Bücher mit dem Tag "nigeria"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nigeria" gekennzeichnet haben.

116 Bücher

  1. Cover des Buches Children of Blood and Bone – Goldener Zorn (ISBN: 9783841440297)
    Tomi Adeyemi

    Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

     (438)
    Aktuelle Rezension von: reading_with_cat

    Als Zelie klein war, war ihre Welt noch voller Magie. Doch der König zerstörte die Magie und tötet am Ende ihre Mutter und mit ihr alle anderen Magiebegabten. Jetzt hat Zelie die Chance die Magie zurückzubringen, aber der Weg ist nicht leicht und sie wird dabei vom Kronprinzen verfolgt, der die Magie mit aller Macht aufhalten möchte.

    Ich habe mich vom ersten Moment an in Zelie verliebt. Sie war so unglaublich faszinierend und ihr Charakter wirkte so "echt". Genauso auch mit Amari und Tzain. Inan war da schon etwas schwieriger. Die Art wie er sich einfach nicht entscheiden konnte hat mich dezent genervt, aber im nachhinein finde ich es auch irgendwie realistisch. Ich habe während des Buches mit den vieren gelitten und geliebt. Sie sind mir einfach total ans Herz gewachsen.

    Tomi Adeyemi hatte einfach eine Art zu Schreiben, die mich total in den Bann der Geschichte gezogen hat. Er hat mich gefesselt und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Einfach toll.

    Das Konzept dieser Welt hat mich wohl am aller meisten begeistert. Einfach alles war so ausgeklügelt. Die Maji, die Wesen, einfach das komplette System. Außerdem fand ich es unglaublich toll wie Adeyemi die Welt an die Afrikanische Kultur angelehnt hat.

    Wie schon gesagt ich bin nur so durch die Seiten geflogen, obwohl ich ziemlich lange für das Buch gebraucht habe, auch wenn dass er an fehlender Zeit lag. Für mich hatte die Geschichte überhaupt keine Längen. Es war von Anfang bis Ende spannend.

    Insgesamt merkt man glaube ich schon, ich liebe dieses Buch. Es ist ein absolutes Highlight für mich. Einfach alles hat mir gefallen. Ganz große Empfehlung an alle Highfantasy Liebhaber da draußen.

  2. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Eva-H

    Erweitert den Horizont. Wie engstirnig man als Weiße doch sein kann. Die Sicht ändert sich. Sehr "amüsant"  aber auch der Vergleich des Lebens in Amerika und dann zuhause in Nigeria. Dort gibt es auch eine falsche Sicht auf das jeweils andere Land. Die Menschen haben genauso Vorurteile oder falsche Vorstellungen. Kann ich nur empfehlen.

  3. Cover des Buches Das Baby ist meins (ISBN: 9783351050894)
    Oyinkan Braithwaite

    Das Baby ist meins

     (48)
    Aktuelle Rezension von: sursulapitschi

    Selten war ein Drama unterhaltsamer.

    Hier erzählt Bambi, ein junger Mann aus Lagos, wie er ungewollt zum Schlichter bei einem unmöglichen Streit wurde. Seine Tante und die Geliebte seines verstorbenen Onkels verbringen gemeinsam den Lockdown im Haus der Familie und haben ein Baby. Beide behaupten verzweifelt, sie wären die Mutter, beharren stur auf ihrem Standpunkt und beide haben sowohl Argumente als auch Kampfgeist. Skurriler kann es nicht zugehen.

    Diese Geschichte ist schrecklich und eigentlich ein höchst gewagtes Konstrukt, bei dem man der Autorin eher eine blühende Fantasie als Glaubwürdigkeit bescheinigen möchte. Trotzdem schafft sie es, der Situation eine tragische Realität zu verschaffen. Obwohl sich die Protagonisten hier zu großen Teilen nahezu absurd verhalten, spürt man auch ihre Leidenschaft, tiefe Gefühle, die einen Menschen vielleicht tatsächlich so handeln lassen könnten, stets begleitet von einem Augenzwinkern.

    Man ist sich nie sicher, ob man es hier mit einem menschlichen Drama oder mit Karikaturen zu tun hat, die einem überspitzt die nigerianische Mentalität vorführen. Nigerianer scheinen ein spezielles Volk zu sein, ein Land voller Paschas, die auch brutal sein können und die in einer Tradition mit mehreren Ehefrauen verhaftet sind. Dann wieder meint man, der Mann hat das Sagen und die Frau sagt ihm, was er sagen soll. Ein leidenschaftliches Volk voller Widersprüche.  

    Dieses Buch ist sehr kurz, sehr unterhaltsam und sehr eindrucksvoll, ein skurriles Kammerspiel.

     

  4. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783351035921)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Irisblatt

    In Akure, einer nigerianischen Stadt, unweit des verfluchten Flusses Omi-Ala, wohnt der 10-jährige Benjamin mit seinen Eltern und fünf weiteren Geschwistern.  Familienvater Eme plant ein besseres Leben für seine Söhne, sieht sie als zukünftige Ärzte, Richter, Professoren und Ingenieure. Als der Vater aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt zieht, vernachlässigen Ikenna, Boja, Benjamin und Obembe die Schule und gehen regelmäßig zum verbotenen Fluss, um dort zu angeln. Ihre Mutter ahnt nichts davon. An einem schicksalsträchtigen Tag begegnen die vier Brüder dem verrückten Obdachlosen Abulu, der bereits in der Vergangenheit Unglücke voraussagte. Er prophezeit Ikenna, dem ältesten Bruder, einen gewaltsamen Tod. Von diesem Tag an beginnt Ikenna sich negativ zu verändern und eine Familientragödie, die alles zerstört, nimmt ihren Lauf. 

    Bis zur Mitte hat mir der Roman gut gefallen. Die Geschehnisse sind spannend, die Alltagsbeschreibungen bildhaft, so dass ich mir das Alltagsleben und das Wohnumfeld der Familie, die einer ethnischen Minderheit angehört, gut vorstellen konnte. Immer wieder gibt es auch Bezüge zur Mythologie und zur politischen Situation in den 1990er Jahren. Politische Unruhen sind an der Tagesordnung, das Leben gefährlich. In den Text verwoben sind Reime, Sprichwörter und Liedtexte in den Sprachen Ibo (Igbo) und Yoruba. Neben diesen afrikanischen Sprachen gibt es Einschübe in Pidgin English. Diese Sprachenvielfalt hat die Geschichte für mich sehr authentisch gemacht und mir gut gefallen. 

    Ab der Hälfte verlor die Geschichte aus meiner Sicht an Dynamik und sie zog sich in die Länge. Die letzten Kapitel habe ich dann wieder mit Spannung gelesen.

    Insgesamt ein geteiltes Lesevergnügen mit starkem Anfang, schwachem Mittelteil und intensivem Ende. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen.

    Chigozie Obioma wurde in Nigeria geboren und lebt heute in den USA. Sein Debüt „Der dunkle Fluss“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.


  5. Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Mehr Feminismus!

     (24)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Die Autorin hat einen schönen Stil bzw. eine schöne Art zu reden – recht locker – halt eine Rede die verschriftlicht wurde (we should all be feminists), welche übrigens auch auf YouTube ansehbar ist; Plus vier Essays mit vielen Anekdoten.


    Wie gesagt ist die „Stimmung“ des Buches recht locker, bis dann eine starke Formulierung oder Erkenntnis kommt. Zwischendurch haben die Worte viel Kraft. Diese Mischung fand ich sehr gelungen und faszinierend.


    Wie es der Titel schon sagt, geht es um Feminismus – was das eigentlich ist bzw. wie sie es für sich definiert und welche Vorurteile einen entgegen gebracht werden, wenn man sich selbst als solche bezeichnet. Es geht um das Leben als Frau, sprich Geschlechterrollen und was das real bedeutet, um Frauenrechte bzw. das Recht der Frau sich frei zu entfalten – gerade auch mit Blick einer Nigerianerin.

    Das alles aber nicht akademisch, belehrend, sondern anekdotisch, was den Zugang erleichtert.

    Unabhängig davon, von ihrem Talent solche Themen zu erzählen, fand ich die Essays mal besser mal etwas schlechter.


    Nichts desto trotzt ein tolles Buch. Schon allein um die Rede zu lesen lohnt es sich – die war großartig.

  6. Cover des Buches Ein amerikanischer Traum (ISBN: 9783423345705)
    Barack Obama

    Ein amerikanischer Traum

     (82)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Klappentext:
    Seit Barack Obama für das Amt des US-Präsidenten kandidiert hat, begeistert er die Menschen: Er verkörpert die weltweite Sehnsucht nach einer Politik des Friedens und der Menschlichkeit. Aufgewachsen unter ärmlichen Verhältnissen in Hawaii und Indonesien, musste Barack nach seiner Rückkehr in die USA erleben, wie er wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wurde. Dies weckte seinen Ehrgeiz, der ihm zunächst eine glänzende juristische Laufbahn eröffnete und dann seinen furiosen Aufstieg als Politiker der Demokraten begründete. Wer nun seine Familiengeschichte liest, spürt, dass in ihm auch ein begnadeter Erzähler steckt

    Meine Meinung:
    Ich war schon lange ein Fan von Barack Obama. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wieso, denn ich habe ja nichts mit der Amerikanischen Politik zu tun. Ich fand es toll mal etwas über sein Privatleben zu lesen. Vor allem weil es damals (und heute leider immer noch) richtig schwer war für Afro-Amerikaner respektiert und aufgenommen zu werden!
  7. Cover des Buches Diese Dinge geschehen nicht einfach so (ISBN: 9783596193332)
    Taiye Selasi

    Diese Dinge geschehen nicht einfach so

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Gruenente
    Meine Rezension befindet sich auf meinem Blog!
    http://leckerekekse.de/wordpress/diese-dinge-geschehen-nicht-einfach-so/
  8. Cover des Buches Abbey Road Murder Song (ISBN: 9783518466025)
    William Shaw

    Abbey Road Murder Song

     (61)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    1968 - während eine neue Generation gegen alte Regeln rebelliert, wird in einem schäbigen Hinterhof die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die beiden Ermittler Breen und Tozer werden dem Fall zugeteilt. Schließlich stoßen sie auf Spuren, die zunächst aufs Musik-Business hinweisen, doch schließlich in ausgewählte Kreise der Gesellschaft führen... 

    Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung etwas allein auf weiter Flur, aber ich bin etwas verwirrt von Titel und Klappentext dieses Buches. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der tatsächlich irgendwie mit den "Beatles" zu tun hat. Wie sich schnell herausstellte, wird dieses Thema zwar kurz im Buch erwähnt, hat aber im Grunde genommen überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, sodass ich diesbezüglich etwas enttäuscht gewesen bin. 

    Aber kommen wir zum eigentlichen Geschehen. 
    Im Mittelpunkt der Handlung steht Ermittler Breen und seine Kollegin Tozer, die zu einem Tatort gerufen werden. Der Startschuss für die Ermittlungen. Leider stellt sich hier sehr schnell heraus, dass der Handlungsaufbau und damit auch der Spannungbogen keinem wirklichen roten Faden folgt, sonder eher planlos zusammengestellt wirkt. Immer mal wieder werden neue Erkenntnisse in die Handlung eingeflochten, bei denen man als Leser aber selten erkennen kann, wie der Protagonist auf diese Spur gekommen ist. Dies zog sich durch den gesamten Krimi und hat mich daher nicht gänzlich überzeugen können. 
    Auch die Tatsache, dass ein zweiter und dritter Mordfall in die Handlung hineinspielen, aber nicht geklärt werden, hat hier etwas planloses. Diese beiden zusätzlichen Fälle, sind fehl am Platz und lenken von der eigentlichen Handlung ab. 

    Sehr positiv sind mir, im Gegensatz zum Handlungaufbau, die Protagonisten aufgefallen. Sie wirken sehr sympathisch. Besonders Breen, der durch einen Schicksalsschlag sehr aus der Bahn geworfen wurde und erst langsam wieder hin den normalen Alltag zurück findet. Seine Partnerin Tozer ist ebenfalls ein besonderer Charakter, mit eigenen, starken Wünschen und Vorstellungen, die sich als junge Polizistin in ihrem Job beweisen will. 
    Selbst die Nebencharaktere sind fein ausgearbeitet und lassen alles angenehm realistisch und rund wirken. 

    Auch der Schreibstil und die Erzählweise sind gut und leiten den Leser schnell durch die 474 Seiten. Der Autor kommt hier ohne unnötige Schörkel aus, was dem Buch teilweise einen recht nüchternen Anstrich verleiht, und streut immer mal wieder ein paar spitze Bemerkungen und humorvolle Einwürfe der Handelnden ein, sodass das Lesen zu einer angenehmen Angelegenheit wird. 

    Meine Bewertung fällt insgesamt aber recht durchschnittlich aus. Ich möchte drei Sterne vergeben. 
    Dieser Kriminalroman hat Höhen und Tiefen. Kleinere Schwächen im Handlungsaufbau werden zwar größtenteils von den gut dargestellten Hauptpersonen wett gemacht, können aber nicht völlig kaschiert werden. 
    Das Buch ist gute Unterhaltung, gehört aber in diesem Jahr nicht zu meinen Highlights. 
  9. Cover des Buches Schlaflied (ISBN: 9783442716111)
    Cilla Börjlind

    Schlaflied

     (144)
    Aktuelle Rezension von: kidcat283
    Mit diesem Buch hatte ich echt ein sehr großes Problem, denn ich kann nicht mal eine kurze Zusammenfassung wiedergeben, da ich nicht zum eigentlichen Geschehen kam. Es steht schon eine lange Zeit in meinem Bücherregal. Auch das Cover ist sehr einladend. Daran liegt es auf jeden Fall nicht.
    Ich habe mich wirklich bemüht Gefallen an dem Buch zu finden. Nicht nur zweimal von vorne angefangen, sondern ganze vier Mal den Prolog gelesen, der auch gar nicht schlecht war. Leider weiß ich immernoch nicht was dieser lange Abschnitt mit dem Klappentext zu tun hat.
    Auch der Beginn der Geschichte nach dem Prolog, hat überhaupt nicht zum Inhalt gepasst, den man sich eigentlich vorgestellt hat.
    Deswegen tut es mir wirklich sehr leid, dass ich dieses Buch nicht bewerten kann. Ich denke auch nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass es ein Teil einer Buchreihe ist. In diesem Fall ist es Band 4. Da alle Bücher abgeschlossene Geschichten/ Fälle sind kann man auch ohne die Vorgängerbände dieses Buch lesen.
  10. Cover des Buches Blauer Hibiskus (ISBN: 9783596521708)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Blauer Hibiskus

     (52)
    Aktuelle Rezension von: schillerbuch

    Dieser Roman der Nigerianischen Autorin Chinananda Ngozi Adichie ist ihr Erstling und war gleich für den renommierten Man Booker Preis nominiert.

    Der Inhalt

    Ich greife auf den Klappentext des Fischer Verlages zurück: “Das Haus von Kambilis Familie liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen geprägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15-jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihr Land im Terror versank, ihre Familie auseinanderfiel und ihre Kindheit zu Ende ging. ” (© S. Fischer Verlage)

    Meine Meinung

    Ich war gespannt, denn ich hatte von der Autorin schon gehört, aber noch nichts von ihr gelesen. Und ich war sehr angetan von der Lektüre. Schon der erste Satz des Romans signalisiert, daß wir es nicht mit einem folkloritischen Afrikaroman zu tun haben werden, wie es Cover und Titel vielleicht suggerieren: “Bei uns zu Hause begann alles in die Brüche zu gehen, als mein Bruder Jaja nicht bei der Kommunion war und mein Vater sein schweres Messbuch durch das Zimmer schleuderte und die Keramikfiguren auf der Etagere zerbrach.” An diesem Palmsonntag also beginnt Kambilis Familie auseinanderzubrechen und Kambili nimmt ihre Leser:innen dann in einer langen Rückblende mit in die Zeit vor Palmsonntag. Sie schildert eine Familie, die von einem Vater und Ehemann mit zwei Gesichtern beherrscht wird: Dem tiefgläubigen Katholiken, Wohltäter der Gemeinde, mutigen Unternehmer und Zeitungsverleger, der sich von der korrupten Regierung nicht vorschreiben lässt, was er in seiner Zeitung veröffentlicht. Und dem liebevollen und gleichzeitig brutalen Familienvater, der Frau und Kinder schlägt. All das enthüllt sich uns langsam, Stück für Stück und das macht das Buch so spannend und gleichzeitig bedrückend. Kambili liebt ihren Vater, auch wenn er seinen Kindern strenge Regeln auferlegt und von ihnen erwartet, stets Klassenbeste in der Missionsschule zu sein. Sie verschließt ihre Augen vor dem, was sie mit ihrem Vater auch erlebt.

    Erst als sie mit ihrem Bruder einige Tage bei ihrer Tante Ifeoma verbringen darf (der Vater erlaubte diesen Besuch nur, weil seine Schwester ihm versprach, mit den Kindern ein in der Gegend stattfindendes Wunder zu besuchen), wird ihr langsam bewusst, wie sehr ihre ganze Familie vom Vater dominiert wird. Bei ihrer Tante, die mit ihren beiden Kindern in beengten Verhältnissen lebt,  lernen Jaja und sie neue Freiheit im Umgang miteinander. Und sie lernen auch ihren Großvater näher kennen, der nach den alten afrikanischen Traditionen lebt, die sein Sohn nicht akzeptieren kann. Der üppig blühende blaue Hibiskus im Garten von Ifeoma steht für dieses Lebensgefühl und Jaja nimmt einen Ableger davo mit nach Hausen, als Symbol dafür, wie man als Familie auch leben kann.

    Und während sich die politische Lage in Nigeria immer mehr zuspitzt, der Druck auf die Redaktion der väterlichen Zeitung immer mehr zunimmt, gerät auch das Familienleben immer mehr aus den Fugen.

    Mit hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich bekam einen Einblick in eine mir völlig fremde Welt, in ein Land, in dem die christliche Religion in vielen Gegenden eine große Bedeutung neben den zahlreichen anderen religiösen Tarditionen hat und in dem die patriarchalen Familienstrukturen noch tief verankert sind. Im ersten Satz ist eigentlich schon alles ausgedrückt, von der strengen Religiosität des Vaters über die Wucht der Gewalt, mit der das Messbuch durch den Raum fliegt bis zu den zerbrochenen Keramikfiguren, die eine ganz besondere Bedeutung für Kambilis Mutter haben. Trotzdem lüftet Chimamanda Ngozi Adichie den Schleier nur langsam und das ungute Gefühl, das mich bei Lesen des ersten Satzes beschlich, hat sich langsam und unaufhörlich gesteigert. Dabei erzählt sie konsequent aus der Perspektive von Kambili, vieles nur indirekt, und erzeugt eine Atmosphäre in der es neben Strenge, religiösen Regeln und Gewalt auch Liebe und Wärme gibt. Am Ende kommt es wie es kommen muss und doch bleibt ein Stück weit offen, was genau eigentlich passiert ist.

    Mein Fazit: Eine beeindruckende Lektüre, die mich tief in eine fremde Kultur eintauchen ließ und mich absolut gefesselt hat. Leseempfehlung!

  11. Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Die Hälfte der Sonne

     (28)
    Aktuelle Rezension von: KateRapp

    Mit diesem Roman hat die wunderbare Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie bereits 2007 den Womens Prize vor Fiction gewonnen und im vergangenen 25.Jubiläumsjahr 2020 wurde sie dafür noch einmal zum „Winner of the Winners“ gekürt. Es ist ein großartiger Roman, der die Ambivalenz Nigerias gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht England bereits ganz zu Anfang meisterlich ins Spiel bringt.

    „Es war eine höhere Sprache, eine Sprache voller Licht, die Art von Englisch, die Ugwu im Radio des Masters hörte und die mit knapper Präzision gesprochen wurde. Sie erinnerte daran, wie man mit einem frisch geschärften Messer eine Yamswurzel aufschnitt, jede Scheibe ein Stück glatte, geschmeidige Perfektion.“

    Wir lernen Olanna kennen, eine bürgerliche Intellektuelle der nigerianischen Oberschicht, die mit dem Pan-Afrikanismus-Anhänger Odenigbo zusammen ist. Er ist Dozent an einer Hochschule und stark antikolonialistisch eingestellt und fördert Wissen und Lebensstil seines jungen Angestellten Ugwu.

    Olannas Eltern, die sich in der korrupten Schicht der neureichen Chiefs bewegen, heißen diese Verbindung gar nicht gut. Sie und ihre Zwillingsschwester, die Geschäftsfrau Keinane, sind sehr unterschiedlich und entwickeln sich erst weit voneinander fort, bevor die Katastrophe sie wieder zusammenbringt.

    Mit der Figur des Richard Churchill, dem englischen Freund von Olannas Zwillingsschwester, lässt Adichie den postkolonialen Blick eines Weißen auf das Land, die Leute und die Kultur Nigerias zu. Einen Blick, der es gut meint und mehr oder weniger vergeblich versucht, nicht den üblichen, rassistischen Mustern zu folgen, der aber doch sehr unwissend ist. Gemeinsam mit ihm werden auch wir Leser*innen belehrt, auf freundliche aber auch stolze und kritische Art und Weise.

    Adichie hat einen wunderbaren Stil, in dem immer wieder lyrische Bilder aufblitzen und sich gegen die erzählten Greuel der Massaker und Hungersnot stellen. Zu Beginn erschafft sie damit den afrikanischen Kosmos aus rotem Sand, mit Autoreifen spielenden Kindern und mit Farbtupfern gekennzeichneten Hühnern. Später hingegen beschönigt ihre ausgefeilte Sprache nicht im Mindesten die grausamen Taten, den Völkermord, der 1967-1970 in Biafra stattfand, nein,sie erhält den betroffenen Menschen die Würde, indem sie ihr Schicksal nicht sensationslüstern ausstellt sondern in Einzelschicksalen beschreibt. Krieg wird als existentiell bedrohliche und persönlich prägende Erfahrung spürbar gemacht, die ganze Unsicherheit und Angst in seiner Folge, das Chaos und die Widersprüchlichkeiten gezeigt, unabhängig davon, wo er sich abspielt oder worum es geht.

    Wir folgen in multiperspektivisch erzählten Anekdoten der Entwicklung der sehr unterschiedlichen Protagonisten. Dabei erweisen sich die zu Beginn starken Männer mit ihren hehren politischen Zielen schwächer als die Frauen, die im Angesicht der Krisen zupacken, das Nötige tun, durchhalten.

    Ein Buch im Buch gibt in zehn kurzen Kapiteln der Romanhandlung ein thematisches Gerüst, das Fakten liefert zu den historischen Ereignissen der Biafra-Krise und dennoch als Romanfragment auftritt. Dies, sowie die viermaligen Zeitsprünge, die Ereignisse im Nachhinein erklären, die zuvor nur angedeutet und bereits vorüber waren, wirken auf mich konstruiert und eigentlich unnötig. 

    Abgesehen von diesem winzigen Kritikpunkt ist dieses beeindruckende Werk als eine bewegende, mitreißende Familiengeschichte und romanhafte Bearbeitung des nigerianischen Bürgerkrieges und Völkermordes extrem lesenswert!

  12. Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN: 9783596905744)
    Chinua Achebe

    Alles zerfällt

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der afrikanische Autor Chinua Achebe (geb. 1930 in Nigeria) erzählt die Geschichte und den Untergang eines Stammesvolkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ablösung alter Gewohnheiten und Rituale durch britische Kolonialherren und deren christliche Mission geschieht äusserst schmerzvoll. Der Wechsel in diese neue Welt ist insbesondere für den Protagonisten des Buches nicht nachvollziehbar. Einige sehen in der Kolonisation Chancen für eine wirtschaftliche Modernisierung veralteter Strukturen, andere erachten die expansive und aggressive Besiedlung als Bedrohung ihrer Traditionen.


    Zweifellos ein grosser Schriftsteller, der sein Land und die Geschichte besser kennt, als manch anderer und darüber fundiert zu erzählen vermag.


    Die Hinweise am Schluss des Buches sind unerlässlich, um den Text zu verstehen. Das macht das Lesen etwas schwerfällig, da viel geblättert werden muss. Eingeprägt haben sich bei mir nur die wenigsten Erklärungen. Alles in allem hat mich die Thematik sowie die Umsetzung der Geschichte zu wenig interessiert, darum hielt sich meine Lesefreude in Grenzen. Zu empfehlen ist das Buch aber sicher all jenen, die sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas näher auseinandersetzen möchten.

  13. Cover des Buches Das Glück umarmen (ISBN: 9783426519691)
    Nicole Walter

    Das Glück umarmen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: parden

    VOM LEBEN UND DER LIEBE...

    Leon lebt sein Leben nicht - er hetzt durch sein Leben. Für ihn zählt nur eines: Erfolg und Geld – und das innerhalb kürzester Zeit. Diese Geschwindigkeit wird ihm zum Verhängnis, als er sich eines Tages auf der Fahrt durchs liebliche Chiemgau mit dem Auto überschlägt. Etwa zur selben Zeit ist Johanna unterwegs auf ihrem Achtsamkeits-Spaziergang, bei dem sie sich ganz auf den Moment einlässt. Sie entdeckt den in seinem Sportwagen eingeklemmten Leon, leistet Erste Hilfe und verständigt den Notarztwagen. Ein schrecklicher Moment für Johanna – aber auch ein besonderer, denn für sie ist sofort klar: Das ist er, der Eine, den sie nie wieder loslassen darf. Johanna bringt ihn ins Haus ihrer geliebten Großmutter Marceline, um ihn dort so richtig wieder aufpäppeln zu lassen. Marceline aber ist eine ganz besondere Frau, die nur eines im Sinn hat: so viele besondere Momente wie möglich zu sammeln, bevor sie ganz im Vergessen versinkt...

    Um es gleich vorwegzunehmen: für mich ist dies kein reiner Achtsamkeitsroman, wie es der Untertitel vermuten lässt. Aber das Thema zieht sich durch die Seiten und durch das Leben der verschiedenen Charaktere, insofern ist es auch wieder nicht ganz falsch. Die Kunst, den Moment zu leben - darauf läuft letztlich doch alles hinaus...


    Jeder Tag lässt genau das in einem zurück, was man aus ihm gemacht hat.


    Natürlich klappt das mit dem Leben im Moment nicht immer und vor allem nicht sofort - und jemand, der damit nicht vertraut ist, geht zweifelsohne zunächst einmal voller Skepsis an diese Thematik heran. So z.B. der Bad-Boy Leon, der dem Leben hinterherzurennen scheint: höher, schneller, weiter, immer auf der Suche nach dem großen Kick. Drogen, Geld, Affären - alles kein Problem, Hauptsache, es bleibt alles schön oberflächlich und unverbindlich. Durch seinen Unfall wird er allerdings brutal ausgebremst. Doch im Haus von Johanna und ihrer Großmutter wähnt er sich gleich in einer ganz anderen, fremden Welt:


    'Du mit deiner naiven Puderzuckermentalität. (...) Yoga, Barfußspaziergänge, dieses Achtsamkeitsding, dieser ganze esoterische...' --- 'Jetzt sag bloß nicht Quatsch.' --- 'Okay... Aber Johanna, jetzt mal ehrlich, das alles sind dorch nur irgendwelche Haltegriffe, damit du nicht ganz so durchgeschüttelt wirst, wenn du dich durchs Leben hangelst.'


    Johanna ist klar, dass sich Leon nur aus sich heraus verändern kann - wenn er es denn will. Und dafür braucht er Zeit. Die bekommt er im Haus von Marceline, der Whiskybrennerin, der welterfahrenen und kampferprobten alten Dame, die ihr Leben in vollen Zügen genießt und versucht alles anzunehmen, was dieses ihr bietet. Nur mit ihrer zunehmenden Demenz, da kann sie sich nicht anfreunden. Wie wird es sein, wenn das große Nichts da ist? Doch Marceline wäre nicht die, die sie ist, wenn sie bis dahin nicht jede Sekunde einfach nur lebt.

    Johanna hat vieles von Marceline gelernt und hadert dadurch mittlerweile deutlich weniger mit ihrem eigenen Schicksal als noch vor einigen Monaten. Dennoch weiß sie, dass sie an ihrem Lebenspäckchen noch zu knabbern haben wird. Doch ihre Großmutter erdet sie immer wieder, und der kleine nigerianische Junge Kio, der ganz allein aus seinem Land geflohen und dessen Rücken voller hässlicher Narben ist, braucht sie ebenso wie Marceline. Denn das Leben in Deutschland ist nicht immer leicht - abgesehen von der drohenden Abschiebung wird Kio nicht von allen mit offenen Armen empfangen...

    Vier Schicksale, die hier aufeinandertreffen, vier sehr unterschiedliche Charaktere, die ihren Weg im Leben suchen, die füreinander da sind - und manchmal eben auch nicht. Liebe, Verlust, Trauer, Wut, Fremdenhass, Flüchtlingsproblematik, der Sinn des Lebens, Vertrauen, Verrat, Demenz und Herzlosigkeit - und noch einige andere Themen mehr finden Platz in diesem Roman, der dennoch nicht überladen wirkt. Achtsamkeit ist dabei ein verbindendes Element, das auf mich nur zu Beginn des Romans konstruiert und aufgepfropft wirkte, später aber zur zunehmenden Entwicklung der Charaktere passte.


    Und wer bestimmt, was Illusion ist und was nicht? Wie wir leben möchten, das bestimmen doch wir. Die meisten von uns wissen es nur nicht.


    Ein nach einem für mich etwas holperigen und bemühten Einstieg in die Erzählung doch angenehm zu lesender Roman, dessen Charaktere trotz aller Präsentation ihrer Gedanken und Gefühle doch etwas distanziert blieben. Nichtsdestotrotz auch ein möglicher Anstoß für das eigene Leben. 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde...


    © Parden

  14. Cover des Buches Bleib bei mir (ISBN: 9783492314725)
    Ayobami Adebayo

    Bleib bei mir

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Yejide und Akin sind ein glückliches Ehepaar. Nur ein Kind fehlt für das Familienglück. Sie wünschen sich eines, und von ihrer Verwandtschaft und Umgebung wird es selbstverständlich erwartet. Jahrelang versuchen Akinyele und Yejide vergeblich ein Kind zu bekommen. Da greift Akins Mutter ein und organisiert ihm eine Zweitfrau, die eine Demütigung für Yejide darstellt. Die einzige Möglichkeit die Demütigung auszugleichen ist als erstes schwanger zu werden, aber das gestaltet sich schwerer als zuvor. Yejide wird durch die Erwartungen ihrer Mitmenschen in einen seelischen Abgrund gestürzt. Die perfekte Liebe zwischen Akin und ihr bröckelt durch das fehlende Kind in ihrer Mitte. Da ergibt sich für Yejide eine Möglichkeit schwanger zu werden, die sie jedoch vor ein großes moralisches Dilemma stellt, doch sie gibt dem Druck nach, um von ihrer Verwandtschaft wieder geachtet zu werden. Aus dieser Möglichkeit erwächst für sie das größte Glück und das schlimmste Pech. Als sie sich nicht mehr fähig sieht, weiteren Schmerz zu ertragen, trifft Yejide eine folgenschwere Entscheidung.


    Ayobami Adebayo hat mit „Bleib bei mir“ ein sensibles Debüt voller Liebe und Tragik in die Welt gesandt. Sie beschreibt den Druck, der in der nigerianischen Gesellschaft auf der Rolle der Frau lastet, wie es nur eine Frau kann. Das Glück der beiden Hauptakteure wird auf die größte Probe gestellt, und sie müssen sich aneinander klammern, um ihre Liebe zu erhalten, die mehr und mehr unter äußerem Druck zu bersten droht. Als Leser leidet man mit Yejide und fragt sich, warum die beiden Eheleute nicht offener miteinander kommunizieren, um das Band zu bewahren, das sie verbindet. Der Roman endet mit einer emotionalen Wucht, die LeserInnen die Tränen in die Augen zwingt. Ein bittersüßes Stück Literatur!

  15. Cover des Buches Der Tod des Vivek Oji (ISBN: 9783847900672)
    Akwaeke Emezi

    Der Tod des Vivek Oji

     (14)
    Aktuelle Rezension von: LeenChavette

    Vivek ist tot. An diesem Tag zerbricht Kavitas Welt.
    Ihr Sohn liegt leblos, nur mit einem Tuch bedeckt, in ihren Armen.
    Wieso musste Vivek, dieser sensible und introvertierte junge Mann, sterben?
    Und wer hat ihn, vor die Haustür seiner Eltern abgelegt?

    Osita, Viveks Cousin, erzählt im Folgenden von der gemeinsam verbrachten Kindheit in Ngwa,
    die Liebe und die Streitigkeiten, welche sie teilten.
    Schnell wird beim Lesen klar, das Vivek etwas beschäftigt.
    Seit frühester Kindheit erlebt er immer wieder Zeiten, in den er geistesabwesend erscheint und nicht ansprechbar ist.

    Mittels Erzählungen von Freund*innen, der Familie und teilweise Fremden setzt sich nach und nach ein Bild von Vivek zusammen, welches sich als sehr komplex herausstellt.
    Die Tage vor seinem Tod werden aus verschiedenen Blickwinkeln konstruiert und geben erschreckende Erkenntnisse frei.

    Dieses Buch hat mich stark in seinen Bann gezogen und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
    Eine klare Leseempfehlung!


  16. Cover des Buches Hinter dem Schleier der Tränen (ISBN: 9783548364797)
    Choga Regina Egbeme

    Hinter dem Schleier der Tränen

     (36)
    Aktuelle Rezension von: gst
    Choga Regina Egbeme starb am 25 Juli 2003 mir nur 27 Jahren. In insgesamt drei Bänden schildert die Tochter einer Deutschen und eines nigerianischen Sektenführers ihr ereignisreiches Leben. Geboren in einem Harem im nigerianischen Lagos („Hinter goldenen Gittern“ Ullstein 2001) hatte sie eine schöne Kindheit, die durch eine Zwangsverheiratung mit einem 30 Jahre älteren Mann nach 16 Jahren schlagartig endete.

    Im zweiten Band („Die verbotene Oase“ Ullstein 2003) schildert die an Aids erkrankte junge Frau, die inzwischen eine Lehre als Heilerin absolvierte, wie sie sich mit Mitbetroffenen eine neue Heimat auf der Farm ihrer Mutter in Zentralnigeria aufbaut. Diese wird jedoch von der islamischen Nachbarschaft, die für die Einführung der Scharia kämpft, bedroht.

    In diesem, dem dritten Band, erzählt die Autorin, deren Tätigkeit als Heilerin durch ihre fortschreitende Erkrankung in Frage gestellt wird, vom Leben mit ihrem geliebten Sohn Josh, der nur sieben Jahre alt werden durfte. Nachdem ich die beiden Vorgänger mit großem Interesse gelesen hatte, wollte ich mir auch dieses Buch zu Gemüte führen.

    Sicher darf man von dieser Autobiografie kein literarisches Meisterwerk erwarten. Doch was die Autorin in gut lesbarer Sprache über ihr Leben erzählt, entführt in eine Welt, die sich durchaus lohnt, kennengelernt zu werden. Ihr Glaube an die „Mutter Erde“ und deren Gaben zeugt von tiefen Einsichten in die Natur.

    Leider hat mich die erste Hälfte dieses Buches nicht mehr so in seinen Bann gezogen wie seine Vorgänger. Doch das verzweifelte Ende machte mich noch einmal sehr betroffen.
  17. Cover des Buches Eines Menschen Herz (ISBN: 9783833305085)
    William Boyd

    Eines Menschen Herz

     (30)
    Aktuelle Rezension von: haberland86
    William Boyd ist ein meisterhafter Erzähler, was auch in "Eines Menschen Herz" von der ersten bis zur letzten Seite deutlich wird.

    Dennoch war ich von der Geschichte, die das Leben des Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart in Tagebucheinträgen umreißt, ein wenig enttäuscht.
    Denn wie die Tagebücher der meisten Menschen, enthalten auch die seinen hauptsächlich Banalitäten. Viele davon fügen sich zwar im Laufe der 670 Seiten stimmig und verblüffend zusammen, doch die wirklich spannenden Passagen - die es durchaus gibt - beschränken sich auf vielleicht 200 Seiten; was mir im Ganzen betrachtet jedoch zu wenig war.

    Zugegeben - bislang habe ich nur ein weiteres Buch des Schriftstellers gelesen. Von "Ruhelos" war ich aber so begeistert, dass die Erwartungen an dieses Buch vielleicht von vorneherein ein wenig zu hoch gesteckt waren.
  18. Cover des Buches Aller Anfang ist Apulien (ISBN: 9783462044973)
    Kirsten Wulf

    Aller Anfang ist Apulien

     (54)
    Aktuelle Rezension von: black_snapper
    Mir wurde eine Liebesgeschichte versprochen. Ich habe schöne kitschige herzerfüllende Belletristik erwartet. Stattdessen wird diese Liebesgeschichte mit Geschichten zum Menschenhandel und Schutzgelderpressung gespickt. Och nee. Entweder oder, aber nicht beides, bitte. Die Biografie der Autorin gibt doch Stoff für 3 Bücher her. Warum hat sie also alles in eins gepackt? Dennoch 4 Sterne, weil es sich gut liest.
  19. Cover des Buches Liebe Ijeawele (ISBN: 9783596299683)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Liebe Ijeawele

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Mein absolutes Lieblingsgeschenk für frischgebackene Eltern ist Chimamanda Ngozi Adichies „Liebe Ijeawele: Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“.

    Ich habe das schmale Bändchen nach der Geburt unserer ersten Tochter während des Stillens gelesen – mehrfach, um mir auch wirklich alle wichtigen Punkte einzuprägen.

    Eigentlich handelt es sich hier um einen Brief, den die berühmte nigerianische Feministin an eine Freundin geschrieben hat, die um Tipps zur feministischen Erziehung bat.

    Auch wenn der ein oder andere Punkt in der westlichen Welt mittlerweile gesamtgesellschaftlich umgesetzt scheint, sind viele Denkanstöße dabei, wie man die Erziehung seiner Kinder zur Gleichberechtigung der Geschlechter hin optimieren kann. Und ja, ich schreibe bewusst Kinder, weil auch die Werte, die Jungen ans Herz gelegt werden natürlich zur Gleichberechtigung beitragen.

     

    Ich werde euch die Tage auch noch den Weltbestseller „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie vorstellen, den ich gleich im Anschluss gelesen habe, weil ich neugierig auf die Autorin und ihre Botschaft geworden bin.

  20. Cover des Buches My Sister, the Serial Killer (ISBN: 9781786495976)
    Oyinkan Braithwaite

    My Sister, the Serial Killer

     (19)
    Aktuelle Rezension von: DustBunny

    Dieser Roman ist so unterhaltsam, packend und clever, dass ich ihn regelrecht inhaliert habe.

    Die Beziehung der beiden Schwestern ist wirklich interessant und hinter der jeweiligen Fassade steckt mehr als es den Anschein hat… 

    Die Protagonistin ist bodenständig, hilfsbereit und obwohl sie eine Feministin ist, mutiert sie beinahe zur 50er Jahre Ehefrau, wenn ihr Schwarm in der Nähe ist. Das fand ich schwer zu ertragen: sie bringt ihm Essen mit, räumt für ihn auf und selbst als er beweist, dass er ein gewöhnlicher, oberflächlicher Mensch mit wenig Feingefühl ist, braucht sie noch eine Weile bzw. einen guten Grund, um zur Besinnung zu kommen…

    Ihr Innenleben ist bunt und die Autorin schildert es sensibel sowie höchst amüsant. Die skurrile Grundstimmung ist großartig, denn durch den schwarzen Humor bzw. die Ironie entsteht eine ganz besondere Stimmung.

    Ein origineller Thriller mit Überraschungen!

  21. Cover des Buches Jeder Tag gehört dem Dieb (ISBN: 9783518466926)
    Teju Cole

    Jeder Tag gehört dem Dieb

     (21)
    Aktuelle Rezension von: vivreavecdeslivres
    In seinem Debut sinniert Teju Cole über sein Heimatsland Nigeria. Dabei verleiht er seine Stimme einem namenslosen Protagonisten, welcher nach 15 Jahren die Rückkehr in seine sogenannte Heimat antritt. Schnell bemerkt er allerdings, dass es sich nicht nach Heimat anfühlt, sondern nach Fremde, oder zumindest nach etwas Enttäuschendem.
    Teju Coles zweites Buch 'Open City' wurde international gefeiert und hielt auch bei mir Einzug, allerdings hat mich sein unpopuläreres erstes Buch mehr angesprochen. Dass dieses Buch nicht gleichmässig bekannt ist, hat indirekt mit dem Inhalt zu tun - Der Autor kritisiert mit seinem Schreiben Nigeria und dessen Verarmung an Kultur, gleichzeitig erschien der Roman in einem nigerianischen Verlag, wodurch er wenig Berühmtheit erfuhr, meiner Meinung nach nicht zurecht. Denn Teju Cole legt uns hiermit ein Werk vor, dass eine sogartige Wirkung hat, dass mich zum ersten Mal wirklich an den Spruch glauben lässt - Lesen ist wie Reisen. Denn wir erfahren hier eine Stadt, Lagos, in all ihren Ausmassen, wir erleben das Begeisternde und das Abstossende, allen voran das Faszinierende in dieser Fremde.

    Spannend ist ja, wie ein Nigerianer dorthin zurückkehrt. Unser Protagonist verbrachte fünfzehn Jahre in New York, ohne dazwischen je wieder in seine Heimat einzureisen. Das gibt dieser vermeintlichen 'Rückkehr' viel grösseres Gewicht. New York als unglaublich sympathischer Gegenpol, eine Stadt, welche sowohl vor neuster Technologie und Modernität strotzt, wie auch in all seiner Grösse das Detail, die Kunst und die Sinnlichkeit einer Stadt in jedem Ecken bereithält. New York durfte ich bereits selbst erleben, und selten konnte mich die Vielfältigkeit einer Metropole so beeindrucken. Dagegen scheint Lagos eintönig zu sein. Die Stadt funktioniert nach ihren eigenen Regeln, und diese sind wohl keinem aus der nordwestlichen Welt bekannt. So begegnet der Protagonist bereits an der ersten Haltestelle, dem Konsulat in New York, Korruption. Diese Begegnung macht ihn fassungslos, mehr noch, als sie vielleicht uns als Nicht-Einbezogene fassungslos machen würde, und sie besetzt ihn. Kaum gelandet, stürzen wir uns auf dieses Thema und entdecken es tatsächlich auch in jedem noch so versteckten Winkel. Das korrupte Nigeria. Dann aber beginnt er mit seinen Beobachtungen, erzählt von diesen, und sie sind so kunterbunt und fremd, wie ich kaum glauben konnte. Er trifft auf unterschiedliche Menschen, auf unterschiedliche Interessen, auf unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Situation. Und auch auf immer wieder sich ähnelnde Muster. 

    Und so entwirft Teju Cole ein Bild von einem Nigeria aus dem Heute, aber überlappt es mit Erinnerungsfetzen, Gedankengängen und tiefen Emotionen, von Verwunderung, Abneigung und Liebe. Dabei entsteht auch ein ganz eigenes Gefühl von Heimat, welches er mit seinen behutsam gewählten Worten so gut zu vermitteln weiss - Chapeau. Und vielen Dank, denn ich bin nun um einige Erfahrungen und irgendwie eine Reise nach Nigeria reicher.

    http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/04/jeder-tag-gehort-dem-dieb-von-teju-cole.html
  22. Cover des Buches Die verbotene Oase (ISBN: 9783548363806)
    Choga Regina Egbeme

    Die verbotene Oase

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Avalee

    Choga lebt mittlerweile mit ihrem Sohn, einigen ihrer alten „Mamas“ und anderen Frauen des Compound sowie deren Kindern zusammen auf der Farm ihrer verstorbenen Mutter auf der sie aufwuchs. Sie führen ein ruhiges, sparsames Leben, wobei Choga ihre Heilerinnenfähigkeiten tatkräftig für die Familie einsetzt.
    Eines Tages steht Efe, Chogas Halbschwester, mit ihrem todkranken Sohn vor der Tür. Sie wird mit offenen Armen empfangen, genauso wie Magdalena, Chogas deutsche Halbschwester, die zukünftig die Kinder unterrichten soll. Neben einer Schule schaffen es die Frauen mit etwas Hilfe auch ein Heilhaus aufzubauen.
    Allerdings nehmen die religiösen Konflikte zwischen Muslimen und Christen um die Gemeinschaft herum zu und äußern sich in immer stärker werdender Gewalt. Auch ihre kleine Oase bleibt nicht verschont …

    Wie bereits im erste Band, kann man sich mit dieser Story in eine fremde Kultur hineinfühlen. Man erlebt als Leser die festen Familienbande der Frauen mit und es ist bemerkenswert, was hier alles gemeinsam geschaffen wird.
    Allerdings weckte die Handlung eine gewisse Antipathie gegenüber Muslimen in mir. Sicher sind nicht alle Muslime so wie in diesem Buch beschrieben, doch dass es Menschen gibt, die aufgrund ihres Glaubens anderen Menschen – in diesem Fall vor allem Frauen – das Leben so schwer machen ist erschreckend; wenn auch leider nicht neu.

    Wie schon Hinter goldenen Gittern (Band 1) sehr zu empfehlen.

  23. Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: B0875K77FN)
    Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater

    Ich empfehle jedem Englisch verstehenden Menschen ausdrücklich die hier nicht abgebildete Hörbuch-Version für den britischen Markt von Weruche Opia. Mehr als in der US-Produktion und gar nicht zu vergleichen mit der deutschen Ausgabe, kommt hier der ungeheure Sprachwitz der Ich-Erzählerin zur vollen Entfaltung. Die Handlung um zwei sehr unterschiedliche Schwestern beginnt als irrwitzige Komödie, hinter der erst nach und nach eine Familientragödie sichtbar wird. Für mich die literarische Entdeckung des Jahres.

  24. Cover des Buches Meine Schwester, die Serienmörderin (ISBN: 9783746638539)
    Oyinkan Braithwaite

    Meine Schwester, die Serienmörderin

     (164)
    Aktuelle Rezension von: sursulapitschi

    Ich kann gut verstehen, dass dieses Buch polarisiert. Es ist eigen, frech, verstörend aber auch witzig und erschütternd. Man sollte keinen Thriller erwarten. Es ist eher eine Art Psychogramm, die Analyse einer tragisch-innigen Beziehung.

    Ayoola und Korede sind sehr ungleiche Schwestern. Die eine wunderschön und frivol, die andere besonnen und ordnungsliebend. Trotzdem halten sie zusammen, auch wenn Ayoola offenbar ständig ihre Liebhaber umbringt, Korede um Hilfe bittet und sie damit in einen tiefen Gewissenskonflikt treibt.

    Die beiden verstricken sich immer mehr in ein Netz aus höchst schwierigen Befindlichkeiten. Halbwahrheiten, Loyalität, Liebe, Eifersucht, Neid, glatte Lügen, eine gemeinsame schwierige Kindheit, Familienbande spielen alle eine Rolle in dieser verzwickten Schwesterbeziehung.

    Es ist eine sehr schräge Geschichte, die originell erzählt ist, tief schürft und nebenher auch augenzwinkernd Nigeria-Spirit verströmt.

    Ich bin beeindruckt.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks