamer, passiver Junggeselle, der aber plötzlich wie verrückt aufdrehte und meinte, er sei der tollste Hengst aller Zeiten!
    Haushälterin Tereza hat mir gut gefallen – ich konnte sie mir vor meinem inneren Auge sehr gut vorstellen. Eine Frau, die nicht lange fackelt, sondern anpackt…

    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir wider Erwarten sehr schwer, denn das erste Drittel des Buches empfand ich als ziemlich zäh, irgendwie passierte so gar nichts. Aber dann begann die Geschichte langsam Fahrt aufzunehmen. Es war eine irre Geschichte, keine Frage, aber das mag ich. Von mir gibt es 3 Sterne.

  18. Cover des Buches Paris. New York. Alteiselfing (ISBN: 9783423260985)
    Hannes Ringlstetter

    Paris. New York. Alteiselfing

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der Schinder, Hannes! erzählt vom Anfang seiner Musikkarriere, wobei man "Karriere" anfangs fast in Anführungsstriche setzen muß, menschenleere Auftrittsorte zählen nicht mit in der Aufzählung. Als Nordlicht war mir der Ringl of fire (RIP Johnny Cash) bisher fast nur aus der Glotze ein Begriff, sein musikalisches unaufhörliches Beackern deutscher Bühnen war mir hingegen nicht so sehr vertraut. Wenn man alles schon mal mitgemacht hat an Zurücksetzung und Erniedrigung als "Kulturclown", härtet das bestimmt ab. Ähnliche Bücher hat man ja schon mal gelesen, ab er hier hatte man noch mal das komplette Wort-of aller Pleiten Pech und Pannen, die auftreten (!) können, beisammen. Und wer hat den Erfolg mehr verdient, als jemand, der jeden Autobahnraststätte an ihrem Geruch erkennt? 

  19. Cover des Buches Das letzte Achtel (ISBN: 9783740805340)
    Günther Pfeifer

    Das letzte Achtel

    (27)
    Aktuelle Rezension von: Langeweile
    Inhalt übernommen:

    Rohrweihen sind Greifvögel und eher unauffällig. Aber wenn siebenunddreißig Stück tot im Kreis liegen, kann das schon ein bisschen auffallen.
    Und wenn in der Mitte des Kreises ein Toter liegt, fällt das auf jeden Fall auf.
    Dabei ist Retz eigentlich ein reizender Ort: eine Windmühle, ein Kellerlabyrinth unter dem historischen Hauptplatz - und natürlich das Weinlesefest.
    Aber das kann auch verdammt tödlich enden.
    Zum Glück bringen Hawelka und Schierhuber Licht ins mörderische Dunkel.

    Meine Meinung:

    Die beiden außergewöhnlichen Ermittler nähern sich ihrem Auftrag auf eine sehr gemächliche Weise. Oft sind Ihre Gedanken dabei mehr im privaten Bereich, wo es einige Missverständnisse gibt, angesiedelt.
    Obwohl mir der einfließende Humor und die vielen speziellen Begriffe, welche in Fußnoten erklärt wurden, gut gefiel, war mir die eigentliche Krimihandlung etwas zu wenig.
    Aufgrund der liebenswerten Protagonisten, die sehr detailliert geschildert waren, gab es zwar viel zu lachen,aber wenig Spannung.

    Fazit:

    Sympathische Protagonisten, viel Humor, wenig Krimi.
  20. Cover des Buches Dorftratsch (ISBN: 9783839212295)
    Oskar Feifar

    Dorftratsch

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Schauplatz: Tratschen, 1971
    Opfer: Fußballtrainer Höllerer
    Täter: Mampfi Sedlak oder doch nicht?

    Leopold Strobel ist Postenkommandant in Tratschen und muss sich dem gewaltsamen Tod des Fußballtrainers widmen. Das Dorf, nahe an der tschechischen Grenze gelegen sieht von außen geruhsam und idyllisch aus. Doch weit gefehlt!
    Jeder Dorfbewohner hat so seine größeren oder kleineren Geheimnisse, die er gewahrt haben möchte. Auch die High Society – wie Bürgermeister und Lehrerin – bilden hier keine Ausnahme. Allerdings wird einiges davon von Hilde, einer eher unscheinbaren Frau mit einem Riesengeltungsdrang, aufgebauscht, zurechtgebogen und falsch wiedergegeben. Der Dorftratsch blüht. Endlich, endlich steht Hilde im Mittelpunkt – was sie mit ihrer Tratscherei und Unwahrheiten anrichtet … lest bitte selbst.


    Dieser Krimi ist das Erstlingswerk von Oskar Feifar und besticht durch eine anfangs gewöhnungsbedürftige Schreibstil: die Geschichte wird quasi von einem „Erzähler“ vorgetragen, der den Leser per Du anspricht.
    Ein raffinierter Kniff, der diesen Krimi aus der Masse der Regionalkrimis wohltuend hervorhebt.
    Die Story selbst ist gut erzählt und stimmig. Die Charaktere sind liebevoll (auch wenn es ekelige Gestalten sind) und detailreich beschrieben. Jeder von uns kann sich selbst oder einen Bekannten in dem einen oder anderen Wesenzug wiedererkennen.
    Dieser fiktive Ort „Tratschen“ könnte überall auf der Welt gelegen sein. Der Autor hat sich für eine Gegend entschieden, in der – auf Grund der damaligen politischen Lage – wenig bis nichts los war und die Bewohner sich hemmungslos mit ihren Bösartigkeiten beschäftigen konnten.

    Die Sprache ist für Österreicher leicht und flüssig zu lesen. Die zarte Anlehnung an die Umgangssprache verleiht dem Krimi eine genussvolle Note.

    Die Handlung finde ich gut durchdacht und spannend angelegt.

    Glatte fünf Sterne und eine Leseempfehlung!
  21. Cover des Buches Schattenbach (ISBN: 9783709974568)
    Christoph Wagner

    Schattenbach

    (6)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Museumsdirektor mag er sich nicht nennen, schließlich betreut er die kleine Kunstsammlung des Ortes Schattenbach alleine. Mit der Belebung des Museums, bei dessen Schmuckstück es sich eine Madonnenfigur handelt, kommt der Archäologe Mario Carozzi nicht so recht voran. Da ist es im beschaulichen Schattenbach fast schon eine Sensation als die Figur verschwindet. So wertvoll ist die Madonna doch auch wieder nicht. Aber wieso war sie nicht in der Kirche untergebracht. Eine Anzeige bei Bürgermeister und Dorfpolizisten bringt nicht viel, außer dass Carozzi selbst unter Verdacht gerät und nun selbst beginnen muss, nach der Heiligenfigur zu fahnden.


    Gerade erst frisch angestellt wird aus dem Archäologen eine Art Privatermittler. Der Dorfsheriff macht sich seine Welt so wie sie ihm gefällt, was mit ordentlicher Polizeiarbeit nichts zu tun hat. Als Täter kommen nur der Zugereiste oder die neue Putzfrau in Betracht. Die Lage verschlimmert sich als eine Leiche gefunden wird. Nun wird es wirklich Zeit, den dörflichen Sumpf und Stumpfsinn zu durchdringen. Vielleicht wird die Madonna schon am internationalen Kunstmarkt angeboten. Wo kann es weitere Informationen über eine Heiligenfigur geben, wenn nicht in der Kirche des Ortes. Dort entdeckt Carozzi zwar weitere Figuren, aber keine Spuren.


    Man merkt, dass der Autor auch Kochbücher geschrieben hat, denn sein Ermittler schwelgt des öfteren in kulinarischen Genüssen. Interessant, wenn die Mahlzeiten je nach Gemütszustand schärfer werden. Auch seine Unbefangenheit um Umgang mit den Bewohnern des Asylantenheims nimmt einen für Carozzi ein. Auch wenn es vielen am liebsten wäre, den Täter dort zu sehen, Carozzi bohrt weiter nach. Was er bei seinen Forschungen findet, bietet ein Abbild des dörflichen Lebens, das an der Oberfläche idyllisch scheint und bei dem, schaut man näher hin, zutage tritt, dass auch auf dem Dorf unter einem Deckmäntelchen so manches Unheil verborgen ist. 


    Dieser eher ruhige Krimi bietet stimmige Unterhaltung von einem, der sein Handwerk versteht.


    3,5 Sterne

  22. Cover des Buches Volksfest (ISBN: 9788728387658)
    Rainer Nikowitz

    Volksfest

    (15)
    Aktuelle Rezension von: ineszappen

    Heimat, deine Leichen. Wulzendorf in Niederösterreich: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Trotzdem hat der Suchanek so gar keine Lust, nach jahrelang erfolgreicher Heimatflucht nun gleich für mehrere Tage das Haus seiner Eltern zu hüten. Muss er aber. Das hat Folgen. Gleich in der ersten Nacht wird Suchanek beim Kiffen auf dem Balkon Zeuge einer Brandstiftung. Mit Todesfall. Die Frau vom Feuerwehrhauptmann, Mitglied der reaktionären "Legio Mariae", war im Dorf nicht gerade beliebt – aber deswegen bringt man doch nicht gleich jemanden um! Bei der einen Leiche bleibt es indes nicht. Die nächste sieht sogar noch grauslicher aus. Und der Suchanek gerät in Teufels Küche.

    🎧 🎤 ✎ 👉 Spannend, mörderisch, humorvoll und skurril. Marko Formaneks Reihe um den vornamenlosen Suchanek bietet alles, was Krimi- und Österreich-Fans glücklich macht. Wortwitz, Humor, Situationskomik, einen ironischen Blick auf dörfliche Strukturen und skurrile Protagonist*innen. Der Sprecher spricht mit österreichischen Dialekt, das mochte ich. Zu Beginn des Hörbuches wurden die Namen zu den Spitznamen zugeordnet und erläutert. Die Handlung war spannend und humorvoll. Mit viel Wortwitz wurde jedes dörfliche Klischee ausgelebt, vom verfeindeten Nachbarort (der aber auch in allem immer besser sein muss und vom dem auch noch die polizeilichen Ermittler kommen!), über geheime Liebschaften, Vertuschungen, sinnlose Traditionen und bäuerliche Rangordnung. Ich selbst komme vom Land und musste bei einigen allzu bekannten Dingen schmunzeln. Ein derber Krimi mit schwarzem Humor, satirisch-makaber mit vielen Wortwitzen und satirischen Andeutungen von der unterhaltsamen Sorte. Laufzeit:  8 Stunden 7 Minuten 

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