Bücher mit dem Tag "niedersachsen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "niedersachsen" gekennzeichnet haben.

117 Bücher

  1. Cover des Buches Der Kindersammler (ISBN: 9783945386453)
    Sabine Thiesler

    Der Kindersammler

     (1.239)
    Aktuelle Rezension von: MatthyEnnex

    Es ist nunmehr acht Jahre her, dass ich es leider gewagt habe, diesen Roman blind zu kaufen und dann binnen weniger Wochen immer in der Mittagspause zu lesen - obwohl es eine Qual war, die in etwa mit der Lektüre von "Fifty Shades of Grey" vergleichbar ist. Es ist - wie gesagt - acht Jahre her und an den Plot kann ich mich nur erinnern, wenn ich die anderen Rezensionen durchlese. Ich kann aber gerne versuchen, zusammen zu rotten, woran ich mich noch erinnern kann.
    Das Kind eines Ehepaars verschwindet im Urlaub. Jahre später - die ganze Sache bleibt natürlich unaufgeklärt - ist die Ehe zerrissen und der Mörder nach wie vor auf freiem Fuß. Die Mutter will endlich mit ihrer Vergangenheit abschließen und kauft sich ein Haus in der Toscana. Dabei kommt sie dem Killer gefährlich nahe...
    ...und trinkt noch einen Cappuccino.
    DARAN erinnere ich mich. Die Protagonistin in diesem Roman säuft so viel Cappuccino, dass sie die nächsten zehn Jahre allein deshalb schon nicht mehr schlafen können wird! Wo immer sie ihre Nachforschungen in der malerischen Toscana betreibt, hält sie erst einmal vorher oder nachher (oder mittendrin) an, um sich noch ein bisschen Koffein zu gönnen! Überhaupt wirkt der letzte Teil des Romans, als wolle mir da jemand auf Biegen und Brechen mitteilen, wie toll doch die Toscana sei. Nur brauch ich da nicht mehr hinzufahren, denn die Cappuccino-Vorräte sind ja schon längst aufgebraucht. Da ist nichts mehr mit einem Hallo-Wach für mich! Vielen Dank.
    Zweiter Punkt: Der Roman ist extrem männerfeindlich. Jede männliche Figur ist entweder ein Säufer, Träumer, bringt nichts zustande oder ist die Summe all dieser Eigenschaften. Ich fordere hier Gleichberechtigung. Die weiblichen Figuren sollten ebenso peinlich und verlottert sein wie die männlichen.
    Was sonst noch auffällt: Extrem leidenschaftslos geschrieben. Sprachlich virtuos klingt anders.

  2. Cover des Buches Eine Familie in Deutschland (ISBN: 9783596299881)
    Peter Prange

    Eine Familie in Deutschland

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden

    Ich hatte lange nichts von Peter Prange gelesen, bis seine „Wunderbaren Jahre“ zum TV Film wurden und er obendrein zu einer Lesung in unser Städtchen kam. Mit der „Familie in Deutschland“ ging ich im Anschluss an dem Abend nach Hause, und war froh drum, als kurz darauf der Lockdown kam. Der Schmöker ( im besten Sinne, nicht als Tadel gemeint) hat mich fabelhaft unterhalten und mir - obwohl ich geschichtlich interessiert bin und schon einiges über die Nazis weiß- doch noch einige neue Informationen und Sichtweisen vermittelt. Es geht um die Entstehung der Autostadt Wolfsburg, die vor Adolf Hitler Fallersleben hieß und nicht viel mehr war als ein großes Dorf mit einer Zuckerrübenfabrik. Der vermeintliche Aufstieg zu einer modernen Industriestadt unter den Nazis wird anhand einer dort ansässigen Familie, den Isings, geschildert. Spannend, lebendig, abwechslungsreich: klare Leseempfehlung für alle, die historisch angehauchte Familiengeschichten mögen. Ich freue mich auf die Fortsetzung! 

  3. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

     (281)
    Aktuelle Rezension von: dunkelgefunkel

    Eine sehr starke Gesellschaftskritik mit der Botschaft seine Wahl-Stimme nicht zu verschenken und nur meckern, aber nichts tun, sinnlos ist.

    Ein politisches Buch für Menschen, die gar nicht bewusst ein solches lesen möchten! Das Ende muss man verstehen, denn es hat große Auswirkungen auf die Bewertung des Buchs. Grundsätzlich hat es ganz viele Gedankengänge bei mir angeregt und Juli Zeh schreibt hier sehr deutlich, radikal und dennoch nicht zu viel und nicht zu wenig.

    Sollte man mit Suizidgedanken kämpfen, möchte ich von dem Buch abraten. In allen anderen Fällen nur empfehlen. Romantik spielt hier (wie der Titel vielleicht vermuten lässt) gar keine Rolle.

  4. Cover des Buches Ich bin der Herr deiner Angst (ISBN: 9783499258695)
    Stephan M. Rother

    Ich bin der Herr deiner Angst

     (222)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Stephan M. Rother war mir bisher nicht bekannt und hat mich total überrascht. In seinem fesselnden Thriller „Ich bin der Herr Deiner Angst" entführt er den Leser nach Hamburg.

    Das Buch beginnt mit einem Vorspiel. Ein Mann wird in einem Wohnmobil, welches versteckt zwischen abgestorbenen Bäumen steht, von einem Unbekannten mit dem Fernglas beobachtet. Er spürt die Bedrohung. Warum fürchtet er sich?

    Den Ermittler Jörg Albrecht plagen Alpträume. Ständig geistern ekelhafte Fälle durch seinen Kopf, die ihn beunruhigen und auch Gedanken an seine Frau, die ihn verlassen hat, schwirren durch seine Gedanken. Ein Anruf mitten in der Nacht von seiner Kollegin Hannah Friedrichs erlöst ihn von seinen Qualen. Er wird zu einem Tatort im Hamburger Rotlichtviertel gerufen. Im Etablissement Fleurs du Mal liegt die bizarr hergerichtet Leiche eines Kollegen, der dort undercover ermitteln sollte. Jörg Albrecht und seine Kollegin Hannah Friedrichs ahnen noch nicht, dass dieses der Auftakt einer Reihe von grausamen Morden ist und alle haben sie mit den dunkelsten Geheimnissen ihrer Opfer zu tun.

    Zu Beginn musste ich mich etwas an den Stil des Autors gewöhnen. Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Erzählperspektiven geschildert, die nicht immer gleich erkennbar sind. Hannah Friedrichs Geschichte erfolgt aus der Ich-Perspektive, die Geschichte von Jörg Albrecht wird in der 3. Person erzählt.

    Das Geschehen ist flüssig und spannend geschrieben. Von Beginn an zieht das Buch einen in den Bann und man kann es schwer aus der Hand legen. Sehr detailliert wird die Arbeit der Polizei beschrieben. Der Thriller ist nichts für Leser mit schwachen Nerven, denn die Beschreibungen der Leichen fand ich teilweise sehr schockierend formuliert.

    Besonders gut gefallen hat mir, dass für mich bis zum Schluss der Täter nicht erkennbar war. Stephan M. Rother hat es geschafft ein fesselndes Netz von der ersten bis zur letzten Seite zu spannen, welches mich mehr als einmal überrascht hat. Für Thrillerfans eine unbedingte Leseempfehlung.

  5. Cover des Buches Granat für Greetsiel (ISBN: 9781477821800)
    Dirk Trost

    Granat für Greetsiel

     (31)
    Aktuelle Rezension von: archer2603

    Granat für Greetsiel  von Dirk Trost aus dem EDITION M VERLAG 

    Inhalt

    Der Rechtsanwalt Jan de Fries erlebt in seiner Lebensmitte so einiges. Er und seine Frau trennen sich und er muss feststellen, dass er völlig überarbeitet ist. So übergibt er seine gut laufende Kanzlei an einen Mitarbeiter und bleibt nur stiller Teilhaber. 

    Sein Plan ist es sich im Ruhestand etwas zu erholen, aber leider kommt es anders als gedacht. Erst fischt er mit seinen Freunden eine entstellte Frauenleiche aus dem Meer und später wird noch ein Mann angespült. 

    Die Schwester der Toten bittet ihn herauszufinden, warum ihre Schwester sterben musste. So beginnt eine gefährliche Ermittlungszeit.


    Persönliche Meinung 

    Mich hat das Buch von Dirk Trost von Anfang bis Ende hervorragend unterhalten. Herr de Fries ist ein äußerst sympathischer und unterhaltsamer Protagonist. Auch seinen Hund schließt man gleich mit in sein Herz.

    Der Schreibstil von Dirk Trost gefällt mir sehr gut. Das Buch liest sich von Anfang an flüssig und ich konnte mich total beim Lesen darin vergessen. Es war mir zu keiner Zeit langatmig. Ehe ich mich versah hatte ich das Buch durchgelesen. Besonders gefallen hat mir, dass die Auflösung des Falls so nicht vorhersehbar war. Also, es war zum Ende hin noch mal richtig fesselnd. 


    Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung und 5 ☆☆☆☆☆

  6. Cover des Buches Winterkind (ISBN: 9783940855367)
    Lilach Mer

    Winterkind

     (49)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Sehnsüchtig wartet Blanka von Rapp darauf, dass ihre kleine Tochter Johanna, ihr Mann und das Kindermädchen Sophie zurückkehren. Seit langem schon kann Blanka das Haus nicht mehr verlassen und so konnte sie nicht einmal der Bestattung ihrer Mutter beiwohnen. Es ist kalt, es ist Winter. Endlich kommen sie und sie bringen das einzige Erbe, einen Spiegel. Obwohl Blanka erfreut ist, dass ihre Familie endlich um sie vereint ist, herrscht doch eine gedrückte Stimmung. Und bald schon muss ihr Mann wieder fort. Der Zahltag für die Arbeiter der Glashütte naht und noch steht das Geld nicht parat. 


    Ein Winterroman, den man lieber in der helleren Jahreszeit liest. Zu düster ist die Stimmung, die verbreitet wird. Es steht nicht gut um die Familie von Rapp, sowohl was das zwischenmenschliche angeht als auch, was die finanzielle Seite anbetrifft. Der von Rapp war einmal ihr Traummann, für ihn ist sie andere Wege gegangen. Doch was ist geblieben, nach den Ehejahren. Nur ihr liebstes und einziges Kind. Als Johanna nach der Fahrt durch die Winterluft schwer erkrankt, ist ihre Mutter untröstlich. Gemeinsam mit Sophie versucht sie alles, um dem Kind zu helfen. Nicht immer allerdings ist gut gemeint auch gut gemacht. So bringt Blanka ihre Tochter in noch größere Gefahr. 


    Erinnert an das Märchen vom Schneewittchen wird man bei der Lektüre dieses Buches. Doch die Vorstellung von einem happily ever after sollte man beim Lesen dieses Romans nochmal überdenken. Man muss damit rechnen, aus seinen romantischen Vorstellungen gerissen zu werden. Nach dem Happy End geht das Leben erst los. Und nicht immer schwebt man auf rosa Wolken. Blanka jedenfalls ist in ihrer Vergangenheit gefangen und sie kann sich nur mit ihrer Fowlerschen Lösung aufrecht halten. Doch Blanka kämpft gegen die Dunkelheit in ihrem Inneren und für ihre Tochter. Und damit nährt sich auch der Glaube, dass es wieder aufwärts geht, wenn ein Tal durchwandert ist. 


