Bücher mit dem Tag "nordirland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordirland" gekennzeichnet haben.

102 Bücher

  1. Cover des Buches Grabesgrün (ISBN: B00BYUHBIE)
    Tana French

    Grabesgrün

     (608)
    Aktuelle Rezension von: happyoldendays

    Im fiktiven Dubliner Vorort Knocknaree ereignete sich im Sommer 1984 eine schreckliche Tat: Drei Kinder, die im Wald spielen waren, werden vermisst. Eines der Kinder findet die Polizei völlig verängstigt im Wald, mit blutigen Schuhen und ohne jede Erinnerung daran, was sich zugetragen hat.

    Zwanzig Jahre später ist dieses Kind Ermittler bei der Dubliner Mordkommission. Seinen Namen hat er zu Rob Ryan geändert, denn seine Kindheit hält er geheim. Nur seine engste Kollegin und beste Freundin Cassie Maddox weiß Bescheid. Doch dann werden die beiden zur Leiche eines kleinen Mädchens in Knocknaree gerufen und Detective Ryan wird nicht nur mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit der Frage, ob die beiden Fälle zusammenhängen.

    Dieser Debütroman von Tana French besticht durch seine atmosphärische Erzählweise und einem gut gesponnen Plot. Mit einem scharfen Auge und wunderbar präziser Sprache lässt die Autorin die Schauplätze und die Figuren des Romans vor dem Auge des Lesers lebendig werden. Die Charaktere sind vielschichtig und differenziert, ihre Handlungen und Motive nachvollziehbar. Besonders interessant fand ich die beiden Hauptfiguren Rob Ryan und Cassie Maddox, weil sie keine 0815-Standardermittler sind. Beide quälen sich mit Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit und suchen Zuflucht in einer innigen Freundschaft. Doch der neue Fall stellt nicht nur ihre kriminalistischen Fähigkeiten auf die Probe, sondern auch ihre Beziehung. Der Fall selbst ist komplex, die Autorin präsentiert einige mögliche Tathergänge, die durch intensive Ermittlungen und Verhöre durchgespielt werden, aber zunächst keine Lösung offenbaren. Dadurch zieht sich die Aufklärung des Mordes ziemlich in die Länge, die Spannung baut sich eher gemächlich auf. Dennoch empfand ich die Geschichte als fesselnd, weil ich als Leser mehr über die Figuren und vor allem über das Verschwinden der Kinder vor zwanzig Jahren erfahren wollte. Die Enthüllung des Täters ergibt sich dann logisch aus den gestreuten Indizien und war für mich überzeugend.  

     

    FAZIT: „Grabesgrün“ ist ein wunderbar geschriebener Kriminalroman, der sich besonders durch seine vielschichtigen Figuren auszeichnet. Leser die den Nervenkitzel suchen könnten enttäuscht sein, da die Ermittlungen nur langsam voranschreiten. Aber all denjenigen die gerne einmal einen andersartigen Spannungsroman mit komplexen Charakteren (mit dunkler Vergangenheit) lesen möchten, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

     

  2. Cover des Buches Schnee in Amsterdam (ISBN: 9783406727009)
    Bernard MacLaverty

    Schnee in Amsterdam

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Ich wollte dieses Buch schon lange lesen und bin jetzt ein wenig unschlüssig, denn ich möchte fair bewerten. Es ist ohnehin kein leichtes Thema, das Bernhard MacLaverty sich vorgenommen hat: ein älteres Paar in einer tiefen Krise, sie trägt sich mit Trennungsabsichten, er hat ein heftiges Alkoholproblem. Eine Reise von Glasgow nach Amsterdam soll retten, was noch zu retten ist - nur hat Stella dabei etwas völlig anderes im Sinn als Gerry, der Ehemann. Doch, es gibt eine Überraschung gegen Ende der Story und wir erfahren auch einiges über deny Hintergrund dieser Ehe, die sich in einer Sackgasse befindet: nur dauert das alles leider teilweise furchtbar lange und las sich manchmal eher quälend. Der Strom der Gedanken beider Hauptfiguren entfernt sich manchmal für meinen Geschmack recht weit vom eigentlichen Thema. Auch empfand ich es als ausgesprochen schwierig, mitzuerleben, wie wenig Alkoholiker Gerry sich seiner Situation bewusst ist- aber das ist vielleicht bei Suchtkranken einfach so. Deprimiert hat mich dann noch mal der Schluss: ein eher halbherziges „Wir bleiben zusammen“ , dem bereits die Gefahr innewohnt, dass sie weiter nebeneinanderher leben wie bisher: ohne rechte Freude, ohne Aufbruch. Bis Gerry in die Entzugsklinik muss?Oder Ins Altersheim? Das ist alles sehr wahrhaftig und glaubwürdig, aber auch unglaublich traurig. Ich hoffe nur, MacLaverty schreibt hier nicht aus eigenem Erleben...
  3. Cover des Buches Der dunkle Weg (ISBN: 9783453357990)
    Susanne Goga

    Der dunkle Weg

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ida stammt aus einer wohlhabenden Familie in Hamburg. Ihr fehlt es an nichts, doch nach einem Kunststudium in London, fühlt sich ihr altes Zuhause fremd an. Die Ansichten und Gesellschaftsvorstellungen ihrer Eltern engen sie ein und der Wunsch nach der einmal erfahrenen Freiheit lässt sie nicht mehr los. Unter dem Vorwand eine alte Freundin in Irland zu besuchen, macht sich Ida, trotz des Unmutes ihrer Eltern, erneut auf den Weg, wohl wissend, dass sie nicht so bald mehr nach Hamburg zurückkehren wird. In Irland angekommen, schafft es Ida schnell, mit ihrem Talent als Malerin und der Hilfe ihrer Freundin, Kontakte zu knüpfen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Doch  Irland steht kurz vor einer Revolution und möchte damit die Unabhängigkeit Englands erreichen. Auf dem Festland steht der erste Weltkrieg kurz bevor. Jetzt muss Ida zeigen, wie stark und unabhängig sie wirklich sein kann.

    Idas Geschichte basiert auf einer realen Begebenheit. Viele ihrer Freunde in dem Buch, waren bekannte Persönlichkeiten in der Geschichte Irlands. Die Autorin hat es wunderbar geschafft diesen Menschen erneut eine Persönlichkeit zu geben.  Ihre einzelnen Schicksale kommen sehr gut hervor und man fühlt mit jeden Einzelnen mit. Der fiktive Charakter Ida ist ebenfalls  sehr glaubwürdig und passt sich sehr gut in die Gruppe realer Charaktere ein. Ohne, dass übertrieben darauf hingewiesen wird, wirkt Ida als eine starke, aber dabei auch so ruhige Frau, die man einfach sympathisch finden muss.

    Die Handlung des Romans umfasst im Grunde die Lebensgeschichte Idas und wir begleiten sie dabei über die Jahre hinweg, bei Höhen und Tiefen und ihrem eigenen persönlichen Glück. Wir erfahren zudem viel über ihren Einsatz für Hilfsbedürftige und damit ihren Wertvorstellungen, die nicht immer zur damaligen Zeit gepasst haben. Die politische Revolution tritt dabei allerdings etwas in den Hintergrund, was mein einziger Kritikpunkt an dem Roman ist. Ich hätte gerne noch mehr Details oder Hintergrundinformationen erhalten, um ein besseres Gefühl für die Stimmung im ganzen Land zu bekommen. Natürlich wird immer wieder von Aufständen berichtet und bei dem ein oder anderen Protest ist man, durch Ida, am Rande dabei, jedoch fehlt, meiner Meinung nach, ein bisschen die geschichtliche Grundlage.

    Abgesehen von diesem kleinen Negativpunkt, hat mir „Der dunkle Weg“ aber sehr gut gefallen und die Autorin konnte mich damit erneut von einem ihrer Romane überzeugen. Wer, wie ich, Freude an gut recherchierten, bodenständigen und vielseitigen Romanen hat, der trifft mit diesem Buch eine gute Wahl.

  4. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Gekonnt gelingt es dem Autor Zeitgeschichte der 1980er Jahre in Belfast mit einem raffinierten Krimiplot zu verknüpfen. Getragen wird das Ganze durch seinen Hauptprotagonisten Sean Duffy, der katholische Bulle. Dieser kommt nicht ohne Makel daher, besitzt aber Moral, Tatkraft und ist durchaus stur und verbissen, wenn es darum geht seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen. In seinem ersten Fall ermittelt Duffy in alle Richtungen (wortwörtlich), was nicht jedem gefällt. Immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Aber er bleibt hartnäckig. Die Darstellung der politisch motivierten Zustände (Straßenschlachten etc.) verbindet McKinty geschickt mit dem Berufsalltag seiner Hauptfigur, und bringt dem Leser so nicht nur die aufgeladene Atmosphäre sondern auch den Charakter des Sean Duffy näher. Kurzum: Dies ist ein gesellschaftskritischer historischer Roman mit Krimiplot und einem sympathischen Hauptprotagonisten. Mir hat der Roman/Krimi sehr gut gefallen und möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe für das Buch 5 von 5 Sterne.

  5. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783498045227)
    Colum McCann

    Transatlantik

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Ein schöner Schreibstil vom Autor der uns auf 3 historische Geschichten mitnimmt wo sich das Band einer Frau aus verschiedenen Generationen durchzieht. Dies verpackt in einem packenden Roman mit wundervollen Eindrücken aus Irland.

  6. Cover des Buches Hinterhalt (ISBN: 9783426306055)
    Øistein Borge

    Hinterhalt

     (27)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Gemeinsam mit seinem Vater ist der norwegische Interpol-Ermittler Bogart Bull nach Nordirland gereist, um nach langen Jahren seinen Großvater zu besuchen. Doch die Urlaubsatmosphäre wird jäh unterbrochen, als er zu einem neuen Fall abkommandiert wird, den er gemeinsam mit der ortsansässigen Chief Inspector Miriam Dixon in einem Mordfall ermitteln soll: In einem abgelegenen Waldstück hat ein altes Ehepaar an einem geschichtsträchtigen Ort eine Leiche entdeckt – und wurde kurz danach offenbar ebenfalls getötet. Doch wer hat Interesse daran, die Vergangenheit zu verschleiern…?

    Bereits „Kreuzschnitt“ von Oistein Borge hat mir außerordentlich gut gefallen, und auch „Hinterhalt“, der zweite Band der Reihe um Bogart Bull, ist in meinen Augen ein Volltreffer – selbst wenn der Ablauf dem ersten Teil der Reihe ähnelt: Wieder wird der Ermittler in einen internationalen Fall mit geschichtsträchtigem Hintergrund hineingezogen, in dem sich die Vergangenheit auf äußerst clevere Weise mit fiktionalen Ereignissen aus der Gegenwart verbindet. Doch es gibt noch zahlreiche Elemente, die das Buch trotz vertrauter Atmosphäre anders, neu und frisch wirken lassen. Zum einen ist das der wohltuende Ortswechsel, wobei der Sprung von der französischen Riviera ins nördliche Irland nicht nur eine andere Stimmung, einen anderen Schlag von Menschen mit sich bringt, was der Autor gekonnt einfließen lässt. Auch der historische Hintergrund wird sehr gekonnt dargestellt und mit der gut funktionierenden Zweiteilung der Handlung von Vergangenheit und Gegenwart versehen. Der angenehme Lerneffekt über viele Hintergründe der irischen Separationsbewegung ist dabei clever eingebaut, zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich in einer langweiligen Geschichtsstunde gefangen.

    Auch der Ablauf der Handlung unterscheidet sich gar nicht mal so sehr von seinem Vorgänger, der Autor folgt einem ähnlichen Rhythmus von neuen Rätseln und packenden Offenbarungen, sodass man immer tiefer in die Handlung und ihre Hintergründe eintaucht. Die eingebauten Überraschungen und Wendungen sind aber dennoch sehr wirkungsvoll, was mit viel Energie und in markanten Szenen umgesetzt wurde. Toll ist auch, dass die Charaktere durchaus ihren Einfluss auf die Handlung haben und ihr eine eigene Färbung geben, man mitfiebert und immer neue Eigenheiten entdeckt, diese sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Auch die neue Ermittlerin Miriam Dixon ist eine Bereicherung für den Roman, der Leser lernt eine interessante Figur kennen, auf die sich auch Bogart Bull erst einmal einstellen muss, was für reizvolle Momente sorgt.

    Bogart Bull wird in einen ganz neuen Kontext gesetzt, ermittelt in einer anderen Umgebung und wieder in einem Fall, in dem Historie und Gegenwart gekonnt kombiniert werden. Das sorgt nicht nur für eine eigenwillige Stimmung, sondern für viele gut recherchierte und lesenswert aufbereitete Informationen über Irlands Geschichte. Mit authentischen Figuren versehen und vielen Wendungen gespickt ist auch der zweite Teil der Reihe sehr empfehlenswert geraten.

  7. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

  8. Cover des Buches Die Sirenen von Belfast (ISBN: 9783518466124)
    Adrian McKinty

    Die Sirenen von Belfast

     (44)
    Aktuelle Rezension von: WolfgangHaupt
    Aye, da muss man fast eine Rezension schreiben. Es fängt in Nordirland im Jahre 1983 an, eine Zeit, in der man besser woanders gelebt hätte. Die IRA gegen die RUC, die englische Armee, die gerade Richtung Falkland unterwegs sind. Inspector Duffy ahnt es, die Zeiten werden härter. Das ist der Hintergrund des Buchs. Einer, der mich echt an das Buch gebunden hat. Unverbraucht, toll erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Polemik. Es reicht, wenn man es zeigt. Niemand gefällt die Situation, es war ja nicht nur die Gewalt dort ein Problem. Die Politik spielt groß mit, die Wirtschaft stagniert, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein möglicher Attentäter. 
    Angetan hat es mir der Protagonist, eine coole Socke, einer mit Orden, der ihm aber sichtlich egal ist. Bringt ihm ja sowieso nichts. Wer da ist, muss helfen, gegen die aufbegehrenden Katholiken mitmarschieren. Umso problematischer, wenn man selbst einer ist. Ein Mann zwischen den Fronten, der sein Bestes gibt, wenn er mag. Alkohol ist Thema, wer je in Irland war, weiß es ganz genau, da geht oder ging es den Nordiren sicher nicht besser. 
    Mittendrin ein Mord, der sich schwierig gestaltet, weil natürlich mehr dahinter steckt, als man anfangs glaubt. 
    Es transportiert viel Lokalkolorit, den Geist der Zeit, und bleibt es am Ende doch ein Krimi. Es hat mich an Ken Bruen erinnert, ein wenig an Ross Thomas, und doch bleibt es eigenständig. 
    Es zieht hinein, lässt einen teilhaben am vergangenen Terror, dem Leid, das solche Konflikte mit sich bringen. 
    Sean Duffy gibt sich die volle Dröhnung, sprich die Nachrichten, die von den täglichen Gewalttaten der IRA berichten. 
    Polizeireviere, die Bunkern gleichen, vollgepanzerte Fahrzeuge, Beamte, die vor dem Fahrtantritt den Unterboden nach Quecksilberzündern prüfen. 
    Ein Leben in abgestumpfter Angst, der Gewohnheit an das Unausweichliche, kann es doch jeden erwischen. 
    Es rührt auf, lässt einen nachdenklich zurück. 
    Ach ja, der Krimi: Gut angelegt, ein paar Twists und Turns, die einem zwar nicht die flache Hand auf die Stirn treiben, aber doch vom Standard abweichen. So möchte ich ein Buch lesen. Eines, auf das ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn ich wieder Zeit zum Lesen hatte. 
    Deswegen: Kaufempfehlung. Aye!
  9. Cover des Buches Die verlorenen Schwestern (ISBN: 9783518465950)
    Adrian McKinty

    Die verlorenen Schwestern

     (36)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Anfang der 1980er brechen mehrere IRA Terroristen aus einem Gefängnis aus. Etliche werden wieder gefasst, viele bleiben verschwunden. Man vermutet sie in Libyen. Unter ihnen ist auch ein ehemaliger Schulkamerad des Polizisten Sean Duffy. Dumm nur, dass Sean aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist. Allerdings schafft es der MI5 Duffy zu überzeugen, wieder in den Dienst zurückzukehren. Doch leicht hat es auch Sean Duffy nicht, den Verschwundenen ausfindig zu machen. Er beginnt mit Befragungen von Freunden und Verwandten des Gesuchten, rennt aber erstmal gegen eine Mauer des Schweigens. Erst die ehemalige Schwiegermutter des Abgängigen erklärt sich unter einer Bedingung bereit, den möglichen Aufenthaltsort bekannt zu geben.


    Die Nordirlandfrage schien doch geklärt. Nach der Brexitabstimmung müssen sich die Beteiligten allerdings neu finden und Nordirland geht einer Zeit der nicht unbeachtlichen Unsicherheit entgegen. Im Jahr 2014 als dieser Roman geschrieben wurde, ging der Autor noch von einer anderen künftigen Lage aus. Möglicherweise träumte er sogar von einem vereinigten Irland. Zur Zeit, in der sein Roman angesiedelt ist, war davon noch nichts zu spüren. Der Terror herrschte im Land, es war jederzeit mit Anschlägen zu rechnen. Das Misstrauen war groß. Der katholisch-britische Polizist sitzt zwischen allen Stühlen und ist mit sich selbst nicht im Reinen. Dennoch versucht er, seine Fälle aufzuklären. In diesen Momenten ist er eher unpolitisch, er will einfach die Wahrheit finden. Zu Beginn dieses seines dritten Falles hat er sich in eine Situation manövriert, in der seine Vorgesetzten endlich eine Möglichkeit sehen, ihn aus dem Dienst zu entfernen. Welch eine Genugtuung für Sean als er gefragt wird, ob er nicht wieder einsteigen möchte. Endlich einmal kann er Bedingungen stellen, wenn auch nicht alle erfüllt werden. 


    Gerade in der heutigen Lage hat dieser Nordirland-Krimi eine große Aktualität. Zumindest in dem Gedanken, dass man die damalige Situation nicht wieder haben möchte und dass man sich doch an die damalige Zeit des Terrors erinnern sollte, um wenigstens Schlimmeres zu verhindern. Sean Duffy steckte in den 1980ern mitten drin, sein Leben in Gefahr. Vielleicht ist er nicht so ein lauterer Beamter, aber er ist ein authentischer manchmal zerrissener Mensch, der einmal auf einen Fall angesetzt nicht mehr locker lässt. Die beklemmende politische Situation wird beim Lesen sehr deutlich, doch die Untersuchung eines Todesfalls wird von ihr nicht erdrückt, sondern eher intelligent eingerahmt.

  10. Cover des Buches Die Frauen von Ballycastle (ISBN: 9783732538072)
    Sandra Binder

    Die Frauen von Ballycastle

     (25)
    Aktuelle Rezension von: InaRom

    Inhaltsangabe zu "Die Frauen von Ballycastle"

    Zwei Familien. Ein düsteres Geheimnis. Eine Entdeckung, die alles verändert.

     Fina Ramsay's Geschäft läuft dürftig. Ihre kleine, gemütliche Buchhandlung The Reading Corner leidet unter der neu eröffneten Filiale der McClary's-Books-Kette, mit dessen Besitzer Liam McClary sie einen regelrechten E-Mail-Krieg führt. Und dann entert der Snob auch noch ihr Privatleben: Als ihre an Alzheimer erkrankte Großmutter ins Pflegeheim zieht, findet Fina beim Entrümpeln der Wohnung einen Brief. In dem wirren Schriftstück deutet ihre Großmutter an, dass die Ramsays und die McClarys mehr als nur die Liebe zu Büchern teilen. Doch was hat sich 1970 wirklich im unruhigen Nordirland zwischen den beiden Familien abgespielt? Um dieses Geheimnis zu lüften, muss Fina sich zwangsläufig ihrem "Feind" nähern.

     

    Das Taschenbuch mit seinem schönen Cover beinhaltet 15 Kapitel auf 330 Seiten. Der Titel passt nicht wirklich zum Klappentext und auch nicht zum Schwerpunkt der Geschichte, er lässt eine andere Geschichte erwarten. Nur im Prolog befinden wir uns in Belfast, im Mai 1970, wo ein Drama beginnt, dann geht es gleich mit der Gegenwart weiter. Der Schreibstil der Autorin Sandra Binder ist unglaublich flüssig und gespickt mit herrlichen schlagfertigen Dialogen der Protagonistin Fina mit anderen Charakteren. Mit ihrer besten Freundin und Stütze ihres Buchladens Saoirse, gesprochen „Sirscha“ ,liefert sie sich sprachliche Schlachten, die mich oft zum Lachen animierten. Vielleicht sollte Fina nicht so oft mit den Augen rollen, aber ich habe das allmählich als ihren Tick akzeptiert. Mit großer Empathie und rührenden Handlungen hat die Autorin das Verhalten von Finas Oma, die an Alzheimer erkrankt ist, beschrieben. Fina selbst ist eine mutige und starke junge Frau, die nicht auf den Mund gefallen ist und sich oft selbst in die komischsten Situationen hinein manövriert. Ihre muntere Art und der Verlauf der Geschichte, der manchmal witzig und sehr berührend war, hat mich sehr gut unterhalten. Die Autorin hat Nordirland nicht nur als wunderschöne Gegend beschrieben, sondern auch über die Menschen und deren Geschichte sehr gut recherchiert. Zum besseren Verständnis gibt es im Anhang ein Glossar über die politischen Richtungen des Landes. Ich habe selten ein so unterhaltsames Buch gelesen, das doch den Ursprung seiner Geschichte aus einem dunklen Kapitel Belfasts entnimmt. 

  11. Cover des Buches Der gute Mörder (ISBN: 9783518467831)
    William Shaw

    Der gute Mörder

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Lisamaria

    Nicht nur spannend, sondern auch lehrreich durch seine Rückblicke auf die Nordirland- Konflikte. Sympathischer Hauptprotagonist, der einem am Schluss fast leidtut.

  12. Cover des Buches Die Schatten von Belfast (ISBN: 9783746628578)
    Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Can08
    Gerry Fegan, Auftragskiller und Bombenleger der IRA, saß 12 Jahre in Haft im berüchtigtem Maze Prison. Nun ist es 2007 und Gerry auf freien Fuß. 
    Doch die Welt da draußen hat sich geändert. In Nordirland ist der Frieden verkündet worden. Seine damaligen Weggefährten haben sich nun in der neuen Zeit angepasst. Doch Gerry Fegan hat seine Probleme, denn die Geister seiner 12 Opfer begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Als dann seine 12 Verfolger ihm verraten wie er sie los wird, indem er die tötet die ihren Tod zu verantworten haben, beginnt eine Hetzjagd. 



    Zu Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Geschichte rein zukommen. Es ging viel um die Veränderung der politischen Lage seit dem der Frieden in Nordirland verkündet wurde. Es wird noch immer gekämpft, nur sind die Waffen andere als in den Zeiten des Nordirland-Konflikts. Die einstmaligen IRA-Mitglieder sind entweder in der Politik oder operieren weiter im Verborgenem. 

    Um ehrlich zu sein, musste ich mich etwas schlau machen bei den ein oder anderen politischen Ereignissen die vorkamen. Auch einige Sätze, die sich rund um die Politik beschäftigten, musste ich des öfteren lesen um diese voll und ganz verstehen zu können. 
    Doch dadurch wurde mein Interesse erst recht geweckt. 

    Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelungen ist das Problem in Nordirland anzusprechen gekoppelt mit einem verrückt gewordenen ehemaligem IRA-Mitglied.
    Dieser, Gerry Fegan, war in der damaligen Zeit ein Auftragskiller und nun verfolgen ihn die Geister seiner 12 Opfer. 
    Gequält wird er von ihren Stimmen und Schreien. 
    Und trotz der schrecklichen Taten, die er begangen hat, wurde mein Mitleid für ihn geweckt.

    Diesmal ist der Hauptprotagonist der Mörder und man ist trotz dessen auf seiner Seite. Meine vollste Sympathie hatte Gerry Fegan komischerweise von Anfang an. Er kämpft um die Gerechtigkeit seiner 12 Verfolger. Eine tolle Idee wie ich finde, denn es werden dadurch mal die Gefühle und der innere Zustand des Mörders gezeigt. Und man erfährt somit auch die Gründe der Morde aus der Sicht des Mörders. 

    Das Ende war nervenzerreisend und aufregend! 
    Mehr will ich dazu aber nicht sagen. 
    Ansonsten ist der Schreibstil flüssig. Anders war diesmal, dass der Leser wusste wer das nächste Opfer von Gerry Fegan wird, aber das tat der Spannung keinen Abbruch. 

  13. Cover des Buches Rain Dogs (ISBN: 9783518468685)
    Adrian McKinty

    Rain Dogs

     (79)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Belfast 1987. Nordirlandkonflikt.

    Duffy, katholischer Inspector ermittelt in einem Todesfall..., ein komplizierter Fall, der zuerst wie ein Selbstmord aussieht, zieht zusehends weite Kreise bis in die Regierung.. "Sie haben keine Ahnung. Sie waren nicht dabei. Für Sie sind die Achtziger die siegreiche Thatcher, die geschlagenen Argentinier, Öl in der Nordsee, Gewerkschaftszerschlagung, Reagan und Thatcher im Wechselschritt. Für Sie, aber nicht für uns. Für uns sind die Achtziger Helikopter, tief hängende Wolken, Soldaten, verwirbelnde Aschewolken über der großen, grauen, sterbenden Stadt..."

    A.McKinty

    Süffiger, teils stichwortartiger Schreibstil in einem spannungsgeladenen Umfeld, der Nordirlandkonflikt tobt.

  14. Cover des Buches Dirty Cops (ISBN: 9783518469668)
    Adrian McKinty

    Dirty Cops

     (23)
    Aktuelle Rezension von: notaboo
    McKinty - forever; humorvoll, politisch, das 08.15-Cop-Leben, realistisch, nicht immer erfolgreich, spannend bis zum Schluss. Retrozeiten! Die ganze Serie war genial, selten so eine coole Serie gelesen!!!
  15. Cover des Buches Requiem (ISBN: 9783423249416)
    Eoin McNamee

    Requiem

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Fall des 1961 als letztem in Nordirland gehängten Mann Robert McGladdery ist durch den Autor Eoin McNamee sehr interessant aufbereitet worden.

    Damals schon war der Fall quasi ein Skandal, denn McGladdery hatte während der gesamten Ermittlungen sowie während des quälenden Prozesses immer seine Unschuld beteuert. Er habe das 19-jährige Mädchen nicht ermordet.

    Doch einen Tag vor seiner Hinrichtung widerruft er seine Unschuldbekundungen plötzlich...

    Dass der Autor Jura studiert hat, merkt man dem Schreibstil deutlich an, was mir aber sehr gut gefallen hat, denn der Mann weiß, wovon er schreibt und wie er das so aufbereitet, dass auch Jura-Unkundigere alles nachvollziehen können.

    Interessant fand ich, dass der Richter, der eindeutig nicht den Vorsitz hätte führen dürfen, den Prozess überhaupt eröffnen durfte, wenn man so will. Denn durch die Ermordung seiner Tochter war er eindeutig negativ beeinflusst. Heute würde so jemand gar nicht mehr den Vorsitz erhalten, auch nicht in den USA, die ja etwas strengere Maßstäbe an den Tag legen als hier in Deutschland zum Beispiel.

    Auch der Ermittler und seine Arbeit werden dem Leser eindrucksvoll näher gebracht. Der Autor lässt den Leser am Leben fast aller Protagonisten teilhaben und „inszeniert“ die Handlung detailliert aber nicht zu ausschweifend, genauso wie ich es auch gern lese.

    Somit ist „Requiem“ viel mehr als die bloße Aufbereitung eines scheinbar uralten Falles, viel mehr als die bloße Aneinanderreihung von Gerichtsaktenauszügen.
    Eoin McNamee schreibt tiefgründig, authentisch und spannend.

    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und bei mir bekommt es das Prädikat „besonders wertvoll“ !

  16. Cover des Buches Gun Street Girl (ISBN: 9783518467350)
    Adrian McKinty

    Gun Street Girl

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Inzwischen habe ich mich an den Vorleser der englischen Audible-Version gewöhnt, und inzwischen gefällt es mir sogar recht gut, wie er es liest. Diese Nummer 4 der Serie um Sean Duffy war auf der Skala wieder ein bisschen unter Band 3. Für mich steht und fällt die Reihe mit dem Bezug zur politischen Lage in den 1980ern in Belfast/Nordirland.
    Die Romane, bei denen dieser Hintergrund eine größere Rolle spielen, sind definitiv die besseren Duffys. 
    Insgesamt gewinnt man aber den ironischen Duffy und seine lakonische Art, sein Leben und seine Fälle zu schildern lieb und will einfach wissen, wie es ihm weiterhin ergeht.
  17. Cover des Buches Die Psychologin (ISBN: 9783492259538)
    Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die menschliche Psyche ist sehr verletzlich. Und sie nutzt verschiedene Strategien, um mit Verletzungen umzugehen. Als ich den Klappentext las, ging mir das Buch nicht mehr aus dem Kopf. Umso mehr freute ich mich, als ich das Werk über einen Büchertausch bekam.

    In der Psychologin Anya und dem 10-jährigen Jungen Alex treffen zwei traumatisierte Menschen aufeinander. Sie spüren sofort eine Verbindung. Bei einer derartigen Konstellation gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung oder sie stürzen sich gegenseitig in einen tödlichen Abgrund. Der Grat ist schmal.

    "Als letztes sehe ich, wie Alex die Glasscherbe hoch über sich hebt. Das Licht der Neonröhre im Flur lässt die scharfe Kante glitzern." (S. 347) 

    Die Geschichte spielt in Nordirland, indem die Menschen noch mit den traumatischen Folgen des Terrors zu kämpfen haben. Die Verhältnisse, in denen Alex leben muss, sind katastrophal. Er sieht Dämonen, wobei unklar bleibt, ob sie seiner Einbildungskraft entspringen oder tatäschlich existieren. Selbst die Psychologin beginnt zu zweifeln, weil Alex Dinge von ihr weiß, die er gar nicht wissen kann. Die Grenzen verschwimmen und Vorstellungen werden erschüttert.

    Der Leser wird in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, der in die Tiefe der menschlichen Psyche führt. Die Autorin Carolyn Jess-Cooke erzählt auf faszinierende Weise jeweils aus der Sicht des Jungen Alex und der Psychologin Anya, wodurch dem Leser ein hautnahes Erleben beider Perspektiven möglich wird. Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In drei Tagen hatte ich die 378 Seiten durchgelesen. 
  18. Cover des Buches Der Klang eines Augenblicks (ISBN: 9783958183575)
    Kate Dakota

    Der Klang eines Augenblicks

     (76)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿
    Nach vielen Jahren kehrt Britt nach Irland zurück. Seit ihr Vater dort ums Leben kam, hat sie die Halbinsel Fanad im Norden des Landes, auf der sie als Kind mit ihren Eltern Urlaub machte, nicht mehr besucht. Doch nun will sie endlich wissen, wie es zu seinem angeblichen Unfalltod kam. Ihre einzige Spur ist ein Tagebucheintrag über das berühmte Book of Kells, ein Nationalheiligtum der Iren. Bei ihrer Suche nach Antworten lernt Britt den gutaussehenden Declan kennen, und obwohl sie zunächst aneinandergeraten, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Kurz darauf erfährt sie, wer er wirklich ist und erkennt, dass sie ihn unbedingt wiedersehen muss.
    (Quelle: Amazon.de)
    ✿ Meine Meinung ✿
    Hmmmm, tolles Cover, ja das stimmt. Der Inhalt des Romans war mir leider zu gekünstelt und zu übertrieben. Nach dem Lesen des Klappentextes war mir schon klar, das es ein romantischer Roman, mit viel Liebe und Gefühlen ist, aber leider kamen mir beide Komponenten zu gewollt vor. Nachdem Declan und Britt sich kennengelernt hatten, war mir der weitere Verlauf ein zu wirres Hin und Her. Jeder macht sich Gedanken über den anderen, keiner spricht es aus, jeder redet sich ein, was der andere wohl denken wird und beide Verliebten sehen dann natürlich nur das negative und das aus ihnen eh nichts werden kann. Dieses Rumgejammere hat mich sehr gestört. Die Story besteht aus der Liebesgeschichte und einem Krimistrang, der leider irgendwann verloren gegangen ist, denn damit hätte die Autorin noch ein wenig Spannung reinbringen können. Was mir wiederum gut gefallen hat, waren die Abschnitte zu Irlands Geschichte und dem "Book of Kells" im Trinity College in Dublin. Mit diesen Recherchen und den Beschreibungen der immer gerne Party machenden Iren konnte mich Kate Dakota etwas milde stimmen. Alles in allem aber ein Roman, der bei mir keinen bleiben Eindruck hinterlassen wird.
    ✿ Mein Fazit ✿
    Rasch zu lesen, aber mir war der Plot etwas zu triefig und zu überzogen.

  19. Cover des Buches Wie du mir (ISBN: 9783943380002)
    Ellen Dunne

    Wie du mir

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Pfeil
    Hövelhof, die kleine Stadt an den Quellen der Ems, wieder einmal Schauplatz schrecklicher Dinge. Rasant mit Lokalkolorit, einem interessanten Ermittlerteam, einem abgekochten Bösewicht, der alle zum Narren hält, Spannung, einem Schuss Humor und erst spät erkennt auch der Leser, warum es überhaupt geht. Dann aber ist es endgültig vorbei mit der Beschaulichkeit einer Senne Gemeinde und selbst Europa muss sich fürchten. Sehnsüchtig habe ich auf den zweiten Senne-Krimi gewartet. Nun ist er da und wurde innerhalb von zwei Tagen verschlungen.  Ich hoffe, es kommen zukünftig noch weitere Sennekrimis.
    Daniel.B
  20. Cover des Buches Ein irischer Landarzt (ISBN: 9783688108695)
    Patrick Taylor

    Ein irischer Landarzt

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Heißt das, dass ich Patienten in die Rosenbüsche schmeißen muss?«

     

    Ballybucklebo, ein kleines Nest in Nordirland, in den 1960er Jahren. Barry Laverty hat gerade sein Medizinstudium abgeschlossen und seine erste Stelle angenommen. Dr. O’Reilly, alteingesessener Landarzt, benötigt dringend einen Assistenten – und Arbeit gibt es für die beiden Ärzte wirklich mehr als genug. Barry wird eine Menge Erfahrung sammeln, wenn es ihm gelingt, sich mit O’Reilly zu arrangieren, vor allem mit seinen manchmal recht ungewöhnlichen Methoden.

    Ohnehin ist das Leben in Ballybucklebo ein anderes als in Belfast, seiner bisherigen Station. Doch bald schon merkt Barry, dass ihm genau das gefällt und ihm die teils skurrilen Bewohner des Dorfs ans Herz wachsen. Zusammen mit der Haushälterin Kinky, zupackend, ein wenig rau und mit viel Herz. Und einer jungen Frau namens Patricia…

     

    Diese Art von Romanen lese ich nicht sehr häufig, meist nur vor Weihnachten. Den irischen Landarzt lernte ich folglich auch mit dem dritten Band der Reihe („Ein irisches Weihnachtsfest“) kennen und da mir dieser sehr gefiel, landete Band Eins in meinem Regal.

     

    Beim Lesen fühlte ich mich von der ersten Seite an wohl und sehr gut unterhalten. Die Charaktere sind einfach liebenswert und der Stil des Autors so locker und humorvoll, dass ich immer wieder schmunzeln konnte. Natürlich amüsiert zunächst schon der Kulturschock, den Barry bei seinem Start als Landarzt erlebt. Das ist kein neues Thema, aber gelungen umgesetzt. Auch überrascht es nicht, dass sich unter der rauen Schale O’Reillys ein sensibler Kern versteckt, aber dafür ist das hier halt ein Wohlfühlroman, bei dem man zuversichtlich auf ein gutes Ende und eine Lösung sich zuvor auftürmender Probleme hoffen darf.

     

    Was sehr schön rüberkommt ist das Lebensgefühl dieser ländlichen, irischen Region. Der Autor hat selbst als Landarzt gearbeitet und lässt in seine Romane einen Teil Erfahrung und einen Teil Wunschdenken einfließen. Das fiktive Ballybucklebo ist besser als der Rest der Welt und lädt den Leser ein, sich ein wenig von der Wirklichkeit zu erholen. Bei mir hat es funktioniert.

     

    Fazit: Sehr schöner Wohlfühlroman, Ballybucklebo, seine Bewohner und Ärzte sind mir ans Herz gewachsen.

  21. Cover des Buches Belfast Blues (ISBN: 9783871343803)
    Michael Mueller

    Belfast Blues

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_KeJasBlog
    Der Nordirlandkonflikt, mehr als Katholiken gegen Protestanten, IRA, Bombenanschläge und Straßenkämpfe.

    Kurz zur Story:
    Belfast 1999, der englische Premierminister fällt einem Attentat zum Opfer.
    Die kurz vor Abschluß stehenden Friedensverhandlungen drohen zu scheitern. Der aus Belfast stammende Jonathan Cline soll Licht ins Dunkel bringen, denn keiner will es gewesen sein. Vor Ort trifft er seine Kindheits - und Jugendfreunde wieder - Raymon, Sean und Katie. Damals hatten sie sich geschworen gegen die Missstände dieses Bürgerkrieges zu kämpfen, aber wer ist heute auf welcher Seite?


    Der Autor Michael Müller hat mir mit dem Buch "Belfast Blues" einen tiefen Einblick in die Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit von Politik und Geheimdienst gegeben.

    Die Protagonisten um Jonathan, deren Erlebnisse als Kinder zu Zeiten des gerade aufkommenden und lange währenden Krieges haben etwas Verständnis meinerseits zu gewissen Handlungen verursacht.

    Die täglichen Grausamkeiten auch oder gerade den Kindern und Jugendlichen  gegenüber fand ich zwar recht emotionslos wiedergegeben, aber waren es doch genau diese Geschichten die geprägt haben.

    Jonathan Cline kam mir als Sonderermittler und Mitarbeiter des britischen Sicherheitsstabs als nicht wirklich dafür geeignet rüber. In so einer Position wird eher deligiert anstatt selbst ausgeführt. Seine Rolle als Romantiker dagegen hat er voll ausgeschöpft.

    Gerettet hat das Buch aber Raymond, trotz seiner Gewalttaten, seiner Zugehörigkeit und der Tatsache das er über Leichen geht.
     Sowie Sean, der verkrüppelte Junge, der als Jugendlicher erkennt wo er hingehören will und bitter dafür bezahlt. Seine Leiden und Schmerzen während der Internierung in dem zu trauriger Berühmtheit gelangtem Foltergefängnis Long Kesh, ließen ihn auch nach der Freilassung nicht los. Dieses wurde sehr eindrucksvoll beschrieben.

    Ein gut dargestelltes Politikum mit vielen Mc's und O's, Blicken hinter die Kulissen von Staat und Gesellschaft und wer wirklich die Fäden zieht.

    "The Streets are empty - Life goes on....", leider für viele nicht mehr.

    Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 
    c ) K.B 06 / 2016

  22. Cover des Buches Cold Water (ISBN: 9783518471067)
    Adrian McKinty

    Cold Water

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Filip2806

    Sean Duffy steht kurz vor seiner Frührente und muss, bevor er diese antritt, seinen allerletzten Fall lösen. Ein junges 15-jähriges Mädchen ist verschwunden. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in den Neunzigern junge Frauen in Irland verschwinden. Bei der Suche nach dem Mädchen findet man ihr Auto in einem Fluss - aber nicht das Mädchen selbst. Doch dann stößt die Polizei auf eine Männerliste in dem Tagebuch des Mädchens, auf der drei Namen stehen. Diese drei Männer standen direkt in Kontakt mit dem Mädchen. Doch nicht nur die drei Männer kommen als Täter in Frage. Weitere Personen werden in Verdacht gezogen und die Ermittler merken, dass das Mädchen ein zweites Leben geführt hat.

    Trotz zahlreicher Vorbändern bin ich problemlos in diesen Thriller gestartet. Schon zu Beginn des Buches hat mir der Protagonist Duffy gefallen, der Gespräche mit viel Humor und Intelligenz angehen lässt. Er hat eine sehr humorvolle, sympathische und zynische Art, die in diesem Buch grandios zum Vorschein kommt. So entwickelt sich in diesem Buch eine „Wohlfühlstimmung“, da ich sehr gerne an der Seite von Duffy den Fall gelöst habe. Mit den weiteren Charakteren wirkte es sehr familiär. Nebenbei entwickelt sich im Buch eine recht düstere Atmosphäre, die ihren Ursprung noch in der IRA-Zeit aufweist. Aus diesem Grund geraten soziokulturelle sowie soziopolitische Motive und Themen in den Vordergrund. Diese unterstützen die Geschichte gut und bereichern das Buch informativ. Dies geschieht auf eine lebhafte und nicht trockene Art.

    An sich war der Fall sehr spannend. Der Plot hat mir gut gefallen, da man als Leser lange nach der Lösung sucht. Fragen kommen auf: „Was ist mit dem Mädchen passiert? Wo ist ihre Leiche?“ Diese Fragen werden zum Glück zum Schluss des Buches ungewöhnlich gut beantwortet. Dennoch fehlte mir in diesem Thriller ein hohes Tempo. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Handlung sich langsam aufgebaut hat, aber nicht den gewissen Höhepunkt, die besonderen Twists bzw. einen „Kick“ beinhaltet hat. Des Weiteren lässt sich sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Die Sätze sind flüssig geschrieben und nicht zu ausschweifend. Gekonnt gelingt es dem Autor, die Ich-Perspektive authentisch darzustellen. Hier würde ich mir aber noch mehr wünschen, dass man Duffy tiefgründiger kennenlernen würde.

    So kann ich zusammenfassend sagen, dass das Buch „Cold Water“ eher einem „Wolffühl-Krimi“ glich als einem rasanten Thriller. Positiv hervorzuheben in diesem Buch wäre der Protagonist mit seiner humorvollen Art, bei dem man spannend seine Ermittlungsarbeit verfolgen kann.

  23. Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
    Anna Burns

    Milchmann

     (175)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Keine leichte Kost, man muss sich beim Lesen konzentrieren, aber die bedrückende und bedrohliche Stimmung im Konfliktgebiet aber auch im Hinblick auf das Stalking, wie verzweifelt und hilflos die Protagonistin ist, gelingt der Autorin sehr eindrücklich.

  24. Cover des Buches Corrib Cottage (ISBN: 9783347014787)
    Iris H. Green

    Corrib Cottage

     (14)
    Aktuelle Rezension von: LilaLullaby

    Diese Geschichte spielt in meinem absoluten Traumland und erzählt von einer Protagonistin, die ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes umkrempelt und in Irland ein neues Leben beginnt. Dort findet sie ein neues Zuhause, gute Freunde, Arbeit und auch die Liebe.

    Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr flüssig. Die Charaktere hat sie sehr lebendig beschrieben, sie sind alle sympathisch.

    Dass die Story in Irland spielt, hat mich sehr gefreut. Es ist mein absolutes Traumland und wäre uns Corona nicht dazwischen gekommen, hätte ich es dieses Jahr auch kennengelernt. Der Urlaub war schon gebucht.

    So habe ich die Beschreibungen der Orte und Touren sehr genossen. Man kann alles nachvollziehen, da die Location real und nicht erfunden sind. Einige der Sehenswürdigkeiten und Touren und Orte sind jetzt gespeichert, für einen späteren Urlaub in Irland.


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