Bücher mit dem Tag "norddeutschland"
179 Bücher
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.427)Aktuelle Rezension von: Karandi
Wie schon in der Überschrift angegeben, ist dieses Buch eines der interessantesten, die ich bis jetzt gelesen habe, wenn auch nicht eines der besten. Thomas Mann erhielt für dieses Werk den Nobelpreis. Es war zwar nicht der Anfang seiner Karriere, aber der entscheidende Durchbruch – und das kann ich gut nachvollziehen. Ich denke, dass das Buch den Nerv seiner Epoche getroffen hat.
Ich weiß, dass dieses Buch bereits unzählige positive Rezensionen erhalten hat, und ich möchte mich diesen anschließen – wenn auch nicht mit der Höchstwertung.
Wir lernen eine Familie kennen, die sich gerade auf dem Höhepunkt ihres Wohlstands und ihres gesellschaftlichen Ansehens befindet. Was ich besonders eindrucksvoll finde, ist die Tatsache, wie die Entscheidungen des Familienoberhaupts, aber auch die der Töchter und Söhne, nach und nach dazu beitragen, dieses Ansehen immer weiter in den Abgrund zu treiben. Unglückliche Ehen, mehrere Todesfälle bedeutender Familienmitglieder und ein gesellschaftliches Umfeld, das seinen Anteil am Niedergang der Familie Buddenbrook hat – all das führt schließlich zu ihrem Untergang.
Das Buch selbst zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Man lebt einfach mit der Familie mit. Es ist keineswegs spannungsgeladen, sondern vielmehr von einer ruhigen Erzählweise geprägt. Es besitzt viele traurige Züge, und wenn man ehrlich ist, ist es Realismus pur. Jeder hat in seinem Leben schon erfahren, wohin unglückliche oder unüberlegte Entscheidungen führen können.
Ich möchte nicht spoilern, deshalb lasse ich offen, warum die Hoffnung, die auf dem letzten männlichen Nachkommen ruht, schließlich zerplatzt. Ich fand das schon erschütternd. Dennoch vermittelt das Buch eine klare Botschaft: Jeder ist letztlich ersetzbar. So wie die eine Familie untergeht, steht die nächste bereits bereit, ihren Platz einzunehmen.
Ob dieses Buch wirklich ein Must-read ist, hängt meiner Meinung nach stark vom persönlichen Lesegeschmack ab. Ich wollte einfach einmal ein Buch von Thomas Mann lesen und habe mich deshalb für sein berühmtestes Werk entschieden. Unter normalen Umständen hätte ich wahrscheinlich nicht zu diesem Roman gegriffen. Deshalb kann ich allein aufgrund meines persönlichen Geschmacks keine fünf Sterne vergeben.
Ein weiterer Punkt, der für mich einen kleinen Abzug rechtfertigt, ist, dass Thomas Mann die Dialekte originalgetreu wiedergibt. Als Rheinländer hatte ich stellenweise wirklich Schwierigkeiten mit den norddeutschen beziehungsweise niederdeutsch gefärbten Dialogen. Vereinzelt treten auch süddeutsche Sprachfärbungen auf, doch vor allem die norddeutschen Passagen haben meinen Lesefluss gestört. Das hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen, zumal sich diese Passagen mitunter über eine ganze Seite erstreckten.
Ansonsten kann ich für dieses Buch nur den Daumen nach oben geben – auch wenn ich persönlich schon Werke gelesen habe, die ich noch interessanter fand und die leider nie mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.
- Katharina Hagena
Der Geschmack von Apfelkernen
(929)Aktuelle Rezension von: izzy_books„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist ein melancholischer Roman über Erinnerungen, Verlust und familiäre Verbindungen. Katharina Hagena erzählt ruhig und bildhaft, mit viel Sinn für kleine Details. Zwar ist das Tempo sehr gemächlich, doch genau darin liegt die Stärke der Geschichte: Sie entfaltet eine stille Intensität.
- Joachim Meyerhoff
Alle Toten fliegen hoch
(363)Aktuelle Rezension von: CorinaPfInhalt:
Der namenlose Protagonist möchte ein Auslandsjahr in Amerika verbingen um an einer Highschool Basekball spielen zu können. Er muss ein Aufnahmeverfahren machen und schafft es sogar. Seine Familie unterstützt ihn dabei und bald fliegt er nach Amerika. Dort lebt er bei einer Gastfamilie die ihm liebevoll aufnehmen und bis auf seinen Gastrburder auch alle mögen. Er geht auf die Highschool, lernt Mädchen kennen und kommt auch in skurile Situationen. Was das für Situationen sind müsst ihr selber lesen.
Schreibstil:
Ich habe das Buch versucht zu lesen, doch dies war leider nichts für mich. Also habe ich zum Hörbuch gegriffen, aber auch hier ich kam sehr schwer in die Geschichte. Viele meinen es ist lustig geschrieben, aber meinen Humor hat ds Buch nicht getroffen. Für mich hat es auch sehr lange dauert bis er endlich in Amerika war. Es wurde viel von der Familiegeschichte geschrieben und wie das Verhältnis zu jeden ist, eigentlich mag ich das sehr, aber es hat mich hier nicht wirklich abgeholt. Die Story die in Amerika spielt fand ich dann doch intressant auch wenn ich einige Situationen nicht ganz nachvollziehen kann z.B. darf man als Jugendlicher einfach so in ein Gefängnis in den Todestrakt spazieren. Ich fand auch das Ende war etwas skuriel und hat auch wieder nicht getroffen.
Protaognist:
Ich wurde nicht warm mit den Protagonist, er blieb mir fern. Seinen Taten waren mir manchmal nicht klar und er wirkte auch zu seinen Mitmenschen eher kühl und zurückhaltend.
Fazit:
Ich mochte den 2 Teil der Reihe deshalb wollte ich den ersten Teil auch lesen, aber leider war das Buch für mich nichts. Ich bin wahrscheinlich auch nicht die Altersgruppe für das Buch. Es wird bei mir ausziehen und es wird sicher einen anderen Leser finden der es mehr zu schätzen weiß.
- Dörte Hansen
Altes Land
(771)Aktuelle Rezension von: a_dreamerDieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.
Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.
Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl. - Dörte Hansen
Mittagsstunde
(292)Aktuelle Rezension von: mrs_overcityDas perfekte Buch für die norddeutsche Provinz.aber auch überall sonst absolut lesenswert! Warmherzig und mit viel Humor erzählt die Autorin die kleinen und großen Dramen eines Dorfes im Wandel.
Es wird viel getanzt: Vom Line-Dance der 'Brinkbüll Buffalos' in Kunstleder-Cowboystiefeln bis zum letzten Schneewalzer ist alles dabei,.
- Jules Verne
Reise zum Mittelpunkt der Erde
(435)Aktuelle Rezension von: CherubiumSicher, Bücher müssen auch im Kontext Ihrer Zeit gelesen werden und sicherlich war es vor über 100 Jahren ein Blockbuster.
Aber es ändert sich nichts daran, dass es kein gutes Buch (mehr) ist.
Die Charakter oberflächlich, die Geschichte langweilig, die Sprache altbacken.
Nichts an dem Buch hat mir Spaß gemacht, außer es zu beenden.
- Andreas Gruber
Todesmärchen
(606)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich muss sagen: Nachdem ich nun den dritten Teil der Todes-Reihe gelesen habe, erkenne ich langsam ein Muster bei Andreas Gruber. Ich weiß natürlich nicht, wie es sich in den anderen fünf Bänden verhält, aber hier bin ich der Sache relativ schnell auf die Schliche gekommen.
Natürlich tauchen wir wieder tief in die Psychologie des Menschen ein. Wie schon im vorherigen Werk ist der eigentliche Kopf hinter den Morden nicht derjenige, der sich selbst die Hände schmutzig macht, sondern jemand, der seine Lakaien und Anhänger für sich arbeiten lässt. Andreas Gruber zeigt dabei unglaublich gut, wie leicht Menschen zum Bösen verführt werden können. Das Erschreckende an solchen Ideen ist für mich immer, wie nah sie an der Realität sind.
Was die Geschichte selbst angeht, ist sie durchaus originell aufgebaut. Die Morde werden so inszeniert, dass sie auf der Vergangenheit von Maarten S. Sneijder aufbauen, der in diesem Buch gewissermaßen den Stoff für die Verbrechen liefert. Er und der eigentliche Täter haben eine gemeinsame Vorgeschichte, die den Fall maßgeblich prägt.
Auch hier lesen wir wieder zwei parallele Handlungsstränge, die am Ende zu einem Ganzen verschmelzen. Dieses Muster konnte ich bereits in Todesurteil erkennen, weshalb ich gespannt bin, ob es sich auch in den übrigen Büchern der Reihe fortsetzt. Gerade aufgrund dieser Erzählstruktur bin ich dem Kern der Geschichte allerdings recht früh auf die Spur gekommen.
Man muss allerdings sagen, dass es bei Andreas Gruber – zumindest meinem Empfinden nach – nicht immer diese klassische Auflösung gibt, bei der am Ende der Mörder gefasst wird und alles wieder in Ordnung ist. Stattdessen beschäftigt er sich mit deutlich tiefergehenden Aspekten, und genau das schätze ich an ihm als Thrillerautor. Hier geht es nicht einfach nur darum, dass jemand Menschen ermordet und anschließend verhaftet wird. Vielmehr geht es um die menschlichen Abgründe, um die Frage, was Menschen antreibt, welche Einflüsse sie prägen und wie ihr Umfeld sie beeinflusst.
Auch die Figur Hannah spielt dabei eine interessante Rolle. Obwohl mich Gruber in Bezug auf sie zeitweise etwas auf Glatteis geführt hat, erscheint vieles im Nachhinein doch recht offensichtlich.
Das ist allerdings wirklich nur als konstruktive Kritik gemeint – nicht, dass mir jetzt noch eingefleischte Andreas-Gruber-Fans aufs Dach steigen.
Alles in allem ist Todesmärchen für mich ein gelungenes Buch. Immer wieder hört man, wie wichtig es sei, die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da spätere Bände Ereignisse aus den vorherigen aufgreifen und man sich sonst ungewollt spoilern könnte.
Das fand ich besonders amüsant, weil ich mir tatsächlich das letzte Buch der Reihe bereits selbst gekauft hatte. Als ich davon einem Kollegen erzählte, hat er mich regelrecht ermahnt, die Reihe von Anfang an zu lesen – und tatsächlich so tief in die Tasche gegriffen, dass er mir die sieben vorherigen Bände geschenkt hat. An dieser Stelle also noch einmal vielen Dank, auch wenn er auf dieser Plattform leider nicht vertreten ist.
Daher empfehle ich das Buch durchaus weiter. Allerdings sollte man meiner Meinung nach den vollen Lesegenuss mitnehmen und wirklich beim ersten Band beginnen.
Von mir gibt es vier Sterne. Für Fans dieses Genres entspricht das vermutlich eher einer Bewertung von fünf Sternen, da Thriller normalerweise nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören.
- Meike Winnemuth
Das große Los
(259)Aktuelle Rezension von: Schlumpfine-02Das große Los“ von Meike Winnemuth ist ein humorvoller, inspirierender Reisebericht über ein Jahr in 12 Städten weltweit, finanziert durch einen Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ In Briefen teilt sie Aha-Erlebnisse, Kulturschocks und innere Veränderungen – ein Plädoyer für Mut und Möglichkeiten, das nie langweilig wird.
- Dörte Hansen
Zur See
(262)Aktuelle Rezension von: Ruth
Nach „ Altes Land“ und „ Mittagsstunde“ führt uns der dritte Roman von Dörte Hansen noch weiter in den Norden, auf eine namentlich nicht benannte Nordseeinsel, „ irgendwo in Jütland, Friesland oder Zeeland“. Sie erzählt darin von den Menschen, die dort heimisch sind und von denen, die nur zu Besuch kommen.
Im Mittelpunkt steht die Familie Sander, die seit 300 Jahren auf der Insel lebt. Sie wohnt im schönsten Haus mit reetgedecktem Dach, Sprossenfenster und einem ein Zaun aus Walknochen. Die männlichen Vorfahren waren Grönlandfahrer und Walfänger, die Frauen blieben daheim, bekamen Kinder und zogen sie groß, versorgten das Heim, bepflanzten den Garten und sie warteten. Warteten auf die Heimkehr ihrer Männer und Söhne, betrauerten die Toten, die das Meer behielt.
Hanne und Jens führten die Tradition fort, doch die Zeiten sind andere. Was früher selbstverständlich war und hingenommen wurde, entspricht nicht mehr dem heutigen Lebensstil. „ Sie hätten anders leben können, er und Hanne. Stattdessen haben sie das Leben ihrer Eltern fortgesetzt, Seefahrer und Seemannsfrau gespielt, die Wut für eine alte Wut gehalten und die Verletzungen für unvermeidlich. Ein Erbe angetreten, das man hätte auch ausschlagen können.“
Jens fuhr zur See und Hanne hegte einen Groll, weil sie alles allein machen musste. Zwei Kinder kamen, später noch ein drittes, das die Ehe retten sollte. Das ging natürlich schief. Hanne holte sich den Sommer über Badegäste ins Haus, für den Mann war kein Platz mehr. Da zog Jens ins Vogelschutzgebiet, weg von den Menschen. Bald zwanzig Jahre lebt er dort wie ein Eremit.
Ryckmer, der älteste Sohn, führt zunächst die Familientradition weiter. Er arbeitet als Kapitän auf einem Hochseefrachter, bis ihn eines Tages angesichts einer Riesenwelle die Angst gepackt hat. Nun „spielt“ er den Kapitän auf der Fähre, die die Touristen vom Festland auf die Insel bringt und wohnt wieder bei seiner Mutter, die ihm das Bier rationiert. Denn Ryckmer säuft seit jenem Erlebnis.
Eske hat einmal einen Versuch unternommen, der Insel und der Familie zu entkommen, doch das Heimweh trieb sie zurück. Nun arbeitet sie als Altenpflegerin hier, führt Gespräche mit den alten Leuten, zeichnet diese auf, um deren Geschichte und deren Sprache vor dem Vergessen zu bewahren. Sie hegt einen Groll auf alle Touristen, seit ihrer Kindheit, als sie ihr Zimmer für die „ Gäste“ räumen musste und ihre Mutter keine Zeit mehr für die Kinder hatte. Wenn sie mit dem Auto über die Insel fährt, tut jeder Tourist gut daran, ihr Platz zu machen. Ab und zu besucht sie ihre Festlandbeziehung Freya und lässt sich von ihr ein neues Tattoo stechen.
Einzig Henrik, der Jüngste, der schon als Kind etwas sonderlich war, scheint seinen Frieden gefunden zu haben. Er sammelt Strandgut und baut daraus skurrile Figuren. Seine Familie weiß mit ihnen wenig anzufangen, aber in der Kunstszene hat er sich damit einen Namen gemacht.
Neben der Familie Sander gibt es eine weitere Figur, die Dörte Hansen genauer betrachtet. Es ist der Inselpfarrer, der zum einen zuständig ist für die Ortsansässigen, die einfach wollen, „ dass er vernünftig seine Arbeit macht: taufen, konfirmieren, trauen, die Geburtstage der Alten nicht vergessen und auf keinen Fall die Kaffeetafel schwänzen, wenn er sie beerdigt hat“ und für die Touristen, „ die seine Seelensnacks und Impresario-Talente“ schätzen. Doch nachdem seine Frau nach über dreißig Ehejahren eine Wochenendehe führen möchte und ansonsten auf dem Festland lebt, beginnt sein Glaubensfundament zu wackeln. Er hat kein Netz mehr. „ Abgeschnitten, keinerlei Verbindung mehr zu seinem Gott und keine Nachrichten….Er betet in ein Funkloch, predigt, singt und segnet ohne Resonanz“.
Dörte Hansen versteht es meisterhaft, mit wenigen Szenen Menschen lebendig werden zu lassen. Obwohl es kaum Dialoge gibt im Roman. Das passt aber sehr gut zu diesem wortkargen Menschenschlag im Norden. Man beredet keine Konflikte, man macht einfach weiter. Kämpfe werden im Inneren ausgetragen. Der Leser muss sich selbst seinen Reim darauf machen.
Auch in diesem Roman, wie schon in „ Altes Land“ betrachtet Dörte Hansen die Besucher von außerhalb mit spöttischem Blick. Sie weiß um die Inselsehnsucht, die viele Menschen umtreibt. „ Alle Inseln ziehen Menschen an, die Wunden haben, Ausschläge auf Haut und Seele. Die nicht mehr richtig atmen können oder nicht mehr glauben, die verlassen wurden oder jemanden verlassen haben. Und die See soll es dann richten, und der Wind soll pusten, bis es nicht mehr wehtut.“ so heißt es an einer Stelle. Und dann beschließen sie in ihrem anfänglichen Überschwang, sich hier niederzulassen. „ Ein Haus am Meer gekauft. Das Luftschloss festgemacht mit Backstein, Rosenhecke und Alarmanlage. Und dann ernüchtert festgestellt, dass es nicht schwebt.“
Aber auch die Einheimischen tragen zum Ausverkauf der Insel bei. Verkaufen sich und ihren Grund und Boden für ein besseres Leben. Statt frühmorgens rauszufahren und zu fischen, werden gekaufte Krabben an gutgläubige Touristen teuer verhökert , in Ringel- T- Shirts und Seemannsmütze, versteht sich. Dazu singt der Shanty- Chor.
Doch Dörte Hansen verurteilt nicht. Wer möchte noch das harte Leben aus früheren Zeiten? Wie in „ Mittagsstunde“ hat auch auf der Insel ein unumkehrbarer Strukturwandel stattgefunden. Und der Klimawandel wird letztendlich zum völligen Verschwinden der Insel führen.
Ein spektakulärer Höhepunkt im Roman ist der Tag, an dem ein Wal auf der Insel strandet und dort verendet. Es zeigt sich, wie hilflos die Nachfahren ehemaliger Walfänger in dieser Situation sind. Hilfe von Fachleuten von außen wird gebraucht. Der Wal als Symbol, als rätselhaftes Wesen, das aus der Tiefe kommt, tot, weil er sein Element verlassen hat. In seinem Innern finden sich Plastikteile und Fischernetze, Zeichen dafür, wie der Mensch mit der Natur umgeht.
Es ist ein realistisches Bild, das Dörte Hansen von der Insel und den Menschen darauf zeichnet . Alle haben ihre Päckchen zu tragen und am Ende wird nicht alles gut. Doch man macht weiter.
Es gibt keine Verklärung der Vergangenheit, keine rührselige Nostalgie. Der Alltag damals war ungleich härter als heute, doch in der Gegenwart gibt es andere Probleme, die gemeistert werden müssen. Die See, als eigentliche Hauptfigur, bleibt das, was sie immer war.
Aber Dörte Hansen schreibt darüber so warmherzig, verständnisvoll, dann wieder mit Humor, dass die Lektüre eine einzige Freude ist. Das liegt am typischen Sound der Autorin, lakonisch, leicht melancholisch, knapp und verdichtet.
Ich habe die beiden vorigen Bücher geliebt und „ Zur See“ liebe ich auch. Wenn ich sechs Sterne vergeben dürfte, würde ich es tun.
- Romy Fölck
Totenweg
(323)Aktuelle Rezension von: DopscheMan lernt hier Frida über die ersten 70% des Buches kennen,mit vielen Rückblenden. Das muss man mögen.
Der Fall selbst ist spannend auch wenn schbell klar ist das der erste Täterder prästiert wird niccht der Täter war.
Ich hatte Probleme mit einigen der Giiguren warm zu eerden. Das drehte sich jedoch sm Ende des Buches, so das ich wohl such Bluthaus kaufen werde .
- Dörte Hansen
Broder
(46)Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemausBRODER
Dörte Hansen
ET: 09.09.26
Dörte Hansen nimmt uns mit in den Norden, zu den Zwillingsbrüdern Henning und Broder Bahnsen. Sie gleichen sich zwar bis aufs Haar, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Henning war schon immer der Wildere. Er feierte ausgelassen und begeisterte sich für Motoren aller Art. Broder dagegen war von klein auf der Vernünftigere, einer, der ein besonderes Gespür für Tiere hatte. Schon als kleiner Junge träumte er davon, eines Tages den elterlichen Hof zu übernehmen.So schien es nur folgerichtig, dass Henning, der wenige Minuten ältere Bruder, das Dorf verließ, um zu studieren. Doch mit seinem Ingenieurabschluss in der Tasche kehrte er zurück. Das Heimweh hatte ihn gepackt, und er pochte auf sein Recht, den Hof zu übernehmen. Broder musste sich daraufhin einen anderen Weg suchen. Er wurde Tierarzt, spezialisierte sich auf Pferde und arbeitete weit entfernt von seiner Heimat. Als sich jedoch auf dem Hof seines Bruders ein Unglück ereignet, kehrt Broder in seine Heimat zurück und arbeitet dort wieder als Tierarzt für Großtiere.
In ihrer gewohnt melancholischen, schonungslosen und zugleich mitreißenden Sprache erzählt Dörte Hansen von einer Familie, die seit Generationen einen „sauberen“ Hof führt. Sie zeigt, wie sehr die Landwirtschaft unter dem Druck steht, immer effizienter und konkurrenzfähiger zu werden, und wie schwer sich dieser Anspruch mit den heutigen Vorstellungen von Tierwohl vereinbaren lässt.
Besonders gefallen hat mir, wie treffend sie die Widersprüche des Dorflebens einfängt. Die Bauern wollen sich eigentlich aus allem heraushalten, und doch ist ihnen das Gerede der anderen alles andere als gleichgültig. Bloß selbst nicht in den Mittelpunkt geraten und zum Gegenstand des Dorfklatsches werden! Gerade diese kleinen Beobachtungen machen die Geschichte für mich so lebendig und glaubwürdig.
Fazit:
För mi as norddüütsches Kind weer dit Book een Stück Heimat. Een Blick in de gode Stuuv vun de Nahbers, in een Welt, de mi so vertraut is. Dörte Hansen hett mi mit ehr Geschicht bannig raakt. För mi is dat ehr bestet Book bet nu. Ik kann dat Book blots vun Harten an jo wiedergeven!
5/5 - Alexandra Flint
Kein Ozean zu tief (Tales of Sylt, Band 3)
(92)Aktuelle Rezension von: luisa2004Das Buch hat mich von Anfang bis Ende überzeugt. Es ist eine wunderschöne Cozy-Romance über Heimat, Fernweh und viele Gefühle.
Ich konnte mich supergut in die Protagonisten hineinfühlen. Beide waren sehr sympathisch und hatten dieses gewisse Etwas zwischen sich. Besonders schön fand ich ihre gemeinsame Reise durch Norddeutschland und generell das Thema Travelblogging. Sylt selbst kam aber natürlich auch nicht zu kurz und man konnte die Protagonisten aus den vorherigen Bänden wieder treffen.
Insgesamt konnte mich dieses Buch thematisch und gefühlstechnisch von allen drei Bänden am meisten überzeugen. Eine große Empfehlung für alle mit ein wenig Lese- und Reiseliebe!
- Kirsten Boie
Ein Sommer in Sommerby
(22)Aktuelle Rezension von: pardenUNTERHALTSAME FERIENGESCHICHTE...
Marthas Mama hatte einen Unfall, deswegen fliegt Papa zu ihr nach New York. Martha, Mikkel und Mats können nicht alleine bleiben und müssen zu Oma nach Sommerby, auch wenn sie die Oma überhaupt nicht kennen. Dort gibt es weder Telefon, WLAN noch Fernseher. Dafür Hühner, das Meer und viel Natur. Eines Nachts bricht jemand in den Schuppen ein. Das gibt Ärger! Kein Wunder, dass die Kinder zuerst nach Hause wollen. Doch dann ist die fremde Oma vielleicht gar nicht so doof und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer wirklich nachts um das Haus schleicht. (Verlagsbeschreibung)
Die zwölfjährige Martha und ihre jüngeren Brüder Mats und Mikkel müssen die Ferien bei ihrer Oma auf dem Land verbringen. Und diese Oma ist ein bisschen seltsam: Sie wohnt allein in einem abgelegenen Haus, verkauft selbst gemachte Marmelade, hat kein Telefon und erst recht kein Internet. Aber Hühner, ein Motorboot und ein Gewehr, mit dem sie ungebetene Gäste verjagt. Als die Idylle bedroht wird, halten die Stadtkinder und ihre Oma zusammen und erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Tatsächlich erscheinen zu Beginn weder die Kinder noch die recht grummelig wirkende Oma besonders sympathisch, was den Einstieg etwas erschwert hat. Die Kinder sind es nicht gewohnt im Haushalt zu helfen, was die Großmutter allerdings selbstverständlich erwartet, Martha aber als Sklavenarbeit empfindet. Die Zwölfjährige beschäftigt sich in Gedanken meist eher mit ihrer im Luxusurlaub verweilenden Schulfreundin und ist genervt, dass es rund um Omas Haus keinen WLAN-Empfang gibt. Den bräuchte es natürlich auch, um Nachrichten von ihrem Vater zu erhalten, der gerade in New York weilt, um seiner verunfallten Frau beizustehen, die dort im Krankenhaus liegt. Der siebenjährige Mikkel passt sich der ungewohnten Situation am leichtesten an - er ist harmoniebedürftig und bemüht sich, auch die Oma bei Laune zu halten. Mit den Tieren auf dem Hof fühlt er sich wie im Paradies, und er versucht, sich mit allen Hühnern und Gänsen anzufreunden. Mats dagegen ist ein verwöhnter Vierjähriger, der es nicht gewohnt ist, selbst nach Lösungen zu suchen und der schnell in Wut gerät und erwartet, dass alle auf seine Launen Rücksicht nehmen.
Allmählich gewöhnen sich die Kinder an das Leben auf dem Land und an die Oma, zu der sie bisher gar keinen Kontakt hatten. Und sie schließen mit den netten Menschen in der Umgebung Freundschaft. Und obgleich es ihr schwerer fällt als den beiden Kleinen, fühlt sich bald auch Martha wohl in Sommerby. Toll an der Oma ist zudem, dass sie den Kindern allerlei zutraut und sie Dinge selber regeln lässt. Aber nicht alles ist immer nur idyllisch. Da gibt es jemanden, der der Oma unbedingt ihr Häuschen abkaufen will. Und es beschäftigt Martha, weshalb der Kontakt zwischen ihren Eltern und der Oma abgebrochen ist. Kleine und große Sommerabenteuer erwarten die drei Kinder, gekrönt von einer lebensgefährlichen Bootsfahrt in einem starken Sturm.
Die (leider) gekürzte Hörbuchausgabe (5 Stunden und 50 Minuten) wird lebendig und unterhaltsam gelesen von Julia Nachtmann.
Vier Sommerby-Bände gibt es mittlerweile, und diese Feriengeschichte voller Spannung, heiterer Momente und berührender Szenen war definitiv ein netter Reiheneinstieg, der Lust auf mehr macht!
© Parden
- Sven Koch
Dünengrab
(94)Aktuelle Rezension von: PitziDer Arzt Fokko Broer, der einst wegen angeblicher sexueller Belästigung, frühzeitig seinen Job verlor, auch wenn sich die Anschuldigungen letztendlich gegen ihn als haltlos entpuppten, traut seinen Augen und Ohren nicht, als er eines Nachts, während der Nebel ums Haus wabert, Geräusche vor der Tür hört. Vor der Tür steht eine verzweifelte und schrecklich zugerichtete junge Frau, die Hilfe sucht, aber so panisch ist, dass sie auch Fokko nicht als Retter erkennt. Bevor Broer jedoch eingreifen kann, wird die Frau plötzlich von einer nur schemenhaft zu erkennenden Person zurückgerissen und beide verschwinden wieder im Nebel und lassen einen aufgewühlten und ratlosen Fokko Broer zurück, der gleich die Polizei ruft.
Während Femke Folkmers Vorgesetzter diesem Vorfall nur wenig Bedeutung schenkt, glaubt Femke Fokko Broers Behauptungen und beginnt sogleich damit zu ermitteln. Als sie auch noch auf weitere Spuren in der Gegend stößt und die junge, Männern gegenüber sehr aufgeschlossene Vikki Rickmers als vermisst gemeldet wird, wendet sich das Blatt und durch eine glückliche Fügung des Schicksals wird ein Ermittlerteam aus Oldenburg hinzugezogen.
Tjark Wolf und sein Kollege Fred wurden eigentlich strafversetzt von ihren Vorgesetzten, denn nach gewissen Tätlichkeiten gegenüber festgenommenen Tätern von Seiten eines aufgebrachten Tjarks, ist dessen Ruf mehr als angeknackst. Und das obwohl Tjark zuvor einen fast popstarähnlichen Ruf bei der Polizei genoss, nachdem er ein Buch über seine Arbeit veröffentlichte. Dieses Buch hat auch Femke gelesen und ist dementsprechend freudig überrascht, als der Autor persönlich eines Tages in ihrem Heimatörtchen Werlesiel vor ihr steht um sich des Kriminalfalles anzunehmen.
Wie sehr die Zeit drängt, offenbart sich den Ermittlern, als sie in den Dünen auf mehrere, einem Mord zum Opfer gefallene, teilweise schon mumifizierte, vergrabene Leichen stoßen. Können Femke und Tjark Vikki Rickmers noch aus den Klauen des Killers retten?Nachdem mir vor einiger Zeit Sven Kochs Roman „Brennen muss die Hexe“ durch eine glückliche Fügung in die Hände fiel, der sich im Großen und Ganzen als positive Krimileseüberraschung für mich entpuppte, war ich bereits im Vorfeld sehr gespannt auf den neuen Krimi des Autors, der diesmal in einem kleinen beschaulichen Örtchen am Meer spielt und in dessen Fokus eine junge, aber ehrgeizige Polizistin aus Werlesiel und ein bereits erfahrener Ermittler, der seit seinem Buch eine Art Vorbild für die junge Frau ist, stehen. Beide Hauptfiguren, sowohl Femke als auch Tjark sind Figuren mit Ecken und Kanten, wobei sich der Leser sicherlich etwas schneller mit der sympathischen Femke anfreunden wird, die alle Hebel in Bewegung setzt, um einen Verdächtigen vor dem Klatsch der Dorfbewohner zu bewahren. Tjark dagegen bleibt zunächst ein etwas undurchsichtiger Charakter. Man erfährt über Tjarks Leidenschaft für Superheldencomics, genauso wie über gewisse Schicksalsschläge in seiner Vergangenheit erst etwas später, aber ab diesem Zeitpunkt kann man auch Tjarks Handlungsweisen dann auch besser verstehen.
Der Krimi beginnt mit einer sehr starken und fesselnden Eingangsszene, flacht dann aber zur Mitte hin etwas ab, weil der Autor sich in diesen Romanpassagen ein wenig mehr Zeit für seine Hauptfiguren nimmt, um sie dem Leser besser vorzustellen. Während ich Vikkis Versuche ihrem Peiniger zu entkommen unglaublich spannend beschrieben fand, genauso wie mich Tjarks gemeinsame Momente mit seinem Vater berührten, hatte ich abermals ein paar Probleme mit der Angewohnheit des Autors, viele Figuren in seinem Roman in optischer Hinsicht mit bekannten Schauspielern oder Sängern zu vergleichen, was irgendwann einfach nur nervt, weil es mir ehrlich gesagt egal ist, ob eine Akteurin eine Frisur wie Amy Winehouse trägt. Da der Autor ansonsten einen sehr bildhaften Schreibstil besitzt, denke ich, dass er seine Figuren sicherlich auch etwas neutraler und trotzdem treffend beschreiben könnte ohne berühmte Vergleiche dafür heranzuziehen. Auch der Sprachjargon der männlichen Figuren geriet meiner Meinung nach ab und an ein wenig zu gewöhnlich für meinen Geschmack.
Das Showdown am Ende des Buches versöhnte mich dann jedoch wieder mit gewissen Kritikpunkten, da es wahnsinnig spannend geschrieben wurde und es drängt sich am Ende der Verdacht auf, dass „Dünengrab“ den Auftakt für eine neue Serie um Tjark Wolf bildet.
- Romy Fölck
Die Rückkehr der Kraniche
(188)Aktuelle Rezension von: AbitAbot_ButHumanZwei Geschwister, die den Kontakt zueinander, zu sich selber und zu ihren Eltern verloren haben, müssen sich zusammenlaufen, um ihre Mutter zu pflegen. Innere und äußere Konflikte sind an der Tagesordnung. Soweit ein sehr bekannter Plot.
Aber man riecht die feuchte Herbstluft, Wilhelmines Gitterapfelkuchen im Backofen.... ich werde es im Herbst noch einmal lesen.
- Meike Werkmeister
Das Glück riecht nach Sommer
(108)Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1Ina ist ein Familienmensch. Sie möchte ihre Lieben immer ganz nah haben, so zieht es sie auch nicht weit weg, als sie ihrem Leben eine Wendung geben mag.
In ihrer alten Klinik will sie erneut ihr Glück versuchen, das sie Jahre zuvor dort gelassen zu glauben scheint.
Da sie auch eine Wohnung braucht, bietet ihr ihre alte Studienfreundin Filiz an bei ihr unterzuschlüpfen. Da deren Mitbewohnerinnen aber nicht so erfreut sind, kommt Ina anschließend in einer Schrebergartenhütte unter.
Ina ist eine junge Frau, die schon mal für einen Mann ihre Träume in den Hintergrund gestellt hat und nun gemerkt hat, das dies der falsche Weg war.
In ihrer Gartenlaube macht sie mit vier fidelen Senioren neue Bekanntschaften, die ihr Denken nachhaltig prägen werden.
Eine alte und eine neue Liebe tauchen auf und es scheint schwer eine Entscheidung zu treffen. Doch wenn man seinem Herzen folgt zeigt es einem den Weg.
Das ist auch das Resümee, welches ich aus diesem Wohlfühlroman ziehe. Hör auf dein Herz und glaube an dich und deine eigene Kraft.
Ein wirklich schönes Buch für zwischendurch. -
- Romy Fölck
Bluthaus
(250)Aktuelle Rezension von: Alexa_KoserZum Buch: Während Frida Paulsen wieder zurück auf den Apfelhof ihrer Eltern ins Alte Land gezogen ist und noch nicht weiß, ob sie weiterhin bei der Polizei arbeiten möchte, erfährt Kommissar Bjarne Haverkorn eine Neuigkeit, die sein weiteres Leben komplett auf links krempelt. Fridas alte Schulfreundin Jo taucht bei ihr auf und druckst mit einem Problem herum, kurze Zeit später wird sie als Tatverdächtige in einem Mord gesucht. Doch dann verschwindet Jo und ihre Spur führt auf eine Halbinsel im hohen Norden Deutschlands…
Meine Meinung: Auch im zweiten Teil baut die Autorin wieder von Anfang an Spannung auf! Was mir an ihren Romanen besonders gut gefällt, ist, dass sie alte Fälle und neue immer ineinander verstrickt. Denn warum Jo verschwunden ist, hängt mit ihrer Vergangenheit zusammen. Da muss man als Ermittler erst einmal hinterkommen. In diesem Fall ist Bjarne sehr mit seinen privaten Angelegenheiten beschäftigt, so dass Frida fast im Alleingang den Spuren folgt. Dass das nicht ungefährlich ist, brauche ich wohl nicht erwähnen!
Der Schreibstil gefällt mir unheimlich gut. Wenn es in die Vergangenheit geht, ist es in der Kapitelüberschrift ersichtlich. Auch wenn ich hier schon ahnte, wie es damals gewesen ist, hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Und natürlich gibt es am Ende einen Showdown, wie er im Buche steht!
Mein Fazit: Für mich sind das unheimlich tolle Krimis, mit denen die Autorin uns hier unterhält! Der Lokalkolorit ist nicht überbordend, trotzdem vorhanden. Die Ermittler finden immer mehr zusammen und können sich aufeinander verlassen, richtig toll! Dafür gibt es von mir die volle Punktzahl!
- Linus Geschke
Die Verborgenen
(240)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannOh je, was habe ich da nur gelesen. Diese Geschichte war so spannend, dass ich mein zu Hause mit ganz anderen Augen sehe... Bei Familie Hoffmann gehen seltsame Dinge vor sich. Essen verschwindet, Geräusche auf der Treppe, doch niemand der Familie ist sie hoch oder hinuntergegangen, fremde Fußspuren im Keller... Doch keiner der Familie trägt Schuld daran. Ich habe vorher noch nie etwas von Phroggern gehört, ich hoffe, davor verschont zu bleiben. Hier geht dreht es sich um einen absolut spannungsgeladenen Psychothriller, mit einem heimlichen Mitbewohner,der es in sich hat. Der Phrogger kennt die Familiengeheimnisse der Familie Hoffmann. Und sie werden aufgedeckt, koste es, was es wolle. Die Familie ist gar nicht so lieb und heil, wie sie sich verkauft. Es kommt zu Streit, Angst und Misstrauen. Jede einzelne Seite war eine ( gruselige) Freude zu lesen. Ich freue mich über mehr von Linus Geschke. Das Cover ist sehr passend und der Schreibstil liest sich super.
- Maren Graf
Todschreiber
(53)Aktuelle Rezension von: LeuchtturmwaerterinWorte können so viel mehr, als nur Eindruck hinterlassen. Die Opfer in diesem Kriminalroman erfahren es am eigenen Leib.
Hier geht es um die junge Kommissarin Lena Baumann, die mit ihrem Partner Mark gemeinsam zu einem Selbstmord gerufen wird. Doch ist es wirklich ein Selbstmord?
Die Autorin hat einen schönen Schreibstil, der viel Freude beim Lesen bereitet. Die Spannung ist fast gleichbleibend hoch und die Seiten huschen dahin.
Die Figuren haben zwar wenig Tiefgang und ihre Befindlichkeiten wirken eher hölzern und konstruiert, dies tritt aber zumeist in den Hintergrund der Story. Nur die Verstrickungen von ihrem Partner mit einer anderen Figur sind mir tatsächlich gegen den Strich gegangen. Das war einfach zu sehr konstruiert und einfach platt.
Interessant war die Idee der Hypnose. Ich habe mir dazu einige Nebeninfos zu Milton H. Erickson aufgeschrieben, der die Wissenschaft in diesem Bereich maßgeblich prägte.
Die Auflösung am Ende hat mir recht gut gefallen. Doch habe ich auch ein paar Dinge anzumerken, die mir nicht so gefallen haben in dem Buch.
Zum wirklich guten Klappentext wäre in meinen Augen noch eine Triggerwarnung zum Thema Selbstmord wichtig gewesen. Das ist hier leider nicht der Fall. Und dann habe ich persönlich mich noch daran gestört, dass die Figuren alle ähnliche Namen hatten. Dr. Martens und Prof. Carstens, aber auch Martens, Martin, Marten, Mark und Marie, 2x Anna, Neumann und Baumann. Ich stolpere über so etwas immer, da ich die Figuren dann nicht mehr so gut auseinanderhalten kann.
Ich gebe dem Buch 3,5 Sterne, da ich gut unterhalten wurde, aber nicht so gut, dass ich über die oben aufgelisteten Schwächen hinwegsehen hätte können. Aber alles in allem ein solider Krimi mit Unterhaltungscharakter.
- Sabine Städing
Anna und die flüsternden Stimmen
(77)Aktuelle Rezension von: AdujaAnna ist 15 und freut sich überhaupt nicht auf die Ferien. Sie fährt mit ihrer Familie in den Urlaub, in einen kleinen Ort namens Qual. Und sie erwartet, dass das Dorf seinem Namen alle Ehre macht. Als sie ankommt, merkt sie aber schnell, dass es doch nicht so langweilig wird wie gedacht. Zum einen lernt sie den netten Tjark kennen. Und dann sind da auch noch unheimliche Ereignisse, die sie auf die Spur eines alten Geheimnisses führen.
„Anna und die flüsternden Stimmen“ ist ein tolles Jugendbuch. Mir hat vor allem die Hauptfigur Anna gefallen. Sie ist klug, mutig, neugierig und mitfühlend. Mit viel Entschlossenheit deckt sie nach und nach einen wichtigen Teil der Geschichte von Qual auf. Diese Entwicklungen haben mich auch sehr gefesselt. Die Entdeckungen wären auch ohne übernatürlich und gruselige Elemente spannend. Die Mystik hat für mich aber noch einiges zur Spannung hinzugefügt. Die einzelnen unheimlichen Geschehnisse sind gut in die Geschichte eingebaut und bringen eine besondere Atmosphäre mit sich.
Neben diesem Erzählungsstrang baut Sabine Städing auch typische Teenagerprobleme ein. Anna mag Tjark, aber sie muss erst herausfinden, wie ihre Gefühle genau aussehen. Und dann muss sie auch noch Tjarks Gefühle abschätzen. Natürlich ist da ein innerliches Chaos vorprogrammiert. Der romantische Erzählstrang ist gut in die Geschichte eingewebt und mit den anderen Elementen ausbalanciert.
„Anna und die flüsternden Stimmen“ hat mich gut unterhalten und ist ein empfehlenswertes Jugendbuch.
- Klaus-Peter Wolf
Ostfriesenangst
(173)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEine Schulklasse hat mit ihrem Lehrer eine Wattwanderung gemacht. Und ist ohne ihn zurückgekommen. Da gibt es zwei Möglichkeiten, denkt sich Ann Kathrin Klaasen. Entweder war er ein verantwortungsloser Mensch, der seine Klasse in große Gefahr gebracht hat, und dabei selbst ums Leben gekommen ist. Oder ein paar teuflische Schüler haben die Situation ausgenutzt, um einen unliebsamen Lehrer loszuwerden… Für Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller stellt sich bei ihren Ermittlungen die Frage: Sind die halbtoten Kinder am Strand von Norddeich Täter oder Opfer?
Meinung:
Klaus Peter Wolf ist mit seinen Ostfriesenkrimis schon in aller Munde, kaum einer kennt ihn nicht und seine Bücher/Filme.
Ich liebe seine Bücher einfach. Sie spielen dort, wo ich lebe. Wenn ich denke, das ich auch schon mal auf der Insel war, dort im Watt oder in dem Cafe ten Kate in Norden oder.....dann denke ich oft- hier war der Täter auch, hier wurde die Leiche gefunden usw..
Das macht die Krimis so real und wirklich. Er schafft es einfach, das man sich total hineinversetzten kann. Das auch Personen , Orte, Geschäfte usw.. aus diesen Büchern wirklich gibt, finde ich schon toll. Zuanfang hat es mich etwas gestört, es kam mir eher wie Schleichwerbung vor für Ostfriesland vor. Aber man sieht daran auch, das der Autor diese Region einfach liebt. Und was wäre Cafe ten Kate ohne die Ostfriesenkrimis??
Das hier ist Band sechs. Ich lese sie nicht der Reihe nach, sondern so wie ich lust drauf habe. Den Teil habe ich auch bereits im TV gesehen.
Da jeder Band in sich abgeschlossen ist ( außer die Triologien über Rupert und Dr. Sommerfeldt), verpasst man nicht wirklich etwas. alles wichtige wird erzählt und wer die Bücher kennt, kennt auch die Charakteren schon.
Ich mag Ann Karhrin, Weller und ja- auch nach langem, den Rupert. Obwohl ich den zuanfangs total blöd fand und den Hype um ihn nicht verstehen konnte. Aber langsam erreicht es auch mich.
Er frischt mit seiner Art eben alles auf.
Die Jugendlichen in diesem Teil haben es teilweise auch faustdicke hinter den Ohren, aber war wirklich einer von ihnen der Täter oder sind sie nur in etwas hineingeraten?
Lest selber...
- Helga Bürster
Luzies Erbe
(70)Aktuelle Rezension von: Jayjay94Das Cover ist Recht ansprechend und auch der Klappentext ist spannend geschrieben.
In dem Buch geht es um Luzie Krusenbusch, die stirbt. Ihre ganze Familie kommt zusammen, um die Beerdigung vorzubereiten. Johannes, die Enkelin, öffnet Luzies "heiligen Koffer" und geht der Geschichte ihrer Großmutter auf den Grund. Was ist damals im Zweiten Weltkrieg geschehen?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Der Klappentext verspricht so viel und leider habe ich da mehr erwartet.
Erst zum Mittelteil wird es wirklich spannend.
Am Anfang fiel es mir auch schwer in die Geschichte hineinzufinden. Mit den Personen bin ich auch durcheinander gekommen. Meiner Meinung nach würden die Protagonisten nicht wirklich vorgestellt.
Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war schwierig. Beim Lesen muss man selber überlegen, welche Zeit jetzt gemeint ist. Die überschriebenen Kapitel nützen da wenig. Vielleicht hätte man da das Jahr vermerken können.
Die Geschichte hat mir zum Schluss hin dann besser gefallen. Der Krieg spielt eine große Rolle. Interessant finde ich es auch, dass die Autorin aus dem echten Leben erzählt. Es ist vieles wirklich so passiert!
Mit den Protagonisten bin ich nicht wirklich warm geworden. Da wurde nicht viel auf die Charaktere eingegangen, bis auf Luzie's Leben.
Die Geschichte hat mir wie gesagt aber der Mitte dann besser gefallen. Einige Sätze sind tiefgründig und es werden wichtige Themen aufgegriffen.
Trotzdem war es nicht ganz so dass, was ich erwartet hatte.
Daher leider nur 3 von 5 Sterne.
- Uwe Timm
Die Entdeckung der Currywurst
(297)Aktuelle Rezension von: Sanne54Dieses Buch spielt während der letzten Wochen des 2.Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Hamburg. Der Erzähler besucht eine alte Dame, Lena Brücker, die er als Imbissbudenbesitzerin aus Kindertagen kennt und findet sie, mittlerweile erblindet in einem Seniorenheim. Sie erzählt ihm ihre Geschichte aus dieser Zeit. Im Mittelpunkt steht dabei ihre Liebesbeziehung zu dem desertierten, deutlich jüngeren und eigentlich auch verheirateten Soldaten Bremer, den sie in ihrer Wohnung versteckt und vermutlich vor dem sicheren Tod beim "Volkssturm" bewahrt. Weil sie die Zweisamkeit nicht aufgeben will, verschweigt sie ihm sogar eine zeitlang die Kapitulation der Deutschen. Diese Lüge beendet auch die Freundschaft/Beziehung (?) der beiden am Ende ohne weitere Worte. Als ihr Mann schließlich 1946 heimkehrt und sie aus der Wohnung wirft, muss Lena sich eine eigene Existenz aufbauen und das mündet in ihre Imbissbude dank der zufälligen Entdeckung der Currywurst.
Mir wurde das Buch von einer Deutschlehrerin empfohlen und ist tatsächlich als Schullektüre unfassbar oft besprochen wurden.
Deshalb, was mir besonders gefällt: Trotz des schwierigen Hintergrunds, vor dem diese Novelle spielt, konnte ich an der einen oder anderen Stelle schmunzeln, die Zeitgeschichte erfährt man am Rande, andere, konkretere, ganz menschliche Dinge stehen im Vordergrund - so, stelle ich mir vor, war es für viele Menschen, die diese Zeiten erlebten, tatsächlich gewesen. Uwe Timm erzählt mit großer Leichtigkeit, zugleich raffiniert und auch stets ernsthaft von dramatischen Zeiten.
- Gisa Pauly
Die Tote am Watt
(170)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3Der Klappentext klang eigentlich sehr vielversprechend, aber ich bin weder an die Figuren noch an die Umgebung oder die Story wirklich rangekommen. Es war mir alles beim Lesen so egal und ich habe mich gelangweilt, sodass ich schließlich nach 10% aufgegeben habe.























