Bücher mit dem Tag "noir"

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110 Bücher

  1. Cover des Buches Noir (ISBN: 9783862520282)
    Jenny-Mai Nuyen

    Noir

     (207)
    Aktuelle Rezension von: Lumiel_H_Nox

    Was man nicht alles in den kleinen Schatztruhen anderer Leute findet. Da stöbert man einmal im Bücherregal der Nachbarin zum Kaffee und schon kehrt man mit solch einem feinen Stück zurück nach Hause.

    Noir muss ich ganz ehrlich gestehen, wäre wohl ein Werk gewesen das ich mir aus freien Stücken in der Buchhandlung wohl nicht gekauft hätte. Doch gerade wenn man einmal die Interessen der anderen Leute verfolgt und sich deren Auffassung etwas genauer anhört, so animiert es einen doch mal in ein ganz anderes Genre zu hüpfen. Einen erwarten andere Thematiken, neue Charaktere und ganz andere Eigenschaften die der Schwerpunkt des Story-Verlaufes sind.

    Und somit bin ich zu diesem einzigartigen Buch gekommen.

    Rein vom Cover her muss ich sagen: Wow ! Schlicht und trotz sehr vielsagend. Dies hat mich voll und ganz von Beginn an von sich überzeugen können. Die leichte 3D Musterung des zersplitterten Glases sind dabei ebenfalls sehr gelungen und bereiten nebenher wirklich Lust auf das eigentliche Lesen. 

    Ich denke für ein Regal dessen Leute ganz unter dem Motto: Weniger ist mehr ! Ist dieses Cover ein kleiner Blickfang. 

    Ebenfalls hoch anrechnen möchte ich immer wieder den Büchern die Liebe zum Detail, sobald selbst einzelne Kapitel mit einem winzigen Design unterzeichnet werden. Dies ist uns auch hierbei geboten und macht immer mehr Lust auf das Buch. Ich weiß, dies kann sich teilweise etwas weit hergeholt anhören, spielt für mich jedoch eine große Rolle an dem wie viele Gedanken man sich über die Gestaltung und den Wiedererkennungswert gemacht hat. 

    Doch worum geht es überhaupt?

    Erleben tun wir die Geschichte aus der Sicht des jungen Mannes Nino aus der reinen Erzählerperspektive. 

    Denn gleich zu Beginn der Geschichte werden wir in eine höchst dramatische Situation geschmissen. 

    Nino ist noch ein kleines Kind, versteht nicht viel von der Welt und lebt in seiner eigenen kleinen Blase. So zumindest wird die Wahrnehmung dieser grausigen Situation für uns Leser dargestellt. Denn das Unheil beginnt direkt.

    Nino sitzt auf der Rückbank des Autos während seine Eltern dem Schicksal vorne nicht mehr entweichen können. Ein tragischer Autorunfall lässt die komplette kleine Familie zersplittern und lässt den kleinen Nino ganz allein zurück. Doch noch innerhalb dieser absurden Situation wird uns gezeigt, dies ist kein " normales" Ableben. Denn Nino nimmt selbst als Kleinkind alles ganz anders wahr, er sieht die Seelen dahin gleiten, das sanfte Licht das sie begleitet.

    Und schnell wird klar: Nino ist ein kleines Wunderkind mit einer ganz besonderes Gabe. Die ihm aber leider selbst noch zum Verhängnis werden soll. 

    Dies ist gleich einer der Hauptaspekte die ich für mich leider im Verlauf etwas bemängeln muss. Denn wir bekommen von der eigentlichen Gabe recht wenig zu sehen? Warum ist das so ?

    Gute Frage, denn ich habe das Gefühl es werden viel mehr okkulte Thematiken und die Kommunikation zwischen den Welten angesprochen. Natürlich auch auf eine ganz besondere und Interesse Art und Weise, jedoch ist dies nicht was man uns im Klappentext verspricht. Somit hatte sich in mir während des Lesens ein bisschen Enttäuschung breit gemacht. Hierbei hätte ich mir einen äußerst starken Charakter gewünscht der im Kampf zwischen seinem Talent und dem normalen Leben steht.

    Auch wieso, weshalb, warum bleibt uns erspart. Woher kommt diese Gabe? Was ist die Geschichte dahinter? Gibt es mehr die so sind wie Nino? Vielleicht eine kleine Gemeinschaft die unter den normal lebenden nicht zurecht kommt. All solche kleinen Aspekte hätten der Geschichte den gewissen Kick und die Tiefe verliehen, die mir trotz der tragischen Situation rein in thematischer Hinsicht etwas gefehlt hat. 

    Trotzdem sind die einzelnen Protagonisten und Handlungen sehr sympathisch und liebevoll ausgearbeitet. Für mich eine kleine Stärke der Autorin, neben ihrem einzigartigen und besonderen Schreibstil. Dieser ist fordernd jedoch auch äußerst humorvoll und durch grandiose Anekdoten toll ausgeschmückt. 

    Demnach kommen hier Leser gewiss nicht zu kurz, die auf authentisches Handeln und schwerwiegende unterhaltsame Dialoge viel wert legen. 

    Denn auch emotional erreichen wir eine gewisse Tiefe. Sei es menschlich untereinander, wie aber auch den schweren Stein den Nino ganz allein in seiner Brust schlägt. Ohne spoilern zu wollen, handelt er wirklich realistisch und atemberaubenden in seiner momentanen Lage die aussichtslos erscheint. Denn mit wem soll er darüber reden, wenn niemand weiß was er wirklich kann und was ihn auf außergewöhnliche Weise ausmacht?

    Fazit: Der Story Verlauf ist meiner Meinung nach leider etwas anders interpretiert worden, als wie der Klappentext es zuvor verspricht. Die Thematik hält sich für mich in zu vielen anderen Richtungen auf, die mir keinen Aufschluss über das geben, was ich eigentlich wissen wollte.

    Die Charaktere und Protagonisten dagegen sind äußerst realistisch und erwecken in einem eine gewisse Sympathie. Neben dem fordernden und tollen Schreibstil geschwungen durch grandiose Anekdoten und humorvolle Dialoge eine absolute Stärke der Autorin. 

    Wer einmal Lust auf etwas ganz anderes haben sollte, mit einem Hauch von Grusel und dem Kampf um das eigene Ich, der ist hier genau richtig. Ich denke das es eine Menge Anhänger für dieses Buch geben wird. Denn auch wenn es mich nicht zu 100% inhaltlich überzeugen konnte, so bereue ich es keinesfalls es gelesen zu haben. Denn schon allein für das Regal ist es ein kleiner Blickfang. Von mir gibt es hierfür 3/5 Sterne. Ein guter Mittelweg !


  2. Cover des Buches Frühling, Sommer, Herbst und Tod (ISBN: 9783453436886)
    Stephen King

    Frühling, Sommer, Herbst und Tod

     (320)
    Aktuelle Rezension von: Pajanka

    Dies war mein erstes Werk des allseits bekannten Autors Stephen King, sodass ich doch gewisse Erwartungen an das Buch hatte. Leider konnte ich nicht mit jedem der vier Kurzromane etwas anfangen. Zu der ersten Geschichte habe ich bereits auch den zugehörigen Film gesehen, die Geschichte im Buch wurde genauso gut beschrieben, wie auch der Film war. Die Freundschaft die sich hier entwickelt, sowie die Hoffnung, die nie aufgegeben wird, waren Aspekte, die mir besonders gut gefallen haben. Die zweite, realitätsnahe, Geschichte zeigt äußerst gut auf, wie viele Facetten ein Mensch doch haben kann, auch das fand ich ziemlich interessant. Die dritte und vierte Geschichte haben mich leider garnicht so richtig abgeholt, von dem her bin ich zwiegespalten, was ich im Allgemeinen von dem Buch halten soll. Insgesamt waren die ganzen Beschreibungen doch sehr ausführlich beschrieben, der Lesefluss wurde hierdurch deutlich gestört und auch der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig. Ich werde mich wohl noch dem einen oder anderen Werk von King widmen, um mir eine richtige Meinung zu bilden. Dieses Werk hat mich jetzt nicht allzu sehr in seinen Bann gezogen.

  3. Cover des Buches Sturmnacht (ISBN: 9783867621113)
    Jim Butcher

    Sturmnacht

     (277)
    Aktuelle Rezension von: Yonania

    Harry Blackstone Copperfield Dresden ist von Beruf Magier. Kein Witz! Er ist Magier. Er hat sogar ein Büro und Visitenkarten. Als ein Paar auf brutale Weise getötet wird, bittet die Polizei Harry um Hilfe. Zeitgleich soll er für eine Kundin ihren Mann finden. Aber das war noch nicht genug: Er ist auf Magier-Bewährung, noch ein Fehltritt und der magische Rat wird die Todesstrafe verhängen. Hier sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Wird es Harry gelingen, der Polizei, der Ehefrau und schließlich sich selbst zu helfen?

    Dies ist eine ältere Geschichte, aber ich wollte schon lange von dem Autor etwas lesen und hier sprach mich der Klappentext sehr an.

    Dank des sepiafarbenen Covers mit seiner geschwungenen Schriftart und nahm ich an, die Geschichte würde im 19. oder 20. Jahrhundert spielen. Weit gefehlt. Es spielt in der Moderne. Das hatte mich am Anfang etwas ernüchtert. Hinzu kam das der Schreibstil und der Humor des Autors für mich sehr gewöhnungsbedürftig waren. Zusammengefasst hatte ich einen schwierigen Start in die Geschichte.

    Weiterhin wurde ich mit den Charakteren aus den zuvor genannten Gründen nicht warm, da ich v. a. in Dialogen Schwierigkeiten hatte zu verstehen, wie die Charaktere sich fühlen und was sie eigentlich mit dem gesagtem Ausdrücken möchten.

    Ich hatte dadurch das Gefühl, dass mir in den Dynamiken der Beziehungen des Protagonisten so einiges verloren ging.

    Das kann aber auch an mir liegen. Ich kann mir gut vorstellen, dass anderen Menschen damit besser zurechtkommen.

    Mir haben aber auch einige Aspekte gut gefallen: das Setting, die Magie, die Art der Zauber und die verschiedenen magischen Wesen. Diese hat der Autor wirklich interessant gestaltet. Auch Harry gefiel mir im Verlauf der Geschichte immer besser v. a. das er niemals aufgab und bereit war, sich für andere in Gefahr zu begeben.

    Alles in allem ein sehr interessantes Setting mit einem Schreibstil, der es mir schwer machte, Zugang zu den Charakteren zu finden. Ob ich die Reihe weiterlesen werde, weiß ich noch nicht.

  4. Cover des Buches Rabenmond - Der magische Bund (ISBN: 9783570306703)
    Jenny-Mai Nuyen

    Rabenmond - Der magische Bund

     (414)
    Aktuelle Rezension von: Scheckentoelter

    Das Cover ist bezaubernd, kann aber über die schlechte Story nicht hinweghelfen. 


    Erst begann die Story gut, baute allerdings schnell wieder ab. Das Ende wurde dann wieder etwas besser. Konnte aber nichts mehr retten.


    Teilweise kann ich Mion nicht verstehen und auch nicht Ihre Handlungen nachvollziehen.

    Den Prinzen verstand ich da schon besser.

    Aber über Baltibb war ich einfach schockiert! Wie kann ein Mensch sich nur so extrem verändern und das gegen die eigenen Werte?!

    Naja und die anderen Nebendarsteller waren auch sehr merkwürdig.


    Auch wenn dieses Buch mich minimal Begeistert hat, würde ich es absolut nicht weiterempfehlen.

  5. Cover des Buches Des Tauchers leere Kleider (ISBN: 9783351036294)
    Vendela Vida

    Des Tauchers leere Kleider

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Linatost

    Mit diesem Buch hab ich mich etwas schwer getan. Die Lust es zu lesen war eher schleppend bis gar nicht vorhanden. Zum einem lag dies sicherlich an der ungewohnten Erzählperspektive zum anderen an dem Plot der irgendwie sehr schleppend zum Vorschein kam.

    Das Buch ist aus der Du Perspektive geschrieben, also werde ich direkt angesprochen, als würde mir dies alles passieren, gleichzeitig wird es völlig sachlich abgehandelt: du gehst in den Laden, du sagst dem Portier... usw. Etwa erst nach der Hälfte des Buches konnte ich mich soweit daran gewöhnen um mich mehr auf die Geschichte einzulassen.

    Unsere Protagonistin bleibt das ganze Buch über Namenlos. Was nicht heißt, dass sie sich nicht immer wieder andere Namen gibt. Jeder Person die sie begegnet, nennt sie einen anderen Namen.

    Sie fliegt aus ungeklärten Gründen nach Casablanca, wir wissen nur, sie hat sich von ihrem Mann scheiden lassen. Wie schmerzhaft diese Trennung war und was sie in Casablanca sucht bleibt lange im Verborgenen, jedoch so verborgen, dass nicht mal ein Spannungsbogen aufgebaut wird.

    Erst im letzten Drittel des Buches kommen erfahren wir warum sie in andere Identitäten schlüpft und warum sie so verstört und paranoid durch Marokko streift.

  6. Cover des Buches Dunkels Gesetz (ISBN: 9783550081781)
    Sven Heuchert

    Dunkels Gesetz

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    „Dunkels Gesetz“ ist ein hardboiled Thriller im Stil eines „Country Noir“, Sven Heuchert erzählt in knapper Sprache und mit Fokus auf den Zerfall der Gesellschaft, des Menschen und der Welt im Ganzen. Die Figuren bleiben grob gezeichnet und bedienen – positiv gesagt – die für die Handlung und die Atmosphäre notwendigen Erzählmuster. Negativ ausgedrückt buchstabieren sie das ABC der Klischees von A wie Alkoholiker-Versagerin bis Z wie Zuhälter: traumatisierter Ex-Söldner, sadistische Kleinkriminelle, unschuldige Teenager, kriminelle Rumänen und hinterfotzige Zuhälter. Das K wie Kräuterweib kann ich nicht in dieses ABC einordnen – ich halte es für einen der Bestandteile, die die Geschichte zum Provinzthriller werden lasen – Kräuterweiber sind schließlich kein urbanes Phänomen.

    Über G wie Gewalt muss nicht viel geschrieben werden: Der hardboiled Teil des Romans übertreibt es mit der „useless violence“ ganz erheblich. Weder die Misshandlung der Pferde liefert einen Erkentnismehrwert noch wird der Mord an einem Jungen im Wald sinnvoll instrumentalisiert. Beide Motive wirken wir dekorative Utensilien aus dem Setzkasten 8ohne dabei schmuckvoll zu sein, versteht sich).

    Das größte Problem bereitet allerdings, dass Heuchert zwar wahnsinnig viel düstere Atmosphäre gelingt – es reihen sich sehr viele gelungene „harte“ Szenen aneinander, bis man nach drei Fünfteln des Romans endlich begreift, dass der Autor seine Handlung nur indirekt erzählen möchte und das konkrete Geschehen, die Beweggründe und Absichten lieber aus den durchkonstruierten Zustandsbeschreibungen vermitteln möchte, die der Leser durch eigene Lektüreleistung ableiten muss. Das kann gelingen und pfiffig sein, ist hier aber misslungen, weil der Roman gar nicht vom Fleck kommt. Im Ungefähren bleibt dann auch das Ende des Thrillers.

    Noch eine Bemerkung zum Setting: ich bin ein Stadtmensch, kenne aber wirklich viele Ecken in Deutschland. Ich hätte eine solch flächendeckende gesellschaftliche und wirtschaftliche Einöde innerhalb der Bundesrepublik nicht für möglich gehalten. Das heißt: Ich halte sie nicht für möglich. Wäre die Geschichte im mittleren Westen der USA angesiedelt oder in Rumänien, hielte ich sie für glaubhafter.

    Alles in allem lautet das Gesetz in „Dunkels Gesetz“: das meiste bleibt dunkel.

  7. Cover des Buches Blutiger Januar (ISBN: 9783453271883)
    Alan Parks

    Blutiger Januar

     (15)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Harry McCoy ist im Heim aufgewachsen. Nie hätte er gedacht, dass er es mal bis zum Detective schafft. Als ihn ein Gefängnisinsasse warnt, eine junge Frau werde zu Tode kommen, glaubt McCoy das nicht. Trotzdem versucht er mit den wenigen Hinweisen, die Frau zu finden und zu warnen. Allerdings kommen er und sein junger Kollege Wattie zu spät. Vor ihren Augen wird die Restaurantmitarbeiterin Lorna erschossen und bevor sie noch irgendetwas veranlassen können, bringt sich auch der Täter um. Harry McCoy verbeißt sich in den Fall, er will herausfinden, was den jungen Mann dazu gebracht hat, auch Lorna zu schießen.


    Zurück in die 1970er geht es beim ersten Auftritt von Detective Harry McCoy. In winterlich verregneten Glasgow des Januars 1973 versucht der Polizeibeamte, die Fährte aufzunehmen. Seine Vergangenheit bleibt ihm dabei immer gegenwärtig. Die alten Verbindungen können ihm manchmal helfen, doch wesentlich leichter machen sie seine Arbeit nicht. Lange dauert es allerdings nicht, bis sich herausstellt, dass Lorna nicht die unschuldige Kellnerin war wie es zunächst von ihr angenommen wurde. Dennoch hat sie einen solchen Tod nicht verdient. Nichts kann McCoy davon abbringen, die Wahrheit zu finden.


    So düster wie das Titelbild ist die Vorstellung, die die Handlung weckt. Man stellt sich Regen und Kälte vor. Man sieht einsame dunkle Straßen, die McCoy durchwandert. Das Verbrechen scheint überall zu sein und die Verbindungen zwischen Polizei und Verbrechen wirken manchmal enger als es erlaubt sein kann. Und doch wird in diesem Fall das Unterste zu Oberst gekehrt. Was zunächst in die eher niedrigen Schichten der Stadtstreicher zu weisen scheint, führt dann bis in die höchsten Kreise der Stadt. Mit diesem Crime Noir zeigt der Autor, dass früher auch nicht alles Gold war. Sex und Drogen beherrschten die Szene und man bekommt den Eindruck, dass sogar die Polizei Mühe hatte, sich davon fern zu halten. Harry McCoy bleibt, auch wenn nicht alle seine Gewohnheiten nachvollziehbar sind, sympathisch und integer. Einer, der mehr geschafft hat als je erhofft, der jedoch immer daran arbeiten muss, seinen Platz zu halten. Verpackt ist diese düstere Milieustudie in einen fesselnden Fall. 

  8. Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257071399)
    Raymond Chandler

    Die kleine Schwester

     (17)
    Aktuelle Rezension von: luisa_loves_literature

    Raymond Chandler ist ein absoluter Meister seines Fachs und Die kleine Schwester stellt keine Ausnahme dar. Das düstere, glitzernde, kalte, heiße, unberechenbare und unkontrollierbare L.A. der 1940er Jahre, in der die Welt von harten Ermittlern etwas geordnet werden sollte, ist immer wieder einen Ausflug wert. Stilistisch und konzeptionell kann man an Chandler nichts aussetzen. Die neue Übersetzung ist schlichtweg hervorragend gelungen. Der Ton von Philip Marlowe, die zur Schau gestellte Männlichkeit und Coolness, die über jede Seite herrscht, kommt ausgezeichnet zur Geltung - ein großer Spaß, wenn man sich darauf einlassen kann.

    Wie immer jedoch lässt mich Chandler auch ratlos zurück. Bei jedem seiner Romane - ob im Original oder hier in der Übersetzung - muss ich mich stets dem mit Bestürzung dem Gefühl stellen: habe ich hier irgendetwas nicht mitbekommen? Wie sind wir bei dieser Schlussfolgerung gelandet? Hä? Und jetzt? Es ist als trieben der Autor und Philip Marlowe ihren Schabernack mit mir oder als würde ich unter partieller Amnesie leiden, sodas ich am Ende des Romans am liebsten wieder von vorn beginnen würde, nur um zu überprüfen, ob ich wesentliche Informationen überlesen oder schlichtweg nicht erkannt habe. Das ist aber vermutlich nur meine persönliche Note - mir fehlt eben die Figur des etwas trotteligen Sidekicks, der mir alles nochmal erklärt, die aber ein einsamer Wolf wie Marlowe nie in seinem Umfeld dulden würde.

  9. Cover des Buches Der Richter und sein Henker (ISBN: 9783257600599)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Richter und sein Henker

     (1.239)
    Aktuelle Rezension von: The_Gamer9805

    Das Buch ist spannend. Es hat manche Stellen in denen es eher Langweilig wird. Man kann es sehr gut verstehen. Es hat auch ein Film darüber. Ich hatte das Buch in der Schule. Es gibt gute Aufgaben für das Buch im Internet. Es sind eher kleinere Kapital, aber es hat auch grössere Kapitel. Man kann es auch gut verstehen. Gut geeignet für den Literatur Unterricht.

  10. Cover des Buches Knockemstiff (ISBN: 9783954380145)
    Donald Ray Pollock

    Knockemstiff

     (37)
    Aktuelle Rezension von: stefanb
    „Ich verstand, dass ich mitten in einem dieser Augenblicke des Lebens steckte, in denen große Dinge möglich sind, wenn man nur gewillt ist, die richtige Entscheidung zu treffen.“ [233]
    Knockemstiff, Ohio. Die Hölle auf Erden. Man könnte auch sagen, dass dies ein Kaff ist an dem selbst die Hoffnung stirbt. Düster, hoffnungslos. Ein Ort, den man unter allen Umständen meiden sollte. Denn alles was man hier finden wird, sind vorherrschende Gewalt, Verbrechen, Mord, Sexualdelikte und Drogen. Knockemstiff beherbergt Außenseiter, Psychopaten, Menschen ohne Hoffnung. In „Knockemstiff“
    von Donald Ray Pollock geht es um den wahr gewordenen amerikanischen Albtraum. Facettenreich stellt Pollock die verschiedenen Wege unterschiedlicher Charaktere in seinem Roman dar. Allein gemein, die Tristesse und Hoffnungslosigkeit und den daraus resultierenden falschen Lebenswegen.
    In 18 kurzen Geschichten nimmt der Autor den Leser mit in den Süden von Ohio. Manchmal brillant, hart und immer schockierend. Es ist schon beeindruckend, wie Pollock schreibt. Man findet sich in einem Sumpf, ist gefesselt und liest und liest. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, denn die Geschichte lässt einen nicht kalt.
  11. Cover des Buches Zoo City (ISBN: 9783499259685)
    Lauren Beukes

    Zoo City

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Archer
    Johannesburg, Südafrika. Seit einigen Jahrzehnten zeigt sich bei Menschen, die andere getötet haben oder für deren Tod verantwortlich sind, die Schuld als Tier. Diese tauchen plötzlich auf und sind immer dabei. Zinzi December ist eine dieser Getierten. Gleichzeitig mit den Schuldtieren bekommen die meisten auch irgendeine Art von Gabe. Zinzis Gabe ist es, Dinge wiederzufinden - oder Menschen. Da sie sich von einem Tag zum anderen hangelt und Schulden bei einem Kriminellen hat, erklärt sie sich bereit, ein abgängiges, minderjähriges Starlet zu suchen. Doch wer in Johannesburg anfängt, Fragen zu stellen, bemerkt schnell, dass weder sein noch das Leben seines Tieres etwas wert ist.

    Auf der Plusseite stehen eindeutig die Idee und die für uns exotische Welt in Südafrika. Einerseits ein modernes Leben mit denselben Problemen, dem Luxus und den Slums wie in jeder Großstadt der Welt, andererseits der tiefe Aberglaube um Zauber, um Artefakte, um die Möglichkeit, durch "Muti" die Chancen zu verbessern. Zinzi ist nicht gerade ein Sympathieträger; dadurch, dass sie so tief in der Kreide bei einem Kriminellen steht, ist sie gezwungen, Leute abzuzocken und Spammails zu verschicken. Doch sie lebt selbst in den Slums und man bekommt einen ganz guten Überblick über das Leben am Rande der Gesellschaft. Ich fand die Lösung des Ganzen nicht unbedingt zwingend logisch und auch der Schreibstil ist für mich nicht besonders eingängig, aber eine ungewöhnliche, empfehlenswerte Geschichte ist das allemal für Leute, die nicht immer nur denselben Einheitsbrei lesen wollen. 3,5/5 Punkten.


  12. Cover des Buches Fay (ISBN: 9783453677258)
    Larry Brown

    Fay

     (68)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Die 17-jährige lebensfremde Fay läuft vor ihrem gewalttätigen Vater und ihrem armseligen Zuhause im Hinterland von Mississippi davon. Sie wird von ein paar Jungs aufgelesen und geht mit zu ihrer Hütte. Dort kreist der Alkohol und auch eine Haschpfeife macht die Runde. Als einer der Männer versucht, sie zu missbrauchen, kotzt Fay das ganze Zimmer voll. Als sie wieder zu sich kommt kapiert sie, dass es höchste Zeit ist, weiter zu ziehen. Am Highway wird sie vom Polizisten Sam aufgelesen. Dieser nimmt sie aus Mitleid mit zu sich nach Hause. Er und seine Frau Amy haben vor vier Jahren ihre Tochter bei einem Autounfall verloren. Fay bringt frischen Wind ins Haus und wird von beiden wie eine neu gewonnene Tochter umsorgt. Allerdings ist die Beziehung des Paares nur Fassade: Amy ertränkt ihren Kummer in Alkohol und Sam hat eine Affäre mit der heißblütigen Alesandra. Als Amy eines Tages bei einer Spritztour immer wieder nebenbei zur Flasche greift, gerät sie aus der Kurve, unter einen Laster und ist sofort tot. Sam wird vom Dienst freigestellt. Mit der fordernden Alesandra hat er Schluss gemacht. Der wirkliche Grund ist aber nicht der Tod seiner Frau, sondern dass er Fay immer anziehender findet. Auch Fay sieht in ihm mehr als einen Vater-Ersatz und sie verlieben sich ineinander. Nach einem Monat bemerken sie, dass die junge Frau schwanger ist. Doch just an diesem Tag muss der Polizist wieder zum Dienst. Während Fay in der Dunkelheit auf ihn wartet, sieht sie sich plötzlich der wütenden Alesandra mit erhobener Pistole gegenüber. Bei dem anschließenden Gerangel löst sich ein Schuss, der die ehemalige Geliebte tötet. Fay flieht, wird wieder aufgelesen und auch diesmal bringt sie den Menschen kein Glück, sondern reißt sie in den Abgrund. 

    "Das Zeug ist goldenes Feuer" (ein Zitat aus dem Buch), Verderben und Faszination zugleich! Man beobachtet die Protagonisten bei ihren intimsten Instinkten. Schonungslos und mit klarer, schnörkelloser Sprache hat der leider schon verstorbene Schriftsteller, diese fatale Geschichte geschrieben. Eine absolute Leseempfehlung, aber nichts für Romantiker.

  13. Cover des Buches Zwei Fremde im Zug (ISBN: 9783257234015)
    Patricia Highsmith

    Zwei Fremde im Zug

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Unzertrennlich

    Schreibstil


    Auf der Suche nach älteren Krimis, die eher meinen Geschmack treffen als diese typischen "Ermittler"-Geschichten, die gerade in diesem Genre vorherrschen, bin ich auf Patricia Highsmith gestoßen. Ihr Debütroman, der auch von Alfred Hitchcook verfilmt wurde, hat dabei mein besonderes Interesse geweckt und so wurde "Zwei Fremde im Zug" mein erstes Buch der Autorin.


    Und was soll ich sagen? Mir liegen ältere Krimis einfach mehr. Im Mittelpunkt der Bücher von Patricia Highsmith steht eher das "Whydunit", also das große "Warum" hinter einem Verbrechen, das scheinbar ein Durchschnittsmensch begeht. Mir liegt dieses Konzept des Krimis eher als das bekannte "Whodunit", denn die Ermittlungsarbeit und die Tätersuche selbst interessieren mich weniger als beispielsweise die Hintergründe zur Tat.


    Patricia Highsmith Debütroman ist hierbei ein sehr psychologisches Werk. Was bringt einen normalen Menschen dazu einen Mord zu begehen? Wie kommt es zur Überschreitung der Grenze zwischen Gut und Böse?


    Charaktere


    Guy Haines


    Guy ist ein sehr netter, gebildeter und gesetzestreuer Mann, der einfach nur glücklich sein möchte. Leider ist er an die falsche Frau geraten, die ihn betrogen hat und nun auch noch ein Baby erwartet - das natürlich nicht von ihm ist.


    Guy sagt zwar, dass er Miriam, seine Noch-Frau, hasst, aber schnell wird klar, dass es ihm gar nicht möglich ist, sie wirklich zu hassen. Ganz im Gegenteil, er will nur schnell die Scheidung durchbringen, damit er endlich glücklich werden kann - er hat nämlich selbst eine wundervolle Frau getroffen, die seine gesamte Zukunft darstellt.


    Im Zug trifft Guy dann unglücklicherweise auf Charles Bruno. Die beiden verstricken sich in ein Gespräch, das sich leider in eine unangenehme Richtung entwickelt. Bruno will Guys Noch-Frau umbringen, dafür soll Guy Brunos Vater ermorden.


    Guy hält das alles natürlich für einen Spaß. Er selbst hat nicht eine Sekunde an Mord gedacht, er will nur endlich frei und glücklich sein. die Worte Brunos hält er deswegen für einen Scherz - doch dann passiert tatsächlich ein Mord ...


    Charles Bruno


    Bruno ist sehr depressiv, in sich gekehrt und irgendwie verloren. Er ist besessen von dem Gedanken, den perfekten Mord zu begehen. Dabei treibt ihn wahrscheinlich eher der eigene Wunsch an, jemanden zu töten. In Guy, einen sehr rechtschaffenen und überaus freundlichen Typen, findet er dann endlich eine Art Rechtfertigung, muss er doch nun für seinen neuen "Freund" für Gerechtigkeit sorgen.


    Bruno selbst verabscheut seinen Vater, der ihm, seiner Meinung nach, jeglicher Freiheit beraubt hat. Der Vater hat die Mutter, die Bruno abgöttisch liebt, betrogen und die Familie zerstört. Vielleicht auch ein Grund, wieso Bruno zu solch einem Menschen wurde.


    Dass Bruno selbst längst wahnsinnig geworden ist, wird schnell klar, als er bereit ist, seinen Plan, den Gys in keinster Weise zugestimmt hat, in die Tat umzusetzen. Seine Abschnitte in diesem Buch waren sehr verstörend, sehr erschreckend und haben für ordentlich Spannung gesorgt. Im Gegensatz zu Guy hat er nämlich die Grenze zwischen "Gut" und "Böse" längst überschritten!


    Meine Meinung


    "Zwei Fremde im Zug" von Patricia Highsmith hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Wir nehmen sofort an der verhängnisvollen Zugfahrt teil, sind beim ersten Aufeinandertreffen von Bruno und Guy dabei und werden dann mit diesem sehr einseitigen Plan für den perfekten Mord konfrontiert.


    Bruno sieht in Guy sofort einen Verbündeten, einen Leidgenossen und einen Freund. Er lässt nicht locker, übt enormen Druck aus und versucht, Guy zu einem Komplizen zu machen. Interessant ist hier auf jeden Fall der Charakter von Guy. Als Leser empfand ich sofort Sympathie, denn Guy ist wirklich ein guter Kerl, jemand, der niemanden etwas Böses will und einfach nur selbst sein Glück finden möchte.


    Umso trauriger ist es, in was der gutherzige Guy denn hier verwickelt wird. "Zwei Fremde im Zug" passt vom Titel hier sehr gut, denn für die beiden Männer kennen sich im Grunde überhaupt nicht. Guy möchte keinen Kontakt zu Bruno, während Bruno sich ein Scheinbild von Guy erstellt. Er sieht ihn plötzlich als besten Freund, als Helfer, obwohl er im Grunde nichts, rein gar nichts, über ihn weiß. Bruno idealisiert Guy hier also, muss irgendwann aber feststellen, wie verschieden sie doch in Wahrheit sind.


    Bruno meint zu Beginn des Krimis, dass JEDER Mensch böse werden und einen Mord begehen kann. Das ist sehr interessant, denn er ist es, der hier ungemein Druck auf Guy auswirkt und ihn schließlich auch, wie eine Marionette, in die gewünschte Richtung führt. Für mich war die Geschichte gerade aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd. Kann wirklich jeder Mensch eine Straftat begehen?


    Das Ende fand ich, gerade aus moralischer Sicht, ungemein passend und wichtig. Es geht um Schuld,  um die Frage, nach dem Gewissen und natürlich auch um Gerechtigkeit. Kann Gleiches immer mit Gleichem vergolten werden? Ist manchmal das eigene Gewissen nicht der härteste Richter?


    Fazit


    "Zwei Fremde im Zug" war mein erstes und definitiv nicht mein letztes Buch von Patricia Highsmith. Die Geschichte ist aus psychologischer Sicht ungemein fesselnd, verstörend und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Kann wirklich jeder Mensch böse werden?

  14. Cover des Buches Eileen (ISBN: 9783954380817)
    Ottessa Moshfegh

    Eileen

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_KeJasBlog

    Verdammt nochmal Eileen!
    Wie kann man nur soviel quatschen ohne sich dabei selbst in die Quere zu kommen? Du magst nun, als alte Frau, eine komplett andere Sichtweise zu haben, als damals 24jährige und doch hast Du es auf solch eine intime und persönliche Weise erzählt, als säße ich Dir gegenüber. Ich habe an Deinen Lippen geklebt und gelauscht und nichts und niemand konnte mich davon abbringen Deinen Erzählungen zuzuhören.

    Über meinen innigen Wunsch, mich aus dem Staub zu machen, sprach ich mit niemanden.
    (S. 33)

    Doch mit mir!
    Du hast es so oft gesagt, am Anfang, in der Mitte, am Ende und immer wieder zwischendrin und ich wollte, nein musste es endlich wissen. Das Warum und das Wie.
    Was hat Dich so gequält, was hat Dich zu dem Menschen gemacht der Du zu dieser Zeit warst?
    Eine junge Frau, die dermaßen prüde und unerfahren war und doch alles zu wissen schien. Mein lieber Schwan, Du bist stellenweise echt sehr persönlich geworden. Ich konnte Deine Ausdünstungen riechen, dieses eklige Etwas nach Alkohol und ungewaschenen Kleidern.
    Das Haus, in dem Du mit Deinem Vater lebtest erschien vor meinen Augen und ich dachte immer nur, wie kann sie das dort nur aushalten?
    Es tat mir so unendlich leid mitzuerleben, wie Dein alkoholkranker Vater sich gab und wie er sich gehen lies. Du hast es ihm in vielem nachgemacht und doch hast Du den Absprung geschafft.

    Deine Schilderungen zu Deiner Arbeitsstelle machten mich noch neugieriger und als Rebecca auftauchte, war mir schon klar das sie es ist, die Dich aus dieser Lethargie ziehen wird. Das es aber letztendlich komplett anders werden würde, hat mich überrascht und das im positiven Sinne. Du warst damals schon verdammt intelligent, auch wenn Du es niemals zugeben würdest. Dein Gespür für all die Menschen um Dich und wie Du sie beschreibst, hat bei mir ein herrliches Kopfkino verursacht.
    Es war ein Genuss und ich musste stellenweise sogar schmunzeln. Gleichzeitig war mir überhaupt nicht nach Fröhlichkeit. Du kannst es wohl am besten nachvollziehen. Man merkte es an deiner melancholischen Art. An Deinen Sätzen und Schilderungen. Was muss das für eine Zeit gewesen sein? Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich damals bewusst wahrgenommen hätte aber jetzt, nach dieser Geschichte, tue ich es.

    Ich habe mich oft gefragt, was ich alles verschlafen haben mag, welche Geheimnisse, welche Streitereien.
    (S. 232)

    Deine Familie, Dein ganzes Umfeld hat mich so oft erschrocken und ich wundere mich kein Stück, dass Du Dich so zurückgezogen hast. In Deinem Panzer aus Frust und Wut hast Dich geschützt gefühlt und ich muss zugeben, so im Nachhinein, dass du mir immer mehr ans Herz gewachsen bist.

    Oft habe ich mich gefragt was anders gelaufen wäre, wenn Dein Leben geregelter gewesen wäre. Nicht das es ein Chaos war, aber Du musst zugeben, dass da stellenweise schon sehr verrückte Dinge dabei waren. Dein Handeln war immer so bedacht und ich glaube dass all dies der unsäglichen Lebenssituation geschuldet war. Wie sehr habe ich Deine Gedankengänge genossen und wie stark fand ich Dich. Als die Sache mit den Polks anfing hast Du mich wieder voll erwischt. Obwohl, ohne Rebecca wärst Du nicht darauf gekommen. Diese Frau hatte was und ich verstehe diese Anziehungskraft. Die mutigere von Euch beiden warst aber letztendlich Du!

    Manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen und holy, dass hast Du getan und wie. Ganz ehrlich? So ein bisschen was habe ich geahnt. Du hast zwar lange um den heißen Brei geredet, aber eben auf eine dermaßen einlullende Art und genau das hat mich so fasziniert. Deine Worte erschienen simpel und die Sprache eher einfach, aber das war das Besondere daran. Deine Wirkung auf andere schien wie Deine Erzählungen, keiner nahm Dich wirklich ernst und das war ein Fehler. Alleine die Tatsache mit den Schuhen. Dachte ich anfänglich noch, dass tust Du nur um Deinen Vater zu ärgern, wurde es irgendwann klar, dass es ein reiner Schutzmechanismus war. Wer weiß, was Du alles verhinderst hast? Manchmal muss frau tun, was Frau tut! Unrecht und Recht liegen so dicht beieinander. Wann ist Schwarz grau oder Grau schon schwarz? Du hast Deinen Weg gewählt, mit allen Konsequenzen. Respekt!

    Nun, ich denke es geht Dir gut und ich hoffe dass Du endlich mit geschlossenem Fenster fahren kannst.
    Aus Deinen Worten zu schließen, bestärkt mich in diesem Eindruck.
    Danke Eileen, für Deine ungeschönte aber dennoch schöne Lebensbeichte.

    Es war vorbei. Ich weinte
    (S. 333)

    Rezension verfasst von © Kerstin
    ★★★★★


  15. Cover des Buches Im Morgengrauen (ISBN: 9783869139005)
    Tom Bouman

    Im Morgengrauen

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Satansbraten
    Henry Farrell ist Dorfpolizist mitten in den USA, irgendwo, wo es weder große Städte, noch große Industrie gibt, wo viel Land, wenig gute Jobs, wenig Hoffnung gibt. Eine junge Frau verschwindet, ihr Lebensgefährte wird verdächtigt, sie umgebracht zu haben.die beiden haben in einem Wohnwagen gewohnt, die Tochter hat man ihnen weggenommen, Drogen. Wer einen Krimi klassischer Lesart erwartet, wird enttäuscht. Statt viel Ermittlungsarbeit, vielen falschen und verworrenen Spuren ist es eigentlich von Anfang an relativ klar, was da so ungefähr passiert sein muss. Dafür handelt das Buch aus führlich über das Leben, das Miteinander, das Gegeneinander dort. über Menschen ohne Perspektive, andere, die um das kleine bisschen würde kämpfen, die die immer hoffen, ohne dass es Hoffnung gäbe. Dabei ist Officer Farrell ein recht trauriger, zurückhaltender Held, der vieles tut, was er nicht müsste, diesen Menschen zu liebe. Das Themas Fracking spielt entgegen dem Klappentext eine deutlich geringe Rolle, es ist lediglich der Rahmen des Verfalls. Für mich ein kurzweiliger lesenswerter Roman, der einen etwas nachdenklich zurück lässt, aber eigentlich kein Krimi!
  16. Cover des Buches Der Wanderer: Prologband (ISBN: 9783946446088)
    Dominique Stalder

    Der Wanderer: Prologband

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Meine Meinung

    Handlung

    Die Handlung an sich ist schon sehr gut in der Inhaltsangabe beschrieben. Der Wanderer erwacht erinnerungslos am Strand, er kennt weder die Welt, noch weiß er wer er ist. Hier hat es der Autor wirklich ausgesprochen gut geschafft, die Gefühle und Gedanken zu beschreiben. Die Schmerzen, die Kälte und auch die psychische Belastung durch das „Nicht-wissen“ werden eindrucksvoll und nachvollziehbar beschrieben.
    Der Wanderer ist verzweifelt und hungrig, das schlechte Wetter, Kälte und Durst treiben ihn jedoch immer weiter, sein Kampfgeist ist ungebrochen und wird auch sehr gut manifestiert. Leider erkennt der Wanderer schnell das diese Welt (die mir im übrigen sehr gut gefiel) keine gute ist. Machthaber bekriegen sich und „ignorieren“ ihre Bürger, welche von Soldaten aufs grausamste geschändet werden. Das wird auch ausgiebig und gut vorstellbar beschrieben und ist nichts für sehr zart besaitete Gemüter. Ansonsten ist die Welt an sich spannend und geheimnisvoll, es gibt viele Eigenarten wie z.B. die ewige Wolkendecke und die Sagen und Mythen um dunkle Gestalten und verborgene Wege. Spannung gibt es auch zu genüge, vor allem als der Wanderer zum ersten Mal die „unsichtbaren Stimmen“ hört, welche ihn dazu antreiben den Bergpass zu überqueren. Auch die Magie, die im Wanderer wohnt wird sanft in die Geschichte eingebracht und passt wirklich gut.

    Die Tage des Wanderers zogen sich hin und er streifte durch die, ihm unbekannte Welt. Dabei begegnete er Menschen die es gut mit ihm meinen, aber auch solchen die einfach nur auf Gewalt und Zerstörung aus sind. Schlussendlich begegnet er Drakatia, welche ihn bei sich und ihrer Magd Myrael aufnimmt. Sie lehrt ihn die Magie und bereitet ich Augenscheinlich auf etwas vor. Doch ob sie mit offenen Karten spielt, ist nie wirklich klar. Doch der Charakter vom Wanderer wird in dieser Zeit geformt, durch die Beziehung zu Drakatia und auch zu Myrael. Er fügt sich besser in die Handlung ein und wirkt greifbarer. Ein ganz klein wenig Gefühl werdet ihr auch finden, aber wirklich nur sehr wenig, gut dosiert und richtig eingesetzt.

    Das Ende kommt unerwartet, ist aber durchzogen von actiongeladenen und magischen Szenen und Enthüllungen. Nichts ist wie es scheint und einige Fragen werden geklärt, einige bleiben jedoch auch ungeklärt. Es muss eben noch etwas für die anderen Bände bleiben.

    Charaktere

    Haric, der Wanderer, ist für mich von Beginn an etwas zu distanziert und kühl. Er ist für mich, trotz der ganzen Emotionen und Gefühle, nicht wirklich greifbar und lebendig. Erst zum Ende hin habe ich das Gefühl das er „rund“ in die Geschichte rein passt. Durch seine fehlende Vergangenheit wird er durch die Gegenwart geformt, vielleicht lag es daran. Ansonsten ist Haric loyal und hat einen guten Gerechtigkeitssinn und starken Kampfgeist. Er ist bereit durch die Hölle zu gehen, um zu retten was ihm wichtig ist.

    Drakatia ist zu Beginn eine alte, irgendwie liebevolle und verrückte Schamanin. Sie nimmt Haric auf und lehrt ihn die Magie, was sie für mich sehr interessant machte. Doch nach und nach hat der Autor es geschafft, Drakatia etwas geheimnisvolles zu geben. Sie benimmt sich merkwürdig und führt offensichtlich etwas im Schilde.Ich musste viel rätseln und kam doch nicht zum korrekten Ergebnis.
    Myrael dagegen ist ein unglaublich toller Charakter. Einfühlsam und unheimlich sensibel, sowie mit einer besonderen Gabe ausgestattet.

    Die Nebencharaktere sind, gerade zu Beginn, wichtig um die Welt aufzubauen und zu formen. Sie sind alle so weit wie nötig ausgearbeitet, der Fokus liegt aber auf Haric.

    Schreibstil & Erzählweise

    Die komplette Geschichte ist aus der Sicht einer 3. Person geschrieben, was ich nicht schlimm fand, obwohl ich die Ich-Perspektive meist bevorzuge.
    Der Schreibstil ist ansonsten flüssig und dennoch recht komplex. Es gibt viele verschachtelte Sätze, die dennoch gut lesbar und verständlich sind. Es wird viel Wert auf die Beschreibung der Umgebung, Emotionen und Gefühle gelegt, was ich sehr gut fand.

    Fazit

    Eine Fantasy Geschichte mit einer sehr interessanten Welt und Hintergrundgeschichte. Unerwartete Wendungen und Spannung braucht man hier nicht suchen, lediglich der Hauptcharakter war mir etwas zu blass. Der Schreibstil ist komplex aber dennoch flüssig. 
    Am Ende blieben bei mir einige Fragen offen, aber der Prologband hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt! Und genau das sollte er ja auch.

    Daher gebe ich dem Buch 4,0 von 5,0 Sternen und freue mich auf die anderen Bände.

    *Ich bedanke mich hier beim Sad Wolf Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

  17. Cover des Buches Laidlaw (ISBN: 9783888979675)
    William McIlvanney

    Laidlaw

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Detective Jack Laidlaw muss den Mord an einer jungen Frau aufklären, die in einem Park in Glasgow gefunden wird. Zusammen mit seinem Assistenten Harkness geraten die beiden in einen Wettlauf mit der Zeit, da der Mörder schon bald wieder zuschlagen wird. Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig und führen in die Abgründe des menschlichen Daseins und der Stadt, die von Gangstern, Gewalt und Brutalität geprägt ist. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass Laidlaw und die Polizei nicht die einzigen sind, die hinter dem Mörder her sind, sondern auch die Unterwelt.

    Durch Sprache und Stil erschafft der Autor eine wunderbar, charismatische Hauptfigur und eine spannende Krimi-Handlung. Hinzu kommt eine einzigartige Schilderung der Abgründe des Menschen und der Stadt Glasgow, so dass eine wunderbare Atmosphäre entsteht, die erschreckt, aber mich als Leser gleichzeitig auch begeistert hat. Ein toller Krimi, der zu Recht in Großbritannien Kultstatus genießt.

  18. Cover des Buches Der Schrei der Eule (ISBN: 9783257238921)
    Patricia Highsmith

    Der Schrei der Eule

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Karola_Dahl

    Robert Forester, Ingenieur bei einem Hubschrauber-Produzenten in Langley nahe New York, 29, frisch geschieden, findet Jenny Thierolf, 23 Jahre alt, in ihrer Küche bei häuslichen Tätigkeiten, indem er sie manchmal von außen heimlich durch ihr beleuchtetes Fenster beobachtet. Ihre Frische ausstrahlende Harmonie fehlt in seinem Leben. Nachdem sie ihn schließlich abends zufällig im Garten entdeckt, lädt sie ihn ins Haus ein. Da Jennys Verlobter Greg die bald darauf folgende Auflösung ihrer Verlobung nicht akzeptiert, kommt es zu einer Kette folgenschwerer Auseinandersetzungen mit Robert, endend mit 3 toten Menschen und einem toten Hund. In Der Schrei der Eule fließt mehr Blut als in vielen anderen ihrer Bücher, und es endet mit einer wahrhaft schockierenden Szene: Greg geht mit einem Messer auf Robert los, verletzt aber stattdessen Nickie, Roberts betrunkene Ex-Frau tödlich. Erneut ist Robert ein Verdächtiger.

    Es geht hier nicht um Sex und Liebe bei Robert - im Gegensatz zu Jenny. Aber sie spricht auch sehr oft von Tod. Der Titel des Buches bezieht sich auf Jennys Vorstellung, dass die Ereignisse in ihrem Leben vom Schicksal vorherbestimmt sind und im Vorfeld angekündigt werden: Die Eule ist für sie ebenso ein Todesbote wie das Erscheinen eines unbekannten Mannes in ihrer Kindheit, das dem Tod ihres jüngeren Bruders voranging, und Robert, der für sie im Laufe der Handlung den eigenen nahenden Tod repräsentiert.

  19. Cover des Buches Noir Anthologie 1 (ISBN: 9783946446750)
    Leveret Pale

    Noir Anthologie 1

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Angstgeschichten

    Für gewöhnlich lese ich keine Kurzgeschichtensammlungen, wurde durch das Marketing des Verlags allerdings aufmerksam auf dieses Schmuckstück. Abgesehen davon, dass das Noir-Genre an sich mit seiner Tiefgründigkeit und Ernsthaftigkeit heraussticht, hat mich auch das Cover und der Klappentext sehr angesprochen. Dann fing ich an zu lesen ... und konnte nicht mehr aufhören. Obwohl es sich hierbei um eine Anthologie und keinen Roman handelt, in der folglich eine gewisse Kontinuität vorhanden ist, waren die abwechslungsreichen Geschichten immer wieder erfrischend und aufregend. Denn es wird Noir mit Fantasy, Science-Fiction, History, Contemporary, Crime und Thriller vermischt, doch wird dabei immer an dem Noir-Anteil festgehalten und gleichzeitig subtile Gesellschaftskritik ausgeübt, die sich auf mehrere Spektren ausbreitet. Immer, wenn eine neue Geschichte beginnt, fand ich recht schnell in der Geschichte zurecht. Teilweise wird in den Geschichten geschickt durch nur einzelne Worte oder Einsatzzeilen eine Andeutung gemacht, die für das Verständnis unabdingbar sind. Das ist also kein Buch, das man nebenbei mal einfach lesen kann/sollte. Bei jedem der Geschichten wird das Erlebnis um ein Vielfaches intensiviert, wenn man mit ganzem Kopf dabei ist, da sie intellektuel recht herausfordernd sein können. Ich drücke es mal so aus: Wenn man mit der Noir-Literatur noch nicht vertraut ist und einem eine abgehackte Definition auf Google nicht ausreicht, dann ist mit diesen Kurzgeschichten ausgesorgt. Jede Geschichte war für sich besonders und interessant und bei keiner verspürte ich Langeweile beim Lesen oder Desinteresse. Jede hat mich auf ihre eigene Weise gepackt und fasziniert, und jedes Mal, wenn ich eine Kurzgeschichte abgeschlossen und den letzten Satz gelesen hatte, musste ich erst einmal intensiv über die Gesellschaftskritik und Bedeutung dahinter nachdenken und philosophieren, da diese Themen ansprechen, die von der Allgemeinheit wohl als "Tabu-Themen" bezeichnet werden. Rassismus, Depressionen, Suizid und Furcht vor der Realität sind nur ein paar, um sie zu nennen. Nach all diesen positiven Punkten fällt mir kein negativer ein. Ich hätte eigentlich nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber unter meinen Jahreshighlights ist jetzt eine Anthologie.

    Empfehlen kann ich die Noir-Anthologie 1 vom SadWolf Verlag also jedem, der sich für düstere, gesellschaftskritische, abwechslungsreiche und clevere Noir-Geschichten interessiert.

    Klare Empfehlung!

  20. Cover des Buches Galveston (ISBN: 9783734101816)
    Nic Pizzolatto

    Galveston

     (45)
    Aktuelle Rezension von: detlef_knut
    Es ist der Debütroman des Autors der amerikanischen Serie "True Detectives", der eine spannende Geschichte aus dem Milieu der Verbrechen schildert und dennoch kein Kriminalroman ist. Im Mittelpunkt steht der Geldeintreiber und Killer Roy Cady, wegen seiner hünenhaften Erscheinung Big Country genannt. An dem Tage, als er von seinem Arzt erfährt, dass er wegen Lungenkrebs bald sterben wird, wird er von seinem Chef zu einem Auftrag geschickt, soll dieses Mal aber keine Schießeisen mitnehmen. Als er mit seinem Kollegen Angelo dort eintrifft, wo sie das Geld einkassieren sollen, treffen sie den Mann tot an. Im selben Moment werden sie beide angegriffen, es wird auf sie geschossen. Während Angelo tödlich verletzt wird, erledigt Big Country die unbekannten Gegner, wird selbst verletzt und trifft in dem Chaos auf eine junge Frau, die vor lauter Angst nur so schlottert. Big Country vermutet, dass er selbst in eine Falle gelockt wurde und nimmt sich in der ersten Reaktion der jungen Frau mit Namen Raquel, genannt Rocky, an. Die erkennt ihre Chance, zusammen mit ihrem "Retter" aus ihrem beschissenen Verhältnissen zu fliehen. Alle Versuche Roy Cadys, Rocky wieder loszuwerden, scheitern. Sie hängt sich wie eine Klette an ihn, erzählt ihm eine neue rührselige Geschichte nach der anderen. Weil Big Country weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, zählt für ihn nur eines: Rocky und sich außer Reichweite seines Chefs zu bringen und sich dann an diesem zu rächen. Denn nur der kann ihn in die Falle gelockt haben.

    Pizzolatto hat diesen Roman aus der typischen Ich-Perspektive eines Privatdetektivs erzählt. Zwar ist der Protagonist kein solcher, aber er ist ähnlich heruntergekommen, fühlt sich ähnlich schlecht, sehnt sich nach einer Familie und hat den Rest durch die Todesnachricht seines Arztes und den Anschlag auf ihn bekommen. Er ist ein Verlierertyp durch und durch (In Hollywood wäre aus meiner Sicht Tommy Lee Jones der geeignete Schauspieler, aber ich habe ja keinen Einfluss auf ein Casting.), der aus seinem Leben erzählt. Das ist stimmig und überzeugt. Die ungewöhnliche Figur des Protagonisten hat darüber hinaus ihren besonderen Reiz und bricht jedes Klischee. Aber auch Rocky, die als freche Rotznase in die Szenerie einsteigt, wird wachsen und versuchen, ihrer Verliererrolle zu entkommen.

    Die raffinierte Montage der Geschichte, die Ende der 1980er Jahre beginnt und zwölf Jahre später endet, schafft einen besonderen Spannungsbogen. Die Frage, ob man einen Killer mögen kann, stellt sich gar nicht. Ein sehr zu empfehlender Roman.

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2016
  21. Cover des Buches Der lange Abschied (ISBN: 9783257202076)
    Raymond Chandler

    Der lange Abschied

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Ich habe alle Raymond Chandler Romane gelesen und finde sie brilliant. Die Art seines Schreibens ist unnachahmlich und die Geschichten sind spannend, wendungsreich und machen auch nachdenklich. Ich kann fast alle Bücher von ihm empfehlen.

  22. Cover des Buches Paperboy (ISBN: 9783954380084)
    Pete Dexter

    Paperboy

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66
    Florida, 1965. Der Sheriff einer kleinen Stadt wird brutal ermordet. Zu Lebzeiten war er dafür bekannt, dass er „in Ausübung seines Amtes eine selbst für die Verhältnisse von Moat County unangemessen hohe Anzahl von Schwarzen umgebracht hatte“. Sein letztes Opfer war allerdings ein Weißer gewesen, den er bei einer Verhaftung auf offener Straße zu Tode getreten hatte. Dessen Vetter, der für seine Aggressivität und Gewalttätigkeit bekannte Hillary Van Wetter wird kurz danach verhaftet und nach kurzem Prozess zum Tode verurteilt.

    1969. Hillary Van Wetter sitzt seit 4 Jahren in der Todeszelle. Dort nimmt eine Frau namens Charlotte Bless Kontakt zu ihm auf. Schon seit Langem fühlt sie sich zu Mördern hingezogen, schreibt ihnen Briefe ins Gefängnis. Von Van Wetter ist sie so fasziniert, dass sie sich mit ihm verlobt, obwohl sie ihn noch nie zuvor gesehen hat. Von seiner Unschuld überzeugt, engagiert sie zwei bekannte Reporter. Sie sollen den Fall aufrollen, Verfahrensfehler aufdecken und so letztlich für Hillarys Freilassung sorgen.

    Soweit die Ausgangssituation. Worum es sich im Buch jedoch in erster Linie dreht, ist die Rolle der Presse. Die beiden erwähnten Reporter sind ein gewisser Yardley Acheman und sein Partner Ward James, der von seinem jüngeren Bruder Jack begleitet wird. Dieser Jack ist gleichzeitig der Erzähler. Der Vater der beiden ist Herausgeber der „Moat County Tribune“, der „einzigen liberalen Zeitung in den ländlicheren Teilen des Staates“. Alle vertreten sie die Presse und sind dabei doch total verschieden.

    Der eine sammelt Fakten und recherchiert bis ins kleinste Detail. „Er hielt seinen Schreibtisch sauber und überprüfte zwanghaft jedes Detail. …. Eine Story besaß für meinen Bruder ihre eigene Autorität, und mithilfe dieser Autorität konnte er sogar vertrauliche Themen angehen, denen er sich aus eigenem Antrieb niemals genähert hätte.“
    Der andere will in erster Linie eine gute Story schreiben. „Yardley Acheman fand im Blutbad jener Nacht, …, seine Berufung, in der Ungeheuerlichkeit des Entsetzlichen. Er wurde rot vor Aufregung, wenn er davon erzählte…“
    Und der Vater? Er will ein guter Pressemann sein, sorgt sich aber gleichzeitig ungemein um sein örtliches Ansehen. „Die Zeitung war liberal, wenn auch auf eine hoffnungslose und harmlose Art, die keinem Menschen wehtun wollte.“

    Schnell finden sich Anhaltspunkte auf grobe Fehler während der Verhaftung und des Verfahrens. Und jeder der beiden Reporter hat nun seine Gründe, den Fall aufzurollen. Aber welche Rolle kann die Presse in einem Fall wie dem um Hillarys Schuldfrage haben? Welchen Einfluss darf sie überhaupt haben und welche Position wird sich am Ende durchsetzen?

    Meine Güte, was für ein spannendes Buch! Ich habe es glücklicherweise an einem freien Tag begonnen – so brauchte ich es nicht aus der Hand zu legen. Bis zum Schluss ist unklar, wie die ganze Sache ausgehen wird. Für jeden der Protagonisten gibt es Höhen und Tiefen und ich fragte mich, wie es mit ihnen wohl weitergehen wird, wer am Ende mit seinem Weg erfolgreich sein wird. Ob Hillary nun schuldig war oder nicht und ob man auch mit guten Absichten möglicherweise Schaden anrichten kann…

    Wirklich empfehlenswert und total interessant, sich mal so mit der Rolle der Presse zu beschäftigen. Der Autor weiß, wovon er schreibt. Der Umschlagtext informiert darüber, dass Pete Dexter über fünfzehn Jahre als Zeitungsreporter in Philadelphia arbeitete. „Nachdem er im Zuge einer kontroversen Berichterstattung angegriffen und krankenhausreif geschlagen wurde, gab er seinen Beruf auf."

    Warum „nur“ 4 Punkte? Es gab ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben. So wurde bei der Beschreibung des sozialen Umfelds von Hillary ganz tief in die unterste Schublade der gängigsten Vorurteile gegriffen und kein Klischee ausgelassen. Da wurden Kinder verprügelt, Frauen mussten sich ihren Männern total unterordnen und die Männer wurden in ihren Wohnungen häufig komplett nackt angetroffen. Das war für meinen Geschmack ein wenig zu dick aufgetragen und weniger wirkt auf mich meist glaubwürdiger. Das war’s aber schon.

    Vielen Dank, liebe Anne fürs Leihen.
  23. Cover des Buches Herzen aus Stein (ISBN: 9783749437283)
    Inka Loreen Minden

    Herzen aus Stein

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Chrisi3006

    Ich liebe ja bereits die Warrior Lover Reihe der Autorin und war daher sehr gespannt auf diese Reihe und ich wurde nicht enttäuscht.

    Noir, Vincent, Kara und auch Ash sind sehr interessant Charaktere, jeder mit seiner eigenen Vergangenheit und doch sind ihre Schicksale miteinander verbunden. 

    Vor allem mit Vincent, ein Gargoyl der sich von seinem Klan nie voll akzeptiert fühlt, habe ich mitgelitten. Seine Gedanken und Gefühle waren so mitfühlend und auch amüsant. Oft war er wie ein hormongesteuerter Teenager im Körper eines Erwaschsen. Er und Noir, die vor allem von Rache und der Suche nach ihrem Bruder angetrieben wird, sind ein sehr sympathisches Paar, die sich sehr gut ergänzen. Durchs Noirs Gabe, Gedanken zu lesen, spürt man Vincent Unsicherheit im Umgang mit ihr. Was ihn noch sympathischer macht. 

    Ash und Kara können unterschiedlicher nicht seine. Dämon und Engel! Doch von Anfang fühlen sie sich zueinander hingezogen, obwohl Ash zu Beginn eigene Pläne verfolgt. 

    Beide Paare erleben erst unabhängig voneinander ihre eigene abenteuerliche Reise, bevor sie aufeinander treffen. Der Schreibstil ist wie immer flüssig und leicht zu lesen. Inka Loreen Minden baut von Anfang eine gewisse Spannung auf, die durch die abwechselnden Sichtweisen hoch gehalten wird. Bis zum Schluss war ich gefesselt und gespannt was passiert und ob Noirs Suche endlich zu Ende geht. Jetzt bin ich auf die weiteren Bände gespannt.

  24. Cover des Buches Marseille.73 (ISBN: 9783867542470)
    Dominique Manotti

    Marseille.73

     (6)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Anfang der 1970er wird in Marseille ein Busfahrer von einem Einwanderer umgebracht. Und in der Stadt, in der nach der Unabhängigkeit Algeriens viele Übersiedler leben, führt dies zu rassistisch motivierten Angriffen. Doch auch in den Polizeieinheiten, die Sachverhalte eigentlich aufklären sollen, gibt es rassistische Resentments. Commissaire Daquin, der neu in der Einheit eingesetzt ist, nimmt die Aufgabe jedoch in die Hand. Dabei muss er ausgesprochen vorsichtig vorgehen, damit er niemanden vor den Kopf stößt und doch die Wahrheit herausfindet. Unter seinen Kollegen hat er einige wenige Verbündete. Die öffentliche Meinung wird allerdings von Vorurteilen bestimmt.


    Dieser Band schließt an den Roman „Schwarzes Gold“ an, Verständnisschwierigkeiten gibt es nicht. Commissaire Daquin wirkt wie ein Einzelkämpfer, der sich doch auf einige Leute verlassen kann. Nach der Unabhängigkeit Algeriens sind viele auch Nordafrikaner nach Frankreich eingewandert und etliche von ihnen sind an die selben Orte gezogen. Treten sie in größeren Gruppen auf, können sie möglicherweise wie eine Bedrohung wirken. So sieht es zumindest ein Teil der Bevölkerung, welcher dann mit Parolen um sich wirft, die auch heute wohlbekannt sind. Dass auch einige Polizisten, diese eigenartige Meinung vertreten, ist für Daquin ein schlechtes Zeichen und auch kaum zu ertragen.


    Als Crime Noir wird dieser Kriminalroman beschrieben und er verbreitet tatsächlich eine düstere Stimmung, die wahrscheinlich nicht weit von der Wahrheit entfernt ist. Doch ist die Art der Beschreibung der Ereignisse etwas sehr trocken und teilweise berichtartig geraten. Dadurch vermisst man teilweise die Spannung, auch wenn der Roman inhaltlich und geschichtlich sehr interessant ist. Sehr gelungen erscheint die Beschreibung von Commissaire Daquins Hartnäckigkeit den Fall ordentlich zu bearbeiten und auch auf welche Widerstände er dabei trifft. Auch seine Pfiffigkeit und unkonventionelle Denkweise, die ihn im Fall voranführen, machen ihn zu einem sympathischen Ermittler.


    3,5 Sterne

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