Bücher mit dem Tag "nva"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "nva" gekennzeichnet haben.

31 Bücher

  1. Cover des Buches Letzte Ernte (ISBN: 9783462045338)
    Tom Hillenbrand

    Letzte Ernte

     (115)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Xavier Kieffer in seinem nächsten Fall.... 

    Die mitspielenden Personen werden sehr deutlich charakterisiert, ich mag das! 

    Jeder Mensch hat seine Schwächen, so auch die Hauptpersonen in diesem Roman. Dadurch wird die ganze Geschichte sehr lebendig und läßt sich gut lesen.

    Xavier Kieffer, mit seinem Hang zum Alleingang und seine Freunde und Bekannten, die ihm zur Seite stehen, und seine Wissenslücken in Bezug auf Computerkenntnisse ausgleichen, ergänzen sich prima.

    Es werden allerdings auch Klischees bedient, z. B. der Finne, der gerne und viel Wein konsumiert....

    Fazit: ein Buch, dessen Lektüre lohnt. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände dieser Reihe!

  2. Cover des Buches Der Turm (ISBN: 9783518461600)
    Uwe Tellkamp

    Der Turm

     (175)
    Aktuelle Rezension von: werthelotte

    Im Jahre 2008 veröffentlicht Uwe Tellkamp seinen dritten Roman „Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land.“ und befasst sich darin mit einer Familiengeschichte in den letzten sieben Jahren der DDR, vor dem Mauerfall. Die Handlung spielt in dem Villenviertel am östlichen Elbgang in Dresden, in dem Tellkamp selbst ab 1977 aufwuchs. Der Roman verfolgt den 17-Jährigen Protagonisten Christian Hoffmann über sein Aufwachsen im bildungsbürgerlichen Milieu der DDR, seine Erfahrungen bei der Nationalen Volksarmee (kurz: NVA) und seinem Wunsch Arzt zu werden um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Neben dem Untergang der DDR, skizziert Tellkamp eine Großfamilie und deren verschiedene Generationen, mit den daraus resultierenden Generationskonflikten.

    Tellkamp gelingt es einen glaubhaften Einblick in die letzten Jahre der deutschen demokratischen Republik zu geben. Seine kritischen Äußerungen gegenüber dem damaligen System und die Veranschaulichung der Notwendigkeit von Anpassung, weckt bei vielen Gleichaltrigen und Generationsvorgängern Erinnerungen an die damalige Zeit und persönliche Schicksale. Doch der Roman beinhaltet noch viel mehr als lediglich die kritische Auseinandersetzung mit dem Sozialismus: Das zahlreiche Auftreten verschiedener Generationen und deren unterschiedliche Werteauffassungen, führen zu einem fast endgültigen Bruch der Familie. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Generationskonflikts wird bei der Behandlung dieses Romans leider zu häufig außer Acht gelassen, verdient aber auf Grund seiner Plausibilität und Zeitlosigkeit mehr Aufmerksamkeit. Denn Generationskonflikte werden zwar erst auf den zweiten Blick richtig wahrgenommen, geschehen aber jeden Tag innerhalb Familie, Beruf oder auf offener Straße.

    Tellkamp hat mit „Der Turm“ ein unglaublich umfangreiches Werk erschaffen, dass eine Vielzahl von Kritikäußerungen und Konflikten innerhalb einer Familie aufzeigt. Die realitätsnahe Schilderung und das Identifikationspotenzial, das dieser Roman aufzeigt, macht es zu einem ganz besonderen und außergewöhnlichen Werk.

  3. Cover des Buches Das Ende des Schweigens (ISBN: 9783463406855)
    Claudia Rikl

    Das Ende des Schweigens

     (13)
    Aktuelle Rezension von: EstherCopia

    Super spannend schafft es Claudia Rikl die Verbrechen vor dem Fall der Mauer in einen spannenden Krimi zu packen.  Man erfährt als Wessi vieles über die Gepflogenheit zu Zeiten der DDR, was das Lesen noch spannender macht. 

  4. Cover des Buches die nachrichten (ISBN: 9783596152568)
    Alexander Osang

    die nachrichten

     (20)
    Noch keine Rezension vorhanden
  5. Cover des Buches Stöberhai (ISBN: 9783954751273)
    Roland Lange

    Stöberhai

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Smberge
    Inhalt:

    Der Kommissar Ingo Behrends kuriert auf einer Reha eine Schußverletzung aus, die er sich bei einem Einsatz zugezogen hat. Als in der Nähe seiner Kurklinik eine russischer Restaurantbesitzer erschossen aufgefunden wird, fällt es ihm sehr schwer, sich weiterhin auf seine Kuranwendungen zu konzentrieren. Seine Vertreterin geht seiner Meinung nach die vollkommen falsch an und so macht sich Behrends zusammen mit seinem neuen Bekannten Herrn Grischke und seinem alten Freund Holger Diekmann auf die Suche nach dem Täter. Schnell weisen die Ermittlungen in Richtung dunkler Waffengeschäfte zu Wendezeiten.

    Meine Meinung:

    Es handelt sich hier um einen spannenden, gut recherchierten Krimi, der sich sehr flüssig lesen lässt. Mich hat die Handlung von der ersten Seite an gefangen genommen.

    Behrends ist ein sehr sympathischer, etwas kauziger Ermittler, den es einfach keine Ruhe lässt, als er erfährt, dass in seiner Nähe ein Mord passiert ist. Über einige Hindernisse hinweg stürzt er sich privat in die Ermittlungen und kommt zusammen mit seinen Freunden einer Geschichte auf die Spur, die Richtung dunkler Waffengeschäft in der Wendezeit geht. Eine besondere Würze bekommt die Handlung durch Jana, deren Vater bei diesen Geschäften damals getötet wurde und die sich ebenfalls auf die Suche nach der Wahrheit macht. Ihr ist zunächst nicht klar, in welche Gefahr sie sich begibt. So laufen diese beiden Handlungsstränge einige Zeit parallel, so dass wir die Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet bekommen. Zum Ende verflechten sich beider Stränge zu einer schlüssigen Geschichte.

    Ein sehr lesenswerter Krimi, der ein wichtiges Kapitel Nachwendegeschichte aufnimmt und mit sympathischen Protagonisten eine spannende Geschichte erzählt.
  6. Cover des Buches Soja und Schura, (ISBN: B002TD2YRS)
    Ljubow Kosmodemjanskaja

    Soja und Schura,

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Das Ende einer Feigheit (ISBN: 9783498020606)
    Jürgen Fuchs

    Das Ende einer Feigheit

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  8. Cover des Buches Putz- und Flickstunde (ISBN: 9783492259088)
    Sten<br>Sparschuh, Jens Nadolny

    Putz- und Flickstunde

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Zwei anerkannt gute Schriftsteller unterhalten sich über ihre Armeezeit, der eine bei der Bundeswehr, der andere bei der NVA. Was per se nicht so interessant ist, dass man ein Buch daraus machen muss. Aber hier könnte, und die Betonung liegt bei Könnte, der Versuch gemacht werden, einen Systemvergleich anzustellen. Das wäre ein Anspruch. Vielleicht war das auch, aber er scheitert. Denn zu ähnlich waren sich die beiden im Innern. Und das Buch wird langweilig, weil es keineswegs Dinge erhellt. Sicher ist bei diesen beiden Autoren eine Reflexion vielschichtiger und bewusster, doch unter dem Strich bleibt wirklich die Frage, wer das lesen soll. Die Frage der Zielgruppe. Wer die beiden Autoren schätzt, wird deshalb auch zu diesem Buch greifen und möglicherweise enttäuscht sein. Da hilft auch die eingebaute Zwischenlektüre nicht. Mit Bauchschmerzen eine negative Beurteilung.
  9. Cover des Buches Die NVA und Volksmarine in den Vereinten Streitkräften (ISBN: 9783942477079)
    Fritz Minow

    Die NVA und Volksmarine in den Vereinten Streitkräften

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Heike110566
    Nachdem die Anti-Hitler-Koalition aus UdSSR, USA und Großbritannien ihren gemeinsamen Gegner, das nazistische Deutschland, besiegt hatte, zerbrach dieses Zweckbündnis recht schnell. Am 12. März 1947 verkündete der damalige US-Präsident Truman die neue Ausrichtung seiner Politik, die unter dem Namen Truman-Doktrin bekannt wurden und die USA und den kapitalistischen Westen zu einem Bollwerk gegen die UdSSR und gegen die Ausbreitung des Einflussbereiches der kommunistischen Ideen ausbauen sollten. Im Zuge dieser Politik entstand am 4. April 1949 in Washington die westliche Militärallianz NATO. Am 5. Mai 1955 traten die Pariser Verträge in Kraft, die auch die BRD in dieses Bündnis einbanden. Natürlich reagierten die UdSSR und die neuentstandenen osteuropäischen Volksdemokratien darauf. Am 14. Mai 1955 unterzeichneten sie in der Hauptstadt Polens den Warschauer Vertrag. Die DDR gehörte klarerweise ebenfalls zu den Vertragsunterzeichnern. An der Grenze zwischen der DDR und der BRD standen sich nun direkt nicht nur zwei politisch und wirtschaftlich unterschiedlich aufgebaute Staaten gegenüber, sondern gleichzeitig zwei Staaten die in gegnerische Militärbündnisse eingebunden waren und auf deren Gebieten sich Unmengen von Waffen gegenüberstanden. Dr. Fritz Minow, Kapitän zur See a. D., war als Berufsoffizier in verschiedenen Bereichen der Volksmarine und der Warschauer Vertragsorganisation tätig. So war er u. a. stellvertretender Leiter der Abteilung Vereinte Seestreitkräfte. Für dieses Buch hat er über 1.000 Quellen ausgewertet. Diese Gesamtdarstellung über die NVA und die Volksmarine in den Vereinten Streitkräften steht also auf einem durch Dokumente belegten Fundament. Und der Autor konzentriert sich auf dieses Material und verzichtet weitestgehend auf Wertungen und Kommentare dazu. Das Buch stellt so eine wissenschaftlich-methodisch hochwertige Quellenanalyse dar, statt wie oft bei diesem Themenkomplexen eine politisch-motivierte Polemik. Wie er in der Buchpräsentation auf dem Traditionsschiff in Rostock am 27.10.2011 sagte, bestand seine Absicht darin, den Leser über Fakten zu informieren und zum Selbernachdenken anzuregen, statt ihn in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das Buch ist eine geballte Ladung Fakten und dadurch hochinteressant und spannend für historisch Interessierte. Für andere könnte diese Darstellungsweise sicher trocken erscheinen, so dass es bei Mainstream-Rezipienten eher nicht der Renner werden wird. Was es aber zweifellos ist: es ist ein hochwertiger Beitrag zur Aufbereitung der Nachkriegsgeschichte und zur Militärgeschichte. Und daher wird es seinen festen Platz in diesem Bereich meiner Auffassung nach als solches auch bekommen. Das Buch ist so in Kapitel unterteilt, dass man auch jedes Kapital separat lesen kann und auch mal eines, falls es ein Bereich ist, der nicht gerade den jeweiligen interessiert, überspringen kann. Kapitel 1 beschäftigt sich mit der Entstehung und Funktion der Warschauer Vertragsorganisation, Kapitel 2 mit der Militärorganisation und den militärischen Organen des Bündnisses, Kapitel 3 mit dem Weg der NVA in die Vereinten Streitkräfte, Kapitel 4 mit dem gemeinsamen Miteinander in den Vereinten Streitkräften, Kapitel 5 mit dem Kriegsbild und allen was daraus resultiert, zB Manöver, Kapitel 6 mit der Rüstungszusammenarbeit, insbesondere am Beispiel der DDR, Kapitel 7 mit der Sowjetarmee in der DDR, Kapitel 8 mit Aufbau und Formung der Marine und Kapitel 9 mit der Formung der Volksmarine zur 3. Flotte der Vereinten Ostsee-Flotte. => Ein umfangreiches, vielfältiges Programm, deren Inhalte jeweils mit reichlich Belegmaterialien bearbeitet werden. Ein recht umfangreicher Dokumentenanhang mit Lichtbild-Kopien der Originale, und ein sehr umfangreicher Anmerkungsapparat ergänzen den reich bebilderten Haupttext zu einem rundum gelungenen Buch zu diesem Themenkomplex. Das Quellenmaterial besteht zu einem großen Teil aus Dokumenten, die den verschiedensten Geheimhaltungsstufen unterlagen, bis hin zu Schreiben, deren Inhalt nur einer Handvoll Leuten bekannt war. Es ist hochinteressant gewesen für mich in all dies einzudringen und dann darüber auch nachzudenken. Das Buch wird bei mir sicher zu jenen gehören, die als Basismaterial für gesichertes Hintergrundwissen, immer wieder von mir zur Hand genommen werden. Das Outro des Buches bildet ein Epilog, der noch einmal ganz knapp den Inhalt zusammenfasst. Schließen tut dieser Epilog mit einer Aussage von Generaloberst a. D. Fritz Streletz, ehemals Stellvertreter des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages: "Kein Land im Warschauer Vertrag hat so gewissenhaft und termingerecht alle militärischen Verpflichtungen erfüllt wie die DDR. Aber kein Land des Warschauer Vertrages wurde 1989/90 von Gorbatschow, dem Oberbefehlshaber des Bündnisses, und Schewardnadse so hinterhältig verraten und verkauft wie die DDR." (S. 387) Dieses Buch von Fritz Minow zeigt die Entwicklung der Warschauer Vertragsorganisation und damit auch die Entwicklungen des Bündnisses während der Ära der Verräter und Konterrevolutionäre Gorbatschow und Schewardnadse. Es ist ein faktenreiches, mit überprüfbarem Quellenmaterial ausgestattetes und daher wissenschaftlich-methodisch hochwertiges Buch.
  10. Cover des Buches Der Würger von Plauen (ISBN: 9783426778647)
    Hans Girod

    Der Würger von Plauen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Unsere versäumten Tage (ISBN: 9783981336443)
    Marie von Kuck

    Unsere versäumten Tage

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches 111 Fragen an die DDR (ISBN: 9783867898072)
    Klaus Behling

    111 Fragen an die DDR

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches BND contra Sowjetarmee (ISBN: 9783861534617)
    Armin Wagner

    BND contra Sowjetarmee

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Gelungen, aber recht anspruchsvoll widmet sich das Autorenduo der Geschichte der Geheimdienste BND/Organisation Gehlen und KGB/MfS. Interessant ist die mittlerweile von der Forschung recherchierte Anzahl an Spionen, ob Hausfrauen, Rentnern oder Abteilungsleitern bei DDR-Vorzeigefirmen. Gegenstand des Buches sind neben Organisation und Arbeitsweise auch die Veränderung der Operationsfelder und -methoden im Laufe des Kalten Krieges auf beiden Seiten, Ost und West.
  14. Cover des Buches In die Stille gerettet: Persönliche Lebensbilder (ISBN: 9783862680603)
    Harry Popow

    In die Stille gerettet: Persönliche Lebensbilder

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kontrahent

    Meine Bemerkungen zu Harry Popows Roman „In die Stille gerettet


    Die Plauener-Spitzen-Frau

    und ihr Bogenschütze


    Von Dr. Karl-Heinz Otto, Potsdam

    (Carlotto – Autor und Verleger)


    Harry Popow hat seine bemerkenswerten Prosageschichten unter dem exotischen Namen „Cleo“ versammelt, und, um es dem Leser leichter zu machen, zusätzlich gleich zwiefach untertitelt. Mich erwarten also, wenn ich mich dem Lesevergnügen „Cleo“ hingebe, „Persönliche Lebensbilder“ im literarischen Kleid eines „authentischen Liebesromans“. Allein, dass ein Autor den Mut aufbringt, sein tatsächlich gelebtes Leben, insbesondere seine mehr als dreißig Jahre währende kurvenreiche „Karriere“ im „Ehrenkleid“ der längst im Orkus der Geschichte gestrandeten Nationalen Volksarmee und seine beneidenswert schöne und bis ins Heute gepflegte Liebe zu Cleo mit ungeschminkt ehrlicher Authentizität offenzulegen, wirkt verführerisch genug, mich auf Popow einzulassen.




    Im Vorsatz des Romans springt mich dann dieser tiefsinnige Aphorismus aus Konstantin Paustowskijs feinfühliger Erzählung „Die Goldene Rose“ an: „Alles, was den Menschen niederdrückt und betrübt, alles, was ihn auch nur eine Träne vergießen lässt, muss mit der Wurzel ausgerottet werden … Die Wüsten ebenso wie die Kriege, die Ungerechtigkeit, die Lüge und die Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Herzen.“ Anspruchsvolle, humanistische Worte, die der Autor diesem aus seinen persönlichen Lebensbildern komponierten authentischen Liebesroman quasi als Leitmotiv vorangestellt hat. Meine letzten Bedenken, Popows Roman zu lesen, schwinden.


    Wer die Messlatte schon zu Beginn seiner Geschichten so hoch legt, der muss sich seiner Sache nicht nur sehr sicher sein, nein, der wird auch Gewichtiges zu den unsterblichen Menschheitsthemen von Krieg und Frieden, von den kleinen und großen Ungerechtigkeiten und Lügen und der beschämenden Gleichgültigkeit der immer wieder nachwachsenden Mitläufer zu erzählen haben. Und Harry Popow gelingt es in der Tat, viel Nachdenkliches aus seiner Erinnerungstruhe ans Tageslicht zu befördern, ist sie doch glücklicherweise reichlich mit allerlei Briefen und Tagebuchnotizen gefüllt.


    Dabei war dem Arbeiterjungen, der seinen beschwerlichen und doch so hoffnungsvollen Lebensweg in den sächsischen Steinkohlenrevieren von Zwickau beginnt, im Jahre 1936 an seiner Wiege wahrlich nicht gesungen worden, sich später einmal unter die Schriftsteller zu wagen. Auch als er Armeeoffizier wird und Journalistik studiert und schließlich als Reporter der Wochenzeitung „Volksarmee“ auf Achse ist, denkt er nicht in literarischen Kategorien, die für ihn auch weiterhin jenseits seiner journalistischen Pflichten angesiedelt sind. Das ändert sich auch nicht, als er dann nach langen 32 Jahren die Uniform auszieht und beim Deutschen Fernsehfunk in Adlershof glücklicherweise eine Arbeit findet, die mehr als nur ein ungeliebter Job ist.


    Erst als ihn 1989 – wie Millionen andere auch – diese Zeitenwende – die er, vielen Gesinnungsgenossen gleich, so nicht gewollt hat und deshalb ohne Umschweife als Rückwende oder gar als Konterrevolution empfindet – mit brachialer Gewalt aus der Bahn wirft, beginnt er, der immer nur vorwärts gewandt für eine lebenswertere sozialistische Zukunft eingetreten war, sein bisheriges Leben neu zu bedenken. Doch dazu braucht er einen klaren Kopf und klare Luft vor allem. Deshalb sagen Harry Popow und seine Cleo dem mit heißer Nadel wieder zusammengeflickten Deutschland für neun Jahre ade. In einem bescheidenen schwedischen Holzhaus haben sie sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Stille gerettet und finden allmählich wieder zu sich. Während dieses nicht ausschließlich schmerzfreien Prozesses des Zusichfindens öffnet Harry Popow endlich seine lange verschlossene Erinnerungstruhe. Welch herrliche Schätze lachen ihn da an! Unter ihnen manch traurige Geschichte, die er am liebsten hätte aus seinem Leben streichen wollen. Er staunt, wie bitter wahr sich die Behauptung erweist, dass die tiefsten Beulen am Helm eines Kommunisten meistens von den eigenen Genossen stammen. Er ist stolz darauf, dass er sich trotz mancher Versuchung niemals hat verbiegen lassen. Am stärksten aber beeindrucken ihn die vielen, vielen Liebesbriefe …


    Vor dem nun schon ergrauten Alten breitet sich sein gesamtes facettenreiches Leben aus. Vielleicht birgt jene Floskel ein Körnchen Wahrheit, nach der jedes Leben einen Roman in sich trägt. Nun liegt er vor, der Roman des Harry Popow. Das Authentische der bunten Lebensbilder nimmt man dem Autor unbedenklich ab, auch wenn er nicht den allerletzten Mut aufbringt, seine Geschichten durchgängig in der Ich-Form zu erzählen. Stattdessen versteckt er sich in der fiktionalen Figur des Henry Orlow, die aber unschwer als Alter Ego des Autors erkennbar ist. Nur manchmal wechselt die Erzählperspektive vom Auktorialen zum verräterischen Ich. An dieses ungewöhnliche Vibrieren der Erzählsicht kann man sich jedoch schnell gewöhnen und als Stilmittel zur Steigerung der authentischen Elemente anerkennen.


    Harry Popow ist mit seinem Roman ein lesenswertes Stück Prosa gelungen. Manche werden ihn als aufschlussreiche Memoiren eines romantischen NVA-Offiziers lesen. Andere werden sich an der berührenden Liebesgeschichte zwischen dem Bogenschützen Harry und der Plauener-Spitzen-Frau Cleo erfreuen. Doch unabhängig davon, wie man die Lebensbilder des Harry-Henry interpretieren will, klüger, als man in den Roman eingetaucht ist, wird man allemal aus ihm wieder auftauchen. Ich aber muss nun dieses beneidenswert glückliche Liebespaar Cleo und ihren romantischen Bogenschützen verlassen. Bleibt mir am Ende nur noch der Wunsch, dass ihre Geschichte einen großen Leserkreis finden möge.



    Harry Popow: „In die Stille gerettet. Persönliche Lebensbilder.“ Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2010, 308 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86268-060-3)

  15. Cover des Buches Einstrich – Keinstrich (ISBN: 9783462400236)
    Joerg Waehner

    Einstrich – Keinstrich

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Sieben Windstärken - Jurek P (ISBN: 9783940830333)
    Jurek P

    Sieben Windstärken - Jurek P

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Annekatrin_Timm
    Vielschichtig und facettenreich.
    Einige schwermütige bzw. schwer verdauliche Geschichten aber auch was zum Schmunzeln.
    Interessante (Erzähl)Perspektiven und Entwicklungen.
    Sieben Windstärken können angenehm sein, wenn sie aus der richtigen Richtung kommen und von Sonne begleitet sind, sonst kann es schwierig werden. Da ist ein Boot mit Tiefgang von Vorteil.
    Leichte Kost gibt es auf dem Buchmarkt wohl genug.
  17. Cover des Buches Vorwärts – Armee-Fußball im DDR-Sozialismus (ISBN: 9783895336478)
    Hanns Leske

    Vorwärts – Armee-Fußball im DDR-Sozialismus

     (1)
    Aktuelle Rezension von: BRB-Jörg
    Hanns Leske, mittlerweile bekannt für zum Teil hochwissenschaftliche Bücher über den DDR-Fußball, hat hier sein drittes Werk vorgelegt. Über den FC Vorwärts Frankfurt/Oder, den Armeeverein, der als einer der wenigen weltweit – von einigen aktuellen Entwicklungen in Österreich mal abgesehen - in bereits drei weit voneinander entfernten Städten residierte. Der sechsmaliger DDR-Meister war, heute aber nur noch durch seine randalelüsternen und rechtsextremen Fans von sich hören lässt. Doch davon ist hier nicht die Rede. Leske erzählt sehr akribisch, wie gewohnt mit zahlreichen Fußnoten, die Geschichte des FCV von der Gründung in Leipzig, über die „Goldenen Jahre“ in Berlin, bis hin zur tristen Diaspora in Frankfurt/Oder. Neben dem Verein an sich stehen natürlich auch immer die NVA bzw. die Politik/Gesellschaft in der DDR im Fokus. Darüber hinaus gibt es einen Exkurs über Tasmania 1900 Berlin sowie die größten Spieler des FCV. Auch der Umgang mit nicht-linientreuen Kickern nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Schmökers ein. Neben 230 Seiten Text findet man noch einen gut 40seitigen Statistik-Anhang mit einem Spielerlexikon (Leider wurden nur die Oberligaspiele berücksichtigt, die DDR-Liga aber nicht) sowie allen Tabellen der FCV-Geschichte während der DDR-Zeit. Ein abschließendes Urteil möchte ich an dieser Stelle nicht fällen, da ich zugegebenermaßen niicht die Geduld hatte, alles komplett zu lesen. Mein bisheriger Eindruck ist ein typisches Leske-Buch: Sehr akribisch, sehr detailverliebt, aber an einigen Stellen auch tendenziös, mit urteilenden Passagen, die einem Autoren ohne eigene Ost-Vergangenheit moralisch nicht unbedingt zustehen, was zuweilen einen schalen Beigeschmack hinterlässt. Gerade bei diesem sensiblen Thema ist dies aber eine Gratwanderung, die vermutlich auch bei keinem anderen Schreiber hätte vermieden werden können. Von daher bekommt das für angemessene 26,90 Euro erhältliche Buch von mir unter Vorbehalt wacklige vier Sterne.
  18. Cover des Buches Der Schütze von Sanssouci (ISBN: 9783946837299)
    Harry Popow

    Der Schütze von Sanssouci

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kontrahent
    Aus den Erinnerungen eines im Sternbild Schütze geborenen Mannes, der 32 Jahre in der NVA als Ausbilder und Militärjournalist diente, an seiner Seite seit 55 Jahren seine geliebte Frau.


    „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse und Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“ - Harry Popow


    Ein Schützendasein


    Buchtipp von Elke Bauer



    Ehrlicher geht es nicht. In diesem biographischen Bericht erfahren wir die Gedanken eines Zeitzeugen, eines Offiziers der NVA, der drei gesellschaftliche Etappen der deutschen Geschichte durchlebte:
    - Faschismus, dargestellt an den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges,
    - 40 Jahre DDR - vom Optimismus der Aufbaujahre bis zum Unvermögen, den Staat mit den hochgesteckten Zielen zu erhalten,
    - und der Wende/ Nachwende als Negation seines bisherigen Lebens- und Menschenbildes.





    Durch die kritische Sicht auf das neue Staatsgebilde BRD sowie durch persönliche Erlebnisse und Begegnungen lernte er die durchlebte und erkämpfte Zeit im Staat DDR noch mehr schätzen und steht zu ihr - trotz alledem. Das bedeutet aber nicht, dass er das Leben in der DDR und die staatliche Ordnung nicht kritisch hinterfragt hätte und Erscheinungen, die zum Ende der DDR führten, nicht benennt. So entwirft er anhand seiner Biografie, seiner Erlebnisse und persönlichen Auseinandersetzungen ein realistisches Bild vom kleinen Land mit den hohen Ansprüchen. Damit bekommt der Leser ein Erinnerungsbuch in die Hand, das ihn zum: "Ach ja, so war es - war das alles schlecht?" sowohl in Ost, als auch wegen seiner Aufrichtigkeit in West bringt. Man denke an: "Es höre jeder auf die Flüsterungen der Geschichte" (Antoine de Saint - Exupery).

    Mahnende Worte von Bertolt Brecht "Zum Volkskongress für den Frieden" (Wien 1952) sind der sinngebende Ausgangspunkt für des Autors Erkenntnisse und Bekenntnisse. Mit der Schilderung seines Lebens, der letzten Kriegsjahre, die er gebeutelt erleben musste, der Evakuierung und der Rückkehr nach Berlin 1945, die Bemühungen der Eltern, an der Gestaltung des neuen Deutschlands mitzuwirken, benennt er die Probleme der Zeit und seine heutige Sicht darauf. Er erlebte die Leistungen seiner Mutter als Dolmetscherin (sie lebte seit 1934 als gebürtige Russin in Deutschland) beim Bau des Treptower Ehrenmals (stolz, sie in der Krypta abgebildet zu sehen), als Personalleiterin und Dolmetscherin bei der SDAG Wismut in Aue und Schwarzenberg im Erzgebirge, ihre Stationen als Dolmetscherin in Berlin und Dresden, als Dozentin in Merseburg.
    Er malt sehr plastisch und wahrhaftig das Bild des Neubeginns, immer dargestellt an den Handlungen seiner Familie, Freunde und Kollegen ohne in Phrasen zu verfallen. Seine Erinnerung an diese Zeit führt er weiter in seinem biografischen Bericht von der Entwicklung als Bergwerklehrling – auch unter Tage - in Zwickau, seiner beginnenden Ausbildung zum Geologen in Schwerin. Diese bricht er ab, als man ihn "überzeugt", in die KVP, später NVA einzutreten.

    Viele Stationen des Armeelebens an den verschiedensten Standorten in der DDR, sein Fernstudium der Journalistik an der Leipziger Karl-Marx-Universität, der Tätigkeit als Diplomjournalist im Offiziersrang an Zeitungen der Armee, sie sind fest eingebettet in das Leben der DDR-Gemeinschaft. So entsteht ein Kaleidoskop des gesellschaftlichen Gefüges in der DDR. Bewusst reiht er sich als „Schütze“ in die große Schar der Verteidiger des Sozialismus in der DDR ein, indem er im Klappentext darauf verweist, dass bereits über 900 Ehemalige und aktive DDR-Bürger ihre Erinnerungen als wertvolle Spuren in die Vergangenheit zu Papier gebracht haben. Das macht das Buch so umfassend.


    Nach insgesamt 32 Dienstjahren in der KVP/NVA geht er zum Fernsehen der DDR als journalistischer Berater.

    Nicht vergessen sollte man den Untertitel "Das Leben mit einer Göttin". Seine Göttin im Focus, nimmt er die wichtigste Bezugsperson in seine Schilderung auf - Cleo, seine große Liebe. Sie steht in allen Lebenslagen schön und klug an seiner Seite, sie erlebte seine Kämpfe mit, erduldend und duldend, aber auch mit kritischen Hinweisen, treu und Freude bringend, die Familiengeschicke beeinflussend.

    Das bedeutete auch, drei Kinder, oft allein, groß zu ziehen, die in der Wendezeit bestanden und heute tüchtig ein selbstbestimmtes Leben führen. Dankbar stellt er diese Seite seines Lebens, die große Liebe und die Fürsorge für die Familie dar, ehrlich und offen. Dabei benennt er auch politisch haltlose Unterstellungen von verschiedenen „Genossen“, die ihm besonders gegen das Ende der DDR hin widerfuhren. Sehr lesenswert wird das Buch auch dadurch, dass er sich nicht als fehlerfreien Menschen, sondern sowohl als kritisch denkendes aber auch als kritisch handelndes Gesellschaftsmitglied darstellt.


    Sein Weg nach der sogenannten Wende war steinig, er musste sich mit Minijobs durchschlagen, wie tausende andere Bürger ebenfalls, verließ mit seiner Frau 1996 für neun Jahre Deutschland und ging nach Schweden.


    Seit 2005 lebt er wieder mit seiner Frau in der Nähe seiner Kinder in Deutschland, wurde Blogger und Hobbymaler, bespricht interessante politische Sachbücher und macht seine Leserschaft mit Abhandlungen aus linken Zeitungen bekannt. Seine Erlebnisse und Erfahrungen hält er in selbst verfassten Büchern und Essays fest.

    Er beendet, wie immer, seine Bücher mit Originalmeinungen und Abhandlungen seiner User zu Zeitereignissen. Besonders erinnerlich ist mir die Erzählung vom "Der Mensch vor dem Supermarkt", die Abhandlungen "Lügenpresse", "Staatsferne" und "Ehe alles zerbricht".
    Beigefügte private Fotos erhöhen die Authentizität des Buches. Es ist durch sein breites Spektrum des DDR - Lebens, ob seiner Ehrlichkeit und Vielfalt, interessanter Schauplätze und kritischer Sichten, eine sowohl unterhaltsame als auch nachdenklich machende Lektüre. Der Schütze steht hier für´s Ganze, poetisch erweitert durch das Bild des Bogenschützen von Sanssouci.


    Harry Popow: „Der Schütze von Sanssouci. Das Leben mit einer Göttin – Erkenntnisse & Bekenntnisse aus acht Jahrzehnten“, Taschenbuch, 356 Seiten, Farbfotos, Druck und Verlag: dbusiness.de gmbh, Greifswalder Str. 152, 10409 Berlin, ISBN 978-3-94683-729-9, Copyright © 2016, Email: info@dbusiness.de, www.dbusiness.de, Bestelladresse:

    http://www.shop.dbusiness.de/article/show/der-schuetze-von-sanssouci ,

    Preis: 12,95 Euro



    Zur Rezensentin: Elke Bauer, geb. 1939, Bibliothekar an allgemeinbildenden Bibliotheken der DDR/ Fachschule für Bibliothekare Leipzig 1961, Diplomkulturwissenschaftler/Universität Leipzig 1970, Bibliothekar in ltd. Funktion bis 1991, Aufbau einer eigenen Buchhandlung, selbstständige Buchhändlerin 1991 bis 2001, Rentnerin, ab 2011 in München lebend. (Dieser Buchtipp wurde mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin veröffentlicht.)

  19. Cover des Buches Rot macht tot (ISBN: 9783898414890)
    Ulrich W. Gaertner

    Rot macht tot

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Die Schiffe der Bundesmarine / Volksmarine / Deutsche Marine 1956 - heute und ihr Verbleib (ISBN: 9783763762699)
  21. Cover des Buches NVA (ISBN: 9783462036244)
    Leander Haußmann

    NVA

     (8)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Der Titel lässt vielleicht eine langweilige Wehrpflichtgeschichte vermuten, aber es wird sogar lustig, denn was Henrik Heidler so erlebt ist nicht gerade üblich. Die Grundzüge bleiben jedoch: ulkige Oberste zwischen pubertären Jungs. Nach ein bisschen Eingwöhnungszeit mag man die Personen dann doch, also Fazit: war mal ganz lustig, aber großen militärischen und literarischen Anspruch darf man hier nicht erwarten.
  22. Cover des Buches Das Mädchen mit dem Blumenkorb (ISBN: 9783940844071)
  23. Cover des Buches DÄMMERZEIT: EIN KESSEL STREITLUST (ISBN: 9783737538220)
    Harry Popow

    DÄMMERZEIT: EIN KESSEL STREITLUST

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Tod bei der Fahne: Fälle aus MFS, Polizei und NVA (Verschlussakte DDR 32767) (ISBN: 9783867895576)

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