Bücher mit dem Tag "ns-zeit"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ns-zeit" gekennzeichnet haben.

234 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.491)
    Aktuelle Rezension von: Kajani

    Ich habe die Bücherdiebin irgendwann bekommen und schon soviel davon gehört, dass ich es jetzt doch endlich mal lesen musste.


    Es wird Liesel Memingers Geschichte aus Sicht des Todes erzählt. Die Struktur und auch der Aufbau wie auch die Erzählweise sind etwas anders, als man das gewohnt ist. 

    So wird durchaus an einigen Stellen manches vorweg genommen, wo ich aber nicht das Gefühl hatte, dass das den jeweiligen Ereignissen einen Abbruch getan hat. 

    Manches Mal sind eben die gewählten Wörter und der Weg zu diesen ebenso bedeutsam. 

    Ebenso werden ein manches Mal Dinge nicht klar beschrieben, sondern eher umschrieben; für mich war das tatsächlich kein Problem; es mag aber durchaus Leser geben, die das nicht schön finden.


    Die Idee, den Tod als Erzähler zu nehmen und auch das ganze Setting, mittem im 2ten Weltkrieg sowie einige Dinge, die sich dort so zugetragen haben; finde ich persönlich, geben der Geschichte nochmal einen ganz besonderen Schliff. 

    Ich fand auch beeindruck, wie es auch sprachlich geschafft wurde, dass die Menschen einfach alle Menschen sind in den meisten Situationen. 

    Worte können soviel bewirken, mit ihnen steht und fällt sovieles, auch in diesem Buch.

    Für mich persönlich ist "die Bücherdiebin" eines der Bücher, das meine Sammlung niemals verlassen wird. 





  2. Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)
    Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt

     (293)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Andreas Eschbach verknüpft Fakten und Fiktion miteinander:
    Was wäre passiert, wenn es zur Nazi-Zeit bereits K(C)omputer, Handys und Kreditkarten gegeben hätte? Anne Frank wäre in ihrem Versteck bereits zu Beginn des 2. Weltkriegs gefunden worden und das nur, weil die NSA Daten der Kreditkarten ausgewertet hätten. Denn warum kauft jemand für 10 Personen Lebensmittel ein, wenn eigentlich nur 2 Personen im Haushalt wohnen?
    Es geht um Helene, die im Sicherheits-Amt als Programmiererin arbeitet und doch eigentlich ihre Auswertungen vernichten möchte, denn ihre beste Freundin versteckt ihren Fahnenflüchtigen Freund auf dem Dachboden. Und es geht um Eugen, der auch im NSA-Amt arbeitet, doch er nutzt seine Auswertungen um sich feige und pervers an Frauen zu rächen.

    Die Idee des Buches ist eigentlich genial, doch der große Plot bleibt aus. Eschbach hat das Potential der Idee einfach nicht genutzt.
    Ich habe mich förmlich bis ans Ende gequält.
    Sehr schade

    🐭🐭/5

  3. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (410)
    Aktuelle Rezension von: YvetteH

    Die Geschichte an sich ist gar nicht so schlecht. Eine Zeit, als die Nazis immer mehr in den Fokus geraten, eine interessante Bekanntschaft mit Freud, aber der Hauptprotagonist ist so farblos und naiv...

    Meine Schwester hat mir das Buch empfohlen, aber leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen. Die Story zieht sich in die Länge und ich weiß echt nicht, was viele an Seethaler so toll finden. Sein Schreibstil ist eher mäßig.

    Mein Fazit:

    Keine schlechte Story, aber viel zu viele Längen, die das Lesen beschwerlich machen. Kann man lesen, ist aber definitiv kein Muss!

  4. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (315)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Der 20-jährige Schweizer Friedrich kommt Anfang 1942 nach Berlin. Er will sich umsehen in der Hauptstadt, von der behauptet wird, dass Juden dort mit Möbelwagen abgeholt werden und nicht wieder zurückkommen. In einer Kunstschule lernt er Kristin kennen, die ihn sofort fasziniert. Mit Tristan von Appen, einem eleganten, vermögenden Mann, verbindet ihn bald eine Art Freundschaft. Im Mai erfährt Friedrich die Wahrheit über beide. Tristan ist Mitglied der gefürchteten SS (Schutzstaffel der Nationalsozialisten) und Kristin heißt eigentlich Stella Goldschlag und ist ein "Köderjude", wie Tristan sie nennt. Sie sucht und verrät untergetauchte Berliner Juden an die Gestapo. Erst am Heiligabend verläßt Friedrich Berlin - allein.

