Bücher mit dem Tag "nordirland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordirland" gekennzeichnet haben.

102 Bücher

  1. Cover des Buches Grabesgrün (ISBN: B00BYUHBIE)
    Tana French

    Grabesgrün

     (603)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Grabesgrün ist das erste Buch einer Serie über die Dubliner Mordkommission und erschien 2007 unter dem Originaltitel „In the Woods“. Im Wald von Knocknaree bei Dublin wird die Leiche eines 12-jährigen Mädchens gefunden. Cassie Maddox und Rob Ryan von der Dubliner Mordkommission übernehmen den Fall. Rob trägt ein blutiges Ereignis aus einer Kindheit mit sich herum, das sich in eben diesem Wald abspielte. Der Mord an dem Mädchen scheint womöglich mit den Ereignissen von vor 20 Jahren zusammen zu hängen….

    French erzählt sprachlich sehr schön und stellenweise mit sarkastischem Humor, besonders die Dialoge und die Verhörszenen finde ich ausgesprochen gut gelungen. Die Idee des Falls und die Auflösung finde ich originell und außergewöhnlich. Immer wieder legt die Autorin dabei auch falsche Spuren.

    Es geht in dem Roman nicht nur um das Verbrechen und dessen Auflösung, größere Teile befassen sich auch mit den Beziehungen der Personen untereinander.

    Mir hat der Roman gut gefallen und werde sicher noch weitere von French lesen. Vier Sterne von mir

  2. Cover des Buches Der dunkle Weg (ISBN: 9783453357990)
    Susanne Goga

    Der dunkle Weg

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ida stammt aus einer wohlhabenden Familie in Hamburg. Ihr fehlt es an nichts, doch nach einem Kunststudium in London, fühlt sich ihr altes Zuhause fremd an. Die Ansichten und Gesellschaftsvorstellungen ihrer Eltern engen sie ein und der Wunsch nach der einmal erfahrenen Freiheit lässt sie nicht mehr los. Unter dem Vorwand eine alte Freundin in Irland zu besuchen, macht sich Ida, trotz des Unmutes ihrer Eltern, erneut auf den Weg, wohl wissend, dass sie nicht so bald mehr nach Hamburg zurückkehren wird. In Irland angekommen, schafft es Ida schnell, mit ihrem Talent als Malerin und der Hilfe ihrer Freundin, Kontakte zu knüpfen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Doch  Irland steht kurz vor einer Revolution und möchte damit die Unabhängigkeit Englands erreichen. Auf dem Festland steht der erste Weltkrieg kurz bevor. Jetzt muss Ida zeigen, wie stark und unabhängig sie wirklich sein kann.

    Idas Geschichte basiert auf einer realen Begebenheit. Viele ihrer Freunde in dem Buch, waren bekannte Persönlichkeiten in der Geschichte Irlands. Die Autorin hat es wunderbar geschafft diesen Menschen erneut eine Persönlichkeit zu geben.  Ihre einzelnen Schicksale kommen sehr gut hervor und man fühlt mit jeden Einzelnen mit. Der fiktive Charakter Ida ist ebenfalls  sehr glaubwürdig und passt sich sehr gut in die Gruppe realer Charaktere ein. Ohne, dass übertrieben darauf hingewiesen wird, wirkt Ida als eine starke, aber dabei auch so ruhige Frau, die man einfach sympathisch finden muss.

    Die Handlung des Romans umfasst im Grunde die Lebensgeschichte Idas und wir begleiten sie dabei über die Jahre hinweg, bei Höhen und Tiefen und ihrem eigenen persönlichen Glück. Wir erfahren zudem viel über ihren Einsatz für Hilfsbedürftige und damit ihren Wertvorstellungen, die nicht immer zur damaligen Zeit gepasst haben. Die politische Revolution tritt dabei allerdings etwas in den Hintergrund, was mein einziger Kritikpunkt an dem Roman ist. Ich hätte gerne noch mehr Details oder Hintergrundinformationen erhalten, um ein besseres Gefühl für die Stimmung im ganzen Land zu bekommen. Natürlich wird immer wieder von Aufständen berichtet und bei dem ein oder anderen Protest ist man, durch Ida, am Rande dabei, jedoch fehlt, meiner Meinung nach, ein bisschen die geschichtliche Grundlage.

    Abgesehen von diesem kleinen Negativpunkt, hat mir „Der dunkle Weg“ aber sehr gut gefallen und die Autorin konnte mich damit erneut von einem ihrer Romane überzeugen. Wer, wie ich, Freude an gut recherchierten, bodenständigen und vielseitigen Romanen hat, der trifft mit diesem Buch eine gute Wahl.

  3. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

     (85)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Gekonnt gelingt es dem Autor Zeitgeschichte der 1980er Jahre in Belfast mit einem raffinierten Krimiplot zu verknüpfen. Getragen wird das Ganze durch seinen Hauptprotagonisten Sean Duffy, der katholische Bulle. Dieser kommt nicht ohne Makel daher, besitzt aber Moral, Tatkraft und ist durchaus stur und verbissen, wenn es darum geht seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen. In seinem ersten Fall ermittelt Duffy in alle Richtungen (wortwörtlich), was nicht jedem gefällt. Immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Aber er bleibt hartnäckig. Die Darstellung der politisch motivierten Zustände (Straßenschlachten etc.) verbindet McKinty geschickt mit dem Berufsalltag seiner Hauptfigur, und bringt dem Leser so nicht nur die aufgeladene Atmosphäre sondern auch den Charakter des Sean Duffy näher. Kurzum: Dies ist ein gesellschaftskritischer historischer Roman mit Krimiplot und einem sympathischen Hauptprotagonisten. Mir hat der Roman/Krimi sehr gut gefallen und möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe für das Buch 5 von 5 Sterne.

  4. Cover des Buches Die Sirenen von Belfast (ISBN: 9783518466124)
    Adrian McKinty

    Die Sirenen von Belfast

     (42)
    Aktuelle Rezension von: WolfgangHaupt
    Aye, da muss man fast eine Rezension schreiben. Es fängt in Nordirland im Jahre 1983 an, eine Zeit, in der man besser woanders gelebt hätte. Die IRA gegen die RUC, die englische Armee, die gerade Richtung Falkland unterwegs sind. Inspector Duffy ahnt es, die Zeiten werden härter. Das ist der Hintergrund des Buchs. Einer, der mich echt an das Buch gebunden hat. Unverbraucht, toll erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Polemik. Es reicht, wenn man es zeigt. Niemand gefällt die Situation, es war ja nicht nur die Gewalt dort ein Problem. Die Politik spielt groß mit, die Wirtschaft stagniert, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein möglicher Attentäter. 
    Angetan hat es mir der Protagonist, eine coole Socke, einer mit Orden, der ihm aber sichtlich egal ist. Bringt ihm ja sowieso nichts. Wer da ist, muss helfen, gegen die aufbegehrenden Katholiken mitmarschieren. Umso problematischer, wenn man selbst einer ist. Ein Mann zwischen den Fronten, der sein Bestes gibt, wenn er mag. Alkohol ist Thema, wer je in Irland war, weiß es ganz genau, da geht oder ging es den Nordiren sicher nicht besser. 
    Mittendrin ein Mord, der sich schwierig gestaltet, weil natürlich mehr dahinter steckt, als man anfangs glaubt. 
    Es transportiert viel Lokalkolorit, den Geist der Zeit, und bleibt es am Ende doch ein Krimi. Es hat mich an Ken Bruen erinnert, ein wenig an Ross Thomas, und doch bleibt es eigenständig. 
    Es zieht hinein, lässt einen teilhaben am vergangenen Terror, dem Leid, das solche Konflikte mit sich bringen. 
    Sean Duffy gibt sich die volle Dröhnung, sprich die Nachrichten, die von den täglichen Gewalttaten der IRA berichten. 
    Polizeireviere, die Bunkern gleichen, vollgepanzerte Fahrzeuge, Beamte, die vor dem Fahrtantritt den Unterboden nach Quecksilberzündern prüfen. 
    Ein Leben in abgestumpfter Angst, der Gewohnheit an das Unausweichliche, kann es doch jeden erwischen. 
    Es rührt auf, lässt einen nachdenklich zurück. 
    Ach ja, der Krimi: Gut angelegt, ein paar Twists und Turns, die einem zwar nicht die flache Hand auf die Stirn treiben, aber doch vom Standard abweichen. So möchte ich ein Buch lesen. Eines, auf das ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn ich wieder Zeit zum Lesen hatte. 
    Deswegen: Kaufempfehlung. Aye!
  5. Cover des Buches Die Schatten von Belfast (ISBN: 9783746628578)
    Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Can08
    Gerry Fegan, Auftragskiller und Bombenleger der IRA, saß 12 Jahre in Haft im berüchtigtem Maze Prison. Nun ist es 2007 und Gerry auf freien Fuß. 
    Doch die Welt da draußen hat sich geändert. In Nordirland ist der Frieden verkündet worden. Seine damaligen Weggefährten haben sich nun in der neuen Zeit angepasst. Doch Gerry Fegan hat seine Probleme, denn die Geister seiner 12 Opfer begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Als dann seine 12 Verfolger ihm verraten wie er sie los wird, indem er die tötet die ihren Tod zu verantworten haben, beginnt eine Hetzjagd. 



    Zu Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Geschichte rein zukommen. Es ging viel um die Veränderung der politischen Lage seit dem der Frieden in Nordirland verkündet wurde. Es wird noch immer gekämpft, nur sind die Waffen andere als in den Zeiten des Nordirland-Konflikts. Die einstmaligen IRA-Mitglieder sind entweder in der Politik oder operieren weiter im Verborgenem. 

    Um ehrlich zu sein, musste ich mich etwas schlau machen bei den ein oder anderen politischen Ereignissen die vorkamen. Auch einige Sätze, die sich rund um die Politik beschäftigten, musste ich des öfteren lesen um diese voll und ganz verstehen zu können. 
    Doch dadurch wurde mein Interesse erst recht geweckt. 

    Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelungen ist das Problem in Nordirland anzusprechen gekoppelt mit einem verrückt gewordenen ehemaligem IRA-Mitglied.
    Dieser, Gerry Fegan, war in der damaligen Zeit ein Auftragskiller und nun verfolgen ihn die Geister seiner 12 Opfer. 
    Gequält wird er von ihren Stimmen und Schreien. 
    Und trotz der schrecklichen Taten, die er begangen hat, wurde mein Mitleid für ihn geweckt.

    Diesmal ist der Hauptprotagonist der Mörder und man ist trotz dessen auf seiner Seite. Meine vollste Sympathie hatte Gerry Fegan komischerweise von Anfang an. Er kämpft um die Gerechtigkeit seiner 12 Verfolger. Eine tolle Idee wie ich finde, denn es werden dadurch mal die Gefühle und der innere Zustand des Mörders gezeigt. Und man erfährt somit auch die Gründe der Morde aus der Sicht des Mörders. 

    Das Ende war nervenzerreisend und aufregend! 
    Mehr will ich dazu aber nicht sagen. 
    Ansonsten ist der Schreibstil flüssig. Anders war diesmal, dass der Leser wusste wer das nächste Opfer von Gerry Fegan wird, aber das tat der Spannung keinen Abbruch. 

  6. Cover des Buches Gun Street Girl (ISBN: 9783518467350)
    Adrian McKinty

    Gun Street Girl

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Inzwischen habe ich mich an den Vorleser der englischen Audible-Version gewöhnt, und inzwischen gefällt es mir sogar recht gut, wie er es liest. Diese Nummer 4 der Serie um Sean Duffy war auf der Skala wieder ein bisschen unter Band 3. Für mich steht und fällt die Reihe mit dem Bezug zur politischen Lage in den 1980ern in Belfast/Nordirland.
    Die Romane, bei denen dieser Hintergrund eine größere Rolle spielen, sind definitiv die besseren Duffys. 
    Insgesamt gewinnt man aber den ironischen Duffy und seine lakonische Art, sein Leben und seine Fälle zu schildern lieb und will einfach wissen, wie es ihm weiterhin ergeht.
  7. Cover des Buches Der Klang eines Augenblicks (ISBN: 9783958183575)
    Kate Dakota

    Der Klang eines Augenblicks

     (75)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿
    Nach vielen Jahren kehrt Britt nach Irland zurück. Seit ihr Vater dort ums Leben kam, hat sie die Halbinsel Fanad im Norden des Landes, auf der sie als Kind mit ihren Eltern Urlaub machte, nicht mehr besucht. Doch nun will sie endlich wissen, wie es zu seinem angeblichen Unfalltod kam. Ihre einzige Spur ist ein Tagebucheintrag über das berühmte Book of Kells, ein Nationalheiligtum der Iren. Bei ihrer Suche nach Antworten lernt Britt den gutaussehenden Declan kennen, und obwohl sie zunächst aneinandergeraten, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Kurz darauf erfährt sie, wer er wirklich ist und erkennt, dass sie ihn unbedingt wiedersehen muss.
    (Quelle: Amazon.de)
    ✿ Meine Meinung ✿
    Hmmmm, tolles Cover, ja das stimmt. Der Inhalt des Romans war mir leider zu gekünstelt und zu übertrieben. Nach dem Lesen des Klappentextes war mir schon klar, das es ein romantischer Roman, mit viel Liebe und Gefühlen ist, aber leider kamen mir beide Komponenten zu gewollt vor. Nachdem Declan und Britt sich kennengelernt hatten, war mir der weitere Verlauf ein zu wirres Hin und Her. Jeder macht sich Gedanken über den anderen, keiner spricht es aus, jeder redet sich ein, was der andere wohl denken wird und beide Verliebten sehen dann natürlich nur das negative und das aus ihnen eh nichts werden kann. Dieses Rumgejammere hat mich sehr gestört. Die Story besteht aus der Liebesgeschichte und einem Krimistrang, der leider irgendwann verloren gegangen ist, denn damit hätte die Autorin noch ein wenig Spannung reinbringen können. Was mir wiederum gut gefallen hat, waren die Abschnitte zu Irlands Geschichte und dem "Book of Kells" im Trinity College in Dublin. Mit diesen Recherchen und den Beschreibungen der immer gerne Party machenden Iren konnte mich Kate Dakota etwas milde stimmen. Alles in allem aber ein Roman, der bei mir keinen bleiben Eindruck hinterlassen wird.
    ✿ Mein Fazit ✿
    Rasch zu lesen, aber mir war der Plot etwas zu triefig und zu überzogen.

  8. Cover des Buches Corrib Cottage (ISBN: 9783347014787)
    Iris H. Green

    Corrib Cottage

     (14)
    Aktuelle Rezension von: LilaLullaby

    Diese Geschichte spielt in meinem absoluten Traumland und erzählt von einer Protagonistin, die ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes umkrempelt und in Irland ein neues Leben beginnt. Dort findet sie ein neues Zuhause, gute Freunde, Arbeit und auch die Liebe.

    Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr flüssig. Die Charaktere hat sie sehr lebendig beschrieben, sie sind alle sympathisch.

    Dass die Story in Irland spielt, hat mich sehr gefreut. Es ist mein absolutes Traumland und wäre uns Corona nicht dazwischen gekommen, hätte ich es dieses Jahr auch kennengelernt. Der Urlaub war schon gebucht.

    So habe ich die Beschreibungen der Orte und Touren sehr genossen. Man kann alles nachvollziehen, da die Location real und nicht erfunden sind. Einige der Sehenswürdigkeiten und Touren und Orte sind jetzt gespeichert, für einen späteren Urlaub in Irland.


  9. Cover des Buches Die Psychologin (ISBN: 9783492259538)
    Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die menschliche Psyche ist sehr verletzlich. Und sie nutzt verschiedene Strategien, um mit Verletzungen umzugehen. Als ich den Klappentext las, ging mir das Buch nicht mehr aus dem Kopf. Umso mehr freute ich mich, als ich das Werk über einen Büchertausch bekam.

    In der Psychologin Anya und dem 10-jährigen Jungen Alex treffen zwei traumatisierte Menschen aufeinander. Sie spüren sofort eine Verbindung. Bei einer derartigen Konstellation gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung oder sie stürzen sich gegenseitig in einen tödlichen Abgrund. Der Grat ist schmal.

    "Als letztes sehe ich, wie Alex die Glasscherbe hoch über sich hebt. Das Licht der Neonröhre im Flur lässt die scharfe Kante glitzern." (S. 347) 

    Die Geschichte spielt in Nordirland, indem die Menschen noch mit den traumatischen Folgen des Terrors zu kämpfen haben. Die Verhältnisse, in denen Alex leben muss, sind katastrophal. Er sieht Dämonen, wobei unklar bleibt, ob sie seiner Einbildungskraft entspringen oder tatäschlich existieren. Selbst die Psychologin beginnt zu zweifeln, weil Alex Dinge von ihr weiß, die er gar nicht wissen kann. Die Grenzen verschwimmen und Vorstellungen werden erschüttert.

    Der Leser wird in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, der in die Tiefe der menschlichen Psyche führt. Die Autorin Carolyn Jess-Cooke erzählt auf faszinierende Weise jeweils aus der Sicht des Jungen Alex und der Psychologin Anya, wodurch dem Leser ein hautnahes Erleben beider Perspektiven möglich wird. Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In drei Tagen hatte ich die 378 Seiten durchgelesen. 
  10. Cover des Buches Belfast Blues (ISBN: 9783871343803)
    Michael Mueller

    Belfast Blues

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_KeJasBlog
    Der Nordirlandkonflikt, mehr als Katholiken gegen Protestanten, IRA, Bombenanschläge und Straßenkämpfe.

    Kurz zur Story:
    Belfast 1999, der englische Premierminister fällt einem Attentat zum Opfer.
    Die kurz vor Abschluß stehenden Friedensverhandlungen drohen zu scheitern. Der aus Belfast stammende Jonathan Cline soll Licht ins Dunkel bringen, denn keiner will es gewesen sein. Vor Ort trifft er seine Kindheits - und Jugendfreunde wieder - Raymon, Sean und Katie. Damals hatten sie sich geschworen gegen die Missstände dieses Bürgerkrieges zu kämpfen, aber wer ist heute auf welcher Seite?


    Der Autor Michael Müller hat mir mit dem Buch "Belfast Blues" einen tiefen Einblick in die Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit von Politik und Geheimdienst gegeben.

    Die Protagonisten um Jonathan, deren Erlebnisse als Kinder zu Zeiten des gerade aufkommenden und lange währenden Krieges haben etwas Verständnis meinerseits zu gewissen Handlungen verursacht.

    Die täglichen Grausamkeiten auch oder gerade den Kindern und Jugendlichen  gegenüber fand ich zwar recht emotionslos wiedergegeben, aber waren es doch genau diese Geschichten die geprägt haben.

    Jonathan Cline kam mir als Sonderermittler und Mitarbeiter des britischen Sicherheitsstabs als nicht wirklich dafür geeignet rüber. In so einer Position wird eher deligiert anstatt selbst ausgeführt. Seine Rolle als Romantiker dagegen hat er voll ausgeschöpft.

    Gerettet hat das Buch aber Raymond, trotz seiner Gewalttaten, seiner Zugehörigkeit und der Tatsache das er über Leichen geht.
     Sowie Sean, der verkrüppelte Junge, der als Jugendlicher erkennt wo er hingehören will und bitter dafür bezahlt. Seine Leiden und Schmerzen während der Internierung in dem zu trauriger Berühmtheit gelangtem Foltergefängnis Long Kesh, ließen ihn auch nach der Freilassung nicht los. Dieses wurde sehr eindrucksvoll beschrieben.

    Ein gut dargestelltes Politikum mit vielen Mc's und O's, Blicken hinter die Kulissen von Staat und Gesellschaft und wer wirklich die Fäden zieht.

    "The Streets are empty - Life goes on....", leider für viele nicht mehr.

    Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 
    c ) K.B 06 / 2016

  11. Cover des Buches Requiem (ISBN: 9783423249416)
    Eoin McNamee

    Requiem

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Fall des 1961 als letztem in Nordirland gehängten Mann Robert McGladdery ist durch den Autor Eoin McNamee sehr interessant aufbereitet worden.

    Damals schon war der Fall quasi ein Skandal, denn McGladdery hatte während der gesamten Ermittlungen sowie während des quälenden Prozesses immer seine Unschuld beteuert. Er habe das 19-jährige Mädchen nicht ermordet.

    Doch einen Tag vor seiner Hinrichtung widerruft er seine Unschuldbekundungen plötzlich...

    Dass der Autor Jura studiert hat, merkt man dem Schreibstil deutlich an, was mir aber sehr gut gefallen hat, denn der Mann weiß, wovon er schreibt und wie er das so aufbereitet, dass auch Jura-Unkundigere alles nachvollziehen können.

    Interessant fand ich, dass der Richter, der eindeutig nicht den Vorsitz hätte führen dürfen, den Prozess überhaupt eröffnen durfte, wenn man so will. Denn durch die Ermordung seiner Tochter war er eindeutig negativ beeinflusst. Heute würde so jemand gar nicht mehr den Vorsitz erhalten, auch nicht in den USA, die ja etwas strengere Maßstäbe an den Tag legen als hier in Deutschland zum Beispiel.

    Auch der Ermittler und seine Arbeit werden dem Leser eindrucksvoll näher gebracht. Der Autor lässt den Leser am Leben fast aller Protagonisten teilhaben und „inszeniert“ die Handlung detailliert aber nicht zu ausschweifend, genauso wie ich es auch gern lese.

    Somit ist „Requiem“ viel mehr als die bloße Aufbereitung eines scheinbar uralten Falles, viel mehr als die bloße Aneinanderreihung von Gerichtsaktenauszügen.
    Eoin McNamee schreibt tiefgründig, authentisch und spannend.

    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und bei mir bekommt es das Prädikat „besonders wertvoll“ !

  12. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783498045227)
    Colum McCann

    Transatlantik

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74

    Dieser Roman ist eine weitgespannte irisch-amerikanische Familiengeschichte, die von 1845 bis in die Neuzeit reicht. Dabei mäandert McCann durch die Zeiten, entfernt sich von seinem Hauptthema, verfolgt andere Wege und Leben, verliert dabei aber nie den roten Faden. Man erfährt viel über irische Geschichte, über die große Hungersnot durch die Kartoffelfäule beispielsweise oder über die schwierigen Verhandlungen zwischen England und Irland.

    Es sind die großen Werte, mit denen der Autor sich in diesem Buch beschäftigt: Freiheit, Menschlichkeit, familiärer Zusammenhalt. In Bruchstücken, Puzzleteilen erschließt sich der Roman, findet man Verbindungen zwischen den Personen, überbrückt man Jahrhunderte. McCann schreibt in der Tradition irischer Barden, erzählt in Einzelschicksalen die Geschichte eines Volkes.

    Ein wirklich großartiger Roman, spannend, einfühlsam ohne falsches Pathos, mit einem genauen Blick auf das, was den einzelnen Menschen ausmacht. Genau so stelle ich mir gute Literatur vor!

  13. Cover des Buches Cold Water (ISBN: 9783518471067)
    Adrian McKinty

    Cold Water

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Filip2806

    Sean Duffy steht kurz vor seiner Frührente und muss, bevor er diese antritt, seinen allerletzten Fall lösen. Ein junges 15-jähriges Mädchen ist verschwunden. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in den Neunzigern junge Frauen in Irland verschwinden. Bei der Suche nach dem Mädchen findet man ihr Auto in einem Fluss - aber nicht das Mädchen selbst. Doch dann stößt die Polizei auf eine Männerliste in dem Tagebuch des Mädchens, auf der drei Namen stehen. Diese drei Männer standen direkt in Kontakt mit dem Mädchen. Doch nicht nur die drei Männer kommen als Täter in Frage. Weitere Personen werden in Verdacht gezogen und die Ermittler merken, dass das Mädchen ein zweites Leben geführt hat.

    Trotz zahlreicher Vorbändern bin ich problemlos in diesen Thriller gestartet. Schon zu Beginn des Buches hat mir der Protagonist Duffy gefallen, der Gespräche mit viel Humor und Intelligenz angehen lässt. Er hat eine sehr humorvolle, sympathische und zynische Art, die in diesem Buch grandios zum Vorschein kommt. So entwickelt sich in diesem Buch eine „Wohlfühlstimmung“, da ich sehr gerne an der Seite von Duffy den Fall gelöst habe. Mit den weiteren Charakteren wirkte es sehr familiär. Nebenbei entwickelt sich im Buch eine recht düstere Atmosphäre, die ihren Ursprung noch in der IRA-Zeit aufweist. Aus diesem Grund geraten soziokulturelle sowie soziopolitische Motive und Themen in den Vordergrund. Diese unterstützen die Geschichte gut und bereichern das Buch informativ. Dies geschieht auf eine lebhafte und nicht trockene Art.

    An sich war der Fall sehr spannend. Der Plot hat mir gut gefallen, da man als Leser lange nach der Lösung sucht. Fragen kommen auf: „Was ist mit dem Mädchen passiert? Wo ist ihre Leiche?“ Diese Fragen werden zum Glück zum Schluss des Buches ungewöhnlich gut beantwortet. Dennoch fehlte mir in diesem Thriller ein hohes Tempo. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Handlung sich langsam aufgebaut hat, aber nicht den gewissen Höhepunkt, die besonderen Twists bzw. einen „Kick“ beinhaltet hat. Des Weiteren lässt sich sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Die Sätze sind flüssig geschrieben und nicht zu ausschweifend. Gekonnt gelingt es dem Autor, die Ich-Perspektive authentisch darzustellen. Hier würde ich mir aber noch mehr wünschen, dass man Duffy tiefgründiger kennenlernen würde.

    So kann ich zusammenfassend sagen, dass das Buch „Cold Water“ eher einem „Wolffühl-Krimi“ glich als einem rasanten Thriller. Positiv hervorzuheben in diesem Buch wäre der Protagonist mit seiner humorvollen Art, bei dem man spannend seine Ermittlungsarbeit verfolgen kann.

  14. Cover des Buches Racheengel (ISBN: 9783352008627)
    Stuart Neville

    Racheengel

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    "Racheengel" ist mein erster Roman des irischen Autors Stuart Neville. Er hat mich nach wenigen Kapiteln so überzeugt, dass ich mir auch die vorherigen Romane um den Ermittler Jack Lennon besorgt habe.
    Dazu muss ich allerdings die Menschen warnen, die ungerne harte, sehr düstere und schonungslose Thriller lesen.
    In Jacks Leben läuft so manches nicht gut. Nach dem Tod der Mutter seiner Tochter, für den er sich nach wie vor verantwortlich fühlt, will er ein treusorgender Vater sein. Bei einem Job als Ermittler in Belfast mit Bandenkriegen, Menschenhandel im Rotlichtmilieu, litauischer Mafia und Leichen über Leichen, die vertuscht werden sollen, kommt er kaum zur Ruhe, schon gar nicht zu einem weihnachtlichen Familienleben.
    Im Nacken die Verwandtschaft, die ihm die Tochter nehmen will, vor sich die harte Gewalt der Straßen, neben sich die Korruption der eigenen Bosse, das Buch legt ein unvergleichliches Tempo vor.
    Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen, oft vergaß ich beim Lesen das Atmen, ständig hatte ich einen unangenhemen und kalten Hauch der Angst im Nacken und oft brauchte ich auch einfach eine Pause um Gelesenes zu verarbeiten.
    Dabei ist Jack ein sehr sympathischer Protagonist, mit allen Ecken und Kanten, mit vielen Fehlentscheidungen und Bindungsängsten, bei aller Gewalt und Depression sicher kein angenehmer Mitmensch, und trotzdem mit einem Herz am rechten Fleck, mit dem Wunsch beseelt, das Gute zu tun.
    Demgegenüber steht die Mafia, die ein litauisches Mädchen mit Träumen und Hoffnungen und mit Todesverzweiflung so richtig mißbraucht.
    Ich würde sagen, man braucht gute Nerven, kein sensibles Gemüt, dann kann man sich von der Spannung, von der Atmosphäre und der Dramatik überennen lassen.
    Dieser Roman kann in allen Punkten mit den knallharten amerikanischen Thrillern mithalten.
    Ein neuer wichtiger Thrillerautor in meinen Regalen!
  15. Cover des Buches Am Schattenufer (ISBN: 9783869131931)
    Killen McNeill

    Am Schattenufer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Im Jahr 1973 befindet sich der blutige Konflikt in Nordirland auf dem Höhepunkt und auch das kleine Städtchen Mitchellstown wird nicht verschont. Der junge John Dalzell ist in die Katholikin Teresa verliebt, kann ihr jedoch nicht näherkommen. Um seine Ausbildung als Deutschlehrer abzuschließen, kommt er für ein Jahr nach Deutschland in den Steigerwald. Unerwartet trifft er in Bamberg auf Teresa, die ebenfalls dort studiert. In Deutschland können sie sich ihre Liebe zueinander endlich gestehen und leben miteinander, als sie die Gewalt der „troubles“ einholt.

    „Am Schattenufer“ enthält ein paar autobiografische Elemente des Autors Killen McNeill und bietet einen guten Einblick in die Auswirkungen des Nordirlandkonflikts auf das Alltagsleben der Bevölkerung. Eindringlich schildert der Autor die Beklemmung beim Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen bzw. die Einschnitte, die die Angst mit sich bringt. Auch die Trennung der Religionen geht so weit, dass jeder seine eigenen Pubs, Schulen oder sogar Sportarten und Automarken hat. So konnte man Protestanten daran erkennen, dass sie britische Autos fuhren, während die Katholiken eher deutsche oder japanische besaßen. Was für uns vielleicht verrückt klingt, war für die Menschen in Nordirland bitterer Ernst.

    Durch John und Teresa bekommt der Leser beide Perspektiven mit. Der Höhepunkt des Buches hat lebenslange Folgen für die beiden, wie man im letzten Abschnitt, der 2007 spielt, erfährt. Auch der Kontrast zu Deutschland und der Vergangenheit, die wir mit uns tragen, hat der Autor in seinen Roman mit aufgenommen, wenn auch nur kurz angerissen.

    Im letzten Abschnitt werden außerdem die Veränderungen, die das Karfreitagsabkommen von 1998 und der Friedensprozess mit sich gebracht haben, angesprochen. Für mich hätten die Schilderungen der Auswirkungen auf Teresa und ihre Familie oder die Motive, die ihr Familienmitglied hatte, bei der Gewalt mitzumachen, noch ausgiebiger ausfallen können.
    Ansonsten ein gutes Buch!
  16. Cover des Buches Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort (ISBN: 9783551311115)
    Siobhan Dowd

    Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort

     (36)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Der 18-jährige Fergus McCann fährt im ersten Licht des Tages zusammen mit seinem Onkel Tally über die Grenze von Nord- nach Südirland, um die freigelegten Torfschichten einer Baustelle zu nutzen. In Tüten abgefüllt bringt ihnen alles was sie an Torf verladen können einen schönen kleinen Nebenverdienst. Als Fergus noch ein letztes Mal in die Grube steigt, bevor der Bautrupp anrückt, schimmert im ersten Tageslicht plötzlich etwas auf. Beim näheren Hinsehen erkennt Fergus seinen grausigen Fund; ein goldener Armreif am ledrigen Handgelenk einer scheinbaren Kinderleiche. Fergus ist wie paralysiert und magisch angezogen von seinem Fund. Er will mehr über Schicksal und Alter des Kindes erfahren, von dem er aufgrund traumhafter Visionen annimmt, dass es sich um ein Mädchen handelt. Der durch den Torf gut konservierte Leichnam wird im Grenzgebiet durch Vertreter beider Seiten vorerst gesichert und soll zu weiteren Untersuchungen geborgen werden. Unter den Experten, die zur Bestimmung und Analyse des Leichnams herangezogen werden, befindet sich auch die Archäologin Felicity, die zusammen mit ihrer hübschen Tochter Cora bei Fergus‘ Eltern ein Gästezimmer bezieht.

    Fergus, der nicht nur mitten im Prüfungsstress um seinen so wichtigen Schulabschluss steht, sondern sich auch viele Gedanken um seinen inhaftierten Bruder Joey macht, ist ein Kind Nordirlands. Katholisch, heimat- und familienverbunden. Jedoch im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Joey tendiert Fergus nicht dazu die „Provos“, die provisorische IRA bei ihren extremistischen Aktionen zu unterstützen. Bei seinen morgendlichen Joggingläufen überschreitet Fergus regelmäßig die Grenzbereiche und lernt dabei den gleichaltrigen schottischen Soldaten Owain kennen. Eine Annäherung, beinahe Freundschaft, entwickelt sich, da beide jungen Männer sich auf Augenhöhe begegnen und den alten schwelenden Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten bei ihren kurzen Gesprächen über Sport, Musik und ihre Hobbies vergessen.

    Als Joey sich im Gefängnis dem Hungerstreik der politisch Inhaftierten anschließt, scheint sein Schicksal besiegelt und Fergus‘ Familie droht am Gewissenskonflikt zu zerbrechen.

    Siobhan Dowd legt ihrer Geschichte um Fergus den Hungerstreik im Gefängnis Long Kesh, auch genannt Ihrer Majestät Gefängnis, Maze, zugrunde. Dabei kämpften im Jahr 1981 die politischen Häftlinge um die Anerkennung ihres Sonderstatus. Tatsächlich hungerten sich zehn Männer zu Tode, andere wurden während ihrer Bewusstlosigkeit auf Veranlassung ihrer Familien zwangsernährt und somit vor dem Tod gerettet.

    Doch die Geschichte um Fergus erzählt viel mehr. Da ist die Moorleiche, die ihm immer wieder in Träumen und Visionen mitzuteilen versucht, welches Schicksal sie erleiden musste. Der Kontakt zu Cora, der sich zu einer zarten Liebesgeschichte am Rande der Geschehnisse entwickelt. Und Fergus, der sich quasi als Neutron mitten im Strudel der politischen Ereignisse und menschlichen Beziehungen befindet, in einem Land, welches um Unabhängigkeit und Anerkennung kämpft. Eine bis zum Ende spannend erzählte Geschichte, die sich, wie ein keltischer Knoten, magisch wieder und wieder zu verranken scheint.

  17. Cover des Buches Da wird das Huhn in der Pfanne verrückt (ISBN: 9783492257695)
    Ian Sansom

    Da wird das Huhn in der Pfanne verrückt

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die Handlung des Buches lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Israel (Bibliothek der Tumdrumer Fahrbibliothek) machen sich auf den Weg ins gelobte Land (London) um an einer Fachmesse teilzunehmen. In London (quasi vor dem elterlichen Heim) wird ihnen der Bus gestohlen. Um in Tumdrum nicht blöd dazustehen, machen sie sich auf der Suche nach dem Bus. Dabei erleben sie einige skurrile Abenteuer, bis sie wohlbehalten an ihrem Ziel ankommen. Das Buch lebt von den, zum Teil, witzigen Dialogen. Auch wenn das Buch in sich abgeschlossen ist, sollte man mit Büchern auf Räder beginnen. "Da wird das Huhn in der Pfanne verrückt" ist kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss, da es zum Teil auch sehr langatmig ist (aber ich kann mir das Buch sehr gut als Theaterstück vorstellen).
  18. Cover des Buches Blau ist die Nacht (ISBN: 9783423261111)
    Eoin McNamee

    Blau ist die Nacht

     (6)
    Aktuelle Rezension von: HarIequin

    Ein Wort um „Blau ist die Nacht“ zu beschreiben: Verwirrung. Pure Verwirrung.

    Zugegeben ist es wohl zum Teil auch mein Fehler, da der Roman der 3. Teil der „The Blue Trilogy“ ist und ich die beiden Vorgänger noch nicht gelesen habe.

    Die Reihe behandelt reale Mordfälle aus Irland, die entweder ungelöst blieben oder bei denen es juristische Fehler gab. Was zur Verwirrung beiträgt ist die Tatsache, dass es reale Fälle sind und sie somit nicht unbedingt logisch erscheinen, wie es beispielsweise bei fiktiven Thrillern der Fall wäre. Das Buch basiert zwar auf wahren Ereignissen, liest sich aber wie ein Roman oder ein Krimi.

    Hier geht es konkret um die Familie Curran und ihre Verwicklung in 2 Mordfälle. Der erste Mord geschah an der Katholikin Mary McGowan, die von Robert Taylor erstochen wurde. Obwohl sie ihn vor ihrem Tod noch identifizierte und es eindeutige Beweise gegen ihn gab, wurde er nie verurteilt. Richter bei diesem Prozess ist Lance Curran, der mit seiner Strafforderung an der Jury scheitert. Einige Jahre später wird seine Tochter Patricia Curran tot aufgefunden und ein Unschuldiger dafür verurteilt. Durch das Buch führt Ferguson, der Assistent von Lance Curran.

    Der erste Mordfall scheint sehr klar, der zweite ist allerdings sehr verworren:

    „Taylor hatte er nie mit dem Mord in Verbindung gebracht. Nie war ihm in den Sinn gekommen, dass Taylor oder ein anderer Mann, den er nicht kannte, irgendein Feind von Curran, sich zwischen den Bäumen versteckt und Patricia aufgelauert haben könnte. Jetzt schien es so wahrscheinlich wie alles andere auch. Taylor. Doris. Cutbush. Curran.“ (S. 264)

    Viele Tatverdächtige, viele Motive und doch kein Ergebnis. Sowohl die Familie Curran (v.a. Mutter Doris) wird verdächtigt, zum anderen wird einem auf den letzten Seiten nochmal ein neuer Tatverdächtiger präsentiert. Zwischendurch wird übrigens auch noch „Jack the Ripper“ hineingeworfen, um die Verwirrung komplett zu machen.

    Alles in allem sind beide Mordfälle einfach unbefriedigend, da sie zu keiner Auflösung kommen. Da sie real sind, kann ich dies natürlich nicht negativ bewerten, man sollte sich auf ein sehr frustrierendes Lese-Gefühl einstellen. Auch war mir nicht immer klar, was Fiktion des Autors ist und was der Realität entspricht.

    Das einzige Manko für mich war der teilweise anstrengende Schreibstil und die ständigen Zeitsprünge (manchmal nicht einmal mit Jahreszahl gekennzeichnet). Zudem gibt es sehr viele Personen auf  wenig Seiten, dass ich schnell durcheinanderkam (aber wie angemerkt: ich kenne die Vorgänger nicht). Sprachlich hält der Autor sich eher nüchtern und sachlich.

    Alles in allem hat mich „Blau ist die Nacht“ doch schnell in seinen Bann gezogen und ich habe vermutlich noch länger daran zu nagen. Auβerdem schafft McNamee es, eine ganze Bandbreite von Emotionen zu wecken (wenn auch eher negative). Man bleibt mit einem Gefühl von Unzufriedenheit zurück und das ist auch schon der Geniestreich: die Authentizität und Realität der realen Ermittler und aller Beteiligten. Die beiden Vorgänger werde ich mir schnellstmöglich besorgen, denn McNamee hat mich wirklich gepackt.



  19. Cover des Buches Wie du mir (ISBN: 9783943380002)
    Ellen Dunne

    Wie du mir

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Pfeil
    Hövelhof, die kleine Stadt an den Quellen der Ems, wieder einmal Schauplatz schrecklicher Dinge. Rasant mit Lokalkolorit, einem interessanten Ermittlerteam, einem abgekochten Bösewicht, der alle zum Narren hält, Spannung, einem Schuss Humor und erst spät erkennt auch der Leser, warum es überhaupt geht. Dann aber ist es endgültig vorbei mit der Beschaulichkeit einer Senne Gemeinde und selbst Europa muss sich fürchten. Sehnsüchtig habe ich auf den zweiten Senne-Krimi gewartet. Nun ist er da und wurde innerhalb von zwei Tagen verschlungen.  Ich hoffe, es kommen zukünftig noch weitere Sennekrimis.
    Daniel.B
  20. Cover des Buches Hinterhalt (ISBN: 9783426306055)
    Øistein Borge

    Hinterhalt

     (25)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Gemeinsam mit seinem Vater ist der norwegische Interpol-Ermittler Bogart Bull nach Nordirland gereist, um nach langen Jahren seinen Großvater zu besuchen. Doch die Urlaubsatmosphäre wird jäh unterbrochen, als er zu einem neuen Fall abkommandiert wird, den er gemeinsam mit der ortsansässigen Chief Inspector Miriam Dixon in einem Mordfall ermitteln soll: In einem abgelegenen Waldstück hat ein altes Ehepaar an einem geschichtsträchtigen Ort eine Leiche entdeckt – und wurde kurz danach offenbar ebenfalls getötet. Doch wer hat Interesse daran, die Vergangenheit zu verschleiern…?

    Bereits „Kreuzschnitt“ von Oistein Borge hat mir außerordentlich gut gefallen, und auch „Hinterhalt“, der zweite Band der Reihe um Bogart Bull, ist in meinen Augen ein Volltreffer – selbst wenn der Ablauf dem ersten Teil der Reihe ähnelt: Wieder wird der Ermittler in einen internationalen Fall mit geschichtsträchtigem Hintergrund hineingezogen, in dem sich die Vergangenheit auf äußerst clevere Weise mit fiktionalen Ereignissen aus der Gegenwart verbindet. Doch es gibt noch zahlreiche Elemente, die das Buch trotz vertrauter Atmosphäre anders, neu und frisch wirken lassen. Zum einen ist das der wohltuende Ortswechsel, wobei der Sprung von der französischen Riviera ins nördliche Irland nicht nur eine andere Stimmung, einen anderen Schlag von Menschen mit sich bringt, was der Autor gekonnt einfließen lässt. Auch der historische Hintergrund wird sehr gekonnt dargestellt und mit der gut funktionierenden Zweiteilung der Handlung von Vergangenheit und Gegenwart versehen. Der angenehme Lerneffekt über viele Hintergründe der irischen Separationsbewegung ist dabei clever eingebaut, zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich in einer langweiligen Geschichtsstunde gefangen.

    Auch der Ablauf der Handlung unterscheidet sich gar nicht mal so sehr von seinem Vorgänger, der Autor folgt einem ähnlichen Rhythmus von neuen Rätseln und packenden Offenbarungen, sodass man immer tiefer in die Handlung und ihre Hintergründe eintaucht. Die eingebauten Überraschungen und Wendungen sind aber dennoch sehr wirkungsvoll, was mit viel Energie und in markanten Szenen umgesetzt wurde. Toll ist auch, dass die Charaktere durchaus ihren Einfluss auf die Handlung haben und ihr eine eigene Färbung geben, man mitfiebert und immer neue Eigenheiten entdeckt, diese sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Auch die neue Ermittlerin Miriam Dixon ist eine Bereicherung für den Roman, der Leser lernt eine interessante Figur kennen, auf die sich auch Bogart Bull erst einmal einstellen muss, was für reizvolle Momente sorgt.

    Bogart Bull wird in einen ganz neuen Kontext gesetzt, ermittelt in einer anderen Umgebung und wieder in einem Fall, in dem Historie und Gegenwart gekonnt kombiniert werden. Das sorgt nicht nur für eine eigenwillige Stimmung, sondern für viele gut recherchierte und lesenswert aufbereitete Informationen über Irlands Geschichte. Mit authentischen Figuren versehen und vielen Wendungen gespickt ist auch der zweite Teil der Reihe sehr empfehlenswert geraten.

  21. Cover des Buches Der sichere Tod (ISBN: 9783518463437)
    Adrian McKinty

    Der sichere Tod

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Eglfinger
    Die Bronx. Harlem. 2000 Morde pro Jahr. Und nicht gerade das, was der Ire Michael Forsythe sich von New York erhofft hat. Aber als Neuling in Darkey Whites Street Gang macht Michael sich gut. Bis er sich mit dessen Freundin einlässt – eigentlich sein Todesurteil. Doch Darkey hat Michael unterschätzt. Der Ire Michael Forsythe reist 19-jährig als Illegaler in die USA ein um als Handlanger in Darkey Whites mafiöser Organisation zu arbeiten. Er wird in Harlem in einem ungezieferverseuchtem Drecksloch einquartiert und wartet auf seine Chance. Als er endlich zur Tat schreiten kann, erweist er sich als skrupelloser Gewalttäter und es eröffnen sich große Chancen in Whites Mafia. Doch als er sich in die Geliebte seines Chefs, Bridget, verliebt, begeht er einen Riesenfehler. Auf einer Mexikoreise geht bei einem Drogendeal etwas schief und er landet in einem mexikanischen Gefängnis. Schnell stellt sich heraus, dass die Mexikoreise eine Falle war, von der Michael nicht lebendig zurückkommen soll. Doch Michael ist zäher als gedacht und die Rache, die er geschworen hat, sollen Michaels Gegner schon bald am eigenen Leib spüren. Michael wird vom Autor aber nicht nur als skrupelloser Gewalttäter oder gnadenloser Rächer dargestellt, sondern auch als literarisch kultiviert. Mit seinem literarischen Intellekt, gepaart mit Straßenweißheiten, treibt er seine Gangmitglieder immer wieder zur Weißglut, weil er sie spüren lässt, dass sie ihm intellektuell unterlegen sind. Und oft begibt er sich in Tagträume, die einem als Leser halluzinierend vorkommen, die ihm aber auf seiner Flucht von Mexiko vermutlich das Leben retten. Die Geschichte spielt im Jahr 1992, als in Irland noch der Bürgerkrieg vorhanden war, und bevor in New York der spätere Bürgermeister Giuliani mit seiner Nulltoleranzstrategie die Straßen von NY wieder sicherer machte. Es wird nicht auf damalige politische Ereignisse oder heute historisch wichtige Personen eingegangen, sondern sie handelt einfach nur von einem jungen Mann, der sich den Umständen seines Lebens anpasst und daraus versucht das Beste zu machen. Der Schreibstil des Autors ist ein wenig ungewöhnlich, weil die wörtliche Rede nicht hervorgehoben ist, aber das lässt die Geschichte noch intensiver wirken und man gewöhnt sich schnell daran. Woran man sich nicht so schnell gewöhnt, ist die detailbeschriebene Brutalität, aber auch die ist nötig, damit man als Leser ein authentisch Gefühl für das Milieu bekommt, in dem die Geschichte spielt. Ich gebe nur 4 von 5 Sternen, weil mir manchmal der Fortgang der Handlung ein wenig durchhängt.
  22. Cover des Buches Schnee in Amsterdam (ISBN: 9783406727009)
    Bernard MacLaverty

    Schnee in Amsterdam

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Ich wollte dieses Buch schon lange lesen und bin jetzt ein wenig unschlüssig, denn ich möchte fair bewerten. Es ist ohnehin kein leichtes Thema, das Bernhard MacLaverty sich vorgenommen hat: ein älteres Paar in einer tiefen Krise, sie trägt sich mit Trennungsabsichten, er hat ein heftiges Alkoholproblem. Eine Reise von Glasgow nach Amsterdam soll retten, was noch zu retten ist - nur hat Stella dabei etwas völlig anderes im Sinn als Gerry, der Ehemann. Doch, es gibt eine Überraschung gegen Ende der Story und wir erfahren auch einiges über deny Hintergrund dieser Ehe, die sich in einer Sackgasse befindet: nur dauert das alles leider teilweise furchtbar lange und las sich manchmal eher quälend. Der Strom der Gedanken beider Hauptfiguren entfernt sich manchmal für meinen Geschmack recht weit vom eigentlichen Thema. Auch empfand ich es als ausgesprochen schwierig, mitzuerleben, wie wenig Alkoholiker Gerry sich seiner Situation bewusst ist- aber das ist vielleicht bei Suchtkranken einfach so. Deprimiert hat mich dann noch mal der Schluss: ein eher halbherziges „Wir bleiben zusammen“ , dem bereits die Gefahr innewohnt, dass sie weiter nebeneinanderher leben wie bisher: ohne rechte Freude, ohne Aufbruch. Bis Gerry in die Entzugsklinik muss?Oder Ins Altersheim? Das ist alles sehr wahrhaftig und glaubwürdig, aber auch unglaublich traurig. Ich hoffe nur, MacLaverty schreibt hier nicht aus eigenem Erleben...
  23. Cover des Buches Die Frauen von Ballycastle (ISBN: 9783732538072)
    Sandra Binder

    Die Frauen von Ballycastle

     (24)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge
    ✿ Kurz zur Geschichte ✿
    Fina Ramsays Geschäft läuft dürftig. Ihre kleine, gemütliche Buchhandlung The Reading Corner leidet unter der neu eröffneten Filiale der McClary's-Books-Kette, mit dessen Besitzer Liam McClary sie einen regelrechten E-Mail-Krieg führt. Und dann entert der Snob auch noch ihr Privatleben: Als ihre an Alzheimer erkrankte Großmutter ins Pflegeheim zieht, findet Fina beim Entrümpeln der Wohnung einen Brief. In dem wirren Schriftstück deutet ihre Großmutter an, dass die Ramsays und die McClarys mehr als nur die Liebe zu Büchern teilen. Doch was hat sich 1970 wirklich im unruhigen Nordirland zwischen den beiden Familien abgespielt? Um dieses Geheimnis zu lüften, muss Fina sich zwangsläufig ihrem "Feind" nähern.
    (Quelle: Amazon.de)
    ✿ Meine Meinung ✿
    Nordirland? Ein altes Familiengeheimnis? Ein wenig Romantik und eine Liebesgeschichte? Welch eine perfekte Kombination. Damit hat die Autorin alles richtig gemacht und mich an einem einzigen Nachmittag wunderbar unterhalten. Der Schreibstil ist gut zu lesen, ohne das es zu verzwickt, oder zu nachdenklich wirkt. Ich habe mich entführen lassen auf die Grüne Insel und war dabei wie Fina versucht sich ihren kleinen Buchladen, nicht durch die genau gegenüberliegende moderne Buchladenkette, zerstören zu lassen. Ein alter Brief lässt dieses Problem aber vorerst etwas in den Hintergrund fallen, bis man merkt das alles irgendwie zusammenhängen muss. Fina muss lernen auch einmal hinter die Fassade eines Menschen zu blicken, ohne die Person gleich per se zu verurteilen. Man denkt immer, was man sieht und weiß, das muss so sein, aber hier ist es so, das man lernt, es kann auch alles ganz anders enden. Trotz der etwas ernsteren Themen wie der politischen Lage in Nordirland und der Alzheimer-Erkrankung von Fina´s Oma ist der restliche Plot einfach zum in die Geschichte abtauchen lassen geeignet. Etwas Gedankentiefe ist nie falsch, denn man spürt zwischen den Zeilen das Fina immer bewusst gegen ihre Gefühle handelt und Liam zeigt sich offen, bis auf eine Begebenheit, die alles ins Wanken bringt.
    ✿ Fazit ✿
    Ein unterhaltsamer Roman, den man bei herrlichem Sonnenschein im Garten an einem Nachmittag genießen kann. Einfach treiben lassen, ohne das etwas zu kompliziert erscheint. Zudem wird wieder einmal klar, bitte unterstützt die kleinen, so liebevoll geführten örtlichen Buchhandlungen.
  24. Cover des Buches Dirty Cops (ISBN: 9783518469668)
    Adrian McKinty

    Dirty Cops

     (22)
    Aktuelle Rezension von: notaboo
    McKinty - forever; humorvoll, politisch, das 08.15-Cop-Leben, realistisch, nicht immer erfolgreich, spannend bis zum Schluss. Retrozeiten! Die ganze Serie war genial, selten so eine coole Serie gelesen!!!

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