Bücher mit dem Tag "nietzsche"
17 Bücher
- Kerstin Gier
Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war
(493)Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war (Vergissmeinnicht Band 2)
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Kerstin Gier
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Fischer Verlag
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗: Deutsch
𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: No
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod?
𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Spannend - Zauberhaft - Leicht zu lesen
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
Während Quinn fleißig seine Fähigkeiten in Saum auf die Probe stellt, sehnt er sich insgeheim nach Matilda. Leider kann er jedoch nicht mit ihr zusammen sein, da er sie nicht in Gefahr bringen will.
Doch Mathilda wäre nicht Matilda, wenn sie nicht ihren eigenen Kopf hätte und sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen.
Doch ganz so einfach ist das leider nicht, denn die Gefahren sind durchaus real und lauern den beiden auf.
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Es geht zurück in Matildas und Quinns Abenteuer. 🥳 Und ich fands wieder toll. Matilda und Quinn sind beide sehr coole Charaktere, die ein richtig tolles Abenteuer erleben.
Matilda und Quinn sind definitiv nicht perfekt und machen Fehler. Deshalb mag ich sie auch so gerne. 🤭
Und die Geschichte der beiden bleibt auch in Band 2 spannend. Immer neue Fakten kommen ans Licht und nach und nach kann man sich immer besser eine Meinung bilden.
Dabei bleibt das ganze sehr locker und leicht zu lesen.
Für mich definitiv schöne Lesestunden. ❤️
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
Definitiv! Eine Leseempfehlung für alle Fans von Jugendbücher mit coolen Protagonisten.
𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️ - Irvin D. Yalom
Und Nietzsche weinte
(418)Aktuelle Rezension von: irmakvakifliEs gibt Bücher, die man liest – und solche, die einen lesen. Und Nietzsche weinte gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dieses Werk, das mir einst in einem kleinen Antiquariat empfohlen wurde, hat sich seither mühelos in mein Gedächtnis eingebrannt – und das seit Jahrzehnten.
Irvin D. Yalom, selbst renommierter Psychiater, entwirft eine fiktive Begegnung zwischen Dr. Josef Breuer, einem der Väter der modernen Psychotherapie, und dem großen Philosophen Friedrich Nietzsche. Die Bühne: Wien, Ende des 19. Jahrhunderts – jener Zeitpunkt, an dem Psychiatrie noch geboren wird und Philosophie noch das Leben erklären will. Und genau dort treffen sich zwei Geister, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch eine tiefe Verbindung eingehen.
Yalom gelingt es meisterhaft, komplexe Ideen über Seele, Wille, Freiheit, Leid und Heilung in einen erzählerischen Fluss zu bringen, der sowohl anspruchsvoll als auch zugänglich bleibt. Die Dialoge sind scharf, dicht, aber nie prätentiös. Wer Freude an tiefgründigen Gesprächen, existenziellen Fragen und menschlicher Komplexität hat, wird in diesem Buch einen wahren Schatz finden.
Es ist ein Roman über das Ringen mit sich selbst – über die Angst vor Nähe, die Lust an der Kontrolle, die Notwendigkeit der Veränderung. Breuer und Nietzsche therapieren sich gegenseitig – manchmal wissend, manchmal unbewusst. Diese Spiegelung ist nicht nur psychologisch brillant, sondern auch literarisch hoch elegant umgesetzt.
Die Atmosphäre des alten Wiens, die Schatten Freuds, die Entstehung eines neuen Verständnisses vom Menschen – all das verleiht dem Buch Tiefe und geschichtliche Verankerung, ohne dass es je trocken oder akademisch wird.
Für mich persönlich: ein Fünf-Sterne-Buch. Nicht nur wegen der klugen Konstruktion, sondern vor allem, weil es etwas tut, was nur wenige Romane können – es verändert den Leser. Nicht laut, nicht belehrend – sondern leise, nachhaltig und auf eine zutiefst menschliche Weise.
