Bücher mit dem Tag "nordkorea"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nordkorea" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.864)
    Aktuelle Rezension von: Daniel215

    Die Rahmenhandlung des schwedischen Bestsellers erzählt vom Verschwinden des Allan Karlsson, der sich an seinem einhundertsten Geburtstag aus dem Altenheim fortstiehlt. Wir erfahren von  der „Flucht“, seinen neuen Begleitern und den Verfolgern. Den eigentlichen Kern der Erzählung bilden meiner Meinung nach aber die Rückblicke auf Allan Karlssons Leben, die sich mit der Rahmenhandlung abwechseln. In diesen Rückblicken dürfen wir über das erstaunliche (und natürlich vollkommen fiktive) Leben des 1905 geborenen Allan Karlsson staunen, dessen Lebensweg immer wieder von historischen Personen und Ereignissen gekreuzt worden ist.

    Die Geschichte erinnert ein wenig an den Film „Forrest Gump“. Sowohl in dem Film als auch auch in dem hier besprochenen Buch steht ein vermeintlich einfach gestrickter Protagonist im Zentrum, der immer wieder vor Ort war, wenn Weltgeschichte geschrieben wurde.

    Ganz so wie der Protagonist sein Leben (und die historischen Ereignisse) nicht allzu ernst nimmt, erzählt der Autor Jonas Jonsson auch seine Geschichte. Der insofern „seichte“ und durchweg humorvolle Erzählstil hat mir persönlich große Freude bereitet, mag aber nicht jedem liegen. Ein Beispiel: 

    „Als Julius fünfundzwanzig war, starb erst seine Mutter an Krebs, und ihr Sohn trauerte sehr um sie. Wenig später ertrank der Vater im Sumpf, bei dem Versuch, eine Kuh zu retten. Auch da trauerte Julius sehr, denn er hatte wirklich an der Kuh gehangen.“

    Man sollte jedenfalls keine tiefgründige Geschichte mit vielschichtigen Charakteren und einem großen Spannungsbogen erwarten, sondern sich auf eher leichtere Unterhaltung und eine Geschichte einstellen, die durchweg „mit einem Augenzwinkern“ erzählt wird. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit einer witzigen (aber nicht albernen) Erzählung belohnt, die ich mit einem dauerhaften Lächeln auf den Lippen gelesen habe.

  2. Cover des Buches Der Präsident (ISBN: 9783404176588)
    Sam Bourne

    Der Präsident

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Da ich Politthriller sehr gerne lese, haben mich Cover und Titel hier sofort angesprochen.  Die Silhouette ist unverkennbar und zeigt um welchen Präsidenten es sich hier handelt. 

    Der Klappentext verrät schon den Kern der Handlung.   Es geht um Machtmissbrauch und einen unberechenbaren Charakter im Weißen Haus, der aus verletztem Stolz, den Atomknopf drücken wollte.  Nur mit höchster Anstrengung konnte der amtierende Präsident gestoppt werden.   Mächtige Männer fassen den Entschluss, den Präsidenten 'aus dem Spiel zu nehmen'. 

    Maggie Costello hat mit großer Begeisterung unter dem früheren Präsidenten ( Obama) gearbeitet und aus Pflichtgefühl dem Land gegenüber,  ist sie im Weißen Haus geblieben.  Mit Widerwillen geht sie ihrer Arbeit nach, weil sie weder den neuen Präsidenten noch sein ganzes Team leiden kann.   Als der Leibarzt vom Präsidenten tot aufgefunden wird, soll sie den Fall intern untersuchen.   Sie zieht Schlüsse, die auf ein Attentat auf den Präsidenten hindeuten.  Wird sie den Mann retten, den sie abgrundtief verachtet?

    Der Autor zeichnet in diesem Buch ein sehr abschreckendes Bild vom ehemaligen Präsidenten ( Stand 2021) und seinem politischen Umfeld.  Wer sich gerne über die Person Trump und seine Familie empört, bekommt hier viel 'Futter'.  Mir war es zu viel.  

    Die Handlung lebt nicht von der Spannung, sondern mehr von den Intrigen rund um das politische und wirtschaftlich-finanzielle Umfeld des Präsidenten. 

    Maggie Costello hat mir als Charakter gut gefallen und deshalb werde ich bald den zweiten Teil dieser Reihe "Die Wahrheit" lesen. 


  3. Cover des Buches 88 Namen (ISBN: 9783596700936)
    Matt Ruff

    88 Namen

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Horatio-Buecherliebe

    Matt Ruffs Roman mit dem etwas rätselhaften Titel „88 Namen“ zielt von Seiten des Verlags auf eine ganz besondere Leserschaft. Der Klappentext verspricht: >Publishers Weekly< „Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller und mit seinen vielen Anspielungen Pures Geek-Gold“. Da auch noch die Schlagworte „Massively Multiplayer Online Role-Playing Games“ fallen, war es um mich geschehen. An diesem Roman des bekannten Fantasyautors konnte ich nicht vorbeigehen. Mit großer Vorfreude und einem erheblichen Sympathievorschuss begab ich mich an die Lektüre.


    Der US-amerikanische Autor Matt Ruff, geboren 1965 in Queens, NY, ist Freunden der Fantasy Literatur vor allem durch seinen gelungenen Debüt-Roman „Fool on the Hill“ ein fester Begriff. Auch weitere erfolgreiche Romane wie das verstörende „Bad Monkeys“ und das gewichtige, sozialkritisch phantastische „Lovecraft Country“ stammen aus seiner Feder.


    Mit seinem Science-Fiction Thriller „88 Namen“ wendet sich Matt Ruff nunmehr dem Online-Gaming zu. Angesiedelt in einer recht nahen Zukunft, ist der junge Gamer John Chu Inhaber eines kleinen, in der virtuellen Realität tätigen Unternehmens. Er bietet eine, für Laien wohl etwas befremdliche, für Gamer jedoch absolut faszinierende Dienstleistung an. Sein Team führt, als sogenannte „Sherpas“, zahlungskräftige Kundinnen und Kunden, durch die virtuellen Welten großer Multiplayer-Online-Computerspiele. Diese professionellen Sherpa-Teams, bestehen meist aus drei Spielcharacteren: Einem Schaden auf sich ziehenden „Tank“ Player, einem hohen Schaden austeilenden „DPS“ (damage per second) Player, sowie einem „Heiler“/einer „Heilerin“. Als „Sherpas“ nehmen sie die mehr oder minder gamingerfahrenen Kunden in ihre Mitte und geleiten sie professionell durch die virtuellen Spielwelten.


    Eines Tages stößt John Chu bei der Aquisition im Netz auf einen geheimnisvollen neuen Kunden, der sich „Mr. Jones“ nennt und offensichtlich über ganz außerordentliche technische und finanzielle Ressourcen verfügt. Von Mr. Jones´ großem Sicherheitsbedürfnis und auffälligen Verhalten überrascht kommt John Chu der Verdacht, dass es sich bei diesem mysteriösen virtuellen Gegenüber um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte. Als dann auch noch konkurrierende Geheimdienste auf den Plan treten, ist es bereits zu spät. Bei seinen Versuchen, die Angelegenheit aufzuklären, verstrickt sich John Chu in einem Netz aus Verdacht und Intrigen, das schnell beginnt auch in seinem Real Life eine Bedrohung darzustellen. Die ganze Sache wird zunehmend undurchsichtiger und gefährlicher und mündet schließlich in ein actionreiches, bleihaltiges Finale.


    Nimmt man das Thema Online-Gaming beiseite, verbleibt als Grundgerüst des Romans der Plot eines Spionage Thrillers. Dieser ist auch durchaus interessant angelegt. Die Idee, in der virtuellen Gamingwelt auf einen echten Diktator als anonymen virtuellen Spielpartner treffen zu können, ist unverbraucht und hat großen Charme. Es macht Spaß zu verfolgen, welche Gefahren und Konsequenzen sich aus dieser mysteriösen Zusammenkunft für die Beteiligten ergeben und wie sie auf einen solchen unerhörten Verdacht reagieren.


    Leider trägt die Idee für sich allein keinen ganzen Roman. Der Rest des Thriller-Plots besteht lediglich aus konventioneller Kost: Verschiedene undurchsichtige Personen treten an den Protagonisten heran, setzten ihn unter Druck und versuchen ihn zu manipulieren. Natürlich schalten sich auch Geheimdienste ein. John Chu weiß schließlich nicht mehr, wem er trauen kann und am Ende gerät auch sein Leben in Gefahr. Alles konventioneller Thriller Standard von der Stange.

    Matt Ruff erkennt zur Hälfte des Romans offenbar selbst, dass der Plot weitgehend ausgereizt ist. Die Thriller-Handlung wird nicht mehr weiter aufgespannt sondern von da an überhastet auf ein konventionelles Finale hingeführt.


    Auch an den Stellen, an denen sich der Roman mit der Thematik des Online-Gamings beschäftigt, bleibt er seltsam uninspiriert und trotz einiger interessanter Gedanken meist an der Oberfläche.

    Den Schwerpunkt der Handlung im Bereich Online Gaming bildet das fiktive MMORPG („Massively Multiplayer Online Role-Playing Game“) mit dem ebenfalls fiktiven Namen „Call to Wizardry“, in dem eine riesige Zahl von Spielern in einer Online Spielwelt gleichzeitig agieren können. Das Spiel weist eine gewisse Ähnlichkeit zu „World of Warcraft“ und auch einigen Ego Shootern auf. Nähere Informationen zur Spielwelt und dem Spielprinzip liefert Matt Ruff zu meinem großen Bedauern aber leider nicht. Hier hätte ich bei dem Entwurf eines MMORPG der Zukunft mehr Details und Kreativität erwartet.


    Da der Roman etwas in der Zukunft spielt, unterscheidet sich die Spielweise auch ganz erheblich, vom derzeit vorherrschenden Gaming-Alltag. Statt am Bildschirm, wird bei Matt Ruff mittels eines VR Equipments in einer virtuellen Realität gespielt, wodurch die Spieler Umgebung und Gegenüber viel unmittelbarer wahrnehmen können.

    Neben einigen leider nur ganz kurz geschilderten Ausflügen in die „Call to Wizardry“ Spielwelt, finden die meisten Ereignisse des Romans im virtuellen Raum außerhalb des Spiels, in der sogenannten Spiellobby statt. Hier treffen die Protagonisten regelmäßig aufeinander und tauschen sich aus und hier treffen sie auch auf die Kunden oder zwielichtige Gestalten aus den Weiten des Internets.

    Wohl aufgrund dieser Verlagerung der wesentlichen Handlung und Interaktion in den virtuellen Bereich gelingt es Matt Ruff nicht, seine Charaktere überzeugend auszuarbeiten und mit Leben zu füllen. Sie bleiben allesamt seltsam eindimensional und blass.


    Dabei zeigt sich Matt Ruff bei aktuellen Fragestellungen im Ansatz durchaus engagiert. Er kritisiert die Rolle der sozialen Medien als „Opium des Volkes“ oder macht sich Gedanken über mögliche Formen und Utensilien des Cybersex.

    Zudem thematisiert er die Problematik ethnischer Stereotypen bei vorgegebenen Charakterklassen und Nichtspieler Charakteren in Computerspielen. Diese Thematik ist im Bereich des Rollenspiels, sowohl im online als auch im PnP Format, ein sehr aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema von großer Bedeutung. Gerade in einem aktuellen Roman über das Online Gaming, der ganz wesentlich den Umgang mit Identitäten zum Gegenstand hat, hätte daraus viel mehr als lediglich eine interessante Randnotiz gemacht werden müssen. Hier wurde eine große Gelegenheit vergeben.


    Dies ist unverständlich, da der Roman im Umgang mit den Fragen von persönlicher Identität seine besonderen Stärken hat. Im virtuellen Raum sind die Identitäten nicht festgelegt. Die Avatare der Nutzer, die in den Spielen und den Lobbys aufeinander treffen, sind in Gestalt, Aussehen und Geschlecht vollkommen frei wählbar und bleiben immer geheimnisvoll. Selbst die Wahl, welches Mimik die Spielerinnen und Spieler offenlegen wollen ist frei. Das Spektrum reicht hier von Spiegelung der tatsächlichen Mimik bis zur Simulation der Mimik einer völlig anderen Person. So verschwimmen im virtuellen Raum die Grenzen zwischen den Geschlechtern und klassische Rollenkonstellationen verlieren an Bedeutung. Allein John Chu verfügt über 88 Avatare verschiedenster Identitäten, die er frei wählen kann. Dies alles ist sehr interessant und wird auch gut umgesetzt.


    Entgegen der Auffassung vieler Rezensenten und der Werbung im Klappentext „Pures Geek-Gold“ zu sein, bietet der Roman tatsächlich aber keinen erkennbaren Anreiz für Nerds und Gamer zur Lektüre. Leicht in die Zukunft versetzt und sehr auf eine fiktive virtuelle Realität fokussiert, ist der aktuelle Gaming Alltag des Jahres 2021 in der Handlung kaum wiederzuerkennen. Mangels Wiedererkennungswert bleibt die Handlung für Gamer weitgehend fremd und beliebig.

    Da auch nähere Informationen oder kreative Gedanken zu zukünftigen MMORPG Welten oder Spielmechaniken fehlen ist auch kein Mehrwert für Gamer zu erkennen.


    Aber auch für normale Leserinnen und Leser bietet der Roman abseits des konventionellen Thriller Plots sehr wenig. Die im Anhang befindlichen, bzw. einigen Kapiteln vorangestellten Auszüge aus einem fiktiven Lexikon zum Thema Online Gaming, sind für Laien völlig unzureichend keinesfalls geeignet, sich in die Gaming Thematik einzufinden. Leserinnen und Leser, die bisher keinerlei Kontakt zu dem Thema hatten, dürften große Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen oder überhaupt einen Zugang zum Roman zu bekommen. Hier wäre es besser gewesen durch eine zugänglicher Romanhandlung Orientierung zu bieten.


    Der Roman ist einfach zu knapp und oberflächlich geraten. Das interessante „Diktator“ Thema vermag keinen ganzen Roman zu tragen und wäre vielleicht besser in einer Erzählung aufgehoben. Die Ausführungen zur Welt des Online Gaming inklusive der kontroversen, teils essayistischen Auseinandersetzungen mit den Aspekten virtueller Realität und des Rollenspiels, werden nicht zu Ende geführt und nicht in die Romanhandlung integriert.

    Insgesamt wurden hier zu viele Gelegenheiten vergeben.


  4. Cover des Buches Das geraubte Leben des Waisen Jun Do (ISBN: 9783518465226)
    Adam Johnson

    Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Amy86
    Was man ganz klar sagen muss: Dieses Buch ist einfach anders. Anders als in den meisten Büchern über Nordkorea, die von tragischen Fluchtgeschichten handeln, spielt hier beinahe das gesamte Buch in Nordkorea. Sogar Kim-Jong-il selbst wird sehr grotesk dargestellt.

    Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn es weit weg von der Realität ist. 
  5. Cover des Buches Dancing Jax - Finale (ISBN: 9783839001363)
    Robin Jarvis

    Dancing Jax - Finale

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Der Klappentext: „Dieses Buch ist böse… Es hat bereits die ganze Welt infiziert. Nur wenige konnten sich ihm entziehen und leisten nun erbitterten Widerstand. Gehörst du zu ihnen?“

    Zum letzten Mal gibt "Dancing Jax" auf 542 Seiten nochmal alles. Und wenn ich „alles“ sage, dann meine ich auch ALLES!
    Von der ersten bis zur letzten Seite ist hier Spannung drin, denn ein Kampf für den Erhalt der Menschheit beginnt.
    Wir verfolgen die Wege der Protagonisten aus dem ersten und zweiten Band, wie sie sich vorkämpfen, um die Macht des bösen Buchs, das die Welt komplett verändert hat, irgendwie zu zerstören. 
    Doch da haben sie die Rechnung ohne den Autor des Buches –Austerly Fellows- gemacht, der ja im ersten Band Besitz von einem jungen Mann ergriffen hat, der in sein Haus eingebrochen ist und die Kisten mit den Büchern gefunden hat. Denn besagter Autor hat schon eine grausige Fortsetzung zu seinen „Dancing Jax“ geschrieben, die er an Heiligabend veröffentlichen will. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Er leidet gewissermaßen an Größenwahn, will die Welt aus seinem Buch nachbauen, und schmiedet eine Intrige nach der anderen. Und man muss sagen, dass seine Fortsetzung „Fighting Pax“ seinem Namen alle Ehre macht. Er will die Menschen, von denen er Besitz ergriffen hat, systematisch in den Tod treiben. Es gibt scheinbar unlösbare Aufgaben, ein hohes Aggressions- und Gewaltpotential und damit einhergehend eine Menge Massaker. Also, es ist wirklich alles dabei, woran der zweite Band, meiner Meinung nach, zumindest bis zur Mitte des Buches, gespart hat. Wir erleben einen Überlebenskampf der „Abtrünnlinge“ und eine wahre Schlacht „Himmel gegen Hölle“.
    Also wirklich richtig stark und absolut genial gemacht. Robin Jarvis hat in diesem Band auch nicht nur das Horror-Genre bedient, sondern auch Fantasy mit einfließen lassen. Und das war etwas, das mir absolut gut gefallen hat.

    Entgegen der Tatsache, dass ich beinahe den zweiten Band dieser Trilogie abgebrochen hätte, weil er mich 270 Seiten lang nur geärgert hat, dann aber nochmal Feuer gegeben hat, kann ich sagen „Der finale Band ist echt RICHTIG gut!“
    Dieser Band war ein gelungener Abschluss für diese Trilogie und bekommt von mir wohlverdiente 🌟🌟🌟🌟🌟
  6. Cover des Buches Never - deutsche Ausgabe (ISBN: 9783785727775)
    Ken Follett

    Never - deutsche Ausgabe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Buch

    Man bekommt seine eigene Meinung, dass der ein oder andere Akteur hätte anders handeln können und müssen

  7. Cover des Buches Meine Flucht aus Nordkorea (ISBN: 9783442159130)
    Yeonmi Park

    Meine Flucht aus Nordkorea

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Pialalama

    Obwohl ich mich bereits etwas mit der Flüchtlingssituation in Korea beschäftigt hatte und irgendwo auch jeder schon Mal von der Lage in Nordkorea gehört hat, war ich doch schockiert von all den Grausamkeiten die ich hier lesen musste. Yeonmi Park ist noch ein Kind, als sie mit ihrer Mutter die gefährliche Entscheidung trifft, Nordkorea zu verlassen und die Flucht nach Südkorea über China anzutreten. In ihrem Buch beschreibt sie nicht nur das unmenschliche und qualvolle Leben in Nordkorea, sondern auch wie schlimm die Flucht durch eine fremde Welt war. Es gab kaum ein Kapitel, das mich nicht gefesselt, schockiert und Fassungslos gemacht hat. Menschen, die ihren Kot einsammeln müssen, weil das Land keinen Dünger hat. Menschenschmuggler, die die Frauen vergewaltigen und sie dann wie Vieh für wenig Geld verkaufen. Zu Lesen, wie weitreichend sich die Worte der Propaganda in den Kopf der Menschen eingebrannt haben, war ebenfalls schockierend und machte deutlich: Dieses Land ist noch viel schlimmer als man es sich vorstellen kann. Die Reichweite dieser Manipulation wird durch Park sehr gut beschrieben. Wie sie selbst dann, als sie die moderne Welt in Südkorea kennenlernt noch immer nicht vollkommen glauben kann, dass ihre ursprünglich geliebten Führer der Kim-Dynastie eigentlich gar nicht so großartige Wundermenschen sind. Dieser und viele weitere Aspekte haben das Buch sehr interessant gemacht. Yeonmi Park erzählt ihre Geschichte sehr eindrucksvoll und ihre Worte gingen mir wirklich unter die Haut. Eine absolute Leseempfehlung! 

  8. Cover des Buches Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten (ISBN: 9783328105084)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

     Vorweg: Die Lektüre lohnt sich nur, wenn der erste Roman bereits bekannt ist.

    Die Protagonisten des ersten Romans „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ verprassen die Barschaft des Geldkoffers im fernen Osten. Allan Karlsson und Julius Jonsson befinden sich im Dauerurlaub auf Bali, wobei Allan Bekanntschaft mit den neuen Medien macht (nicht ganz unwichtig für den Verlauf der Geschichte!)  Als eine Ballonfahrt aus Anlass von Allans 101. Geburtstag eine völlig unerwartete Richtung nimmt, beginnt wieder einmal ein Roadtrip des betagten Schweden quer über die Kontinente. Über Pjöngjang, New York und Schweden geht es bis nach Afrika. Allans Talent, mit den Mächtigen der Welt in engsten Kontakt zu treten und auch die kritischen Treffen zu überleben, zahlt sich in diesem Roman wieder aus und führt – wie könnte es anders sein – schließlich zu einem Happy End.

    Der inzwischen bekannte, etwas flapsige Sprachstil des Autors findet sich auch in diesem Werk wieder und er passt hervorragend zu der Räuberpistole rund um angereichertes Uran auf Abwegen.

    Besonders gut hat mir die Einbindung von aktuellen, weltpolitischen Situationen gefallen, die scharf beobachtet und pointiert in fiktive Dialoge gegossen sind. Hier lohnt sich die zeitnahe Lektüre, denn es macht am meisten Freude, so lange die Weltenlenker noch am Ruder sind. Allans Telefonate mit Angela Merkel gehören zu den Höhepunkten des Buches! 

     

    Insgesamt ein Roman, der vielfach ein Schmunzeln hervorbringt und auch eine gute Portion Gesellschaftskritik enthält.

    Zu jeder Tages- und Jahreszeit eine Freude, daher volle Lese-Empfehlung!

  9. Cover des Buches Schatten ohne Licht (ISBN: 9783961520923)
    Marcus S. Theis

    Schatten ohne Licht

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus
    In Seonghans und Jeongahs kleinem Heimatdorf in Nordkorea bestimmt der feste Glaube an den Geliebten Führer, an das Militär und den Kommunismus, den Alltag. Auch wenn die Geschwister von Hunger, Kälte und harter Arbeit geplagt sind, Gewalt täglich vor Augen haben – wie könnten sie daran zweifeln, dass ihr Land alle anderen Länder der Welt übertrifft?  Als ihr Großvater, der jahrelang für Nordkorea gekämpft hat und ein treuer Anhänger des Geliebten Führers war, dem Hungertod zum Opfer fällt, beginnt ihr Glaube an das System langsam zu bröckeln. Dann versucht Seonghans Militärkamerad ihm weiszumachen, dass es im Süden so viel mehr gibt als bei ihnen – so viel Nahrung, so viel Strom, so viel Leben: eine bessere Welt. Ist es entgegen allem, was sie gelernt haben, tatsächlich nicht der imperialistische Süden, sondern ihre eigene Heimat, in der Ungerechtigkeit und Grausamkeit vorherrschen?  Obwohl Hinrichtungen an der Tagesordnung stehen und Menschen der feindlich gesinnten Kategorie spurlos verschwinden, wagen die Geschwister schließlich den Gedanken an eine Flucht, an ein besseres und freies Leben in Südkorea. Doch ist ein Entkommen überhaupt möglich? – Und welche Opfer werden sie dafür bringen müssen?

    Vor der Lektüre dieses Romans hatte ich mir noch nicht viele Gedanken um die Lebensumstände der Nordkoreaner gemacht, auch wenn ich mir bewusst bin, dass es ein kommunistisches Regime mit Zwang und Unterdrückung ist. In diesem Roman sind d ie Auswirkungen auf die Normalbevölkerung mit der ständigen Angst und die Entbehrungen gut dargestellt, die beklemmende Lebenssituation ist allzeit spürbar. Auch wenn der Hunger als körperliches Symptom auf den ersten Blick vorherrschend ist, steckt doch noch sehr viel mehr dahinter. Die Menschen sind letztlich dem Regime ausgeliefert. Zweite Chancen gibt es nicht. Der Zwang und die Unterdrückung werden hinter einer Fassade aus Anbetung des "Geliebten Führers" und prachtvollen Paraden versteckt. Es geht um Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit und Schmerz aber auch um Hoffnung, selbst in der düstersten Zeit. Hoffnung auf Erlösung, Hoffnung auf ein besseres Leben, Hoffnung auf Gerechtigkeit. Das Schicksal der beiden Geschwister hat mich berührt, auch wenn die Sprache recht distanziert bleibt. Gut fand ich, dass der Autor Südkorea zwar als klaren Kontrast darstellt, aber nicht zwangsläufig als den Himmel auf Erden  oder den ultimativen Weg zum Glücklichsein.  Ein Kompliment dafür, diesen Roman insgesamt und auch sein Fazit nicht als Schwarz oder Weiß stehen zu lassen. 
    Inhaltlich hat mir das Buch sehr gut gefallen, aber im Sprachstil könnte man noch eine Schippe drauf legen. Vor allem in den ersten  Kapiteln ist mir aufgefallen, dass häufig Begründungen für Verhalten geliefert wird, anstatt es einfach im Fließtext zu beschreiben. Das hat mich stellenweise irritiert, unter anderem, weil es teilweise die Sätze unnötig verlängert. Einige Begebenheiten werden eher episodenhaft abgehandelt, da hätte man an mancher Stelle noch etwas mehr ausführen können.

    Fazit:
    Das Buch hat mich berührt, auch wenn der sprachliche Stil eher distanziert ist und manches episodenhaft, fast schon abgehackt dargestellt wird. Inhaltlich würde ich 5 Sterne vergeben, für die Sprache 3, deswegen lautet mein Gesamturteil 4 Sterne.

  10. Cover des Buches Kim und Struppi (ISBN: 9783864930201)
    Christian Eisert

    Kim und Struppi

     (50)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    auf folgendes Buch wurde ich durch eine Rezension bei der Verbraucherplattform Ciao.de aufmerksam:

    Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea

    von

    Christian Eisert.

    Das Buch wurde dort sehr positiv und ansprechend vorgestellt, so dass ich es unbedingt lesen musste.

    Es ist jetzt nicht so, dass ich Ferien in Nordkorea machen will. Nein, Nordkorea ist eines der Länder, in denen ich nicht gewesen sein muss. Aber darüber lesen kann ich ja.

     

     

    Eine Reise durch Nordkorea – darum geht es in dem Buch:

    Christian Eisert und seine Bekannte Thanh machen eine Urlaubsreise nach Nordkorea. Sie dürfen nicht angeben, dass sie Journalisten sind, sonst würden sie das Einreisevisum nicht bekommen. Also gibt Christian an, dass er Lehrer für Dramatik sei. Thanh ist als „Sandra Schäfer“ unterwegs und als Dolmetscherin.

    In Nordkorea bekommen sie zwei Reiseleiter zur Seite gestellt, die sehr gut deutsch sprechen. Herr Chung und Herr Rym. Diese Herren können ihnen viel zu ihrem Land sagen – und sie sagen das, was sie sagen dürfen. So ist beispielsweise Rauchen überall erlaubt.

    In einem Bus bringt der Fahrer Herr Pak Christian und Thanh sowie Chung und Rym an viele Orte in Nordkorea. Beispielsweise zum großen Triumphbogen in Pjöngjang oder zu einem Museum, in dem viele Geschenke, die die Staatschefs Nordkoreas aus anderen Ländern bekommen haben. Auch der „ausländische Buchshop“ wird angesteuert. Hier findet man viele Veröffentlichungen der Staatschefs Kim in vielen Sprachen. Aber auch Postkarten und Fotobücher.

    Es ist wichtig, dass auch Touristen den verstorbenen und lebenden Führern Nordkoreas Respekt zollen. So wird es beispielsweise gern gesehen, wenn man sich vor Bildern dieser Führer verneigt und auch im Gästehaus kund tut, dass eine Sehenswürdigkeit besonders gut ist, weil einer der Führer diese irgendwie beeinflusst hat.

    Nordkorea ist nicht billig (für vier Tassen Tee zahlen die Reisenden beispielsweise einmal acht Euro) – vor allem muss man wissen, dass man sich kein Geld aus einer Bank mit einer Geldkarte holen kann. Man muss das Geld, das man in Nordkorea ausgeben will, bereits bei sich haben. Man kann an einigen Orten mit dem Euro bezahlen.

    Christian und Thanh reisen durch Nordkorea, sehen viel und erleben viel. Sie sind immer darauf bedacht, nichts falsch zu machen. Denn man weiß ja nicht, ob es irgendwo Abhöranlagen gibt.

     

    Meine Meinung:

    Das Buch hat mich sofort mitgerissen. Ich konnte mir alles lebhaft vorstellen – ich fühlte mich beim Lesen oft so, als wäre ich selbst in Nordkorea (um wenig später erleichtert festzustellen, dass ich es nicht war). Es gibt viele Dialoge und gute Landschafts- und Situationsbeschreibungen. Auch lässt der Autor immer wieder historische Informationen mit einfließen. So wusste ich beispielsweise nie genau, wie der Koreakrieg ablief und warum er überhaupt passierte. Das Buch hat mir hier wertvolle Informationen gegeben.

    Man leidet und denkt mit den Reisenden mit – und man wundert sich oft. Warum haben beispielsweise viele Hochhäuser in Nordkorea keine Heizung und keine Aufzüge?

    Dass Menschen, die in Nordkorea eine Bibel besitzen, das mit dem Leben bezahlen müssen, wusste ich bereits. Dabei war Pjöngjang einst eine Stadt, in der es viele Christen gab.

    Herr Eisert kann solche Informationen sachlich erzählen – lässt aber auch humorvolle Momente in dem Buch zu, wenn es um das geht, was Thanh und er während ihrer Reise erleben. Und genau das macht dieses Buch gut und leicht lesbar.

    Ich vergebe fünf Bewertungssterne und empfehle dieses Buch weiter.

     

  11. Cover des Buches Lena Halberg -  New York '01 (ISBN: 9783868411287)
    Ernest Nyborg

    Lena Halberg - New York '01

     (25)
    Aktuelle Rezension von: AngelaK

    Nach „Paris '97“ ist „New York '01“ der zweite Band der Lena-Halberg-Triologie. Es folgt noch im Rahmen der Triologie „London '05“. Das vierte Buch um Lena Halberg ist „Der Cellist“, das ich zuerst gelesen hatte. 

    11.09.2001, die Zwillingstürme des World Trade Centers stürzen nach einem Terroranschlag brennend zusammen. Ein Nebengebäude wird noch rechtzeitig evakuiert. Was hat das mit den Recherchen von Lena Halberg zu tun? Sie ist einem amerikanischen Rüstungsproduzent auf den Fersen, der bekannt ist für seine skrupellosen Geschäfte und nun den Wohltäter für afrikanische Kindersoldaten gibt. Lena nimmt ihm das nicht ab und wittert unlautere Geschäfte hinter seiner Wohltätigkeit. Entgegen allen Warnungen dringt sie immer weiter in die Geschichte ein. Je näher sie der Lösung kommt, desto größer wird die Gefahr für ihr Leben. 

    Wieder hat Ernest Nyborg reale Geschehnisse gekonnt in seine Fiktion eingebaut. Mit sehr viel Spannung erzählt er eine Geschichte um den machtgewohnten Rüstungsproduzenten Bronsteen. 