    Ein schmales Büchlein, von gerade mal 222 Seiten Text, dazu noch mit reichlich Zeilenabstand und einem schlichten Cover, vermochte bei Erscheinen eine große Diskussion auszulösen. Auf dem insgesamt schwarzen Cover strahlt den Lesern das Gesicht der realen Stella Goldschlag entgegen. Kann das Leben der "Greiferin", auch "Blondes Gift" oder "Blondes Gespenst" genannt, mittels einer Liebesgeschichte in einem historischen Roman dargestellt werden, angesichts des Schreckens und Gräuels, die sie verursacht hat?

    Takis Würger hat über dieses Jahr 1942 in Berlin in kühler Sprache und ganz aus der Sicht von Friedrich geschrieben. Kurze Sätze, die wenig mehr als das wiedergeben, was Friedrich sieht und erlebt. Wenig Reflexion und Gefühle. Friedrich ist oft sprachlos, während Kristin/Stella und Tristan die Führung übernehmen, im Sprechen und Handeln. Dazu wird zu Beginn jeden Kapitals, das immer einem Monat entspricht, ein kurzer Abriss über tatsächliche historische Ereignisse vorangestellt. Dies verschärft den Eindruck eines eher nüchternen Berichts und hält den Lesenden vor Augen, was "im Hintergrund" geschieht. Rationierung des Essens, Geburten berühmter Persönlichkeiten, politische Entwicklungen etc. Eingestreut in den Text sind kursiv gedruckte Abschnitte, die aus Gerichtsakten stammen und über einzelne Schicksale jüdischer Personen oder Familien berichten, die durch Stella Goldschlag verraten wurden.

    Eine schwierige Lektüre, die zwar schnell gelesen, aber nicht schnell verarbeitet ist. Erwähnenswert ist das Nachwort von Professor Sascha Feuchert, dessen Forschungsschwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur innerhalb der Neueren deutschen Literatur ist. 

    "Stella" regt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema an und hält die Diskussion lebendig. Als ein spezielles Buch gegen das Vergessen hat es eine wichtige Aufgabe erfüllt. Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich dem Thema nähern wollen.




  5. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.363)
    Aktuelle Rezension von: worldofbooksps

    Ein Roman der vom ersten Moment an zum Schmunzeln bringt. Man muss sich nur einen Adolf Hitler in mitten Deutsch-Türkischen Mitmenschen vorstellen. Timur Vermes, macht aus einem grauenhaften Mann, einen Mann mit dem man lachen kann. Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass dieser Roman mit Humor geschrieben ist und nicht um irgendetwas verharmlosen zu wollen. Ich finde die Idee dahinter sehr interessant und bin froh es gelesen zu haben. 

  6. Cover des Buches 28 Tage lang (ISBN: 9783499266638)
    David Safier

    28 Tage lang

     (545)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1942 lebt die 16-jährige Jüdin Mira im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah zu ernähren. Ihr Vater hat sich vor der Deportation das Leben genommen, ihr Bruder Simon arbeitet bei der Judenpolizei. Beide empfindet sie als Verräter. 

    Als sich die Lage im Warschauer Ghetto zuspitzt und die Deutschen beginnen, die jüdische Bevölkerung weiter in den Osten "umzusiedeln", schließt sich Mira, die vor lauter Hoffnungslosigkeit empfindet, nichts mehr zu verlieren zu haben, der jüdischen Widerstandsorganisation ŻOB an. 

    "28 Tage lang" wird aus der Perspektive der 16-jährigen Mira geschildert, die einerseits mutig, aber andererseits auch kopflos und naiv agiert. Schon während ihrer Schmuggeltätigkeit bringt sie sich laufend in Gefahr, hat jedoch immer wieder aufs Neue Glück, nicht von der SS erwischt zu werden. Auch ihre Träume von Liebe und Tanzen und einer Sehnsucht nach New York wirken kindlich. Das Buch würde ich deshalb eher als Jugendbuch einordnen, als einen Roman. 

    Aufgrund der eindringlichen Thematik und der wirklich erschütternden Schilderungen über Hunger, Leid, Angst und Gewalt ist es jedoch auch für Erwachsene ein relevantes Buch über den Holocaust und #GegendasVergessen. 

    Mir war der Roman zu wenig bildhaft geschrieben, das jüdische Ghetto wurde für mich nicht lebendig und vorstellbar, auch die Charaktere wirkten blutleer. Die Geschichte verliert sich häufig in der Gedankenwelt von Mira. Auch wenn man das als Flucht vor der schrecklichen Realität nachvollziehen kann, hatte die Geschichte damit, gerade bis zum Anschluss Miras an den Widerstand, immer wieder ihre Längen. 

    Phasenweise vermittelte der Roman zudem eine sehr einseitige Botschaft hinsichtlich der Frage von Anstand und Moral. Man erhielt die Vorstellung, dass nur der unbedingte Kampf gegen die herrschenden Zustände und die Gefährdung des eigenen Lebens als integer galt. 