    Ein spannender, düsterer Roman, der in einer alten Zeit spielt, in welcher schon der Umbruch in die Moderne zu spüren ist.


    3,5 Sterne

  7. Cover des Buches Tief im Wald und unter der Erde (ISBN: 9783442489459)
    Andreas Winkelmann

    Tief im Wald und unter der Erde

     (321)
    Aktuelle Rezension von: Anndlich

    Ein Unfall auf der Bahngleise, bei dem vier junge Menschen ums Leben kamen, spaltet ein ganzes Dorf und schnürt Angst bei Melanie. Einer Frau, die mit in dem Auto hätte sitzen können. Auch an dem Tag des Verschwindens von Jasmin Dreyer hat sie das Gefühl, dass sie eine große Gestalt aus dem Wald verfolgt.

    Tief im Wald und unter der Erde beginnt sehr erdrückend. Andreas Winkelmann erschafft eine Atmosphäre, die Gänsehaut bereitet. Ich konnte mir förmlich vorstellen, wie es Melanie an der Bahngleise erging und habe mich wie sie vollkommen erdrückt gefühlt.

    Der Perspektivwechsel zwischen den jeweiligen Personen ist dem Autor auch sehr gut gelungen, die Story wirkt dadurch deutlich lebendiger. Die Charaktere sind gerade zu Beginn wahnsinnig reflektiert geschrieben, was sie nicht nur schwarz oder weiß dastehen lässt, sondern ebenso ihre Spaltungen zwischen ihren Handlungen und ihren Gedanken zeigt. Das habe ich so selten gelesen, weswegen es mich sehr beeindrucken konnte. Leider hat das gegen Ende für mich ziemlich abgebaut.

    Die Einblicke in die Sicht- und Denkweise des Täters empfand ich super! Ebenso, dass die Vergangenheit kursiv gedruckt wurde und damit die unterschiedlichen Zeitebenen sofort ersichtlich waren.

    Leider haben nicht nur die Charaktere, die plötzlich komplett undurchdacht handeln, am Ende Schwächen aufgewiesen. Das letzte Kapitel ist für mich mit vielen zeitlichen Fehlern geschmückt, die Logik bleibt dabei vollkommen auf der Strecke.

    Ebenso konnte ich nicht nachvollziehen, warum Nele als Leiterin fungiert. Für mich hat sie zu keiner Zeit irgendwelche Attribute für ihre Position aufgezeigt. Dinge wurden teilweise komplett vergessen oder nicht beachtet und in der Kommunikation schien sie auch nicht die Stärkste zu sein.

    In vielen Dingen war das Buch wirklich überdurchschnittlich gut, aber dann hat es leider auch extreme Schwächen aufgewiesen, sodass es am Ende nur für 3/5 Sternen gereicht hat.

    Anhand des Klappentextes hätte ich inhaltlich auch etwas anderes erwartet, das Mysteriöse war bei mir schnell nicht mehr gegeben, aber dennoch war das Motiv durchaus interessant.

  8. Cover des Buches Warte, warte nur ein Weilchen (ISBN: 9783958190108)
    Tanja Litschel

    Warte, warte nur ein Weilchen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: CanYouSeeMe
    Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir… mit diesem Begleitschreiben erhält das Veterinäramt Bremen einen kryptischen Hinweis auf Menschenfleisch in Supermarkt-Produkten. Grauenhafte Tatsache? Oder einfach nur ein geschmackloser Scherz? Die Lebensmittelkontrolleurin Marja Strom vermutet das Schlimmste. Trotz diverser Warnungen geht sie der Sache nach und gerät in die Fänge eines psychisch gestörten, brutalen Schlachthof-Mitarbeiters. Kriminalkommissar Edgar Thorens steht bei seinen Ermittlungen vor sorgfältig verwischten Spuren. Im Wettlauf gegen die Zeit ist sein Instinkt der einzige Verbündete.

    Tanja Litschel hat mit dem Thriller ‘Warte, warte nur ein Weilchen‘ einen Thriller verfasst, der mir ordentlich Gänsehaut verpasst hat.
    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und nicht zu anspruchsvoll. Es treffen mehrere Erzählperspektiven aufeinander, wodurch der Leser scheinbar den Überblick über die Handlung erhält, jedoch dauert es bis die einzelnen Erzählstränge zugeordnet und miteinander verbunden werden können. Daraus resultieren  unerwartete und nicht vorhersehbare Wendungen, so dass der Thriller nicht langeilig wird.
    Die Auflösung ist in sich stimmig, dennoch lief mir zum Ende hin die Handlung etwas zu schnell, ich hätte mir hier etwas mehr Ruhe und Ausführlichkeit gewünscht.
    Insgesamt hat mit dieser Thriller sehr gut gefallen, er ist von der ersten Seite an fesselnd und der Spannungsbogen ist durchgängig oben.
  9. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (617)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    1945 flieht Vera mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Alte Land. Dort werden die beiden auf einem Hof geduldet, jedoch nie wirklich Willkommen geheißen. Auch viele Jahre später ist Vera dieses große, alte Bauernhaus noch fremd, die alten Geister besuchen sie im Schlaf und viele der Dorfbewohner*innen bekommen auch heute noch kein Grußwort über die Lippen. Sie fühlt sich sehr alleine - bis eines Tages ihre Nichte Anne aus Hamburg-Ottensen mit ihrem kleinen Sohn vor der Tür steht. Auch sie ist geflohen, vor dem Druck, den die Stadt auf Eltern ausübt und vor ihrem Freund, der sie mit einer anderen betrügt...


    Dörte Hansens Debütroman "Altes Land" hat mir so, so gut gefallen! Die Autorin greift darin gleich mehrere Motive auf: einerseits die Flucht vieler Menschen aus Ostpreußen, andererseits das Landleben, wie es sich über die Jahre verändert hat und wie die Dörfler damit umgehen. Außerdem geht es auch um das Alleinsein und -fühlen, um ein Trauma, das sich auf mehrere Generationen ausweitet und sich in den zwischenmenschlichen Beziehungen wiederspiegelt.


