Bücher mit dem Tag "nostalgie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nostalgie" gekennzeichnet haben.

146 Bücher

  1. Cover des Buches Der Anschlag (ISBN: 9783453437166)
    Stephen King

    Der Anschlag

     (663)
    Aktuelle Rezension von: Zeke

    "Der Anschlag" war leider eine absolute Enttäuschung gewesen. Bevor ich anfing die Bücher von Stephen King chronologisch nach Veröffentlichungsdatum zu lesen, hatte ich mir ein paar seiner bekannteren Werke auf Empfehlung der Allgemeinheit bedient. Leider war "Der Anschlag" von 2009 eine absolute Enttäuschung für mich gewesen. Mag vielleicht sein, dass meine Erwartungen viel zu hoch waren, aber dennoch. 

    Die knapp 850 Seiten hätte man gut und gern auf 400 Seiten kürzen können. Es waren etliche Seiten enthalten, die absolut überflüssig waren und die "Spannung" der Handlung bremsten. Da wären die todlangweilige Nebenhandlung in der Kleinstadt, in der sich Jake kurz zur Ruhe gesetzt hatte oder die ellenlange Erzählung über die Familiengeschichte der Oswalds. Die Krönung der schlechtesten Nebenhandlungen in "Der Anschlag" ist aber immer noch die Vorbereitung für die Highschool-Tanzveranstaltung, welche absolut irrelevant war. Statt einer spannenden Zeitreisegeschichte, las ich die ach so schönen 60er Jahre aus Sicht eines alten Mannes aus dem 21. Jahrhunderts. Vielleicht können ältere Leser etwas damit anfangen aber für mich ist das nichts. Die Hälfte des Buches handelt davon, wie schön die 60er Jahre doch sind aber man kennt ja von King, dass er nicht wirklich der grösste Fan der Technologie ist. 

    Der einzige Trostpflaster war wohl die kleine "Nebenstory" in Derry, aber der Rest? Absolut nichts für mich. Keine fesselnde Story, keine spannenden Charakter und eher eine Biografie über Lee Harwey Oswald, als eine Zeitreisegeschichte. 


  2. Cover des Buches Der Geschmack von Apfelkernen (ISBN: 9783462041491)
    Katharina Hagena

    Der Geschmack von Apfelkernen

     (877)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Das Vergessen war ein Ozean, der sich um Gedächtnisinseln schloss. Es gab darin Strömungen, Strudel und Untiefen. Manchmal tauchten Sandbänke auf und schoben sich an die Inseln, manchmal verschwand etwas. Das Hirn hatte Gezeiten." - Katharina Hagena, "Der Geschmack von Apfelkernen"


    Iris Oma Bertha ist gestorben. Nach vielen Jahren des Vergessens hat ihr Körper schließlich vergessen, wie man lebt. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie in ein kleines Dorf auf dem Land, um mit ihren zwei Tanten die Beerdigung zu besuchen. Als danach das Testament verlesen wird, fällt Iris aus allen Wolken: sie hat das alte, große Haus ihrer Großmutter geerbt. Dieses Haus, an dem so viele ihrer Erinnerungen aus der Jugend hängen, in dem sie früher mit ihrer Cousine gespielt hat, in dem sich so viele Tragödien abgespielt haben. Iris nimmt sich also ein paar Tage frei, macht sich mit dem Haus (wieder) vertraut - und beginnt, die Vergangenheit aufzuarbeiten...


    "Der Geschmack von Apfelkernen" ist ein sehr langsamer und schöner Familienroman, der seinen Charme mit jeder gelesenen Seite mehr entfaltet. Ich habe mich von Anfang an in den Schreibstil von Katharina Hagena verliebt. Ich mochte ihre abgehackten Sätze, dieses Aneinanderreihen ähnlicher Worte und die Ausgestaltung der wörtlichen Rede. Der Roman hat dadurch eine enorme Tiefe und Atmosphäre gewonnen. Man fühlt die Wärme der Sonne auf der Haut und den Geschmack der Johannisbeeren und Äpfel auf der Zunge. Und man fühlt sehr mit der Protagonistin, die sich häufig so zerrissen fühlt und in dieser neuen Umgebung doch aufzublühen scheint.


    Trotz der doch sehr ernsten Themen, die in das Buch eingearbeitet wurden - Todesfälle, Demenz, Verrat, Alkoholsucht - bringt die Autorin trotzdem Witz und Leichtigkeit in die Geschichte. Die Figuren haben alle etwas Komisches und Schrulliges an sich und ich musste häufig schmunzeln. 


    Für mich trifft der Titel dieses Romans "Der Geschmack von Apfelkernen" dessen Grundstimmung eigentlich sehr genau: bitter-süß mandelig. Dazu kommen eine große Portion Sommer und ein wunderschöner Schauplatz - ein perfekter Roman für warme Tage ☀️📖

  3. Cover des Buches Lieber Daddy-Long-Legs (ISBN: 9783551560445)
    Jean Webster

    Lieber Daddy-Long-Legs

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    Judy Abbott, die eigentlich Jerusha heißt, hat ihr Leben lang im Waisenhaus verbracht. Doch dann findet sich ein anonymer Gönner für sie, der ihr das Studium bezahlt. Dafür will er nichts weiter von ihr, als dass sie sie in das Studium reinkniet und ihm jeden Monat einen Brief schreibt mit ihren Fortschritten. Judy hat wenig Erfahrung mit dem Leben außerhalb ihres Waisenheimes und sie muss sich mehr als jedes andere Mädchen ins Lernen vertiefen: Nicht nur das, was an der Universität gelehrt wird, sondern auch, wie dieses normale Leben überhaupt funktioniert. Sie findet dabei Zicken, beste Freundinnen und alles dazwischen und ganz vielleicht und aus Versehen auch die Liebe. 

    Dieses Buch ist kurz und kurzweilig und eine ausgemachte Feel-Good-Lektüre. Judy plappert und schreibt wie ein Wasserfall und ist dabei immer neugierig und aufgeschlossen. Was mich ernsthaft beeindruckt hat, ist, dass sie eine sehr moderne, junge Frau ist, obwohl das Buch vor über 100 Jahren zum ersten Mal erschienen ist. Obwohl sie eigentlich finanziell abhängig ist von Daddy-Long-Legs, bedeutet das für sie nicht, dass sie unterwürfig oder devot reagiert. Sie hat ihren eigenen Kopf und sie versucht, sich aus dieser Abhängigkeit selbst zu befreien. Sie braucht kein Alphamännchen, das sie wie Dreck behandelt, um sich fraulich zu fühlen, sie geht ihren Weg und lässt sich auch vom Scheitern nicht abhalten. Natürlich ist die Geschichte sehr vorhersehbar, aber trotzdem empfinde ich sie als einen gelungenen Prototyp des jetzt so beliebten Young/New Adult, ganz besonders, was das Selbstbild von Protagonistinnen betrifft. Könnten sich viele Autorinnen und Leserinnen mal ein Beispiel nehmen. 

  4. Cover des Buches Die unendliche Geschichte (ISBN: 9783522202503)
    Michael Ende

    Die unendliche Geschichte

     (6.884)
    Aktuelle Rezension von: BibisMindPalace

    "Es gibt Menschen, die können nie nach Phantásien kommen, und es gibt Menschen, die können es, aber sie bleiben für immer dort. Und dann gibt es noch einige, die gehen nach Phantásien und kehren wieder zurück. So wie du, Bastian. Und sie machen beide Welten gesund."

    Bastian Balthasar Bux liebt Bücher. Sie sind sein Zufluchtsort, seit seine Mutter starb. Sein Vater arbeitet viel und in der Schule wird Bastian gehänselt. Als er eines Tages in einem Antiquariat über das Buch mit dem Titel "Die Unendliche Geschichte" stolpert, stiehlt er es kurzerhand und versteckt sich damit auf dem Dachboden seiner Schule. Dort taucht er ein in die Welt von Phantásien und begleitet den Jungen Atreju auf der Suche nach einem Heilmittel für die Kindliche Kaiserin. Denn sollte sie sterben, würde Phantásien im großen Nichts verschwinden.

    Das Buch war damals eins der ersten Bücher gewesen, die ich mir selbst aus der Bücherei auslieh. Sofort war ich von Bastian und Atreju und der Welt von Phantásien verzaubert. Es mag als Kinderbuch gelten, aber auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben, wenn Atreju auf dem Glücksdrachen fliegt.
    Ich empfehle vor allem die Ausgabe mit dem grünen Cover und der grün-roten Schrift, da dort die 26 Buchstaben am Anfang des Kapitels wunderschön illustriert sind.
    Sie waren mit ein Grund dafür, dass ich am liebsten selbst zwischen die Seiten gesprungen und nach Phantásien gereist wäre. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. 😉

  5. Cover des Buches Frostgrab (ISBN: 9783959675529)
    Allie Reynolds

    Frostgrab

     (157)
    Aktuelle Rezension von: froschman

    Eine Gruppe junger Leute trifft sich in den französischen Alpen, um sich für die Britischen Meisterschaften im Snowboarden vorzubereiten. Es wird mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln trainiert, die Gegner werden beeinflusst und auch behindert. Bis es dann bei den Meisterschaften zum Drama kommt – ein Mädchen ist verschwunden, ein weiteres bei einem Sprung in der Halfpipe schwer verletzt.

    10 Jahre später, das verschwundene Mädchen wurde gerade vom Gericht für tot erklärt, werden die restlichen fünf Clique-Mitglieder zu einem Treffen auf diesen Berg eingeladen – niemand weiß, wer der Einlader ist, sie haben verschiedene Absender. Niemand ist in der Longe, als sie ankommen. Und dann beginnt ein Psychospiel – sie müssen die Handys abgeben und am nächsten Tag sind diese weg, auch der Strom fällt teilweise aus. Bis schließlich ein Mitglied der Gruppe vermisst wird.

    Keiner traut dem anderen und jeder trägt ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich.

     Das Erstlingswerk von Allie Reynolds, die früher selbst in der Weltspitze der Snowboardfahrer war, ist von den sportlichen Zweikämpfen geprägt, es werden die verschiedenen Sprünge in der Halfpipe erklärt. Der Roman wechselt in kurzen Kapiteln von der Vergangenheit vor 10 Jahren in die Gegenwart. Man kann sich dabei in die einzelnen Charaktere einfühlen.

     Je länger man liest, umso spannender wurde die Geschichte und endete mit einer neuerlichen Wendung!

    froschman

  6. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442714506)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (673)
    Aktuelle Rezension von: primweltenarchiv

    Wir werden zurückversetzt in eine Zeit, die vielleicht in manchen Belangen besser war, jedoch in keiner Weise in dem Punkt, den dieses Buch behandelt: Die Rassentrennung.

    Inmitten vieler furchtbarer Charaktere, die man aus heutiger Sicht nur verurteilen kann, haben wir eine herrlich sympathische Weiße, die die Rassentrennung für falsch hält – stand sie doch selbst ihrem wunderbaren Häusmädchen näher, als es zur damaligen Zeit "normal" war. Um die Missstände aufzudecken und das System ins Wanken zu bringen, will sie über die Geschichten der schwarzen Dienstmädchen schreiben. Ein absolutes No Go für solche, sich negativ über ihre Hausherren zu äußern. Doch eine mutige Frau wagt den Anfang und viele folgen ihr. 

    Ich liebe die Protagonistin, ihre Aufgeschlossenheit, sie ist ein fröhlicher Wirbelwind in finsteren Zeiten. Und ganz besonders sind mir die verschiedenen Dienstmädchen nahegegangen. Es gab traurige Moment, in denen ich den Kopf schütteln musste, und ich durfte herzlich lachen (insbesondere bei dieser einen speziellen Szene :D)

     

    Mein Fazit:

    Ein Buch, das meiner Ansicht nach jeder Mensch mal gelesen haben sollte. Hier wird ein wichtiges Thema behandelt, das zwar heute nicht mehr in diesem Ausmaß vorhanden ist, aber es ist noch da, wir bekommen es immer wieder mit, wie unsere dunkelhäutigen Mitmenschen herabgesetzt werden. Das muss aufhören und dieses Buch zeigt uns, dass wir zumindest schon einen ganzen Schritt geschafft haben in den letzten Jahrzehnten. Must Read und 5 von 5 Sternen!

  7. Cover des Buches Zwei an einem Tag (ISBN: 9783036959375)
    David Nicholls

    Zwei an einem Tag

     (3.667)
    Aktuelle Rezension von: Theresamaria

    𝓓𝓾 𝓴𝓪𝓷𝓷𝓼𝓽 𝓭𝓮𝓲𝓷 𝓰𝓪𝓷𝔃𝓮𝓼 𝓛𝓮𝓫𝓮𝓷 𝓿𝓮𝓻𝓫𝓻𝓲𝓷𝓰𝓮𝓷, 𝓸𝓱𝓷𝓮 𝔃𝓾 𝓫𝓮𝓰𝓻𝓮𝓲𝓯𝓮𝓷, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓭𝓪𝓼, 𝔀𝓪𝓼 𝓭𝓾 𝓼𝓾𝓬𝓱𝓼𝓽, 𝓭𝓲𝓻𝓮𝓴𝓽 𝓿𝓲𝓻 𝓭𝓲𝓻 𝓵𝓲𝓮𝓰𝓽.


    Ich habe dieses Buch verschlungen. Niemals hätte ich gedacht, dass es mich so in seinen Bann zieht, doch es hat es getan. Nach jedem Kapitel musste ich unbedingt wissen, was das nächste Jahr für Emma und Dex bringt. Oft saß ich verzweifelt da, und konnte mir nur die Haare raufen wegen Dexter. Er hat es mir nicht leicht gemacht ihn zu mögen mit seiner zu Beginn arroganten Art.
    Emma hingegen fand ich von der ersten Seite her toll. Ich konnte ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen und sie ist für mich ein sehr sympathischer Charakter.

    David Nicholls beschreibt die beiden Geschichten von Emma und Dex, die sich immer wieder Verbinden, authentisch und humorvoll, und obwohl es einfach eine Lebens- und Liebesgeschichte erzählt, war es nie langweilig.

    Zwei an einem Tag ist keine typische Liebesgeschichte. Sie zeigt die Höhen und Tiefen, die einem im Leben immer wieder begegnen, nicht nur in einer Beziehung.

  8. Cover des Buches 6 Uhr 41 (ISBN: 9783442483747)
    Jean-Philippe Blondel

    6 Uhr 41

     (169)
    Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertante

    Die Rezension fällt recht kurz aus, da dieses Buch auch nur knapp 160 Seiten hat :)

    Zunächst einmal werden wir ins Hier und Jetzt gebracht. Beide erzählen aus ihrem Leben. Bis zu dem Punkt, an dem Philippe sich neben Cecile setzt. Wir erfahren Stück für Stück von ihrer Beziehung, aber auch immer mehr aus ihren beider Leben. Beide sind zerrissen, beide sind ein bisschen leidend, beide kommen ins grübeln.



    Fazit:

    Zwischendurch habe ich allerdings gedacht, irgendwie ist es wenig eine Liebesgeschichte, sondern eher eine Geschichte über zwei zerrissenen Personen in den 40igern. Das Ende fand ich ganz wunderbar und hat für mich die Geschichte gerettet. 

  9. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.237)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwelt
    Es ist definitiv eines von Stephen Kings Monumentalwerken. Aber seien wir ehrlich, wäre es wirklich noch so gut, wenn es nur halb so lang wäre? Es ist gerade der für Stephen King übliche langsame, aber stetige Aufbau der Spannung, der dieses Buch ausmacht. Treibt er es damit auf die Spitze? Ja. Natürlich. Aber was soll ich sagen, er kann es eben. Das ist seine große Stärke und das merkt man in dem Buch ganz deutlich.
    Aber beginnen wir am Anfang. In diesem Buch geht es - ganz kurz gesagt - um eine Gruppe Kinder, die eine unbekannte Macht jagen, die Menschen umbringt, und die als Erwachsene zurückkehren, um ihre Taten zu vollenden. Und doch geht es um so viel mehr.
    Wir haben hier eine Gruppe Kinder, die sich mit Morden konfrontiert sehen. Allein das ist schon eine höchst sonderbare Konstellation, zumal diese Kinder nichts besonderes an sich haben. Sie sind einfach nur ganz normale Kinder. Wir lernen diese Kinder auf den vielen Seiten dieses Buches sehr gut kennen, ihre Sorgen, ihre Gedanken, ihre Freuden, aber vor allem ihre Ängste. Hier kommt nun auch schon das erste leider: Leider liegt der Fokus so stark auf den Kindern, dass die meisten andern Figuren eher blass bleiben. Sie verschwimmen im Hintergrund und viele Personen, die für die Kinder wichtig sein sollten, werden sogar nur erwähnt. Die Kinder werden in ihrer eigenen kleinen, kindlichen Blase dargestellt, und nur diese gemeinsame Welt wird gezeigt. Nun ja, andernfalls wäre das Buch vermutlich noch deutlich länger geworden. Und zwar unterscheiden sich die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sehr stark, der Fokus liegt aber ganz klar auf Bill. Die anderen Kinder haben ihre Momente, aber Bill ist die treibende Kraft, derjenige, der wirklich aktiv wird, derjenige, der alles vorantreibt und die Gruppe zusammenhält. Er ist allerdings auch derjenige aus der Gruppe, den Es am stärksten beeinflusst hat. Schnell wird für die Kinder klar, dass es nicht nur um Rache geht, sondern auch um ihr eigenes Überleben.
    Trotz seiner Länge verliert das Buch nie seine Spannung. Es ist keines der Bücher, von denen man sich nicht losreißen kann, die einen nachts nicht mehr schlafen lassen. Aber diese ständige, leichte Steigerung der Spannung hält einen die ganze Zeit bei der Stange. Was mich stellenweise völlig aus dem Lesefluss gerissen hat, waren die Perspektivwechsel mitten in der Szene, denen ich nicht immer ganz leicht folgen konnte. Aber auch das ist man von Stephen King ja gewöhnt.
    Die Auflösung und der Hintergrund der ganzen Geschichte waren höchst seltsam, Stephen King typisch eben. Obwohl ich mir an der Stelle tatsächlich noch etwas Erklärung gewünscht hätte, warum das denn alles so war und was es damit auf sich hatte. Aber das bleibt nun meiner Fantasie und Interpretation überlassen.
    Wie bereits erwähnt ging es in dem Buch um den Kampf gegen ein unbekanntes mörderisches Monster. Aber es geht um so viel mehr - und das wird sogar in einem Dialog im Buch aufgegriffen. Es geht um Freundschaften, Pflichtgefühl und um Kindheitsängste, und wie sie uns bis ins Erwachsenenalter hinein begleiten können, vielleicht sogar für den Rest unseres Lebens. Letzteres hat mich ganz besonders fasziniert. Wir wissen zwar als Erwachsene, dass es da kein Monster im Schrank oder unter dem Bett gibt (oder was auch immer einem als Kind Angst gemacht hat), aber wenn man dann in eine Situation kommt, in der man daran erinnert wird und in der es wieder so real erscheint… ist die Angst dann wirklich weg? Sind wir dann wirklich die rational denkenden Erwachsenen? Oder kommt das Kinder in uns wieder hervor, wenn wir an usnere Kindheit erinnert werden, und mit ihm all die Ängste? Sind diese Ängste als Erwachsene nicht sogar schlimmer, weil sie nicht in unser gefestigtes Weltbild passen, aber dennoch so echt erscheinen, es aber vernünftigerweise gar nicht sein können? Diese Themen ziehen sich durch das ganze Buch. Es sind Ängste, die jeder einzelne von uns verstehen und nachvollziehen kann. Und gerade das macht dieses Buch so mächtig. Es ist keine abstrakte Angst, die hier geschaffen wird, sondern eine verdammt reale, die in uns schlummert, und die man weckt.

  10. Cover des Buches Die hellen Tage (ISBN: 9783596512737)
    Zsuzsa Bánk

    Die hellen Tage

     (298)
    Aktuelle Rezension von: gretavox

    In ihrem Roman „Die hellen Tage“ ignoriert Zsuzsa Bánk scheinbar alle Tipps, die Schreibratgeber für Autoren bereit halten: Auf 541 Seiten enthält das Buch keinen einzigen Dialog, die Sätze sind verschachtelt und lang, gehen manchmal fast über eine Seite, und es passiert eigentlich nichts Weltbewegendes oder Spannendes. Dennoch entwickelt das Buch einen eigentümlichen Sog, dem man sich als Leser/in nur schwer entziehen kann. Mir jedenfalls ging es so. Selten habe ich in jüngster Zeit ein Buch gelesen, das mich so gefesselt und nicht ein einziges Mal gelangweilt hat. 

    Ein Großteil der Faszination beruht sicher auf der außergewöhnlichen Freundschaft der drei Protagonisten Aja, Karl und Seri. Die Autorin nimmt sich Zeit, ihre Beziehung mit allen Höhen und Tiefen zu entwickeln. Aber es sind vor allem die Väter und Mütter, deren Schicksale berühren: Karls Eltern haben das Trauma eines verlorenen Kindes zu verkraften, Seris Mutter den frühen Tod ihres Ehemanns und dessen Geheimnis. Ajas Mutter Evi, eine ehemalige Zirkusartistin und zunächst Analphabetin, meistert ihr Leben auf ihre ganz eigene unaufdringliche, warmherzige Art, ohne dabei jedoch ihre Ziele aus den Augen zu verlieren. 

    Faszinierend ist auch der ungewöhnliche Schreibstil der Autorin. Obwohl die Sätze ausufernd und verschlungen sind, bereiten die Bilder und Vergleiche pures Lesevergnügen.

    Natürlich enthält das Buch Unstimmigkeiten und Schwächen: Gewisse Schilderungen wie „das schief hängende Tor, der Klatschmohn, die Weizenfelder, Karls blasser Fleck unter der Schläfe“ werden in ihrer fast wörtlichen Wiederholung etwas überstrapaziert. Was die Charaktere angeht, so fällt auf, dass die jungen Leute keinerlei Begegnungen mit anderen Menschen außer denen in ihrem engen Kosmos zu haben scheinen und die Motivation für ihr Handeln nicht immer nachvollziehbar ist. Unglaubwürdig ist auch, dass es keinerlei erotische Komponente zwischen ihnen gibt.

    Der Roman ist nichts für Menschen, die auf jeder Seite Spannung und Action erwarten. Wer sich aber auf die leisen Töne einer wunderbaren Sprache einlassen kann, liegt mit diesem Buch genau richtig.

  11. Cover des Buches High Fidelity (ISBN: 9783426612705)
    Nick Hornby

    High Fidelity

     (651)
    Aktuelle Rezension von: letusreadsomebooks

    Rob ist Mitte dreißig, Besitzer eines Plattenladens, der mehr schlecht als recht läuft, und seine Freundin Laura hat ihm gerade den Laufpass gegeben. Während Rob versucht damit zurechtzukommen, sortiert er seine immense Schallplattensammlung neu und erstellt eine Liste mit den Top 5 der erinnerungswürdigsten Trennungen. Laura ist natürlich nicht dabei, denn so wichtig war sie ihm gar nicht. Denkt er, bis er bemerkt, dass er damit eventuell doch nicht so richtig liegt.

    Wer Nick Hornbys Romane kennt und mag, weiß, worauf er sich mit High Fidelity einlässt. Der Schreibstil ist locker und leicht zugänglich, das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite humorvoll, selbst wenn die Situation für Rob gerade nicht so rosig ausschaut. Der Humor ist definitiv eher britisch, nicht zum Schreien komisch, aber zum Schmunzeln und mit ganz viel wunderbar platzierter Ironie. Handlungstechnisch geschieht nicht übermäßig viel. Es ist vielmehr ein Buch über Gefühle, Erinnerungen und natürlich Musik. Wem Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum gefiel, kann mit High Fidelity quasi nichts falsch machen.

    Rob ist einer der wenigen Hauptcharaktere/Erzähler in der Literatur, die man gleichzeitig hasst und liebt. Meistens freunde ich mich mit den Protagonisten an, im schlimmsten Fall sind sie mir egal. Rob hat mich allerdings mit sehr ambivalenten Gefühlen zurückgelassen. Ich mochte seine Ironie, besonders seine Selbstironie und die Tatsache, dass er immer selbst genau weiß, dass er ganz schön viel vergeigt hat. Dank seines Humors sammelt er viele Sympathiepunkte und das ist gut so, denn eigentlich ist er ein ziemliches Arschloch (das kann man wirklich nicht anders sagen). Dieses Arschloch-sein ist aber gar keine böse Absicht. Rob repräsentiert die damalige Lad Culture der 1990er in Großbritannien – junge Männer zwischen Mitte zwanzig und Mitte dreißig, die ein wenig sexistisch waren und deren größte Angst es war, durch eine Beziehung, Hochzeit oder gar Kinder ihrer Freiheit beraubt zu werden. Das ist vielleicht gar nicht so veraltet, wie man zuerst denkt – die sogenannte Generation Y ist heutzutage ja ähnlich bindungsunwillig. Neben Rob sind vor allem seine zwei Mitarbeiter im Shop – Dick und Barry – besonders gut gelungen: Zwei total unterschiedliche und auf ihre eigene Art verrückte Quälgeister, die Rob das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist.


    Nick Hornbys High Fidelity ist mittlerweile ein moderner Klassiker der Pop-Literatur. Mit viel Humor und Ironie erzählt er von Robs verbocktem Liebesleben und dessen größten Leidenschaft – der Musik. Ein schöner und unterhaltsamer Roman, den man trotz fehlender Spannung und Action schnell verschlingen kann.

  12. Cover des Buches Der Anschlag (ISBN: 9783837111071)
    Stephen King

    Der Anschlag

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Panobbi

    (Hörbuch-)Empfehlung: Kings - Der Anschlag. Ich mag Kings -non Horror- ja für die Welten, die er baut. Bei King ist es ja eher immer die Reise, als das Ende. Hierbei finde ich das reine Ende toll. Die Auflösung eines der Grundthemen lahm. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass mich das letzte Viertel langsam verliert. War dieses Mal nicht der Fall. Und die ohne Auflösung angenehm knapp gehalten.

  13. Cover des Buches The Great Gatsby (ISBN: 9783192929588)
    F. Scott Fitzgerald

    The Great Gatsby

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Vorleser2

    Vor allem der Beginn des Buches gefiel mir sehr gut. Der Protagonist Nick hat zu Beginn sehr wenig Charakter und ich habe bestimmt 60 Seiten gebraucht, um mir überhaupt seinen Namen zu merken - ich vermute jedoch, dass dies gar gewollt ist, denn es dauert einige Zeit, bis man überhaupt seinen Namen erfährt und auch von Gatsby selbst wird er kein mal mit seinem richtigen Namen angesprochen. Der Roman sprüht vor Elan, Leichtigkeit und Witz. Eine meiner Lieblingsszenen ist die erste Begegnung von Nick und Gatsby. 

    Nach der Hälfte des Romans hat sich jedoch mein Leseerlebnis abrupt geändert. War ich davor noch so begeistert, gab es ein ganzes Kapitel, was für mich ein reiner Lückenfüller war. Es geht mir nicht darum, dass sich in jedem Kapitel die Ereignisse überschlagen müssen. Für mich war es jedoch zu offensichtlich, dass das Kapitel schlicht als Lückenfüller diente — weder der Charakter Nicks wurde weiterentwickelt, noch wurde etwas über Gatsby´s Beziehung zu Daisy offenbart.  

    Die ganze Rezension findet ihr unter: http://dievorleser.blogspot.com/2021/01/f-scott-fitzgerald-great-gatsby.html 

  14. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (219)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  15. Cover des Buches KRYONIUM (ISBN: 9783865994448)
    Matthias A. K. Zimmermann

    KRYONIUM

     (36)
    Aktuelle Rezension von: HappySteffi

    Zugegeben, die Rezension zu diesem Buch hat mich vor ziemliche Herausforderungen gestellt, denn ich habe in Bezug auf einen wesentlichen Teil eine sehr geteilte Meinung und kann mich bis jetzt nicht entscheiden, ob ich es jetzt richtig gut oder eher schlecht fand.

    Fest steht jedoch: es ist interessant genug um länger im Hinterkopf zu bleiben.


    Aber erst einmal zum für mich eindeutigen: Der Klappentext konnte mich absolut fangen und schon die ersten Seiten in Kryonium haben gezeigt, das ich einen tollen und für mich neuen Autor erleben darf. Der Schreibstil ist phantastisch! Matthias Zimmermann schreibt spannend und schafft es mir mit seinen tollen Beschreibungen und punktuellen Erklärungen einen schnellen und doch ausreichenden Eindruck von der Situation zu geben. Insgesamt ist Kryonium gut zu lesen, man hat sich dennoch aus einem anspruchsvolleren Wortschatz bedient, was hier gut zur Thematik passt.


    Überhaupt ist dieser Roman nicht unbedingt das, was man auf den ersten Blick meint vorgefunden zu haben. In drei Teilen sehen sich Leser und Protagonist vor neuen Gegebenheiten und Herausforderungen, was auf jeden Fall spannend ist. Aber hier ist auch schon der Part, den ich anfangs angesprochen habe: Ich befinde mich mit dem Protagonisten in einer Situation, in der ich noch viel mehr erfahren wollen würde und in der ich mich wohl fühle, dann ändert sich alles und ich muss mich wieder zurecht finden.
    Sind das First-World-Problems? Ja, ganz sicher! Dennoch empfand ich eben genau das als gleichermaßen erfreulich und nervend.

    Aber hier ist nichts, wie es scheint! Märchen trifft Realität und wirft eine Menge Fragen und Gefühle auf. Man setzt sich mit Erinnerungen auseinander und ich ertappte mich dabei, wie ich nachdem ich den Roman zur Seite gelegt habe über meine eigenen Erinnerungen nachdachte und was sie eventuell zu bedeuten haben.
    Die Erlebnisse und Gefühle, die der Protagonist durchlebt werden toll geschildert, so das man selber vieles miterleben und auch nachempfinden kann. Paranoia und Ratlosigkeit sind da nur zwei Beispiele, die mich nachhaltig berührt haben. Hier merkt man auch einfach wieder, wie gekonnt der Autor mit Worten umgehen kann, denn Gefühle zu transportieren, die nicht unbedingt alltäglich sind und sie seinen Lesern so nah zu bringen, das sie mitfühlen, ist meiner Meinung nach pures Können.


    Fazit

    Auch wenn sich meine Eingangsfrage noch immer nicht ganz geklärt hat empfinde ich Kryonium als wirkliche Bereicherung im Bücherregal. Und wenn du dir jetzt denkst „ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Buch mögen werde“ dann gib dir einen Ruck, les dir die Leseprobe durch und lass dich vom Autor überzeugen. 

  16. Cover des Buches Juliet, Naked (ISBN: 9783462042450)
    Nick Hornby

    Juliet, Naked

     (221)
    Aktuelle Rezension von: meisterschund

    Einer meiner liebsten Hornbys und auch die Verfilmung kann ich nur empfehlen.
    Ich war schon wirklich gleich vom Anfang sehr begeistert:
    Juliet und ihr Freund machen eine Fanreise nach Amerika, wo ihr Freund seinem Idol Tucker Crowe näherkommen will und möglichst alle verfügbaren Infos herausfinden möchte.

    Der Clou ist natürlich dass dieser mittlerweile völlig abgefuckt ist und sich dann auch noch in Juliet verliebt.

  17. Cover des Buches Heute wegen Glück geschlossen (ISBN: 9783404169221)
    Patrice Leconte

    Heute wegen Glück geschlossen

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G
    Thomas, 27 Jahre alt, arbeitet als Verkäufer in einer Papeterie in Paris. Da er sich gerne Ziele setzt und auch nicht mehr alleine sein möchte, will er bis er 30 Jahre alt ist seine Frau fürs Leben finden und sie heiraten. Doch die Jahre vergehen und er verliebt sich unglücklich, findet Frauen, die er nur mag, aber nicht liebt und geht sogar zu einer Wahrsagerin.
    Sein Freund André stellt ihm dann die entscheidende Frage: Findet man die große Liebe, wenn man nach ihr sucht oder begegnet sie ihm einfach und er muss sie nur entdecken?

    Der Autor Patrice Leconte hat hier mit seinem Romandebut ein wunderbares Buch geschaffen. Es bezaubert durch seinen einfachen aber nicht langweiligen oder übertriebenen Schreibstil. Er beschreibt die Lage von Thomas so anschaulich und nachvollziehbar, dass sich der Leser ab der ersten Seite in ihn hineinversetzen kann.

    Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich gebe ihm eine klare Leseempfehlung!
  18. Cover des Buches Die Welt war eine Murmel (ISBN: 9783709981016)
    Herbert Dutzler

    Die Welt war eine Murmel

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall

    Herbert Dutzler hat das eigentlich Unmögliche geschafft, indem er ein Tor in die Vergangenheit geöffnet hat. Jüngeren stellt er das Leben in den 1960ern vor und den Älteren gewährt er einen vergnüglichen, weil distanzierten, Rückblick in die eigene Kindheit und Jugendtage. Und das schafft er mit einer schon fast unheimlichen Intensität.

    Ebenfalls hat er es geschafft, dem Rezensenten erstmals eine kleine Geschichte aus dessen privater Schatztruhe zu entlocken. 1961 muss es gewesen sein, als der vierjährige Thomas zum ersten Mal das Meer in seiner ganzen Pracht erleben durfte. Sofort manifestierte sich seine Faszination in rasende Tollerei, bis jemand seine Mutter fragte, ob er denn immer so sei. Die Antwort war ein klares Ja, was die Strandnachbarin in ungläubiges Staunen versetzte, denn sie hätte vier Buben, die alle zusammen nicht so einen Lärm veranstalten würden wie dieser geölte Blitz alleine! Diese und andere, vielleicht längst vergessene, Geschichten werden durch Dutzlers Zeitreise wieder lebendig und erstrahlen in neuem Glanz.

    Mehr mit dem Verstand erfasst der zehnjährige Siegfried, der mit seiner Schwester und seinen Eltern den ersten Italienurlaub in Caorle verbringt, die ersten Eindrücke am Strand: "So etwas habe ich noch nie gesehen. Von diesem Moment an weiß ich, dass ich einmal am Meer wohnen möchte." Seine Mutter ist zutiefst ergriffen. Vater Adolf weniger, denn schließlich ist das "auch nicht viel anders als der Traunsee."

    Der österreichische Lehrer und Autor wählt zwei interessante Erzählperspektiven. Die eine ist der junge Siegfried selbst, der seine Kindheitserlebnisse in der Ich-Form erzählt und die andere ist der erwachsene Siegfried, dessen Gegenwart aus der Distanz des imaginären Erzählers geschildert wird. Für ihn beginnt die Geschichte in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter. In einem alten Schrank befinden sich diese Kisten, vollgestopft mit Erinnerungen, die immer wieder das Weiterkommen mit der geplanten Entrümpelung verhindern. Da sind diese alten, verblassten Fotos mit dem "rosa Stich" ...

    ... die ihn in die Vergangenheit führen. In jene Zeiten, die noch lange keine Handys kannte. So gab es nur ein einziges elektrisches Gerät in seinem Zimmer: Die Nachttischlampe. "Keine Musik, keine Stöpsel in den Ohren." Damals musste noch gegessen werden, was auf den Tisch kommt, Frauen mussten sich erst die Erlaubnis ihres Mannes einholen, wenn sie einer Arbeit nachgehen wollten, für Kinder war das widerspruchslose Gehorchen noch immer angesagt und die Figur des Altausseer Polizisten Franz Gasperlmaier, den sich ein 1958 im österreichischen Schwanenstadt geborener Schriftsteller einmal ausdenken sollte, reine Zukunftsmusik.

    All die netten, aber auch bösen Details sind ebenso originell wie nachhaltig formuliert, dass man sich ein ums andere Mal fast dazu verleiten lässt, der "guten alten Zeit" nachzutrauern, was sie natürlich niemals war. Trotzdem sind es herrlich berauschende Erinnerungen an jene Tage, die eigentlich noch gar nicht so lange her sind, die aber andererseits wie ausgelöscht und für immer verschwunden schienen.

    Gewidmet hat Herbert Dutzler dieses Buch seinem Enkel Gregor, "damit er sich vorstellen kann, wie das Leben zur Zeit seiner Groß- und Urgroßeltern war". Als Fazit eignet sich dieser Satz ebenfalls sehr gut, und man darf dem Autor sicherlich unterstellen, dass er damit alle anderen Enkel/innen mit einbezieht, einschließlich allen Opas und Omas, die noch einmal auf leichtem Fuß durch die lebendig gewordenen Standbilder der Vergangenheit schlendern dürfen, um all die Regeln und Vereinbarungen noch einmal nach Herzenslust zu brechen, bevor sie sich auf den Weg in eine unbekannte Zukunft machen.



  19. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783962816490)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

     (1.851)
    Aktuelle Rezension von: literaturfreund

    Dorian, ein bemerkenswert schöner Mann, ist noch nicht mal volljährig, da trifft er auf Lord Henry. Obwohl der Freund und Bewunderer Dorians, Maler Basil, alles versucht um Dorian und Henry nicht bekannt zu machen, schafft er es nicht und der manipulative und charakterstarke Henry nimmt Dorian immer mehr für sich ein. 

    Basil erschafft währenddessen ein Porträt von  Dorian, welches er ihm dann auch überreicht. Als der junge Mann sein Schönheit durch das Bild begreift, stürzt es ihn in eine Krise. Er hat so panische Angst vor dem Älterwerden, dass er kurzerhand mit aller Inbrunst ein Gebet ausspricht er wünsche sich, dass er nie altert dafür aber das Bild. Sein Wunsch geht in Erfüllung, doch die Folgen dessen wird Dorian sich erst im laufe seines Lebens bewusst. 

    Ein sehr beeindruckendes, wortgewaltiges Werk, welches mich nachdenklich gemacht hat. Was ist die ewige Jugend wert und ist es wirklich erstrebenswert immer jung zu bleiben ? Wie stark können einen die falschen Menschen beeinflussen und verändern ? 

    Alles verbunden mit sehr schönen, teilweise total lustigen Gesellschaftskritischen Passagen. 

    Ein paar Kritikpunkte habe ich allerdings dann doch. So haben mich die teilweise etwas langen Sätze, die so typisch für Oscar Wild zu seien scheinen, manchmal echt Konzentration gekostet. 

    Auch zur Mitte des Buches hatte ich  Schwierigkeiten den Faden nicht zu verlieren, da es meiner Meinung nach irgendwie etwas „durcheinander“ war. Trotzdem habe ich „Das Bildnis des Dorian Gray“ durchaus gerne gelesen und würde es alle die Klassiker lieben empfehlen.

  20. Cover des Buches Wasser für die Elefanten (ISBN: 9783832164027)
    Sara Gruen

    Wasser für die Elefanten

     (920)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Ich gehöre endlich auch zu den glücklichen Menschen, die dieses Zirkusbuch gelesen haben!

  21. Cover des Buches Wenn die Mondblumen blühen (ISBN: 9783462040968)
    Jetta Carleton

    Wenn die Mondblumen blühen

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Jacynthe

    Inhalt


    Missouri in den 50er-Jahren: Wie in jedem Sommer kehren die längst erwachsenen Töchter von Matthew und Callie Soames zurück auf die kleine Farm ihrer Eltern. Eine schmerzhaft schöne Reise zurück in die Kindheit beginnt. Jetta Carleton erzählt von einer Familie, die gemeinsam älter wird, von Kindern, die das Haus verlassen und wieder zurückkommen, von dem Gefühl, zueinander zu gehören, was auch immer geschieht. ( Quelle)

    Meine Meinung


    Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich dieses Buch liebe und wie froh ich bin, dass mich meine Erinnerungen daran nicht getäuscht haben. Es ist tatsächlich noch immer so wunderschön wie damals, als ich es vor Jahren zum ersten Mal las, und versetzte mich in genau die Stimmung, die ich mir erhoffte. Dennoch stehe ich vor einem Problem: dass ich nicht mit Worten ausdrücken kann, wie wundervoll ich diesen Roman finde.

    Das Buch ist im Großen und Ganzen leise und sehr emotional. Es passiert an sich nichts wirklich Außergewöhnliches, zumindest nicht verglichen mit den Geschehnissen in der großen weiten Welt. Stattdessen begleitet man eine amerikanische Familie durch die 1920er, 30er und 40er Jahre, erlebt die Höhen und Tiefen des familiären Zusammenlebens, begleitet die Töchter auf ihrem Weg, erwachsen zu werden, der nicht immer einfach ist. Es geht um den stillen Kampf um die Anerkennung der Eltern, um das Hin- und Hergerissensein zwischen Pflicht und dem Drang nach Freiheit und um die erste große Liebe. Doch auch das Leben und die Gefühlswelt der Eltern werden geschildert, die guten und auch die schlechten Zeiten, die sie miteinander meistern, obwohl sie sich oft genug nahe am Abgrund befinden. Ehebruch, der Wunsch nach mehr und das Leid über den Verlust eines Kindes, diese Thematiken hat Carleton eingeflochten, ohne den Roman damit zu sehr zu beschweren.

    Das Buch beginnt in der Gegenwart, als die erwachsenen Töchter zu Besuch auf die elterliche Farm kommen. Erzählt wird aus Sicht des Nesthäkchens Mary Joe und erste Hinweise und Verknüpfungen zum Folgenden werden gegeben. Schließlich springt das Buch in die Vergangenheit, wobei man weiterhin das angenehme Gefühl hat, dass Mary Joe erzählt, obwohl sie während eines Großteils des Romans noch gar nicht auf der Welt ist. Nacheinander werden in einzelnen Kapiteln die drei anderen Töchter Jessia, Mathy und Leonie, sowie die Eltern Matthew und Callie in den Fokus genommen. Nach und nach ergibt sich so ein umfassendes Familienportrait, das sich über mehrere Jahre erstreckt, und so tief blicken lässt, dass man denken könnte, selbst Teil der Familie zu sein.

    Jede Figur hat Carleton mit Charakter bedacht, mit Stärken und Schwächen, die sie wie jeder von uns stets versuchen im Gleichgewicht zu halten. Jede Figur ist einzigartigund es macht Spaß, sie nach und nach zu entdecken und kennenzulernen. Mathy war mir am sympathischsten, aber auch Callie mochte ich sehr. Sie habe ich mir immer ein wenig wie Francesca in Die Brücken am Fluss vorgestellt. Ihr Kapitel hat sich Carleton bis ganz zum Schluss aufgehoben - und das mit gutem Grund. Der Wow-Effekt ist beeindruckend und hallt noch immer in mir nach. Aber auch an andere Szenen kann ich mich sehr gut erinnern. In jedem findet sich ein kleiner Spannungsbogen, sodass das Buch alles andere als langatmig ist. Im Gegenteil - ich habe es geradezu verschlungen.

    Wie bereits gesagt ist der Roman sehr gefühlvoll und Carleton legte großen Wert auf das jeweilige Innenleben der Person. Dennoch ist das Buch nicht langweilig, denn jeder Charakter hat seine Eigenheiten, seine eigenen kleinen Geheimnisse und seine Laster, die das Buch spannend und unvorhersehbar machen. Dazu die Stimmungsvolle Umgebung, die ich so sehr liebe, das idyllische, aber nicht romantisierte Farmleben... Ich vergebe 5 von 5 Wolken. Hier kommt ihr außerdem zu meinem Bookish Moodboard, das ich zu diesem Roman erstellt habe. 
  22. Cover des Buches Der Turm (ISBN: 9783518461600)
    Uwe Tellkamp

    Der Turm

     (174)
    Aktuelle Rezension von: werthelotte

    Im Jahre 2008 veröffentlicht Uwe Tellkamp seinen dritten Roman „Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land.“ und befasst sich darin mit einer Familiengeschichte in den letzten sieben Jahren der DDR, vor dem Mauerfall. Die Handlung spielt in dem Villenviertel am östlichen Elbgang in Dresden, in dem Tellkamp selbst ab 1977 aufwuchs. Der Roman verfolgt den 17-Jährigen Protagonisten Christian Hoffmann über sein Aufwachsen im bildungsbürgerlichen Milieu der DDR, seine Erfahrungen bei der Nationalen Volksarmee (kurz: NVA) und seinem Wunsch Arzt zu werden um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Neben dem Untergang der DDR, skizziert Tellkamp eine Großfamilie und deren verschiedene Generationen, mit den daraus resultierenden Generationskonflikten.

    Tellkamp gelingt es einen glaubhaften Einblick in die letzten Jahre der deutschen demokratischen Republik zu geben. Seine kritischen Äußerungen gegenüber dem damaligen System und die Veranschaulichung der Notwendigkeit von Anpassung, weckt bei vielen Gleichaltrigen und Generationsvorgängern Erinnerungen an die damalige Zeit und persönliche Schicksale. Doch der Roman beinhaltet noch viel mehr als lediglich die kritische Auseinandersetzung mit dem Sozialismus: Das zahlreiche Auftreten verschiedener Generationen und deren unterschiedliche Werteauffassungen, führen zu einem fast endgültigen Bruch der Familie. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Generationskonflikts wird bei der Behandlung dieses Romans leider zu häufig außer Acht gelassen, verdient aber auf Grund seiner Plausibilität und Zeitlosigkeit mehr Aufmerksamkeit. Denn Generationskonflikte werden zwar erst auf den zweiten Blick richtig wahrgenommen, geschehen aber jeden Tag innerhalb Familie, Beruf oder auf offener Straße.

    Tellkamp hat mit „Der Turm“ ein unglaublich umfangreiches Werk erschaffen, dass eine Vielzahl von Kritikäußerungen und Konflikten innerhalb einer Familie aufzeigt. Die realitätsnahe Schilderung und das Identifikationspotenzial, das dieser Roman aufzeigt, macht es zu einem ganz besonderen und außergewöhnlichen Werk.

  23. Cover des Buches Wir Kassettenkinder (ISBN: 9783956391453)
    Stefan Bonner

    Wir Kassettenkinder

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Die 1980er Jahre waren ein legendäres Jahrzehnt. Heute im Rückblick sogar noch mehr als früher. Was also liegt näher, ein wenig in Nostalgie und Erinnerungen zu schwelgen, dürften sich die die Autoren Stefan Bonner und Anne Weiss überlegt und alles zusammengekramt haben, was sie aus den Achtzigern noch wussten. Mehr allerdings nicht. Das Buch enthält keine Handlung, sondern lediglich Aufzählungen all der Sachen, die "wir tollen Kassettenkinder" in den Achtzigern taten und besaßen. Ständig hofft man auf witzige Anekdoten, aber selbst die sucht man vergebens. Stattdessen folgt eine Erklärung über die damalige Zeit nach der nächsten. Wir erfahren von LiveAid, was Mixtapes und der C64 sind und wie man früher jeden Samstagabend als Familie gemeinsam vor dem Fernseher saß, um Unterhaltungsshows zu schauen.
    Das ringt einen das eine oder andere verzückte Schmunzeln ab, ist ansonsten aber lediglich nett. Und nett allein reicht nicht.
    Das Highlight stellt vermutlich die Hörbuchfassung dar, die großartig von Christoph Maria Herbst gelesen wird. Doch selbst mit ihm wird die auf 3h38min gekürzte Fassung irgendwann zur Geduldsprobe.

  24. Cover des Buches Tragödie auf einem Landfriedhof (ISBN: 9783442715800)
    Maria Lang

    Tragödie auf einem Landfriedhof

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomarie

    In einem offenen Bücherschrank machte ich vor einiger Zeit eine Entdeckung: Die Krimiautorin Maria Lang, auch die schwedische Agatha Christie genannt. Frau Lang war eine äußerst produktive Autorin, ihre Bücher erschienen ab 1949. Die „Tragödie auf einem Landfriedhof“ wurde 1954 publiziert.

    Das Buch ist ein stimmungsvoller Weihnachts- und Winterkrimi. Im kleinen Weiler Västlinge haben sich im Pfarrhof Gäste zum gemeinsamen Fest versammelt. Außer dem verwitweten Pastor und seiner 11jährigen Tochter Lotte, verbringen der ältere Bruder des Pastors und dessen Tochter Puck samt Ehemann Einar die Tage gemeinsam. Für das Wohl sorgt die vorbildliche Haushälterin Hjördis Holm.

    Dann schneit am Weihnachtsabend die aufgelöste Barbara Sandell herein. Ihr Ehemann ist verschwunden, er wollte nur noch die Abrechnung in seinem Laden machen und nun fehlt jede Spur von ihm. Gemeinsam begibt man sich auf die Suche und Puck findet seine Leiche versteckt unter der Ladentheke. Da es keine Fremden im Ort gibt, der Schneefall hätte für entsprechende Spuren gesorgt, muss der Mörder aus der kleinen Dorfgemeinschaft stammen und die Pastorsfamilie und später auch der herbeigerufene Kommissar machen sich auf die Suche.

    Die Konstellation ist wirklich ganz klassisch. Ein überschaubarer Rahmen von Mitwirkenden, ein durch die Witterungsverhältnisse abgeschiedener Tatort und ein rätselhafter Mord. Nach und nach lernen wir die Bewohner und ihre – manchmal recht belastenden – Geheimnisse kennen. Die Frage nach „Wer ist der Täter“ stellt die Autorin durchaus auch ihren Lesern, ganz wie ihre Zeitgenossin Agatha Christie, jedenfalls ich fühlte mich zum Miträtseln aufgefordert.

    Man merkt dem Buch, bis auf einige Kleinigkeiten, kaum sein Alter an. Es gibt weder Bezüge, noch zeitgeschichtliche Ereignisse an denen man sich orientieren könnte. Maria Lang hat ihre Handlung völlig neutral gehalten. Lediglich an einigen Figuren erkennt man das Alter. Da genügt schon eine gelbe Lederjacke um als jugendlicher Rebell durchzugehen. Und die Witwe mit anliegender Kleidung,  blonden Locken und Lippenstift (!)wird dann natürlich auch gleich als etwas leichtlebig von den Dorfbewohner abgetan, zumal ihr Ehemann um einiges älter war.

    Der Schreibstil ist wirklich etwas betulich, aber stilistisch durchaus niveauvoll. Sehr schön werden die winterliche Landschaft und die Atmosphäre der Weihnachtstage eingefangen. Pfarrhaus-Krimis könnte man ja fast schon als eigenständiges Genre einordnen und dieses Buch passt perfekt.

    Die Autorin wurde vor einigen Jahren wieder entdeckt und einige Bücher auch für das schwedische Fernsehen verfilmt, aber das scheint keinen besonderen Boom ausgelöst zu haben, denn nach zwei Veröffentlichen in Deutschland war wieder Schluss.

     

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