Bücher mit dem Tag "non-fiction"
124 Bücher
- Anne Frank
Gesamtausgabe
(2.727)Aktuelle Rezension von: AukjeAnne Frank, die aus einer jüdischen Familie stammt, muss während des zweiten Weltkriegs von ihrer Heimat Frankfurt am Main, 1933 mit ihrer Familie nach Amsterdam flüchten. Während dieser Zeit führt sie über zwei Jahre lang ein Tagebuch, das deutlich die Ängste und wünsche einer Jugendlichen zeigt, die in diesen schweren Zeiten aufwächst. Und wenn das nicht schon ausreicht erhält man auch noch einen guten Einblick über eine jüdische Familie, die versucht eine einigermaßen erträgliche Normalität aufrecht zu erhalten während sie versuchen zu überleben, in ständiger Angst vor den Nationalsozialisten.
Da meine 13jährige Nichte sich zurzeit mit der Zeit des zweiten Weltkriegs auseinander setzt, habe ich ihr dieses Buch gegeben und es selber nach vielen Jahren noch mal gelesen. Auch nach all den Jahren als ich es zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich wieder sehr bewegt. Nach wie vor halte ich dieses Buch wichtig, damit Jugendliche beginnen sich mit dieser Zeit zu beschäftigen, da es ein autobiografisches Buch einer Jugendlichen ist, die sie nachvollziehen können.
- Joachim Meyerhoff
Alle Toten fliegen hoch
(358)Aktuelle Rezension von: CorinaPfInhalt:
Der namenlose Protagonist möchte ein Auslandsjahr in Amerika verbingen um an einer Highschool Basekball spielen zu können. Er muss ein Aufnahmeverfahren machen und schafft es sogar. Seine Familie unterstützt ihn dabei und bald fliegt er nach Amerika. Dort lebt er bei einer Gastfamilie die ihm liebevoll aufnehmen und bis auf seinen Gastrburder auch alle mögen. Er geht auf die Highschool, lernt Mädchen kennen und kommt auch in skurile Situationen. Was das für Situationen sind müsst ihr selber lesen.
Schreibstil:
Ich habe das Buch versucht zu lesen, doch dies war leider nichts für mich. Also habe ich zum Hörbuch gegriffen, aber auch hier ich kam sehr schwer in die Geschichte. Viele meinen es ist lustig geschrieben, aber meinen Humor hat ds Buch nicht getroffen. Für mich hat es auch sehr lange dauert bis er endlich in Amerika war. Es wurde viel von der Familiegeschichte geschrieben und wie das Verhältnis zu jeden ist, eigentlich mag ich das sehr, aber es hat mich hier nicht wirklich abgeholt. Die Story die in Amerika spielt fand ich dann doch intressant auch wenn ich einige Situationen nicht ganz nachvollziehen kann z.B. darf man als Jugendlicher einfach so in ein Gefängnis in den Todestrakt spazieren. Ich fand auch das Ende war etwas skuriel und hat auch wieder nicht getroffen.
Protaognist:
Ich wurde nicht warm mit den Protagonist, er blieb mir fern. Seinen Taten waren mir manchmal nicht klar und er wirkte auch zu seinen Mitmenschen eher kühl und zurückhaltend.
Fazit:
Ich mochte den 2 Teil der Reihe deshalb wollte ich den ersten Teil auch lesen, aber leider war das Buch für mich nichts. Ich bin wahrscheinlich auch nicht die Altersgruppe für das Buch. Es wird bei mir ausziehen und es wird sicher einen anderen Leser finden der es mehr zu schätzen weiß.
- Ernest Hemingway
Der alte Mann und das Meer
(1.085)Aktuelle Rezension von: Lesefreude2026Ein schmales Buch, das erstaunlich lange nachwirkt. Hemingway erzählt mit einer sehr reduzierten, klaren Sprache von Ausdauer, Würde, Einsamkeit und davon, was einen Menschen trägt, wenn kaum noch etwas sicher scheint.
Besonders beeindruckt hat mich die Figur des alten Fischers Santiago. Sein Ringen mit dem Meer ist viel mehr als nur ein Kampf um einen Fang. Es geht um Hoffnung, Stolz, Grenzen und um die Frage, was es bedeutet, nicht aufzugeben – selbst dann, wenn sich Erfolg und Verlust kaum noch voneinander trennen lassen.
Gerade die Schlichtheit der Sprache macht den Roman für mich so stark. Vieles bleibt unausgesprochen und entfaltet gerade dadurch seine Wirkung.
Ein stilles, zeitloses Buch über menschliche Würde und Beharrlichkeit, das ich sehr gern gelesen habe.
- Margarete Stokowski
Die letzten Tage des Patriarchats
(93)Aktuelle Rezension von: Trishen77Man muss schon den Hut ziehen vor Margarete Stokowski, wenn man diese gesammelten Kolumnen liest. Wie viele zentrale Themen unserer heutigen Gesellschaft und ihrer Verhältnismäßigkeiten darin aufgegriffen und angeschnitten, wie viele wichtige Anmerkungen zu Umgang, Perspektiven und Scheuklappen gemacht werden, wow. Und dann muss man noch einmal den Hut ziehen, wenn Stokowski hier und da durchblicken lässt, mit welcher Engstirnigkeit sie sich oft konfrontiert sieht, in Kommentaren, Zuschriften, etc., weil sie als Verfasserin dieser Kolumnen in Erscheinung tritt.
Der Band sammelt 75 von Stokowski ausgewählte Kolumnen aus den Jahren 2011-2018, die in zehn Themenkapiteln jeweils chronologisch angeordnet sind; viele von ihnen hat sie ergänzt durch Nachsätze, in denen sie Kommentare und Folgen zu den einzelnen Kolumnen schildert. Übergreifend kann man sagen, dass sie (bei Kolumnen nicht überraschend) oft einen Bezug zum Tagesgeschehen haben – aber Stokowski gelingt es fast immer, jenseits (oder eher diesseits) des Anlasses generelle Feststellungen anzubringen, Schlüsse zu ziehen, Symptome freizulegen und zu isolieren, Strukturen zu zeigen und eingespielte Problematiken zu benennen.
Ein zentrales Thema, das viele Kolumnen durchzieht, ist die Rolle von Frauen (und Minderheiten) in der Gesellschaft und ihre Stigmatisierung, die leider immer noch viele (sehr viele) Facetten und Gesichter hat.
„Frauen haben immer noch weniger Geld als Männer, sie arbeiten seltener in Führungspositionen, sie erledigen die meiste Familienarbeit, und nicht wenige erleben sexualisierte Gewalt. Im Deutschen Bundestag sind im Jahr 2018 nicht mal ein Drittel der Abgeordneten Frauen. Frauen müssen in vielen Ländern für grundlegende Rechte kämpfen, und selbst dort, wo sie das nicht müssen, hören sie in den verrücktesten Situationen dämliche Kommentare über ihren Körper.“
Es sollte jedoch niemand den Fehler machen, Stokowski deswegen für eine Agitatorin mit begrenzter Motivation und begrenzter Perspektive zu halten. Eins beweist sie in ihren Kolumnen mehr als einmal und ich bewundere sie enorm dafür: dass sie immer wieder gegen vereinfachte und festgesetzte, eingespielte und klischeegesteuerte Vorstellungen anschreibt und dass es ihr gelingt ihren Kolumnen (und hier setzt die Bewunderung ein) fast immer einen widerständigen, schlagfertigen Zug zu geben, eine Argumentation und Intonation aufzubauen, die sich auf knappem Raum wirkungsvoll und klug behaupten kann.
Stokowskis Texte zeigen: die Welt mag komplex sein, unübersichtlich vielleicht, aber es gibt doch sehr viel, das wir klar feststellen können, sowohl bei den Sachen, die im Argen liegen, als auch bei den Sachen, die gute Entwicklungen sind und jeden Unkenrufen trotzen können.
Bei Stokowski kann man außerdem lernen (nicht nur bei ihr, aber auch bei ihr), dass Feminismus eben nicht ein Versuch ist, Männer zu dämonisieren, unterzukriegen oder für ihr Mann-sein zu verdammen, sondern die generelle Emanzipation von Macht- und Diktionsstrukturen, sowie die längst fällige Aufhebung von zu enggezogenen Geschlechterbegriffen und Rollenbildern betreibt, zum letztendlichen Vorteil beider Geschlechter. Wie Stokowski in ihrem Buch „Untenrum frei“ schrieb:
„Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufzuzeigen wirkt manchmal so, als wolle man die Gräben zwischen ihnen vertiefen, obwohl man sie auf Dauer abschaffen will: Ein nerviges Dilemma, aus dem man nicht rauskommt, solange man Probleme beheben will.
Wir müssen zeigen, nach welchen Kriterien sich Reichtum und Erfolg, Gesundheit und Lebensdauer, Gewalt und Leid verteilen, wenn wir wollen, dass alle dieselben Chancen auf ein glückliches Leben haben – auch wenn oder gerade weil diese Kriterien das sind, was wir auf Dauer abzuschaffen versuchen.“
Ungleichheit und Stigmatisierung haben, wie gesagt, noch immer viele Facetten. Großteils sind es eingefahrene, überholte, falsche Vorstellungen, gegen die sich der Versuch der Veränderung von Verhältnissen und Umgangsformen behaupten muss. Das fängt an bei der von vielen Medien geschürten und überall halbgar servierten „Angst“ (in diesem Kontext wirklich das falsche Wort), dass die Anprangerung von sexuellen Übergriffen und Sexismus, am Arbeitsplatz und anderswo, einem Verbot von Flirten und Begehren gleichkommt. Stokowski bringt die Fadenscheinigkeit dieser (und anderer) Panikmacherei auf den Punkt und schreibt am Ende:
„Es gibt eine feministische Flirtregel, die man sich im Übrigen sehr leicht merken kann und die lautet [#wheaton'slaw]: Sei kein Arschloch. Fertig. That’s it. Unisex übrigens.“
und an anderer Stelle:
„Es ist mir ein Rätsel, wie man denken kann, irgendwas würde der Menschheit fehlen, wenn Sexismus, Belästigung und Missbrauch wegfallen.“
Aber Stokowski lässt es nicht bei diesen Themen bewenden, sondern äußert sich ebenso pointiert, gewandt, kritisch und klug zu angrenzenden und anders gearteten Themenbereichen. Großartig ist ihre Kolumne zu „Germany’s next Topmodel“, die mir aus der Seele spricht; am liebsten würde ich das folgende Zitat bei ProSieben einblenden, während die Show läuft:
„Die Sendung ist eine perverse, niederträchtige, menschenverachtende Geldmaschine, die kapitalistische Krönung von Sexismus und Neoliberalismus in Form von Frauendressur mit Product Placement, und eine überraschungsarme Aneinanderreihung von Erniedrigungen, bei der junge Menschen dafür ausgezeichnet werden, dass sie geile Gene haben und sich den Regeln der Jury unterwerfen, weil man als Model halt einfach auch mal machen muss, was der Kunde will.“
Und sie spricht mir ebenso aus der Seele, wenn sie über die Verbindung von Sexualität und Werbung schreibt – eine Erscheinung, welche, so glaube ich, das Verhältnis zum eigenen Körper in den letzten Generationen mitunter schwer belastet hat, vom Frauenbild ganz zu schweigen und vom Männerbild, das auf dieses Frauenbild ständig anspringen soll, erst recht.
„Wenn wir aber die nackten Körper oder Körperteile von Frauen nicht mehr trennen können von Sex oder Erotik, dann haben wir ein Problem. Und zwar ein tief sitzendes. Wenn wir denken, dass wir nicht frei sind, weil nicht überall Brüste hängen oder Frauen halbnackt über Mietwagen robben, dann ist das ein schlechtes Zeichen für unser Frauenbild.“
Auch auf die feinsprachliche Ebene geht Stokowski immer wieder – bspw. in einer Kolumne über die häufige Verwendung der Wörter „Krieg“, „Kamp“, „Frontlinie“ bei der Beschreibung von Diskussionen und Auseinandersetzungen zum Thema Gender und Feminismus. Die Kolumne trägt den rotzigen Titel „Hamse jedient im Genderkrieg?“ Stokowski klagt darin die fast schon brutale, zumindest zynische Gedankenlosigkeit bei der Verwendung dieser Worte an, die für eine gewaltsame und leidvolle, verheerende Erscheinung steht und schreibt u.a.:
„Sagt mal: Frontlinie, Barrikaden, Krieg – haben die alle zu viel »Star Wars« geguckt. […] Es ist nur eine Metapher, sagt ihr. Nein, es ist unbedachtes Wörterkotzen. Metaphern haben einen Sinn, sie sollen etwas klarer oder schöner sagen. Wer aber von Krieg spricht, macht es weder klarer noch schöner, der sagt nur: Guck, wie sie sich prügeln. […] Hier meine These dazu: Das ist schlecht. Es klingt nach Eskalation, aber da eskaliert nichts. Da reden Leute. […] Krieg! Und dann bringt ein Mann eine Frau um, und was wird daraus? Ein »Beziehungsdrama«. […] So viel Feinfühligkeit darf man erwarten, nicht von Krieg zu sprechen, wo kein Krieg ist, und von Mord, wo Mord ist.“
Und so geht es weiter – dreihundert Seiten Schlagfertigkeit, widerständiges und reflektiertes Denken, manchmal nonchalant serviert, manchmal um die Ohren pfeifend, mal von beißendem Spott, mal von klarer Anteilnahme begleitet. Ich erwische mich beim Lesen oft dabei, dass ich mir wünsche, dass Stokowskis Artikel die durchschlagende Wirkung erzielen, die sie für mich haben; dass Germany’s Next Topmodel dichtgemacht wird und Jens Spahns himmelschreiende Aussage zu Hartz IV als der politische Selbstmord gewertet wird, als der er hätte wahrgenommen werden müssen.
„Wenn es wäre, wie Spahn sagt, und man hätte mit Hartz IV wirklich alles zum Leben, dann wären die Leute, denen das Geld nicht reicht, entweder unfähig oder gierig. […] Der Witz an Privilegien ist, dass man sie nicht die ganze Zeit fühlt, sondern dass sie Voreinstellungen der Macht sind, die einigen Menschen Dinge ermöglichen, die für andere wesentlich schwieriger oder unmöglich wären. Aber daraus ergibt sich Verantwortung.“
Und für Verantwortung wirbt und kämpf Margarete Stokowski in diesen Texten. Für Verantwortung und Verständnis, fürs Hinterfragen und Empathisieren, sie wirbt darum und sie verlangt danach. Sie bricht Lanzen für Menschlichkeit und Zwischenmenschlichkeit, sie zerrt Hass und Rücksichtslosigkeit, Kurzsichtigkeit und Bequemlichkeit hervor und stellt sie bloß. Nach dreihundert Seiten kann ich nur noch sagen: Wir können froh sein, eine Stimme und eine Essayistin wie Margarete Stokowski zu haben. Sie hat zumindest mir dabei geholfen weiter zu denken als bisher, vielschichtiger mitzuempfinden, genauer hinzusehen. Wenn ein Buch das leistet, dann ist es ein verdammt gutes Buch. - Bernhard Moestl
Das geheime Wissen der Ninja
(58)Aktuelle Rezension von: birgitdDer Autor versteht es, asiatisches Wissen auf klare und verständliche Weise zu vermitteln.
Sein Schreibstil ist verständlich und unterhaltsam, und er zeigt ein tiefes Verständnis für die kulturellen Unterschiede zwischen Asien und dem Westen.
- Matt Haig
Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
(298)Aktuelle Rezension von: sbalunziaEs handelt sich um ein autobiografisches Buch, in dem Matt Haig über seine Depressionserfahrung erzählt. Die Erzählung wechselt stetig zwischen verschiedenen Ebenen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dabei geht es nicht nur um das Gefühlsleben und die Wandlung des Autors. Einige Kapitel enthalten Listen mit Gedanken und sogenannten „Kleinigkeiten", die ihm halfen, Posts von Internetnutzern, die Lesenden Orientierung bieten könnten und einige Fakten.
Alles in allem ist das Buch ein Erfahrungsbericht eines Betroffenen, der anderen Mut machen und unterstützen kann. Gerade bei solch individuellen Erkrankungen wie einer Depression gibt es keine universellen Symptome, Verläufe oder Therapien. Trotzdem kann das Buch Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen. Angehörige können zudem einen Einblick in ein Thema erhalten, über das man oft nicht gerne spricht oder für das man vielleicht keine Worte findet, um sich zu erklären.
- Rebecca Gablé
Von Ratlosen und Löwenherzen
(177)Aktuelle Rezension von: claudiaZRebecca Gablé ist vor allem für ihre historischen Romane bekannt. Mit dem Buch "Von Ratlosen und Löwenherzen" hat sie eine kurzweilige Zusammenfassung zur Geschichte Englands im Mittelalter geschrieben. Auf unterhaltsame Weise defilieren die englischen Herrscher, Thronfolger und deren Widersacher vorbei. Die einzelnen Protagonisten kann man unmöglich alle im Gedächtnis behalten, jedoch wird die wechselvolle Geschichte Englands lebendig. Und das Buch zeigt eine große Bandbreite von Herrschertypen. Es gibt die ruhmreichen und starken Persönlichkeiten, deren Namen bis heute noch bekannt sind, jedoch auch die erfolg- bzw. glücklosen Throninhaber oder Thronanwärter.
- Michelle Obama
Becoming (English Edition)
(22)Aktuelle Rezension von: BettinaR87Diese Rezension gibt es ausnahmsweise nur auf meinem Blog unter https://betsyversum.de/rezensionen-sonstige/biografie-von-michelle-obama/ - Auch wenn das hier vielleicht nicht Usus ist, möchte ich den Text hier nicht einfach reinkopieren, weil Google meinen Blog sonst doch noch einen Kopf kürzer macht als eh schon :D
- Scarlett Curtis
The future is female!
(45)Aktuelle Rezension von: BlueSirenVielfältige Texte von unterschiedlichsten Frauen und als Frauen gelesenen Personen zu Weiblichkeit und Feminismus. Viele Texte regen zum Nachdenken an, machen Mut oder Wut, bekräftigen, bestärken und zeigen, warum Feminismus immer noch so wichtig ist. Einige Texte haben mir persönlich nicht so gut gefallen, aber die Mischung ist gut gelungen.
Eine ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog. - Sophie Passmann
Pick me Girls
(91)Aktuelle Rezension von: melis_buchzauberIch bin tatsächlich mit dem Gedanken an ein eher klassisches Sachbuch herangegangen, schnell wurde jedoch klar, dass es sich vielmehr um ein sehr persönliches Buch handelt (fast wie eine Aufarbeitung ihrer eigenen Kindheit und Jugend).
Sehr direkt und ehrlich beschreibt Sophie, wie äußere Erwartungen das eigene Denken prägen können. Dabei ist der Text fast durchgehend kritisch, gegenüber gesellschaftlichen Strukturen, aber auch sich selbst gegenüber. Gerade diese Aspekte haben das Buch für mich sehr stark gemacht.
Allerdings muss ich sagen, dass für mich persönlich oft zu stark verallgemeinert wurde. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Raum für andere weibliche Lebensrealitäten und Biografien gewünscht. Dieser Kritikpunkt ergibt sich für mich allerdings auch daraus, dass ich, wie anfangs erwähnt, mit einer anderen Erwartung an das Buch herangegangen bin.
Gibt es eine Leseempfehlung von mir? Definitiv, denn das Buch regt zum Nachdenken und zur Diskussion an! Nicht, weil es alle Antworten liefert, sondern weil es Fragen stellt, die unbequem sein können. 🙌
- Emilia Roig
Why We Matter
(46)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMein zweites Buch von Emilia Roig und ich fand es wieder super inspirierend. Ich liebe es, wie die Autorin mich komplett zum Hinterfragen gewohnter Denkmuster und Ideen anregt. Schonungslos ehrlich und etwas radikal. Auch wenn ich mich als offen und sehr tolerant einschätzen würde, es gibt einige Themen, die mir die Augen geöffnet haben und die für mich neu waren.
- Gunda Windmüller
Weiblich, ledig, glücklich - sucht nicht
(7)Aktuelle Rezension von: PaperboatDa denkt man, wir leben in einer fortschrittlichen Zeit, und dann zeigt Gunda Windmüller mit ihrem Buch „Weiblich, ledig, glücklich – sucht nicht“ auf, wie rückständig unsere Gesellschaft noch in Bezug auf alleinstehende Frauen ist. Während Männer als begehrenswerte Bachelor gesehen werden, degradiert man weibliche selbstgewählte Singles zu alten Jungfern, die zusehen sollten, dass sie unter die Haube kommen, solange sie noch einen Funken Restschönheit haben, den ein Kerl will. Schlimmer wird es noch, wenn die sich selbst genügende Frau der Beteiligung am Fortbestand der Art entziehen und keine Kinder bekommen will. Althergebrachte Denkmuster und eigens danach ausgerichteter Kapitalismus wollen vermitteln, dass Frau nur in einer Beziehung aufgehen kann, dabei ist klar, dass keine Beziehung besser ist als eine schlechte und Statistiken zeigen, dass Singles nicht weniger glücklich sind als ihre weiblichen Mitmenschen in Beziehungen.
Gunda Windmüllers Erläuterungen erweitert sie durch Querverweise anderer AutorInnen, Erfahrungen aus Freundes- und Bekanntenkreis sowie Filmen und Serien, die immer noch ein bestimmtes Bild zu erzeugen suchen. Gunda Windmüller hat eine lockere Art ihr Thema zu vermitteln. Ein interessantes Buch, das man gut weglesen kann, um über bestimmte Dinge einmal zu reflektieren, auch wenn man bereits zu den weiblichen und glücklichen Singles dieser Welt gehört.
- Anjana Gill
Danke, liebes Universum
(60)Aktuelle Rezension von: lili_1302„Danke, liebes Universum“ von Anjana Gill ist ein inspirierender Ratgeber rund um die Themen Manifestation, Dankbarkeit und die Frage, wie wir unsere Wünsche bewusster in unser Leben einladen können. Die Autorin vermittelt ihre Gedanken anhand von einfachen Beispielen, kleinen Übungen und persönlichen Erfahrungen. Dabei geht es weniger um komplizierte Theorien, sondern vielmehr darum, mit einer positiven und offenen Haltung den eigenen Alltag zu betrachten und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Für mich war es mal wieder ein sehr schönes Buch. Der Schreibstil ist angenehm locker und fühlt sich eher wie ein Gespräch mit einer guten Freundin an als wie ein klassischer Ratgeber. Ich habe bereits einige Bücher von Anjana Gill gelesen und auch dieses folgt dem vertrauten Aufbau: Es gibt immer wieder neue Impulse und Denkanstöße, ohne den Leser mit zu viel Wissen auf einmal zu überfordern. Gleichzeitig greift die Autorin bekannte Inhalte aus ihren anderen Büchern auf. Das mag für manche Wiederholung sein, ich persönlich finde es jedoch sehr hilfreich, weil sich die Botschaften dadurch festigen und man sie leichter im Alltag umsetzen kann.
Besonders gefallen hat mir die Leichtigkeit, die das Buch vermittelt. Es ist nicht mit Theorie vollgepackt, sondern schafft es auf eine unbeschwerte Art, ein echtes Wohlfühlgefühl zu erzeugen. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, einfach loslassen zu können und etwas positiver auf die Dinge zu schauen. Genau das macht für mich den besonderen Charme von Anjana Gills Büchern aus: Man klappt sie zu und fühlt sich ein Stück leichter, motivierter und irgendwie, als würde man auf einer kleinen Wolke schweben. Ein schönes Buch für alle, die sich nach etwas Inspiration, Leichtigkeit und positiven Gedanken im Alltag sehnen.
- Natasha Walter
Living Dolls
(25)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch beschäftige mich mittlerweile seit knapp 20 Jahren wissenschaftlich mit sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten. Dabei liegt mein Schwerpunkt nicht gerade auf Geschlechterfragen, aber nicht erst seit der Intersektionalitätstheorie ist das Zusammenspiel verschiedener Diskriminierungsarten in den Sozialwissenschaften bekannt. Immer wieder beschäftige ich mich deshalb auch mit Fragen des Sexismus, des Feminismus, der Geschlechteremanzipation sowie der Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen oder nicht normkonformen Geschlechterstereotypen.
Natasha Walter ist britische Journalistin und widmet sich in „Living Dolls“ dem „neuen Sexismus“, der eigentlich auch der alte ist. Und auch wenn mir alles theoretisch klar ist, bin ich immer wieder geschockt, empört und manchmal auch paralysiert, ob der Beispiele die Natasha Walter anführt. Eigentlich schreibt sie nichts Neues, eigentlich ist alles bekannt oder besser: sollte bekannt sein. Eigentlich dürften die Beispiele überhaupt nicht mehr überraschen und doch ist es die geballte Darstellung, die mich immer wieder aufs Neue erschüttert.
Was veranlasst junge Frauen dazu, sich nur noch über ihr Aussehen zu definieren? Vor allem nicht ihr Aussehen, so wie sie es mögen, sondern das Aussehen, wie es die vermeintliche Mehrheit der Männer möchte oder zumindest die Verantwortlichen in Film- und Werbebranche. Warum machen sich manche Frauen freiwillig zu Püppchen, Pussys und Schlampen? Und auch hier wieder: es geht nicht um die selbstbestimmte Aneignung dieser Begriffe (wie es Pussy Riot, Pussy Terror o.ä. darstellen), sondern die abwertende Fremdbeschreibung von Chauvinisten wird zur anerkannten Selbstbezeichnung. Lebensziel Onanievorlage. Was läuft nicht richtig mit unseren Gesellschaften?
Die Anti-Rassismus-Aktivistin Jane Elliott hat in ihrer großartigen Workshop-Dokumentation „Blue eyed“ 1996 aufgefordert: stop to be cute! Hören Sie auf süß zu sein! Und genau das ist es, was man bei all den Beispielen von Natasha Walter ausrufen möchte. Hört auf! Hört auf Untertan zu sein und den ganzen Sexismus einfach wegzulächeln. Hört auf Püppchen sein zu wollen. Niemand wird es euch danken. Wer sich ausschließlich oder vornehmlich über sein Aussehen definiert, verdinglicht sich selbst zu einem Objekt und nicht zuletzt zu einem Sexobjekt. Es ist die absolute Entfremdung von den eigenen authentischen Gefühlen. Es ist eine beschädigte Selbst- und Weltwahrnehmung. Diese kommt aber nicht qua Natur oder Schicksal daher, sondern ist Menschen- und vor allem Männergemacht, was nicht bedeutet, das hier faktisch Männer an der Unterdrückung arbeiten – das kommt natürlich vor – aber viel eher ist es ein Nutzen und Ausnutzen der Privilegien, die das Patriarchat mit sich bringt.
Das Strukturelle zeigt sich dann im alltäglichen Faktischen. Über Barbie-Puppen muss man mittlerweile nicht mehr reden. Nicht, weil das damit verbundene Problem der Idealisierung einer bestimmten Körperform längst geklärt wäre, sondern weil es einfach noch viel schlimmer geht. Ich kannte Bratz-Puppen (Google-Bildersuche) bis dahin nicht. Ultradünn, immer sexy gekleidet, aufgespritzte Lippen (WTF), Miniröcke, hochhackige Schuhe und Lippenstift. Die It-Girls als Spielzeug für die neue Generation der It-Girls. „It’s good to be a Bratz“ krakeelt es von der Webseite von MGM. Und hier kann man sich den unverblümten Sexismus auch anschauen.
Nicht alles ist dabei direkt übertragbar auf Deutschland, oder vielleicht sollte man besser schreiben: noch nicht. Die Bratz Puppen scheinen mir in Deutschland nicht ganz so verbreitet. Auch Walters Beispiele von jungen Frauen, die sich als „Sport“ dem Poledance widmen, scheint mir in Deutschland keine ebensolche Verbreitung gefunden zu haben, wie in England oder den USA. Das ändert natürlich nichts daran, dass der Sexismus sich hier andere Bahnen bricht.
„Die hochgradig sexualisierte Kultur in unserem Umfeld wird toleriert und sogar begrüßt, weil sie auf der Illusion von Gleichberechtigung gründet.“ Der unerschütterliche (Aber)Glaube, dass Gleichberechtigung ja mittlerweile hergestellt sei, (ver)führt viele junge Frauen dazu, ihren Körper, ihr Aussehen und ihre sexuelle Verfügbarkeit in den Vordergrund zu stellen. Jetzt könne man es ja ganz selbstbestimmt machen, so wohl der Selbstbetrug. Wie gesagt spricht überhaupt nichts gegen die emanzipierte Aneignung von Lust und Sex. Nur ist es eben häufig keine selbstbestimmte Aneignung, sondern eine Unterwerfung. Man glaubt sich frei und schlüpft doch nur in genau die Rolle, die für einen vorgesehen war. Natasha Walter liefert hierfür reichlich Belege, die auch immer wieder mit einem recht umfangreichen Anmerkungsapparat belegt sind (ohne jedoch wissenschaftlich zu werden oder sein zu wollen).
Ich kann „Living Dolls“ unbedingt empfehlen. Es ist sicherlich keine theoretische Literatur zur Begründung eines neuen Feminismus. Vielmehr ist es eine Sammlung dessen, was hier ganz gewaltig schiefläuft. Insofern kann es auch als Einstieg und Anregung verstanden werden, um sich mit den Themen Sexismus und Feminismus zu beschäftigen. Vielleicht sollten solche und ähnliche Bücher Pflichtlektüre in der Schule werden. Oder zumindest ab einem gewissen Alter auf dem Nachttisch jedes Menschen liegen.
- Laurie Penny
Unsagbare Dinge
(14)Aktuelle Rezension von: BrombeereWorum geht es?
Um die systematische Benachteiligung von Frauen in vielen Bereichen des Lebens.Worum geht es wirklich?
Ansprüche, Sex und Selbstbestimmung.Lesenswert?
Ja, ein wirklich gutes Sachbuch, das sich lohnt.
Es ist nicht Pennys erstes Werk und sie kann auf jeden Fall schreiben, Dinge klug in einen Zusammenhang setzen und beim Lesen auf diverse Probleme unserer Gesellschaft hindeuten. Logisch verknüpft sie die unterschiedlichen Bereiche und die dort einhergehende Diskriminierung und stellt Forderungen.Die Sprache ist rotzig, frech, direkt, aber wunderbar lesbar und an vielen Stellen auch sehr unterhaltsam. Das hat mir gut gefallen; auch wenn ich verstehen kann, dass das nicht für jede*n Leser*in gilt. Die Wortwahl ist umgangssprachlich und derb in einigen Sätzen, aber auch das passt irgendwie sehr zu dem Inhalt dieses Buches. Zudem beschreibt sie einzelne Szenen humorvoll, sodass das Buch auch noch unterhaltsam und nicht nur lehrreich ist. An einigen Stellen benutzt sie eine inklusive Sprache, allerdings nicht durchgängig und ab und zu finden sich leider auch diskriminierende Aussagen.
Auch wenn ich die Sprache zu Beginn als frisch und gut empfunden habe, war es geballt auf den gut 250 Seiten dann schon sehr viel und zwischendrin auch das ein oder andere Mal anstrengend.
Ob man hier neues dazu lernt, hängt vermutlich vom Wissensstand ab, mit dem man dieses Buch beginnt. Aber auch, wenn man schon einiges gelesen hat zu den Themen, ist Pennys Zusammenfassung und Schlussfolgerung bereichernd, wirkt in sich schlüssig.
Ich kann nicht sagen, ob ich nun zwingend ein weiteres Buch eben dieser Autorin lesen möchte. Erst mal ist eine kleine Sättigung eingetreten.
Wirklich positiv überrascht bin ich von der Lesbarkeit dieses Titels aus den „Nautilus Flugschriften“, da ich ein eher langweiliges und schwer lesbares Sachbuch erwartet/befürchtet habe und somit sehr erstaunt war über die gute Lesbarkeit und die unwissenschaftliche Sprache. Da habe ich gleich Lust, noch andere Bücher aus der Reihe kennenzulernen.
- Reni Eddo-Lodge
Why I’m No Longer Talking to White People About Race
(17)Aktuelle Rezension von: Lena14Unglaublich interessantes Buch, das einen hineinfühlen lässt, wie es ist, wenn die Verantwortung andere über Rassismus aufzuklären, häufig bei POCs liegt, da es zu unbequem wäre, die eigenen Privilegien zu hinterfragen.
Ganz besonders lehrreich fand ich, dass die Autorin auch die Geschichte des Rassismus in Großbritannien nachzeichnet und wie stark dieser in der Gesellschaft verankert, aber selten hinterfragt wird. Auch wie sie kritisch darlegt, dass in der Schule Rassismus häufig als etwas USA-bezogenes dargestellt wurde und sie sich dieses Wissen über strukturellen Rassismus in Großbritannien erst als Erwachsene selber aneignen musste (den alltäglichen Rassismus erfährt sie ja leider selber).
Absolut empfehlenswert.
- Sherry Argov
Why Men Love Bitches
(8)Aktuelle Rezension von: Marie_CherieMust read für Frauen!
Sehr informatives Buch, wenn man wissen möchte, wie Männer denken und fühlen.
Nach einigen Dating-misserfolgen wurde mir durch dieses Buch bewusst, was falsch gelaufen ist. Wie viele (unbewusste) Fehler ich während des Kennlernens begangen hatte.
Dieser Ratgeber hilft Frau dabei selbstbewusst und unbeschwert die Partnersuche anzugehen, da man nun weiß, wie Männer ticken.
- Liv Strömquist
Der Ursprung der Liebe
(37)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerFrüher wurden Ehen aus anderen Gründen geschlossen, als heutzutage. Liv Strömquist beantwortet, worum es in unseren heutigen Liebesbeziehungen geht. Sie zeigt uns, welche Besitzansprüche in jenen vorherrschen und was patriarchale Strukturen damit zu tun haben.
Als prominente "Gäste" im Comic haben wir beispielsweise Whitney und Britney und ihre Beziehungen.
Der Comic ist in schwarz-weiß gehalten, was mich nicht störte. Andere, neuere Comics der Autorin sind in Farbe.
Mir gefiel der Rundumblick im Buch zum Thema Liebesbeziehungen. Strömquist nutzt auch immerwieder Zitate und Thesen von Philosophen und Menschen die sich beruflich mit den Themen im Buch beschäftigen. Ich empfinde das Buch als gut recherchiert und dadurch auch das Geschriebene als nachvollziehbar.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz und lockert die Theorie auf.
Fazit: Lesenswert
- Francesc Miralles
Ikigai
(75)Aktuelle Rezension von: nina11Das Buch ist interessant geschrieben und einfach angenehm zu lesen. Viele Tipps kennt man natürlich schon, trotzdem ist es spannend das Gesamtpaket im Bezug auf Gesundheit und Alter zu sehen. Man liest sich schnell durch das Buch durch und ist danach richtig motiviert ein paar Dinge selbst umzusetzen. Ich werde es bestimmt noch einmal lesen!
- Christina Clemm
AktenEinsicht
(16)Aktuelle Rezension von: BuecherkarawaneDas Buch „AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt“ von Christina Clemm erzählt Geschichten von Frauen, die verschiedenen Arten von Gewalt ausgesetzt waren. Die Autorin beschreibt alltägliche, aber auch erschreckende Einblicke in die Arbeit von Justiz und Polizei.
Die Geschichten einzelner Frauen werden detailliert vom Beginn bis zum Ende geschildert. Besonders wichtig ist dabei, was die Frauen empfinden und fühlen, ein Aspekt, der sonst häufig verloren geht. Nach den neuesten Zahlen des BKA ist jede dritte Frau in Deutschland von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Welche Lebensgeschichten sich hinter dieser erschreckenden Zahl verbergen, davon berichtet die Strafrechtsanwältin Christina Clemm.
Die Autorin geht besonders auf das größte Problem ein, das alle Frauen trotz ihrer unterschiedlichen Geschichten teilen: den mangelnden Schutz. Frauen werden selbst während ihres Aufenthalts in Frauenhäusern von ihren Männern gestalkt. Ihnen wird geraten, mit ihren Kindern den Standort zu wechseln, was bedeutet, dass sie auch die Schulen wechseln müssen und dadurch ihre sozialen Kontakte verlieren, oftmals mehrfach.
Clemm zeigt außerdem, dass es nicht einfach ist, sich vom Partner zu trennen oder ihn wegen Gewalt anzuzeigen. Solche Schritte können neue oder weitere Gewalt auslösen und die Gefahr für die Frauen sogar erhöhen, bis hin zum Risiko, ihr Leben zu verlieren. Darüber hinaus schildert sie, wie Verhandlungen ablaufen und wie Verteidigerinnen, Richterinnen und andere Beamt*innen mit unmenschlichen Kommentaren und Verhaltensweisen Betroffene zusätzlich retraumatisieren können.
Bereits zu Beginn macht Christina Clemm deutlich, dass Gewalt jede Frau treffen kann, unabhängig von Herkunft oder Religion. Das finde ich persönlich bemerkenswert, da in vielen Büchern über Gewalt gegen Frauen muslimische Frauen besonders hervorgehoben und als gesonderte Opfer dargestellt werden. Diese Perspektive halte ich für wichtig, weil sie sich von einer westlich geprägten Sichtweise löst und versucht, den wahren Kern des Problems zu beleuchten, ohne dabei neue Ismen zu produzieren.
Das Buch ist sehr klar strukturiert. Während der einzelnen Geschichten werden Begriffe erklärt und mit wichtigen Zahlen und Fakten ergänzt, sodass auch Leser*innen ohne Hintergrundwissen einen guten Überblick bekommen. Es hätte mir persönlich mehr an tiefe der Emotionen der einzelnen Frauen geben können, teils waren die Geschichten nach intensiver Begleitung vom Prozess plötzlich vorbei. Einige Schilderungen sind sehr eindringlich und können schwer zu verkraften sein, deshalb sollte man unbedingt auf die Triggerwarnungen achten.
Dieses Buch ist eine klare Empfehlung! Lest es, denn jeden Tag werden Frauen und Mädchen geschlagen oder getötet. - Kate Manne
Down Girl: Die Logik der Misogynie
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerTheoretisch fundierte und an zahlreichen Alltagsbeispielen erläuterte Beschreibung und Erklärung der Misogynie. Die Philosophieprofessorin Kate Manne erläutert nach einer theoretischen Definition plausibel unterschiedliche Phänomene, z.B. den Hass und die Gewalt gegenüber Frauen.
- Liv Strömquist
Der Ursprung der Welt
(58)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieser Comic von Liv Strömquist hat mir außerordentlich gut gefallen.
Das Buch geht von wertvollen Infos über das weibliche Geschlecht im Patriarchat nur so über.
Ich kann diese Lektüre sehr empfehlen, wenn man sich mit feministischen und gesellschaftskritischen Themen beschäftigen will.
Strömquist pickt sich Menschen aus verschiedenen Jahrhunderten heraus und auch Gegebenheiten, die einen oft erschaudern lassen. Wer was lernen will, ist hier gut bedient.
Fazit: Infos und Zeichnungen Top
- Elena Favilli
Good Night Stories for Rebel Girls
(28)Aktuelle Rezension von: FlamingoWer noch ein Weihnachtsgeschenk für ein Mädchen sucht, sollte dieses Buch kaufen. Es ist wunderschön gemacht, mit sehr charmanten Illustrationen. Selbst ich habe noch einige tolle Frauen kennengelernt.
Auf Englisch gibt es mittlerweile einen 2. Band; dieser 1. Band ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.























