Bücher mit dem Tag "nordirlandkonflikt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordirlandkonflikt" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches Live Fast, Play Dirty, Get Naked (ISBN: 9783423716604)
    Kevin Brooks

    Live Fast, Play Dirty, Get Naked

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik
    Lili ist jung und es ist der Sommer ihres Lebens. Zusammen mit ein paar Freunden gründet sie eine Band und dann ist da plötzlich der geheimnisvolle William Bonney, der einfach perfekt in die Band passt. Doch keiner der Jugendlichen weiß, dass dieser Sommer ein ganz besonderer sein wird. Schon allein am Schreibstil habe ich gemerkt wie gedühlvoll diese Geschichte ist. Dadurch, dass sie von Lili erzählt wird, wirkt alles sehr atmosphärisch und ich konnte mir gut vorstellen wie sie alles erzählt hat. Das Buch gibt einen wirklich tolle Eindruck in die Punkszene der 70er Jahre. Man spürt einfach wie das Leben für die Jugendlichen war und das es nicht immer so schön war wie man manchmal glaubt. Vorallem spürt man aber die Liebe zur Musik in diesem Buch. Ich habe sie beim Lesen fast schon gehört. Daran merkt man wie gut sich der Autor mit diesem Thema auskennt. Auch der Beginn und die Entwicklung der Band werden so real und autentisch beschrieben, dass ich mir wirklich bildlich vorstellen konnte wie so etwas abläuft und ich glaube für so einige Bands, die heute als Klassiker gelten, waren die Anfänge genau so. Neben der Musik wird jedoch auch der Bürgerkrieg in Irland angesprochen, was dem Buch etwas Dramatisches verleiht und es noch autentischer wirken lässt. Und auch die Charaktere haben mir gefallen. Sie hatte alle ihre ganz eigene Art und im Laufe der Geschichte konnte ich sie wirklich gut kennenlernen. Dabei war es sehr interessant zu sehen wie sie sich verändern und nach und nach eine reifere Persönlichkeit bekommen. Letztendlich konnte ich wirklich gut in diesem Buch versinken und bin begeistert davon wie viel Musik in diesem Buch mitschwingt. Es ist eine dramatische und doch sehr autentische Geschichte über Jugendliche, die mit einer Band erfolgreich werden wollten und ich hatte sehr viel Spaß sie dabei zu begleiten. Außerdem habe ich tolle Einblicke in die Punkszene bekommen, was sehr interessant war. Ein wirklich gelungenes Buch!
  2. Cover des Buches Milchmann (ISBN: 9783608505085)
    Anna Burns

    Milchmann

    (188)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension "Milchmann"

    Die Welt, in die uns Anna Burns in ihrem Roman „Milchmann“ führt, ist schwarz und weiß. Es gibt genaue Regeln, die jeder kennt, aber über die keiner spricht. Das Regelwerk deckt alle Bereiche ab. Es erstreckt sich von der richtigen Wohngegend über die richtige Religion bis hin zu den richtigen Namen. Es wird zwar an keiner Stelle erwähnt, aber aus dem Kontext lässt sich entnehmen, dass die Geschichte mitten in dem Konflikt zwischen den Protestanten und Katholiken in Nordirland spielt. Der Alltag ist geprägt von Attentaten und Gewalt. Es gibt die Bewegung der Verweigerer, welche sich dem Staat widersetzt und ihren Bezirk kontrolliert. Die Menschen teilen ihre Stadt in “die richtige und die falsche Seite der Hauptstraße ein“ und definieren sich über ihre Gruppenzugehörigkeit. Es ist wichtig das richtige zu sagen, damit die Nachbarn nicht das Falsche denken. Daraus entsteht eine psychopolitische Atmosphäre der Angst und Unterdrückung. 

    „Der Schneeball und das böse Wort,

    sie wachsen, wie sie rollen fort.

    Ein Schneeball wirft zum Tor hinaus,

    ein Berg wird`s vor Nachbars Haus.“

    (Wilhelm Müller 1794 – 1827)

    So ein Schneeball wird unserer Protagonistin zum Verhängnis. Die Ich-Erzählerin, auch Mittelschwester genannt, lebt in Belfast in den 70er Jahren. Mit ihren jungen 18 Jahren wird sie von dem deutlich älteren und verheirateten Anführer der „Verweigerer“ als nächste Affäre auserkoren. Er, im Roman Milchmann genannt, beginnt ihr nachzustellen. Und obwohl zwischen den beiden keine Beziehung besteht, brodelt die Gerüchteküche aufgrund einiger kurzer und für die Hauptfigur bedrohlicher Treffen. Der Milchmann erwartet von ihr, dass sie sich fügt und weicht nicht vor Drohungen zurück, um sich durchzusetzen. Die Erzählerin kann sich in ihrer Verzweiflung an niemanden wenden. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal ihrer Mutter, die aufgrund der Gerüchte bereits ihr eigenes Urteil gefällt hat. 

    Das Leben der Erzählerin besteht aus Anpassungsdruck, sozialen Kontrollen und Ungleichheit. Doch sie ist nicht bereit sich komplett anzupassen. Sie möchte nicht sofort heiraten und Kinder kriegen. Doch in ihrer Welt haben Frauen eine untergeordnete Rolle und müssen die männliche Überlegenheit anerkennen. Frauen, die widersprechen, gelten als missraten und werden geächtet. 

    Das alles wird in einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil verpackt. Die langen Bandwurmsätze, die vom hundertsten ins tausendste springen, wirken wie ein nicht enden wollender Gedankenstrom. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung der Hauptfigur wird dadurch greifbar. Ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell. 

    Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Roman. Die Figuren werden mit ihrer Funktion angesprochen. Da gibt es dann "Schwester eins" und "Schwager eins, "Vielleicht-Freund und Chefkoch" und den "Ort auf der anderen Seite der See". Ich persönlich kann mir Namen nur sehr schwer merken und fand es daher erfrischend, dass die Figuren anders benannt wurden. Die fehlenden Namen machen die handelnden Personen anonym, aber auch allgemein gültig. Anna Burns schafft damit die Übertragbarkeit des Romans auf andere Orte und Zeiten. 

    Ob dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Beim Lesen habe ich mehrfach meine Meinung zu diesem Roman gewechselt. Ich schwankte immer wieder zwischen langweilig und unglaublich. Zum Schluss tendiere ich doch zur Leseempfehlung. 

    https://www.readingwitch.com/post/milchmann
  3. Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783499257483)
    Colum McCann

    Transatlantik

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Nicola89

    Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
    Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.
    New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen.
     «Transatlantik» verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel. 

    Obwohl ich mir sehr viele Notizen zu diesem Buch gemacht habe, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension beginnen soll. Ich starte mal mit dem Aufbau. Der Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil die Jahre 1919, 1845-1846 und 1998 abdeckt und das in genau dieser Reihenfolge. Der zweite Teil befasst sich mit den Jahren 1863-1889, 1929 und 1978 und der dritte Teil umfasst in einem einzigen, langen Kapitel das Jahr 2011.

    Der erste Teil und der Einstieg in das Buch war für mich die größte Herausforderung. Durch die Zeisprünge, die zudem nicht in chronologischer Reihenfolge waren, und die vielen Personen war ich ziemlich verwirrt und bis auf eine Ausnahme zu Beginn, ist es mir dementsprechend schwer gefallen, in die Handlung zu finden.

    Der zweite Teil wurde da schon um einiges besser und ich konnte mehr in die Handlung eintauchen, wobei ich mich immer konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Die ersten beiden Teile werden komplett in der dritten Person erzählt.

    Der dritte Teil umfasst auf knapp 80 Seiten nur noch das Jahr 2011. Hier wird plötzlich aus der Ich-Perspektive erzählt, was mich zunächst wieder verwirrt hat, da ich nicht sofort erkennen konnte, dass hier aus Sicht von Hannah erzählt wird.

    Da so viele Personen eine Rolle spielen, fällt es mir teilweise schwer zu sagen, wie mir die Charaktere gefallen haben. Außer beim letzten Teil, wo man wirklich das Gefühl hat, Hannah näher zu kommen, ist mir das bei den anderen Charakteren aufgrund der Masse nicht ganz so leicht gefallen.

    Trotz dieser Schwierigkeiten muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen und es sich gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten. Daher vergebe ich gerne vier Sterne.

    Da die Geschichte über mehr als 150 Jahre gespannt wird und entsprechend viele Personen und Generationen umfasst, muss man sich schon sehr auf die Handlung konzentrieren und sollte das Buch in Ruhe lesen und sich Zeit dafür nehmen.

  4. Cover des Buches Rain Dogs (ISBN: 9783518468685)
    Adrian McKinty

    Rain Dogs

    (84)
    Aktuelle Rezension von: Wirkommu

    Die Story, die in dem 2017 veröffentlichten Buch präsentiert wird, trägt sich 1987 zu. Man muss sich schon sehr in diese Zeit zurückversetzen, um die Handlungen nachvollziehen zu können, und sich mit der Geschichte Nordirlands und der IRA auseinandersetzen, um bestimmte Sichtweisen und eine gewisse Fatalität zu verstehen. Die Geschichte ist ruhig, mit gewissem Wortwitz und eben der beschriebenen Fatalität der Denkweise des Protagonisten Sean Duffy präsentiert: der Tod einer Journalistin, die sich mit Kindesmissbrauch in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche befasst und dabei auch Personen in höchsten Kreisen auf die Füße zu treten in Begriff ist. Der Mord wird als Selbstmord inszeniert und Sean Duffy soll dazu instrumentalisiert werden, eben dies zu beweisen. Aber er wäre nicht Sean Duffy, wenn er da nicht nachhaken würde. Auf der Rückseite wird Ian Rankin zitiert: „McKinty haut einen vom Hocker“, das kann man so nicht unterschreiben. Grundsolide Spannung trifft es aber schon.

  5. Cover des Buches Die Kolonie (ISBN: 9783312012893)
    Audrey Magee

    Die Kolonie

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    „Die irische Sprache stirbt, aber sie ist noch nicht tot. […] Es ist ein langsamer Tod, er zieht sich über Jahrhunderte, in denen die Sprechenden das Irische zugunsten des Englischen aufgeben.“

    Ein mässig erfolgreicher englischer Maler und ein ehrgeiziger französischer Linguist verbringen den Sommer 1979 auf einer abgelegenen irischen Insel. Der eine benutzt die Inselbevölkerung als Modelle für seine Bilder, obwohl die Einheimischen dies nicht möchten. Der andere erhofft sich mit seinen Studien einen Doktortitel und eine Professur und würde die Bewohner am liebsten auf der Insel einsperren und ihnen verbieten, Englisch zu sprechen, um das Irische vor dem Aussterben zu bewahren. Obwohl sich die beiden Männer als Konkurrenten betrachten und einander nicht ausstehen können, ist ihnen doch gemeinsam, dass sie die Bedürfnisse und Wünsche der Insulaner missachten und sie für ihre Zwecke missbrauchen. Die daraus entstehenden Spannungen und die Reaktionen der Inselfamilie, bei der die beiden zu Gast sind, schildert die Autorin sprachlich ganz wunderbar und mit einem feinen Gespür für Zwischenmenschliches. 

    Neben dem Machtgehabe der beiden Männer beschreibt Audrey Magee in diesem atmosphärischen, klugen Buch auch das Leben auf der kargen Insel sehr eindrücklich. Da ist einerseits die junge Witwe Mairéad, die sich vordergründig an die Sitten der Insel hält, jedoch einen eigenen Weg findet, mit den beiden Eindringlingen umzugehen. Ihre Mutter, Bean Uí Néill, die den Fremden misstrauisch gegenübersteht, und deren Mutter, Bean Uí Fhloinn, „die letzte rein irische Muttersprachlerin, die letzte Frau, die so lebt. mit dem Tuch um die Schultern, der Tonpfeife, den gestrickten Socken.“ Und dann James, Mairéads 16-jähriger Sohn, der den Maler umschwärmt wie eine Motte das Licht. Der Englisch sprechen möchte und nicht Fischer werden wie sein Vater, sein Grossvater, sein Onkel. 

    Ein leises, unaufdringliches und doch unglaublich starkes Buch mit einem liebevollen, manchmal auch ironischen Blick auf seine Protagonisten. Über die Arbeit des Linguisten erfährt man viel über die Kolonisierung und Unterdrückung der Iren durch die Engländer und die perfiden Mechanismen, mit denen die katholische, irisch sprechende Bevölkerung drangsaliert und zur Aufgabe ihrer Kultur gedrängt wurde. Die immer wieder eingeschobenen kurzen Kapitel über die Opfer des Nordirlandkonflikts verleihen dem Roman zusätzlich historische Tiefe. Eine traurige, leider universelle Geschichte, wie sie auch in anderen gälisch sprechenden Gebieten der britischen Inseln stattfand und überall auf der Welt, wo kolonisierende Staaten die einheimische Bevölkerung unterwarfen, ausbeuteten oder vertrieben. 

    Ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen – einerseits, weil es stilistisch und inhaltlich in meinen Augen ein richtig gutes Buch ist, andererseits weil mich die kleinen irischen und schottischen Inseln geradezu magisch anziehen. „Die Kolonie“ hat mich sehr bereichert und restlos begeistert. Ganz grosse Empfehlung für alle, die ruhige, anspruchsvolle und gehaltvolle Literatur mögen. 

  6. Cover des Buches Schnee in Amsterdam (ISBN: 9783406727009)
    Bernard MacLaverty

    Schnee in Amsterdam

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Ich wollte dieses Buch schon lange lesen und bin jetzt ein wenig unschlüssig, denn ich möchte fair bewerten. Es ist ohnehin kein leichtes Thema, das Bernhard MacLaverty sich vorgenommen hat: ein älteres Paar in einer tiefen Krise, sie trägt sich mit Trennungsabsichten, er hat ein heftiges Alkoholproblem. Eine Reise von Glasgow nach Amsterdam soll retten, was noch zu retten ist - nur hat Stella dabei etwas völlig anderes im Sinn als Gerry, der Ehemann. Doch, es gibt eine Überraschung gegen Ende der Story und wir erfahren auch einiges über deny Hintergrund dieser Ehe, die sich in einer Sackgasse befindet: nur dauert das alles leider teilweise furchtbar lange und las sich manchmal eher quälend. Der Strom der Gedanken beider Hauptfiguren entfernt sich manchmal für meinen Geschmack recht weit vom eigentlichen Thema. Auch empfand ich es als ausgesprochen schwierig, mitzuerleben, wie wenig Alkoholiker Gerry sich seiner Situation bewusst ist- aber das ist vielleicht bei Suchtkranken einfach so. Deprimiert hat mich dann noch mal der Schluss: ein eher halbherziges „Wir bleiben zusammen“ , dem bereits die Gefahr innewohnt, dass sie weiter nebeneinanderher leben wie bisher: ohne rechte Freude, ohne Aufbruch. Bis Gerry in die Entzugsklinik muss?Oder Ins Altersheim? Das ist alles sehr wahrhaftig und glaubwürdig, aber auch unglaublich traurig. Ich hoffe nur, MacLaverty schreibt hier nicht aus eigenem Erleben...
  7. Cover des Buches Alter Hund, neue Tricks (ISBN: 9783518470602)
    Adrian McKinty

    Alter Hund, neue Tricks

    (86)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Das Buch ist Teil 8 der Sean-Duffy-Reihe. Erneut ist es dem Autor gelungen Historisches rund um die IRA mit Fiktivem zu einem tollen Kriminalroman zu verschmelzen. Der Hauptcharakter Sean Duffy muss erneut einen Fall aufklären, der ihn wieder in die IRA-Aktivitäten verstrickt. Aber Duffy ist kein Anfänger mehr, er weis wie der Hase läuft und beweist einmal mehr, dass ein „alter Hund“ das Beißen nicht verlernt hat und mit „neuen Tricks“ den Fall zu lösen vermag. 

    Der Autor hat es wiedereinmal geschafft, dank seines tollen Schreib- und Erzählstils und durch die wirklich gelungene Charakterisierung seiner Protagonisten, allen voran natürlich Sean Duffy, mich top zu unterhalten. Nicht nur die geschilderten politischen Ereignisse auch die humorige und selbstironische Art Duffys tragen zum Lesevergnügen bei. Diese Eigenschaften zeigen sich z. B., wenn sich Duffy über den Musikgeschmack seiner Mitmenschen so wunderbar aufregen kann oder er Gesprächspartners mit trockenem Humor Paroli bietet. 

    Für mich ist auch dieser Teil wieder ein rundum gelungener Krimi und ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

  8. Cover des Buches Gun Street Girl (ISBN: 9783518467350)
    Adrian McKinty

    Gun Street Girl

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Inzwischen habe ich mich an den Vorleser der englischen Audible-Version gewöhnt, und inzwischen gefällt es mir sogar recht gut, wie er es liest. Diese Nummer 4 der Serie um Sean Duffy war auf der Skala wieder ein bisschen unter Band 3. Für mich steht und fällt die Reihe mit dem Bezug zur politischen Lage in den 1980ern in Belfast/Nordirland.
    Die Romane, bei denen dieser Hintergrund eine größere Rolle spielen, sind definitiv die besseren Duffys. 
    Insgesamt gewinnt man aber den ironischen Duffy und seine lakonische Art, sein Leben und seine Fälle zu schildern lieb und will einfach wissen, wie es ihm weiterhin ergeht.
  9. Cover des Buches Guter Junge (ISBN: 9783803132796)
    Paul McVeigh

    Guter Junge

    (8)
    Aktuelle Rezension von: 250786

    Paul McVeighs "Guter Junge" ist eine Perle der Literatur – ein Buch, das gleichermaßen berührt, zum Nachdenken anregt und fesselt. Mit unglaublichem Einfühlungsvermögen und einer Prise bitterem Humor erzählt McVeigh die Geschichte von Mickey Donnelly, einem elfjährigen Jungen, der in den turbulenten 1980er Jahren in Belfast aufwächst.

    Die größte Stärke des Romans ist Mickeys unverwechselbare, herzerfrischend ehrliche Stimme. Durch seine kindliche Perspektive erleben wir sowohl den Alltag in einer von Gewalt und Armut geprägten Gemeinschaft als auch die stillen Träume und Ängste eines Kindes, das nach Zugehörigkeit und Akzeptanz sucht. Trotz der Schwere der Themen – religiöser Konflikt, Mobbing, familiäre Spannungen – strahlt das Buch eine anrührende Wärme und Menschlichkeit aus.

    McVeigh versteht es meisterhaft, kleine Momente von Humor und Zärtlichkeit einzuflechten, die das Buch erhellen, ohne die Ernsthaftigkeit seiner Botschaft zu schmälern. Die detaillierte Darstellung des Lebens in Belfast und der Zwiespalt zwischen Tradition und Veränderung geben der Geschichte zusätzlich Tiefe.

    Guter Junge ist kein klassischer Coming-of-Age-Roman – es ist eine feinfühlige, bittersüße und zugleich kraftvolle Geschichte über Freundschaft, Identität und die Stärke des menschlichen Geistes. Ein Buch, das man nicht so schnell vergessen wird.

    Absolute Leseempfehlung für alle, die literarische Geschichten mit Herz und Verstand lieben!

  10. Cover des Buches Belfast Central (ISBN: 9783990702222)
    A.K. Amherst

    Belfast Central

    (29)
    Aktuelle Rezension von: Annabeth_Book

    Inhalt

    Eigentlich wollte Ryan nur helfen und gerät dann selbst in die Schusslinie. Weil er es aber nicht auf sich beruhen lassen kann, rutscht er immer tiefer rein und erfährt Dinge, die man lieber nicht wissen wollte.

    Erster Satz:

    Unsere Patientin Misses Weaver ist ganz aus dem Häuschen, dass sie nach Hause darf.

    Meine Meinung:

    Als mich die Autorin gefragt hat, ob ich Buch lesen möchte, habe ich natürlich nicht nein gesagt, weil ich natürlich auch neugierig darauf war, was mich erwarten wird und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.

    Das Cover finde ich zwar etwas nichts sagen und für einen Thriller etwas 0815 gestaltet, aber ich will auch nicht wirklich daran rummeckern, weil ich selbst keine Idee habe wie man das Cover hätte anders gestalten können.

    Der Schreibstil der Autorin, ist sehr flüssig zu lesen und er fesselt einen zunehmen, irgendwann konnte und wollte ich das Buch nicht mehr weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte was Ryan sonst noch so alles aufdeckt.

    Ryan, ist unser Protagonist, ein sehr sympathischer, junger Mann, der anderen Menschen helfen will und deshalb Sanitäter geworden ist und gerade dieser Beruf wird im eines Nachts bei einem Einsatz zum Verhängnis.
    Während sein Kollege sein Leben lassen muss, wird Ryan von einem fremden Mann gerettet und er fragt sich warum und beginnt mit der Suche nach dem Mann und ab diesem Zeitpunkt rutscht er immer tiefer in Sache rein.

    Der fremde Mann der ihm geholfen hat ist Adam, als Leser erfahren wir auch von der Vergangenheit von Adam, diese wurde wiederum sehr gut in dem Buch gekennzeichnet, sodass man als Leser auch weiß wo man sich befindet.

    Natürlich gibt es auch die üblichen Randcharakteren, wie die Familie von Ryan und seine Freunde, aber die waren für mich diesmal wirklich außen vor, da ich auch toll fand was die Autorin sich hier für eine Hintergrundgeschichte ausgesucht hat und es ist ein Thema, wo man sich als Leser auch erstmal auseinandersetzen muss, weil es einem eigentlich nie bewusst war.

    Alles in einem kann ich an dem Buch wirklich nicht meckern, weil die Autorin es geschafft hat mich zu fesseln und mich gleichzeitig für ein neues Thema zu begeistern und ich hoffe das ich sehr bald wieder etwas von ihr lesen darf. 


  11. Cover des Buches Verrat (ISBN: 9783499273179)
    Nicholas Searle

    Verrat

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Erinnerungen an das beschauliche Leben im irischen Carrickcloghan. Es liegt "größtenteils im Sterben". Jenes Dorf, unsichtbar, selbst für die britischen "Besatzer". Bridgets Kindheit verlief unspektakulär. Unbedeutend und doch jede Erinnerung wert.

    Unbedeutend vielleicht auch im Gesamtzusammenhang und doch bildet dieses Kapitel einen wichtigen Kontrast zu jenen Ereignissen, die auf Bridget in ihrem späteren Leben noch zukommen werden. Es änderte sich bereits, als es mit den Anschlägen begann. Hier eine Bombe, dort ein Hinterhalt und immer wieder Polizisten und Soldaten, die durch das Dorf stürmten. Fast schon eine Art seltsame Normalität. War es nicht völlig sinnlos, dieses Leben? "Nichts als Furcht, das ständige Gefühl, von allen Seiten belauert zu werden, und schließlich der Tod."

    Die Wahrheit: Nichts in diesem Buch ist unbedeutend. Nicholas Searle schildert den Nordirlandkonflikt als eine Art Innenansicht aus dem Blickwinkel einzelner Beteiligter. Den Fokus richtet er dabei auf Bridget O'Neill, die eher zufällig und ohne jede Ahnung in den aktiven Wirkungskreis der IRA gerät. Am Anfang stand die Begegnung mit Francis in der Nähe jenes Pubs und seine spontanen, unbekümmerten Worte, die er damals an sie richtete. Seit jenem Tag änderte sich der Lauf der Dinge.

    Letztlich bleibt aber auch für Francis nichts, wie es war. Die Zeiten ändern sich. Ob es nun seine eigenen Befindlichkeiten sind, die politischen Rahmenbedingungen oder die Zielführungen der Organisation und die Sache selbst, für die er sich ins Zeug legt. Die verschiedenen Ebenen beleuchtet der Autor von allen Seiten. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies einen ständigen Wechsel der jeweiligen Beobachtungspositionen.

    Fanatismus, Heuchelei, blinde Wut, Verrat und erschreckende Kaltblütigkeit wechseln sich ab mit Unsicherheit, Zweifel und der aussichtslosen Suche nach Wegen, die längst verloren sind. In diesem Durcheinander der Emotionen, die nur ins Chaos führen können, so etwas wie Spannung aufzubauen, scheint theoretisch unmöglich zu sein. Nicholas Searle beweist das Gegenteil, auch wenn er den Spannungsbogen zunächst sehr verhalten angeht.

    Doch das, was auf leisen Sohlen beginnt, summiert sich in eine Eskalation von Spannung. Politisches Kalkül und persönliche Katastrophen verstricken sich immer mehr und Nicholas Searle vermag dies in einer fast beiläufigen Art und Weise zu schildern. Die Kunst dabei ist, vermeintlich unauffällig und wie aus einem Hinterhalt heraus, mit den weiteren zwischenmenschlichen Entwicklungen und äußeren Bedingungen die Leserschaft in eine sich ständig steigernde Unruhe zu versetzen.         

    "Verrat" ist, was keinesfalls immer gelingt, eine Multiplikation des gelungenen Debüts, insbesondere was die Charaktertiefe der Hauptpersonen betrifft. Nach "Das alte Böse" eine weitere, unbedingte Leseempfehlung. Sogar eine zusammenfassende Nachhilfestunde in Geschichte darf man erwarten. Nicholas Searle schildert in einem ausführlichen Nachwort den geschichtlichen Hintergrund seines Romans, wobei er hier den Bogen unerwartet weit spannt.
  12. Cover des Buches In the Morning I'll be Gone (ISBN: 9781846688218)
    Adrian McKinty

    In the Morning I'll be Gone

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Ingrid_Davis
    Nach dem etwas enttäuschenden zweiten Band läuft Duffy bzw. McKinty wieder zu Hochform auf, aus meiner Sicht, weil er die politischen Verwicklungen im Belfast der 1980er Jahre wieder stärker mit der Kriminalgeschichte verknüpft und der Fall dadurch eine wesentlich größere Tiefe und Komplexität bekommt. Und das Ende ist herrlich ironisch. Prädikat: Sehr lesenswert.
  13. Cover des Buches Robin und die Farben der Bordsteine (ISBN: 9783761563410)
    Dagmar Petrick

    Robin und die Farben der Bordsteine

    (4)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Ich mag die Jugendreihe aus dem Neukirchener Verlag, die sich mit Biografien berühmter Persönlichkeiten beschäftigt und mit verschiedenen Themen gesellschaftlich, historisch usw. - dazu nimmt sich der Autor jeweils ein Kind, mit dem es das Thema lebendig und für Jugendliche spannend und informativ aufbereitet.

     

    Ich mag solche Bücher sehr gern auch für Erwachsene, weil sie verständlich zu lesen sind.

     

    Im mir vorliegenden Buch spielt Nordirland eine tragende Rolle. Hier ist es Robin, der in Portamena lebt. Er ist 11 Jahre. Die Bordsteine sind farbig angestrichen, was hat das zu bedeuten? Kann man sich wegen Farben streiten? Gibt es falsche Farben? In der Kirche hat Robin gehört, dass es keine Unterschiede gibt, dass Gott keine Unterschiede macht ...

     

    Eine Schlägerei und ein Streit seiner Eltern lässt Robin verzweifeln. Dann ist da noch die Nonne Basilea. Thema ist der Nordirlandkonflikt, der für Jugendliche verständlich erklärt wird. Freundschaft und Frieden sind wichtige Themen innerhalb des Buches. Die Leser/innen können sich sehr gut einfühlen. Die Handlung ist im Jahr 1990 angesiedelt. Schön ist, dass Robin ein Junge ist im Alter der, für die das Buch konzipiert ist. So können diese sich perfekt einfühlen.

     

    Die Geschichte ist lebendig, spannend und glaubwürdig geschrieben, die politisch gesellschaftlichen Belange sind sehr gut in die fiktive Handlung um den Jungen Robin eingebunden und alles passt perfekt zusammen. Das Buch umfasst 27 Kapitel und ein Glossar mit Begriffserklärungen sowie abschließend der Friedenserklärung von Betty Williams.

  14. Cover des Buches Cal (ISBN: 9783257213874)
    Bernard MacLaverty

    Cal

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62

    Bei einem Besuch in Londonderry und Belfast im Sommer 2018 war ich schockiert über die noch deutlich sichtbaren Spuren des Nordirlandkonflikts, nicht zuletzt über die Mauer in Belfast. Gleichzeitig hat mich der spürbare Wille der Menschen dort begeistert, den Frieden, der seit dem Karfreitagsabkommen vom April 1998 herrscht, zu bewahren. Nun ist die offene Grenze zwischen Irland und Nordirland im Zuge des Brexits erneut in Gefahr und der Mord an der Journalistin Lyra McKee durch die militante New IRA im April 2019 in Londonderry sowie zahlreiche neue Bombenattentate machen nicht nur vielen Iren und Nordiren Angst. Bernard MacLavertys Roman „Cal“ aus dem Jahr 1983 ist daher aktueller denn je und eine Warnung an alle, die leichtfertig zündeln.

    Der 19-jährige Cal Mc Cluskey, arbeitslos wie viele seiner Altersgenossen, schlägt sich im tristen, vom Bürgerkrieg gebeutelten Nordirland der 1970/80er-Jahre mühsam durch. Zusammen mit seinem Vater Shamie, einem Schlachthausarbeiter, lebt er in einem protestantischen, loyalistisch geschmückten Viertel irgendwo in der Provinz Ulster. Als letzte Katholiken dort erhalten sie massive Drohungen, die dazu führen, dass der friedliche Shamie von militanten IRA-Anhängern einen Revolver zur Selbstverteidigung annimmt. Doch die IRA gibt nichts umsonst, fortan muss Cal als Fahrer bei Überfällen fungieren. Als dabei ein protestantischer Farmer und Reservepolizist vor den Augen seiner Familie erschossen wird, will Cal, der „nie richtig eingestiegen“ ist, die Gruppe verlassen. Sein Gewissen lässt ihn nicht mehr zur Ruhe kommen, doch mitten im Krieg duldet die IRA keine Aussteiger: „Nicht zu handeln – weißt du – heißt handeln... Dadurch daß du nichts tust, trägst du dazu bei, daß die Engländer hierbleiben.“

    Ein Jahr nach dem Anschlag lernt Cal in der örtlichen Bibliothek Marcella Morton kennen, „ausgerechnet die eine Frau, die ihm verboten war“, und verliebt sich, doch „Von Liebe zu sprechen, das wußte er, erforderte Offenheit und Wahrhaftigkeit. Wegen dem, was er getan hatte, war er für sie eine einzige Lüge“.

    Bernard Mac Laverty zeigt in "Cal" eindringlich, wie ausweglos die Situation für den Einzelnen in einem gewalttätigen Konflikt sein kann. Auch wenn der Roman keine ganz große Literatur ist und die ständig beschriebene exzessive Raucherei Cals mich zunehmend genervt hat, ist die Perspektive auf den nordirischen Alltag und die Frage nach Schuld, Verantwortung und Vergebung gut gelungen.

    Der Roman wurde 1984 von Pat O’Connor mit John Lynch und Helen Mirren in den Hauptrollen verfilmt.

    http://mit-büchern-um-die-welt.de/bernard-maclaverty-cal/
  15. Cover des Buches Troubles (ISBN: 9783957577573)
    James Gordon Farrell

    Troubles

    (13)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    1919: Major Brendan Archer, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs aus der englischen Armee entlassen, reist an die irische Ostküste, um seine Verlobte zu heiraten. Das Wiedersehen mit der Tochter des Besitzers des Hotels Majestic verläuft allerdings gänzlich anders als erhofft, zumal die Verlobte bald darauf verstirbt. In der Zwischenzeit aber hat sich der Major bereits auf die verbliebene Schar von Katzen, skurrilen Dienern und Bewohnern eingelassen und wird immer tiefer in den Sog des Verfalls des riesigen ehemaligen Prachthotels und seines polternden Besitzers Edward Spencer hineingezogen. Die brillante, von absurdem Humor durchzogene Erzählung spielt vor dem Hintergrund der entscheidenden Jahre Irlands auf dem Weg, zur Teilung des Landes. Die unerschöpflichen Facetten dieses jahrhundertealten Konflikts spiegeln sich wider in den verschiedenen Standpunkten der sehr lebensnah gezeichneten Figuren. 

    Überbordender HUMOR

  16. Cover des Buches Der Novembermann (ISBN: 9783404170494)
    Bill Granger

    Der Novembermann

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Peter Devereaux ist Geheimagent bei der Abteilung R, einem amerikanischen Geheimdienst, der darunter leidet, daß er gegenüber der CIA im Schatten steht. Er wird von seinem Vorgestzten, einem Bürokraten, den er wegen dieser Tätigkeit verachtet, nach Schottland geschickt, um zu überprüfen, ob die Infos, die ein Zuträger angeblich verkaufen möchte, die hohe Kaufsumme wert ist. Bevor sich die beiden so recht austauschen können, wird der Informant blutrünstig ermordet, aber Devereaux erfuhr immerhin so viel, daß ein Angriff auf ein Mitglied des englischen Köngshauses geplant ist. Ein wunderbarer Thriller, in dem so viel gepichelt wird, daß man beim Lesen schon ganz dune wird, wo die Konkurrenz aus dem konkurrierenden Geheimdienst eine ebenso große Gefahr wie die eigentlichen Gegner darstellt, und wo ein realistisches Bild der Agententätigkeit gezeichnet wird, und mordsspannend ist es obendrein. Darauf einen Whisky *hicks*!
  17. Cover des Buches True Crime (ISBN: 9783038821106)
    Sam Millar

    True Crime

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Toxicas
    True Crime ist ein Subgenre der Sachliteratur und widmet sich primär der Darstellung realer Kriminalfälle. Und genau das ist es, was die Leserschaft dermaßen anzieht und fasziniert: die Realität. Das wahre Verbrechen, das so, wie es im Buch, Podcast oder Internetbeitrag dargestellt wird, stattfand.

    Bevor Sam Millar aka André Singleton als erfolgreicher Autor reüssierte, war er u.a. als "Blanket-Man" und Drahtzieher beim "großen Dings bei Brink's" berühmt-berüchtigt.

    Sam Millar blickt auf eine schwierige Kindheit zurück: der Vater war bei der Marine und oft nicht zu Hause, die psychisch labile Mutter geplagt vom Alleinsein, suchte Trost im Alkohol, Essen gab es meistens durch Rabattmarken und Lebensmittelgutscheine, und die strenggläubige katholische Erziehung durch den Großvater tat ihr Übriges. So erlebte er auch den "Blutsonntag" 1972 in Derry hautnah mit. Als ein ehemaliger Schulfreund erschossen wurde, wechselte Sam zu einem militanten Republikanismus. Man warf ihm vor, er würde zur IRA gehören, einer irisch-republikanischen, paramilitärischen Organisation, die aus der Spaltung der Irisch-Republikanischen Armee im Dezember 1969 hervorging. Aufgrund dieser Verbindung und späterem Vorwurf des Waffen- und Sprengstoffbesitzes wurde er im Gefängnis Long Kesh (auch bekannt als Maze Prison oder H-Blocks) untergebracht. Da er sich vehement dagegen wehrte, die Verurteilung und die Regeln des Gefängnisses anzuerkennen, musste er jahrelang unter schlimmsten, die Menschenwürde verletzenden Bedingungen leben.

    Dies alles wird im ersten Teil des Buches beschrieben. Die Kapitel sind chronologisch unterteilt und haben Überschriften, die sich auf die jeweiligen Inhalte beziehen. Dazu gibt es jeweils passende Zitate aus anderen Büchern.

    KAPITEL EINS
    Das Haus
    April 1965

    Sie versauen dich, deine Mutter und dein Vater. Vielleicht nicht mit Absicht, trotzdem tun sie es. Sie füllen dich an mit ihren eigenen Fehlern. Und geben noch welche obendrauf, nur für dich. - Philip Larkin, This Be The Verse

    Im zweiten Teil des Buches führte ihn sein Weg hinaus in die Freiheit, ab nach New York. Dort gründete er eine Familie mit seiner Frau, sie bekamen drei Kinder. Doch statt das Leben zu genießen, das Beste draus zu machen, plante er 1993 den spektakulärsten Überfall in der amerikanischen Geschichte. Bis dahin war er mir äußerst sympathisch, doch dann kam ich nicht umhin, mich zu fragen, warum jemand ständig auf der Suche nach Problemen ist. Fiel es ihm wirklich so schwer, einfach mal glücklich (oder zumindest zufrieden) zu sein? Hatte er denn aus seiner Vergangenheit nichts gelernt?

    Die knochenfarbenen Zellen, deren Trostlosigkeit der dunkle Himmel noch unterstrich, waren das erste, was ich sah, als ich aus dem Transporter stieg [...] Ein Wärter hatte sich in eine Ecke verkrochen, um eine zu rauchen. [...] Einen Moment hatte ich den Eindruck, als würde er mich kopfschüttelnd betrachten und an meinem Verstand zweifeln. (Seite 91, 92)

    Natürlich ging alles Mögliche schief, und er wurde schließlich wieder verhaftet. Das ist übrigens kein Spoiler, denn der Fall samt anschließendem Gerichtsverfahren sorgte einst für mächtig Wirbel in den Medien. Und zwar so sehr, dass Warner Brothers, die die Filmrechte erworben hatten, einen Rückzieher machten, nachdem die Bush-Regierung aufgrund der Anschläge vom 11. September behauptete, das Buch würde den Terrorismus verherrlichen.

    Im zweiten Teil erhält der Leser interessante Einblicke in die Prozessführung und in das amerkanische Rechtssystem. Dabei schreibt Millar nicht mit prahlerischem Unterton, glorifiziert seine Handlungen nicht, belehrt nicht, sondern greift auf Fakten zurück und schildert mit konsterniertem Understatement. Er schreibt locker, geradeheraus und lässt stellenweise seine politischen Ansichten mit einfließen.

    Persönliches Fazit: Ein aufschlussreicher, spannender, erschütternder und autobiografischer Krimi, der erstaunlich leicht von der Hand ging. True Crime at its best.

    © Recensio Online, 2019, Julie
  18. Cover des Buches DC Legends #4: Batman- Der grosse Schlaf (2002, Panini) (ISBN: B004KDBPYI)
    Scott Hampton

    DC Legends #4: Batman- Der grosse Schlaf (2002, Panini)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der Titel wurde bei Raymond Chandler "entliehen" für einen überraschenden "Batman": Bruce Wayne wird durch die Trunkenheitsfahrt eines Autofahrers so schwer verletzt, daß er im Koma liegt und es kaum noch Hoffnung auf Besserung gibt B.W. liegt intubiert und Komatös im Gotham General. Nur der treue Alfred harrt noch an seinem Krankenbett aus. Im Zustand zwischen Leben und Tod erscheint Batman der Hüter, der ihm mitteilt, daß Bruce sich auf eine Reise machen müsse, damit der "silberne Faden" nicht reiße, der ihn jetzt noch mit der Welt der Lebenden verbinde. Schon bald trifft Bruce (jetzt als Batman) auf Henry Sands, wegen Insiulinschocks ebenfalls so gut wie tot, der von grausigen Harpyien gepeinigt wird, und aufdie ehemalige IRA-Terroristin Mary, die sie zum Feuersee begleitet. Wird ihnen die Rückkehr ins Reich der Menschen gelingen? Die Reisegeschichte hat mich ein bißchen an den "Herrn der Ringe" erinnert, die Zeichnungen zu Marys IRA-Vergangenheit sind stark und ergreifend.

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