- Nicolas Dierks
Mit Wittgenstein im Wartezimmer
(13)Aktuelle Rezension von: CaroasMit Philosophen warten, eine interessante Idee und mit diesem Buch sehr gut durchgeführt.
Am besten liest man diese Büchlein – passt theoretisch sogar in die Hosentasche – während man selber warten muss. Es verkürzt einen die Zeit, lässt einen das Warten aus einem anderen Blickwinkel sehen und regt zum Philosophieren an.
Fazit, ein Buch gegen das Warten und man lernst manch einen guten Philosophen / gute Philosophin kennen von dem / der man bis dato – mir ging es so – nichts gehört hat. - Friedrich Nietzsche
Der Antichrist
(89)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch finde das Buch so geil! Man muss bedenken, das ist aus dem 19. Jahrhundert und damals konnte sowas auch gefährlich werden. Es ist aber ziemlich geil zu lesen, wie Nietzsche überall drauf haut und alles zu Kleinholz vermöbelt. Mega!
- Thérèse Lambert
Die Rebellin
(18)Aktuelle Rezension von: Andrea_Varga1Egal in welcher Zeit wir leben, eins haben wir alle gemeinsam : Wir wollen gesehen werden. Wir wollen verstanden werden. Wir wollen geliebt werden. Wir sehen uns nach der echten Liebe. Ist sie wirklich so schwer zu finden, oder liegt es an uns selbst? Diese Fragen stellte sich auch diese brilliante Denkerin.
- Peter Henning
Mein Schmetterlingsjahr
(22)Aktuelle Rezension von: Traubenbaer"Mein Schmetterlingsjahr" von Peter Henning (erschienen bei Theiss) ist eine Mischung aus Sachbuch und Biografie.
Der Autor nimmt den Leser mit auf seine Reisen um Schmetterlinge zu beobachten. Diese beginnt praktisch in seiner Kindheit und führt durch verschiedene Länder und Landstriche. Dabei wird nicht nur auf Merkmale, wie Größe, Verbreitung oder Farbe einzelner Schmetterlingsarten eingegangen, wie es für gewöhnliche Sachbücher der Fall wäre. Sondern es werden auch besondere Eigenschaften, wie beispielsweise das Temperament der Arten beschrieben. Das macht dieses Buch zu etwas ganz besonderem.
Da es sowohl lehrreich, als auch unterhaltsam ist, eignet sich dieses Buch gut als Lektüre für die Freizeit.
Die Seiten sind mit wunderschönen Schwarz- Weiß- Bildern von Schmetterlingen verziert. Das gefiel mir sehr gut. Leider entsprachen diese Abbildungen nicht dem Schmetterling, der auch auf der entsprechenden Seite beschrieben wurde. Das finde ich etwas schade und darin sehe ich auch noch Steigerungspotential.
Ich würde dieses Buch jedem Naturfreund empfehlen, besonders, wenn er Schmetterlinge mag oder mehr über diese filigranen Wesen lernen möchte.
- Friedrich Nietzsche
Ecce Homo
(47)Aktuelle Rezension von: blueberrymuffinVielleicht liegt es ja an mir, weil ich noch nicht einmal eines der Werke von Friedrich Nietzsche gelesen habe. Dieses hier war jedoch eine absurde Selbstvorstellung und Buchzusammenfassung eines Narzissten. Womöglich interessant für Literatur- oder Philosophiestudenten, aber für mich als absolutem Leihen auf diesem Gebiet hat es nur Geduld, Nerven und Zeit geklaut.