    Was mir am allerbesten gefallen hat, war das Setting. Das Alte Land ist ein so wunderbar gewählter Schauplatz, ich war ganz hin und weg. Beim Lesen habe ich mir immer wieder Bilder vom Alten Land angeschaut und die Autorin beschreibt die örtlichen Begebenheiten wirklich fabelhaft. Fachwerkhäuser, Obstbäume, die Elbe... das läd einfach zum Hinträumen ein!


    Auch sehr gelungen fand ich, dass die Autorin die Geschichte nicht nur aus der Sicht von Vera und Anne erzählt. Auch andere Menschen, die in dem kleinen Dorf wohnen, kommen zu Wort, was das Bild, das die Autorin heraufbeschwört, noch ergänzt und komplettiert. Man erhält Einblicke in die Gedankenwelt eines alteingesessenen Bauern, aber auch eines frisch hinzugezogenen Städters - und die Spannungen zwischen ihnen.


    "Altes Land" ist für mich ein durch und durch gelungener Landroman, der viele ernste Themen bespricht, aber auch mit einem trockenen Witz daherkommt, der das Buch trotzdem zu einer leichten Lektüre macht. Ich plane jedenfalls schonmal einen Urlaub im Alten Land - bis dahin empfehle ich mit Nachdruck diese schöne Geschichte! 

  10. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (306)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  11. Cover des Buches Der Tote vom Maschsee (ISBN: 9783492258753)
    Susanne Mischke

    Der Tote vom Maschsee

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomarie


    Dr. Martin Offermann, Psychiater und Experte für Sexualstraftäter liebt die Aufmerksamkeit des Publikums bei seinen Vorträgen und Fernsehauftritten. Als Gutachter für den verurteilten Straftäter Strauch entscheidet er mit über eine Fortdauer der Haft. Aber dazu wird es nicht kommen, Offermann liegt erschossen im Maschsee und seine Zunge auf dem Grabmal der Opfer von Haarmann. Die Symbolik ist überdeutlich.


    Kommissar Völxen und sein Team bearbeiten diesen unangenehmen Fall. Neu dabei ist die frischgebackene Kommissarin Jule Wedekin, die nun mit Oda Kristensen und Fernando Rodriguez Völxens Stab bildet. Ein sympathisches Team übrigens, dass der grummelnde Völxen da hat. Oda ist eine aparte, empathische Ermittlerin mit Intelligenz und Witz, Fernando ein südländischer Macho, wie er im Buch steht und Neuling Jule von Haus aus höhere Tochter mit Ehrgeiz und dem Willen sich durchzubeißen.


    Der Krimi ist gut durchdacht aufgebaut, der Spannungsbogen bleibt von Anfang an sehr hoch und wenn die reine Krimihandlung mal durch witzig-sympathische Anekdoten aus dem Privatleben der Ermittler aufgelockert werden, gibt es gleich wieder eine Tempoverschärfung durch weitere Erkenntnisse. Mir gefielen die Charaktere der Ermittler, sie wirken realistisch, mit Ecken und Kanten und manchen kauzigen Eigenheiten, vor allem beim Chef Völxen. Auch die Nebenfiguren, ich denke da nur an Mama Rodriguez oder den Pathologen Dr. Bächle sind ausnehmend gut gelungen und rahmen den Krimi perfekt ein.


    Ich habe das Buch ausgesprochen gern gelesen, das liegt sicher auch am unterhaltsamen Ton der Autorin, die ihren Krimi verhältnismäßig unblutig aber fesselnd geschrieben hat.


  12. Cover des Buches Fleisch ist mein Gemüse (ISBN: 9783939716617)
    Heinz Strunk

    Fleisch ist mein Gemüse

     (432)
    Aktuelle Rezension von: deidree

    Laut den vorliegenden Rezensionen habe ich mir dieses Buch schenken lassen, weil ich es mir interessant und witzig vorstellte.

    Leider war es für mich nur zäh und langweilig. Es passiert ganz selten, dass ich ein Buch abbreche. „Fleisch ist mein Gemüse“ hier ist allerdings so eines. Ab der Hälfte habe ich seitenweise weiter geblättert, etwas gelesen, und wieder viele Seiten übersprungen. Die letzten paar Seiten habe ich wieder gelesen und nicht das Gefühl gehabt, dass mir etwas entgangen ist.

    Grundsätzlich erzählt der Autor ständig das Gleiche. Und das nicht einmal überzeugend witzig. Von einem Tanzabend zum nächsten, Alkohol, Glückspiel, keine Frauen, Gesicht mit Pickel, Mutter der es gesundheitlich immer schlechter geht, bis sie am Ende stirbt, Tagesablauf zum Kaputtmachen. Tja, das war es dann auch schon. 

    Wird das ganze Buch dafür verwendet zu beschreiben wie es bei dieser einen Tanzkapelle ablief, so war das Ende im Schnellverfahren erzählt. Innerhalb einiger Seiten trennt er sich von der Gruppe, Mutter stirbt, er zieht um und aus. 

    Dazu passt noch nicht einmal das Cover. Schade, für mich enttäuschend.

                                                                                                   

  13. Cover des Buches Todesruhe (ISBN: 9783956490927)
    Tanja Noy

    Todesruhe

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Fabulatoria
    "Todesruhe" ist der zweite Kriminalroman einer Trilogie von Tanja Noy. Nach den Ereignissen in in Band 1, “Teufelsmord” landet Protagonistin Julia Wagner in einer geschlossenen Psychiartrie in Hannover. Regelmäßig wird sie von ihrem ehemaligen Polizeikollegen Zander dort besucht, auch wenn sie ihm diese Treffen verwehrt. Als ein Insasse unbemerkt erschossen wird, hilft Zander Kommissarin Charlotte Gärtner bei den Ermittlungen.
     