    Die Handlung hat mir wie im ersten Teil der Triologie sehr gut gefallen. Lena ist eine toughe Journalistin, die sich nicht so leicht abschrecken läßt. Wenn sie erst mal an einer Geschichte dran ist, gibt sie nicht so schnell auf. Jetzt freue ich mich schon auf „London '05“, den letzten Band der Triologie.


  12. Cover des Buches Schwarze Magnolie (ISBN: 9783453604339)
    Hyeonseo Lee

    Schwarze Magnolie

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Hyeonseo Lee schafft es, ihr außergewöhnliches Leben sachlich und ohne künstliche Dramatik zu erzählen.

    Das finde ich sehr beeindruckend, insbesondere auch, weil es viele Aktivisten (sei es Menschenrechtsaktivisten oder Andere) gibt, die auf Dramatik setzen, um ihre Botschaft zu vermitteln und ihre Wichtigkeit derartig darzustellen, als gäbe es keinen Morgen. In diesem Buch überwiegt eine angenehme, fast zurückhaltende Sachlichkeit. Denn eins erkennt man trotzdem sofort: Ihre Lebensgeschichte ist dramatisch!


    Die Autorin ist eine starke Frau und vermittelt mit Leichtigkeit und Ehrlichkeit, soweit es ihr möglich ist, Wissen sowie Vor- und Nacheile über das Leben innerhalb und außerhalb Nordkoreas. Sie vermittelt vielschichtig, was es bedeutet, Nordkoreaner zu sein. Wir erfahren, wie es war, in Nordkorea aufzuwachsen, wie es ist, eine Identitätskrise zu haben, aber auch, wie es sich anfühlt, die Welt kennenzulernen und sich in neuen Gesellschaften und Kulturen einzuleben. Ihre Familie hat sie ebenfalls aus Nordkorea geschleust. 

    Ihr seht, wie umfangreich dieses Buch ist.

    Allerdings finde ich den englischen Titel “THE GIRL WITH SEVEN NAMES“ viel passender und besser. 

  13. Cover des Buches Ein neuer Horizont (ISBN: 9783805200721)
    Maiken Nielsen

    Ein neuer Horizont

     (20)
    Aktuelle Rezension von: majaloewenzahn

    Inhalt

    Korea im Jahr 1950: Die junge Nellie, die auf einem Schiff aufgewachsen ist, ist als Kriegsreporterin als einzige Frau im Krieg zwischen Nord- und Südkorea. Es ist ein harter Einsatz: Um sie herum sterben Soldaten und auch Kollegen.

    Halt findet Nellie bei dem Pressefotografen Jake, mit dem sie seit ihrem ersten Aufeinandertreffen eine zarte Liebe verbindet. Während Jake in seine Heimatstadt Berlin zurückkehrt, um den Wiederaufbau der Stadt zu dokumentieren und eine offene Rechnung zu begleichen, muss Nellie an mehreren Fronten „kämpfen“ – gegen die Missgunst manches Kollegen, gegen das Misstrauen gegenüber einer Frau an einer Kriegsfront und gegen die furchtbaren Geschehnisse, die der Krieg mit sich bringt. 

    Und dann ist da noch ihr persönliches Trauma: Ihre Zwillingsschwester Laura, mit der sie auf dem Schiff ihres Vaters aufwuchs, verschwand vor mehreren Jahren in Korea.

    Schließlich beschließt Nellie, eine Story zu bringen, die noch niemand vor ihr gebracht hat: die Geschichte der anderen Seite – die Geschichte Nordkoreas. Doch will man die im Westen überhaupt hören?

    Meine Meinung

    „Ein neuer Horizont“ ist ein mitreißender historischer Roman über eine junge Kriegsreporterin in den frühen 1950er Jahren mitten im Konflikt zwischen Ost und Weg, zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Es ist nicht immer leicht, zu unterscheiden, wer der „Böse“ und wer der „Gute“ ist. 

    Dabei ist der Koreakrieg nicht der einzige Schauplatz. Weitere Handlungsstränge beschäftigen sich – über Jake – mit dem Dritten Reich und – über Nellies Mutter Hanna – mit der innerdeutschen Trennung in Berlin. Es ist eine Zeit der Denunzierungen auf der einen, aber auch Vertrauen, Freundschaft und Hilfsbereitschaft auf der anderen Seite. Auch Rückblicke in Nellies Kindheit werden gewährt.

    Die Autorin Maiken Nielsen versteht es, den Leser zu fesseln mit starken Bildern und einer mitreißenden Sprache. Diese Bilder sind es aber mitunter auch, die einen mit einem Kloß im Hals zurücklassen: Die Schilderungen der Auswirkungen von Napalm-Angriffen oder Bombardierungen während des Zweiten Weltkriegs bleiben im Kopf. Das kannte ich schon von ihrem Roman „Und unter uns die Welt“ und den Beschreibungen rund um den Absturz der „Hindenburg“.

    Die historischen Geschehnisse wirken sehr gut recherchiert und man hat das Gefühl, dabei zu sein. Es ist spannend zu lesen, wie hier Parallelen gezogen werden zwischen dem Konflikt in Korea und der innerdeutschen Trennung in Berlin.

    Auch die Charaktere sind fein gezeichnet und lassen einen mitfühlen (oder mitärgern). Nellies grundsätzliche Lebensfreude und das Hüpfen durchs Leben – das erinnerte mich manchmal ein wenig an die Hauptfigur Juni aus „Space Girls“ – überträgt sich bei der Lektüre auf den Leser (zumindest ging es mir so). Umso trauriger lässt einen das Ende des Romans zurück, aber ich möchte hier nicht spoilern.

    Vielleicht ist Nellie insgesamt einen kleinen Ticken zu sympathisch und makellos – vielleicht habe ich habe ihre Macken aber auch einfach überlesen. Schmunzeln musste ich über Beschreibungen der engen Beziehung von Nellie zu ihrer Zwillingsschwester Laura, ihrer Geheimsprache „Seeisch“ und der Beschreibungen ihrer Kindheit auf dem Schiff des Vaters. Man merkt, dass die Autorin selbst viele Jahre auf einem Schiff gelebt hat.

    Fazit

    Ein sehr empfehlenswerter, gut recherchierter Roman

  14. Cover des Buches Gegen den Strom (ISBN: 9783775156950)
    Timothy Kang

    Gegen den Strom

     (10)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Chôl alias Thimothy Kang wurde 1987 in einem kleinen Dorf in Nordkorea geboren. In seiner Autobiografie erzählt er von schrecklichen Hungersnöten auf den Dörfern. Die Menschen ernähren sich teilweise von Gras, weil sie – im Gegensatz zu den Städtern aus Pjöngjang – kaum etwas zum Essen haben. Insgesamt ist das Leben in dem Staat der Kims, die sich als Götter verehren lassen, sehr eingeschränkt. Internet gab es zumindest zu der Zeit nicht, in der Buch entstand.

    „Da sieht man (im Fernsehen, falls man eines hat) zum Beispiel ein verarmtes Amerika, dessen Bevölkerung nur dank nordkoreanischer Hilfsgüter überlebt.“ (Seite 21)

    Chôl hatte eine lieblose Kindheit, überquerte mehrmals die Grenze nach China (von wo er als Wirtschaftsflüchtling wieder abgeschoben wurde) und lernte 15 verschiedene Gefängnisse von innen kennen. Neben ständigem Hunger herrschten dort unvorstellbare Zustände: die Insassen froren, bekamen kaum etwas zu essen, mussten entweder stundenlang stillsitzen oder schwere Arbeit verrichten.

    Das Einzige, was ihn in schwierigen Zeiten über Wasser hielt, war sein christlicher Glaube, den er in heimlichen Zusammenkünften in China kennenlernte. Seiner Bekehrung widmet er ein ganzes Kapitel und seine Überzeugung zieht sich durchs ganze Buch. 2008 gelang es ihm, in Südkorea anzukommen.

    „Vor mir liegt die Republik Korea. Dies ist das Land der Freiheit. Es ist das Land der Möglichkeiten. Hier gibt es Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit zum Leben. Es ist ein Land, in dem man seinen Bemühungen entsprechend belohnt wird. Es ist auch ein fortgeschrittenes Land mit Sozialhilfe, das verhungernde Menschen nicht ihrem Schicksal überlässt.“  (Seite 197)

    Immer wieder, wenn ich ein Buch über Nordkorea lese, kann ich kaum glauben, was darin steht. Doch die Inhalte ähneln sich, so dass sie sicherlich einen Wahrheitsgehalt aufweisen. Der Mut der Autoren darf bewundert werden, denn in solch einem totalitären Staat muss mit schweren Strafen gerechnet werden. Allein deshalb hat das Buch eine gute Bewertung verdient. Außerdem ist es sehr gut verarbeitet und der Text wird durch zahlreiche Zeichnungen untermalt.

    Doch leider kann ich nicht umhin, auch den Schreibstil zu bewerten. Und da sind mir neben vielen Wiederholungen und auch einige Widersprüche aufgefallen. Zum Beispiel habe ich gelesen, dass ihm seine Schuhe genommen wurden, er barfuss laufen muss und kurz darauf besitzt er Schuhe aus China. Oder: Er träumt davon zu lernen, kann aber schon lesen, obwohl er als Kind ständig auf der Flucht war anstatt zur Schule zu gehen.

    Die Schlussgedanken zur Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea erinnerten mich sehr an die Zeit in Deutschland vor 1989. Auf jeden Fall ist diese Autobiografie lesenswert – allein um zu sehen, wie es in anderen Teilen der Welt aussieht. 

  15. Cover des Buches Das Auge Gottes (ISBN: 9783734103650)
    James Rollins

    Das Auge Gottes

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Nala73


    Der Absturz des Satelliten mitten in der mongolischen Wüste ist schon schlimm genug. Schließlich befindet sich an Bord das Auge Gottes, eine streng geheime experimentelle Kamera. Doch das letzte Bild, das der Satellit an die Basis übertragen hatte, ist noch schrecklicher. Painter Crowe von der SIGMA-Force kann kaum glauben, was er sieht. Auf dem Foto ist genau zu erkennen, dass die gesamte Ostküste der USA in Trümmern liegt! Wenig später kommt es zu einer noch unglaublicheren Entdeckung: Die fotografierte Szene liegt 90 Stunden in der Zukunft! Painter Crowe bleiben weniger als vier Tage, um die Katastrophe zu verhindern …

  16. Cover des Buches Denunziation (ISBN: 9783492313926)
    Bandi

    Denunziation

     (22)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Wie eigentlich jede Lektüre und jeder Bericht über Nordkorea ist dieses Buch gleichzeitig erschreckend und faszinierend. Allerdings hat "Denunziation" nochmal einen besonderen Gänsehautfaktor, denn Bandi ist der einzige Autor, der kritisch über Nordkorea schreibt und tatsächlich noch im Land lebt. Wird seine Identität entschlüsselt, ist er tot. Das klingt wie ein Krimi, ist aber leider Realität.

    Die offensichtliche Kritik an Land und Politik die in diesen Storys steckt ist daher besonders beeindruckend. Bandi erzählt von Leid, Ungerechtigkeit und Willkür aber auch von der Stärke und Empathie der Bevölkerung. Die Erzählungen berichten in einer Mischung aus Realität und Fiktion von erschreckenden Zuständen und himmelschreiender Ungerechtigkeit. Man könnte meinen, man lese Orwell, muss sich aber immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es diesen Überwachungsstaat in all seiner Absurdität wirklich gibt.

    Bandis Geschichten sind recht simpel geschrieben und verlangen nicht viel Eigenleistung vom Leser, da sie die Kritik sehr deutlich machen. Dafür bieten sie eine gewissen Bandbreite verschiedener Schicksale und schaffen es zu berühren und wütend zu machen.

    Rein formal hätte ich gerne das Vor- und Nachwort getauscht. Das Vorwort hat teilweise schon zu viel vom Inhalt der Geschichten verraten und hätte sich daher meiner Meinung nach im Nachgang besser gemacht. Das wichtigere Nachwort klärt Hintergründe der Authentizität Bandis, über die ich mir beim lesen Fragen gestellt habe und von daher gerne vorher gewusst hätte.

    Insgesamt ist "Denunziation" aber ein absolut lesenswertes Buch, das einen Blick in ein ansonsten stark abgeschottetes Land ermöglicht. Wer sich für Nordkorea interessiert, aber auch wer sich politisch weiterbilden möchte, der liegt hiermit genau richtig!

  17. Cover des Buches Pjöngjang (ISBN: 9783938511312)
    Guy Delisle

    Pjöngjang

     (28)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Jedes Gebäude hat sein Spruchband, jede Wand ihr Porträt, jede Brust ihr Abzeichen...*


    Als Mitarbeiter der Trickfilmindustrie verschlägt es Guy Delisle nach Nordkorea. Sein Aufenthalt ist geprägt von Vorschriften, skurrilen Regeln und vielen Begegnungen mit dem Bildnis Kim Jong-Il´s samt seiner Errungenschaften für das Volk. In der Graphic Novel lässt er seine Zeit in Pjöngjang Revue passieren und gibt interessante Einblicke in ein Land, in dem Ausländer eine Seltenheit sind und sie nur dort Einblicke erhalten, wo es gewollt ist. 



    Eröffnung zur Pjöngjang-Reise: Szene am Flughafen, der Zöllner kontrolliert das Gepäck und findet George Orwells „1984“ - schon da wusste ich, dass ich die Sichtweise des Autors/Zeichners mag. Gleich darauf erklärt er einige der vielen Regeln, an die sich Ausländer in Nordkorea zu halten haben und macht den ersten geführten Besuch bei einem der Sehenswürdigkeiten. Im Laufe seines Aufenthalts wird es noch so manche davon zu besichtigen geben – nur wenige von ihnen sind wirklich sehenswert und keine von ihnen hat nicht Propaganda im Sinn. 


    Das Comictagebuch erlaubt einige Blicke auf die Stadt Pjöngjang (die man sich durch die Zeichnungen besser vorstellen kann). Da die Viertel, in denen sich Ausländer aufhalten dürfen begrenzt sind und ein Führer so gut wie immer mit von der Partie ist, ergibt sich kein vollständiger Einblick in die Stadt, sondern vielmehr ein Blick auf das System. Vieles in Bezug auf den Kommunismus aber auch die Armut im Land spricht Delisle direkt an – ob nun in Gedanken, sich selbst und dem Leser gegenüber, oder wirklich seinen Dolmetschern und Führern gegenüber. Obwohl hier nicht mit Kritik – und manchmal auch Ironie – gespart wird, werden manche Eindrücke nicht offen angesprochen, sondern lassen sich aus den Gesprächen und Bildern lesen. 


    Wie es sich für ein Tagebuch gehört, erlebt man hier nicht nur eine (eingeschränkte, da überwachte) Stadt-/Landführung, sondern erlebt Delisle immer wieder auch privat. Als Freizeitaktivitäten steht allerdings keine große Auswahl zur Verfügung. Die Tatsache, dass sich so gut wie alles davon nur an Ausländer (von denen es ja nicht gerade viele gibt) richtet, spricht Bände. 


    Fazit: Über das Leben in Nordkorea gibt es nicht so viele Quellen – die Sicht von Guy Delisle auf seine Tage in Pjöngjang ist humorvoll-kritisch, ohne dabei herablassend zu wirken und hat mir sehr zugesagt. 

  18. Cover des Buches Die Wächter (ISBN: 9783404270453)
    David Baldacci

    Die Wächter

     (79)
    Aktuelle Rezension von: simonfun
    Der Präsident der USA wird spektakulär entführt und die USA zwecks seiner Freilassung erpresst. Dass sich das die Jungs im Weißen Haus nicht gefallen lassen, dürfte klar sein. Diese Zusammenfassung betraf inhaltlich die letzten etwa 150 Seiten. Der Rest ist Politikgeschichte, verkrachte Existenzen, Herzschmerz und Verschwörung. Wer hier action erwartet, muss sich gedulden, aber zumindest wird die Geduld belohnt und ein paar kleinere Überraschungen treten auch zutage.
    Wie auch immer - mühsam ernährt, aber zum Schluss die Backen dick!
  19. Cover des Buches Im Auge des Todes (ISBN: 9783404176106)
    David Baldacci

    Im Auge des Todes

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Divina_Commediante

    Ich gebe auf. Diese Serie kackt sowas von ab. Aber sowas von! 

     

    Fertig gelesen habe ich das Buch nur, weil mich die Szenen in Nordkorea wirklich interessiert haben. Das Thema finde ich spannend, das Leben dort, die Strukturen, die Lager. Zwar habe ich mich noch nie richtig damit beschäftigt, aber es liest sich gut recherchiert, wenn ich das als absoluter Laie auf dem Gebiet überhaupt beurteilen kann. 

     

    Alles andere ist Mist. 

     

    Zum einen entwickelt sich die Reihe von der Will "Auftragskiller" Robie - Reihe zur Jessica "Heulsuse" Reel - Reihe. 

     

    Die Frau ging mir so auf den Senkel. Ich glaube so langsam, Baldacci kann für mich einfach keine sympathischen Frauen schreiben. Da wird zum Beispiel ständig behauptet wie abgebrüht und kalt und stark und super Jessica Reel angeblich doch ist; de facto bricht sie ständig in Tränen aus, braucht Hilfe versinkt noch mehr in Selbstmitleid als in Teil zwei. 

     

    Ja, sie hatte eine schwere Kindheit und ist augenscheinlich davon traumarisiert, aber dann sollte man einen solchen Charakter auch von Anfang an mit seinen Schwächen präsentieren und ihn nicht zur Super-Sue-Überfrau erklären. Da komme ich mir als Leser verarscht vor, weil einfach nicht drin ist, was drauf steht.  Dazu verliert der Charakter an Glaubwürdigkeit, weil Dinge die über ihn gesagt werden und wie er bei mir als Leser ankommt einfach nicht zusammen passen. 

     

    Der ganze Plot um Jessica Reel und ihren Nazi-Vater kann man in die Tonne kloppen. Dieser Handlungsstrang hat absolut keinen Einfluss auf, keinen Sinn und Zweck für die Haupthandlung. Würde man diese Seiten streichen, würde man absolut nichts verpassen. 

    Gut, es sei denn, man findet Jessica Reel ganz toll und möchte mehr über sie erfahren. Das hätte man dann aber auch als Side-Story veröffentlichen können. So zieht es die Haupthandlung nur unnötig in die Länge und statt Spannung aufzubauen war ich mehr und mehr genervt davon. 

     

    Die Haupthandlung an sich ist allerdings auch nicht mehr als "Präsident in Gefahr" - Einheitsbrei. Wer das in gut haben möchte, der sollte 24 mit Jack Bauer Koma-Glotzen. 

     

    Fazit: Kauft euch ein Buch über Nordkorea, wenn ihr das Thema auch so interessant findet, wie ich.  Den Rest dieses Buches braucht sich keiner anzutun. 

     

    Bewertung: Töte es, bevor es Eier legt!

  20. Cover des Buches Ich bat den Himmel um ein Leben (ISBN: 9783426787397)
    Lucia Jang

    Ich bat den Himmel um ein Leben

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Tini2006

    Lucia Jang wächst in Nordkorea auf. Von frühester Kindheit an ist sie gewohnt, allenfalls nur zu flüstern - denn überall wimmelt es von Spionen des nordkoreanischen Regimes, und jede Banalität könnte sie und ihre Familie den Tod kosten. Wer unangenehm auffällt, landet in einer Art Konzentrationslager, aus dem es kein Entrinnen gibt, oder wird gleich erschossen. Lucia erlebt das häufig bei Eltern ihrer Mitschülerinnen und bei Nachbarn, die oft auch nur einfach "verschwinden". Begleitet werden diese ohnehin schwierigen von der Politik gemachten und gewollten Umstände von stetigem Hunger, denn wie viele autoritär regierte, kommunistische Staaten, schafft es auch Nordkorea nicht, ausreichend Nahrung für seine Leute produzieren zu lassen.


    Als Lucia älter ist, versucht sie mehrmals nach China zu fliehen. Sie schildert dies im Buch sehr anschaulich und detailgetreu. Die Flucht gelingt nicht auf Anhieb. Mit Kind im Schlepp und ohne Mann wird es noch schwieriger, doch sie sieht für sich keine andere Wahl...als es schließlich klappt, war nicht niur sie erleichtert, sondern auch ich als Leserin...


    "Ich bat den Himmel um ein Leben" gibt einen guten Einblick in das Leben in Nordkorea und deckt sich mit den Erzählungen anderer geflüchteter Nordkoreaner. Schön ist, dass diese Geschichte einmal von einer Frau geschildert wird. Mich hätte danach aber noch detaillierter interessiert, wie es ihr in ihrem neuen Leben in Kanada ging; dies wurde aber nur kurz abgehandelt.





  21. Cover des Buches Flucht aus Lager 14 (ISBN: 9783328104780)
    Blaine Harden

    Flucht aus Lager 14

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Bine90

    "Flucht aus Lager 14" ist wirklich ein besonderes Buch. Ich habe schon ein paar Bücher gelesen, in denen es um die Flucht aus Nordkorea geht, aber das hier ist bisher das eindrücklichste gewesen - eben weil es um jemanden geht, der nicht "nur" aus Nordkorea geflohen ist, sondern aus einem der Lager, in diesem Fall Lager 14. Und wie die Lebensverhältnisse geschildert werden hat mich wirklich oft hart schlucken lassen. Auch habe ich 3 Tage gebraucht um das Buch fertig zu lesen, nicht wegen der Anzahl der Seiten sondern dem Thema. Aber wenn man ein Buch über Nordkorea liest, weiß man ja auch anfangs dass es kein Buch für nebenher ist. Und da ich wie gesagt schon andere Bücher über das Thema gelesen habe dachte ich, dass ich gut einschätzen kann was passiert. Doch weit gefehlt! Das was über die Lager berichtet wird war wirklich niederschmetternd! Umso mehr, dass es sie noch im 21.Jhd. gibt. Aber Politik und gerade der Umgang mit Nordkorea ist niemals leicht und wird es sicherlich auch nie sein. 


    Zurück zum Buch. Was mir ebenfalls auch sehr gut gefallen hat, wenn man es denn so nennen kann, ist das Blaine Harden, derjenige der über all das mit Shin gesprochen hat,  nicht einfach nur platt erzählt, sondern auch zusätzlich noch Hintergrundinformationen und gute Vergleiche gibt, warum etwas so ist, wie es eben ist. Oder auch, dass die gesamten Regeln des Lager 14 noch hinten angefügt sind um eine Übersicht zu bekommen fand ich sehr interessant und hilfreich. 

    Aber ein schönes und leicht zu lesendes Buch ist "Flucht aus Lager 14" eben nicht. 

    Doch für diejenigen, die sich für dieses Thema interessieren ist es auf jeden Fall empfehlenswert!






  22. Cover des Buches Ich versteh die Welt nicht mehr (ISBN: 9783492060974)
    Jennifer Sieglar

    Ich versteh die Welt nicht mehr

     (7)
    Aktuelle Rezension von: theophilia

    Liebe Leser, heute möchte ich Euch das Buch „Ich versteht die Welt nicht mehr“ von Tim Schreder und Jennifer Sieglar vorstellen. Auf dieses Buch bin ich aufgrund einer Empfehlung vom Piper Verlag gestoßen.

    Inhalt:
    Der Islamische Staat verbreitet weltweit Angst und Terror, in den USA wird ein Außenseiter zum Präsident gewählt, aus der Türkei vernimmt man ständig neue Schreckensmeldungen über Präsident Erdoğan und hierzulande wird die AfD stetig populärer – die Welt der Nachrichten dreht sich immer schneller, dabei sind viele Themen ohne fundiertes Hintergrundwissen kaum zu verstehen. Zugleich konsumieren viele Menschen diese Meldungen vor allem bruchstückhaft über die sozialen Medien. Hier setzt »Ich versteh die Welt nicht mehr« an und bietet auf verständliche und unterhaltsame Art Hintergründe zu den wichtigsten Nachrichtenthemen unserer Zeit.

    Meine Meinung:
    Das Cover des Buches ist in Himmelblau gehalten. Vielleicht soll es die Draufsicht vom Weltall darstellen. In der Länderkarte stecken Fähnchen mit den jeweiligen Brennpunkten die im Buch erklärt werden.

    Das Buch „Ich verteh die Welt nicht mehr“ wurde von Tim Schreder und Jennifer Sieglar als Klappenbroschur im Piper Verlag aufgelegt. in den Klappen sind auf einer Landkarte die Punkte der Erde zu sehen, von welchem in dem Buch die Berichte sind. In der hinteren Klappe sind Tim und Jenni bei der Arbeit zu sehen. Beide sind u.a. als Moderatoren der Kindersendung Logo bei Kika bekannt.

    Das Buch hat neben einem Vorwort, Dankesteil und Buchempfehlung 33 kleine Kapitel mit unterschiedlichen Brennpunkten der Erde. Das Buch kann auch als kleines Einführungslexikon zur aktuellen Weltpolitik gesehen werden. Nach der Kapitelüberschrift kommt eine kurze Einleitung farblich hinterlegt.

    Die Schrift ist in 2mm Standardschrift als reines Textsachbuch gedruckt. Nur zur Einleitung eines Kapitels ist ein Globus aufgedruckt mit einer Fahne, welche in dem Teil der Erde steckt, welches gerade besprochen wird. Vielleicht hätte eine etwas größere Landkarte als optische Orientierung neben der großen Weltkarte am Anfang des Buches zur näheren Orientierung verholfen.

    Das Buch kann wie ein kleines Lexikon verwendet werden. Jedes Kapitel lässt sich unabhängig vom anderen lesen und keines baut auf dem anderen auf.

    Tim und Jenni kenne ich von den Logonachrichten. Dort werden die Tagesnachrichten so für Kinder erklärt, dass sie verstehbar sind. Daher bin ich mit der Erwartung an das Buch gegangen, dass dies in einer einfachen Sprache gehalten ist. Doch bei näherem Durchlesen wurde mir schnell klar das das Buch für Teenager bzw. junge Erwachsene gedacht ist. Aber auch Senioren und Eltern von Kindern, die Tim und Jenni aus Logo kennen, sind mit diesem Buch angesprochen.

    Das Buch setzt einen etwas weiteren Sprachwortschatz voraus wie Logo Kindernachrichten. Ist aber im Prinzip genauso gut verständlich und tiefgründig geschrieben. Einige Themen z.B. Mord und Vertreibung sind für jüngere Kinder nicht so geeignet genauer auszuführen. Aber auch Eltern und Senioren sind

    Was ich aus dem Buch lernen konnte
    Es ist nicht aussichtlos die politische Weltlage zu verstehen. Hier ist ein Buch, das dem oftmals überforderten Nachrichtenseher Klarheit in die tägliche Nachrichtenflut an Hintergrundwissen bringt. Die 33 Weltbrennpunkte werden von Anbeginn der Entstehung zeitgeschichtlich fortlaufend dargestellt.

    Das Buch macht Mut sich weiter mit der Weltgeschichte auseinanderzusetzen. Erste Anfänge sind hier gelegt und der Nachrichtenseher kann sein hier erworbenes Wissen Tag für Tag selber vertiefen.

    Dank an Tim Schreder und Jennifer Sieglar für die ausführliche Recherche zu den aktuell brisanten Tagesthemen. Es ist zu erlesen wie viel Zeit und Mühe sie in ihr Buch investiert haben.

    Tim Schreder und Jennifer Sieglar durfte ich im Rahmen der Buchvorstellung auf der Frankfurter Buchmesse 2017 kennenlernen. Es hat mich gefreut sie genauso authentisch bei der Buchbesprechung zu erleben, wie ich Euch von Logo her kenne: jugendlich, kommunikativ und frisch aber trotzdem mit allem Ernst bei der Sache. Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt das Buch zu signieren. Hoffe, dass ihr noch lange die Jugendlichkeit bewahren könnt, um Logo Nachrichten den Kindern zu Präsentieren.

    Fazit:
    Das Buch kann ich für jeden Empfehlen, der sich an der Weltgeschichte interessiert. Ein Muss für jeden der Tagesnachrichten besser verstehen will.

    Autor:

    Tim Schreder
    Tim Schreder, geboren 1991, moderiert seit 2010 logo! und ist als Reporter für das ZDF weltweit im Einsatz. Er berichtete u.a. von den US-Präsidentschaftswahlen und der Fußball-WM in Brasilien. Für seine Reportage zur Flüchtlingskrise wurde er 2016 für den Grimme-Preis nominiert.

    Jennifer Sieglar
    Jennifer Sieglar, Jahrgang 1983, absolvierte ein Volontariat beim Hessischen Rundfunk, wo sie derzeit Moderatorin für die Hessenschau ist. Seit 2008 ist sie für die ZDF-Nachrichtensendung logo! tätig, die sie seit August 2012 moderiert.

  23. Cover des Buches Eine exklusive Liebe (ISBN: 9783442744275)
    Johanna Adorján

    Eine exklusive Liebe

     (111)
    Aktuelle Rezension von: irene-lajtonyi

    Ob wahre Geschichte oder Roman, dieses Buch beschreibt den Zauber und die Macht der Liebe. Höchst berührend!

  24. Cover des Buches Unsere Frau in Pjöngjang (ISBN: 9783446256798)
    Jean Echenoz

    Unsere Frau in Pjöngjang

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Flamingo
    Was für ein merkwürdiger Roman, da hatte ich mir wirklich mehr erwartet. 


    Ich hatte den Autor vor einiger Zeit in der Sendung Druckfrisch im Interview gesehen und er kam mir sehr sympathisch rüber. Das vorgestellte Buch ... mit dieser Inhaltsangabe:


    Constance, attraktiv, ungebunden, einem Abenteuer nicht abgeneigt, wird überfallen und verschleppt – im Auftrag des französischen Geheimdienstes: Sie soll die Schlüsselrolle in einer riskanten Mission spielen. Ziel: die Destabilisierung Nordkoreas. Constance erweist sich als Idealbesetzung und läuft in Pjöngjang als Geliebte eines hochrangigen Funktionärs zur Hochform auf. Doch als ihre Entführer plötzlich versuchen, ihr zur Flucht zu verhelfen, läuft alles aus dem Ruder. Einige Verfolgungsjagden und Schießereien später weiß niemand mehr, wer hier welche Strippen zieht und warum. "Unsere Frau in Pjöngjang" ist in jeder Zeile beides: Agentenroman und dessen Unterwanderung – und vor allem ein grandioses Spiel.


    .... hörte sich auch super an, genau mein Ding.  


    Nur...der Roman wird dem leider nicht gerecht. Der obige Klappentext ist eher nicht so akkurat, zwei Drittel der Geschichte werden mit der seeeeeeeeeeeehr langatmig erzählten Entführung von Constance verplempert, bevor sie überhaupt einen Schritt nach Nordkorea unternimmt. 
    Der Sinn des Romans erschließt sich nicht. Es ist nicht Humor, ganz sicher kein Agentenroman oder auch nur eine Persiflage darauf, es ist kein Nordkorea-kritischer Roman. Es ist Zeitverschwendung. 


    Was schade ist, denn Echenoz hat eigentlich einen tollen Schreib - und Erzähltstil. Aber Geschichten erzählen...naja, das hat hier nicht so geklappt. Schade, mit 22 Euro war dies ein sehr teurer Flop. 

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