Bücher mit dem Tag "novellen"
36 Bücher
- Mona Kasten
Trust Again
(2.365)Aktuelle Rezension von: Maike_MerkerWas eine tolle Fortsetzung und es ist so schön, dass alle Protas aus dem ersten Band auch vorkommen und ebenfalls viel zu dem Buch bzw. der Geschichte beitragen. Genauso können wir auch den weiteren Verlauf dieser Charaktere miterleben, was ich mega finde.
In diesem 2ten Band geht es um Dawn und Spencer, die einfach nur so süß zusammen sind😍
Im ersten Band hat man ja schon viel von den beiden mitbekommen, obwohl ich dort tatsächlich Spencer anders gesehen habe als nach diesem Buch.Spencer ist einfache eine wandelnde Green Flag 🤭 ich musste teilweise echt mitleiden und ein Tränchen verdrücken. Er hat es wirklich nicht leicht in seinem Leben, aber versucht trotzdem immer positiv zu bleiben und fröhlich durch sein Leben zu gehen.
Dawns Geschichte hatte ich so vom ersten Band her nicht erwartet und sie tat mir da direkt nochmal mehr leid, weil sie so etwas erleben musste.
Die Story war wirklich toll, der Schreibstil mega und ich bereue es erst jetzt diese Reihe entdeckt zu haben.
Freue mich schon sehr auf den nächsten Band
- Sarah J. Maas
Throne of Glass – Celaenas Geschichte
(486)Aktuelle Rezension von: i1arieIch mag die Throne of Glas Reihe einfach unglaublich sehr. Auch mindestens alle paar Jahre muss ich sie wieder lesen. Jetzt mit den tollen Schmuckausgaben mit Farbschnitt sowieso.
Ich persönlich liebe Band 0 total. Er beschreibt perfekt Celaenas Geschichte. Ebenfalls lernen wir erste Personen kennen, welche weiterhin in der Reihe relevant sind wie bspw. Yrene Towers, Sam oder den König der Assasinen. Ebenfalls sehen wir schon warum Terrasen noch eine große Rollen spielen wird und es gibt bereits schon erste Zeichen.
Ich mag die Charaktere total und Sarah J Maas schafft es einfach durch ihren abwechslungsreichen Schreibstil Spannung und auch Lust aufzubauen. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus den Händen legen.
Ich bin definitiv gespannt, wie es weitergeht. Die Salzminen von Endovier waren schließlich der Auftakt von Band 1.
Ich kann jedem nur empfehlen Band 0, Celaenas Geschichte zu lesen zu Beginn der Reihe. Es ist wirklich eine gute Grundlage für die Welt und die ersten Personen. Alternativ kann man es auch ganz am Ende als Ergänzung lesen.
Optisch wie schon gesagt, handelt es sich bei dem Buch hier um eine wunderschöne Schmuckausgabe. Als Farbschnitt sehen wir den Hirsch als Zeichen von Terrasen. Ich finde es wirklich optisch ebenso schön wie inhaltlich.
- Stephen King
Frühling, Sommer, Herbst und Tod
(356)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich habe diesem Buch 3 Sterne gegeben, weil mich nicht alle 4 Geschichten angesprochen haben. Schön fand ich, dass alle unterschiedlich lang waren und verschiedene Themen beinhalteten. Spannend und gruselig wird in diesem Buch aus verschiedenen Personensichten erzählt. Manche Geschichten sind eher harmloser, andere haben mir jedoch vor schaudern die Haare zu Berge stehen lassen und waren inhaltlich besser gestaltet. Ein schöner bunter Mix, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte, der King mag.
- H. P. Lovecraft
Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II
(76)Aktuelle Rezension von: Das_Rezensorat1. Buch-/Geschichtsinformationen:
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Titel: H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II
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Autor: H.P. Lovecraft (mit Vorwort und Erläuterungen von Marco Frenschkowski)
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Genre: Kosmischer Horror, Science-Fiction, Weird Fiction
2. Gesamteindruck und spoilerfreie Einleitung:
Der vorliegende zweite Band der "Chronik des Cthulhu-Mythos" versammelt einige der reifsten und visionärsten Erzählungen H.P. Lovecrafts, die den Höhepunkt seines literarischen Schaffens markieren. Von der eisigen Weite der Antarktis bis zu den morbiden Gassen Neuenglands entführt uns Lovecraft in eine Welt, in der die Menschheit eine unbedeutende Episode in einem kosmischen Drama darstellt. Dieser Band ist nicht nur eine Sammlung von Horrorgeschichten, sondern ein tiefgründiges Eintauchen in die philosophischen Abgründe des Autors. Wir vergeben eine Gesamtwertung von 4,5 von 5 Sternen.
3. Detaillierte Analyse (Hauptteil):
Inhalt/Handlung:
Dieser Band präsentiert eine Auswahl von Lovecrafts späten Erzählungen, die den Cthulhu-Mythos maßgeblich prägten und erweiterten. Die Geschichten sind lose miteinander verbunden durch das gemeinsame Universum der "Alten Wesen", kosmischer Schrecken und verbotenen Wissens.
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"Berge des Wahnsinns" (At the Mountains of Madness): Die Prämisse einer Antarktisexpedition, die auf die Überreste einer uralten, nicht-menschlichen Zivilisation stößt, ist packend. Die Handlung entfaltet sich als eine Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und schleichendem Grauen. Der Plot-Verlauf ist methodisch und detailreich, was die Entdeckungen umso glaubwürdiger macht. Logiklöcher sind kaum vorhanden, da Lovecraft die "wissenschaftlichen" Erklärungen für das Unfassbare akribisch ausarbeitet. Die Wendungen sind subtil, aber wirkungsvoll, insbesondere die schockierende Erkenntnis über die wahre Natur der "Alten Wesen" und der Shoggothen. Die Erzählung ist ein Paradebeispiel für Lovecrafts Fähigkeit, eine Atmosphäre des kosmischen Entsetzens zu schaffen, in der die Größe des Universums die Bedeutung der Menschheit zunichtemacht.
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"Der Schatten über Innsmouth" (The Shadow over Innsmouth): Diese Novelle konzentriert sich auf den Verfall einer isolierten Hafenstadt und die schockierende Entdeckung einer hybriden Bevölkerung. Der Plot ist meisterhaft aufgebaut, mit einer allmählichen Steigerung der Spannung und des Grauens. Die Nachvollziehbarkeit der Handlung ist gegeben, auch wenn die übernatürlichen Elemente eine bewusste Suspension der Ungläubigkeit erfordern. Die Wendungen, insbesondere die genealogische Enthüllung des Protagonisten, sind schockierend und tief verstörend.
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"Träume im Hexenhaus" (The Dreams in the Witch House): Die Geschichte eines Mathematikstudenten, der in einem von Hexen besessenen Haus wohnt, verbindet okkulten Horror mit nicht-euklidischer Geometrie. Der Plot ist hier etwas sprunghafter und weniger stringent als in den anderen Erzählungen, was der fieberhaften Natur der Träume des Protagonisten geschuldet sein mag. Dennoch gelingt es Lovecraft, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser in den Wahnsinn des Protagonisten hineinzieht.
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"Das Ding auf der Schwelle" (The Thing on the Doorstep): Eine psychologisch abgründige Geschichte über Identitätsverlust und die Manipulation durch okkulte Kräfte. Der Plot ist linear, aber die psychologischen Wendungen sind verstörend. Die Erzählung spielt geschickt mit der Angst vor dem Verlust der eigenen Persönlichkeit.
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"Der Schatten aus der Zeit" (The Shadow out of Time): Diese Erzählung ist ein weiteres Meisterwerk des kosmischen Horrors und der Science-Fiction, in dem Lovecraft die Geschichte der Erde und des Sonnensystems in einem atemberaubenden Panorama entfaltet. Die Prämisse eines Gedächtnisverlustes, der sich als Austausch mit einem außerirdischen Geist herausstellt, ist faszinierend. Der Plot ist komplex und reich an Details, die die immense Vision Lovecrafts untermauern.
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"Jäger der Finsternis" (The Haunter of the Dark): Eine Geschichte über einen Künstler, der in einer verlassenen Kirche auf ein kosmisches Wesen stößt. Der Plot ist geradlinig, aber die psychologische Entwicklung des Protagonisten und die Manifestation des Grauens sind packend.
Charaktere:
Lovecrafts Charaktere sind selten tiefenpsychologisch ausgearbeitet, dienen aber effektiv als Vehikel für das kosmische Grauen. Sie sind oft Gelehrte oder Einzelgänger, die durch ihr Streben nach Wissen an die Grenzen des menschlich Erträglichen stoßen.
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In "Berge des Wahnsinns" ist William Dyer, der Ich-Erzähler, ein Geologe, dessen wissenschaftliche Neugier ihn in den Abgrund des Wahnsinns treibt. Seine anfängliche Skepsis weicht einer tiefen Verzweiflung, was seine Entwicklung glaubwürdig macht. Die anderen Expeditionsteilnehmer sind eher archetypisch, erfüllen aber ihren Zweck, die Isolation und die Bedrohung zu verstärken.
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Der namenlose Protagonist in "Der Schatten über Innsmouth" ist ein junger Mann auf der Suche nach seinen Wurzeln, der in eine schockierende genealogische Offenbarung schlittert. Seine Entwicklung vom neugierigen Touristen zum verzweifelten Flüchtling und schließlich zu einem Akzeptierenden seiner neuen Identität ist bemerkenswert. Zadok Allen, der alte Trunkenbold, ist eine herausragende Nebenfigur, die durch ihren Dialekt und ihre wirren, aber prophetischen Erzählungen Tiefe gewinnt.
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Walter Gilman in "Träume im Hexenhaus" ist ein Student, dessen intellektuelles Streben ihn in einen Strudel aus Alpträumen und Realitätsverlust zieht. Seine Charakterentwicklung ist eine Spirale des Wahnsinns, die durch die Verbindung von Wissenschaft und Okkultismus besonders beklemmend wirkt.
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In "Das Ding auf der Schwelle" erleben wir Edward Pickman Derby, einen sensiblen Dichter, dessen schwacher Wille ihn zum Opfer einer okkulten Manipulation macht. Seine Transformation und der Verlust seiner Identität sind das zentrale Element der Charakterentwicklung und erzeugen ein tiefes Mitgefühl beim Leser.
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Nathaniel Wingate Peaslee in "Der Schatten aus der Zeit" ist ein Professor, der eine fünfjährige Amnesie erleidet und nach seiner Rückkehr von verstörenden Pseudo-Erinnerungen geplagt wird. Seine Suche nach der Wahrheit und die allmähliche Akzeptanz seiner kosmischen Erfahrungen machen ihn zu einem der komplexesten Charaktere Lovecrafts.
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Robert Blake in "Jäger der Finsternis" ist ein Künstler, der sich dem Morbiden verschrieben hat und durch seine Neugier ein kosmisches Wesen erweckt. Seine Entwicklung vom neugierigen Entdecker zum gejagten Opfer ist packend, und seine Identifikation mit dem "Jäger" am Ende ist ein klassisches Lovecraft-Motiv.
Welt/Setting:
Lovecraft ist ein Meister darin, immersive und beklemmende Welten zu schaffen, die oft in einer leicht verfremdeten Version Neuenglands angesiedelt sind.
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Die Antarktis in "Berge des Wahnsinns" ist nicht nur eine Kulisse, sondern ein eigenständiger Charakter. Die präzise Beschreibung der Eiswüste, der geologischen Formationen und der unwirtlichen Bedingungen trägt maßgeblich zur Atmosphäre des kosmischen Grauens bei. Die "Stadt der Alten Wesen" ist detailreich und beeindruckend ausgearbeitet, was ihre Fremdartigkeit und ihr Alter noch verstärkt.
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Innsmouth in "Der Schatten über Innsmouth" ist eine Stadt des Verfalls, deren morbider Charme und die seltsamen Bewohner eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Die detaillierte Beschreibung der Architektur und der sozialen Isolation trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Die Verbindung zu realen Orten in Neuengland verstärkt das Gefühl des Unheimlichen.
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Das Hexenhaus in Arkham in "Träume im Hexenhaus" ist ein klaustrophobisches Setting, das den Wahnsinn des Protagonisten widerspiegelt. Die engen Gassen und die altehrwürdige Stadt Arkham selbst tragen zur beklemmenden Stimmung bei.
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Das alte Crowninshield-Anwesen in Salem in "Das Ding auf der Schwelle" ist ein klassisches Spukhaus, dessen Geschichte und Architektur zur unheimlichen Atmosphäre beitragen.
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Die prähistorische Erde und die Zivilisation der "Großen Rasse" in "Der Schatten aus der Zeit" sind atemberaubend und detailreich beschrieben. Lovecraft entführt den Leser in eine ferne Vergangenheit und Zukunft, die gleichermaßen faszinierend und verstörend ist.
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Federal Hill in Providence in "Jäger der Finsternis" wird zu einem Ort des Grauens, wo eine verlassene Kirche ein Portal zu kosmischen Schrecken birgt. Die Beschreibung des italienischen Viertels und der alten Architektur trägt zur Atmosphäre bei.
Schreibstil/Sprache:
Lovecrafts Schreibstil ist unverkennbar und prägte das Genre des Horrors maßgeblich. Er ist geprägt von einer opulenten, oft archaischen Sprache, die reich an Adjektiven und Superlativen ist.
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Flüssigkeit und Bildhaftigkeit: Lovecrafts Prosa ist oft flüssig, auch wenn sie durch lange, verschachtelte Sätze und eine Fülle von Beschreibungen gekennzeichnet ist. Seine Sprache ist äußerst bildhaft und schafft lebendige, oft verstörende Bilder im Kopf des Lesers. Er nutzt eine evokative und visionäre Vorstellungskraft, um das Unheimliche und Fantastische zu vermitteln.
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Prägnanz und Komplexität: Obwohl Lovecraft zuweilen ausschweifend sein kann, ist seine Sprache oft prägnant in ihrer Fähigkeit, eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl zu vermitteln. Die Komplexität ergibt sich aus der Tiefe der kosmischen Konzepte und der philosophischen Implikationen seiner Geschichten.
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Stimmung und Charakterisierung: Die Sprache wird meisterhaft eingesetzt, um Stimmung und Atmosphäre zu untermauern. Der ständige Gebrauch von Wörtern wie "unaussprechlich", "unbeschreiblich" und "namenlos" verstärkt das Gefühl des Unbekannten und des Grauens. Die Charakterisierung erfolgt oft indirekt, durch die Reaktionen der Protagonisten auf das Grauen.
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Besondere sprachliche Eigenheiten: Lovecrafts Hang zu archaischen und seltenen Wörtern kann für manche Leser eine Herausforderung darstellen, trägt aber maßgeblich zur einzigartigen Atmosphäre bei. Der Gebrauch von Dialekten, wie in Zadok Allens Rede in "Der Schatten über Innsmouth", ist ein bemerkenswertes sprachliches Detail, das die Authentizität der Figuren unterstreicht. Seine Fähigkeit, das "Fremde im Nahen" zu evozieren, ist ein Markenzeichen seines Stils.
Themen und Botschaften:
Lovecrafts Werk ist reich an wiederkehrenden Themen und tiefgründigen Botschaften, die über den reinen Horror hinausgehen.
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Kosmischer Indifferentismus: Ein zentrales Thema ist die unermessliche Größe und Gleichgültigkeit des Kosmos gegenüber der Menschheit. Die "Alten Wesen" und ihre Taten machen deutlich, dass das menschliche Leben und seine Errungenschaften im Angesicht der kosmischen Ewigkeit bedeutungslos sind. Dies vermittelt eine tief existenzielle Angst.
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Verlust der Identität und des Verstandes: Viele Geschichten thematisieren den Verlust der eigenen Identität, sei es durch physische Transformation ("Der Schatten über Innsmouth") oder durch psychologische Überwältigung ("Das Ding auf der Schwelle", "Träume im Hexenhaus"). Das Streben nach verbotenem Wissen führt oft zum Wahnsinn.
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Verfall und Dekadenz: Lovecrafts Neuengland-Settings sind oft von Verfall und Niedergang geprägt, sowohl architektonisch als auch moralisch. Dies spiegelt eine zivilisationskritische Haltung wider, in der der Fortschritt oft zu einem Rückschritt führt.
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Das Unbekannte und das Tabu: Ein wiederkehrendes Motiv ist das Streben nach verbotenem Wissen und die Konfrontation mit dem Unbekannten, das oft jenseits menschlicher Vorstellungskraft liegt. Das Überschreiten dieser Grenzen führt unweigerlich zu katastrophalen Konsequenzen.
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Atavismus und Rückentwicklung: In "Der Schatten über Innsmouth" wird die Dekadenz der Bevölkerung als eine Rückentwicklung zu primitiveren, nicht-menschlichen Formen dargestellt, was die Angst vor dem Verlust der menschlichen Identität verstärkt.
Positive Aspekte:
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Visionäre Vorstellungskraft: Lovecrafts Fähigkeit, ganze kosmische Zivilisationen und Zeitlinien zu entwerfen, ist atemberaubend. Seine Welten sind einzigartig und bleiben lange im Gedächtnis.
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Atmosphärische Dichte: Die Geschichten sind meisterhaft darin, eine beklemmende, unheimliche und oft klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, die den Leser tief in das Grauen hineinzieht.
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Philosophische Tiefe: Über den reinen Horror hinaus bieten die Erzählungen tiefgründige philosophische Überlegungen über die Stellung des Menschen im Universum und die Grenzen des Wissens.
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Sprachliche Kunstfertigkeit: Lovecrafts einzigartiger, oft archaischer Stil trägt maßgeblich zur Immersion bei und verleiht den Geschichten eine zeitlose Qualität.
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Einfluss auf das Genre: Die Geschichten in diesem Band sind nicht nur Klassiker des Horrors, sondern haben das gesamte Genre nachhaltig geprägt und inspiriert.
Negative Aspekte/Kritikpunkte:
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Charakterentwicklung: Lovecrafts Charaktere dienen oft als bloße Beobachter des Grauens und sind selten so tief ausgearbeitet wie in moderneren Romanen. Ihre emotionalen Reaktionen sind oft stereotypisch (Wahnsinn, Schrecken).
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Sprachliche Redundanz: Der wiederholte Gebrauch von Adjektiven wie "unaussprechlich" oder "unbeschreiblich" kann zuweilen ermüdend wirken und die Wirkung abschwächen, anstatt sie zu verstärken.
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Pacing: Manche Geschichten, insbesondere "Berge des Wahnsinns", können aufgrund der detailreichen Beschreibungen und des langsamen Aufbaus für ungeduldige Leser etwas langatmig sein.
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Rassistische Untertöne (historischer Kontext): Es ist wichtig anzumerken, dass Lovecrafts Werk, wie viele seiner Zeit, rassistische und fremdenfeindliche Ansichten enthält. Diese sind in einigen Passagen, insbesondere in der Darstellung von "fremden" Kulturen oder "degenerierten" Bevölkerungen, spürbar. Dies ist ein Aspekt, der kritisch zu betrachten ist, auch wenn er im historischen Kontext des Autors verstanden werden muss. Marco Frenschkowskis Vorwort geht auf diesen Aspekt ein, was wir als Lektorat sehr begrüßen.
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Mangelnde Zugänglichkeit für Neulinge: Lovecrafts Stil und seine komplexen Konzepte können für Leser, die neu im Genre des kosmischen Horrors sind, eine Herausforderung darstellen.
Sicht eines Autors:
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Ich bewundere Lovecrafts unerschöpfliche Vorstellungskraft. Die Art und Weise, wie er ganze Zivilisationen und kosmische Entitäten erschafft, ist inspirierend. Besonders beeindruckt mich die Fähigkeit, das Unsichtbare so greifbar zu machen, indem er die Angst vor dem Unbekannten schürt. Als Autor frage ich mich, wie er es geschafft hat, diese düstere Atmosphäre so konsistent aufrechtzuerhalten. Ich sehe, wie er seine persönlichen Ängste und Faszinationen in seine Geschichten einfließen lässt, was ihnen eine einzigartige Authentizität verleiht. Die Herausforderung, eine solche Dichte an Beschreibungen zu schaffen, ohne den Leser zu überfordern, ist immens. Lovecraft zeigt hier, wie man durch die Wahl der Worte und den Aufbau der Sätze eine Sogwirkung erzeugen kann.
Sicht eines Lektors:
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Ich sehe in Lovecrafts Prosa sowohl Brillanz als auch Raum für Optimierung. Die evokative Kraft seiner Sprache ist unbestreitbar, doch die Redundanz bestimmter Adjektive und die mitunter langen Satzkonstruktionen könnten gestrafft werden, um die Wirkung zu intensivieren. Aus lektorischer Sicht würde ich versuchen, die Balance zwischen der opulenten Beschreibung und dem erzählerischen Fluss zu optimieren. Die Konsistenz der Mythologie ist beeindruckend, und die Art, wie die Geschichten miteinander verwoben sind, ist ein Genuss für jeden Lektor. Die Vorworte und Erläuterungen von Marco Frenschkowski sind hier von unschätzbarem Wert, da sie den historischen und literarischen Kontext liefern und somit die Arbeit des Lektorats ergänzen.
Sicht eines Korrektors:
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Ich erkenne die Herausforderung, die Lovecrafts komplexer Satzbau und seine archaische Wortwahl für die Korrektur darstellen. Die Präzision, mit der er seine Visionen in Worte fasst, erfordert eine ebenso präzise Korrektur, um die ursprüngliche Intention des Autors zu bewahren. Kleinere Inkonsistenzen in der Zeichensetzung oder im Satzbau können die Immersion stören. Die deutschen Übersetzungen sind hier von hoher Qualität, was die Arbeit erleichtert, aber die sprachliche Dichte Lovecrafts verlangt höchste Konzentration, um keine Fehler zu übersehen.
Analyse nach Maßstäben eines Bestsellers:
Lovecrafts Werk, insbesondere die Geschichten in diesem Band, haben zweifellos Bestseller-Potenzial, wenn auch nicht im konventionellen Sinne.
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Einzigartigkeit und Wiedererkennungswert: Lovecraft schuf ein einzigartiges Genre des kosmischen Horrors, das bis heute unerreicht ist. Sein Stil und seine Mythologie sind sofort wiedererkennbar, was für einen Bestseller entscheidend ist.
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Kultstatus und Einfluss: Obwohl Lovecraft zu seinen Lebzeiten keinen breiten kommerziellen Erfolg hatte, erlangte sein Werk posthum Kultstatus und beeinflusste unzählige Autoren, Filmemacher und Künstler. Ein Bestseller muss nicht immer sofort erfolgreich sein, sondern kann über Jahre hinweg eine treue Leserschaft aufbauen und nachhaltigen Einfluss haben.
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Thematische Relevanz: Die Themen des kosmischen Indifferentismus, des Identitätsverlustes und der menschlichen Bedeutungslosigkeit sind zeitlos und sprechen auch heute noch viele Leser an, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen.
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Marketing und Zugänglichkeit: Der Festa Verlag hat mit dieser "Chronik" eine ansprechende Ausgabe geschaffen, die durch das Lederoptik-Cover und die sorgfältige Aufbereitung (inkl. Vorwort und Erläuterungen) die Zugänglichkeit für neue Leser verbessert. Dies ist entscheidend, um ein breiteres Publikum anzusprechen, das über die eingefleischte Fangemeinde hinausgeht.
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Potenzial für Adaptionen: Lovecrafts Geschichten sind aufgrund ihrer visuellen Kraft und ihrer tiefgründigen Konzepte ideal für Verfilmungen, Videospiele und andere Medien, was die Reichweite eines Bestsellers enorm erhöhen kann. "Berge des Wahnsinns" ist ein Paradebeispiel dafür, wie Lovecrafts Visionen auch heute noch Filmemacher wie Guillermo del Toro faszinieren.
Wir sind der Meinung, dass "H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" alle Merkmale eines "Bestsellers" im Sinne eines Werkes von bleibendem Wert und Einfluss besitzt, auch wenn sein Erfolg nicht immer in Millionenauflagen zu messen ist.
4. Fazit und Empfehlung:
"H.P. Lovecraft: Chronik des Cthulhu-Mythos Band II" ist eine unverzichtbare Lektüre für alle Liebhaber des kosmischen Horrors und der Weird Fiction. Der Band vereint einige der stärksten Erzählungen Lovecrafts, die durch ihre visionäre Kraft, atmosphärische Dichte und philosophische Tiefe bestechen.
Pro: Atemberaubende Welten, meisterhafte Atmosphäre, tiefgründige Themen, sprachliche Kunstfertigkeit, nachhaltiger Einfluss auf das Genre. Kontra: Gelegentliche sprachliche Redundanz, historisch bedingte rassistische Untertöne, Charaktere dienen oft nur als Beobachter.
Wir würden dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen für:
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Fans des Horrorgenres, die über jump scares hinausgehen und sich auf psychologisches und existenzielles Grauen einlassen möchten.
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Leser von Science-Fiction, die epische, philosophisch anspruchsvolle Erzählungen schätzen.
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Autoren und Kreative, die sich von Lovecrafts einzigartiger Vorstellungskraft inspirieren lassen möchten.
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Jeden, der bereit ist, sich auf einen anspruchsvollen, aber lohnenden literarischen Stil einzulassen.
Es ist vielleicht nicht geeignet für Leser, die leichte Unterhaltung oder actiongeladenen Horror suchen.
Abschließende Wertung: 4,5 von 5 Sternen. Ein zeitloses Meisterwerk, das auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat.
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- Stephen King
Zwischen Nacht und Dunkel
(265)Aktuelle Rezension von: Novaa1922: Ein düsteres, beklemmender Roman über Schuld, Wahnsinn und die unausweichlichen Nachwirkungen eines Mordes. Kein schneller Horror. „Ich ging ins Haus zurück, zog mich aus und legte mich in das Bett, in dem ich meiner Frau die Kehle durchgeschnitten hatte.“
Big Driver:
Eine Rachegeschichte, die ihresgleichen sucht. Intensiv.
Faire Verlängerung:
Ein Pakt mit dem Teufel mit all seinen Konsequenzen. Als kleines Intermezzo zwischendurch durchaus gelungen.
Eine gute Ehe:
Ich bin ohne große Erwartungen in die Novelle gestartet, weil ich die Geschichten-Sammlung Zwischen Nacht und Dunkel einfach vollständig lesen wollte. Anfangs wirkt alles wie eine ruhige Ehegeschichte, vielleicht mit einer kleinen Eskalation – nichts, womit man rechnen müsste.
Doch je weiter man liest, desto bedrückender und düsterer wird die Atmosphäre. Kings Darstellung des verborgen gehaltenen Geheimnisses eines Partners trifft hart. Besonders stark ist die emotionale Seite: Wie der andere Teil der Ehe versucht, sich nicht selbst zu verlieren, während die gemeinsame Vergangenheit Stück für Stück bröckelt.
Der Abschluss der Geschichte hat sie emotional super abrundet. Stimmig, intensiv und bis zum Schluss wirkungsvoll.
Kurze (aber nicht zu kurze), psychologisch starke und düstere Novellen. Für alle empfohlen, die Thriller mit emotionaler Tiefe mögen.
- Stephen King
Nachts
(172)Aktuelle Rezension von: LuliaAn sich ist der Schreibstil des Buches sehr gut und abwechslungsreich - typisch King-, jedoch kommt der Spannungshöhepunkt aus meiner Sicht in beiden Kurzgeschichten zu kurz. Es gibt auch viele Passagen, die sehr ausschweifend sind und langweilen, die man hätte auch zu Gunsten des Höhepunktes weglassen/kürzen können. So ausschweifend, dass man das Gefühl hat, die Geschichte ist wie eine Drehbuchbeschreibung. Kaum wird es richtig spannend, ist es auch schon vorbei. Man ist als King Leser von weit besseren Büchern auch schon sehr verwöhnt und weiß, dass er es einfach besser kann! Ein Pluspunkt ist die Vorrede Kings am Anfang der beiden Geschichten. Das ermöglicht Einblicke in Kings Gedankenwelt und Beweggründe. Wer auf "Insiderinfos" steht, wird glücklich sein!
- Christina Lauren
Beautiful Bitch / Beautiful Bombshell / Beautiful Beginning
(37)Aktuelle Rezension von: booksandfunkosBeautiful Bitch ist eine Novelle aus der Beautiful Series, und eine Fortsetzung von Bennetts und Chloes Geschichte.
Die Geschichte ist natürlich wieder voll von Sticheleien zwischen den Beiden, was man ja nicht anders erwarten kann und will.
Die Charaktere waren natürlich wieder super, und es war schön, zu wissen wie es weitergeht - aber es hat mich nicht so richtig gepackt.
Der Schreibstil ist wie alle Christina Lauren Bücher sehr gut, aber die Story war mir.. naja.. zu wenig?
Das ganze hätte man gefühlt auch zusammengefasst auf 2 Seiten als Epilog von Beautiful Bastard schreiben können. Auch die Rückblicke haben mich nicht so recht überzeugt.
Aber naja, es ist eben auch nur der erste Teil von mehreren Kurzgeschichten.
Beautiful Bombshell ist die zweite Novelle aus der Beautiful Reihe.
Ich fand es super, dass nicht nur Bennett und Chloe mit dabei waren, sondern auch Max und Sara.
Die Story war mal wieder witzig, sexy und auf ihre eigene Weise charmant.
Die Atmosphäre in Vegas war einfach mitreißend, und es hat Spaß gemacht Bennett auf seinem Junggesellenabschied zu begleiten.
Allein die Lapdance Szene zu Beginn des Buches, ist es wert gelesen zu werden.
Alles in allem eine deutlich bessere Fortsetzung als Beautiful Bitch, und durchaus eine Empfehlung!
Beautiful Beginning ist die dritte Novelle der Beautiful Reihe und mit Abstand die Beste.
Hier gab es viel Chaos, Witz, Spice und einfach ganz viel Liebe.
Ein mehr als würdiger Abschluss für Chloe und Bennett.
- Brandon Sanderson
Die Seele des Königs
(37)Aktuelle Rezension von: PaetzoldaniaNachdem ich mit „Die Splitter der Macht“ (aus der Reihe der Sturmlicht-Chroniken) ein Buch von Sanderson gelesen hatte, das meiner Meinung nach viel zu langatmig geschrieben ist, hat der Autor mit diesem Buch bewiesen, dass er auch anders kann. (vermutlich hat er sich im vergangenen Buch einfach zu sehr in seiner Passion für seine Geschichte verloren ;) - es sei ihm hiermit verziehen)
Die Seele des Königs besteht aus drei völlig neuen und voneinander unabhängigen, sogar in gänzlich anderen Welten spielenden Geschichten. Und sehr gern würde ich die Fortsetzungen eben jener lesen.
In der ersten Geschichte geht es um eine Künstlerin, die durch das Erkennen der Seele eines Gegenstandes dazu in der Lage ist das Aussehen von Dingen zu verändern, tatsächlich sogar das Aussehen und Verhalten von Menschen - faszinierender Ansatz!
Der zweite Teil führt uns in die Welt eines Menschen, der mit seinen über 40 verschiedenen, eingebildeten Persönlichkeiten gemeinsam in einem Haus lebt 😂 Jede dieser Personen ist einzigartig (es handelt sich nicht um Abbildet seiner selbst) und hat spezielle Fertigkeiten, die von der äußeren Welt ihm zugeschrieben werden: Er hält sich für einen recht durchschnittlichen Typen (der eindeutig nicht verrückt ist, da er sich ja über seine Eigenheit bewusst ist), während Experten ihn entweder als Genie und den intelligentesten Menschen auf der Welt halten oder ihn gern als Forschungsobjekt benutzen möchten.
Die dritte Geschichte spielt in einer Welt, die Zukunft und Vergangenheit verschmilzen lässt. Während sich die Gottheiten dieser Welt moderner Technologie bedienen, lebt der Rest der Welt in altertümlicher Armut. Hier zieht ein Krieger, der sein ganzes Leben auf diesen Moment vorbereitet wurde, los und tötet wider Erwarten in einem Duell den Gottkönig.
Sanderson beweist, dass er wirklich mehr Talent und Fantasie hat, als in ein Leben passen kann. Durch seine ausführlichen Anmerkungen, auch in den anderen Büchern, habe ich erst nach vielen, vielen Jahren verstanden, wie aufwendig es ist, von einer Idee zu einer ausgereiften Geschichte und darüber hinaus zu einem Buch zu gelangen.
Stephen King: Atlantis
(30)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer Roman setzt sich aus fünf Novellen bzw. Kurzgeschichten zusammen, die alle miteinander mehr oder weniger zusammenhängen. Als größte gemeinsame Komponente spielen dabei die 60er Jahre eine zentrale Rolle und bilden den Ausgangspunkt für die Geschehnisse.
Besonders Teil 1 und 2 haben mir extrem gut gefallen. Teil 3 und 4 etwas weniger; runden das Bild dennoch ab und sind meiner Meinung nach nicht fehl am Platz. Teil 5 rundet das Buch dann schließlich zufriedenstellend ab.
Ich mag das Setting der 60er sehr, dennoch wurde es nicht so gut rübergebracht wie z.B. in dem Roman "Der Anschlag" von SK. Dennoch konnte ich das ein oder andere sogar aus der Zeit lernen.
Insgesamt ein durchaus empfehlenswertes Buch mit Suchtpotenzial. (Ich musste danach erst einmal ein paar Runden auf "Hexenjagd" gehen). :-)
- Bente Seebrandt
Im Licht der Nebensonnen
(14)Aktuelle Rezension von: WinterzauberKunstlehrer David zieht von Stuttgart nach Husum um nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin komplett neu anzufangen. Dem Schwaben gefällt das rauhe Klima der See und die Menschen dort. Er lernt Kollegin Louise näher kennen, die mit Mann und 3 Kindern im Pastorat in Westerbüll lebt. David gibt Louises Sohn Nachhilfe und hat daher sehr viel mit der Familie zu tun. Louise ist unzufrieden, da ihre Schwester Charlotte sich bei ihr einquatiert hat und ihren Mann bezirzt.
Eines Tages kommt es durch die Unachtsamkeit von Louises Mann zu einer Katastrophe, die die Familie überschattet. Das Leben von Louise ist aus den Fugen gerissen. David findet keinen Zugang mehr zu Louise und auch bei seiner Arbeit läuft nicht alles gut. Die Schulleiterin macht David das Leben schwer, weil er auf ihre Annäherungsversuche nicht eingeht.
Toller Schreibstil mit einer wundervollen fast schon poetischen Sprache mit vielen passenden Zitaten des Dichters Theodor Storm. Gefühlvoll und detailliert beschreibt die Autorin Menschen, die nach einem furchtbaren Ereignis versuchen ihren Alltag zu meistern .
Sehr ungewöhnliches Buch, was auf jeden Fall raussticht. Für mich blieben allerdings am Schluss noch viele Fragen offen.
- Hartmut Lange
Der Blick aus dem Fenster
(3)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin weiterer Beweis dafür, dass Hartmut Lange stilistisch einer der besten zeitgenössischen deutschen Schriftsteller ist. Acht Erzählungen umfasst dieses aktuellste Werk Langes, und jede einzelne Geschichte ist für sich genommen ein kleines Meisterwerk. Sprachlich brillant, atmosphärisch und stilsicher. Die Erzählungen streifen allesamt das Phantastische, das Unheimliche in unserer Realität, unserer Gesellschaft. Oft geht es um geisterhafte Erscheinungen, teils offenbar wirklich übernatürlichen Ursprungs, teils eingebildet.
Die Schauplätze sind vielfältig...oftmals ist es Berlin, Hartmut Langes Heimatstadt, dann wird der Leser in eine Kleinstadt in der Nähe von Hamburg, in den Nordwesten Englands sowie nach München versetzt. Im Zentrum der Erzählungen stehen Menschen, die einsam sind, die versuchen, ihr Glück zu finden, die versuchen, Vergangenes zu erklären und zu rechtfertigen.
Ich hoffe, dies ist nicht das letzte Buch Langes, der in diesem Jahr bereits seinen achtzigsten Geburtstag feiert; falls doch, stellen diese Erzählungen auf jeden Fall einen würdigen Abschluß dar.
Meine drei Favoriten dieses Buches:
1. Der Blick aus dem Fenster
2. Nochmals: Das Böse
3. Die Begegnung
Fazit: Kunstvolle Geschichten, die das weite Feld der Phantastik streifen, eine poetische, klare Prosa. Hervorragend. - Yves Rechsteiner
Die Kunst des Verhungerns
(3)Aktuelle Rezension von: Nette_LiteraturGestern ausgepackt und innerhalb von ein paar Stunden gelesen. Ein schönes Buch, aussen wie innen, kann ich sagen. Obwohl das Buch aus drei Novellen besteht, hat man das Gefühl (wohl nicht zufällig), dass alle der Geschichten zusammen gehören und eigentlicht als Roman zu verstehen sind. Man begleitet die Hauptfigur verstückelt durch sein Leben - mal in Kalifornien, mal in Mexiko, mal in Indien, mal auf einer Südseeinsel. Was immer thematisiert wird: Die Beziehung der Hauptfigur zu seinem Vater. Der Vater ist wichtig für die Hauptfigur. Selber ein Hippie, ein Künstler, ein Reisender verlangt er von seinem Sohn nichts als dass er sein Leben lebt. Er unterstützt den Sohn, in jeder Beziehung. Und im dritten Teil erkrankt der Vater ans Krebs. Ein langer, mitreissender Kampf beginnt.
Ich habe alle drei Bücher von Yves Rechsteiner gelesen, und ich finde, er wird immer wie besser. "Die Kunst des Verhungerns" ist noch mal eine Spur krasser und sprachlich herausragender. Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen. - Tobias Habenicht
Das Schiff, das nie hätte gebaut werden dürfen
(7)Aktuelle Rezension von: Katharina_Hohenfels„Das Schiff das nie hätte gebaut werden dürfen" ist eine Anthologie von Science Fiction Storys und besonders geeignet zum Hineinschnuppern in dieses Genre.
Die Geschichte von einem Weltraumflug, der völlig schiefgeht. Von einer Alien-Kommandantin, die im Mittelalter auf der Erde Schiffbruch leidet. Von dem extraterrestrischen Artefakt, dass sich als überaus nützlich entpuppt. Von einem Gentechnik-Experiment, das nicht wie geplant verläuft und von dem Raumschiff, das nie hätte gebaut werden dürfen.
Hier trifft jeder auf seinen Geschmack. Eine gute Auswahl unterschiedlicher Kurzgeschichten in Anlehnung an Märchen.Ich persönlich habe ja bisher noch nicht sonderlich positive Erfahrungen mit Science Fiction gemacht, obwohl ich der Thematik an sich nicht abgeneigt bin, deswegen wollte ich es noch einmal versuchen. Dazu hat sich dieses Buch sehr angeboten, da es aus 5 kleinen Geschichten besteht. Hätte mir also die eine nicht gefallen, hätte ich sie nicht allzu lange ertragen müssen und eine andere hätte es mir vielleicht eher angetan, so war mein Gedanke.
Aber zu diesem Missfallen kam es hier erst gar nicht. Wirklich jede Geschichte ohne Ausnahme konnte mich für sich gewinnen. Die eine vielleicht ein bisschen mehr als die andere, aber Tatsache ist: Von jeder war ich hellauf begeistert!
Während die eine einen sprachlos zurücklässt, schafft es die nächste, einem eine Erkenntnis zu bescheren. Der nächsten gelingt es, dass man eine solch nahe Beziehung zu einer Maschine (ja, wohlgemerkt zu einer Maschine und keinem Lebewesen!) aufbaut, dass man es fast nicht übers Herz bringt, die Geschichte ruhen zu lassen.
Die vierte spricht die Gentechnik an und weist einem deren Konsequenzen auf: was alles passieren kann, wenn man sich mit derartigen Experimenten gar an einem Menschen versucht. Dabei werden längst nicht alle Probleme, die mit Gentechnik auftauchen, in dieser Geschichte auch umgesetzt. Dafür schafft es diese Geschichte, einen für diese Thematik zu sensibilisieren und die Folgen selbst weiterzuspinnen.
Und die letzte Geschichte, Namensgeber des gesamten Werkes, dazu braucht man gar nicht viel zu sagen:
Genial geschrieben, genial beschrieben und genialer Inhalt.
Passend finde ich, dass man diese Geschichte erst ganz am Ende angeordnet hat, denn: Wenn man die letzte Geschichte liest, hat man tatsächlich das Gefühl, man sei durch die ersten paar zunächst vorsichtig in das Genre Science Fiction eingeleitet worden, damit es nun richtig losgehen kann.Am Schreibstil habe ich bei allen Geschichten nichts auszusetzen. Auch wurden nicht allzu viele Fachbegriffe verwendet, sodass einem das Lesen recht leicht fiel.
Deshalb mein Fazit:
Dieses Buch hat mich in keiner Hinsicht enttäuscht, im Gegenteil: Es hat für mich die Ehre des Science-Fiction-Genres gerettet!
Empfehlenswert für alle, die erst in dieses Gerne hineinschuppern wollen. Für die, die zum Leidwesen dieses wunderbaren Genres schon schlechte Science-Fictions lesen mussten, ein wunderbarer Neustart, um sich wieder mit diesem Genre auszusöhnen.
Und ein thematisch abwechslungsreiches und inspirierendes Buch für all diejenigen, die bereits mit „harter Science-Fiction" vertraut sind. - Hartmut Lange
Das Haus in der Dorotheenstraße
(20)Aktuelle Rezension von: KATHI"Das Haus in der Dorotheenstraße" von Hartmut Lange hat mich auf eine seltsame, fast unheimliche Weise gefesselt. Langes Stil ist präzise und atmosphärisch dicht; er schafft es, mit wenigen Worten eine düstere, fast gespenstische Stimmung aufzubauen. Das fand ich besonders beeindruckend – wie die Kälte und Entfremdung, die die Figuren umgibt, fast spürbar werden. Die Sprache ist klar und ohne Schnörkel, was die Bedrohung und das Unheimliche in der Erzählung umso intensiver macht.
Allerdings war genau diese Kühle auch mein Kritikpunkt. Während die Distanz der Protagonisten zum Leben und zu sich selbst gut herausgearbeitet ist, fühlte ich mich als Leser manchmal ebenfalls zu sehr distanziert. Es fehlte mir an emotionaler Tiefe oder an einem Punkt, an dem ich mich wirklich mit den Charakteren verbunden fühlen konnte. Die Erzählung ist eher ein intellektuelles Erlebnis, weniger eine emotionale Reise, und das könnte für manche Leser ein Nachteil sein.
Trotzdem bleibt das Buch im Gedächtnis – vor allem durch die kunstvolle Schilderung von Isolation und Entfremdung. Wer eine kurze, aber intensive Erzählung sucht, die einen aus der Komfortzone holt, wird hier fündig.