    Doch wer aus dem illutren Kreis von Insassen und Angestellten der Psychiartrie ist der Mörder? Der aggressive Bandleader, der den pädophilen Toten verabscheute? Der Alkoholiker, der ständig sein Bett anzündet? Der demenzkranke Achzigjährige, der immer eine Puppe mit sich herumträgt? Jeder könnte es gewesen sein. Und als immer mehr Insassen sterben wird das ganze nur noch rätselhafter. Erst als auch Julia sich schließlich in die Ermittlungen einbringt kann der Täter am Ende gefasst werden.
     
    Immer wieder gibt es Anspielungen auf die Geschehnisse in “Teufelsmord”. Eine Nebenhandlung befasst sich mit Ereignissen aus Julias Vergangenheit und baut so schon jetzt Spannung zum (wahrscheinlich) großen Finale in Band 3, Höllenfrost auf. Hat man, wie ich, “Teufelsmord” nicht gelesen, so ist ein großer Teil dieser Nebenhandlung um die Geschichte der Julia Wagner recht verworren. Dass Todesruhe in einer Psychiartrie spielt tut für diese Verwirrung ihr Übriges. Nichtsdestotrotz wird das Buch durch den Täter, der keine Spuren aber immer mehr Leichen hinterlässt, am Ende äußerst spannend. Und die Lösung des Falls hätte ich am Ende nicht erwartet.
     
    Mein Fazit: "Todesruhe" ist ein Krimi mit undurchsichtigen Charakteren, unvorhersehbarerer Handlung und einem originellen Showdown am Ende. Also bestens geeignet für jeden der Spannung liebt. Ich empfehle allerdings Band 1, "Teufelsmord" vorher zu lesen ;o)
    PS: Band 3, “Höllenfrost” erscheint im Sommer 2015.
  14. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  15. Cover des Buches Der Moormann (ISBN: 9783740802158)
    Margarete von Schwarzkopf

    Der Moormann

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Kunsthistorikerin Anna Bentorp zieht sich in ein malerisches, altes Haus im Brester Moor zurück, um dort für eine Ausstellung in Ruhe arbeiten zu können. Doch immer wieder treten mysteriöse Umstände auf, die ihr die Arbeit nicht leicht machen. Spukt es in dem alten Haus wirklich? Und was hat es mit dem Moormann auf sich? Welchen geheimnisvollen Schatz hütet das Moor und was wollen die seltsamen Besucher herausfinden? Als mehrere Todesfälle auftreten, die allesamt wie Unfälle wirken, merkt Anna, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und gerät dabei selbst in Gefahr.

     

    In einem zweiten Erzählstrang dürfen wir über die Recherchen des Kartenzeichners Reginald Fitzgibbon lesen, der Ende des 18. Jahrhunderts für den englischen König Georg III. die Moorlandschaften kartographieren soll. Abwechselnd zur Recherche Annas, erfahren wir über die Geheimnisse des Moores, über den Moormann und dessen Schätze. Und auch welche Gefahren das Moor birgt. Die Todesfälle in Annas Umfeld sind nicht die einzigen, sondern auch zur Zeit Reginalds fielen bereits einige der Gier nach Geld und Macht zum Opfer.

     

    Die Autorin Margarete von Schwarzkopf hat mich mit einem leichten und ruhigen Schreibstil überzeugt. Anfangs dauerte es ein wenig, bis ich der Geschichte folgen konnte – einige Längen ließen mich hier immer wieder abschweifen. Doch im weiteren Verlauf wird die Geschichte rund um den Moormann lebendig und die Spannung steigt. Man meint, das ungute Gefühl, das Anna ständig umgibt, spüren zu können.

     

    Interessant finde ich den historischen Kontext, in den der Erzählstrang rund um Reginald eingebunden wurde. Die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen hat mich fasziniert und immer weiter getragen.

     

    Die Charaktere sind sehr vielschichtig ausgearbeitet und man vermutet hinter den freundlichen Gesichtern überall böse Machenschaften. Doch ob es so einfach ist? Gut und Böse vermischt sich so manches Mal und nicht hinter jeder Freundlichkeit steckt ein hinterhältiger Gedanke – aber in so mancher.

     

    Lesenswerter Krimi, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

  16. Cover des Buches Bleicher Tod (ISBN: 9783442489411)
    Andreas Winkelmann

    Bleicher Tod

     (233)
    Aktuelle Rezension von: Susis

    Einer von 25 Menschen ist ein Psychopath.

    Das sagt schon alles. Ein toller Thriller mit Tempo und viel Angst.

    Ein Muss für jeden Winkelmann Fan.

  17. Cover des Buches Der Himmel über der Heide (ISBN: 9783499257742)
    Sofie Cramer

    Der Himmel über der Heide

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Leseglueck
    Erster Satz:
    In sanften Wellen bewegt sich das Meer aus lila Blüten bis zum Horizont.

    Cover:
    Das Cover zeigt die schöne Landschaft der Lüneburger Heide, in der die Geschichte auch spielt. Das Ganze sieht aus, als würde man gerade selbst aus einem Fenster darauf gucken. Das finde ich wirklich eine tolle Idee.

    Meinung:
    Der Himmel über Heide ist der zweite Roman den ich von Sofie Cramer gelesen habe und irgendwie kam es mir diesmal so vor als hätte ich ein Buch von Rosamunde Pilcher gelesen. Auch der Schreibstil ist diesmal etwas anders. Sofie Cramer legt in dem Buch viel Wert darauf dem Leser die Lüneburger Heide sehr facettenreich zu beschreiben. Zum Einstimmen auf die Geschichte fand ich das auch noch ganz schön, aber leider wurde mir das schnell zu viel. Etwas weniger Ausschmückungen was das betrifft, hätte dem Buch sicherlich gut getan.

    In D er Himmel über Heide gibt es eine zerrüttete Familie, eine Frau die in den falschen Mann verliebt ist und einen Schicksalsschlag, der die Familie wieder zusammenbringen soll. Viele Geschehnisse waren voraussehbar, was an und für sich nicht immer schlimm ist, denn in vielen Lieberomanen ahnt man schon vorher mit wem die Hauptprotagonistin zusammen kommen wird, aber diesmal hat mich das etwas gestört.

    Kati ist die Hauptprotagonistin in De r Himmel über der Heide und war mir am Anfang auch sympathisch. Sie schien eine Frau zu sein, die mit beiden Beinen im Leben steht. Man hat sofort gemerkt dass sie den falschen Mann an ihrer Seite hat, aber man ahnt auch gleich dass die beiden schon bald getrennte Wege gehen werden. In ihrem Job geht sie schon lange nicht mehr auf und das Einzige was ihr auf Arbeit noch Freude bereitet, ist ihre beste Freundin und Kollegin Flo.

    Als sie erfährt dass ihr Vater im Krankenhaus liegt macht sie sich sofort auf den Weg in ihre alte Heimat. Ich fand es schön, dass sie sich so zu ihrer Familie verbunden fühlt und habe in den ersten Kapiteln auch gerne mehr über ihre Erinnerungen aus alten Zeiten erfahren. Das es dann aber ein riesen Geheimnis über ihre Schwester gibt, von der man zwar erfährt das sie tot ist, aber erst sehr spät erfährt was damals passiert, hat mir nicht gefallen. Wegen diesem Ereignis wollte Kati eigentlich nie mehr nach Hause zurückkehren. Dass sie das so oft erwähnt und auch das sie ewig nicht mit der Sprache herausrückt was mit ihrer Schwester passiert ist, hat mich leider nicht neugieriger gemacht, sondern ich empfand das Ganze als störend.

    Kati entwickelt sich aber im Laufe der Buches weiter, wenn auch etwas schleppend. Immer wieder fällt sie in alte Muster zurück und am meisten hat mich zum Schluss gestört, dass sie viel zu nachtragend den Leuten gegenüber war, die selbst genauso viel wie sie verloren haben und genauso wenig etwas für die Situation konnten. Zum Schluss gibt es aber ein Happy End, was mir persönlich ja immer am besten gefällt.

    In Der Himmel über der Heide gibt es noch viele andere Charaktere. Einer davon und der, der mir dabei am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist Katis Oma Elli. Für ihr Alter ist sie noch sehr gut in Form um schmeißt zusammen mit den anderen Frauen aus der Familie den Heidehof solange Katis Vater im Krankenhaus liegt. Sie ist eine herzensgute Dame und lässt sich von nichts so schnell unterkriegen. Der Einzige der sie so richtig auf die Palme bringen kann ist ihr Nachbar und was die Beiden in Wirklichkeit verbindet erfährt man zum Ende der Geschichte auch noch.

    Etwas das zwar keine neue Idee ist, aber immer wieder gut bei mir ankommt, sind die Rezepte am Ende des Buches. In Der Himmel über Heide ist das Kochen in der Küche vom Heidehof ein großes Thema und so bietet sich diese kleine Rezeptsammlung sehr gut an.  Von Buchweizenblinsis über Ratatouille bis zu Zitronencreme und Holunderblütensirup ist so einiges dabei. Eine ganz tolle Idee wie ich finde. Außerdem fand ich es schön über die Umbauten und die vielen neuen Gestaltungideen auf dem Heidehof zu lesen.

    Fazit:
    Der Himmel über der Heide konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, ist aber trotzdem ein gelungener Roman. Die Idee ist gut und das Buch konnte mich unterhalten. Ich vergeben 3 von 5 Sterne.
  18. Cover des Buches Das Scherbenhaus (ISBN: 9783328102984)
    Susanne Kliem

    Das Scherbenhaus

     (85)
    Aktuelle Rezension von: moccabohne

    Carla Brendel lebt allein in ihrem  idyllischen Reetdachhaus in Stade.  Seit Monaten wird sie von einem Unbekannten gestalkt und erhält grausame Fotos. Als Claras Halbschwester  Ellen sie bittet schnellstens nach Berlin  zu kommen,  empfindet Clara das als Chance ihrem Peiniger zu entkommen.

    Ellen lebt in einem hochmodernen Glashaus, was sich „Save Heaven“ nennt. Sofort fühlt sich Clara sicher und gut aufgehoben. Bis zu dem Tag, als ihre Schwester Ellen verschwindet und wenige Tage danach tot aufgefunden wird. Der Alptraum beginnt. Während die Polizei  von einem Unglücksfall ausgeht, ist Carla sich ziemlich sicher, dass Ellen Opfer eines Verbrechens wurde.

    Im Save Heaven passieren ungewöhnliche Dinge und auch die Bewohner scheinen ein Geheimnis in sich zu tragen. Ihre Nachforschungen bringen Carla in große Gefahr….

     

    Mir hat der Schreibstil von Susanne Kliem sehr gut gefallen. Sie baut eine gewisse Spannung auf, der man nicht entfliehen kann. Alle Protagonisten sind anschaulich beschrieben, dass der Leser selbst glaubt ein Teil der Hausgemeinschaft zu sein. Das Save Heaven wird gläsern, neumodern und kalt dargestellt, absolut emotionslos. Umso emotionsvoller und psychisch labiler werden die Hausbewohner empfunden. Einer dieser ist mir gleich zu Beginn der Story recht unangenehm aufgefallen, aber ob das der Mörder ist?

    Im Laufe der Geschichte grübelt man nach dem Täter und seinem Motiv… und bei jeder umgeblätterten Seite ist man verwirrter als vorher…

    Ein absolut gelungener Psychothriller!

  19. Cover des Buches Außer sich (ISBN: 9783518469262)
    Sasha Marianna Salzmann

    Außer sich

     (87)
    Aktuelle Rezension von: himbeerbel
    Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch den Deutschen Buchpreis 2017. Sasha Marianna Salzmann schaffte es mit ihrem Debütroman "Außer sich" bis auf die Shortlist. Natürlich ist das nicht unbedingt ein Garant, dass einem das Buch auch gefällt, aber bisher habe ich schon das ein oder andere besondere Buch im Rahmen dieses Buchspektakels für mich entdecken können. Ungewöhnlich war dieser Roman für mich in jedem Fall, aber auch eigenwillig und sperrig, wie die Charaktere dieses Buches und die Geschichte, die es erzählt.

    Die Schreibweise ist kraftvoll und intensiv, die Wortwahl ungeschönt. Das Buch liest sich mit russischer Sprachmelodie, die noch durch die in kyrillischer Schrift eingewobenen Worte, die sich im Kontext selbst erklären, untermalt wird - ein merkwürdiges aber durchaus positives Lesevergnügen.

    Vordergründig geht es um die Ich-Erzählerin Alissa, die ihr Mathematikstudium in Berlin abgebrochen hat, weil es sie vom Boxtraining abgehalten hat und die ihren spurlos verschwundenen Zwillingsbruder Anton sucht. Als eine Postkarte aus Istanbul ohne Text und ohne Absender ankommt, macht sie sich dort auf die Suche und blickt dabei auf ihr bisheriges Leben zurück. Auf die Zeit in der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre, als die Eltern aufeinander losgingen. Auf die Zeit in der westdeutschen Provinz, wo sie mit ihrem Bruder durch die Flure des Asylheims streunte und Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien stahlen. Sie erinnert sich an die Erzählungen darüber, wie ihre Eltern und Großeltern sich kennen lernten. Insgesamt las ich lieber über die Vergangenheit Alis|sas, als über seine/ihre verwirrende und anstrengende Gegenwart, die so gar nichts mit der auf dem Klappentext erwähnten Suche nach ihrem Zwillingsbruder, sondern eher mit der Suche nach ihrem inneren Zwilling zu tun hatte.

    Es geht um vieles in diesem Roman. Um Heimat und Migration, um Fremdenfeindlichkeit und Judenhass, um Familie und Herkunft, um Kindesmissbrauch und Inzest, um Identität und Transgender. Für mich waren es zu viele Themen, die hier auf 366 Seiten angerissen wurden und teilweise verwirrend daher kamen. Auch war dies das erste Buch, das ich bezüglich Transgender las und hatte das Gefühl, das es dem Thema und auch dieser Personengruppe nicht gerecht wird. Wenngleich mich die Thematik interessiert und ich darüber durchaus mehr erfahren möchte, konnte mich diese Geschichte nicht begeistern.
  20. Cover des Buches Maschsee-Mord (ISBN: 9783740800574)
    Marion Griffiths-Karger

    Maschsee-Mord

     (5)
    Aktuelle Rezension von: taddy92

    Aufgrund des Klappentextes habe ich mir ehrlicherweise etwas anderes vorgestellt. Auch wenn die Art und Weise, wie die Frau ermordet wurde durch auch sehr heftig war, war es für mich nicht grausam...da hatte ich mir was noch schlimmeres vorgestellt. Außerdem hat mir etwas das bizarre Doppelleben gefehlt. Ich hatte mir zumindest etwas ganz anderes darunter vorgestellt.

    Was mich auch irgendwie gestört hat, waren die vielen Namen der Polizisten und Zeugen und evtl. verwickelten Personen, das war für so ein kurzes Buch etwas übertrieben und ich hab manchmal den Überblick verloren wer eigentlich wer ist.

    Alles in allem war es aber eine gute, kurzweilige Geschichte. Für Leute aus der Gegend um Hannover bestimmt nochmal ein bisschen intensiver, da man sich dann vielleicht besser in die Geschichte hineinversetzen kann.

  21. Cover des Buches Tatort Emsland (ISBN: 9783939772460)
    Ulrike Barow

    Tatort Emsland

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Es wäre wirklich Zeit für einen "Tatort Emsland" im Ersten, vielleicht mit Günther dem Treckerfahrer und Opa Anton als Ermittler? Diese dünne Stories, abgesehen von der ersten Geschichte von Jan Schröter und der Geschichte von Klaus-Peter Wolf, braucht keiner, da ist das Tollste jedes Mal, daß sich alles an bekannten Orten im Emsland abspielt. Und warum Gummistiefel und Schüppe auf dem Cover? Nur Klischees!

  22. Cover des Buches Cool down, Püppchen! (ISBN: 9783864953200)
    Sara-Maria Lukas

    Cool down, Püppchen!

     (6)
    Aktuelle Rezension von: lovebooksandpixiedust

    Meine Meinung:

    „Cool down, Püppchen“ war definitiv anders als die Vorgängerbände aber auf keinen Fall schlechter. Das Cover ist dieses Mal in einer hellen Farbe gehalten, es passt zwar perfekt in die Reihe, aber für das ernste Thema hätte ich mir eine etwas dunklere Farbe gewünscht. Durch den Klappentext weiß man schon, dass es um Kindesmissbrauch geht. Ein Thema was mich einfach immer trifft. Wie kann man Kinder so etwas nur antun. Durch dieses Thema ist das Buch sehr spannend und emotional. Doch Sara-Maria Lukas schafft es trotz schwere Kost ein tolles und fesselndes Buch zu schreiben.

    Tyler ist der stillste der Carter Brüder. Mit seiner Art und den Tattoos war es um mich schon in Band eins geschehen. Auch wenn er still ist, ist er nicht gefühllos. Zu Tyler trifft die Bezeichnung harte Schale, weicher Kern perfekt. Er lernt Michelle zufällig kennen und fühlt sich sofort von ihr angezogen. Nachdem er heraus gefunden hat, mit wem sie verheiratet ist, versucht er sich gegen sein Gefühle, für Michelle, zu wehren, doch hat er nicht wirklich eine Chance. Tyler wird zu ihrer Stütze und hilft ihr, als sie am Boden ist.

    Michelle ist eine unglaublich einsame Frau. Ihr Mann verbietet ihr das arbeitet, kümmert sich nicht um sie und ist nie daheim. Sie weiß nichts über die Machenschaften ihres Mannes und fällt aus allen Wolken, als Tyler sie konfrontiert. Ihr ganzes Leben wird durcheinander gewirbelt und sie muss ihre Scheuklappen ablegen. Doch Tyler ist eine große Stütze für sie. Michelle macht eine tolle Entwicklung durch und am Ende lernt sie für sich und ihre Gefühle einzustehen.

    Ich mochte alle Bücher aus der Hard & Love Reihe aber „Cool down, Püppchen“ konnte mich noch ein bisschen mehr begeistern. Ich liebe die Brüder und würde am liebsten selber auf der Farm einziehen. Da ich Band vier schon gelesen habe, freue ich mich jetzt sehr auf Ian´s Geschichte.

    Eine absolute Leseempfehlung von mir 

  23. Cover des Buches Niedertracht in Niedersachsen (ISBN: 9783942446242)
    Cornelia Kuhnert

    Niedertracht in Niedersachsen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Taluzi

    „Niedertracht in Niedersachsen“ herausgegeben von Cornelia Kuhnert & Richard Birkefeld ist eine Sammlung von 25 Kurzkrimis zwischen Ems und Elbe.

    Verschiedene Autoren haben skurrile, lustige, spannende oder gar gruselige Kurzkrimis geschrieben, die in Niedersachsen spielen.

    Da ich in Niedersachsen aufgewachsen bin und wohne, war ich gespannt was alles in diesem Bundesland so passieren kann.

    Die Kurzkrimis eignen sich gut, um sie nebenbei zu lesen. Sie sind eine nette Abwechslung zu einem richtigen Krimi, denn hier geht es meist gar nicht darum den Täter zu ermitteln, sondern die Tat an sich.

    Schmunzeln musste ich über den Krimi „Tote hören gut“ von Egbert Osterwahn. Eine gehörnte Ehefrau will sich an ihrem Mann rächen. Damit er lebenslang hinter Gitter muss, plant sie für ihn ihren eigenen Mord. Allerdings so, dass ihre beste Freundin sie in letzter Minute retten soll. Natürlich kommt alles anders als geplant.

    Richtig gut gefallen hat mir „Dumm gelaufen in Damme“ von Ralf Kramp. Zwei Auftragsmörder treffen sich mehrmals an den selben Stellen, um ihre Leiche zu entfernen. Als sie sich endlich zusammen tun, erwartet sie trotzdem noch eine Überraschung.

    Erschreckend fand ich „Social Netdeath“ von Helge Thielking. Wie naiv und leichtgläubig die Jugendlichen doch mit den Sozialen Netzwerken um gehen.

    Es gab aber auch einige Kurzkrimis, die ich noch sehr unausgereift und einfach fand.

  24. Cover des Buches Opfermoor (ISBN: 9783328104315)
    Susanne Jansson

    Opfermoor

     (20)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Die Biologin Nathalie kehrt für ein Forschungsprojekt an ihren Heimatort im Süden Schwedens zurück. So ganz wohl ist ihr nicht, denn ihre Kindheit war von tragischen Ereignissen überschattet.   Und das an den Ort grenzende Moor erscheint ihr gleichzeitig vertraut und unheimlich. Schon kurz nach ihrer Ankunft lernt sie einen sympathischen Jogger kennen und sie ist sehr besorgt als dieser niedergeschlagen wird und darauf im Koma liegt. Die Polizeifotografin Ma ya, die ihre Fotos am Auffindeort des jungen Mannes geschossen hat, entdeckt darauf eine seltsame Gestalt. Da auch sie aus der Gegend kommt, bietet sie dem ermittelnden Kommissar an, sich mal umzuhören.


    Zwei Frauen, die ganz unterschiedlich mit den Ereignissen umgehen. Nathalie fragt sich, ob es richtig war zurückzukehren. Die Geschehnisse rufen Erinnerungen an ihre Kindheit wach, die sie nie richtig überwunden hat. Maya dagegen sucht einerseits das künstlerische Foto, ist andererseits aber auch die kühle Erforscherin der Menschen. Ihre Kunst eignet sich de gut als Aufhänger, um Gespräche zu beginnen. Und ihr geschultes Auge hilft ihr, auf Nuancen zu achten. Doch wer könnte etwas gegen den umgänglichen Jogger haben, der erst seit kurzem in der Gegend ist? Und was hat es mit dem Gerücht auf sich, dass das Moor seine Opfer fordert?


    Dieser stimmungsvolle Thriller beginnt zwar etwas langsam wobei die Protagonistin Nathalie zu Beginn ein wenig kühl wirkt. Doch nach und nach baut sich eine Spannung auf, die sich auch aus den Beschreibungen des Moores und seinen Gefahren speist. Auch der Einstieg der Fotografin Maya bringt die Story voran. Sie erscheint geradeaus und bodenständig und mit ihrer intelligenten Art, schafft sie es einige Spuren richtig zu deuten. Während Nathalie sich ihren Erinnerungen stellt gewinnt auch sie an Profil. Gleichzeitig geben die Strömungen zwischen den Dorfbewohnern so viele Rätsel auf, dass man gefesselt bleibt bis zum überraschenden Schluss.

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