Bücher mit dem Tag "nordirland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordirland" gekennzeichnet haben.

46 Bücher

  1. Cover des Buches Grabesgrün (ISBN: B00BYUHBIE)
    Tana French

    Grabesgrün

    (626)
    Aktuelle Rezension von: Tigana

    Hier fand ich den Klappentext interessant, noch dazu war es mein erstes Buch der Autorin.

    Und ich bin noch im Zwiespalt, ob es auch mein letztes war.

    Denn, Spoiler: es war das schlechteste Hörbuch im letzten Jahr für mich. Sorry.


    Ich kam so überhaupt nicht in die Story rein, die Protagonistin blieben mir fern und auch die Ereignisse rund um Rob waren eher verwirrend.


    Durch dieses Hörbuch habe ich mich echt durchgequält, weil ich immer dachte: gleich, gleich kommt was Spannendes, was mich interessiert, was den Reiz der Story ausmacht.

    Was soll ich sagen? Es kam nicht.

  2. Cover des Buches Die Ballade von Ronan McCoy (ISBN: 9783426566411)
    Colin Morgan

    Die Ballade von Ronan McCoy

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Rabenprinzessin

    Die Ballade von Ronan McCoy ist ein sehr schönes, aber auch sehr emotionales Buch. Der Protagonist verliert seinen besten und einzigen Freund. Er ist ein introvertierter, lieber Typ, der ohne seinen guten Freund im Kosmos der Schule plötzlich hilflos und allein zurückbleibt. 

    Bisher hat ihn diese Freundschaft getragen, jetzt muss er es sein, der versucht den Freund wieder aufzufangen und gleichzeitig irgendwie noch seinen Alltag zu bestreiten. 

    Sein Freund kommt zurück, kann wieder Teil seines Lebens sein - allerdings ist er nicht mehr der sportliche Überflieger, den er noch vor den Sommerferien gekannt hat. Gleichzeitig gibt es Potenzial zum Wachsen, aber auch Spannungen, denn mit neuen Rollen funktioniert eine Freundschaft anders. Ronan ist ein starker Charakter und dem Leser bleibt zwischendurch viel Spielraum sich auch in die Zwischentöne zu vertiefen und zu lesen was nicht gesagt wird. 


    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und mich begeistert, wie ich es gar nicht erwartet hatte. Ich habe gelacht und geweint und am Ende war ich sehr versöhnt mit der Welt, weil das Buch mich sehr gut emotional mitgenommen und am Ende auch wieder aufgebaut hat. 

    Ich hätte das Buch düsterer erwartet und wurde positiv überrascht, denn es ist sehr positiv und lebensbejahend geschrieben, auch wenn es sich um ein ernstes Thema handelt. 

  3. Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
    Anna Burns

    Milchmann

    (187)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension "Milchmann"

    Die Welt, in die uns Anna Burns in ihrem Roman „Milchmann“ führt, ist schwarz und weiß. Es gibt genaue Regeln, die jeder kennt, aber über die keiner spricht. Das Regelwerk deckt alle Bereiche ab. Es erstreckt sich von der richtigen Wohngegend über die richtige Religion bis hin zu den richtigen Namen. Es wird zwar an keiner Stelle erwähnt, aber aus dem Kontext lässt sich entnehmen, dass die Geschichte mitten in dem Konflikt zwischen den Protestanten und Katholiken in Nordirland spielt. Der Alltag ist geprägt von Attentaten und Gewalt. Es gibt die Bewegung der Verweigerer, welche sich dem Staat widersetzt und ihren Bezirk kontrolliert. Die Menschen teilen ihre Stadt in “die richtige und die falsche Seite der Hauptstraße ein“ und definieren sich über ihre Gruppenzugehörigkeit. Es ist wichtig das richtige zu sagen, damit die Nachbarn nicht das Falsche denken. Daraus entsteht eine psychopolitische Atmosphäre der Angst und Unterdrückung. 

    „Der Schneeball und das böse Wort,

    sie wachsen, wie sie rollen fort.

    Ein Schneeball wirft zum Tor hinaus,

    ein Berg wird`s vor Nachbars Haus.“

    (Wilhelm Müller 1794 – 1827)

    So ein Schneeball wird unserer Protagonistin zum Verhängnis. Die Ich-Erzählerin, auch Mittelschwester genannt, lebt in Belfast in den 70er Jahren. Mit ihren jungen 18 Jahren wird sie von dem deutlich älteren und verheirateten Anführer der „Verweigerer“ als nächste Affäre auserkoren. Er, im Roman Milchmann genannt, beginnt ihr nachzustellen. Und obwohl zwischen den beiden keine Beziehung besteht, brodelt die Gerüchteküche aufgrund einiger kurzer und für die Hauptfigur bedrohlicher Treffen. Der Milchmann erwartet von ihr, dass sie sich fügt und weicht nicht vor Drohungen zurück, um sich durchzusetzen. Die Erzählerin kann sich in ihrer Verzweiflung an niemanden wenden. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal ihrer Mutter, die aufgrund der Gerüchte bereits ihr eigenes Urteil gefällt hat. 

    Das Leben der Erzählerin besteht aus Anpassungsdruck, sozialen Kontrollen und Ungleichheit. Doch sie ist nicht bereit sich komplett anzupassen. Sie möchte nicht sofort heiraten und Kinder kriegen. Doch in ihrer Welt haben Frauen eine untergeordnete Rolle und müssen die männliche Überlegenheit anerkennen. Frauen, die widersprechen, gelten als missraten und werden geächtet. 