    Dagegen fehlte mir ein Gefühl für die Atmosphäre im Warschauer Ghetto, da die Schilderungen des Alltags arg an der Oberfläche blieben. Die junge Mira, die mehr Glück als Verstand hat, konnte mich als Heldin nur bedingt überzeugen, taugt jedoch als Identifikationsfigur für jugendliche Leser*innen.  

  7. Cover des Buches Dark Wood (ISBN: 9783426518748)
    Thomas Finn

    Dark Wood

     (133)
    Aktuelle Rezension von: Jules113

    Um ihre Agentur zu retten, nehmen sechs Angestellte an einer Fernsehshow teil. Mit verschiedenen Aufgaben können Sie in drei Tagen viel Geld verdienen.
    Doch schon bald läuft alles schief. Das Fernsehteam verschwindet und die sechs sind auf sich alleine gestellt.

    Man erfährt sehr viel von den Personen, da sich auch die Sichtweise immer wieder ändert. Mit manchen Figuren hat man Mitgefühl bei anderen wünscht man sich fast, dass sie bald nicht mehr teilnehmen.
    Die Spannung wird langsam aufgebaut, nachdem man auch lange nicht erfährt, was genau sich in den Wäldern umtreibt.
    Alles in allem ein sehr spannendes Buch.

  8. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (303)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Nachdem ich bisher praktisch alle Werke von Haruki Murakami gelesen hatte (die meisten mit Begeisterung), war es, nach längerer Pause, nun endlich Zeit für Die Ermordung des Commendatore. Und ich wurde gewiss nicht enttäuscht, nur eben auch nicht sonderlich überrascht.

    Band 1 ist ein recht solides Werk von Murakami, das den Alltag und die Gedankenwelt eines Porträtmalers schildert, der sich, nachdem sich seine Frau von ihm getrennt hat, in ein abgelegenes Haus in den Bergen zurückzieht, um Abstand und Ruhe zu finden und über sich und seine Zukunft nachzudenken.

    Diese Kombination aus einschneidendem Erlebnis, gefolgt von einem Rückzug in die Isolation, ist recht typisch für Murakami und es ist genau das, was ich an seinen Romanen so sehr schätze. Im Rückzug ist immer auch ein neuer Aufbruch schon erkennbar und obwohl häufig nichts wirklich Spektakuläres passiert, sind die Schilderungen dennoch fesselnd. Hinzu kommt, dass der Alltag in Murakamis Welten gespickt ist mit Magischem. Dinge passieren, die es so eigentlich nicht geben kann, die aber niemals lächerlich erscheinen, sondern sich eher ganz natürlich in die Welt einfügen.

    Leider nimmt Die Ermordung des Commendatore Band 1 nur langsam Fahrt auf, was vielleicht auch daran liegen mag, dass das Werk auf zwei Bände angelegt ist. Zum Schluss passierte stetig mehr, kamen interessante Charaktere hinzu und neue Handlungsstränge wurden eröffnet. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich diese nun in Band 2 entfalten werden, weswegen ich mich auf diesen schon freue, obwohl ich leider auch sagen muss, dass mich Band 1 nicht so ganz überzeugen konnte.

    Fazit

    Murakami-Neulingen würde ich Die Ermordung des Commendatore Band 1 wohl eher nicht empfehlen. Als eingefleischter Fan musste ich es allerdings lesen und bin gespannt, ob Band 2 wieder zu alter Stärke zurückfinden wird.

  9. Cover des Buches Das Haus der verlorenen Kinder (ISBN: 9783746632209)
    Linda Winterberg

    Das Haus der verlorenen Kinder

     (123)
    Aktuelle Rezension von: spozal89

    Von der Autorin kenne ich bereits andere Bücher und ich liebe Ihren Schreibstil. Die Bücher sind immer sehr berührend und die Schicksale der Protagonisten nehmen einen mit. Auch "Das Haus der verlorenen Kinder" hat mich wieder sehr berührt und ich mag es wie Vergangenheit und Gegenwart zusammen spielt. An sich klingt die Story sehr realistisch und ich kann mir gut vorstellen, dass es damals wirklich so war, hin und wieder war es mir aber einen Tick zu viel Kitsch und zu unglaubwürdig - vor allem der Schluss der Geschichte.
    Alles in allem hatte ich aber schöne Lesestunden und ich werde sicher noch mehr von der Autorin lesen.

