Bücher mit dem Tag "nordrhein-westfalen"
28 Bücher
- Christoph Kramer
Das Leben fing im Sommer an
(276)Aktuelle Rezension von: Claudia_ReinländerKlappentext / Inhalt:
Weltmeister, TV-Liebling und jetzt auch SPIEGEL-Bestsellerautor
Fußballweltmeister Christoph Kramer schreibt über einen Sommer, der alles verändert. Sein erstes Buch ist ein nostalgischer, vibrierender Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, das Gefühl von Freiheit – und darüber, wie man zum ersten Mal spürt: Das hier ist mein Leben.
Es ist der Sommer 2006, ein Hitzerekord jagt den nächsten, die WM verändert das Land, Deutschland ist im Fußballfieber. Der 15-jährige Chris verbringt die Abende mit seinen Freunden auf dem Dach der alten Scheune und verschläft die heißen Tage im Freibad. Er will Fußballprofi werden, aber vor allem will er eins: endlich cool sein. Chris ist ein Teenager wie jeder andere auch, auf der Suche nach sich selbst.
Dann passiert das Unfassbare. Debbie, das schönste Mädchen der Schule, interessiert sich ausgerechnet für ihn. Es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der Chris alles wagt und doch nie vergisst, was eigentlich wichtig ist: Freundschaft und die Gewissheit, wirklich zu leben.Cover:
Das Cover finde ich von der Farbgebung und Umsetzung sehr interessant gestaltet und hat so auch meine Interne und Aufmerksamkeit erweckt. Man erkennt eine Silhouette auf einem Sprungturm und der Titel bzw. das Ganzen ist einen großen Glanz, was vermutlich die Sonne oder den Mond darstellen soll, gehüllt. Einerseits ist es recht einfach gehalten und andererseits macht es zugleich auch neugierig und die Umsetzung weckt auf jeden Fall die Neugier. Man kann so einiges hinein interpretieren und auf jeden Fall finde ich das Cover interessant und auch farblich recht gut abgestimmt.
Meinung:
Leicht und locker, zuweil kurzweilig lesbar und einfach gut für Zwischendurch. Christoph Kramer war mir nur wenig ein Begriff, da ich es mit Fußballer Namen nicht so habe, aber bei der Recherche konnte ich dann so einiges verbinden und so erklärte sich dann hier so einiges. Man bekommt Einblicke in die Zeit und das Leben von Chris 2006. Fußball, Liebe und damals schien alles möglich. Mit einer Leichtigkeit erzählt Chris davon und man bekommt so einige Einblicke. Was genau sich so zugetragen hat und was fantasievoll hinzugefügt wurde ist nicht ganz klar, denn es handelt sich hier keineswegs um eine Biografie, sondern den ersten Debütroman von Christoph Kramer und so liegt es im Auge des Betrachters, das Ganze einzuordnen.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich mit genaueren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist gut und flüssig und schnell findet man sich hinein. Die Ich-Perspektive macht es nah und spürbar. Manche,al fehlt mir jedoch ein wenig die Tiefe und die Emotionen. Die Beschreibungen sind detailreich und bildlich und auch die verschiedenen Szenen werden gut beschrieben. Ein Blick in einen besonderen Sommer für Chris.
Leicht und locker lesbar und man erhält sehr schöne Vibes. Es lässt sich kurzweilig lesen und ist gut für Zwischendurch, einfach zum Abschalten.
Die einzelnen Abschnitte sind zum Teil etwas länger. Die Anfänge aber gut erkennbar und auch von sich recht gut strukturiert. Gliederung und Gestaltung sind gut. Alles in allem ein schönes und einfaches Buch für Zwischendurch. Mir hat es gut gefallen.
Fazit:
Leicht und locker, zuweil kurzweilig lesbar und einfach gut für Zwischendurch.
- Ronja von Rönne
Ende in Sicht
(130)Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_Der Roman hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Schon nach kurzer Zeit gelingt es der Autorin, die Leserinnen und Leser in die Lebenswelt der beiden Hauptprotagonistinnen hineinzuziehen. Beide befinden sich an einem Punkt, an dem sie das Leben beenden möchten – eine Ausgangssituation, die zunächst düster wirkt, aber zugleich sehr fesselnd erzählt ist.
Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, sodass man schnell eine klare Vorstellung von ihnen bekommt. Besonders eindrucksvoll ist die Gedankenwelt von Juli, einer 16-jährigen Jugendlichen, die unter Panikattacken und Depressionen leidet. Ihre Situation wird sehr nachvollziehbar dargestellt. Ihre Mutter hat sie und ihren Vater ohne erklärbaren Grund verlassen, als Juli noch ein Kleinkind war. Ihr Vater hingegen versucht alles, um seiner Tochter trotz allem ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. Als Leserin oder Leser beginnt man schnell, Juli als eine Art Schutzbefohlene zu sehen und hofft, dass sich am Ende alles zum Guten wendet.
Auch Nora, die keinen Sinn mehr im Leben sieht und nicht mehr weiterleben möchte, wird so dargestellt, dass ihre Gefühle zumindest teilweise nachvollziehbar werden. Gerade dieses Mitfühlen mit beiden Figuren macht das Buch besonders packend – man begleitet sie gedanklich auf ihrer Reise und erlebt ihre Emotionen sehr intensiv mit.
Der Schreibstil von Ronja von Rönne ist angenehm zu lesen, einfühlsam und zugleich fesselnd. Die Autorin schafft es, schwere Themen sensibel darzustellen, ohne dass der Text schwerfällig wirkt.
Für mich ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Es zeigt, dass das Leben manchmal sehr schwer sein kann und man das Gefühl hat, keine Kraft mehr zu haben. Gleichzeitig macht es aber auch deutlich, dass es im Leben immer wieder einen Berg zu überwinden gibt.
- Anne Gesthuysen
Wir sind doch Schwestern
(234)Aktuelle Rezension von: lilli1906Dieses Buch, das auf den Lebensläufen der drei Großtanten der Autorin beruht, hat mir wirklich gut gefallen. Es ist angenehm geschrieben und lässt sich sehr gut lesen, ohne eintönig oder langweilig zu werden.
Die drei "Damen", um die es geht, sind interessante Persönlichkeiten, die auch authentisch dargestellt werden. Und ihre Geschichten und Erfahrungen verdeutlichen zugleich auch die deutsche Geschichte über beinahe 100 Jahre hinweg. Das fand ich sehr interessant - und da es verwoben ist mit persönlichen Erlebnissen, wurde es auch nicht trocken oder langweilig.
Ich habe das Buch gerne gelesen!
- Mariusz Hoffmann
Polnischer Abgang
(35)Aktuelle Rezension von: KerstinThJarek ist Pole. Seine Eltern wollen für ihn ein besseres Leben und machen sich deshalb auf nach Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1990. Somit ist es nicht möglich, einfach das Land zu wechseln. Die Familie wendet sich an einen Schlepper, der sie mit dem Auto in das gelobte Land bringen soll.
Ich fand es interessant zu lesen wie die Aussiedlung aus Polen vor sich ging. Allerdings fand ich es recht oberflächlich beschrieben und auch sehr kurzgehalten. Ob der Autor weiß, wovon er schreibt?
Toll fand ich, dass auch das Übergangslager beschrieben wird. Viele meinen ja, Aussiedler kamen direkt in ihr Eigenheim.
Ich kam schnell durch die Geschichte. Die Charaktere hatten ein Gesicht und man konnte mit ihnen mitfühlen. Gefallen hat mir auch die klare, schnörkellose Ausdrucksweise. Gefühle nur da und in dem Maße, in den sie nötig sind.
Mir hat der Roman gefallen, ich habe ihn gern gelesen, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sterne.
- Caren Benedikt
Die Kerzenzieherin
(38)Aktuelle Rezension von: Susanne-ReitherAuf jeden Fall spannend und voller kreativer Lösungen. Immer wieder wird Ellin über ihre Grenzen gestoßen. Rücksichtslos und ohne Gnade. Schnell erzählt, ohne viel auf die Zeit und die Gegebenheiten einzugehen. Dieser erste Teil ist vollkommen in sich abgeschlossen. Es bleiben keine Fragen offen. Erst ganz zum Schluss stellt sich eine Frage, die erst der zweite Teil beantworten wird, den man lesen kann, aber nicht muss.
Genre: Historischer Roman
Held: Frau
Erzählperspektive: Beobachter
Hauptthema: Flucht
Handlungsort: Deutschland
Stichworte Inhalt: Nonne, Mord, Flucht
Serie: Erster Teil
Figuren:
Verhalten: aktiv
Liebe und Herzenswärme: +
Hilfsbereitschaft: ++
Distanziertheit (Figuren untereinander): ++++
Intuition: +
Stichworte Stil: aktiv
Ich wünsche Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.
- Asli Sevindim
Candlelight Döner
(57)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderVon der Aufmachung her und vom Klappentext habe ich einen ähnlichen Brüller wie Maria ihm schmeckts erwartet. Leider wurde ich bitter enttäuscht. Der Witz verpufft gleich am Anfang und die Geschichte ist selten lustig und originell. Schade, da wäre weit mehr drin geweßen und man hätte richtig viel draus machen können
- Stephan Thome
Gegenspiel
(39)Aktuelle Rezension von: leseleaJede Geschichte hat zwei Seiten. Die erste hat Stephan Thome in seinem Roman Fliehkräfte erzählt. Sie berichtet vom Philosophieprofessor Hartmut Hainbach, der mit 60 Jahren aufgrund des Bologna-Prozesses an seinem Beruf als Philosophieprofessor und aufgrund der erzwungenen Wochenendbeziehung mit seiner Frau Maria an seiner Ehe zu zweifeln beginnt. In Gegenspiel (der Titel suggeriert es schon) erzählt er nun dieselbe Geschichte aus der Perspektive der Maria – und dadurch doch letztendlich eine ganz andere.
Ähnlich wie in Fliehkräfte skizziert Thome auch in Gegenspiel die Geschichte eines ganzen Lebens. Er erzählt von Marias Jugend in Portugal nach der Nelkenrevolution; ihrer Flucht in ein neues, wilderes Leben in Westberlin, wo sie nicht nur mit der Hausbesetzerszene, sondern vor allem mit Falk Merlinger in Kontakt gerät; von den Anfängen des Familienlebens mit Hartmut und der gemeinsamen Tochter und von der Einsamkeit in der Bonner Provinz. Dabei geht der Autor – anders als im ersten Band – jedoch weniger systematisch, sondern assoziativer vor: Immer wieder springt er in Raum und Zeit hin und her und wirft den Leser unmittelbar in verschiedene Szenen. Dabei setzt sich einerseits Stück für Stück das Bild seiner Hauptfigur zusammen; andererseits – und das ist der Charakterisierung der Maria als sprunghafte, dabei zugleich phlegmatische, stets suchende und nie findende Figur geschuldet – erscheint seine Protagonistin bis zum Schluss fragmentarisch. Bisweilen hat man das Gefühl von drei verschiedenen Marias zu lesen (Portugal-Maria, Berlin-Maria, Bonn-Maria). Dies ist sicherlich vom Autor gewollt, führte bei mir aber bisweilen zu einigen Irritationen und zu der Tatsache, dass ich mit Maria bis zum Schluss nicht wirklich warm wurde.
Sprachlich konnte mich das Buch im direkten Vergleich zum Vorgänger weniger überzeugen: Während Thome in Fliehkräfte mit poetischen Sätzen und anregenden philosophischen Gedanken punkten konnte, verliert sich Gegenspiel häufig in plattitüdenhaften Wendungen und einem recht konventionellen Schreibstil. Zweifellos lässt sich der Roman gut lesen und die Erzählung kommt atmosphärisch daher; sein schriftstellerisches Talent zeigt Thome in diesem Roman jedoch nicht.
Insgesamt zieht Gegenspiel seine gesamte Stärke aus dem Umstand, eben genau das zu sein: ein Gegenspiel. Ich habe es sehr genossen, die bekannte Geschichte aus der anderen Perspektive zu entdecken, mich an alte Szenen zu erinnern und tatsächlich zwischendurch in beiden Büchern parallel zu blättern und die verschiedenen Deutungen, die die jeweiligen Protagonisten aus ein und derselben Situation ziehen, zu vergleichen. Im Zusammenspiel zeigt Thome die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Kommunikation und dass wir nie wirklich verstehen werden, was in einer anderen Person – sei sie uns auch so vertraut und von uns geliebt – vorgeht. Darüber hinaus fehlt es Gegenspiel jedoch an einer eigenen Geschichte: Die Story plätschert über 450 Seiten vor sich hin, dem zweiten Band fehlt eindeutig eine treibende Kraft wie dem „Roadmovie“ im ersten Teil. So hat man es zwar mit einer kurzweiligen und auch recht unterhaltsamen Erzählung zu tun, sie interessiert aber tatsächlich nur als Ergänzung zu Fliehkräfte und steht nur schlecht für sich selbst.
Allen Lesern, die Fliehkräfte gelesen haben, empfehle ich auch die Lektüre von Gegenspiel, die tatsächlich an vielen Stellen sehr erhellend ist und vor allem das Ende – zumindest für mein Empfinden – in ein positiveres Licht taucht. Vom Lesen des Romans als eine eigene Geschichte über den unablässigen Emanzipationsversuch einer Frau rate ich hingegen ab: Hier bleibt der Roman aufgrund der Figurenzeichnung zu blass und wenig greifbar!
- Jörg Hartmann
Der Lärm des Lebens
(84)Aktuelle Rezension von: SusziEhrlich gesagt hatte ich mir von diesem Buch mehr versprochen. Der Ich-Erzähler schildert letztendlich seinen Werdegang, verknüpft mit geschichtlichen sowie persönlichen Ereignissen. Dabei kommen interessante Themen zur Sprache wie der Mauerfall, die Schikane der gehörlosen Großeltern im NS-Regime, die Demenz des Vaters oder aktuellere Ereignisse wie die Corona-Pandemie
In meinen Augen fehlt jedoch allen Schilderungen die Tiefe, zumal der Klappentext auf die Geschichte des Autors, der Eltern und Großeltern fokussiert. Relativ nebensächliche Erlebnisse werden stattdessen sehr ausführlich erzählt; dies kann auch der zum Teil sehr witzige Ruhrpott-Dialekt nicht ausgleichen. Bis zum Ende des Buches habe ich immer noch auf den "Aha" - Moment gewartet, der leider nicht kam. Ein Buch was mich leider überhaupt nicht angesprochen hat.
- Frank Goosen
Weil Samstag ist
(52)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Ein Fußballspiel zu besuchen, an dem die eigene Mannschaft nicht teilnimmt, ist ein bisschen wie Ehebruch. Na gut, der Vergleich hinkt. Beim Ehebruch soll ja bisweilen eine Menge Leidenschaft mit im Spiel sein, was man beim fußballerischen Fremdgehen oft nicht behaupten kann."
Frank Goosen, die kabarettistische Stimme des Ruhrpotts und der Mittvierziger, er hat immer wieder bewiesen, dass er auch ein hervorragender Schriftsteller ist, vor allem mit den Romanen Liegen lernen und So viel Zeit , die mir beide in ihrer Konzeption, vor allem aber in ihrer Authentizität, gut gefallen haben. Auch "Weil Samstag ist" hat mich positiv überrascht.
Das beste Buch über Fußball wurde schon geschrieben: Fever Pitch von Nick Hornby, und es nicht Frank Goosens Schuld, dass wahrscheinlich nie ein Buch an dieses heranreichen wird, also sollte man auch aufhören alle Neuerscheinungen ins Sachen Fußballliteratur mit Hornbys Werk zu vergleichen (Memo an mich selbst!). Aber wenn es um Deutschland geht, dann hält man mit "Weil Samstag ist" wahrscheinlich das beste Buch in Sachen Fußball in der Hand, das besteingefangene Portrait dieses Sports, seiner Anhänger, seiner Emotionen und seiner Höhenflüge und seiner Abgründe - wobei es ja eigentlich wahre Abgründe für Fußballfans nicht gibt; das ist dann einfach das Leben insgesamt, das irgendwie schiefläuft ;=)
Das Buch ist eingeteilt in 6 Kapitel. Zwei der Kapitel sind Blogs, also praktisch Tagebücher, der WM 2006 und der EM 2008. Die anderen 4 Kapitel enthalten dagegen Fußballgeschichten aus der Historie, Goosens Jugend (so vollzieht er sämtliche WMs und großen Turniere anhand seiner Biographie nach - nach dem Motto: Wo war ich als...), von eigenen Kindern und natürlich viel und hauptsächlich aus dem Stadion des Vfl Bochum. Jedoch: Wer Fussball mit Haut und Haaren, Bier und Schweiß erlebt hat, muss kein Anhänger dieses Vereins sein, um das Buch gerne und mit Lachen und Freude zu lesen.
Denn allem voran, ist dieses Buch ein ehrliches Buch, schnörkellos und gekonnt, pointiert und doch stets greifbar. Goosen mag sich der humoresken Übertreibung bedienen, hier und da, aber zum Thema Fußball passt diese, manchmal schlichte, manchmal geniale, Stimmungsmache ganz gut. Und letztlich ist dies Buch, dieser Querschnitt durch den Fußball, etwas, dass mehr zum Nachempfinden ist, als zum kennenlernen. Unter diesem Gesichtspunkt: Fußballfans Deutschlands - vereinigt euch. Euer Manifest steht auf 160 Seiten! - Jens van Rooij
HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben! – 55 fantastische Reiseziele in Deutschland
(98)Aktuelle Rezension von: luckynelliHiergeblieben - ein Titel, der schon alles sagt. Warum in die Ferne schweifen, wenn wir in Deutschland viele tolle Städte und Sehenswürdigkeiten haben. Meist kennen wir uns im Ausland besser aus als in den Städten in unserer unmittelbarer Umgebung. Hiergeblieben ist ein neues Reiseführer-Format, das tolle Fotos, erklärender Text und viele Tipps vereint. Ich war überrascht, welche tollen Dinge es zu entdecken gibt. Und der Vergleich mit bekannten Sehenswürdigkeiten im Ausland und ähnlichen Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Weit fahren muss man wahrlich nicht, um das Interessante zu entdecken. Gerade während der Corona-Krise hat es uns zum Wandern in die nähere Umgebung verschlagen. Auch hier waren wir doch sehr überrascht, wie vielfältig, interessant und schön die Natur so um die Ecke ist. Ein absolut empfehlenswerter Reiseführer.
- Christine Westermann
Manchmal ist es federleicht
(15)Aktuelle Rezension von: Maimouna19In „Manchmal ist es federleicht“ teilt Christine Westermann ihre Gedanken zum Thema Abschiede auf eine ehrliche und berührende Weise, manchmal wehmütig, doch auch immer mit einer Prise Humor, angereichert mit Beispielen aus ihrem Leben.
Loslassen fällt oft schwer und es gibt sie natürlich, die schweren Abschiede, wie z.B. der Tod eines geliebten Menschen, die einen ein Leben lang begleiten und auch mit Zeit nicht leichter werden. Und es gibt die Abschiede, die das Alter mit sich bringt: mit 70 fallen einem viele Sachen halt nicht mehr so leicht wie mit 20, 30, 40. Aber muss man sich deshalb das Leben schwer machen? Und dann gibt es natürlich auch die leichten Abschiede, die man selbst plant und von denen man hofft, dass sie das Leben positiv verändern.
Doch für alle Abschiede, egal ob „federleicht“ oder unendlich schwer, gilt: sie öffnen neue Wege, bieten neue Chancen.
In diesem Buch kann sich jeder wiederfinden, ich habe es gern gelesen, es hat mich zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken gebracht. Ein Buch, das noch lange nachhallen wird.
- Sabine Hauke
Nordrhein-Westfalen - Wälder
(2)Aktuelle Rezension von: pardenSCHÖNE WANDERTIPPS...
Der Wald: Sehnsuchtsort, Erholungsraum, grüner Seelentröster. Ein Viertel NRWs ist von Laub-, Misch- und Nadelwäldern bedeckt, die uns entspannte Stunden schenken und aus denen wir gestärkt in den Alltag zurückkehren. Ob auf einer Auszeittour durch einen urwüchsigen Naturwald oder bei einer Erfrischungstour im gepflegten Nutzwald: Nordrhein-Westfalens Waldkulturerbe ist eine faszinierende und facettenreiche Erlebniswelt, in die wir immer wieder eintauchen wollen! Wandern, wohlfühlen, Wald erleben!
Das Wandern hatte ich schon vor dem bösen C-Wort für mich entdeckt, aber seit sich das Reisen in andere Länder lange Zeit und immer wieder schwierig gestaltet, hat das Hobby für mich noch an Wert hinzugewonnen. Natürlich ist die nähere Umgebung bereits ausgiebig erforscht, und gerade in Urlaubszeiten bin ich daher dankbar für neue Wandertipps.
Als ich im Buchladen auf dieses Buch stieß, war das Liebe auf den ersten Blick. Titel und Cover zogen mich gleich magisch an, und der Blick ins Buch bestätigte meine Hoffnungen: hier gab es doch einiges an Neuem zu entdecken. Natürlich würde erst die intensivere Beschäftigung mit dem Ratgeber zeigen, ob diese Hoffnungen begründet waren und sich die vorgestellten Strecken tatsächlich als die "Geheimtipps" herausstellten, wie ich es mir wünschte.
Nun sind seit dem Kauf bereits einige Wochen vergangen und etliche der Strecken sind mittlerweile ausprobiert und für gut befunden worden. Tatsächlich macht die Beschreibung der Routen auf jede einzelne von ihnen neugierig, die Aufmachung insgesamt hat mich überzeugen können.
20 Routen verschiedener Länge (7-14 km) werden hier vorgestellt, grob unterteilt in die Rubriken:
- Auszeittouren (Naturerlebnisse von blühenden Landschaften bis zu bunten Schmetterlingen)
- Panoramatouren (mit grandiosen Weitblicken)
- Verwöhntouren (mit gemütlichen Gasthöfen auf dem Weg)
- Entschleunigungstouren (mit besinnlichen Ruheorten zum Verweilen)
- Erfrischungstouren (entlang an Seen, Flüssen und Bächen)
Zu Beginn gibt es auf einer Doppelseite alle Wanderungen auf einen Blick, überschrieben mit neugierig machenden Namen (Teufelskanzel, Farbenzauber, Klänge im Wald, Voller Poesie, Die Kühle Ilse usw.). Außerdem ersichtlich ist bei dieser Übersicht gleich auch die Länge der jeweiligen Tour, die Höhenmeter sowie die ungefähre Dauer der Wanderung (2-4,5 Stunden). Da sollte sich für jedes Fitnesslevel etwas finden lassen.
Jede einzelne Tour wird dann ausführlich auf 8-10 Seiten vorgestellt - der ganze Weg kann sozusagen im Kopf mitgegangen werden, weil genau geschildert wird, wo abgebogen wird, was an dem Streckenabschnitt zu entdecken ist und worauf man achten sollte. Neben der ausführlichen Streckenschilderung gibt es interessante Informationen über die Gegend an sich, Fotos untermalen die Eindrücke bildhaft, und am Schluss wird auf einer detaillierten Karte der Weg noch einmal im Überblick dargestellt. Dieser Umstand erleichtert mir den Übertrag in meine Wanderapp - so habe ich den Weg trittsicher immer bei mir, was ich bislang stets als sehr hilfreich empfand.
Ob die vorgeschlagenen Gasthöfe an dem jeweiligen Wandertag tatsächlich geöffnet haben oder ob man seine Verpflegung doch lieber im Rucksack mitführen sollte, findet man letztlich wohl nur durch Internetrecherche heraus. Das stellte für mich aber ebenfalls kein Problem dar. Als positiv empfand ich auch, dass die jeweiligen Wanderparkplätze als Start- und Zielort jeweils mit einer sehr genauen Adresse angegeben sind.
Die bisher von mir erprobten Wanderwege ließen sich gut begehen, teilweise war dann auch tatsächlich eine besondere Atmosphäre zu spüren (friedvoll, fast mystisch zuweilen), was mich sehr freute. Die schönen Seiten in NRW - es gibt sie offenbar doch noch. Ich habe mir vorgenommen, nach und nach alle 20 vorgestellten Routen zu begehen und freue mich daher auf noch so manch schöne Entdeckung.
Ein Wanderführer, der den Namen wirklich verdient. Absolute Empfehlung meinerseits!
© Parden
- Hanns Dieter Hüsch
Das schwarze Schaf vom Niederrhein
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenHüschs Porträts gewöhnlicher Niederrheiner, manchmal blitzt der Verdruss über die gerade zurückliegende Nazizeit auf, und schön ist auch sein (verschlüsselter) Toleranzaufruf, ansonsten bekommt man das Bild eines etwas behäbigen altersklugen Mitmenschen präsentiert, den ich gern noch etwas schärfer formuliert gesehen hätte. Und auch wieder das Gegenteil kennt man ja...
- Nazan Eckes
Guten Morgen, Abendland
(11)Aktuelle Rezension von: HoldenFräulein Üngörs Aufruf zu gegenseitiger Toleranz und Annäherung, eingebettet in ihre persönliche Familiengeschichte in Deutschland. Wie schon eine Rezensentin vor mir geschrieben hat, sind die Passagen über ihre Familie, der schwierige Neuanfang ihres Vaters in Deutschland und das glückliche Familienleben sehr berührend und herzergreifend, andere Passagen wie ihr Neid auf die immer hübsche Heidi Klum in Modemagazinen oder ihre Frustration über ihre deutsche Fernsehproduzentin Petra eher nichtssagend und stehen der Message eher im Wege. Ein Buch also mit Licht und Schatten, Frau Eckes hat die Anfeindungen und Herabsetzungen, denen man ausgesetzt war, sicherlich eher noch heruntergespielt. Seit 2010 hat sich sicher nicht all zu viel geändert, inzwischen haben wir mit Herrn Özdemir aber den ersten türkischstämmigen Bundesminister. Es bleibt also noch viel zu tun, Entscheidungsträger bitte lesen! Und mit dem Dolmus bin ich auch schon gefahren, aber daß man sich da ducken muß, war mir neu!
- Corinna Antelmann
Spargel in Afrika
(9)Aktuelle Rezension von: Karola_DahlIn drei Abschnitte unterteilt eröffnet der Sohn als Ich-Erzähler innere Monologe, teils gedankliche Dialoge, mit seinem Vater im Pflegeheim bzw. im Krankenhaus. Bei bisherigen Besuchen ging es betont um das gemeinsame Essen, teils um Lieblingsgerichte des Vaters, der als Diplomat weltweit kulinarische Spezialitäten zu genießen wusste. Gerichte wie Spargel, Weihnachtsessen, Pfifferlinge oder Desserts bilden den Leitfaden im Buch, an dem eher schmerzliche Erinnerungen des Sohnes gekoppelt sind, die sein Verhältnis zum Vater belasten, z.B. bei Rückbesinnung ans Internat, ans Kloster, abgeschoben ohne gefühlte Zuwendung der Eltern. Der Sohn versucht in Zukunft seine Vaterrolle gegenüber seinen Kindern bewusster wahr zu nehmen. Während des geruhsamen Sterbeprozesses des Seniors im Krankenhauszimmer treten weitere Gedanken zum Generationswechsel, zum Genährt-Werden als möglicher Liebesersatz bzw. als Erziehungsfaktor auf. Seine Rolle als Kind erlischt, jedoch die als ältestes Familienoberhaupt beginnt. Der feinfühlige Schreibstil regt zum Nachdenken an.
- Jürgen Schmidt
Lesereise in den Tod
(39)Aktuelle Rezension von: Claudia_ReinländerKlappentext:
Der jungen Autorin Mona ist jedes Mittel recht, ihre Karriere zu forcieren. Selbstbewusst gibt sie vor, eine Urenkelin des britischen Schriftstellers Walter de la Mare zu sein. Auf eigene Faust veröffentlicht sie den Roman „Passwort Hurensohn“ und organisiert dazu eine vierwöchige Lesereise durch Deutschland. Mona de la Mare hat im Netz zahlreiche Freunde und Fans, die sie täglich über ihre Verkaufszahlen, die Tour und private Neuigkeiten informiert. Nach erfolgreichem Start der Lesetournee stellt Mona am Aschermittwoch ihr Buch in Bad Münstereifel vor. Am folgenden Tag soll die ehrgeizige Autorin in Nettersheim lesen. Sie ahnt nicht, dass es dazu nicht mehr kommen wird …
Cover:
Das Cover zeigt eine Ladenpassage bzw. Straße bei Nacht, was eine düstere Stimmung verursacht und somit die Neugier weckt. Das Foto ist sehr dunkel und somit auch die Farben und die Stimmung eher gediegen und düsterer. Ein sehr gut gelungenes Cover, passend zum Buch.
Meinung:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Man kommt gut und locker voran. Vieles wird sehr detailliert beschrieben und dennoch bleibt es einkurzweiliger Lesegenuss, da schon nach wenigen Lesestunden der Krimi bereits beendet ist.
Das Schriftbild ist relativ klein. Die Kapitel sind zum Teil nur wenigen Seiten lang, was ich sehr angenehm fang und somit der Lesefluss sehr kurzweilig und rasant erschien. Die einzelnen Kapitel sind durchnummeriert und hatten für mich eine sehr angenehme Länge.
Das Buch ist ein Regionalkrimi und der erste Fall des Privatdetektivs Andres Mücke. Es geht um die junge Autorin Mona de la Mare, die sich auf Lesereise befindet und sich mit ihren Büchern, den großem Durchbruch erhofft. Doch es kommt anders als gedacht und sie wird ermordet aufgefunden. Privatdetektiv Andreas Mücke übernimmt diesen Fall und stößt dabei auf einige Ungereimtheiten. Zu viel möchte ich jedoch nicht an dieser Stelle verraten, sondern kann jedem Krimi-Fan dieses Buch ans Herz legen.
Die Charaktere sind gut durchdacht. Die Situationen und Handlungen werden bildlich und detailliert beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und alles auch sehr gut nachempfinden kann. Der Lokalcharakter und die Regionaleinflüsse der Region Bad Münstereifel kommen sehr gut rüber. Es wirkt dadurch sehr real und authentisch. Die Dialoge und Gespräche wirken echt und nicht gekünstelt, so fühlt man sich mitten im Geschehen. Auch aus dem Privatleben des Detektivs erfährt man einiges, ohne das dabei der eigentliche Fall zu kurz kommt. Der Krimi ist spannend, interessant und authentisch geschrieben. Es wirkt dadurch sehr kurzweilig und locker. Mir hat dieses Buch einige schöne Lesestunden bereitet, die viel zu schnell vorbei waren.
Fazit:
Spannender und kurzweiliger Regionalkrimi, der für einige wunderschöne Lesestunden gesorgt hat.
- Sven Heuchert
Dunkels Gesetz
(59)Aktuelle Rezension von: mariameerhabaDas Buch ist trist, bedrückend, grau, hoffnungslos. Schon in den ersten Seiten spürt man diese Atmosphäre, die sofort jedem Bild die Farbe entzieht und man sich beim Lesen verloren fühlt. Das ist gut, das hat funktioniert, aber der fehlende Spannungsbogen ruiniert dann schließlich doch alles.
Von Anfang an wartet man auf die Konfrontation mit Dunkel und Achim, das ganze Buch zielt darauf hinaus und als es dann schließlich passiert, fühlte sich die Situation erzwungen an. Die Gewalt in dem Moment wirkte wie eine Inszenierung, die nur da wäre, um seine Leser zufrieden zu stellen und sie funktioniert nicht. Sie ist billig, eine künstliche Explosion, die einen Konflikt auslöst, die nichts, absolut nichts dem Spannungsbogen beisteuert und alles was danach passierte, war nur noch ein leiser, lächerlicher Abklang.
Das Buch endet wie ein Filmriss, der noch mehr Gewalt darstellt, der man nicht mehr richtig folgen kann, weil es die Geduld des Lesers überstrapaziert hat und man immer noch mit der Frage hadert, wozu diese Gewalt, wozu diese Einmischung, wozu dieser Ausbruch? Dunkel hätte einfach die Polizei rufen können und schon wäre alles geregelt gewesen. Er hätte beim Treffen mit Achim einen Schritt zurückmachen und alles vergessen können. Und sogar dann, nachdem er seine Widersacher unschädlich gemacht hat, wäre für ihn nur noch der Notruf geblieben und wieder wäre er mit heiler Haut davongekommen. Stattdessen wird es zu einem selbsternannten Sheriff, der in einem Job seine Lebensaufgabe sieht und aus irgendeinem Grund, den ich nicht nachvollziehen kann, die Drogen einsackt und sie versteckt.
Ja, er ist traumatisiert, der Krieg hat seine Spuren bei ihm hinterlassen, aber es wird auf dieses Trauma kaum eingegangen, so dass die Handlung an seiner Glaubwürdigkeit leidet.
All das hätte ich jedoch entschuldigt, hätte ich anders interpretiert, dem ganzen einen größeren Sinn gegeben, gäbe es einen Spannungsbogen! Das Buch wird als Thriller vermarktet, als ein Kriminalroman und doch gibt es nicht einen Funken Spannung im Buch, nicht einmal die Idee davon. Sogar als es zum Treffen kommt, wurde es so schrecklich beschrieben, dass man kaum etwas mitgefühlt hat. Außerdem hat Dunkel die Leute so leicht überwältigt, als wäre er Superman. Ohne den Spannungsbogen ist es bloß eine Schwarzweißgeschichte, die einem den Nerv raubt.
Der Stil selbst muss man auch kritisieren. Manchmal war er mechanisch, holprig und übersät mit dem gleichen Satzanfang, so dass es einem Bericht glich. Im späteren Verlauf glättet der Autor seine Erzählweise, aber es wird nicht wirklich besser.
Was das Cover betrifft, ist das wirklich gelungen. Es ist wunderschön, total interessant. Im Grunde wird der Inhalt dem Cover nicht gerecht und das ist fatal!
- Titus Dittmann
Brett für die Welt
(1)Aktuelle Rezension von: gemuesebuergerinTitus Dittmann ist all das:
Größenwahnsinniges Großmaul, gerissener Geschäftsmann und grundehrlich-großherziger Glücksritter.
Voller Selbstvertrauen, aber auch Selbstkritik, schlägt er einen großen Bogen vom brikettstapelnden Steppke über die ersten Rollversuche auf einfachen Brettern, über den waghalsigen Alles-Ausprobierer, den erfolgsverwöhnten Businessonkel bis zum humanitär Tätigen. Das ist staubig, ehrlich, mitunter roh, manchmal selbstverliebt, aber von so einer mitreißenden Energie, dass er es tatsächlich geschafft hat, den Eindruck, den man 'live' von ihm gewinnen kann, zwischen zwei Buchdeckel zu bringen.
Das liest sich wahnsinnig spannend, und wer noch die Skaterszene der 1990er Jahre vor Augen und Punkrock im Herzen hat, wird seine helle Freude daran haben.
Mir vermittelte er mehr Lebensweisheit und war mir ein größerer Motivator, als es jedes pastellfarben-bekringeltes, handgelettertes Selbstfindungsbuch vermitteln könnte.
- Dinçer Güçyeter
Unser Deutschlandmärchen
(20)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannDieses Buch geht nah, lässt wohl niemand unberührt und zum Schluss bleibt die eine Frage: Was ist da bloß schiefgelaufen zwischen uns Menschen? Was schiefgelaufen in unserem Land, warum finden wir nicht zueinander? Haben wir nicht alle ähnliche Sehnsüchte wie Dinçer: „Genau das wollte ich: Aufmerksamkeit, Liebe!“ Oder seine Mutter Fatma: „Sagt, was ihr wollt, aber bitte nicht mit herablassenden Blicken.“
Auf dem Buchcover steht zwar „Roman“, aber es ist mehr als das. Es ist Poesie, Gesang, Gebet, Theaterstück und Hymne zugleich. Es ist die Auseinandersetzung des Autors mit der Familiengeschichte und dem Leben in Deutschland. Davon zeugen auch die zahlreichen persönlichen Bilder. Der Leser wird hineingezogen in eine Gedankenwelt, die auf den ersten Blick (zumindest für die deutschen Leser*innen) befremdlich sein mag, aber dann die Tür öffnet für eine Welt, die voller Kämpfe, voller Widersprüche zu sein schein, in der nach Halt gesucht wird, nach Erklärungen, in der die Wunden offenliegen und kaum heilen wollen, und auch mit (wohl berechtigten) Vorwürfen nicht spart und vom Autor in den Mund seiner Mutter gelegen werden: „Hier, am Himmel Deutschlands schweben unsere Geschichten, meine und meinesgleichen. Ich beobachte die Menschen auf der Straße, Menschen mit ihren Eitelkeiten, als ob sie Berge versetzen könnten, als ob sie Meere überquert hätten. Wir werden auch immer klein gemacht, wir hätten uns nicht integriert, heißt es, wir wären ungebildet und immer nur Arbeitstiere geblieben. Was soll ich sagen, mehr wollte man nicht von uns. Natürlich hätten wir vieles besser machen können. Aber ich frage euch jetzt: Wenn du auf diesem Planeten nur ein Baum ohne Wurzeln bist, wie weit kannst du deine Äste strecken?“
Dieses Buch bezieht seine Wucht aus der Anschaulichkeit der Schilderungen, aus den Wechselwirkungen von Nähe und Distanz. Manche Sätze tun weh, manche sind herb, aber manche haben auch das Potential das Gegenüber in Schwingungen zu versetzen.
- Christian Jaschinski
Wolfsspiel
(28)Aktuelle Rezension von: Anneja„Wolfsspiel“ kreiste schon lange in meinem Gedanken herum, so das ich es endlich aus dem Regal holte und las. Dabei war ich besonders darauf gespannt, wie der Autor sein Krimi-Debüt begann.
Doch lange musste ich darauf nicht warten, da schon die ersten Seiten bewiesen, das hier jemand mit sehr viel Herzblut schrieb. Schon der Mix aus Kommissar und Richterin fand ich interessant, da ich diese Mischung noch nie in einem Krimi hatte. Das diese dann auch stellenweise ihren eigenen Ermittlungen in verschiedenen Fällen nach gingen, war noch besser, da ich so nicht nur eine einzige Ermittlung erlebte, sondern gleich ein paar mehr. Dadurch fühlte sich der Krimi auch etwas realistischer an.
Real fühlten sich auch die vielen Charaktere an, welche das Debüt, überhaupt nicht wie eines aussehen ließen. Jede Person kannte sich schon lange und hatte anscheinend auch schon viel mit ihnen erlebt. Das war erst einmal irritierend, da dabei Dinge angesprochen worden, welche mir das Gefühl gaben, das es einfach einen Vorgänger gegeben haben müsste. Aber dem war nicht so. Somit hieß es für mich die Erlebnisse der Figuren zusammenzufassen, um schließlich ein klares Bild von der Situation zu erhalten. Dies klingt zwar sehr kompliziert, war aber wirklich leicht, da man stets über die Vorgänge im Bilde gehalten wurde.
Trotzdem sprang mich eine Nebenfigur immer wieder an. Der Partner von Hauptkommissar Florian Dreier zeigt auf verblüffende Weise wie ein sonst sehr engagierter Polizist, immer mehr zum Schatten seiner selbst wurde. Doch wer jetzt glaubt das Alkohol oder Depressionen dahinter steckten, der irrt. Der Herr wurde Vater von Zwillingen, welche ihn und seine Frau ordentlich in Schach hielten. Sogar so weit das er seinen eigenen Berufsstand anzweifelte. Eigentlich echt krass.
Trotzdem war das Hauptziel natürlich das Schnappen des Mörders. Diese Suche war anfangs wirklich spannend, da wirklich nichts auf den Täter hinwies. Um aber trotzdem einen Bezug zu ihm zu bekommen, erhielt man hin und wieder Einblicke in dessen Gedankenwelt. Leider waren es auch diese, welche zumindest mir zu früh verrieten, wer der Täter war. Das war zwar etwas ärgerlich, aber so erhielt ich immer die Möglichkeit zu schauen, wie schnell die Kommissare dahinter kamen und wie sie ihn aufhalten wollten. Tja, was soll ich sagen? Das Ende war schließlich wirklich spektakulär und auch sehr emotional. Jetzt noch einmal zu erfahren, warum Menschen getötet wurden und warum sie kleine Spielfiguren in Körperöffnungen hatten war wirklich packend, so da ich das Buch mit gutem Gewissen schließen konnte.
Aus meiner Sicht ein gelungenes Krimi-Debüt mit toll erstellen Charakteren, welche auch mal außerhalb der Norm denken. Dazu gab es einen spannenden Fall, welcher mich gerade am Ende emotional mitnahm. Ich würde mich auf jeden Fall freuen mehr von Florian Dreier und Tara Wolf zu lesen, da die beiden wirklich ein interessantes Duo abgeben.
- Jan Zweyer
Der vierte Spatz
(10)Aktuelle Rezension von: Rodrik-AndersenDurch einen tragischen Unfall entkommen Vögel aus einem geheimen Forschungslabor in Bochum. Kurz darauf setzt ein Vogelsterben ein, welches bald den gesamten Globus betrifft. Die damit verbundenen Folgen, die sich nach wenigen Monaten einstellen, sind für die Menschheit verheerend. Zudem ist die Sorge groß, dass das freigesetzte, tödliche Virus auf den Menschen überspringen und eine Pandemie auslösen könnte …
Wie aus dem Klappentext des Romans hervorgeht, hat sich der Autor eingehend mit den Auswirkungen eines globalen Vogelsterbens auseinandergesetzt. Seine Erkenntnisse lässt er in Gestalt von allen möglichen Schreckensszenarien in die Geschichte einfließen, die sich über einen längeren, mehrjährigen Zeitraum erstreckt. Immer wieder ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich mit solchen Konsequenzen für Mensch und Umwelt wohl eher nicht gerechnet hätte. Die Variable „Vögel“ wiegt eben im Ökosystem schwerer, als es im Alltag den Anschein erwecken mag. Insofern hat hier der Autor ganze Arbeit geleistet und mir die Augen geöffnet.
Was mir weniger zusagte war die Suche nach den Hintergründen, die zur Entstehung des tödlichen Virus geführt haben, und den damit verbundenen Intrigen. Hier verlaufen die Ermittlungen des Journalistenteams letztlich im Sande. Dies mag zwar realistisch sein, war für mich als Leser jedoch eher unbefriedigend, da dieser Handlungsstrang meiner Ansicht nach künstlich in die Länge gezogen worden ist. Zudem leidet die Handlung darunter, dass es keine richtigen Protagonisten gibt, aus deren Blickwinkel die Geschichte durchgängig erzählt wird. Folglich mangelte es an Charakteren, die mich hätten mitfiebern lassen.
Fazit: Ein spannender Auftakt versandet in einer öden, schwer nachvollziehbaren Spurensuche, wodurch das Vogelsterben ausgelöst worden ist. Zwar stellten die Journalisten Karola und Alex über weite Strecken die richtigen Fragen, letztendlich verliert sich deren Recherche in Belanglosigkeiten, die dem Unterhaltungswert des Werks eher schadeten. So bleibt ein nüchterner Roman übrig, der phasenweise eindrucksvoll aufzeigt, welche Folgen es haben kann, wenn eine Gruppe von Lebewesen aus dem Ökosystem entfernt wird. Und wie schwierig es sich selbst im 21. Jahrhundert gestaltet, sämtliche Auswirkungen einer solchen Katastrophe vorherzusehen, geschweige denn abzufangen oder gar zu verhindern. - Achim Zygar
Tod einer Beauty-Queen - Haverbeck ermittelt
(3)Aktuelle Rezension von: dia78In Achim Zygars Buch "Tod einer Beautyqueen" ermittelt Kommissar Haverbeck bereits zum vierten Mal in Bielefeld und enthüllt einen teuflischen Plan.
Der Verlobte von Tanja Bergmann, Tarik Berisha, stürzt von einem Hausdach. Kriminalhauptkommissar Siegfried Haverbeck und sein Assistent Philip Landmann übernehmen den Fall. Doch schnell wird klar, es ist kein Selbstmord, da hat einer oder eine nachgeholfen. So lernen sie den Chef des Ermordeten kennen, Klaus Müller, den alle in Bielefeld nur unter Disko-Müller kennen. Schwere Ermittlungsarbeit steht vor dem Ermittlerduo.
Eines sei gleich zu Beginn gesagt, auch wenn man die ersten 3 Teile nicht kennt kommt ausgezeichnet in die Geschichte hinein. Es fällt die lockere und schwungvolle Schriftweise auf durch die das Buch eine gewisse Dynamik erhält, die das gesamte Buch nicht nachlässt. Überraschende Handlungsänderungen und neue Entwicklungen wechseln einander ab. Dem Autor ist es gelungen mich einige Male auf die Fährte eines falschen Schuldigen zu bringen. Gerade das war für mich eine positive Seite des Krimis.
Die Hauptprotagonisten konnten mich durch ihre Bodenständigkeit und ihren Eifer in der Ermittlungsarbeit überzeugen. Die Dialoge in diesem Buch machen das Buch lebendig und man kann ohne Probleme mit den Hauptprotagonisten den Fall lösen.
Das Buch konnte mich passagenweise tatsächlich überraschen, deswegen möchte ich dieses Buch einem jeden Krimifan wärmsten empfehlen. Sie werden es genießen.























