Bücher mit dem Tag "nihilismus"

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67 Bücher

  1. Cover des Buches Scherbenseele (ISBN: 9783442483334)
    Erik Axl Sund

    Scherbenseele

     (231)
    Aktuelle Rezension von: Anndlich

    Immer mehr Jugendliche nehmen sich auf unterschiedlichste Weise und an unterschiedlichen Orten in Schweden das Leben. Eines haben sie jedoch gemeinsam, sie hören die Musik des gleichen Interpreten.
    Zur gleichen Zeit werden einflussreiche Männer ermordet. Jens Hurtig ermittelt in diesen Fällen und erkennt Zusammenhänge.

    Scherbenseele ist der erste Teil der Kronoberg-Reihe des Autorenduos Erik Axl Sund (Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist).

    Der Beginn des Buches hat mich einige Nerven gekostet. Der Schreibstil wirkt abgehakt und hat sehr starke philosophische Züge. Es geht um das Leben, den Tod und die Zeit. Dinge, die in einen Psychothriller passen und gerne erwähnt werden dürfen, aber über 2/3 des Buches hatte ich das Gefühl, dass es hier hauptsächlich ums philosophieren geht.
    Nach etwa 280 Seiten änderte sich der Schreibstil, die Sätze wirkten harmonischer und ließen sich flüssiger lesen. Der Fokus des Buches ändert sich indes auch und die (Selbst)Morde rücken in den Fokus. Hier steigt der Spannungsbogen deutlich und das obwohl ich das Ende vorhersehbar empfand.

    Diesem Buch hätte ich gerne 2,5* gegeben, am Ende habe ich mich hier für die 3* entschieden.

  2. Cover des Buches Nichts (ISBN: 9783423625173)
    Janne Teller

    Nichts

     (1.033)
    Aktuelle Rezension von: Ann-Kathrin1604

    Nichts, was im Leben wichtig ist - Janne Teller 

    Rezension ohne Spoiler 

    ***
    Der Junge Pierre Anthon ist der Meinung, nichts hätte eine Bedeutung, weshalb es keinen Sinn macht, überhaupt etwas zu tun.
    Daraufhin beschließen seine Mitschüler ihm zu zeigen, dass es durchaus Dinge gibt, die Bedeutung haben. Jeder dieser Schüler entscheidet, was jemand anderem von ihnen besonders viel bedeutet, und genau diese Dinge werden gesammelt.
    Leider nimmt diese Tat grausame Ausmaße an, denn das, was die jungen Schüler/innen „opfern“ müssen ist alles andere als harmlos! 

    ***
    Meine Meinung:
    Ich bin im Nachhinein so schockiert von diesem Buch, dass ich das Ganze erstmal verdauen muss. Für diese kurze Seitenzahl passiert so viel, was nicht in Worte gefasst werden kann.
    Die Geschichte beginnt so harmlos und wird im Laufe immer schrecklicher, damit hätte ich nicht gerechnet!
    Die Nachricht, die sich hinter dem Buch verbirgt, ist wirklich wichtig und hat sich deutlich bei mir eingeprägt. Mir kam beim Lesen immer wieder die Frage in den Sinn: „Was hat eigentlich für mich eine Bedeutung?“ und ich denke, genau das möchte die Autorin auch erreichen.
    Doch viel prägnanter, als diese Nachricht, finde ich wirklich die Tatsache, was die Charaktere in diesem Buch tun und besonders, was sie von ihren Mitschülern verlangen zu tun. Es geht um körperliche Gewalt, Gewalt an Tieren und um eine Menge anderer Dinge, auf die ich niemals gekommen wäre. Diese Boshaftigkeit, die sich im Laufe des Buches bei den Charakteren entwickelt, ist so deutlich zu spüren, dass ich teilweise Gänsehaut hatte. Besonders bleibt mir diesbezüglich eine Person im Sinn.
    Die Geschichte mag dabei aber, so grausam und schockierend sie ist, genauso realitätsfern sein.
    Einige Taten dieser Kinder sind so heftig, dass ich die „Konsequenzen“ daraufhin nicht verstehe. Irgendwie wurde mir vermittelt, dass solche Dinge ruhig passieren können, dann bekommt man halt mal Hausarrest und andere Strafen und die Sache ist gegessen. Da hat mir etwas der Bezug zur Realität gefehlt bei einem sonst so wichtigen und aktuellen Thema. 

    Sonst bin ich einfach nur begeistert und schockiert zugleich und kann wirklich sagen, dass dieses Buch eindeutig zu meinen derzeitigen Highlights in diesem Jahr gehört!

  3. Cover des Buches The Fault in Our Stars (ISBN: 9780141355078)
    John Green

    The Fault in Our Stars

     (815)
    Aktuelle Rezension von: Thea_

    Dieses Buch hat mich so sehr berührt! Die Geschichte von Hazel und Augustus ist zwar kurz, aber dafür voll von Gefühlen. Es ist so schön zu lesen wie aus der Freundschaft der beiden doch noch Liebe wird. Durch die Krankheiten der beiden erleben sie in so kurzer Zeit so viele Höhen und Tiefen wie andere in einem ganzen Leben. 

    John Green hat mit diesem Buch eine wahnsinnig schöne und zugleich traurige Geschichte hervorgebracht. Ich konnte die Tränen am Ende nicht mehr zurückhalten und nachdem ich es zuendezuende gelesen habe, musste ich das alles erstmalhabe sacken lassen. 

    Absolute Leseempfehlung!

  4. Cover des Buches The Catcher in the Rye (ISBN: 9780316769174)
    J. D. Salinger

    The Catcher in the Rye

     (451)
    Aktuelle Rezension von: lulu_liest

    Der im Jahre 1946 16-jährige Holden Caulfield lädt den Leser ein mit ihm 3 Tage seines Lebens auf den Straßen von New York City zu verbringen.


    Die im Buch vermittelte Stimmung rund um den Protagonisten sowie das Setting muten ziemlich düster an und entsprechen nicht unbedingt dem Bild, das man sich normalerweise von einem Teenager  ausmalen würde, außerdem fällt relativ schnell auf dass Caulfield sich eines sehr derben Wortschatzes bedient. 


    Die Handlung haut mich nicht unbedingt vom Hocker, dennoch finde ich, dass der Fänger im Roggen zu den Büchern gehört, die man im Laufe des Lebens mal gelesen haben sollte - ein echter Klassiker eben.

  5. Cover des Buches Schuld und Sühne (ISBN: 9783866477650)
    Sven Michaelsen

    Schuld und Sühne

     (485)
    Aktuelle Rezension von: AmirasBibliothek

    Zuerst möchte ich sagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe. Ob das eine gute Entscheidung war? Das musst du natürlich selbst entscheiden, es ist aber gar nicht so einfach, eine passende Vertonung zu finden.  Ich habe eine gefunden, mit der ich mich gut arrangieren konnte. Denn ihr könnt euch sicher denken, dass es min. ein Monatsvorhaben ist. Ich glaube, ich war zwei beschäftigt. Mit einer nervigen Stimme sicher kein spaßiges Vergnügen. Wer das Buch aber intensiv lesen möchte, dazu gehört meiner Meinung nach auch, sich Bemerkungen am Rand zu machen, der sollte es lieber gleich selbst lesen. Ich habe viel mitbekommen, aber manchmal bin ich auch mit den Gedanken abgeschweift. 

    Ganz ehrlich: Es ist kein Klassiker, den ich bedingungslos weiterempfehle oder den man meiner Meinung nach gelesen haben muss. Es gilt als der Ur-Krimi. Ich bezweifle das. Das fängt schon dabei an, dass es eher ein Psychothriller ist, der aufzeichnet, wie die Gewissensbisse den Mörder auffressen. Da der Erzähler auktorial ist, können die einzelnen Figuren bis in die hintersten Ecken durchleuchtet werden. Was in ihnen vorgeht, wissen die Leser*innen sofort. Es geht also nicht per se um die Ermittlungen, sondern darum, ob Raskolnikow ungestraft davonkommt. 

    Eine andere Besonderheit des Romans sind die vielen gesellschaftlichen Themen, die mitmischen, allen voran die Theorie über die Polarität der Menschheit in Große und weniger wertvolle. Aber das hat mich persönlich jetzt nicht sonderlich inspiriert, weil ich die Theorie nicht für tragfähig und deswegen auch für bedeutungslos halte. Zu sehen, dass Raskolnikow daran scheitert, sie zu bestätigen, hat mich keineswegs überrascht. Es ist wohl eher eine Ermessenssache, dass manche Morde aufgrund deren (positiver) Wirkung in den Hintergrund geraten und ungestraft davon kommen. Die meisten von uns, wenn sie sich die Taten vor Augen führen, werden sie aber doch wohl trotzdem verurteilen. Vielleicht bin ich da aber auch zu optimistisch. Man sollte den Roman auch nicht aus dem räumlichen und zeitlichen Kontext seiner Entstehung heben. Für mich klang es jedenfalls an manchen Stellen ziemlich aus der Luft gegriffen. Das durchgängige geisteswissenschaftliche Geplätscher (Die Hinzunahme vieler verschiedener Diskurse von Politik über Philosophie bis hin zu Psychologie) erinnert stark an Dostojewski erinnert stark an seinen Kollegen Tolstoi. Von beiden russischen Autoren habe ich bis jetzt nur ein Werk gelesen, weswegen es schwer fällt, die Beobachtungen zu verallgemeinern. Aber Tolstoi konnte mich besser unterhalten. Bei ihm habe ich mehr Witz vorgefunden und in der Düsternis der gläsernen Figuren (beide schaffen es, dass man sich in die verschiedensten Personen hineinversetzen und ihre Schwächen erkennen kann) ist auch mehr Wärme übrig geblieben. Schwierig machen es einem beide, was die Namen angeht, besonders für den ungeübten. Wer bitteschön hat sich das russische Namensystem ausgedacht?

    Das Ende von Schuld und Sühne war auch gar nicht mein Fall. Wenn ich ihm auch lassen muss, dass es gar nicht mal so einfach ist, am Ende die Frage zu beantworten, ob er denn nun gerecht gestraft wurde oder nicht. Fast alle Diskussionen im Buch haben mit dieser Schlüsselfrage irgendwie zu tun, weswegen ich schon sagen würde, dass es sich als Schullektüre eignete, wenn es nicht so dick wäre. Sprachlich ist es auch gut lesbar. Aber genauso gut kann man meiner Meinung nach auch Das Parfum von Süsskind oder Der Prozess von Kafka lesen. Auch Der Richter und sein Henker von Dürrenmatt wären thematisch eine gute Alternative. Das einzige Argument, das für mich für Dostojewski sprechen würde, wäre die besondere psychologische Innensicht und die auktoriale Erzählhaltung. Vielleicht sollte ich noch mehr von ihm lesen, um ein besseres Urteil zu fällen.

  6. Cover des Buches Der Ekel (ISBN: 9783499105814)
    Jean-Paul Sartre

    Der Ekel

     (272)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    Die Lektüre E. M. Ciorans "Vom Nachteil, geboren zu sein" hat mich auf die grandiose Idee gebracht wieder einmal Jean-Paul Sartres "Der Ekel" aus dem Regal zu nehmen. Fasziniert habe ich nach wenigen Sätzen festgestellt, dass dieser philosophische Roman über den Historiker Antoine Roquentin für mich nichts an Intensität verloren hat. Antoines Tagebucheinträge sind auch nach zwanzig Jahren, so lange ist es her, seit ich "Der Ekel" zuletzt gelesen habe, fesselnd und erstaunlich frisch. Sartre hat seine Philosophie des Existenzialismus in eine unkomplizierte Sprache verpackt..."es war einmal ein armer Kerl, der hatte sich in der Welt geirrt. Er existierte, wie die anderen Leute, in der Welt der Parks, der Kneipen, der Handelsstädte, und er wollte sich einreden, er lebe woanders, hinter der Leinwand der Gemälde, mit den Dogen Tintorettos, mit den ernsten Florentinern Gozzolis, hinter den Seiten der Bücher, mit Fabrice del Dongo und Julien Sorel, hinter den Grammophonplatten, mit den langen, spröden, klagenden Jazzmelodien. Und dann, nachdem er lange genug den Idioten gemacht hat, hat er verstanden, hat er die Augen geöffnet, hat er gemerkt, daß es da ein Versehen gab: er saß in einer Kneipe, ausgerechnet, vor einem Glas lauwarmem Bier..." für mich immer noch eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Absolut empfehlenswert.
  7. Cover des Buches Und Nietzsche weinte (ISBN: 9783492243285)
    Irvin D. Yalom

    Und Nietzsche weinte

     (398)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    "Die Ehe ist etwas Großes Und doch ... besser, Sie brechen die Ehe, als dass die Ehe Sie bricht!" Das ist so ein mutiger Satz, den ich nicht erwartet habe und einer, der mich wohl am meisten erschüttert hat.

    Das Buch ist großartig. Natürlich ist es philosophisch, das war ja der Grund, wieso ich das Buch überhaupt genommen habe, und doch habe ich nicht erwartet, dass ich alles verstehen würde, die Weisheiten jedes einzelnen Satzes in mich einsaugen und beide Figuren aus tiefstem Herzen lieben würde.  Ich wollte Nietzsche wieder gesund sehen, ich wollte Breuer glücklich sehen und wenn ein Buch mich lehrt, seine Figuren zu lieben, dann ist es ein gutes Buch.

    Die Handlung ist seicht, sie ist auf das Minimalste beschränkt. Die Dialoge und Gedanken nehmen den größten Teil in Anspruch und doch war das Buch spannend. Langatmige Passagen wurden stets belohnt und die Gefühlswelt der Figuren wird so gut dargestellt, dass ich alle Figuren zu kennen wusste.

    Die Szene mit der Hypnose hat mir zwar nicht gefallen, ich fand das billig und abgedroschen und ziemlich enttäuschend, aber das großartige Ende hat das alles wieder weggemacht. Ich habe es genossen.

  8. Cover des Buches Der Fremde (ISBN: 9783499253089)
    Albert Camus

    Der Fremde

     (562)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    "Der Fremde" des französischen Nobelpreisträgers Albert Camus erschien 1942 und wurde als Meisterwerk berühmt. Die Erzählung entstand parallel zu einer philosophischen Abhandlung des Schriftstellers über das Absurde.

    Die Geschichte handelt von einem jungen Franzosen, Meursault, dessen Antriebslosigkeit keine Grenzen kennt. In seinem Persönlichkeitsprofil könnten fast autistische Züge vermutet werden. Sein Verhalten führt zu einem Mord, den er aus Notwehr begeht. Das richterliche Urteil führt aufgrund mehrerer sinnloser Schüsse, die er zusätzlich abgibt, seiner fehlenden Reue und der kompletten Gefühl- und Gottlosigkeit zur Todesstrafe. Selbst der Geistliche, der ihn am Abend vor seiner Hinrichtung aufsucht, wird Zeuge einer schockierenden Gleichgültigkeit gegenüber der Welt.

    Die schlichte Sachlichkeit und Intelligenz, seine ruhige und pflichtbewusste Art machen aus dem Protagonisten trotz allem einen Menschen, den man eigentlich ganz gern hat. Darin liegt das Absurde der Geschichte.

    Der lakonische Schreibstil hat mich angesprochen und macht den kurzen Essay zu einer leicht zu lesenden Lektüre.

  9. Cover des Buches Fight Club (ISBN: 9783442542109)
    Chuck Palahniuk

    Fight Club

     (426)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klopotek

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ever, ever!

    Viele werden den Film kennen. Ich werde im Text ein paar Zitate aus dem Film verwenden, der sehr nah am Roman gehalten Ist Chuck Pahlaniuk schafft es fast immer eine Welt zu erschaffen, die, wenn auch noch so abstrus, während des Lesens real erscheint.

    "Fight Club" ist kein Roman über einen Kampf-Club, wie oft beschrieben. Viel mehr geht es um den gesellschaftlichen Kampf, den Wunsch der Beste zu sein, indem man sich mit Konsumgüter brüstet, sich selbst verliert. "Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! [...] Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." Gesellschaftskritisch, populistisch und teilweise auch kafkaesk "Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen [...] Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."

    Am Ende gibt es einen mega überraschenden Twist, der dennoch total schlüssig ist alles ergibt einen Sinn, erscheint es noch so abgedreht. “Ganz unten zu sein ist kein Wochenendausflug. Kein gottverdammtes Seminar. Hör auf alles kontrollieren zu wollen und lass los! LASS LOS!”

    Wenn ihr bis jetzt nicht darüber nachgedacht habt, was es bedeutet in einer kapitalistischen Konsumgesellschaft - sorry, wenn das zu marxistischen klingt - zu leben, wie dies unser ganzes Leben beeinflusst, werdet ihr es nach der Lektüre dieses herausragenden Romans tun. 

  10. Cover des Buches Der Idiot (ISBN: 9783596901869)
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski

    Der Idiot

     (270)
    Aktuelle Rezension von: Nickmeh

    Beim Lesen habe ich mich des Öfteren gefragt: Wieso lese ich das eigentlich? Die vielen verschiedenen Hauptcharaktere, die je nach Situation, mit unterschiedlichen Namen angesprochen wurden, trugen zur allgemeinen Verwirrung bei. Dabei war jedoch die Erzählweise von Dostojewski erfrischend, weil facettenreich. Lebedew und der immer betrunkene, aber total geistreiche General, sind für mich Unikate, die das Geschehen belebten. Wegen denen wurde es nur phasenweise langweilig. Trotzdem ist sein Roman für mich viel zu lang geraten. 

    Dabei wurde die Stimmung von Dostojewski latent hochgehalten, jedoch konnte das Ende, dieses verheißungsvolle Versprechen einer großartigen Krönung,  nicht halten. Ich persönlich empfand nur wenig Freude am eigentlichen Geschehen. Auf der anderen Seiten waren aber die Gespräche der verschiedenen "Teilnehmer" immer humorvoll, philosophisch, gesellschaftskritisch und auch politisch relevant. 

    Übrigens taugte der Fürst nur wenig zum Sympathieträger, da er zwar wußte, was es hieß moralisch zu sein, Moral auch ausübte, sie aber am Ende, wenn es darauf ankommt, wieder verlor. 

    "Der Spieler" von Dostojewski war aber deutlich besser.

  11. Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)
    Lionel Shriver

    Wir müssen über Kevin reden

     (185)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als ich das Buch kaufte, dachte ich noch, Kevin wäre ein normaler Teenager, vielleicht in sich verschlossen, ein Außenseiter, der die laschen Waffengesetze Amerikas ausnutzt und so einen Amoklauf begeht. Stattdessen ist er ein Psychopath, der von kleinauf durch und durch böse war. Dadurch kann die Mutter mit Leichtigkeit jegliche Schuld von sich weisen und auf das Kind deuten, das keine andere Entwicklung zu erwarten hatte. Da macht sich die Autorin vieles einfach, übergeht einen wirklich wichtigen Konflikt und sorgt dadurch schließlich dafür, dass ich ab Seite 300 gelangweilt das Buch zur Seite gelegt habe.

    Für den Amoklauf gibt es keinen richtigen Grund. Es musste passieren, weil das Kind so oder so einen Mord begangen hätte und das macht das Buch grottenschlecht. Kevin ist kein normaler Teenager, sondern eine Ausgeburt der Hölle.

    Hinzu kommt auch, dass die Mutter stark um die Sache herumredet. Sie labbert uns förmlich voll und das hat für mich den Spannungsbogen mehrmals brechen lassen. Der Stil ist schön, das gefällt mir, aber alles wird dermaßen in die Länge gezogen, dass mir das auch irgendwann egal war. Interessante Szene werden nur ganz knapp gezeigt. Das wird nur angeschnitten, damit die Mutter wieder ihre ganzen Gedanken über den Leser ergießen kann und das strapaziert die Geduld und wie gesagt, irgendwann war mir alles egal. Ich wollte einfach nicht mehr weiterlesen und habe es abgebrochen.

    Der Stil ist wundervoll. Das muss man ihr gönnen. Sie schreibt in einer schönen Sprache, erzählt gekonnt, zeichnet Bilder, zeigt uns die Figuren, zeigt uns ein ganzes Leben und gleichzeitig macht sie aus einem Baby ein wahres Ungeheuer, das von der Geburt an gegen die Mutter war. Das ist etwas, was ich schwer glauben kann, denn mal ehrlich, welches vier Jahre alte Kind kann so ein Ungeheuer sein? Oder noch besser: Welches Baby kann gleich nach der Mutter die eigene Mutter dermaßen hassen, dass es lieber hungert?

  12. Cover des Buches Der Richter und sein Henker (ISBN: 9783257600599)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Richter und sein Henker

     (1.234)
    Aktuelle Rezension von: The_Gamer9805

    Das Buch ist spannend. Es hat manche Stellen in denen es eher Langweilig wird. Man kann es sehr gut verstehen. Es hat auch ein Film darüber. Ich hatte das Buch in der Schule. Es gibt gute Aufgaben für das Buch im Internet. Es sind eher kleinere Kapital, aber es hat auch grössere Kapitel. Man kann es auch gut verstehen. Gut geeignet für den Literatur Unterricht.

  13. Cover des Buches Der Antichrist (ISBN: 9783842415041)
    Friedrich Nietzsche

    Der Antichrist

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Raven
    Das Buch "Der Antichrist" von Friedrich Nietzsche hat einen Umfang von 96 Seiten und ist bei Anaconda erschienen.

    Wie alle Hardcoverbände von Anaconda, hat dieses Buch die gleiche gute Qualität, Bindung und Größe, wie die anderen Klassiker aus dem Buchprogramm. Also perfekt zum Sammeln.

    Nietzsches Werk ist Anklage und Urteil gegen das Christentum zugleich. Keine leichte Kost, da Nietzsche einen recht staubigen, zähen Schreibstil besitzt, dem eindeutig etwas Schwung fehlt. Dennoch merkt man die Leidenschaft und das Feuer, welches in seiner Brust brennt, die Empörung und die Wut, in jeder Zeile. Er schwingt seine Worte erbarmungslos wie ein Richterhammer.

    Zitat Antichrist: "Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt."

    Als ich seine Zeilen in mich aufnahm, dachte ich gleich an mein jugendliches Ich und wäre ich noch 16 Jahre alt, wäre Nietzsche zu einem Gott für mich aufgestiegen. Heute bin ich nicht mehr ganz so rebellisch und empfinde sein Werk teilweise als zu extremistisch. In seiner Zeit war diese Schrift sicherlich ein absoluter Skandal. Vermutlich ist sein Denken noch heute teilweise verpönt. Dennoch finde ich mich in seinen Gedanken und Worten wieder und kann nur zustimmen, was er dem Christentum zum Vorwurf macht.

    Zitat Antichrist: "Der christliche Entschluss, die Welt hässlich und schlecht zu finden, hat die Welt hässlich und schlecht gemacht."

    Fazit: Anklage und Urteil gegen das Christentum. Extreme Gedanken wie ein Richterhammer geschwungen. Nicht für jeden, aber dennoch für viele!
  14. Cover des Buches Fandorin (ISBN: 9783866152434)
    Boris Akunin

    Fandorin

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Ressler

    Inhalt: Russland 1876 Erast Fandorin beginnt seine Ermittlerkarriere eigentlich recht ruhig als Schriftführer. Bald schon erkennen seine Vorgesetzten das ermittlerische Talent in ihm und er darf sich in der Sache eines merkwürdigen Selbstmordes umhören. Bald schon befindet er sich mitten in der Welt des Verbrechens... 

    Meine Meinung: Ich habe ein bisschen gebraucht um mich zurecht zu finden, natürlich bin ich auch immer wieder über die russischen Namen gestolpert. Die ganze Ermittlung gestaltet sich am Anfang sehr ruhig und nimmt erst langsam Fahrt auf. Sehr schnell überschlagen sich dann aber die Ereignisse und ich hatte oft Mühe den Gedankengängen des Fandorin zu folgen bzw. diese nachzuvollziehen. Die Informationen für den Leser hätten ruhig umfangereicher und detailliertet sein können. Das Buch war auch eher Spionageroman als Krimi (den ich mir eigentlich erwartet hatte). Es gab sehr viele Wendungen, was der Spannung zwar zuträglich war, die Geschichte aber dann doch sehr unglaubwürdig wirken ließen. 

    Fandorin als junger Ermittler hat mir gut gefallen - eindeutig ein Pluspunkt. Schlau, mutig, einfallsreich und doch vor der ein oder anderen Dummheit nicht gefeiht, blieb er mir in guter Erinnerung. Andere Personen wurden zwar beschrieben, bekamen aber kaum Tiefe und blieben oft nur Klischeè - schade. Etwas enttäuscht war ich auch von der Auflösung des Falls... 

    Eindeutig angesprochen hat mich das Cover (16. Auflage 2021, Aufbau Taschenbuch), passend zum Inhalt und ein wahrer Blickfang. 

    Fazit: Für mich kein Muss - ich hatte mehr erwartet. 

  15. Cover des Buches Ein Held unserer Zeit (ISBN: 9783257210064)
    Michail Lermontow

    Ein Held unserer Zeit

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Michail Jurjewitsch Lermontow wurde am 15. Oktober 1814 in Moskau geboren. Er wuchs ohne seine Eltern auf dem Gut seiner Großmutter auf. Lermontow studierte an der Universität in Moskau und begann dort im Alter von 14 Jahren Gedichte zu schreiben. 1832 wurde er wegen Unstimmigkeiten mit den Professoren von der Universität ausgeschlossen und ging zum Militär. 
    1837 widmete er sein Gedicht "Der Tod des Dichters" dem russischen Nationaldichter Alexander Puschkin, der im Duell tödlich verletzt worden war. Daraufhin wurde er in den Kaukasus verbannt. 1838 durfte er nach St. Petersburg zurückkehren wurde aber wegen eines Duells erneut in den Kaukasus versetzt. Dort starb Lermontow am 27. Juli 1841 in einem Duell mit Nikolai Martynov. (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt:
    Der Ich-Erzähler trifft auf einer Reise im Kaukasus auf den Offizier Maxim Maximowitsch, der ihm von den gemeinsamen Abenteuern mit dem Protagonisten Gregorij Alexandrowitsch Petschorin erzählt. Maximowitsch ist außerdem im Besitz der Tagebücher Petschorins, die er dem Erzähler überlässt. Diese beschreiben Gedanken und Erlebnisse Petschorins. 

    Ich habe dieses Buch bereits 2011 schon einmal gelesen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr an den Inhalt erinnern. Da ich es aber behalten habe, um es ein zweites Mal zu lesen, zeigt mir, dass mich das Buch damals schon beeindruckt hat. 
    Petschorin ist ein amoralischer, zynischer und egoistischer Protagonist, der nicht viele Sympathien aufkommen lässt. Der Titel "Ein Held unserer Zeit" ist durchaus ironisch zu verstehen. Aber die Geschichten faszinieren - zum einen durch den bildhaften und poetischen Erzählstil Lermontows, der die Szenerien so stimmungsvoll darstellt, dass der Leser quasi in die Geschichte hineinversetzt wird. Zum anderen wird die Zerrissenheit des Protagonisten beschrieben, die innere Leere und der Versuch dieses Vakuum mit Leben zu füllen. 

    "Ein prachtvolles Stück Erde, dieses Tal! Ringsherum unersteigbare Berge, rötliche Felsen mit grünem Efeu behangen und von Wipfeln der Platanen gekrönt, gelbe Bergstürze, durch die das herabrieselnde Wasser kreuz und quer seine Rinnen gezogen hat, und ganz hoch oben die goldene Franse des Schnees...." (S.7)

    "Zuweilen verachte ich mich. Ob ich nicht deshalb auch die anderen verachte?... Ich bin zu edlen Trieben nicht mehr fähig; ich fürchte, mich in meinen eigenen Augen lächerlich zu machen." (S.135)

    Das ist für mich hohe russische Literatur vom Feinsten. Unbedingt lesen!


  16. Cover des Buches Werke (ISBN: 9783518420072)
    E. M. Cioran

    Werke

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Miskatonic-Inc.
    Eine inhaltlich umfassende, sich logisch aufbauende Besprechung zu diesem 50kg-Ungetüm werde ich und will ich nicht schreiben. Den Inhalt, die Biographie, usw. kann man überall nachlesen. Soll Suhrkamp einen Blöden finden der diesen Titel zurecht – ganz rational gesehen – in den Himmel lobt, mir geht es in den folgenden Zeilen ausschließlich darum meine persönlichen Erfahrungen mit dem Buch zu beschreiben. Das komplette Buch habe ich nie gelesen. Über die Jahre habe ich insgesamt wohl deutlich mehr Seiten aus diesen gesammelten Werken gelesen als sie laut Inhaltsangabe überhaupt haben, dennoch überkommt mich stets wiederkehrend, wenn ich meine mittlerweile schon ganz ramponierte Ausgabe in die Hand nehme, das Gefühl eines neuen Anfangs. Es ist wahrscheinlich nicht einmal wichtig, die Werke in chronologisch korrekter Reihenfolge zu lesen. Cioran war ein Aphoristiker und hat sich immer wieder gegen Systematiker ausgesprochen, die sich in seinen Augen lächerlich machen würden und noch dazu die Leserschaft belügen müssten. Quereinstiege sind also möglich, was den mehr als 2000 eng bedruckten Seiten die abschreckende Wirkung nimmt. Es ist vermutlich nicht einmal möglich dieses Werk so zu lesen, wie man ein Buch normalerweise liest. So richtig mit von vorne nach hinten und alles dazwischen. Cioran hat ausschließlich in Phasen der Depression, Vereinsamung, Schlaflosigkeit und Sinnlosigkeit geschrieben. Macht dies das Buch einseitig? Ja, tut es, aber dass macht nichts. Die Blickrichtung auf Philosophie, Leben, Sterben, Kultur usw. wird nicht gewechselt, aber die Gedanken und Überlegungen Ciorans sind erfrischend, originell und, was aufgrund der bevorzugten Themenkomplexe doppelt absurd scheint, sogar aufmunternd. In seinen Werken gehen das Negative und das Lächerliche oft Bund ein, der den schweren Dingen den Druck raubt. „Ohne die Idee des Selbstmordes hätte ich mich schon lange umgebracht“ ist da so eine aufhellende Überlegung, die 1000x aufrichtiger, aufmunternder und wahrer ist als die durchschnittlich „Du hast so vieles, wofür es sich zu leben lohnt“-Dummschwätzerei. [Keine Zeit mehr, wird aber fortgesetzt]
  17. Cover des Buches Menschliches, Allzumenschliches (ISBN: 9783458343813)
    Friedrich Nietzsche

    Menschliches, Allzumenschliches

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Petar

    Das Buch ist ein großartiges Werk mit tiefsinnigen Konzepten und Gesellschaftskritik. Es ist ein wahrer Muss für jeden Nietzsche-Fan. Es liefert uns einen großartigen Einblick in das Gedankengut Nietzsches und animiert zum Nachdenken nach jeder Passage. Das Buch wurde nie langweilig und es bliebt bis zum Ende Spannend. Allerdings muss man sich an den Schreibstil Nietzsches gewöhnen. Ich spreche nicht vom sprachlichen Niveau, sondern von der Art, wie Nietzsche uns seine Konzepte mittteilt. Er schreibt kurz den Titel einer Idee auf und philosophiert einen Paragraphen, welcher sich auch über mehrere Seiten erstrecken kann, über diese. Doch dies fördert das Nachdenken über das Geschriebene.

    An dem Buch habe ich nichts auszusetzen und ich kann es jedem empfehlen

  18. Cover des Buches Vom Nachteil, geboren zu sein (ISBN: 9783518370490)
    Emile M. Cioran

    Vom Nachteil, geboren zu sein

     (26)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    E.M. Ciorans Aphorismen erschienen unter den Titel „Vom Nachteil, geboren zu sein“ – kein Buch um schlicht darüber hinweg zu lesen. Ich konnte bei der Lektüre weder stumpf abnicken oder ablehnend den Kopf schütteln, nein, Ciorans Gedankensplitter wirken dementsprechend. Sie bohren tief, sie wirken nach. Liest man Aussprüche wie…“Dieser Augenblick jetzt, eben noch der meine, da fließt er dahin, entrinnt mir, ist verstrichen. Werde ich mich mit dem folgenden einlassen? Ich entscheide mich dafür: Er ist da, er gehört mir, und schon ist er fern. Von morgens bis abends – Vergangenheit fabrizieren!“ …da schweift der Blick plötzlich ins Leere, zum Fenster hinaus und Ciorans Unerbittlichkeit in der Sichtweise öffnet Türen, die man selbst nur widerwillig aufgestoßen hätte. Gerade die Radikalität seiner Gedanken wirkt befreiend, im Vorwort ist von „Ciorans Philosophenhammer“ die Rede. Ohne Skrupel zweifelt er an Selbstverständlichkeiten, Gegebenheiten, an Wahrheiten. Sein Nihilismus „bootet“ den programmierten Geist und ermöglicht Freiheit die Existenz von einer neuen Warte aus zu betrachten. Wer Pessimismus und Desillusionierung vertragen kann, sollte Cioran lesen, er kennt alle Ausmaße der Skepsis und scheut vor keiner Instanz zurück.
  19. Cover des Buches Sämtliche Werke (ISBN: 9783518420010)
    Franz Kafka

    Sämtliche Werke

     (17)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Spieltrieb (ISBN: 9783641242749)
    Juli Zeh

    Spieltrieb

     (412)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Abgedreht! Für mich bis jetzt das verrückteste Buch von Juli Zeh, und leider auch das schwächste. So viele Hochbegabte auf einmal war auf Strecke dann doch echt anstrengend. Und unglaubwürdig. Ada ist eine spannende Hauptfigur, und auch ihr erster Freund Olaf passte prima dazu. Außenseiter, mit denen die normalbegabten Teenager mit durchschnittlichen Interessen nichts vernünftiges anfangen können. Der Arroganz von Ada begegnen sie mit Aggression. Olaf hält sich mehr im Hintergrund und es stellt sich die Frage, wer hier schlauer ist ... Ein neuer Schüler betritt die Bühne. Alev. Neben messerscharfem Verstand auch noch mit grandiosem Charme und Charisma ausgestattet. Ada und er werfen sich die Bälle zu, dadurch verdienen sie sich den Respekt und die Hochachtung von Lehrer Höfi, ebenfalls ein reger Geist, der gern in höheren Sphären schwebt. Lehrer Smutek ist mehr von Adas sportlichen Ambitionen und ihrer körperlichen Konstitution begeistert. 

    Man kann nicht anders, wenn man über dieses Buch schreibt, wird die Sprache verschwurbelt. Weil das Buch so ist. Sprachlich ein Hochgenuss, der immer wieder übers Ziel hinaus schießt, intellektuell. Und ich habe da durchaus auch ein Händchen und eine Vorliebe für. Schon mal was von Spieltheorie und Gefangenendilemma gehört? Selbstverständlich!

    Ok, wir befinden uns auf einem Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Ada und Alev sind beide neu und anders als andere Kinder. Spieltrieb beschäftigt sich viel mit Moral, Gefühle, die Abwesenheit von Gefühlen, Macht und Obsession. Sexualität spielt auch eine große Rolle, aber weniger in Zusammenhang mit Liebe als mit Zweck und Nutzen.

    Alev betrachtet sich als Gott, Teufel, Richter und Henker. Welten-Lenker? Jedenfalls ist Ada lange sein williges Werkzeug und die beiden treiben böse Spiele. Mit Lehrer Smutek. Und egal was passiert, Alev versucht die Oberhand zu behalten, er bewertet jeden Spielzug, jede Aktion als von ihm geplant, manipuliert, vorbereitet. Im Grunde eine ganz arme Wurst, dieses gelangweilte Reichenkind. Allerdings übertreibt Juli Zeh hier, Alev ist für mich keine sehr realistische Gestalt.

    "Nullzeit" hat mir besser gefallen. Aber vielleicht kenne ich diese Generation auch viel zu wenig und gehöre hier vom Alter eher zur Generation der Lehrer, deren Werte ich besser nachvollziehen kann.

  21. Cover des Buches Macht und Rebel (ISBN: 9783641122126)
    Matias Faldbakken

    Macht und Rebel

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Macht und Rebel sind zwei Männer, die eines gemeinsam haben, sie begehren junge Mädchen, oder auch pre-teens. Durch Zufall führt sie das Problem-Kind-Schwesternpaar Thong und Thong Jr. zusammen. Aus Rebels Hass auf seinen Arbeitgeber und Markenpirat Fatty wird schnell der Plan diesen sozial zu zerstören, nebenbei will Macht auch noch den Ruf der Firma T.S.I.V.A.G. aufpolieren, die als judenfeindlich verschrien ist.

    Ist dieses Buch nun genial oder geschmacklos?! Ich bin da hin und her gerissen. Denn eines ist klar, wenn ein Roman zu meiner “Lesen ist hardcore!” Aktion passt, wie die Faust aufs Auge, dann ist es genau dieser hier. Ich scheine kein so glückliches Händchen gehabt zu haben, bei der Buchauswahl bisher. Zwei mal hintereinander habe ich nun aus Versehen zu einem Buch gegriffen, das sexuelle Perversion zelebriert und bei dem mir gegen Ende hin nur noch übel wurde.

    Wer darüber nachdenkt Faldbakken zu lesen, sollte erst einmal zu YouTube rüber schlendern und sich ein paar Interviews mit dem Herrn bildender Künstler goes Schriftsteller anschauen. So kriegt man vor dem Lesen nämlich die, meiner Meinung nach höchst wichtige Info, dass seine Romane alle mit einem Augenzwinkern verfasst sind – auch wenn das oft nicht auffällt. Matias Faldbakken will provozieren und das tut er in diesem Roman zu genüge.

    Während Palahniuk den Leser schokiert indem er sich seitenlang über Masturbationsverletzungen auslässt, geht Faldbakken gleich zu Beginn seines Romans in die vollen. Auf der ersten Seite nämlich kauft Hauptfigur Rebel eine Salatgurke, und Du ahnst es schon, diese Gurke wird nie zu Salat verarbeitet werden. An dieser Stelle werden wohl die meisten das Buch weg legen und das sicher zu recht. Denn auf den folgenden Seiten und in den folgenden Kapiteln vergrault der Autor den Leser mit angewandter Pädophilie und Nazismus in Form von Hitler-Reden und Nazi-Symbolen.

    Starker Tobak erstmal, und ich weiß genau Faldbakken meint das nicht ernst. Ich weiß genau, dass es symbolisch gemeint ist und der Autor in Wirklichkeit eine bitterböse Satire auf die Skandinavische Unternehmenspolitik verfasst hat. Ich weiß das alles, aber Spaß das Buch zu lesen macht es trotzdem keinen. Denn es gibt Dinge, über die kann ich einfach nicht lachen. Ein ganz minimaler Kritikpunkt im Angesicht der kontroversen Buchthemen wäre da die etwas öde Handlung. Faldbakken provoziert zwar viel, aber es geht größtenteils doch um Markenpiraterie und Unternehmenspolitik und das langweilte mich oft so sehr, dass ich lieber was anderes gelesen habe.

    Nachdem ich Dir dieses Buch nun über viele Absätze madig gemacht habe muss ich noch kurz eine Lanze brechen für den dritten Roman der Skandinavische Misanthropie Trilogie Unfun. Das ist ein Buch in dem deutlich wird, dass Faldbakken scherzt, ein Buch das einen linearen Plot hat und für die extremere Leserin ein wahres Vergnügen sein kann. “Macht und Rebel” gibt das nicht her, ich werde es nie wieder lesen wollen und Du solltest es Dir auch ersparen – extreme Literatur mit Schockeffekt in allen Ehren, aber dieses Buch geht für mich einen Schritt zu weit.

    Bei Buchthemen wie Pädophilie und Nazismus, und das keinesfalls kritisch betrachtend, würde ich niemandem empfehlen diesen Roman zu lesen. ‘Tongue-in-cheek’ hat seine Grenzen, in “Macht und Rebel” sind diese erreicht.

  22. Cover des Buches Reise ans Ende der Nacht (ISBN: 9783499134999)
    Louis-Ferdinand Celine

    Reise ans Ende der Nacht

     (13)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Warum du mich verlassen hast (ISBN: 9783423135979)
    Paul Ingendaay

    Warum du mich verlassen hast

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Kattro

    Es ist nicht nur eine Mischung aus "Der kleine Nick" und dem "Zögling Törleß", wie PRINZ schreibt, es ist viel mehr. Ein Junge auf einem Internat, der von sich behauptet Nihilist zu sein, lebt seine Liebe zur Literatur aus und verfestigt dadurch seine Freundschaft zu einem der Erzieher Bruder Georg (Mönch). Nicht nur an Bruder Georg bemerkt er zusehends erschreckende Veränderungen, auch er selber geht durch ein familiär schwierige Zeit. Am Ende setzt er sich, wie eigentlich schon die ganze Zeit, über die strengen herrschenden Regeln hinweg (heimliche nächtliche Ausflüge und Treffen mit einem Mädchen, Rauchen und Trinken) und deckt ein Geheimnis auf und beweist damit Courage, Unrechtsbewußtsein und Aufrichtigkeit.
    Trotz der 500 Seiten ein sozialkritisches, mitreißendes und bewegendes, dennoch aber nicht zu knapp ironisch-komisches Buch. Unbedingt empfehlenswert.

  24. Cover des Buches Unter Null (ISBN: 9783462318937)
    Bret Easton Ellis

    Unter Null

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Mayer
    Manchmal kommt man über eine Buch zu einem Buch.
    Der Kulturphilosoph Björn Vedder analysiert in seinem Essay "Reicher Pöbel", wie unsere Gesellschaft mit den Reichen umgeht, sie dämonisiert und was wir dadurch über jene erfahren die pöbeln. Vedder untersucht dort auch die Darstellung der Reichen in Filmen, Serien und eben auch Büchern. An Ellis Roman "Unter Null" kommt er da nicht vorbei. Vedder untersucht dort eine Stelle, in der ein junges Mädchen von einer Gruppe reicher Jugendlicher misshandelt wird, ihnen aber auch das keinen Kick mehr zu geben scheint, weil sie in ihrem Leben nichts zu verlieren haben. Eine verstörende Darstellung - sowohl die Misshandlung als auch das Alltägliche dieser jungen Menschen. Ellis Roman begann mich zu interessieren.
     
    Beim Lesen wurde dann schnell klar: Ellis Roman ist kein Buch, das lediglich zu Unterhaltungszwecken "konsumiert" werden kann. Hierfür ist die Sprache nicht geeignet. Sie ist simpel gehalten, es gibt keine Feinheiten, keinen Esprit. Vielmehr kommt sie im ewig selben Stil daher. Das mag auf Dauer langweilen und man ist versucht das Buch zur Seite zu legen. Betrachtet man aber Ellis Sprache im Zusammenhang mit dem Inhalt, dann muss es genau diese Sprache sein, die der Autor verwendet und keine andere. Das tägliche Leben der hier im Werk skizzierten Jugendlichen ist exakt das: langweilig, keine Höhepunkte, keinen Sinn. Daher besteht die Handlung der knapp 200 Seiten auch aus fast nichts anderem als Kiffen, Koksen, Sex, Alkohol und Party. Beständig auf der Suche nach dem Besonderen, in einer Welt, in der man sich zwar alles kaufen kann, doch sich niemand wirklich für einen interessiert. Nicht einmal der eigene Freundeskreis.
    Da es an einer Entwicklung der Geschichte und der Figuren fehlt, wird das Buch nach circa 100 Seiten fade. Die Darstellung des alltäglich Sinnlosen und die beständige Suche nach etwas mit Bedeutung, was das anfängliche Leseinteresse schuf und zu Beginn des Buches auch zu fesseln vermochte, arbeitet sich nach und nach ab. Dem Drang, das Buch zur Seite zu legen, widerstand ich. Ich wollte noch wissen, in welche Situation die von Vedder analysierte Szene eingebettet ist. Und diese kommt erst kurz vor Schluss. Also habe ich mich durch über 50 Seiten gezogen, bis zu jener besagten Stelle. Die letzten 30 Seiten in Ellis Werk sind wieder packend, weil hier zumindest der Hauch von Reflexion von Clay, dem Protagonisten des Buchs, stattfindet und sich die Situation zuspitzt. Das Buch endet, es stehen keine Lösungen im Raum, weil den Protagonisten nicht einmal ihre Probleme wirklich bewusst sind.
     
    Als Kulturschau betrachtet ist Ellis Werk durchaus lesenswert. Als Unterhaltungsroman eher weniger. Vermutlich hätten dem Werk 50 Seiten weniger gut getan.

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