- Werner Ross
Lou Andreas-Salome
(4)Aktuelle Rezension von: SokratesKurz und prägnant informiert Werner Ross über Lou Andreas-Salomé, vielseitig interessierte und interessante Frau neben Nietzsche, Rilke oder Freud. Das Buch ist mit 117 Seiten sehr knapp gehalten, verzichtet auf Fußnoten (also nicht wirklich zum wissenschaftlichen Arbeiten gedacht) und bringt nur sehr wenige und ausschließlich s/w-Abbildungen. Trotz allem wird alles Wissenswerte im Schnelldurchlauf angesprochen, für tiefgreifendere Erörterungen, insbesondere ihre vielfältigen Beziehungen und Verknüpfungen mit den berühmten Männern ihrer Zeit bleiben nur an der Oberfläche angerissen. Eine gute Einführung für den Interessierten. - Dirk Ippen
Des Sommers letzte Rosen
(11)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer100 deutsche Gedichte aus einem Zeitraum von fast tausend Jahren (1901 – 1999) hat Dirk Ippen in diesem Band zusammengetragen. Die schönsten Werke berühmter Dichter wie Goethe, Schiller und Heine finden hier ebenso Platz wie die moderne Lyrik von Brecht oder Rilke. So ist eine breite Sammlung beliebter Gedichte entstanden. Des Sommers letzte Rosen wurde in der 11. Auflage 2018 im Verlag C.H. Beck veröffentlicht.
Über den Verlag selbst bin ich auf diesen Gedichtbank aufmerksam geworden und freue mich, so wieder einmal in den Genuss des Lyrischen gekommen zu sein. Im Buch finden sich sehr viele Gedichte wieder, die ich aus meiner Schulzeit kenne, was sicher vielen, die den Band lesen, so ergehen wird. Das Cover ist sehr ansprechend und seinem Titel gerecht werdend gestaltet und gibt dem Ganzen einen romantisch-verspielten Charakter, was sehr mit dem Inhalt harmoniert. Die bunte Mischung macht Des Sommers letzte Rosen für all jene zu einem besonderen Erlebnis, welche Gedichten etwas abgewinnen können.
Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn´Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.
– aus Theodor Storm „Die Stadt“-
Fälschlicherweise von mir angenommen sind die Gedichte nicht die beliebtesten unter der deutschen Bevölkerung, sondern jene, welche am Häufigsten in Anthologien des 20. Jahrhunderts gedruckt worden sind. Der Titel erscheint mir somit etwas sperrig, weil es sich ja nicht zwangsläufig um die populärsten Gedichte handeln dürfte. Nichts desto trotz ist eine doch schöne Sammlung entstanden, die Liebhaber der Lyrik sicher bereichern wird.
Johann Wolfgang von Goethe ist mit den meisten Gedichten vertreten, was aufgrund seiner Bedeutung für deutsche Lyrik sicher nicht weiter verwundern dürfte. Auch ich mag seine Werke sehr. Persönlich hätte ich mir dennoch weitere Dichter gewünscht, die es leider nicht in diesen Band geschafft haben. Darunter z.B. Joachim Ringelnatz. Die elfte Auflage erscheint mir nach dem Sichten seiner Vorgänger besonders reizvoll, vor allem wegen seiner rosigen Aufmachung.
Ein zu großen Teilen gelungener Sammelband deutscher Poesie, der durch ein sehr ansehnliches Cover, sowie anmutige und nachdenkliche Texte besticht.
Ich danke dem C.H. Beck Verlag! - Hannah Arendt
Über das Böse: Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik
(1)Aktuelle Rezension von: pardenPHILOSOPHIE FÜR FORTGESCHRITTENE...
Hannah Arendt geht in dieser Vorlesung der Frage nach, wie - nach dem beispiellosen Zusammenbruch und Versagen von Moral im Sinne von Tugend und Sitte im Nationalsozialismus - eine Ethik oder gar Natur des Guten begründbar ist. In freier Bezugnahme auf Denker wie Kant, Sokrates, Jesus von Nazareth und Friedrich Nietzsche lässt sie sich von dem Empfinden leiten, dass das "Böse" ein "Oberflächenphänomen" ist: "Das größte Böse ist nicht radikal, es hat keine Wurzeln, und weil es keine Wurzeln hat, hat es keine Grenzen, kann sich ins unvorstellbar Extreme entwickeln und über die ganze Welt ausbreiten..."