    Das alles wird in einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil verpackt. Die langen Bandwurmsätze, die vom hundertsten ins tausendste springen, wirken wie ein nicht enden wollender Gedankenstrom. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung der Hauptfigur wird dadurch greifbar. Ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell. 

    Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Roman. Die Figuren werden mit ihrer Funktion angesprochen. Da gibt es dann "Schwester eins" und "Schwager eins, "Vielleicht-Freund und Chefkoch" und den "Ort auf der anderen Seite der See". Ich persönlich kann mir Namen nur sehr schwer merken und fand es daher erfrischend, dass die Figuren anders benannt wurden. Die fehlenden Namen machen die handelnden Personen anonym, aber auch allgemein gültig. Anna Burns schafft damit die Übertragbarkeit des Romans auf andere Orte und Zeiten. 

    Ob dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Beim Lesen habe ich mehrfach meine Meinung zu diesem Roman gewechselt. Ich schwankte immer wieder zwischen langweilig und unglaublich. Zum Schluss tendiere ich doch zur Leseempfehlung. 

    https://www.readingwitch.com/post/milchmann
  4. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783499257483)
    Colum McCann

    Transatlantik

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Nicola89

    Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
    Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.
    New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen.
     «Transatlantik» verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel. 

    Obwohl ich mir sehr viele Notizen zu diesem Buch gemacht habe, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension beginnen soll. Ich starte mal mit dem Aufbau. Der Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil die Jahre 1919, 1845-1846 und 1998 abdeckt und das in genau dieser Reihenfolge. Der zweite Teil befasst sich mit den Jahren 1863-1889, 1929 und 1978 und der dritte Teil umfasst in einem einzigen, langen Kapitel das Jahr 2011.

    Der erste Teil und der Einstieg in das Buch war für mich die größte Herausforderung. Durch die Zeisprünge, die zudem nicht in chronologischer Reihenfolge waren, und die vielen Personen war ich ziemlich verwirrt und bis auf eine Ausnahme zu Beginn, ist es mir dementsprechend schwer gefallen, in die Handlung zu finden.

    Der zweite Teil wurde da schon um einiges besser und ich konnte mehr in die Handlung eintauchen, wobei ich mich immer konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Die ersten beiden Teile werden komplett in der dritten Person erzählt.

    Der dritte Teil umfasst auf knapp 80 Seiten nur noch das Jahr 2011. Hier wird plötzlich aus der Ich-Perspektive erzählt, was mich zunächst wieder verwirrt hat, da ich nicht sofort erkennen konnte, dass hier aus Sicht von Hannah erzählt wird.

    Da so viele Personen eine Rolle spielen, fällt es mir teilweise schwer zu sagen, wie mir die Charaktere gefallen haben. Außer beim letzten Teil, wo man wirklich das Gefühl hat, Hannah näher zu kommen, ist mir das bei den anderen Charakteren aufgrund der Masse nicht ganz so leicht gefallen.

    Trotz dieser Schwierigkeiten muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen und es sich gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten. Daher vergebe ich gerne vier Sterne.

    Da die Geschichte über mehr als 150 Jahre gespannt wird und entsprechend viele Personen und Generationen umfasst, muss man sich schon sehr auf die Handlung konzentrieren und sollte das Buch in Ruhe lesen und sich Zeit dafür nehmen.

  5. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

    (98)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Adrian McKinty entführt uns mit Der katholische Bulle ins Belfast der 1980er-Jahre – eine Stadt im Ausnahmezustand, geprägt von Unruhen, konfessionellen Spannungen und Gewalt. Hauptfigur Sean Duffy, katholischer Polizist in einer protestantisch dominierten Einheit, steht zwischen allen Fronten. Was auf dem Papier nach großem Stoff klingt, entfaltet sich in der Umsetzung jedoch mit Licht und Schatten.

    Atmosphäre: Stark, aber nicht überragend

    McKinty gelingt es, die nasskalte, spannungsgeladene Stimmung Belfasts gut einzufangen. Besonders in Momenten wie Duffys Rückzug in seine spärlich eingerichtete Wohnung, sein Gefühl der Fremdheit in der Straße oder das Unbehagen bei Patrouillen wird die politische und soziale Lage greifbar. Man sieht die Trümmer, man spürt den Regen.

    Allerdings wird dieses Bild oft zu sehr durch das Vorwissen des Lesers getragen – McKinty verlässt sich darauf, dass wir die historischen Konflikte (IRA, MI5, protestantisch vs. katholisch) bereits einordnen können. Das erfordert Recherche oder Vorkenntnisse und erschwert den Zugang zur Geschichte. Vieles wird nur angerissen, selten erklärt oder vertieft.

    Stil: Zwischen starker Metapher und emotionaler Dürre

    Ein zentraler Kritikpunkt ist der Stil. Während McKinty auf den ersten Seiten mit gelungenen Bildern überrascht („Purpurne Leuchtmunition in mystischen Parabeln“, „Scheinwerfer, die sich wie Liebende im Jenseits begegnen“), verliert sich sein Ton bald in Kürze und Oberflächlichkeit. Dialoge bleiben blass, Gefühle werden oft nur behauptet, nicht gezeigt.

    Im letzten Drittel ändert sich das etwas: Der Stil wird ruhiger, klarer – fast so, als wüsste McKinty nun endlich, was er mit seiner Geschichte anfangen will. Leider kommt dieser Wandel zu spät und zu abrupt. Vorher wirkt vieles sprunghaft und gehetzt. Einzelne philosophische Sätze („Ich traf, der Tod öffnete ihnen die Augen…“) deuten an, was möglich gewesen wäre – bleiben aber Ausnahme.

    Figurenzeichnung: Viel Potenzial – wenig Substanz

    Sean Duffy bleibt eine schwer greifbare Figur. Anfangs noch sympathisch, aber klischeehaft cool (Doc Martens, Lederjacke, Zigarette), entfaltet er im Mittelteil verschiedene Persönlichkeitsfacetten – mal Macho, mal verletzlich, mal philosophisch, mal plötzlich sexuell ambivalent. Leider werden diese Seiten nicht entwickelt, sondern wirken wie beiläufige Experimente.

    Duffy scheint alles sein zu wollen – und ist dadurch nichts richtig. Erst nachdem ihm der Fall entzogen wird, bekommt er erstmals Tiefe: Er säuft, hadert, wird zerrissen. In diesen Momenten blitzt echter Noir auf. Doch McKinty verliert diesen Ansatz genauso schnell wieder, wie er ihn aufgebaut hat. Duffy bleibt Spielball statt Figur mit innerem Kompass – besonders als er sich am Ende bereitwillig vom MI5 instrumentalisieren lässt.

    Auch die Nebenfiguren bleiben über weite Strecken flach. Die Beziehung zu Crabby und Matty ist eine der wenigen positiv gezeichneten Konstellationen, mit respektvoller Reibung, Humor und Menschlichkeit. Leider baut McKinty auch das nicht richtig aus – verschenktes Potenzial.

    Handlung: Stimmig, aber ungleich gewichtet

    Die Krimihandlung selbst ist solide konstruiert. Der Weg zur Auflösung, insbesondere die Verbindung zu Savanni, ergibt Sinn – wird aber teilweise zu zufällig oder zu schnell erzählt. Manche Dialoge wirken wie Füllmaterial, andere relevante Wendungen (z. B. die Konfrontation mit Adams) bleiben oberflächlich. Ein Großteil der ersten 200 Seiten hätte kürzer oder tiefer erzählt werden können – das eigentliche erzählerische Gewicht liegt auf den letzten 50 Seiten.

    Dass McKinty auf einmal mitten im Buch mit Zeitstempeln arbeitet (z. B. „4:30 Uhr Ballyclare“), wirkt stilistisch unharmonisch und wie ein nachträglich eingestreutes Mittel zur Dramatiksteigerung – viel zu spät eingeführt, um noch stimmig zu sein.

    Positiv: Der Cliffhanger

    So viel Kritik – aber McKinty gelingt zum Schluss doch noch ein Kunstgriff: Der Cliffhanger sitzt.
    Obwohl vieles auf dem Weg dahin enttäuscht, schafft es McKinty, das Interesse an der Fortsetzung zu wecken. Es ist kein „Ich-muss-sofort-weiterlesen“-Moment, aber ein „Ich behalte die Reihe im Blick“-Gefühl. Und das ist mehr, als viele Autoren nach 300 Seiten schaffen.

    Fazit

    Der katholische Bulle ist kein schlechter Krimi – aber auch kein guter Noir.
    McKinty hat große Ideen, einen spannenden Schauplatz und eine Figur mit Potenzial. Aber er entscheidet sich nicht, wie er sie erzählen will. Sein Stil wirkt oft gehetzt, seine Figuren unausgereift.
    Was bleibt, ist ein atmosphärisch dichter Kriminalfall mit großem erzählerischem Versprechen – und einer Umsetzung, die mehr Fragen als Tiefe hinterlässt.

    Empfohlen für Leser:innen,

    • die das Belfast der 80er atmosphärisch erleben wollen,

    • denen ein schneller Stil mehr liegt als psychologische Tiefe,

    • oder die einfach einen Einstieg in die Sean-Duffy-Reihe suchen – mit der Option, dass sich stilistisch noch etwas entwickelt.

  6. Cover des Buches Schnee in Amsterdam (ISBN: 9783406727009)
    Bernard MacLaverty

    Schnee in Amsterdam

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Ich wollte dieses Buch schon lange lesen und bin jetzt ein wenig unschlüssig, denn ich möchte fair bewerten. Es ist ohnehin kein leichtes Thema, das Bernhard MacLaverty sich vorgenommen hat: ein älteres Paar in einer tiefen Krise, sie trägt sich mit Trennungsabsichten, er hat ein heftiges Alkoholproblem. Eine Reise von Glasgow nach Amsterdam soll retten, was noch zu retten ist - nur hat Stella dabei etwas völlig anderes im Sinn als Gerry, der Ehemann. Doch, es gibt eine Überraschung gegen Ende der Story und wir erfahren auch einiges über deny Hintergrund dieser Ehe, die sich in einer Sackgasse befindet: nur dauert das alles leider teilweise furchtbar lange und las sich manchmal eher quälend. Der Strom der Gedanken beider Hauptfiguren entfernt sich manchmal für meinen Geschmack recht weit vom eigentlichen Thema. Auch empfand ich es als ausgesprochen schwierig, mitzuerleben, wie wenig Alkoholiker Gerry sich seiner Situation bewusst ist- aber das ist vielleicht bei Suchtkranken einfach so. Deprimiert hat mich dann noch mal der Schluss: ein eher halbherziges „Wir bleiben zusammen“ , dem bereits die Gefahr innewohnt, dass sie weiter nebeneinanderher leben wie bisher: ohne rechte Freude, ohne Aufbruch. Bis Gerry in die Entzugsklinik muss?Oder Ins Altersheim? Das ist alles sehr wahrhaftig und glaubwürdig, aber auch unglaublich traurig. Ich hoffe nur, MacLaverty schreibt hier nicht aus eigenem Erleben...
  7. Cover des Buches Todestag − Kriminalroman (Dead-Trilogie 3) (ISBN: 9783518755600)
    Adrian McKinty

    Todestag − Kriminalroman (Dead-Trilogie 3)

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Eglfinger
    Nach zwölf Jahren auf der Flucht kehrt Michael Forsythe nach Belfast zurück. Er hat vierundzwanzig Stunden Zeit, die entführte Tochter seiner großen Liebe Bridget wiederzufinden. Versagt er, hat er zum letzten Mal versagt… Das Buch beginnt ein Jahr nach dem erfolglosen Attentat auf Michael Forsythe in L. A., wo der erste Teil endete. Michael Forsythe arbeitet als Sicherheitschef in einem Hotel in Peru. Zwei Killer stöbern ihn auf, halten ihm eine Knarre an den Kopf und drücken ihm ein Telefon in die Hand. Am anderen Ende der Leitung ist seine große Liebe Bridget, die noch eine Rechnung mit ihm offen hat, weil er vor zwölf Jahren ihren Verlobten umgebracht hat. Sie stellt ihn vor die Wahl. Entweder er kommt nach Belfast und hilft ihr, ihre entführte Tochter innerhalb von 24 Stunden aufzufinden und alle noch offenen Rechnungen sind beglichen, oder die Killer erschießen ihn an Ort und Stelle. Er kehrt nach Irland zurück, und kaum, dass er in Dublin angekommen ist, kann er gerade noch einen Anschlag auf sich verhindern. Ihm kommen Zweifel, ob er nicht vielleicht doch in eine Falle Bridgets gelaufen ist. Doch die Sehnsucht, dass das Versteckspielen nach zwölf Jahren endlich ein Ende haben könnte, treibt ihn weiter an. Er trifft sich mit Bridget in Belfast und verspricht ihr, ihre Tochter zurückzuholen. Doch schnell muss er feststellen, dass Belfast sich seit dem Friedensprozess sehr verändert hat und seine damaligen Kontakte nicht mehr viel wert sind. Er legt sich mit der Belfaster Unterwelt an um an Informationen zu kommen und riskiert dabei mehrfach sein Leben, bis es um Mitternacht zum großen Showdown der Trilogie kommt. Es ist ein actionreicher Schlussteil der Trilogie der dort endet, wo alles begann – in Irland. Es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, weil Adrian McKinty seinem Helden nur 24 Stunden Zeit gibt, alles zu einem Ende zu führen. Und genauso verhält sich Michael Forsythe auch. Rücksichtslos und brutal gegenüber allen, die ihm nicht sofort weiterhelfen. Temporeich mit einem überraschenden Auftritt am Ende des Buches.
  8. Cover des Buches Der Klang eines Augenblicks (ISBN: 9783958183575)
    Kate Dakota

    Der Klang eines Augenblicks

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿
    Nach vielen Jahren kehrt Britt nach Irland zurück. Seit ihr Vater dort ums Leben kam, hat sie die Halbinsel Fanad im Norden des Landes, auf der sie als Kind mit ihren Eltern Urlaub machte, nicht mehr besucht. Doch nun will sie endlich wissen, wie es zu seinem angeblichen Unfalltod kam. Ihre einzige Spur ist ein Tagebucheintrag über das berühmte Book of Kells, ein Nationalheiligtum der Iren. Bei ihrer Suche nach Antworten lernt Britt den gutaussehenden Declan kennen, und obwohl sie zunächst aneinandergeraten, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Kurz darauf erfährt sie, wer er wirklich ist und erkennt, dass sie ihn unbedingt wiedersehen muss.
    (Quelle: Amazon.de)
    ✿ Meine Meinung ✿
    Hmmmm, tolles Cover, ja das stimmt. Der Inhalt des Romans war mir leider zu gekünstelt und zu übertrieben. Nach dem Lesen des Klappentextes war mir schon klar, das es ein romantischer Roman, mit viel Liebe und Gefühlen ist, aber leider kamen mir beide Komponenten zu gewollt vor. Nachdem Declan und Britt sich kennengelernt hatten, war mir der weitere Verlauf ein zu wirres Hin und Her. Jeder macht sich Gedanken über den anderen, keiner spricht es aus, jeder redet sich ein, was der andere wohl denken wird und beide Verliebten sehen dann natürlich nur das negative und das aus ihnen eh nichts werden kann. Dieses Rumgejammere hat mich sehr gestört. Die Story besteht aus der Liebesgeschichte und einem Krimistrang, der leider irgendwann verloren gegangen ist, denn damit hätte die Autorin noch ein wenig Spannung reinbringen können. Was mir wiederum gut gefallen hat, waren die Abschnitte zu Irlands Geschichte und dem "Book of Kells" im Trinity College in Dublin. Mit diesen Recherchen und den Beschreibungen der immer gerne Party machenden Iren konnte mich Kate Dakota etwas milde stimmen. Alles in allem aber ein Roman, der bei mir keinen bleiben Eindruck hinterlassen wird.
    ✿ Mein Fazit ✿
    Rasch zu lesen, aber mir war der Plot etwas zu triefig und zu überzogen.

  9. Cover des Buches Rain Dogs − Kriminalroman (Sean-Duffy-Serie 5) (ISBN: 9783518468685)
    Adrian McKinty

    Rain Dogs − Kriminalroman (Sean-Duffy-Serie 5)

    (84)
    Aktuelle Rezension von: Wirkommu

    Die Story, die in dem 2017 veröffentlichten Buch präsentiert wird, trägt sich 1987 zu. Man muss sich schon sehr in diese Zeit zurückversetzen, um die Handlungen nachvollziehen zu können, und sich mit der Geschichte Nordirlands und der IRA auseinandersetzen, um bestimmte Sichtweisen und eine gewisse Fatalität zu verstehen. Die Geschichte ist ruhig, mit gewissem Wortwitz und eben der beschriebenen Fatalität der Denkweise des Protagonisten Sean Duffy präsentiert: der Tod einer Journalistin, die sich mit Kindesmissbrauch in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche befasst und dabei auch Personen in höchsten Kreisen auf die Füße zu treten in Begriff ist. Der Mord wird als Selbstmord inszeniert und Sean Duffy soll dazu instrumentalisiert werden, eben dies zu beweisen. Aber er wäre nicht Sean Duffy, wenn er da nicht nachhaken würde. Auf der Rückseite wird Ian Rankin zitiert: „McKinty haut einen vom Hocker“, das kann man so nicht unterschreiben. Grundsolide Spannung trifft es aber schon.

  10. Cover des Buches Die Sirenen von Belfast (ISBN: 9783518466124)
    Adrian McKinty

    Die Sirenen von Belfast

    (47)
    Aktuelle Rezension von: WolfgangHaupt
    Aye, da muss man fast eine Rezension schreiben. Es fängt in Nordirland im Jahre 1983 an, eine Zeit, in der man besser woanders gelebt hätte. Die IRA gegen die RUC, die englische Armee, die gerade Richtung Falkland unterwegs sind. Inspector Duffy ahnt es, die Zeiten werden härter. Das ist der Hintergrund des Buchs. Einer, der mich echt an das Buch gebunden hat. Unverbraucht, toll erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Polemik. Es reicht, wenn man es zeigt. Niemand gefällt die Situation, es war ja nicht nur die Gewalt dort ein Problem. Die Politik spielt groß mit, die Wirtschaft stagniert, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein möglicher Attentäter. 
    Angetan hat es mir der Protagonist, eine coole Socke, einer mit Orden, der ihm aber sichtlich egal ist. Bringt ihm ja sowieso nichts. Wer da ist, muss helfen, gegen die aufbegehrenden Katholiken mitmarschieren. Umso problematischer, wenn man selbst einer ist. Ein Mann zwischen den Fronten, der sein Bestes gibt, wenn er mag. Alkohol ist Thema, wer je in Irland war, weiß es ganz genau, da geht oder ging es den Nordiren sicher nicht besser. 
    Mittendrin ein Mord, der sich schwierig gestaltet, weil natürlich mehr dahinter steckt, als man anfangs glaubt. 
    Es transportiert viel Lokalkolorit, den Geist der Zeit, und bleibt es am Ende doch ein Krimi. Es hat mich an Ken Bruen erinnert, ein wenig an Ross Thomas, und doch bleibt es eigenständig. 
    Es zieht hinein, lässt einen teilhaben am vergangenen Terror, dem Leid, das solche Konflikte mit sich bringen. 
    Sean Duffy gibt sich die volle Dröhnung, sprich die Nachrichten, die von den täglichen Gewalttaten der IRA berichten. 
    Polizeireviere, die Bunkern gleichen, vollgepanzerte Fahrzeuge, Beamte, die vor dem Fahrtantritt den Unterboden nach Quecksilberzündern prüfen. 
    Ein Leben in abgestumpfter Angst, der Gewohnheit an das Unausweichliche, kann es doch jeden erwischen. 
    Es rührt auf, lässt einen nachdenklich zurück. 
    Ach ja, der Krimi: Gut angelegt, ein paar Twists und Turns, die einem zwar nicht die flache Hand auf die Stirn treiben, aber doch vom Standard abweichen. So möchte ich ein Buch lesen. Eines, auf das ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn ich wieder Zeit zum Lesen hatte. 
    Deswegen: Kaufempfehlung. Aye!
  11. Cover des Buches Say Nothing: A True Story of Murder and Memory in Northern Ireland (ISBN: B07MHXZ55H)
  12. Cover des Buches Gun Street Girl (ISBN: 9783518467350)
    Adrian McKinty

    Gun Street Girl

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Inzwischen habe ich mich an den Vorleser der englischen Audible-Version gewöhnt, und inzwischen gefällt es mir sogar recht gut, wie er es liest. Diese Nummer 4 der Serie um Sean Duffy war auf der Skala wieder ein bisschen unter Band 3. Für mich steht und fällt die Reihe mit dem Bezug zur politischen Lage in den 1980ern in Belfast/Nordirland.
    Die Romane, bei denen dieser Hintergrund eine größere Rolle spielen, sind definitiv die besseren Duffys. 
    Insgesamt gewinnt man aber den ironischen Duffy und seine lakonische Art, sein Leben und seine Fälle zu schildern lieb und will einfach wissen, wie es ihm weiterhin ergeht.
  13. Cover des Buches Bonbons, Whiskey und ein Mord (ISBN: 9783968176482)
    Inga Schneider

    Bonbons, Whiskey und ein Mord

    (40)
    Aktuelle Rezension von: christina7010

    Die Bonbon Manufaktur Besitzerin Fiona Fitzgerald kann ihr Glück kaum fassen als Großbritanniens Reality- und Musical-Star Nathan Night eines Tages in ihrem Bonbonladen steht. Night der die Hauptrolle im Musical

    „Rocky Horror -Show „ welches gerade auf Sommer Tour für einige Tage in Potrush Station macht.
    Als man Nathan am Morgen nach der Premiere tot in seiner Garderobe findet, stehen alle unter Schock.
    Er wurde mit den Strapsen seines Kostüms ermordet.
    Detective Connor Brennan. Fionas Freund, und seine neue Kollegin Katie Johnson übernehmen den Fall und ermitteln. Schnell haben sie einen möglichen Verdächtigen im Visier. Aber verfolgen die beiden auch die richtige Spur?
    Fiona dagegen hat eine ganz andere Theorie und muss bald um ihr Leben fürchten….

    Spannend ich kenne den ersten Band nicht.
    Defenetiv Lesenswert

  14. Cover des Buches Hinterhalt (ISBN: 9783426306055)
    Øistein Borge

    Hinterhalt

    (29)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Gemeinsam mit seinem Vater ist der norwegische Interpol-Ermittler Bogart Bull nach Nordirland gereist, um nach langen Jahren seinen Großvater zu besuchen. Doch die Urlaubsatmosphäre wird jäh unterbrochen, als er zu einem neuen Fall abkommandiert wird, den er gemeinsam mit der ortsansässigen Chief Inspector Miriam Dixon in einem Mordfall ermitteln soll: In einem abgelegenen Waldstück hat ein altes Ehepaar an einem geschichtsträchtigen Ort eine Leiche entdeckt – und wurde kurz danach offenbar ebenfalls getötet. Doch wer hat Interesse daran, die Vergangenheit zu verschleiern…?

    Bereits „Kreuzschnitt“ von Oistein Borge hat mir außerordentlich gut gefallen, und auch „Hinterhalt“, der zweite Band der Reihe um Bogart Bull, ist in meinen Augen ein Volltreffer – selbst wenn der Ablauf dem ersten Teil der Reihe ähnelt: Wieder wird der Ermittler in einen internationalen Fall mit geschichtsträchtigem Hintergrund hineingezogen, in dem sich die Vergangenheit auf äußerst clevere Weise mit fiktionalen Ereignissen aus der Gegenwart verbindet. Doch es gibt noch zahlreiche Elemente, die das Buch trotz vertrauter Atmosphäre anders, neu und frisch wirken lassen. Zum einen ist das der wohltuende Ortswechsel, wobei der Sprung von der französischen Riviera ins nördliche Irland nicht nur eine andere Stimmung, einen anderen Schlag von Menschen mit sich bringt, was der Autor gekonnt einfließen lässt. Auch der historische Hintergrund wird sehr gekonnt dargestellt und mit der gut funktionierenden Zweiteilung der Handlung von Vergangenheit und Gegenwart versehen. Der angenehme Lerneffekt über viele Hintergründe der irischen Separationsbewegung ist dabei clever eingebaut, zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich in einer langweiligen Geschichtsstunde gefangen.

    Auch der Ablauf der Handlung unterscheidet sich gar nicht mal so sehr von seinem Vorgänger, der Autor folgt einem ähnlichen Rhythmus von neuen Rätseln und packenden Offenbarungen, sodass man immer tiefer in die Handlung und ihre Hintergründe eintaucht. Die eingebauten Überraschungen und Wendungen sind aber dennoch sehr wirkungsvoll, was mit viel Energie und in markanten Szenen umgesetzt wurde. Toll ist auch, dass die Charaktere durchaus ihren Einfluss auf die Handlung haben und ihr eine eigene Färbung geben, man mitfiebert und immer neue Eigenheiten entdeckt, diese sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Auch die neue Ermittlerin Miriam Dixon ist eine Bereicherung für den Roman, der Leser lernt eine interessante Figur kennen, auf die sich auch Bogart Bull erst einmal einstellen muss, was für reizvolle Momente sorgt.

    Bogart Bull wird in einen ganz neuen Kontext gesetzt, ermittelt in einer anderen Umgebung und wieder in einem Fall, in dem Historie und Gegenwart gekonnt kombiniert werden. Das sorgt nicht nur für eine eigenwillige Stimmung, sondern für viele gut recherchierte und lesenswert aufbereitete Informationen über Irlands Geschichte. Mit authentischen Figuren versehen und vielen Wendungen gespickt ist auch der zweite Teil der Reihe sehr empfehlenswert geraten.

  15. Cover des Buches Der gute Mörder (ISBN: 9783518467831)
    William Shaw

    Der gute Mörder

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Lisamaria

    Nicht nur spannend, sondern auch lehrreich durch seine Rückblicke auf die Nordirland- Konflikte. Sympathischer Hauptprotagonist, der einem am Schluss fast leidtut.

  16. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks − Thriller (Sean-Duffy-Serie 8) (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks − Thriller (Sean-Duffy-Serie 8)

    (86)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

  17. Cover des Buches Die Schatten von Belfast (ISBN: 9783746628578)
    Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast

    (38)
    Aktuelle Rezension von: 250786

    Die Schatten von Belfast ist ein Buch, das mich schnell gepackt hat. Stuart Neville schafft es, eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu erschaffen, die tief in die Abgründe der irischen Nachkriegszeit eintaucht.

    Der Protagonist, Gerry Fegan, ist eine der faszinierendsten Figuren, denen ich je begegnet bin. Als ehemaliger IRA-Killer, der von den Geistern seiner Opfer heimgesucht wird, ringt er mit Schuld, Rache und der Hoffnung auf Erlösung. Seine innere Zerrissenheit und der moralische Konflikt verleihen der Geschichte eine außergewöhnliche emotionale Tiefe.

    Nevilles Schreibstil ist packend, präzise und gleichzeitig poetisch. Die Handlung ist vielschichtig und spannend – eine gelungene Mischung aus Thriller und psychologischem Drama. Dabei wird die politische Geschichte Nordirlands im Kern angedeutet und geschickt in den Plot verwoben, was dem Buch zusätzlich Gewicht verleiht.

    Für Fans von düsteren, intensiven Kriminalromanen und gut durchdachten Charakteren ist dieses Buch zu empfehlen.

  18. Cover des Buches Cal (ISBN: 9783257213874)
    Bernard MacLaverty

    Cal

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62

    Bei einem Besuch in Londonderry und Belfast im Sommer 2018 war ich schockiert über die noch deutlich sichtbaren Spuren des Nordirlandkonflikts, nicht zuletzt über die Mauer in Belfast. Gleichzeitig hat mich der spürbare Wille der Menschen dort begeistert, den Frieden, der seit dem Karfreitagsabkommen vom April 1998 herrscht, zu bewahren. Nun ist die offene Grenze zwischen Irland und Nordirland im Zuge des Brexits erneut in Gefahr und der Mord an der Journalistin Lyra McKee durch die militante New IRA im April 2019 in Londonderry sowie zahlreiche neue Bombenattentate machen nicht nur vielen Iren und Nordiren Angst. Bernard MacLavertys Roman „Cal“ aus dem Jahr 1983 ist daher aktueller denn je und eine Warnung an alle, die leichtfertig zündeln.

    Der 19-jährige Cal Mc Cluskey, arbeitslos wie viele seiner Altersgenossen, schlägt sich im tristen, vom Bürgerkrieg gebeutelten Nordirland der 1970/80er-Jahre mühsam durch. Zusammen mit seinem Vater Shamie, einem Schlachthausarbeiter, lebt er in einem protestantischen, loyalistisch geschmückten Viertel irgendwo in der Provinz Ulster. Als letzte Katholiken dort erhalten sie massive Drohungen, die dazu führen, dass der friedliche Shamie von militanten IRA-Anhängern einen Revolver zur Selbstverteidigung annimmt. Doch die IRA gibt nichts umsonst, fortan muss Cal als Fahrer bei Überfällen fungieren. Als dabei ein protestantischer Farmer und Reservepolizist vor den Augen seiner Familie erschossen wird, will Cal, der „nie richtig eingestiegen“ ist, die Gruppe verlassen. Sein Gewissen lässt ihn nicht mehr zur Ruhe kommen, doch mitten im Krieg duldet die IRA keine Aussteiger: „Nicht zu handeln – weißt du – heißt handeln... Dadurch daß du nichts tust, trägst du dazu bei, daß die Engländer hierbleiben.“

    Ein Jahr nach dem Anschlag lernt Cal in der örtlichen Bibliothek Marcella Morton kennen, „ausgerechnet die eine Frau, die ihm verboten war“, und verliebt sich, doch „Von Liebe zu sprechen, das wußte er, erforderte Offenheit und Wahrhaftigkeit. Wegen dem, was er getan hatte, war er für sie eine einzige Lüge“.

    Bernard Mac Laverty zeigt in "Cal" eindringlich, wie ausweglos die Situation für den Einzelnen in einem gewalttätigen Konflikt sein kann. Auch wenn der Roman keine ganz große Literatur ist und die ständig beschriebene exzessive Raucherei Cals mich zunehmend genervt hat, ist die Perspektive auf den nordirischen Alltag und die Frage nach Schuld, Verantwortung und Vergebung gut gelungen.

    Der Roman wurde 1984 von Pat O’Connor mit John Lynch und Helen Mirren in den Hauptrollen verfilmt.

    http://mit-büchern-um-die-welt.de/bernard-maclaverty-cal/
  19. Cover des Buches COLD KILLS (ISBN: 9783958354708)
  20. Cover des Buches So schnell wackelt kein Schaf mit dem Schwanz (ISBN: 9783492258722)
    Ian Sansom

    So schnell wackelt kein Schaf mit dem Schwanz

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Karin_Kehrer
    Mit einem Bus voller Bücher tingelt der weltfremde und tollpatschige Israel Armstrong durch die irische Provinz. Als er sich gerade an seine neue Heimat und die kauzigen Nordiren gewöhnt hat, spielt ihm das Schicksal einen Streich: Zufällig ist er in der Nähe, als der vermögende Inhaber eines berühmten Kaufhauses verschwindet und mit ihm eine beträchtliche Summe Geld. Israel wird verhaftet, delogiert und auch noch suspendiert. Er hat keine Wahl: Er muss auf eigene Faust versuchen, das Verbrechen aufzuklären.

    Dies ist der zweite Band um den schrulligen Bibliothekar und seinen Bücherbus. 
    Diesmal wird ihm übel mitgespielt, als er verdächtigt wird, etwas mit dem Verschwinden Mr Dixons und dessen Geldes zu tun zu haben. Hätte er nicht seinen Freund Ted, den Taxifahrer, wäre es wohl schlecht um den unbeholfenen Israel bestellt.
    Herrlich skurril sind die Figuren, sei es Israels grimmige Vermieterin oder sein Freund Ted, der dem weltfremden Israel immer wieder aus der Patsche helfen muss oder seine warmherzige Helferin Rosie.
    Lebendige Dialoge und das Spiel mit Klischees erheitern ebenfalls. Die nordirische Bevölkerung, die Vorbehalte gegen den Engländer hat, sei da nur eines davon. Das Nest Tumdrum, in dem die Story spielt, passt genau ins Ambiente und oft durfte ich mich bei einem Schmunzeln ertappen.

    Fazit: Irische Kriminalgeschichte mit Schmäh und viel Lokalkolorit!


  21. Cover des Buches The Cold Cold Ground (ISBN: 9781846688232)
    Adrian McKinty

    The Cold Cold Ground

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Ich bin erst kürzlich auf Adrian McKinty gestoßen, allerdings nicht die Einzige, denn schon fast egal, mit wem man über Krimi spricht, sagt momentan: "Kennst du eigentlich schon...", und jetzt weiß ich auch warum.
    Die Krimis um Detective Sean Duffy spielen in den 80ger Jahren in  während der 'Troubles' in Nordirland. Duffy, einer der wenigen Katholiken in einer weitgehend protestantischen Polizei, der einzige Katholik in einer protestantischen Nachbarschaft, erzählt in trockener, ironischer Weise von seinen Mordfällen, die immer in irgendeiner Weise mit den Verstrickungen des Bürgerkriegs in Nordirland verknüpft sind.
    Als Krimi ist dieser erste Band gut und solide - was mich aber nicht losgelassen hat, war die Quasi-Geschichtsstunde. Es ist unglaublich faszinierend, wie McKinty die Geschichte mit der gesellschaftlichen Dynamik verknüpft, die entsteht, wenn alle im Krieg gegeneinander sind, sich der ursprüngliche religiöse Konflikt aber längst an vielen Stellen in kriminelle Machenschaften verwandelt hat. Er beschreibt es trocken, zynisch, und das Lachen bleibt einem so manches Mal im Halse stecken.
    Absolut lesenswert.
  22. Cover des Buches Die Kolonie (ISBN: 9783312012893)
    Audrey Magee

    Die Kolonie

    (21)
    Aktuelle Rezension von: LeserinLu

    „Die Kolonie* ist einer dieser Romane, die im ersten Moment schlicht wirken, sich aber rasch zu einer vielschichtigen, historisch interessanten Geschichte über Sprache, Zugehörigkeit und Kolonialismus entwickeln. Ich bin aufgrund der großartigen Übersetzerin Nicole Seifert aufmerksam auf den Roman geworden und wurde sowohl von der Sprache als auch vom Inhalt des Romans nicht enttäuscht.

    Im Mittelpunkt stehen ein englischer Maler und ein französischer Linguist, die beide auf die Insel kommen. Der eine will endlich das große Kunstwerk schaffen, der andere die irische Sprache retten. Beide ignorieren dabei konsequent die Wünsche der Menschen, deren Leben sie als „Material“ benutzen. Das beschreibt Magee mit präzisem Blick: unaufdringlich, aber eindringlich, oft leise ironisch, nah an den Figuren. Besonders stark ist der Roman deshalb, wenn es um die Inselbewohner geht. Die eingeflochtenen kurzen Sequenzen zu den Ereignissen des Nordirlandkonflikts waren für mich zusätzlich interessant.

    „Die Kolonie* ist kein lauter Roman, aber feinfühlig und komplex für Leser:innen, die sich für Themen wie Kolonialismus und kulturelle Auslöschung sowie Widerstand dazu interessieren.

  23. Cover des Buches The First Move (ISBN: 9780241591826)
    Jenny Ireland

    The First Move

    (1)
    Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincess

    Inhalt: Juliet glaubt nicht an die große Liebe. Mädchen wie sie - Mädchen mit Arthritis - sind einfach kein Schulschwarm. Doch als sie beginnt, online Schach gegen einen Jungen zu spielen, beginnt ihr Herz gefährlich schneller zu schlagen. Gleichzeitig kommt Ronan, dunkelhaariger Bad Boy und offensichtlich sofort attraktivster Typ der Schule, neu in ihren Jahrgang. Sie steht sowas von nicht auf ihn - aber womöglich auf den Kerl, der sie immer wieder auf dem digitalen Schachbrett schlägt. Pech im Spiel, Glück in der Liebe - oder die Versinnbildlichung geplatzter Hoffnungen?

    Fazit: Ich liebe liebe liebe liebe liebe es. So viel an Juliet und Ronan hat sich einfach so echt und greifbar angefühlt, dass es beinahe weh tat. Und dann gab es auch wieder Momente, in denen ich mich gekrümmt habe vor Lachen. Ich habe absolut jede Seite dieses Buches genossen, ganz besonders die Online-Schach-Chats zwischen Juliet und Ronan. Am liebsten würde ich es nochmal zum ersten Mal lesen können.

    Empfehlung: Dieses Buch hat ein Stück meines Herzens, gebt ihm auch ein Stück von euren.

  24. Cover des Buches In the Morning I'll be Gone (ISBN: 9781846688218)
    Adrian McKinty

    In the Morning I'll be Gone

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Nach dem etwas enttäuschenden zweiten Band läuft Duffy bzw. McKinty wieder zu Hochform auf, aus meiner Sicht, weil er die politischen Verwicklungen im Belfast der 1980er Jahre wieder stärker mit der Kriminalgeschichte verknüpft und der Fall dadurch eine wesentlich größere Tiefe und Komplexität bekommt. Und das Ende ist herrlich ironisch. Prädikat: Sehr lesenswert.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks