Bücher mit dem Tag "nigeria"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nigeria" gekennzeichnet haben.

125 Bücher

  1. Cover des Buches Children of Blood and Bone – Goldener Zorn (ISBN: 9783841440297)
    Tomi Adeyemi

    Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

     (465)
    Aktuelle Rezension von: BookAddicted

    Seit der Blutnacht hat sich Orisha verändert. Die Magie ist fort und ihre zurückgebliebenen Kinder werden wie Sklaven behandelt. Zelie ist eine davon. Während sie noch immer den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten versucht, muss sie sich auch in einem Leben voller Unterdrückung zurecht finden.
    Ein Leben, das sich von jetzt auf gleich ändert, als ein unverhoffter Verbündeter ihr die Möglichkeit bietet, die Magie zurückzuholen.
    Doch können sie allen Widrigkeiten trotzen oder wird König Saran erneut gewinnen? Und welchen Preis sind sie bereit zu zahlen?


    Zu Beginn dauert es recht lange, bis man sich in Zelies Welt zurecht findet und mit ihr warm wird. Vieles ist sehr neu und abstrakt für den Leser und auch Zelie hat so ihre Eigenheiten, mit denen man sich erst anfreunden muss.
    Dennoch ist der Einstieg in die Geschichte gut gewählt, da man zum Einen den Widerstand der jungen Divines und gleichzeitig die Unterdrückung erfährt.
    Sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt und man sich in Orisha zurechtfindet, kann man sich dann kaum noch vom Buch lösen. Die Mischung aus Mythologie und Politik, Militär und Monarchie ist faszinierend. Passenderweise hat die Autorin gleich mehrere Figuren als Erzähler erwählt, sodass man sowohl die einzelnen Sichtweisen versteht, als auch diese Welt viel besser begreifen kann. Und man wird dadurch noch tiefer in diese Welt hineingesogen.
    An manchen Stellen kommen die Perspektivwechsel zu schnell und gerade die ein- bis zweiseitigen Kapitel stören ein wenig den Lesefluss, aber oftmals liegt der Grund für dieses jeweilige Kapitel auf der Hand und bereichert die Geschichte.
    Der Autorin gelingt es, geschickt die Mythologie mit Spannung zu verweben und ihr einen Hauch der Realität zu verpassen. So ist es vor allem Zelie, die an die Götter glaubt, während andere ihre Existenz anzweifeln. Eine Mischung, die es auch in der realen Welt gibt. Dadurch fühlt sich diese Welt noch viel echter an und kann einen noch stärker berühren. Zumal die Autorin auch offen anspricht, dass Erfahrungen mit Rassismus in dieses Buch eingeflossen sind und der Roman Menschen zum Umdenken bewegen soll. Denn Rassismus ist ein großer Makel vom Königreich Orisha.
    Die Figurenkonstellation ist geschickt gewählt, da man gefühlt alle vertretenen Sichtweisen erfährt und einen vollumfänglichen Blick von Orisha bekommt. Gleichzeitig kann man die Figuren ins Herz schließen - manche mehr, manche weniger und man bangt, lacht und weint mit ihnen. Gerade das Verhältnis zwischen Zelie und ihrem Bruder Tzain ist sehr berührend und realistisch. Auch sind die Figuren sehr vielschichtig, was sie noch realer wirken lässt.

  2. Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)
    Oyinkan Braithwaite

    Das Baby ist meins

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Jeys_Book_Lines

    Die Seitenanzahl dieses dünnen Büchleins machte mich ja von Anfang an etwas stutzig, das muss ich schon zugeben. Mir stellt sich bei so etwas direkt die Frage, wie sich in so kurzer Zeit, auf so wenig Papier, eine gute Story herauskristallisieren kann? Aber wir wollen ja keine Vorurteile fällen! 

    Die Rede ist von dem Buch "Das Baby ist meins" von Oyinkan Braithwaite, einer Autorin, welcher ich mit dieser Geschichte (wenn man es so nennen kann) eine Chance geben wollte. 

    Worum es überhaupt geht: Unerbittlicher als ihre Schwester verteidigt eine Frau wohl nur eins: ihr Baby. Diese Geschichte ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft - und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist.

    Das Buch wartet mit knappen Kapiteln auf und lässt den Leser, ohne viele Worte, mitten ins Leben des Hauptprotagonisten plumpsen. 

    Dort folgt schließlich eine stark oberflächlich gehaltenene Person der anderen, von denen keiner auch nur im entferntesten meine Symphatie gewinnen konnte. 

    Mit kurzweiligen Dialogen wird die (vorhersehbare) Handlung vorangetrieben, welcher immer wieder die nötige Logik fehlt. Nur ein kleines bisschen über den Tellerrand hinaus denken? Fehlanzeige! 

    Ich hatte mich ursprünglich auf einen kleinen Einblick in die Gesellschaft Nigerias gefreut, der mir aber leider verwehrt blieb. Stattdessen wurde immer wieder der Lockdown miteinbezogen, was ich völlig unnötig fand, von dieser Thematik hatten wir die letzten Jahre mehr als genug.

    Kurzum: Für mich war dies ein äußerst seltsamer "Roman", der irgendwie strukturlos vor sich dahin plätschert und keinerlei Tiefgang zulässt. Den Kaufpreis hätte man definitiv etwas anpassen können, dafür, dass einen nur eine kleine Novelle bzw. Kurzgeschichte erwartet. 

  3. Cover des Buches Lagune (ISBN: 9783864258732)
    Nnedi Okorafor

    Lagune

     (32)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

    Nnedi Okorafor hat mit ihrem Buch "Lagune" eine fantastische Science Fiction Geschichte geschrieben,  welche viele Elemente der nigerianischen Kultur, deren Mythologie und ihre Religion in sich vereint.

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei einander vollkommen fremde Menschen, die ihr Leben mehr oder weniger glücklich in Lagos leben. Da wäre die Meeresbiologin Adaora, der Soldat Agu und der Rapper Anthony. An dem Tag, an dem etwas Großes ins Meer vor Lagos stürzt, treffen diese drei zufällig am Strand aufeinander, ehe eine riesige Flutwelle kommt und diese drei Menschen mit sich nimmt. Als sie wieder an Land sind, sind sie nicht länger allein: Ayodele ist bei ihnen - eine Besucherin aus einer fernen, unbekannten Welt.

    Meine Meinung: Diese Geschichte ist schon etwas Besonderes, wenn auch zum Teil nicht in ihrer Gänze greifbar, da Okorafor gedanklich teilweise große Sprünge macht. Und wahrscheinlich ist dies und der vielleicht nicht jedem gefällige Schreibstil auch nicht jedermanns Sache, aber für mich hat sich die Lektüre auf jeden Fall gelohnt.

    Besonders gut gefallen hat mir, wie schonungslos ehrlich und vollkommen ohne verklärtem Blick Okorafor von ihrem Land schreibt. Da geht es um Korruption bis in die höchsten Kreise. Um soziale Missstände, sowie die tiefsten und hässlichsten Abgründe der gesamten Menschheit. 

    Alles in allem ein lohnenswertes Buch für all jene, die gerne auch Geschichten abseits des Mainstreams lesen. 

  4. Cover des Buches Tadunos Lied (ISBN: 9783716027554)
    Odafe Atogun

    Tadunos Lied

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch hat mich in gewisser Weise verzaubert. Der Autor erzählt hier eine Geschichte, die mich irgendwie an ein Märchen erinnert hat und doch ganz bodenständig, luftig, bezaubernd und dramatisch zugleich war. Musik und Politik werden hier meiner Meinung nach auf ganz tolle Art und Weise miteinander verknüpft und es finden sich in diesem Buch viele Weisheiten, die die verschiedensten Formen der Liebe aufzeigen. Themen wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Partnerschaft, Familie – ein relativ kleines Buch mit mindestens doppelt so viel und vor allem wichtigen Inhalt! (Zitat aus dem Buch)
    >> Egal, auf welcher Seite wir stehen, die Hoffnung gehört allen. Wenn wir zu hoffen beginnen, fangen wir an, gegen das zu murren, was uns einschränkt. Und mit dem Murren kommt die Veränderung. << Auch der politische Aspekt kommt hier nicht zu kurz und man bekommt ziemlich nah mit, was Diktatur für den einzelnen bedeutet und wie systematisch dieses System den Menschen schadet. Mich haben einige Dinge hier wirklich sehr ergriffen. Man weiß natürlich einiges, aber es dann innerhalb einer Geschichte so hautnah mitzuerleben, das ist dann schon eine Steigerung der bewussten Gedanken zur Thematik. 
    Ich möchte das Ende der Geschichte nicht vorweg nehmen, dennoch möchte ich abschließend sagen, dass dieses Buch aufzeigt, wie schwer, schmerzvoll und hart das Leben doch sein kann. Und trotz der ganzen Probleme, Schwierigkeiten und dieser Gefangenschaft innerhalb eines Systems ist es die Liebe, die den Menschen lenkt... Mein Fazit:
    Ein absolut lesenswertes Buch, das es sich lohnt zu lesen und auch zu begreifen, denn es hat viel Inhalt, der sowohl das Herz als auch den Kopf.
  5. Cover des Buches Heart of War (ISBN: B07WS2C2FH)
    Bonnie Sharp

    Heart of War

     (42)
    Aktuelle Rezension von: MaryCooper

    Er war ein Navy SEAL. Sein Herz war im Krieg. Und so lange er es nicht zuließ, würde niemand einen Platz darin finden. - Auszug vom Klappentext


    Besser kann man einen Mann wie Chaz nicht beschreiben. Maddy hingegen hat bereits jemanden in ihr Herz gelassen und dieses wurde gebrochen. Allerdings ist sie eine Kämpferin und unglaublich tough.


    Dieses Buch war jetzt bereits mein 3. Buch von Bonnie Sharp und auch diesmal liefen mir am Ende 2-3 Tränchen. Sie hat es am Ende mit einem einzigen Wort geschafft mich zum Weinen zu bringen 🥹


    In diesem Buch geht es um Krieg, Entführungen und Schlimmeres. Bonnie hat es geschafft, einem das Gefühl zu geben, die ganze Zeit dabei zu sein. Dies hat natürlich meinen Puls ab und an extrem in die Höhe schnellen lassen. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit bei den Männern ist unglaublich und die liebe zu den Frauen unendlich schön.


    Ich muss ehrlich sagen, das ich keine Kriegsfilme oder Ähnliches ansehe, einfach weil das zu viel für mich ist. Beim Lesen dieses Buches hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten und das, obwohl ich von so was eigentlich komplett distanziere. Auch das spricht sehr für die Autorin.


    Dieses Buch war definitiv nicht das letzte von Bonnie, welches ich lesen werde 🥰


    Freue mich schon sehr auf das Nächste 😬


  6. Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Mehr Feminismus!

     (24)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Die Autorin hat einen schönen Stil bzw. eine schöne Art zu reden – recht locker – halt eine Rede die verschriftlicht wurde (we should all be feminists), welche übrigens auch auf YouTube ansehbar ist; Plus vier Essays mit vielen Anekdoten.


    Wie gesagt ist die „Stimmung“ des Buches recht locker, bis dann eine starke Formulierung oder Erkenntnis kommt. Zwischendurch haben die Worte viel Kraft. Diese Mischung fand ich sehr gelungen und faszinierend.


    Wie es der Titel schon sagt, geht es um Feminismus – was das eigentlich ist bzw. wie sie es für sich definiert und welche Vorurteile einen entgegen gebracht werden, wenn man sich selbst als solche bezeichnet. Es geht um das Leben als Frau, sprich Geschlechterrollen und was das real bedeutet, um Frauenrechte bzw. das Recht der Frau sich frei zu entfalten – gerade auch mit Blick einer Nigerianerin.

    Das alles aber nicht akademisch, belehrend, sondern anekdotisch, was den Zugang erleichtert.

    Unabhängig davon, von ihrem Talent solche Themen zu erzählen, fand ich die Essays mal besser mal etwas schlechter.


    Nichts desto trotzt ein tolles Buch. Schon allein um die Rede zu lesen lohnt es sich – die war großartig.

  7. Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Die Hälfte der Sonne

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Original dieses preisgekrönten Romans erschien 2006 unter dem Titel „Half of a Yellow Sun“. Titelgebend scheint die Nationalflagge Biafras bzw. der Ostregion Nigerias gewesen zu sein, auf der eine aufgehende (halbe) Sonne zu sehen ist. Das Buch ist in vier Teile aufgeteilt, die abwechselnd in den frühen bzw. den späten Sechzigern spielen. Die späten Sechziger beleuchten dabei explizit die Zeit der zwei Militärputsche 1966 und des anschließenden Krieges zwischen Biafra und Nigeria. Die frühen Sechziger erzählen die Vorgeschichte dazu ab der Unabhängigkeit Nigerias 1960. Im Mittelpunkt stehen die Familien und Freunde des Mathematikprofessors Odenigbo und seiner Frau Olanna nebst der des Hausjungen Ugwu, die in Ost-Nigeria, dem kurzzeitigen Biafra, leben, darunter auch Richard Churchill, ein englischer Journalist und Schriftsteller. Richard ist nach Nigeria gekommen, um ein zunächst nicht näher umrissenes Buchprojekt zu verwirklichen. „Die Welt schwieg, als wir starben“ will er sein Buch einmal betiteln. Der Krieg jedoch verändert alles.

    Für mich war es das erste Mal, dass ich mich ausführlicher mit der Geschichte Nigerias und dem Konflikt um Biafra beschäftigt habe. Wie üblich habe ich dabei die Ereignisse zusätzlich im Internet recherchiert. Selten habe ich so viel dazugelernt. Die Heterogenität der Bevölkerung Nigerias, die unglaublich vielen verschiedenen Volksgruppen, die gemeinsam in diesem Land leben und miteinander klarkommen müssen, war mir in diesem Ausmaß nicht bekannt. 

    Manche Eigenarten der Protagonisten fand ich in ihrer Fremdheit amüsant, z.B. Ugwus Reaktion auf die Ankunft Olannas. „Als es an der Tür klingelte, murmelte er einen Fluch, ihr Bauch möge vom Kotessen anschwellen.“ (Fischer Tb, 5. Aufl. März 2021, S. 40)

    Die Schilderungen der Pogrome sind in ihrer Brutalität sehr detailgenau, das ist nichts für empfindliche Gemüter. Aber so war es nun halt auch mal und die Autorin hat sich gegen eine Verharmlosung der Geschehnisse entschieden. Das führt zu einem harten Gegensatz zwischen den geschilderten Zeitläuften. Dem zivilisierten und gehobenen Lebensstil der früher Sechziger steht die Brutalität der Kriegsereignisse, der Verlust jeglicher Sicherheit gegenüber. 

    Es gibt enorm berührende Passagen, z.B. folgende: „Sie streichelte seinen Hals, vergrub die Finger in seinem dichten Haar, und als er in sie hineinglitt, dachte sie an Arizes schwangeren Bauch und daran, wie leicht er wohl aufgeplatzt war, mit dieser straff gespannten Haut darüber. Sie fing an zu weinen.“ (ebd., S. 238)

    Schonungslos kommen auch die Passagen daher, in denen die Autorin über die ernährungsbedingten Mangelerscheinungen vor allem bei den Kindern berichtet. 

    Ich finde, man bemerkt das Bemühen Adichies, auf der einen Seite die Brutalität und den Schrecken dieses Krieges offen und wirklichkeitsgetreu darzustellen und auf der anderen Seite auch zu zeigen, dass sich in Afrika nicht nur Schreckliches und Schlechtes ereignet, sondern dass es von liebenswerten, gebildeten, nachdenklichen und sensiblen Menschen bevölkert wird. Das mag bisweilen zu bemüht erscheinen, weil man manchmal das Gefühl bekommen kann, die Autorin konnte sich nicht entscheiden, ob sie einen Familienroman über die Mittelschicht in Nigeria oder einen Antikriegsroman schreiben wollte. Aber ein guter, fesselnder Roman ist es trotzdem geworden. Vier Sterne.

  8. Cover des Buches Der Tod des Vivek Oji (ISBN: 9783847900672)
    Akwaeke Emezi

    Der Tod des Vivek Oji

     (23)
    Aktuelle Rezension von: TashaWinter

    Dieses Buch beginnt mit dem Tod. Und welch großen Verlust dieser Tod bedeutet, wird im Laufe der Lesereise deutlich. Vivek/Nnemdi ist wie ein leuchtendes Feuer in einer Welt, die diese Art von Licht und Hitze kaum ertragen kann.
    Vivek wird aus dem Leben gerissen und lässt eine Grupppe von Freundinnen zurück, die ihn geliebt und verstanden haben. Außerdem seine Mutter, die der Verlust bis ins Mark erschüttert. Sie muss nach Viveks Tod erkennen, dass sie ihr Kind nicht wirklich kannte, denn Vivek hatte bereits gemerkt, dass er nicht der junge Mann ist, für den ihn alle zunächst halten. Sie ist eine Frau, kleidet sich auch so und lässt ihre Haare lang wachsen. Es macht sie glücklich, wenn Menschen sie Nnemdi nennen, auch wenn sie die Pronomen er und sie für sich akzeptiert. Aber Vivek/ Nnemdi muss sich verstecken, vertraut sich nur seinen/ihren Freundinnen an. Und Osita, seinem Cousin, mit dem er als Kind befreundet war, bevor sie sich nach einem Vorfall überwarfen. Später nähern die beiden sich wieder an und zwischen ihnen entbrennt ein Feuer, das eigentlich nicht sein dürfte. Osita liebt Vivek, liebt Nnemdi. Aber er hat auch Angst. Vor den Reaktionen der anderen, davor, dass Vivek in Gefahr geraten könnte, dass Nnemdi entdeckt wird und vor den Konsequenzen. Im Nigeria der 90er Jahre, das geprägt ist von Unruhen und Aufständen, würde es für Vivek schlimme Konsequenzen haben, wenn er entdeckt würde.
     Nnemdi hingegen wird mutiger, fühlt sich ihrer selbst sicherer. Mich hat es fasziniert und berührt zu sehen, wie die sehr unterschiedlichen Charaktere mit Viveks Tod umgegangen sind, wie sie davon geprägt wurden.

    Ein tieftrauriges und zugleich wunderbares Buch, das zeigt, wie zerstörerisch Angst und Vorurteile sind. Wir als Gesellschaft berauben uns selbst unserer strahlendsten und tiefgründigsten Mitglieder, wenn wir nicht anfangen, Menschen zu akzeptieren wie sie sind, sie dabei zu unterstützen, das leben zu können, was sie fühlen und wissen.
     Ezemis Sprache und ihre Fähigkeit, Emotionen zu beschreiben, hat mich zutiefst beeindruckt. Wenn ich mir etwas hätte wünschen dürfen, dann noch mehr und längere Kapitel aus Viveks Sicht, die im am spannendsten fand. Ein Buch, das ich immer im Herzen tragen werde.

  9. Cover des Buches Bleib bei mir (ISBN: 9783492314725)
    Ayobami Adebayo

    Bleib bei mir

     (64)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „Die Wahrheit kann man nicht verbergen. So wie kein Mensch mit bloßen Händen die Sonne verbergen kann, kann man auch die Wahrheit nicht verbergen.“ S. 268

    Inhalt:
    Yejide ist glücklich verheiratet und möchte nun ein Kind. Doch der Wunsch geht auch mit einer Pflicht einher. Der Druck von allen Seiten wird immer größer für Yejide und die Lösung der Schwiegermutter treibt Yejide in die Verzweiflung.

    Cover:
    Das Cover ist ansprechend. Automatisch verbindet man mit so einer farbenfrohen Gestaltung ein afrikanisches Werk. Es wirkt fröhlich und trotzdem hinterlässt der Titel einen ernsten Beigeschmack.

    Meine persönliche Meinung:
    Schon sehr bald wird deutlich, worum es in diesem Buch geht. Sehr emphatisch wird beschrieben wie groß der Druck auf das Ehepaar ist ein Kind zu zeugen. Was ich bis dato nicht wusste ist, dass es in Nigeria die Vielehe bedeutet und es ziemlich ungewöhnlich ist monogam zu leben. Schaut dabei noch dazu kein Kind heraus, muss natürlich etwas unternommen werden. Ich kann Yejide verstehen wie sehr sie sich ein Kind wünscht und alles auf sich nimmt - von Untersuchungen bis zu Wunderheilern und Zauberern. Als sie deshalb den Verstand verliert und das über Monate hinweg, spürt man fast selbst ihr Leid. Jede weiter man liest, desto mehr wird einem die gesellschaftliche Situation und die Problematik des Ehepaares bewusst. Aus Akins Sicht versteht man auch warum er so handelt und welche wohlgemeinten Hintergedanken er hat. Doch andererseits kann man nicht verstehen wie er seiner Frau in ihrem Leid zusieht und welchen Plan er ausheckt, um eine glückliche Familie zu haben. Die ganze Situation ist so verfahren und beide Seiten sind so voller Verzweiflung, Schuld und dem Festhalten an einer Hoffnung, dass man kaum für jemanden Partei ergreifen kann. Das Schicksal, das diese Familie ereilt ist tragisch. Zu sehen wie sehr die Gesellschaft die Familie zerstört, ist tragisch. Zu erleben, wie man sich nur für ein Kind verändert, ist tragisch.

    Fazit:
    Ein berührendes und aufwühlendes Buch über den gesellschaftlichen Druck und wie stark so ins Privatleben eingegriffen wird.

  10. Cover des Buches Abbey Road Murder Song (ISBN: 9783518466025)
    William Shaw

    Abbey Road Murder Song

     (61)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    1968 - während eine neue Generation gegen alte Regeln rebelliert, wird in einem schäbigen Hinterhof die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die beiden Ermittler Breen und Tozer werden dem Fall zugeteilt. Schließlich stoßen sie auf Spuren, die zunächst aufs Musik-Business hinweisen, doch schließlich in ausgewählte Kreise der Gesellschaft führen... 

    Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung etwas allein auf weiter Flur, aber ich bin etwas verwirrt von Titel und Klappentext dieses Buches. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der tatsächlich irgendwie mit den "Beatles" zu tun hat. Wie sich schnell herausstellte, wird dieses Thema zwar kurz im Buch erwähnt, hat aber im Grunde genommen überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, sodass ich diesbezüglich etwas enttäuscht gewesen bin. 

    Aber kommen wir zum eigentlichen Geschehen. 
    Im Mittelpunkt der Handlung steht Ermittler Breen und seine Kollegin Tozer, die zu einem Tatort gerufen werden. Der Startschuss für die Ermittlungen. Leider stellt sich hier sehr schnell heraus, dass der Handlungsaufbau und damit auch der Spannungbogen keinem wirklichen roten Faden folgt, sonder eher planlos zusammengestellt wirkt. Immer mal wieder werden neue Erkenntnisse in die Handlung eingeflochten, bei denen man als Leser aber selten erkennen kann, wie der Protagonist auf diese Spur gekommen ist. Dies zog sich durch den gesamten Krimi und hat mich daher nicht gänzlich überzeugen können. 
    Auch die Tatsache, dass ein zweiter und dritter Mordfall in die Handlung hineinspielen, aber nicht geklärt werden, hat hier etwas planloses. Diese beiden zusätzlichen Fälle, sind fehl am Platz und lenken von der eigentlichen Handlung ab. 

    Sehr positiv sind mir, im Gegensatz zum Handlungaufbau, die Protagonisten aufgefallen. Sie wirken sehr sympathisch. Besonders Breen, der durch einen Schicksalsschlag sehr aus der Bahn geworfen wurde und erst langsam wieder hin den normalen Alltag zurück findet. Seine Partnerin Tozer ist ebenfalls ein besonderer Charakter, mit eigenen, starken Wünschen und Vorstellungen, die sich als junge Polizistin in ihrem Job beweisen will. 
    Selbst die Nebencharaktere sind fein ausgearbeitet und lassen alles angenehm realistisch und rund wirken. 

    Auch der Schreibstil und die Erzählweise sind gut und leiten den Leser schnell durch die 474 Seiten. Der Autor kommt hier ohne unnötige Schörkel aus, was dem Buch teilweise einen recht nüchternen Anstrich verleiht, und streut immer mal wieder ein paar spitze Bemerkungen und humorvolle Einwürfe der Handelnden ein, sodass das Lesen zu einer angenehmen Angelegenheit wird. 

    Meine Bewertung fällt insgesamt aber recht durchschnittlich aus. Ich möchte drei Sterne vergeben. 
    Dieser Kriminalroman hat Höhen und Tiefen. Kleinere Schwächen im Handlungsaufbau werden zwar größtenteils von den gut dargestellten Hauptpersonen wett gemacht, können aber nicht völlig kaschiert werden. 
    Das Buch ist gute Unterhaltung, gehört aber in diesem Jahr nicht zu meinen Highlights. 
  11. Cover des Buches Sterbende Seelen (ISBN: 9783404183258)
    Leo Born

    Sterbende Seelen

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Petzi_Maus

    Die Kommissarin Mara Billinsky, die von allen nur die Krähe genannt wird, hat die interimistische Dezernatsleitung übertragen bekommen, was ihren Kollegen nicht gefällt - außer natürlich Jan Rosen, ihren Partner.
    Als eine brutale Mordserie Frankfurt in Atem hält, dringt Mara in die Tiefen von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen und dem zugehörigen Aberglauben ein. Ihre Ermittlungen führen sie auch nach Sizilien, wo sie Hilfe von Commissario Domenico Manzoni erhält, der als Tipp die Prostituiere Joy angibt, die als Einzige Licht ins Dunkel bringen kann. Doch Joy flieht nach Hamburg, wo sie von ihren Peinigern gejagt wird. Kann Mara sie zuerst finden?


    Meine Meinung:
    "Sterbende Seelen" ist der 6. Teil der Reihe um die "Krähe" Mara Billinsky, die sie diesmal in die Abgründe von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen in Hamburg führt; und sogar nach Sizilien.
    Der Fall ist wie immer in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wichtige Vorkommnisse aus den vorigen Bänden werden geschickt in die Geschichte integriert.
    Der Schreibstil von Leo Born ist wie gewohnt packend, spannend und die Szenensprünge sowie Cliffhanger an den Kapitelenden lassen einen nur so durch das Buch fliegen, weil man immer wissen will, wie es weitergeht.

    Das Thema dieses Buches hat mich sehr berührt, das Schicksal der afrikanischen Frauen, die eigentlich für ein besseres Leben nach Europa kommen und dann die Hölle erleben, ist einfach nur unfassbar traurig. Der Aberglaube der afrikanischen Frauen und der Druck, der auf sie ausgeübt wird, wenn sie nicht spuren (Bedrohung der Familien), macht einen großen Teil deren Gehorsams aus.
    Und ganz besonders schlimm finde ich das System mit den Mesdames, also weibliche Zuhälterinnen, die früher auch mal Prostituierte waren, und trotz ihres eigenen Schicksals dies nun auch anderen Mädchen antun.

    Mara ist für mich diesmal etwas braver bzw. nicht ganz so aggressiv in ihrem Vorgehen, und Jan hadert mich sich selbst. Ich mag beide immer noch sehr, doch haben sie diesmal ein bisschen Pepp verloren.
    Die Verwicklungen, deren Aufklärung und die Auflösung am Schluss haben mich überzeugt.

    Leider hatte dieser Band kleine Längen, die Ermittlungen kamen nicht richtig in Gang, und auch der Part von Manzoni konnte mich nicht so ganz überzeugen; trotzdem hat mich das Thema und der Spannungsaufbau gefesselt und ich freue mich schon auf den nächsten Band mit der Krähe!


    Fazit:
    Ein nahegehendes Thema im 6. Fall der Krähe, packend umgesetzt, leider jedoch kleine Längen.

  12. Cover des Buches Eines Menschen Herz (ISBN: 9783833305085)
    William Boyd

    Eines Menschen Herz

     (34)
    Aktuelle Rezension von: haberland86
    William Boyd ist ein meisterhafter Erzähler, was auch in "Eines Menschen Herz" von der ersten bis zur letzten Seite deutlich wird.

    Dennoch war ich von der Geschichte, die das Leben des Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart in Tagebucheinträgen umreißt, ein wenig enttäuscht.
    Denn wie die Tagebücher der meisten Menschen, enthalten auch die seinen hauptsächlich Banalitäten. Viele davon fügen sich zwar im Laufe der 670 Seiten stimmig und verblüffend zusammen, doch die wirklich spannenden Passagen - die es durchaus gibt - beschränken sich auf vielleicht 200 Seiten; was mir im Ganzen betrachtet jedoch zu wenig war.

    Zugegeben - bislang habe ich nur ein weiteres Buch des Schriftstellers gelesen. Von "Ruhelos" war ich aber so begeistert, dass die Erwartungen an dieses Buch vielleicht von vorneherein ein wenig zu hoch gesteckt waren.
  13. Cover des Buches Aller Anfang ist Apulien (ISBN: 9783462044973)
    Kirsten Wulf

    Aller Anfang ist Apulien

     (55)
    Aktuelle Rezension von: black_snapper
    Mir wurde eine Liebesgeschichte versprochen. Ich habe schöne kitschige herzerfüllende Belletristik erwartet. Stattdessen wird diese Liebesgeschichte mit Geschichten zum Menschenhandel und Schutzgelderpressung gespickt. Och nee. Entweder oder, aber nicht beides, bitte. Die Biografie der Autorin gibt doch Stoff für 3 Bücher her. Warum hat sie also alles in eins gepackt? Dennoch 4 Sterne, weil es sich gut liest.
  14. Cover des Buches Little Bee (ISBN: 9783423219075)
    Chris Cleave

    Little Bee

     (286)
    Aktuelle Rezension von: Marywy

    Dieses Buch lässt nachdenklich und schockiert zurück und dich deine Weltsicht hinterfragen. Die Story verursacht an vielen Stellen ein mulmiges Gefühl, ist aber gleichzeitig auch eine Geschichte der Hoffnung und der Liebe, die unbedingt gelesen werden sollte. 

  15. Cover des Buches Jeder Tag gehört dem Dieb (ISBN: 9783518466926)
    Teju Cole

    Jeder Tag gehört dem Dieb

     (20)
    Aktuelle Rezension von: vivreavecdeslivres
    In seinem Debut sinniert Teju Cole über sein Heimatsland Nigeria. Dabei verleiht er seine Stimme einem namenslosen Protagonisten, welcher nach 15 Jahren die Rückkehr in seine sogenannte Heimat antritt. Schnell bemerkt er allerdings, dass es sich nicht nach Heimat anfühlt, sondern nach Fremde, oder zumindest nach etwas Enttäuschendem.
    Teju Coles zweites Buch 'Open City' wurde international gefeiert und hielt auch bei mir Einzug, allerdings hat mich sein unpopuläreres erstes Buch mehr angesprochen. Dass dieses Buch nicht gleichmässig bekannt ist, hat indirekt mit dem Inhalt zu tun - Der Autor kritisiert mit seinem Schreiben Nigeria und dessen Verarmung an Kultur, gleichzeitig erschien der Roman in einem nigerianischen Verlag, wodurch er wenig Berühmtheit erfuhr, meiner Meinung nach nicht zurecht. Denn Teju Cole legt uns hiermit ein Werk vor, dass eine sogartige Wirkung hat, dass mich zum ersten Mal wirklich an den Spruch glauben lässt - Lesen ist wie Reisen. Denn wir erfahren hier eine Stadt, Lagos, in all ihren Ausmassen, wir erleben das Begeisternde und das Abstossende, allen voran das Faszinierende in dieser Fremde.

    Spannend ist ja, wie ein Nigerianer dorthin zurückkehrt. Unser Protagonist verbrachte fünfzehn Jahre in New York, ohne dazwischen je wieder in seine Heimat einzureisen. Das gibt dieser vermeintlichen 'Rückkehr' viel grösseres Gewicht. New York als unglaublich sympathischer Gegenpol, eine Stadt, welche sowohl vor neuster Technologie und Modernität strotzt, wie auch in all seiner Grösse das Detail, die Kunst und die Sinnlichkeit einer Stadt in jedem Ecken bereithält. New York durfte ich bereits selbst erleben, und selten konnte mich die Vielfältigkeit einer Metropole so beeindrucken. Dagegen scheint Lagos eintönig zu sein. Die Stadt funktioniert nach ihren eigenen Regeln, und diese sind wohl keinem aus der nordwestlichen Welt bekannt. So begegnet der Protagonist bereits an der ersten Haltestelle, dem Konsulat in New York, Korruption. Diese Begegnung macht ihn fassungslos, mehr noch, als sie vielleicht uns als Nicht-Einbezogene fassungslos machen würde, und sie besetzt ihn. Kaum gelandet, stürzen wir uns auf dieses Thema und entdecken es tatsächlich auch in jedem noch so versteckten Winkel. Das korrupte Nigeria. Dann aber beginnt er mit seinen Beobachtungen, erzählt von diesen, und sie sind so kunterbunt und fremd, wie ich kaum glauben konnte. Er trifft auf unterschiedliche Menschen, auf unterschiedliche Interessen, auf unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Situation. Und auch auf immer wieder sich ähnelnde Muster. 

    Und so entwirft Teju Cole ein Bild von einem Nigeria aus dem Heute, aber überlappt es mit Erinnerungsfetzen, Gedankengängen und tiefen Emotionen, von Verwunderung, Abneigung und Liebe. Dabei entsteht auch ein ganz eigenes Gefühl von Heimat, welches er mit seinen behutsam gewählten Worten so gut zu vermitteln weiss - Chapeau. Und vielen Dank, denn ich bin nun um einige Erfahrungen und irgendwie eine Reise nach Nigeria reicher.

    http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/04/jeder-tag-gehort-dem-dieb-von-teju-cole.html
  16. Cover des Buches Diese Dinge geschehen nicht einfach so (ISBN: 9783596520404)
    Taiye Selasi

    Diese Dinge geschehen nicht einfach so

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Martinchen

    Taiye Selasis Debütroman erzählt die Geschichte der Familie Sai, die nach einem angeblichen Kunstfehler des angesehenen Chirurgen Kweku auseinanderbricht. Die Mutter kehrt nach Ghana zurück, die vier Kinder leben ihre eigenen Leben. Als der Vater stirbt, treffen sie sich erst in New York, um gemeinsam zur Mutter zu fliegen. Die Autorin unterteilt ihren Roman in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt, mit „Abschied“ überschrieben, wird der Tod des Vaters erzählt, der während der nach seinem Herzinfakt verbleibenden Zeit sein Leben reflektiert. Es entsteht ein erster Eindruck der Familie, der neugierig macht, was genau geschehen ist. Im zweiten Teil, „Aufruhr“, stehen die vier Kinder im Mittelpunkt. Aus wechselnden Perspektiven entsteht ganz langsam ein Bild. Die entscheidenden Teile kommen im letzten Abschnitt „Aufbruch“ hinzu, in dem nicht nur die Kapitel, sondern auch die Unterkapitel die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden.  Selasi versteht es ausgezeichnet, das Seelenleben der Protagonisten wieder zu geben, so dass die Probleme und Konflikt jedes einzelnen und zu anderen sehr gut nachvollziehbar sind.

    Der Sprachstil der Autorin ist besonders, außergewöhnlich. Sie beobachtet genau und klug. Es enthält viel Lebensphilosophie und die Erkenntnis, dass die Dinge eben nicht einfach so geschehen. 

    Taiye Selasi, Schriftstellerin und Fotografin, ist in London geboren und in Massachusetts aufgewachsen. Ihre Eltern stammen aus Ghana. Selasi erfand den Begriff „Afropolitan“, der eine neue Generation von Weltbürgern mit afrikanischen Wurzeln bezeichnet. (Quelle: Klappentext)

    Fazit: ein wunderbarer Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte

  17. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783746632421)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (44)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚[...] denn die Zukunft war das, was wir aus ihr machten, eine leere Leinwand, auf die sich alles Mögliche projizieren ließ. Das alles war vorbei, als Vater wegzog.‘ (Seite 10 der gebundenen Ausgabe)

    Der neunjährige Ich-Erzähler Ben lebt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ikenna, Boja und Obembe, seinen Eltern sowie dem kleinen Bruder David und dem Baby Nkem in Akure, einer Stadt im Südwesten Nigerias.

    Das Leben der Familie verändert sich deutlich, als der Vater ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Yola im Norden des Landes zieht und nur noch an den Wochenenden zu seiner Familie zurückkehrt. Ein weiterer Wendepunkt tritt ein, als die Brüder beginnen, im dunklen Fluss zu fischen, was die Eltern streng verboten hatten, da hier schon viele Erwachsene verschwunden sind.

    Die Brüder werden am Fluss beobachtet und verraten, und nach den Prügeln des Vaters distanziert sich der Erstgeborene Ikenna immer mehr vom Rest der Familie und verändert sich mehr und mehr.

    Ich war noch nie auf dem afrikanischen Kontinent, aber ich habe viel über Afrika und von afrikanischen Autoren gelesen, so dass ich mit dem Kontinent bestimmte Gedanken, Gefühle, Vorstellungen etc. verbinde.

    Chigozie Obioma hat mich direkt mit nach Afrika im Allgemeinen und Nigeria im Besonderen genommen: Sein Roman ist stimmungsvoll, unheilvoll und durchweg glaubwürdig.

    (Schwarze) Magie und Zauberei haben einen festen Stellenwert in ‚Der dunkle Fluss‘ und im Leben der Menschen im Handlungsort des Romans. Ich fand diese düstere Szenerie sehr gelungen und sehr atmosphärisch, und meiner Meinung nach eignet sich ‚Der dunkle Fluss‘ hervorragend, um die spirituelle Seite Nigerias besser kennenzulernen, in eine ganz andere Welt abzutauchen und mehr über diese Facetten Nigerias zu erfahren.

    Weitere Themen des Romans sind Trauer und Verlust sowie psychische Erkrankungen und psychiatrische Behandlungen in Nigeria, was weitere Komponenten des Romans sind, die mich besonders faszinierten.

  18. Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: B0875K77FN)
    Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Ich empfehle jedem Englisch verstehenden Menschen ausdrücklich die hier nicht abgebildete Hörbuch-Version für den britischen Markt von Weruche Opia. Mehr als in der US-Produktion und gar nicht zu vergleichen mit der deutschen Ausgabe, kommt hier der ungeheure Sprachwitz der Ich-Erzählerin zur vollen Entfaltung. Die Handlung um zwei sehr unterschiedliche Schwestern beginnt als irrwitzige Komödie, hinter der erst nach und nach eine Familientragödie sichtbar wird. Für mich die literarische Entdeckung des Jahres.

  19. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Stephanie_Ruh

    Ifemelu und Obinze, eine Liebesgeschichte in Nigeria. Das ist die  zentrale Geschichte, die in "Americanah" erzählt wird. Aber es geht auch hauptsächlich um Rassismus, um "nichtamerikanische Schwarze" und was der Unterschied zu amerikanischen Schwarzen ist. Es fällt einem auf einmal wie Schuppen von den Augen, warum es "den Afrikaner" oder "die Afrikanerin" weniger geben kann als "den Deutschen" oder "die Deutsche". Genauso wie die Bedeutung eines Afros, die mir bisher nie so klar war.
    Das Buch hat ein paar Längen, aber insgesamt öffnet einem Chimamanda Adichie die Augen und gibt Einblicke in das Leben in Nigeria. Ich habe jetzt viel Stoff zum Nachdenken, das ist gut so.

  20. Cover des Buches Hannas Wahrheit (ISBN: 9783000454813)
    Kerstin Rachfahl

    Hannas Wahrheit

     (10)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    „Dem Tod ins Auge blickend, ließ Hanna den Finger auf dem Auslöser, der in Bruchteilen von Sekunden ein Bild nach dem anderen machte. Sie hörte Schüsse und wartete darauf, dass die Kugel in ihren Körper eindrang, doch stattdessen…“ S. 11f.
    Fotografin Hanna, 28, ist wie schon oft auf Reisen mit ihrem väterlichen Kollegen Harald Winter, der die Reportagen für National Geographic schreibt, die zusammen mit ihren einfühlsamen Fotos erscheinen. Dieses Mal geht es um Umweltschäden durch Erdölförderung im Nigerdelta; sie sind in Nigeria unterwegs, als sie von ihrem Fahrer eingeladen werden, ihn in das Dorf zu begleiten, in dem seine Schwester lebt. Nach einem friedlichen Abend fallen bewaffnete Söldner in das Dorf ein und ein Albtraum beginnt. Als einzige knapp entkommen mit kleinen Blessuren finden sich Hanna und Harry plötzlich deutschem Militär gegenüber. Major Ben Wahlstrom setzt besonders Hanna und Druck: anhand ihrer Fotos sollen endlich Fortschritte gemacht werden gegen die zunehmenden Aktivitäten von Söldnern. Aber ist das alles?

    „Sie konnte es sich nicht leisten, schwach zu sein. Sie hatte es sich noch nie leisten können.“ S. 14 Hannas Trauma aus ihrer Jugendzeit erschwert die Situation, gleichzeitig entsteht eine zwiespältige Situation zwischen dem Major und ihr, mit einem Wechsel zwischen Misstrauen, gegenseitigem Austricksen, Respekt und Faszination. Die Firma von Hannas Stiefvater, in der auch ihre geliebte Zwillingsschwester arbeitet, engagierte sich für das ausgelöschte Dorf – besteht ein Zusammenhang? Wahlstrom wird auf die junge Frau angesetzt, die dadurch nicht nur privat zwischen alle Fronten gerät, sondern sich auch im Visier diverser Dienste und Organisationen wiederfindet. Was hat Zwillingsschwester Marie mit der Sache zu tun? Hanna fühlt sich gebunden an ein Versprechen, dass sie ihrem früh gestorbenen Vater gegeben hatte. Spannend, mit einem feinen ironischen Humor und einem kleinen Schuss Emotion!

    Ich hatte das Buch über eine Verlosung entdeckt, bei der ich leider glücklos blieb, und es kurzerhand danach als ebook geladen; der Einstieg in eine recht kurze Nacht… Themen in Krimis/Thrillern mit Hintergründen in Politik und Wirtschaft finde ich immer spannend, hier wird das mit etlichen Hintergrundinformationen gewürzt, sobald Hanna denn beginnt, der eigentlichen Ursache auf die Spur zu kommen. Der Autorin Kerstin Rachfahl gelingt auch diese Vermittlung von Informationen sehr gut, ebenso die diversen Hackertricks, medizinischen Hintergrunde unter anderem zu Hanna – unterhaltsam, nicht überfordernd oder belehrend. Spannung entsteht sowohl durch die undurchsichtige Situation mit zunehmender Bedrohung für Hanna als auch durch die diversen Auseinandersetzungen mit Ben Wahlstrom – jaaa, man hört da schon etwas heraus, aber soooo einfach ist es dann doch definitiv nicht. Dazu sind beide zu vorbelastet, auch wenn ich den Begriff der „beschädigten Ermittler“ hier nicht bemühen würde. Hanna speziell würde es sich wohl verbieten und Ben ist einfach zu sehr Profi.

    Besonders fand ich, welche Rolle Hannas christlicher Glaube spielte, es kam einfach rüber, was für sie ihre persönliche Kraftquelle ist, auch, wenn es genug „anders gestrickte“ Protagonisten im Buch gibt. Mich stört persönlich sowohl, wenn in Büchern Glaube als irgendwie veraltet oder schrullig dargestellt wird, als auch Bücher, die im Glauben einfache Lösungen für alles bieten wollen, am besten sofort und mit so einem „salbungsvollen“ Grundton. Das ist hier einfach gekonnt gemacht, nicht blutleer und oberflächlich, auch nicht weltfremd oder abgehoben. Manko? Es gibt einen zweiten Band, eigentlich muss man den gleich im Anschluss lesen, Nächte werden dadurch auch nicht länger… An ein paar Stellen hat die Zeichensetzung in der ebook-Ausgabe noch Fehlerchen, aber nichts "Wildes".

    5 Sterne (hallo, warum sonst schlafe ich nachts nicht???)

    Folgebuch: Na klar, Hannas Entscheidung (es gibt leider nur die zwei - aber immer konnte ich dadurch dann doch irgendwann schlafen)

  21. Cover des Buches Der Afrikaner (ISBN: 9783832161040)
    Jean-Marie Gustave Le Clézio

    Der Afrikaner

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Mizuiro
    Mit dem Klappentext bin ich mal wieder überhaupt nicht einverstanden. Er schafft es weder, den Ton des Buches wiederzugeben, noch zu erfassen worum es wirklich darin geht...

    Le Clézio erzählt nicht nur von einer Afrikareise, sondern von einem für ihn sehr bedeutenden Abschnitt seiner Kindheit, in dem er in Afrika gelebt hat. (Ich finde, es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen der Reise zu einem Ort, einem Urlaub, einem Besuch und dem tatsächlichen Leben in einem Land). Er betont mehrmals, dass er als Achtjähriger eben nicht den Reiz "etwas Exotischem" empfunden hätte, sondern viel eher die Essenz des Ortes mit Gerüchen, Farben und Erscheinungen gespürt hätte.

    Aber gut, für den Klappentext kann der Autor ja nichts, kommen wir also zum Punkt:

    Der Afrikaner ist wirklich gut und schön geschrieben. Die Sätze sind kunstvoll und schön konstruiert ohne zu lang und gekünstelt zu wirken. Vermittelt wird ein Bild von Afrika aus den Augen eines Kindes oder wie dieses Kind sich vorgestellt hätte, dass es sein Vater gesehen haben könnte. Dabei werden angenehmerweise recht wenig Klischees bedient (auch nicht, um sie zu wiederlegen).

    Besondere Bedeutung kommt der Beschreibung der Figur des Vaters zu. Diese Beschreibung wirkte authentisch, aber wenig originell. Denn über den zu strengen, zu autoritären Vater, den das harte Leben in Kriegszeiten gezeichnet hat, hat man schon zu viel gelesen.

    Da es sich aber um ein autobiographisches Werk handelt ist Originalität aber auch nicht ganz so wichtig. Mehr gestört haben mich die Zeitsprünge, die das Ganze etwas Verwirrend und chaotisch wirken lassen. Trotzdem ist das Buch einfach gelungen und sehr schön zu lesen. Die abgebildeten Fotos unterstreichen die Handlung und verleihen dem Buch zusätzlich Charakter. Vier Punkte!


  22. Cover des Buches Dear Ijeawele, Or A Feminist Manifesto In Fifteen Suggestions (ISBN: 9780008275709)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Dear Ijeawele, Or A Feminist Manifesto In Fifteen Suggestions

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Kurz rezensiert:

    "Teach her about difference. Make difference ordinary.
    Make difference normal. Teach her not to attach value
    to difference […]" [Adichie (2016), p.59]

    Als Chimamanda Ngozi Adichie von einer Freundin gefragt wird, wie sie ihre Tochter zu einer Feministin erziehen könne, schreibt Adichie 15 Regeln nieder, die sie ihrer Freundin als Rat mitgibt.

    15 Regeln, die ganz unterschiedlichen Charakter haben. Von der Gleichstellung zwischen Mann und Frau, die Adichie in allen Lebensbereichen einfordert, plädiert sie für einfache Regeln: Sei es die Förderung des Lesens, oder unser Umgang mit Sprache oder die Aufteilung der Kindererziehung, Adichie scheint für alle Lebenslagen einen Rat zu haben.

    Zugegeben, als ich diese Buch in Händen hielt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Adichie mich überzeugen könnte. Zu oft wird Feminismus, für mich, zu vehement vertreten und überspannt den Bogen des Möglichen. Doch Adichie macht es geschickt. Kleine Ratschläge, die sie mit Beispielen aus ihrem Alltag untermauert, bieten einen differenzierten Blick auf Männer und Frauen. Ihre Worte sind dabei jedoch nie belehrend. Und das ist erfrischend. Gepaart mit einer einfachen, verständlichen Sprache, kann dieses Buch durchaus breite Massen ansprechen. Und ganz nebenher bekommt der Leser auch noch einen anderes Bild nigerianischer Kultur vermittelt.

    Fazit: Ein kleines, wichtiges Buch. Für Männer und Frauen. Für jedermann. Lesenswert 
  23. Cover des Buches Heimsuchungen (ISBN: 9783596185979)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Heimsuchungen

     (6)
    Aktuelle Rezension von: efell
     Zwölf Kurzgeschichten von nigerianischen Menschen in Nigeria oder in USA - diese haben mich sehr interessiert, weil ich doch einige neue Aspekte der Probleme mit fremden Menschen in unseren Kulturen erfahren habe - sehr gut, einfühlsam geschrieben, empfehlenswert!
    Fast alle  Geschichten haben mich sehr beeindruckt. die vielen Schwierigkeiten mit den afrikanischen Sitten und Gebräuchen im Westen zu leben - extrem belastend für eine Frau.
  24. Cover des Buches McMafia (ISBN: 9783608503791)
    Misha Glenny

    McMafia

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Andreasderkoch

    Inhalt (übernommen):
    Die Geschäfte des organisierten Verbrechens boomen wie noch nie. Schuld daran ist die Globalisierung, die Kriminellen auf der ganzen Welt ungeahnte Türen öffnet. Eine erschütternde Reportage über eine der Schattenseiten der Globalisierung und eines der größten Probleme unserer Gegenwart.

    Misha Glenny ist Experte für das internationale organisierte Verbrechen und deckt erschreckende Zustände auf. Im Gespräch mit Opfern und Tätern, Politikern und Polizisten wird deutlich, wie die organisierte Kriminalität ihren Siegeszug nach dem Zerfall der Sowjetunion antritt. Die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen treiben die kriminellen Machenschaften an und die illegalen Netze breiten sich aus wie nie zuvor. Glenny enthüllt das verheerende Ausmaß der globalisierten Mafia und berichtet von nigerianischen Internetkriminellen, chinesischen Menschenschmugglern und kolumbianischen Drogenbaronen. Seine jahrelangen Recherchen in der Unterwelt lassen nur einen bitteren Schluss zu: Das organisierte Verbrechen ist einer der Gewinner der Globalisierung.

    Mein Fazit:
    Das Buch beschreibt die Entwicklung der organisierten Kriminalität nach dem Zerfall der Sowjetunion, vornehmlich die darauffolgenden zwei Jahrzehnte. Leider fehlen mir persönlich die Auswirkungen auf Westeuropa, mit Bezug auf dortige Strukturen, Wirkungsfelder und Einflussnahmen auf Wirtschaft und Politik. 


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