Das Gute bzw. das Bedürfnis, Gutes zu tun, erscheint hingegen als die ursprünglichere Kraft, als naturgegebene Energie, als genuiner Instinkt. "Und natürlich ist es auch dieses Mehr an Kraft (Nietzsche), diese extravagante Großzügigkeit oder der 'überströmende, verschwenderische Willen', der Menschen dazu veranlaßt, Gutes tun zu wollen und es gerne zu tun. Was bei den wenigen und bekannten Menschen, die ihr ganzes Leben dem 'Gutes-Tun' gewidmet haben, wie Jesus von Nazareth oder der heilige Franziskus von Assisi, am offenkundigsten ist, ist sicher nicht Sanftmut, sondern eher eine überfließende Kraft, vielleicht nicht des Charakters, sondern schon ihrer Natur." (Hannah Arendt)Ein befreundetes Buchgesicht hat vor Jahren einmal behauptet, es gebe keine weiblichen Philosophen. Unverschämtheit, dachte ich, und wollte unbedingt den Gegenbeweis antreten. Nun, Hannah Arendt ist solch ein Beweis - auch wenn sie sich selbst einmal nicht als Philosophin, sondern als Dozentin für "politische Theorie" bezeichnet hat (Interview mit Günter Gaus im ZDF vom 28.10.64).
Nun, bislang habe ich eher ÜBER Hannah Arendt gelesen, die v.a. auch durch ihre Beschäftigung mit dem Eichmann-Prozess in Jerusalem bekannt wurde: 'Ein Bericht von der Banalität des Bösen'. Diese Äußerung sorgte für große Aufregung, und Hannah Arendt wurde deswegen vielfach heftig angegriffen. Diese hier vertonte Vorlesung wurde im Kontext der Eichmann-Debatte vor Studenten gehalten. Wer dieser Vorlesung folgt, wird am Ende zumindest eine Vorstellung davon haben, wie Arendt auf den Begriff der 'Banalität des Bösen' kam.
Erst einmal vorweg: es wird mir nicht möglich sein, hier detailliert wiederzugeben, welche Inhalte, Querverweise, Kernpunkte Hannah Arendt in dieser Vorlesung alle anspricht. Deutlich wird: sie hat sich intensiv mit allen Denkern/Philosophen der Vergangenheit auseinandergesetzt und greift hier auf deren Theorien und Erkenntnisse ausführlich zurück. Vielfach geht es um genaue Definitionen von Begrifflichkeiten (das Wollen, das Denken, das Gewissen usw.) - denn nur wenn sehr deutlich ist, welcher Begriff welche exakte Bedeutung hat, kann man sich über deren Funktion und Auswirkung klar werden.
Arendt baut hier eine logische Kette auf, die deutlich macht, von welchen Faktoren ein Mensch in seinem Handeln geleitet wird - und wo zwangsläufig Probleme auftreten (können). Die Philosphin bietet hier zudem und sozusagen nebenher einen Überblick über die Geschichte der Moralphilosophie. Sokrates, Platon, Aristoteles, Jesus, Paulus, Augustinus, Kant und Nietzsche werden hier beleuchtet und von Arendt argumentativ bestätigt oder auch widerlegt.
Vereinfacht ausgedrückt, verortet Arendt v.a. die Gedankenlosigkeit und die Weigerung der Menschen, Verantwortung zu übernehmen und Umstände überhaupt auch nur zu beurteilen als Kern des Bösen. "Das größte begangene Böse ist das Böse, das von Niemanden getan wurde, das heißt, von menschlichen Wesen, die sich weigern, Personen zu sein."
Dieses zugrunde gelegt, wird deutlich, dass Eichmann und die Geschichte des Nationalsozialismus mit seiner Entmenschlichung der Politik und Gesellschaft nur ein Beispiel für das Böse in der Welt sein kann. Davor und seither lassen sich zahllose weitere Beispiele festmachen, und unsere heutige Grundhaltung des Wegschauens und des Mitläufertums, der Abstumpfung gegenüber täglich neuen 'bad news', der von Politikern vorgelebten Kultur der Nicht-Verantwortlichkeit lässt nichts Gutes für die Zukunft ahnen.
Keine leichte Kost, schon gar nicht in der Hörbuchversion. Hier gilt es, die gesamte Zeit über höchst konzentriert zu bleiben, denn ansonsten - fängt man den Abschnitt besser von vorne an, weil der Zusammenhang ansonsten verloren geht. 5 Stunden und 58 Minuten dauert die Lesung von Axel Grube, der ausgesprochen langsam liest, was mich zunächst irritierte, dann aber durchaus sinnvoll erschien, da die gelesenen Sätze erst einmal verarbeitet werden wollten...
Ob nun als Hörbuch oder in der Print-Version - dies ist Philosophie von nicht nachlassender Aktualität.
© Parden - Richard Born
Wahre Liebe ist Blut: Die Philosophie der Liebe
(3)Aktuelle Rezension von: RolandBeckerIch habe es bis auf den Nietzsche Unterton eher mythologisch gelesen.
Wenn ich mich nicht irre, dann kommt der Name Selene aus der griechischen Sagenwelt. Selene als Göttin des Mondes. Und in der Szene als die Hauptfigur bei Ricki im Schlafzimmer steht und der Mond auf ihn scheint, da "scheint er wie verwandelt" (S 34). So als würde Selene seine Handlungen leiten und bestimmen, wie der Mond den Menschen entgegen seines Willens zum Werwolf verwandelt. Der Mensch geleitet/gezwungen von der Liebe?
Das würde auch gegen eine absolute Freiheit der Hauptfigur sprechen (anders als bei Sartre?). Die Stelle mit "Ich bin sein Werkzeug. Sein Mittel, um wieder auf Erden wandeln zu können, durch mich genießt er. Selene führte uns in Versuchung" (S 115) und "Nur das Opfer einer Sirene war ich" (S 124) würden auch dafürsprechen.
Andererseits fragt er sich recht am Ende, ob er selber Gott ist bzw er „flüsterte leise „Danke“ und hoffte, der Richtige würde es hören. Vermutlich war ich der einzige, der diese Worte vernahm. Womöglich war ich auch der einzig richtige Adressat“ (S 127-128). Entweder ist es ein ständiges Abwechseln von Determiniertheit und Freiheit oder er schafft diese Metamorphose zum absolut freien Gott endgültig am Ende?
Zu Selene als griechische Göttin passt auch, dass die Hauptfigur sie mit einem "weißen Vlies" zudeckt und sie danach verschwunden ist. So wie Pan in der Mythologie Selene (bei den Römern Luna genannt?) mit einem weißen Vlies umhüllt und sie danach auf seinen Berg Lykaion entführt. Ich glaube sogar, dass der Berg Lykaion am Ende des Romans in den "Tagebüchern eines glücklich Liebenden" erwähnt wurde und auf S. 36 heißt es bei Ricki: „Sie riss ihre Augen im PANischen Schrecken auf“. Die große Liebe des Pans war Selene. Interpretation: Vielleicht ist die Hauptfigur Pan oder wurde zu Pan?
Und jetzt schließt sich nach meiner Ansicht der Kreis wieder, weil Pan zum Gefolge des Dionysos zählt und das passt wieder zu der dionysischen Leseart nach Nietzsche wovon Julia Peters im vorherigen Kommentar geschrieben hat.
- Murat Ates
Nietzsches Zarathustra Auslegen
(2)Aktuelle Rezension von: Michael_KlSpannende Artikel zu Nietzsches Zarathustra. - 8
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