  10. Cover des Buches Hannah und ihre Brüder (ISBN: 9783746635095)
    Ronald H. Balson

    Hannah und ihre Brüder

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Es sorgt für Aufsehen, als der hochbetagte Ben Solomon den stadtbekannten Mäzen Elliot Rosenzweig auf einer Spendengala beschuldigt, der SS-Offizier Otto Piontek, besser bekannt als der „Schlächter von Zamosc“, zu sein.

    Ist es die Geschichte eines verwirrten alten Mannes oder steckt mehr dahinter? Welche Chance hat ein armer alter Mann gegen einen mit Anwälten breitaufgestellten Gönner? Nach anfänglichem Zögern beginnen die Anwältin Catherine Lockhart und ihr Ermittler Liam Taggart ihm und seiner ungeheuerlichen Geschichte zu glauben und übernehmen diesen Fall.

    Bereits die Ereignisse der ersten Kapitel sorgen für einen Sog dieser Geschichte, dem man sich nur schwer entziehen kann. Entgegen anders klingender Meinungen zum Buch begeistert mich sowohl die Geschichte, als auch die Umsetzung. Vor allem die Überheblichkeit mit Geld alles und jeden kaufen zu können, wird neben der ganzen Tragik sehr gut herausgearbeitet.

    Ich würde dieses Hörbuch wieder hören bzw. das Buch lesen und empfehle es sehr gern weiter. Teil 2 der Geschichte um Catherine und Liam liegt ebenfalls schon bereit.

  11. Cover des Buches Salz für die See (ISBN: 9783551560230)
    Ruta Sepetys

    Salz für die See

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Chianti Classico
    Januar 1945, die letzten Kriegstage brechen an, als sich die Wege von vier Jugendlichen mit völlig unterschiedlichen Wurzeln und Hintergründen kreuzen.
    Gemeinsam machen sie sich auf nach Westen auf der Flucht vor der Roten Armee.

    "Salz für die See" ist ein Einzelband von Ruta Sepetys, der aus den wechselnden Ich-Perspektiven von Joana Vilkas, Florian Beck, Emilia Sto żek und Alfred Frick erzählt wird.

    Florian ist Preuße, der auf einer geheimen Mission unterwegs ist. Er ist schweigsam und gebildet, zeigt aber auch eine Lässigkeit, die man in den letzten Kriegstagen selten sieht. Er will nach Westen, um dort nach seiner Schwester Anni zu suchen.
    Joana ist einundzwanzig und hat ihr Heimatland Litauen vor vier Jahren verlassen. Sie hat Glück, dass sie deutsche Vorfahren hat, denn so darf sie legal nach Deutschland reisen. Sie ist eine hingebungsvolle Krankenschwester, der das Wohl ihrer Mitmenschen sehr am Herzen liegt.
    Die fünfzehn Jahre alte Polin Emilia wird von Florian aus einer schlimmen Situation gerettet und ist ihm danach völlig ergeben, eine Verbindung, die ich sehr spannend fand! Wie sie alle, musste auch Emilia in Kriegszeiten Schreckliches erleiden und doch hat die ihren Mut nicht verloren. Sie ist eine richtige Kämpferin!
    Alfred ist siebzehn Jahre alt und Matrose in Gotenhafen. In Gedanken schreibt er heldenhafte Briefe an seine Jugendliebe Hannelore, doch die Realität ist eine ganz andere. 
    Während ich Florian, Joana und Emilia sehr mochte, kam ich mit Alfreds Art überhaupt nicht klar. Er ist sehr egoistisch und fanatisch, dem Reich und Hitler absolut zugetan. Er ist kein Sympathieträger, aber auch seine Sicht hat einen interessanten Einblick in die Geschehnisse gegeben!

    Die vier Protagonisten haben mir insgesamt richtig gut gefallen! Sie stehen auf unterschiedlichen Seiten und haben völlig verschiedene Wurzeln und doch kreuzen sich ihre Wege und sie helfen sich gegenseitig. Besonders ihre Geschichten fand ich sehr spannend, denn der Krieg hat sie nicht verschont und ihre Familien auseinandergerissen. 
    Es gibt auch eine zarte Liebesgeschichte, die sich nicht in den Fokus gedrängt hat und die mit sehr gut gefallen hat! Ein kleines Licht in diesen dunklen Tagen!

    Dank der kurzen Kapitel, die oft nur ein bis zwei Seiten lang waren, ließ sich das Buch sehr gut lesen! Allerdings fand ich es anfangs doch etwas schwierig eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, da die Perspektive zu schnell und zu oft gewechselt hat. 

    So gut sich das Buch auch lesen ließ, die Handlug war keine leichte Kost. 
    Die letzten Kriegstage im Jahr 1945 zeigen Menschen, die alles verloren und nur noch wenig Hoffnung haben. Eine Hoffnung ist, dass sie mit einem Schiff über die Ostsee nach Deutschland fliehen können, doch für viele Menschen endet diese Hoffnung im eiskalten Meer. Ruta Septeys beschönigt nichts, sondern zeigt sehr realistisch, wie schlimm die Situation der Menschen damals war.
    Ich war vom Zweiten Weltkrieg schon immer fasziniert und habe viele Fakten förmlich inhaliert. Vom Untergang der Wilhelm Gustloff hatte ich trotzdem noch nie etwas gehört. Dabei ist es eine der größten Katastrophen der Seefahrt, von der bis heute nur wenige wissen! Allein das zeigt schon, wie wichtig "Salz für die See" ist. Man muss sich erinnern, um zu verhindern, dass solche Gräueltaten noch einmal passieren!
    Ruta Sepetys mischt gut recherchierte Fakten mit vielfältigen Charakteren und lässt auch noch andere sehr spannende historische Tatsachen einfließen, eine sehr gelungene Mischung! 

    Fazit:
    "Salz für die See" von Ruta Sepetys ist ein sehr wichtiges Buch, das über den Untergang der Wilhelm Gustloff erzählt.
    Mir haben die vielfältigen Charaktere mit ihren völlig unterschiedlichen Wurzeln richtig gut gefallen, auch wenn ich Schwierigkeiten hatte, eine richtige Bindung zu ihnen aufzubauen, was auch an den sehr kurzen Kapiteln lag.
    Ruta Sepetys hat für ihren Roman sehr gut recherchiert und erzählt eine spannende Geschichte, die mich wirklich mitreißen konnte!
    Ich vergebe sehr gute vier Kleeblätter!
  12. Cover des Buches Das Lachen und der Tod (ISBN: 9783896674647)
    Pieter Webeling

    Das Lachen und der Tod

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Schneewittchen95

    "Das Lachen und der Tod" von Pieter Webeling dreht sich um den Komiker Ernst Hoffmann, der zu Beginn des Buchs in ein Konzentrationslager transportiert wird. Auf diesem Weg verliebt er sich. Diese Liebe wird ihn durch sein wechselhaftes Schicksal im Lager begleiten, genauso wie sein Humor.

    Zunächst denkt man vielleicht, Komik ist in Bezug auf ein solches Thema makaber. Der Autor hat es damit aber geschafft, die Grausamkeit und Absurdität im Lageralltag einprägsam abzubilden. Das Buch hat mich wirklich berührt und mir gezeigt, wie Menschen unvorstellbare Bedingungen und Ängste überleben können.

    Ein außerordentlich lehrreiches Buch. Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung!

  13. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.664)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    »Der Vorleser« von Bernhard Schlink hat mir als Taschenbuch sehr gut gefallen. Ich kannte die Geschichte bereits und habe sie zuvor auch schon im Kino gesehen. 

    Es geht um eine zufällige Begegnung, aus weleher Liebe und eine Art Abhängigkeit wird, als diese abrupt endet und sich beide Leben ihren eigenen Aufgaben zuwenden, ahnt keiner von ihnen, dass sie sich erneut begegnen werden, dann jedoch vor Gericht und der Frage, wie viel man von einem Menschen eigentlich wirklich weiß. 

    Die Geschichte ist spannend geschrieben und kann locker an einem Abend oder einem Tag gelesen werden. Der Schreibstil ist spannend und authentisch, regt zum Nachdenken an. 

    Ich kannte den Ausgang der Geschichte schon, war aber beim ersten Lesen auch sehr überrascht über den Verlauf und die sich aus den Entscheidungen der Charaktere ergebenden Konsequenzen. 

    Absolut lesenswert, nicht umsonst eine Schullektüre! 

  14. Cover des Buches Wenn wir wieder leben (ISBN: 9783426520307)
    Charlotte Roth

    Wenn wir wieder leben

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Alex_gedankenwelt

    1964: Die 19-jährige Wanda lebt mit ihren Schwestern, ihrer Mutter „Matti“ und Tante Lore in einer kleinen Wohnung in Berlin. Stets liebevoll umsorgt und gut behütet aufgewachsen, hat sie sich um die vergangenen Jahre nie viel Gedanken gemacht. Ihr Vater ist im Krieg geblieben und zu Hause wird nie darüber gesprochen. Was vorbei ist, das ist vorbei. 

    Kurz nach Beginn ihres Studiums an der Berlins Freier Universität lernt sie den Mitstudenten Andras Goldfarb kennen. Andras, getrieben von dem Wunsch nach Gerechtigkeit, bereitet sich auf einen große Sache vor. Er sammelt Beweise und Unterlagen zusammen für den im Dezember beginnenden Auschwitz-Prozess in Frankfurt. Völlig fasziniert von ihm fängt Wanda an, auch ihre eigene Herkunft zu hinterfragen. Als sie Matti mit der Frage „Was habt ihr von 1933-1945 gemacht?“ konfrontiert, hat sie noch keinen blassen Schimmer davon, welchen schmerzlichen Prozess sie damit in Gange setzt. Wird sie die Wahrheit aushalten können? 

    Mein persönliches Fazit:

     Charlotte Roth hat einen wunderbaren Roman geschrieben. Nach und nach verschmelzen die zwei Handlungsstränge miteinander, Vergangenheit und Gegenwart finden zueinander. Den geschichtlichen Teil dieses Buches finde ich großartig. Die Berichte über Zoppot und Danzig. Die Entwicklung in den Jahren 1933 – 1945. Die Informationen um die Wilhelm Gustloff. Die pommersche Mundart und die dargestellte Lebensfreude, großartig! Die geschichtliche Entwicklung in Zeiten des Krieges, so gut recherchiert. Ich habe dieses Buch wirklich so, so gerne gelesen. 

    Bemängeln muss ich allerdings, die Charakterzeichnung der Wanda. Ein 19 jähriges Mädchen, das 1964 in West-Berlin Geschichte studiert und anscheinend so gar nicht über geschichtliches Hintergrundwissen verfügt. Bis zur ihrer Begegnung mit dem Studenten Andras wusste sie nicht einmal, wo ihr Geburtsort liegt. Zoppot, bei Danzig in Polen. Naiv und unglaubwürdig. Auch andere Charaktere fand ich teilweise etwas unglaubwürdig. Hierfür habe ich einen Stern abgezogen. Trotzdem! 

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 / 5 Sterne. 

     

  15. Cover des Buches Das Alphabethaus (ISBN: 9783423214605)
    Jussi Adler-Olsen

    Das Alphabethaus

     (522)
    Aktuelle Rezension von: Julius_Caesar

    Die Schrecken des Krieges ganz anders nahe gebracht. Die Beschreibung der Zustände und die perfiden Methoden der Schergen werden hier direkt ‚ unter die Haut‘ des Lesers gebracht. An manchen Stellen schaurig, aber man kann nicht wegsehen. 

    Adler Olsen beweist hier, dass er neben der Serie noch andere Blickwinkel eröffnen kann. 

  16. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.219)
    Aktuelle Rezension von: xAika

    Ich fand die Geschichte sehr gut. Die Sicht eines kleines Kindes ist so gut beschrieben. Die Freundschaft ist sehr stark und mutig.

  17. Cover des Buches Die Leopardin (ISBN: 9783404173402)
    Ken Follett

    Die Leopardin

     (340)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Die Leopardin" ist ein Spionagethriller von Ken Follett. Die Landung der Alliierten in der Normandie steht Ende Mai 1944 unmittelbar bevor. Ein Anschlag der Résistance auf die wichtige Fernmeldezentrale in Sainte-Cecile geht schief und die beteiligte britische SOE-Agentin Felicity Clairet entkommt mit knapper Not zurück nach England. Aber sie fasst einen neuen Plan und kann die Entscheidungsträger überzeugen. Ein Wettlauf gegen die Zeit um doch noch die wichtigste Nachrichtenübermittlungsstelle der Nazis zu zerstören und damit die Invasion entscheidend zu unterstützen. Dabei hat sie nur ein Team aus Frauen zur Hand, die bereits vorher an der harten Ausbildung scheiterten, ein Todeskommando gegen die brutalen Gegenspieler der Gestapo. Ken Follett beschreibt in diesem Spionageroman ein fiktives Ereignis, dass sich in den wenigen Tagen vor der Invasion abspielt. In der Realität gab es damals nur wenige Frauen, die als  Special Operations Executive Geheimagenten tätig waren. Ganze fünfzig wurden damals nach Frankreich entsandt, wobei sechsunddreißig ihre Einsätze überlebten. Der Autor wählt für diesen Roman historisch korrekte Rahmenbedingungen und bettet seine eigene Widerstandsgeschichte darin ein. Bei dieser bedient er sich sicherlich ein wenig klassischem Klischee, aber dies stört beim Lesen keineswegs. Denn die Geschichte ist sehr spannend erzählt, teils sicherlich auch brutal dargestellt, aber eben immer fesselnd. Vor vielen Jahren hatte ich bereits mal "Die Nadel" von Ken Follett gelesen und ich finde "Die Leopardin" ist ein weiterer sehr guter Spionageroman aus der Feder des Autors. Speziell das Katz- und Maus Spiel zwischen dem deutschen Major Dieter Franck und der Leopardin Flick hat mir dabei sehr gefallen. Wem Geschichten wie "Agenten sterben einsam" oder "Das dreckige Dutzend" gefallen, der findet auch mit "Die Leopardin" eine gute und spannende Unterhaltung.

  18. Cover des Buches Märzgefallene (ISBN: 9783462049039)
    Volker Kutscher

    Märzgefallene

     (87)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ist der 5. Band der Gereon Rath Reihe und spielt im Winter und Frühjahr 1933.

    Ein obdachloser Kriegsveteran liegt tot an der belebten Kreuzung mitten in Berlin und niemand kümmert sich. Was zuerst unspektakulär aussieht, entpuppt sich schon bald als Auftakt zu einer Mordserie, die ihren Ursprung im Jahr 1916 hat, als sich die deutschen Truppen auf die Siegfried-Linie im Osten Frankreichs zurückzogen. In einer Bankiersvilla stoßen deutsche Soldaten auf einen Schatz.

    Gleichzeitig mit dem Mord an dem Obdachlosen erscheint Leutnant Achim von Roddeck auf der Bühne, der eben diese Ereignisse aus 1916 zu einem Roman verarbeitet und passend zur Zeit einen jüdischen Bösewicht hat.

    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Der Roman behandelt neben einer Mordserie die Ereignisse in Deutschland die im Jahre 1933 zur Machtergreifung Hitlers führen. Schnell räumen die Nationalsozialisten mit ihren Gegnern auf. Kutscher schildert eindrucksvoll wie effektiv und manipulativ die neuen Machthaber vorgehen. Viele schwenken rasch auf die neue Linie ein, andere ergreifen die Flucht und nicht wenige stehen der Entwicklung tatenlos gegenüber. Zu letzteren gehört auch Gereon Rath. 

    Die Beziehung zwischen Charly und ihm hat sich erfreulich gefestigt und die Beiden bereiten ihre Trauung vor. Dafür treten die unschiedlichen politischen Auffassung stärker und trennend hervor. Charly, kritisch und politisch interessiert, sieht die Veränderungen kritischer als der unpolitische Gereon.

    Die Berliner Polizei steht vor einer Zerreißprobe. Die politische Polizei wird massiv gestärkt; unter anderem die weibliche Kriminalpolizei, in der Charly arbeitet.

    Auch Gereons Mordfall erhält eine politische Dimension, da von Roddeck als junger Schriftsteller des "neuen Deutschland" gefeiert wird. Der Fall selber ist wie gewohnt intelligent aufgebaut und hält manche Überraschung bereit.

    Die Auflösung ist auf eine gewisse Weise ein wenig zu zuckersüß - aber nichtsdestotrotz gelungen. 

    Über die Entwicklung der Charaktere haben ja andere schon viel geschrieben. Von mir nur so viel, einige der Nebencharaktere verändern sich dramatisch.

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Mein Fazit:

    Die Reihe steigert sich von Band zu Band. Von den lebenslustigen und freizügigen End-20er in die düsteren 30er Jahre. Super gemacht und eine kurzweilige, lesenswerte Lektüre.

    Also los ...


  19. Cover des Buches Ein neues Blau (ISBN: 9783471360040)
    Tom Saller

    Ein neues Blau

     (81)
    Aktuelle Rezension von: uli123

    Mit dem Lesen dieses Romans habe ich mich etwas schwergetan, obwohl ich die Thematik sehr interessant finde – zwei starke Frauen unterschiedlichen Alters mit ihren ureigenen Problemen treffen aufeinander, haben Gemeinsamkeiten und lernen voneinander. Auf mich wirkt die Geschichte aber zu konstruiert und in die Länge gezogen. Er hat aber auch viele positive Aspekte. So ist er für mich äußerst lehrreich aufgrund der vielen Informationen zu Porzellanherstellung, jüdischem Glauben und japanischer Teekultur. Auch der formale Aufbau - perspektivischer und zeitlicher Wechsel der Erzählenden - sowie der Wechsel in der Sprache – gehobene bzw. Jugendsprache - haben mir gefallen.

    Ein Buch für jemanden mit Interesse an Familienromanen mit geschichtlichem Hintergrund.

  20. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  21. Cover des Buches Der Fall Collini - Filmausgabe (ISBN: 9783442718665)
    Ferdinand von Schirach

    Der Fall Collini - Filmausgabe

     (458)
    Aktuelle Rezension von: law-and-words

    Caspar Leinen wird Pflichtverteidiger von Fabrizio Collini. Collins hat den Unternehmer Hans Meyer in einem Hotel erschossen und anschließend darauf gewartet, dass die Polizei ihn abholt. Was hat Collini dazu veranlasst? Leinen macht sie auf die Suche nach dem Motiv, denn sein Mandant schweigt, und gerät dabei tief in die Vergangenheit.


    Wie zu erwarten besticht der Roman durch den angenehmen, schnörkellosen Schreibstil von Schirach. Der Geschichte lässt sich leicht folgen und sie lässt sich schnell lesen. Der Schwerpunkt liegt auf der strafrechtlichen Betrachtung des Falls und der Rolle, die der Verteidiger einnimmt, das hat mir persönlich gut gefallen. Auch die Einblicke in die Gedankengänge von Leinen und seinen Berufsethos sind mir positiv aufgefallen. Die Vergangenheit Leinens und Collinis fügen sich wunderbar in das Gesamtbild ein, sodass die Erzählung im gesamten rund ist. 


    Ganz besonders spannend ist natürlich das Thema der Justizgeschichte, das viel Platz für eigene Gedanken und Schlussfolgerungen dazu offen lässt. Gerade das finde ich sehr gelungen. Der Autor lässt dem Leser sehr viel Raum selbst zu urteilen. Dazu passt besonders folgender Satz "Glauben Sie mir, Leinen, die Menschen sind nicht schwarz oder weiß ... Sie sind grau."


    Ein empfehlenswerter Roman mit einem ernsten Thema.


  22. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596905911)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

     (2.387)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Der historischen Zusammenhänge und der immensen Bedeutung dieses Zeitdokumentes bewusst, trafen mich die Lebensfreude und die teils sehr unterhaltsamen Anekdoten der jungen Autorin doch unvorbereitet. So überrascht, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Tagebuch der Anne Frank gewährt ein fesselndes Eintauchen in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und lässt einem ganz beiläufig erfahren, wie es ist, von einem deutschen Unrechtsstaats das eigene Daseinsrecht abgesprochen zu bekommen. Es ist unfassbar, dass die Deutschen damals ihre ethnischen Säuberungen sogar im Radio angekündigt haben. Und alle haben gewusst, was mit jenen passiert, die weggeholt und abtransportiert wurden. Alle haben es gewusst!

  23. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (347)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  24. Cover des Buches Kühn hat zu tun (ISBN: 9783499266829)
    Jan Weiler

    Kühn hat zu tun

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Jan Weiler wurde am 8. Oktober 1967 in Düsseldorf geboren. Er besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete ab 1994 beim SZ-Magazin, zunächst als redaktuer, später als Chefredakteur.
    2003 schrieb er ein Buch über die Lebensgeschichte seines italienischen Schwiegervaters. Mit "Maria, ihm schmeckt's nicht" wurde er deutschlandweit bekannt und ist seither als Vorleser seiner Werke in verschiedenen Städtetouren zu sehen. Außederdem schreibt er Kolumnen für die Zeitschrift "stern" und die "Welt am Sonntag".
    Jan Weiler lebt mit seiner Familie in der Nähe des Starnberger Sees.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Lovelybooks).
    Ehemann, Vater, Freund, Polizist, Nachbar – und umfassend überfordert. 
    Martin Kühn ist 44, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt auf der Weberhöhe, einer Neubausiedlung nahe München. Früher stand dort eine Munitionsfabrik, aber was es damit auf sich hatte, weiß Kühn nicht so genau. Es gibt ohnehin viel, was er nicht weiß: Zum Beispiel, warum von seinem Gehalt als Polizist ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Ob er sich ohne Scham ein Rendezvous mit seiner rothaarigen Nachbarin vorstellen darf. Warum er jeden Mörder zum Sprechen bewegen kann, aber sein Sohn nicht mal zwei Sätze mit ihm wechselt. Welches Geheimnis er vor sich selber verbirgt. Und vor allem, warum sein Kopf immer so voll ist. 
    Da wird ein alter Mann erstochen aufgefunden, gleich hinter Kühns Garten in der Böschung. Und plötzlich hat Kühn sehr viel zu tun.

    Ich habe vor einiger Zeit Jan Weilers Buch "Im Reich der Pubertiere" gelesen. Der humorvolle Schreibstil hat mir gut gefallen und deshalb habe ich einen Krimi in ähnlichem Stil erwartet. Leider wurde ich in dieser Hinsicht enttäuscht, im Gegenteil, ich fand es sogar ziemlich deprimierend. Ein Kommissar in einer Lebenskrise ist ja per se nichts Schlechtes, aber mir war es streckenweise zu arg. Seinen Humor empfand ich als Sarkasmus. 
    Die Krimihandlung trat ein wenig in den Hintergrund, war aber auch ziemlich konstruiert und abgedreht. Auch das Mordmotiv war mir zu weit hergeholt. 

    Fazit: Das Buch konnte mich nicht überzeugen, zu deprimierend. Ich fand es sehr enttäuschend.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks