Bücher mit dem Tag "non-fiction"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "non-fiction" gekennzeichnet haben.

200 Bücher

  1. Cover des Buches Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben (ISBN: 9783423280716)
    Matt Haig

    Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

     (245)
    Aktuelle Rezension von: Nora_Fieling

    Panikattacken und Depression trieben den 24-jährigen Matt Haig buchstäblich an den Abgrund – er wollte sich von einer Klippe stürzen. Der Gedanke, was wäre, wenn er überlebt und so stark verletzt ist, dass er für immer eine Behinderung hätte, hielt ihn davon ab. Er zieht mit seiner Freundin zu seinen Eltern und beschreibt sein dortiges Leben mit depressiven Krisen und Panikattacken.

    Es ist ein leichter Schreibstil zu einem schweren Thema und ein Mix aus Erinnerungen, allg. Infos, was es eben für Symptome bei Depressionen gibt, was ihm gut tut und was ihm schadet und er gibt Tipps, wie man als Angehörige*r mit Betroffenen umgehen kann

    Fachlich erfährt man nichts Neues, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt hat, aber das steht auch nicht im Vordergrund – es ist eine Lebensgeschichte von einem Mann. Ich persönlich finde es auch super, dass immer mehr Männer sich dazu bekennen und offen darüber schreiben.

    Es ist ein Buch, was eher einen Einblick in die Lebensgeschichte von Matt gibt und die Vielschichtigkeit einer Depression zeigt und anderen Betroffenen einmal mehr zeigt „Du bist nicht allein“.

  2. Cover des Buches Untenrum frei (ISBN: 9783499631863)
    Margarete Stokowski

    Untenrum frei

     (169)
    Aktuelle Rezension von: buecherinia

    Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch. Es ist bereichernd, informativ und absolut kurzweilig, wie ich finde. Bei vielem habe ich gedacht „das kenn ich!“, habe mich geärgert und Wut verspürt, wie jedes Mal, wenn es um Benachteiligung oder Diskriminierung unterschiedlicher Menschengruppen oder Individuen geht. Aber das ist auch in Ordnung, das lässt das Buch auch zu.

  3. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (965)
    Aktuelle Rezension von: AndreaKiesling

    Puh, eines der wenigen Bücher für die ich, obwohl es ziemlich dünn war, mehrere Wochen Lesezeit brauchte. Es wurde mir als „muss“ empfohlen. Würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

  4. Cover des Buches Das Tagebuch der Anne Frank / Anne Frank Tagebuch (German Edition) by Anne M. Frank (2001-01-01) (ISBN: B019L4NVO2)
    Anne Frank

    Das Tagebuch der Anne Frank / Anne Frank Tagebuch (German Edition) by Anne M. Frank (2001-01-01)

     (134)
    Aktuelle Rezension von: heli

    Das Buch mag zwar für den Einen oder Anderen nicht besonders spannend wirken, mich hat es aber total in seinen Bann gezogen. Ich interessiere mich sehr für die damaligen Ereignisse und kann es nur schwer ertragen, wenn ich von dem ganzen Leid höre, das die Juden damals erfahren haben. Dieses Buch gibt einem eine Innensicht von einer Person, die das ganze damals am eigenen Leib erfahren hat, was es auf jeden Fall lesenswert macht. Ich finde es sehr spannend, dass man erfährt wie das Leben in einem Versteck damals war und wie die Juden trotzdem versucht haben, das Beste aus der schrecklichen Situation zu machen.

  5. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (269)
    Aktuelle Rezension von: Annilove

    für Geschichts- und Kunstliebhaber sehr zu empfehlen, wer aber nichts daran sieht der wird in dem Buch auch nichts finden

  6. Cover des Buches The future is female! (ISBN: 9783442159826)
    Scarlett Curtis

    The future is female!

     (40)
    Aktuelle Rezension von: BlueSiren
    Vielfältige Texte von unterschiedlichsten Frauen und als Frauen gelesenen Personen zu Weiblichkeit und Feminismus. Viele Texte regen zum Nachdenken an, machen Mut oder Wut, bekräftigen, bestärken und zeigen, warum Feminismus immer noch so wichtig ist. Einige Texte haben mir persönlich nicht so gut gefallen, aber die Mischung ist gut gelungen.
    Eine ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog.
  7. Cover des Buches Deine letzte Nachricht. Für immer. (ISBN: 9783785586075)
    Emily Trunko

    Deine letzte Nachricht. Für immer.

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Eldorininasbooks

    Dieses Buch hat mich wirklich berührt!

    Die einzelnen kleinen letzten Sätze/Textpassagen und die zugehörigen Erklärungen waren total emotional, obwohl sie so kurz sind. Und obwohl das Buch allgemein auch nicht dick ist, hat es mich nachhaltig beeindruckt! Man merkt, dass wirkliche Menschen dahinter stecken, die diese Texte verschickt haben und das lässt einen an der einen oder anderen Stelle echt schlucken. Bei mir persönlich haben sich auf jeden Fall auch ein paar Tränen in die Augen geschlichen.

    Es ist einerseits wirklich hart zu lesen, was Gründe für letzte Sätze sein kann und was genau diese Sätze aussagen. Andererseits kann es vielleicht einigen Leuten die Augen öffnen und ihnen zeigen, dass sie nie alleine sind oder was sie hinterlassen, wenn sie gehen. 

    Ich kann es wirklich empfehlen, wenn man damit klarkommt, dass es eben auch traurig ist und vielleicht ein wenig triggern kann, wenn man mit dem Thema Tod o.Ä. klarkommt (es geht nicht nur um einen solchen Abschied, aber er ist schon sehr präsent in diesem Buch).

  8. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (312)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Gelockt hat mich hier, dass es um ein tatsächliches Ereignis geht und zwar genauer, um einen Familienmord. Ich hatte eher mit einem Thriller gerechnet und nicht mit einem nüchternen Sachbuch, aber ich denke, auch das kann man interessant gestalten. Leider ist das hier nicht geschehen. 

    Man merkt auch, dass der Autor viel Arbeit reingesteckt hat, aber auch hier wirkt sich das nicht positiv aus. Es ist eher so, dass man mehr oder weniger ungeordnet alle möglichen Informationen um die Ohren gehauen bekommt. Ich habe zwischenzeitlich auf die Zahnpasta- oder Make-Up-Marke gewartet.

    All das hat letztendlich dazu geführt, dass ich das Buch ungefähr nach der Hälfte abgebrochen habe, weil man in dem ganzen Informationsgewirr einfach untergeht und keine Beziehung zu irgendwem aufbaut. 

    Da war ich am Ende doch mit dem Wikipedia-Artikel bedient.  

  9. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  10. Cover des Buches Schamlos (ISBN: 9783522305211)
    Amina Bile

    Schamlos

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Um mit dem Positiven anzufangen:
    Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Allein das Cover ist schon ein Traum und auch innen ist die Aufmachung sehr hübsch. Die Seiten haben verschiedene Fareben, es gibt viele Bilder, das Layout ist ansprechend und auf einer Doppelseite kann man sogar selbst etwas schreiben. Allerdings führt diese Aufmachung auch dazu, dass weniger drin steht als man vielleicht von einem Buch mit knapp 160 Seiten erwartet.

    Um meine Bewertung einordnen zu können:
    Ich habe keinen muslimischen oder dementsprechend kulturellen Hintergrund. Ich habe das Buch gelesen, um einen Einblick in diese Lebensweise und die Kultur zu bekommen.

    Ich finde an dem Buch schwierig, dass es zwischen sehr oberflächlich und allgemein und plötzlich sehr politisch schwankt. Vieles wusste man schon, anderes war ein Wust an politischen Begriffen, für die man viel Vorwissen braucht, um zu folgen. Dadurch kann ich das Buch weder als wirklichen Einstieg in die Thematik noch als Vertiefung empfehlen.

    Die Geschichten sind leider sehr kurz (1 bis maximal 2 Seiten), den Großteil des Inhalts füllen Gespräche der drei Frauen über die jeweilige Kurzgeschichte. Dabei bleibt mir die Diskussion oft zu abstrakt und es werden Phrasen genannt (sozialle Kontrolle, Patriarchat, Slutshaming), ohne dass es wirklich konkret wird. Inhaltlich fand ich es daher etwas dürftig und hatte mit mehr gerechnet.

    Vielleicht ist das Buch eher etwas, für muslimische Menschen oder Menschen mit einem ähnlichen kulturellen Kontext wie die drei, die sich in den Erzählungen wiederfinden können. Mich konnte es leider nicht wirklich abholen.

  11. Cover des Buches Die letzten Tage des Patriarchats (ISBN: 9783498063634)
    Margarete Stokowski

    Die letzten Tage des Patriarchats

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Lest ihr Margarete Stokowskis Kolumne "Oben und unten" auf Spiegel Online?


    In "Die letzten Tage des Patriarchats" versammelt die Autorin etliche ihrer Essays und Kolumnen der letzten Jahre. Thematisch sind ihre Texte dabei breit gefächert: Es geht um #metoo - Debatten, sexuelle Gewalt, Sprache, Gender, Rassismus, Nazis, Pornos, Abtreibung - und auch mal um Kettensägen. Eben alles, was für Margarete schreibens- und kommentierenswert war. Am Ende herausgekommen ist für mich eine kleine Zeitreise durch die letzten Jahre, ein Nachfühlen der Themen, die leider immernoch aktuell sind und dank Margarete Stokowskis Humor auch ein kleiner Lesegenuss - trotz der Missstände, über die sie berichtet.


    Ich mag es einfach, wie die Autorin schreibt. Ich mag ihren Ton und ich mag ihre Art, den Finger nochmal extra tief in die Wunde zu bohren. "Die letzten Tage des Patriarchats" sind zwar "nur" zusammengetragene Essays, trotzdem fand ich es richtig interessant, sie zu lesen, und hatte auch hier wieder das Gefühl, viel dazu zu lernen. Wenn man sich dann noch anschaut, mit welchen ekelhaften Kommentaren, Nachrichten auf Social Media und Leser*innenbriefen sie sich rumschlagen muss, finde ich es noch wichtiger, ihre Bücher zu lesen.


    Margarete Stokowskis feministische Kolumnen, früher in der taz erschienen, heute bei Spiegel Online, sind einfach lesenswert. Mir ganz egal, ob ihr sie in Form dieses Buches lest oder eben aktueller im Internet - Hauptsache, ihr macht das. Denn so gut, wie sie gegenwärtige Themen einordnet, schafft das in meinen Augen kaum jemand sonst. Also: Große Empfehlung für alles, was sie schreibt!

  12. Cover des Buches Danke, liebes Universum (ISBN: 9783898456104)
    Anjana Gill

    Danke, liebes Universum

     (55)
    Aktuelle Rezension von: bestibooks

    Dieses Buch von Anjana Gill hat mich zuerst mal durch das Cover angesprochen. Es sieht ein wenig jugendlicher, wilder und verspielter aus als andere Bücher zum Thema positives Denken und Gesetz der Anziehung und dieser Eindruck blieb auch beim Lesen. 

    Das Buch ist leicht geschrieben und wohl in erster Linie für Menschen gedacht, die gerade erst das Thema Wünschen erforschen wollen und sich noch nicht allzu viel damit auseinandergesetzt haben. Die vielen Beispielgeschichten und die kleinen Übungen zwischendurch lockern die "Theorie" richtig gut auf. 

    Mir hat vor allem gefallen, dass das Buch auch immer mit ein wenig Humor und einem Augenzwinkern geschrieben wurde, so ist es nicht so trocken und theorielastig wie ähnliche Bücher zum Thema. Insgesamt kommt das Buch und der Ton darin eben etwas jugendlicher, leichter und weniger ernsthaft daher, das heißt aber nicht, dass keine Anregungen für Leser darin zu finden sind, die sich schon länger mit dem Wünschen beschäftigen. 

    Mir hat das Buch richtig gut gefallen und auch der Folgeband "Sprichst du schon kosmisch" ist eine schöne Ergänzung dazu.

  13. Cover des Buches Born A Crime: Stories from a South African Childhood (ISBN: 9781473635296)
    Trevor Noah

    Born A Crime: Stories from a South African Childhood

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Loralai

    This is, hands down, one of the best books I've read in my entire life! Trevor Noah is, in my humble opinion, also one of the best comedians of our time as he has this unique way of telling a story. He can make you giggle with a sad story just because of how he phrases it and also without disrespecting the sadness or the horror of what actually happens.

    The same way he phrases on stage, he writes his book. It is very easy to understand and all the time I heard his voice in my head as if he was telling me the story of his life.

    'Born a crime' is an emotional rollercoaster. You giggle, you laugh, but you are also touched and shocked. But most of all: you are being informed! After reading this book, ignorance is even less an excuse than it was before. You learn a part of south african history in the most entertaining way there could possibly be. The sense of danger, the hardcore racism, the loyalty and love between mother and son - everything finds it's place in a very natural way. Trevor Noah also explains, how he perceived it growing up. It is not just 'this and that happened', he explains how he felt and why. This is very important to me as I feel, that we lack a lot of compassion because the western world cannot fathom how destructive Apartheid actually was. This book is a perfect inside view.

    I have often read and heard, that 'born a crime' is a love letter to Trevors Mother. After reading the book I couldn't agree more. Patricia Nombuyiselo Noah is the most astonishing, strong and independent woman I have encountered while reading a book (I have yet to meet someone like that in person). She is a role model for everyone and I was very impressed by her, by her strength and her willpower.

  14. Cover des Buches Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (ISBN: B085PQVFQT)
    Alice Hasters

    Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Lia48

    KURZREZENSION:

    Schon länger wollte ich mich dem Hörbuch von Alice Hasters widmen, nachdem ich bereits von so vielen begeisternden Stimmen gelesen habe.

    Die Autorin erzählt dabei von ihrem Alltag mit Rassismus, den sie als Schwarze (BPoC) Deutsche leider immer wieder erleben muss.
    Manche Aussagen oder Reaktionen von den Leuten sind gar nicht böse gemeint. Warum sie dennoch rassistisch sind und was dahintersteckt, erklärt die Autorin anschaulich in ihrem Buch.
    Dabei blickt sie häufig auch auf vergangene historische, wirtschaftliche und politische Ursprünge und Ereignisse zurück.
    Besonders eindrücklich fand ich ihre Schilderungen zum Rassismus, den sie im Alltag erlebt. Mehrmals konnte ich nur ungläubig den Kopf schütteln, z. B. als wildfremde Menschen ihre Haare anfassen wollten. Das würde ich schließlich auch nicht wollen!
    Manchmal wurden mir auch die Augen geöffnet, wo überall Rassismus dahinterstecken kann, welche Vorurteile wir zum Teil unbewusst im Alltag integriert haben und welche Gegebenheiten wir dringend mal überdenken sollten.
    Zum Beispiel sehe ich nun (schon seit einer Hörprobe vom Buch) u. a. Freiwilligeneinsätze als Weiße im Ausland unter BPoC sowie die Darstellung von Weißen und Schwarzen in Geschichten usw. aus einem ganz anderen Blickwinkel…

    FAZIT: Zwar haben mir manche Themen etwas zu viel Raum eingenommen und von wieder anderen, hätte ich mir gerne noch mehr Input gewünscht. Dennoch konnte ich an den verschiedensten Stellen etwas für mich mitnehmen.
    Es ist definitiv ein Hörbuch, das zur Sensibilisierung bzgl. Rassismus im Alltag beitragen kann.
    Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung!

  15. Cover des Buches Eine kurze Geschichte von fast allem (ISBN: 9783442310029)
    Bill Bryson

    Eine kurze Geschichte von fast allem

     (398)
    Aktuelle Rezension von: _pfaffingers_bibliophilie_

    Worum geht´s?

    Bill Bryson erzählt hier eine kurze Geschichte von wirklich fast Allem, angefangen beim Urknall über die Atome bis hin zur Plattentektonik. Er stellt Fragen, die uns schon seit Kindesbeinen beschäftigen: Wie viel wiegt die Erde? Und wie kann man die überhaupt Wiegen? Bryson versucht auf diese und viele andere Fragen eine verständliche Antwort zu geben.


    Meine Meinung:

    Ich liebe dieses Hörbuch (bzw. Buch). Bill Bryson hat eine so humorvolle Art und Weise trockene und hochwissenschaftliche Themen für “Nicht-Schnell-Schnaller” wie mich zu präsentieren, sodass ich nun einen guten Überblick über die Bereiche der Physik, Astronomie, Chemie und Geologie habe. Demnächst kann ich also gepflegt klugscheißen!

    Humorvoll und tatsächlich verständlich, eine tolle Mischung um das Gesagte wirklich zu verinnerlichen und sich zu merken. Lustige Sprüche, bei denen er sich selbst nicht zu ernst nimmt, ließen mich mehr als einmal schmunzeln.

    Wusstet ihr, dass die Entfernung der Sonne zur Erde ausschlaggebend für unser Überleben ist? Nur kleine Unterschiede in dieser Entfernung, und wir wären entweder Kohle, oder Eiszapfen!

    Ich denke, dieses Buch ist nicht nur für Erwachsene eine Bereicherung, sondern auch für viele Jugendliche, die sich den trockenen Schulstoff mit dieser Lektüre oder auch dem Hörbuch besser merken können.

    Oliver Rohrbeck ist ein toller Sprecher. Ich hing förmlich an seinen Lippen und empfand seine Stimme als sehr angenehm. Positiv finde ich auch, dass er das Wort Buch durch das Wort Hörbuch ersetzt, eine Kleinigkeit, die mir aber zeigt, wie viel Mühe er sich beim Lesen gegeben hat.

    Für mich wird das definitiv nicht der letzte Bill Bryson sein!


    Fazit: Ein tolles Sachbuch und ein tolles Hörbuch, leicht und verständlich mit viel Humor, dass ich jedem empfehlen kann, der gern etwas über Universum erfahren möchte.

  16. Cover des Buches Der Ursprung der Welt (ISBN: 9783945034569)
    Liv Strömquist

    Der Ursprung der Welt

     (38)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    „Der Ursprung der Welt“ von Liv Strömquist entführt die Leser*innen mit (Galgen-)Humor, Direktheit und Wissen in ein Thema, das uns zwar betrifft, aber um das ich mich persönlich lesetechnisch noch nie gekümmert habe. Was erwartet uns: „Das weibliche Geschlechtsorgan“ und den damit verbundenen historischen Wandel der Vulva. Bis heute hat sich aber trotzdem noch nicht ganz geklärt, warum der Umgang mit diesem Körperteil so unentspannt ist. Ein Graphic Novel, die jede*r lesen sollte!!


    „Oft gab es Streit über diese „seltsamen Zitzen“ – beispielsweise während einer Untersuchung von fünf Angeklagten in New England im Jahr 1692, als man bei dreien von ihnen „eine zitzenähnliche, unnatürliche, fleischliche Auswucherung“ fand.“ (S. 19)


    Strömquist behandelt in diesem Buch wichtige Themen rund um das „weibliche Geschlechtsorgan“. Historisch nähert sie sich an und arbeitet sukzessive auf, was mir bisher verborgen blieb. Es ist nicht zu glauben, was sich Männer, die Kirche, Ärzte, etc. früher einfallen ließen, um die weibliche Sexualität durch den Kakao zu ziehen, oder alternativ durch die Blutspur! Dies ging über operative Eingriffe bis zu haarsträubenden Therapien. Absurdität par excellence – was bin ich froh im hier und jetzt zu leben!

    Erschreckend fand ich auch die Information, dass Biologiebücher die Anatomie falsch darstellen – wer zum Henker ist denn in diesem Lektorat angestellt. Meine Empfehlung: Strömquists Buch in allen Schulen im Biologieunterricht als Pflichtlektüre auflegen. 

    Wer interessiert ist an der Beantwortung der Frage, was sich die Herren in früheren Jahrhunderten zum Thema „Orgasmus“ einfallen ließen und ob wir eigentlich wahrnehmen, wie die Werbung mit dem Thema „Menstruation“ umgeht, der möge sich doch bitte sofort in die Buchhandlung begeben und sich dieses Buch besorgen!!


    Sprachlos, und doch auch mit leichtem Muskelkater in der Bauchgegend wegen der Lachflashs, lässt mich die Lektüre zurück. Kulturgeschichtlich grenzt diese Information an menschlichen Wahnsinn. Ich habe viel Neues gelernt, ich habe eine Tendenz zum Schleudertrauma entwickelt … unfassbar, was Männer sich in den letzten Jahrhunderten einfallen ließen, damit sie sich guten Gewissens die E… kraulen und auf die Brust klopfen konnten, gemäß dem Motto „Ich habe Feuer gemacht!“.


    Von mir eine UNEINGESCHRÄNKTE LESEEMPFEHLLUNG: LEST DIESES BUCH!!! 


    Lasst Euch aufklären, lasst Euch informieren, lasst Euch lachen vor Sarkasmus, lasst Euch umnebeln vom schwarzen Humor und lasst Euch auf die tiefgehenden Informationen ein, die diese tolle Person in diese Graphic Novel gepackt und recherchiert hat.

    Und bitte beachtet dieses grandiose Cover: YESSSSSS & AMEN!!


    PS: Wusstet ihr eigentlich, dass der Kelloggs-Cornflakes-Typ Arzt war und Frauen davon abhalten wollte, ihr Geschlecht anzufassen! Anti-Onanie en vogue, steht da 😉 Ich esse meine Cornflakes ab sofort nur mehr mit Augenzwinkern und einem lauten Lachen!

  17. Cover des Buches Sex und Lügen (ISBN: 9783442716814)
    Leïla Slimani

    Sex und Lügen

     (28)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    Ein Buchtitel, der die Aufmerksamkeit erregt, für Aufregung sorgt und reißerisch erscheint, polarisiert. Trotz allem passt er wie die A… auf Eimer. Die Autorin gibt Frauen aus ihrer Heimat eine Stimme. Eine Stimme zu einem Thema, welches in der Öffentlichkeit als Sittenverfall und demoralisierend verbreitet wird, aber in diesem Land in vielen Kämmerchen durchaus praktiziert wird.

    Die geschilderten Erfahrungen haben mich in Aufruhr versetzt, ist es doch in unseren Breitengraden ein Thema, welches offen besprochen wird. Slimani zeigt ein sehr differenziertes Bild von Marokko auf. Einem Land, in dem Homosexualität, Ehebruch und Prostitution strafbar sind. Die aufgestellten Regeln des Landes werden nur hinter verschlossenen Türen gebrochen. Ein offenes Geheimnis. Gleichzeitig schafft sie es, die Frauen nicht als Opfer, im klassischen Sinn, darzustellen, sondern als starke Persönlichkeiten, die dem heuchlerischen Druck der Politik und Religion zum Opfer fallen. Doch leiden nicht nur die Frauen darunter, auch viele Männer. Slimani konzentriert sich auf die Rolle der Frau in ihrem Heimatland, mit der Misere dort, aber auch mit den bestehenden Errungenschaften. Mir wurde schnell klar, wie groß der Spagat zwischen „Gesellschaft und Individualität“ oder „Politik und Religion“ ist. Was für uns Freiheit bedeutet, wird in diesem Land nicht toleriert. Frauen sind Mütter und Töchter von jemandem.

    Die Frauen wollen als individuell angesehen werden, sind aber doch in großem Maße von der Gruppe abhängig, was ich als völlig ambivalent empfinde. Einerseits ist dieses Land technisch bei Facebook & Co., andererseits wird nach wie vor propagiert, dass die Ehre der Frau in ihrem Schoß liegt. Die Jungfräulichkeit, ein Mysterium, das es zu wahren gibt. Wenn man schon den Menschen nicht kontrollieren kann, dann zumindest sein Verlangen. Jungfräulichkeit ist keine private Angelegenheit. Nein, sie ist Gegenstand der kollektiven Besorgnis aller. Gleichzeitig schlägt die Natur aber doch durch und es gibt unzählige Frauen, die Sex haben; dann aber ihr Hymen rekonstruieren lassen, um nicht der Schande zu verfallen, denn sie möchten geheiratet und nicht verachtet werden.

    Was mich förmlich aufschreien ließ beim Lesen ist folgender Teil. Gibt es doch in Marokko einen Paragraphen im Strafgesetzbuch, der folgendes regelt – ich zitiere (S. 51)
     [Nachdem sie von einem Freund der Familie vergewaltigt worden war, hatten ihre Eltern und die des Täters die Ehe …. arrangiert. …. erfährt die Öffentlichkeit von dem skandalösen Artikel 475… der besagt, dass ein Vergewaltiger, der die vergewaltigte Frau heiratet, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden kann.]

    Ein sehr aufwühlendes, unfassbares, beklemmendes Buch, das zur Aufklärung und auch zu einem besseren Verständnis beiträgt. Was für mich als selbstverständlich gilt und ich nie in Frage stelle, ist dort ein Affront gegen die eigenen Mitmenschen. Was ganz deutlich klar wird ist, dass Recht und Moral nicht dasselbe ist. Die Moral ist immer nur die Moral der anderen. Der Chauvinismus ist nach wie ausgebreitet. Die vom Sittenverfall geängstigten beziehen sich einfach auf die Zeilen im Koran, der, laut geschichtlicher Studien, eigentlich nicht in diese Richtung der Frauenverachtung, Diskriminierung, Vergewaltigung, etc. ausgerichtet ist. Frauen sind, ob sie es wollen oder nicht, zu Symbolen der sexuellen Misere geworden.

    Das Buch ist wichtig und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Es ist an so vielen Stellen total ambivalent: es ist prüde, konservativ und zugleich so voll von dem Thema Sex und dem Verlangen nach Selbstbestimmung, dass einem fast schlecht wird vor offensichtlicher „Persönlichkeitsspaltung“.

    Ich maße mir hier keine Bewertung an zu den Werten und der Moral des Landes an, ich finde dennoch, dass viele Dinge kritisch hinterfragt werden sollten und die Scheinheiligkeit unter dem Deckmantel der Moral entlarvt gehört. Dort herrscht eine Lebensrealität, die ich schlicht nicht nachempfinden kann, weil sie meiner Realität so gar nicht entspricht.

    Leider läuft es wie in vielen Bereichen nach dem Motto: Das haben wir immer so gemacht und „Never Change a running system“.

    Von meiner Seite eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ich sehe es als ein Jahreshighlight!
    5/5 Sternen. LEST DIESES BUCH!!!!

  18. Cover des Buches Von Ratlosen und Löwenherzen (ISBN: 9783404642427)
    Rebecca Gablé

    Von Ratlosen und Löwenherzen

     (166)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Von Ratlosen und Löwenherzen ist ein kurzweiliges und sehr unterhaltsames Sachbuch aus der Feder von Rebecca Gablé. Ich liebe ihre historischen Romane. Sie sind alle sehr gut recherchiert, unterhaltsam und auch spannend geschrieben. Man merkt das Rebecca Gablé eine Leidenschaft für England und das Mittelalter hat. Dies hat sie in diesem kurzen Sachbuch auch wieder deutlich gezeigt.

    Durch den leichten und auch sehr humorvollen Schreibstil liest sich das Buch schnell und gut. Teilweise hat man das Gefühl, dass die Autorin neben einem Sitzt und sich mit dir unterhält. Das Buch umfasst etwa 240 Seiten erzählt aber die Geschichte von fast 1000 Jahren. Die Autorin nimmt uns mit zu den verschiedensten Konflikten und zeigt die Geschichte des englischen Mittelalters gut auf. Dabei dürfen Skandale und so manch komischer Kauz natürlich nicht fehlen. Rebecca Gablé zeigt aber auch wie sich das Leben der allgemeinen Bevölkerung entwickelt hat. Denn diese hatten unter den Konflikten nicht zu wenig zu leiden.

    Auch der Anhang mit einer Zeittafel, einer Namensliste aller Könige von 871 – 1509 und einem Stammbaum fand ich sehr hilfreich. Gerade wenn man bedenkt wie viele Edwards, Richards und Henrys es gab.

    Es ist ein unterhaltsames Sachbuch das einem Freude an der Geschichte vermittelt.

  19. Cover des Buches TRUE CRIME ENGLAND I Wahre Verbrechen – Echte Kriminalfälle aus Großbritannien  I: schockierende Kurzgeschichten über Mord, Raub, Entführung, Missbrauch und Diebstahl I (ISBN: B085GMSY4J)
    Adrian Langenscheid

    TRUE CRIME ENGLAND I Wahre Verbrechen – Echte Kriminalfälle aus Großbritannien I: schockierende Kurzgeschichten über Mord, Raub, Entführung, Missbrauch und Diebstahl I

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Ginger1986

    Nachdem ich das Buch beendet habe, musste ich erstmal richtig durchatmen, da es im letzten Kapitel richtig heftig wurde. Ich kann nur sagen, dass die Grausamkeit in diesem Fall sprachlos macht. 

    Ich fand, dass sich das Buch sehr gut lesen lies und jedes der 20 Kapitel sehr detailreich und spannend geschrieben. Man merkt dem Buch an, dass sich der Autor sehr viel Mühe gegeben hat und dabei keinesfalls den Respekt vor den Opfern und deren Familien verliert. 

    Die Fälle sind aus verschiedenen Jahrzehnten. Jeder Fall ist auf seine Art schlimm, aber ein Fall machte mich so richtig sprachlos, so dass ich fast weinen musste. 

    Ich denke aber, dass man sich bei True Crime immer bewusst sein sollte, dass es sich hier um echte Kriminalfälle und echte Opfer handelt. Ich werde nach und nach auch die anderen Bände lesen und freue mich auf mehr True Crime aus der ganzen Welt. 

  20. Cover des Buches Nacht in Caracas (ISBN: 9783103974614)
    Karina Sainz Borgo

    Nacht in Caracas

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86

    Klappentext:

    „Adelaida beerdigt ihre Mutter, aber sie bleibt nur kurz am Grab stehen. Auf dem Friedhof ist es gefährlich, genau wie an jedem anderen Ort in Venezuela. Noch vor kurzem kamen die Menschen aus Europa, um hier ihr Glück zu machen. Nun versinkt das Land in Chaos und Elend. Als Adelaida gewaltsam aus ihrer Wohnung vertrieben wird, weiß sie nicht wohin. Alles, was sie geliebt hat, existiert nur noch in ihrer Erinnerung. Wenn sie sich retten will, bleibt ihr nur die Flucht.“


    „Warum zerstören Menschen (ihre) Heimat?“ genau diese aber auch noch unheimlich viele andere Fragen kommen nach beenden dieses Buches einem in den Sinn. „Nacht in Caracas“ ist das Debüt von Karina Sainz Borgo und es ist fulminant! Es ist so extrem, so schmerzvoll, so voller Gefühl, das es wirklich weht tut. Protagonistin Adelaida begegnet man sofort mit Mitleid und dem Gefühl ihr helfen zu wollen, aber sie ist allein und der Kampf gegen die Landesgegener, die Kämpfer ist enorm. Die Vertreibung aus ihrem Heim, gleicht einer Hexenjagd. Die Autorin verstrickt hier so viele Dinge so extrem gut miteinander, das für mich ein sehr großer Lesesog, anhaltend bis zum Schluss, da war. Mit ihrer Protagonistin zeigt die Autorin das wahre Bild eines Landes auf, welches fast nicht real scheint, es aber ist. Da ich Venezuela kenne, kann ich hier nur klar sagen: die Autorin hat hier treffsicher, laut und mit einem sehr starken Mittel, der Erzählung dieser Geschichte, ihr Land authentisch gezeigt. Hier und da webt sie fiktive Parts mit ein, aber schlussendlich überwiegt die klare Realität. Mit ihrem Sprachstil (und der sehr guten deutschen Übersetzung), ist Karina Sainz Borgo ein besonders Werk gelungen, welches fesselt. Adelaida trauert und man kann sich richtig gut in ihre Seele vertiefen, dennoch ist hier viel Zweideutigkeit im Spiel und wie gesagt, Sainz Borgo hält uns mit Adelaida den Spiegel der Zeit in Venezuela hin. Dieses Werk ist politisch ohne direkt politisch zu sein, es ist ehrlich, ohne jemanden dabei zu verletzen, es ist schmerzhaft ohne dabei in den offenen Wundern zu bohren...Ein Land kurz vor dem Zerfall...

    5 von 5 Sterne für dieses Debüt sowie eine klare Leseempfehlung!

  21. Cover des Buches Becoming (English Edition) (ISBN: 9781524763138)
    Michelle Obama

    Becoming (English Edition)

     (14)
    Aktuelle Rezension von: a_lwine

    Michelle Obama ist meiner Meinung nach eine unglaublich tolle Frau und ein Vorbild für viele. Sie schreibt unglaublich ehrlich und teilt niicht nur Positives, sondern auch Ihre Ängste und Sorgen mit. Mir haben außerdem die vielen kleinen Anekdoten und Geschichten aus Ihrem Leben sehr gut gefallen. So konnte man sich alles sehr anschaulich vorstellen und hat außerdem vieles über die verschiedenen Charaktere der Robinson & Obama Familie erfahren. Ich kann das Buch auf jeden Fall sehr weiteremfehlen!

  22. Cover des Buches Reasons to Stay Alive (ISBN: 9781782116820)
    Matt Haig

    Reasons to Stay Alive

     (43)
    Aktuelle Rezension von: LaLecture
    „Reasons to Stay Alive“ in ein bestimmtes Genre einzuordnen, ist gar nicht so leicht. Ein richtiges Sachbuch über Psychologie ist es nicht, denn Matt Haig streut zwar zwischendurch ein paar Zahlen und Fakten ein, erzählt jedoch vor allem von seinen eigenen Erfahrungen und persönlichen Ansichten. Ein reiner Erfahrungsbericht ist es jedoch ebenfalls nicht, denn Kapitel, die halbwegs chronologisch Haigs Krankheitsgeschichte beschreiben, wechseln sich mit Kapiteln über Depression allgemein und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft ab.
    Gerade dieser Stil- und Genremix macht das Buch jedoch zu einer kurzweiligen und lohnenden Lektüre.

    Matt Haig ist kein Psychologe, sondern Schriftsteller und „nur“ ein Mensch, der von Depressionen selbst betroffen ist. Dadurch hat er keine sonderlich wissenschaftliche Sicht auf das Thema, dafür aber eine sehr persönliche, die sich in seinen eindringlichen Beschreibungen der Krankheit und ihrer Symptome niederschlägt. Während man mit einem wissenschaftlichen Buch mehr über die Gründe und Funktionsweise von Depressionen erfahren würde, hat man mit „Reasons to Stay Alive“ das Gefühl, zu verstehen, wie depressive Menschen sich fühlen. Für Angehörige Betroffener ist dies meiner Meinung nach mindestens ebenso wertvoll wie ein wissenschaftliches Verständnis, da man so emotionale Reaktionen Depressiver besser verstehen und eventuell besser einschätzen kann, wie man mit Ihnen umgehen und auf sie reagieren sollte. Das Buch enthält sogar eine Passage genau darüber.

    Besonders stark sind beispielsweise die Passagen „Was Depression zu dir sagt“ über all die destruktiven Gedanken, die depressive Menschen erleben können, und „Wie sich eine Panikattacke anfühlt“.
    Neben sehr persönlichen Episoden aus Haigs Leben, in denen es unter anderem um seine Beziehung zu seinen Angehörigen und seine berufliche Laufbahn während und trotz seiner Depressionen geht, enthält das Buch allgemeinere Beschreibungen der Symptome von Depressionen und einige Tipps, beispielsweise zum Umgang mit depressiven Menschen und zu Aktivitäten, die ein wenig helfen können.
    Dabei betont Haig stets, dass dies alles nur seine persönlichen Erfahrungen sind und nicht zwangsläufig für alle Menschen gelten, was ich sehr wichtig finde.

    Persönlich fehlte mir leider sehr die Erwähnung der Möglichkeit, sich Hilfe von außen zu holen. Haig erklärt, wieso er nie Medikamente gegen seine Depression genommen hat, erwähnt jedoch mit keinem Wort die Möglichkeit einer Therapie. Obwohl es bewundernswert ist, dass er offenbar durch die Liebe seiner Angehörigen, das Schreiben und mit der Zeit mit seiner Depression leben konnte, finde ich es als Hinweis für andere Betroffene dennoch wichtig zu erwähnen, dass man sich Hilfe in Form von Therapieangeboten holen kann. Nicht jeder Mensch kommt alleine mit seiner Erkrankung klar und das ist vollkommen normal und in Ordnung. In Zeiten, in denen es vielen Menschen noch immer schwerfällt, eine psychische Erkrankung einzugestehen, anderen davon zu erzählen und einzusehen, dass man sie alleine nicht bewältigen kann, hätte eine Ermutigung dazu sicher gutgetan.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt des Buches ist die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. In starken, leicht ironischen Kapiteln wie „Dinge, für die ich mehr Mitleid bekommen habe als für meine Depressionen“ und „Dinge, die Menschen über Depressionen sagen, die sie über andere tödliche Krankheiten nicht sagen“ macht Haig sehr treffend darauf aufmerksam, dass Depressionen (und andere psychische Erkrankungen) häufig nicht als „richtige“ Krankheiten ernstgenommen und als reine Traurigkeit oder schlechte Stimmung abgetan werden. Seine eindringlichen und anschaulichen Beschreibungen seiner Symptome zeigen jedoch, dass man mit dieser Ansicht falscher nicht liegen könnte. Den wissenschaftlichen Beweisen für Depressionen widmet er sich jedoch eher weniger.

    Haig spricht auch den sehr wichtigen Punkt an, dass man Depressionen „ohne Grund“ hat. Dass man genug Geld, eine Familie und einen tollen Job hat, muss nicht bedeuten, dass man nicht an Depressionen erkranken kann - ein weiteres häufiges Missverständnis, mit dem in diesem Buch aufgeräumt wird.


    Fazit

    „Reasons to Stay Alive“ ist eine kurzweilige und lohnenswerte Lektüre, die mit Missverständnissen und Stigmata rund ums Thema Depressionen aufräumt und einen sehr anschaulichen Einblick in die Gefühle und Gedanken eines Betroffenen bietet. Man sollte sich beim Lesen jedoch bewusst sein, dass es sich nicht um ein wissenschaftliches sondern vor allem ein persönliches Werk handelt. Der einzige Wermutstropfen ist für mich die fehlende Erwähnung von Hilfe von außen, z.B. Therapien.
  23. Cover des Buches Shaolin - Du musst nicht kämpfen, um zu siegen! (ISBN: 9783426645666)
    Bernhard Moestl

    Shaolin - Du musst nicht kämpfen, um zu siegen!

     (52)
    Aktuelle Rezension von: katze102

    Bernhard Moestel beschreibt in 12 Kapiteln die 12 Lebensprinzipien der Shaolin; er bezeichnet dieses Buch als Arbeitsbuch, da man in einem Extraheft gestellte Fragen beantworten und die Antworten von Zeit zu Zeit überprüfen soll. Die eigene Veränderung soll dann allmählich erfolgen.

    Insgesamt fand ich viele Betrachtungen sehr interessant, manche, besonders in denen ich eher das Gefühl von Manipulation und Hinterlist hatte, dagegen nicht ganz so. Die vielen Seiten mit Fragen können durchaus helfen, sich seiner eigenen Denkweise und anderen Möglichkeiten der Sicht und Strategie bewußter zu werden. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, zudem er durch Geschichten, Beispiele und Zitate sehr locker und leicht daherkam und ein angenehmes Lesen bescherte. Manche  Zitate oder Beispiele kennt man wohl schon, was ich aber nicht weiter schlimm finde, denn Wichtiges darf man durchaus mehrmals lesen...

  24. Cover des Buches Why We Matter (ISBN: 9783351038472)
    Emilia Roig

    Why We Matter

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Schroeder

    Rezension "Why we matter - Das Ende der Unterdrückung"

    Gelesen zum Teil als EBook, zum Teil als Hörbuch gehört.

    Das Buch beginnt wie viele andere Sachbücher zum Thema Unterdrückung, Vorurteile und Gesellschaft in einer klugen Verbindung aus Fakten, Geschichte und der persönlichen Lebenserfahrung der Autorin, deren Familiengeschichte mit Erfahrungen aus den Bereichen Rassismus, Sklaverei aus Opfer- und Tätersicht, sowie Antisemitismus und der Verdrängung eigener biografischer Daten gespickt ist. Das Besondere an diesem Buch ist für mich, dass es der Autorin gelingt weit über die eigenen Erfahrungen hinauszugreifen und sehr viele, vielleicht sogar sämtliche Bereiche, in denen Menschen in Akzeptanzhierarchien eingeteilt werden zu behandeln.

    Armut, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung, Hautfarbe oder Zugehörigkeit zu ethnischen und kulturellen Gruppen werden einzeln und in Kombination betrachtet und hinsichtlich der kulturellen und wirtschaftlichen Einordnung beleuchtet.

    Manche Inhalte waren bekannt, doch an vielen Stellen wurde ich überrascht. So wäre ich nicht auf den Gedanken gekommen, dass sowohl weibliche als auch farbige Patient*innen in der Medizin über den bekannten Wissensmangel durch fehlende Studien hinaus auch durch Vorurteile bezüglich des Umgangs mit Schmerz oder dem vermuteten Wahrheitsgehalt zu Symptomen o.ä. unterschiedlich kompetent versorgt werden.

    Auch die Kapitel zum Thema Armut und der gesellschaftlichen Relevanz einer möglichen Abschaffung von Lohnarbeit sowie das Kapitel zum Thema Sexarbeit und die Abwägung von Vor- und Nachteilen der verschiedenen Arten damit rechtlich umzugehen, hat mich sehr überzeugt.

    Das Beste an diesem Buch war aber, dass einmal nicht eine Betroffene zwar den Rahmen aufzeigt, uns andere aber damit schuldig spricht, sondern dass wir alle in unterschiedlichem Maße Betroffene und Täter in einer Person sind. Durch die Personengruppen, denen wir angehören, sind wir alle im System teilweise bevorzugt und teilweise benachteiligt und dennoch selten in der Lage - da nimmt sich auch die Autorin in keiner Weise heraus - niemals gedankenlos andere Gruppen herunterzureden. Das intelligente Buch zeigt Ansätze auf wie Sprache, gesellschaftliches Verständnis und mittel- bis langfristig gesellschaftliche Änderungen unser aller Unterdrückung und Herrschaft aufheben und ausgleichen könnten.

    Das Hörbuch wurde von der Autorin selbst gesprochen, die einen reizenden französischen Akzent hat, der ihrer Lesung eine zusätzliche Athentizität verleiht. Sie liest sehr professionell, obwohl deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Leider habe ich durch einen leichten Hörfehler aber nur den inhaltlichen Teilen gut folgen können. Referenzen mit Namensnennungen usw. waren für mich im Hörbuch leider nicht verfolgbar, da ich dank Netgalley zusätzlich das EBook habe, habe ich diese dort gegenlesen müssen.

    Das Buch möchte ich mit 5 Sternen bewerten, das Hörbuch wegen der Verständnisschwierigkeiten ein wenig schwächer, aber nicht schwach genug um nur 4 Sterne zu vergeben.

    #WhyWeMatter #NetGalleyDE #KathrinliebtLesen #Audio #Hörbuch #Rezension #Bookstagram

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