Bücher mit dem Tag "obdachlosigkeit"
108 Bücher
- Ursula Poznanski
Layers
(681)Aktuelle Rezension von: MayaBEin weiterer spannender Thriller von Poznanski, der mich sehr schnell überzeugen konnte. Im letzten habe ich eine Weile kämpfen müssen, weil ich die Hauptfigur nicht wirklich mochte, hier war mir Dorian von Anfang an ziemlich sympathisch, und entsprechend habe ich mich wesentlich mehr für sein Leben interessiert.
Die ganze Aufmachung der Geschichte ist verdammt spannend und auch ein wenig düster, und das ein oder andere Mal (gerade am Anfang) lag ich eindeutig falsch damit, worum es ging (ich bin aber ganz glücklich damit, weil für einen Jugend-Thriller wäre das in meinen Augen vielleicht doch etwas sehr düster geworden). Vieles konnte ich gerade ab einem gewissen Punkt dann doch irgendwie vorhersehen, oder habe zumindest damit gerechnet, dass es in entsprechende Richtungen gehen würde, bin gleichzeitig aber auch der Meinung, dass das Buch ein wenig zu einfach in entsprechende Schlussfolgerungen hineingespielt hat.
Und das hat zwar für ein sehr spannendes Leseerlebnis gesorgt, gerade am Ende jetzt frage ich mich aber auch, inwiefern alles davon nun wirklich logisch war. Denn einige Dinge lassen zwar genau die Schlussfolgerungen zu, die Dorian auch macht, aber in Anbetracht der ganzen Auflösung ... weiß ich nicht, inwiefern ich die entsprechenden Handlungen noch abkaufen würde.
Auch recht schwach fand ich wieder die Romanze bzw. generell das zwischenmenschliche Verhältnis zwischen Dorian und Leuten. Also auch seine Mutter wird ein paar mal erwähnt, aber in meinen Augen recht spät und auch sehr spärlich dafür, wie wichtig sie ihm angeblich ist.
Zu lesen also wieder echt gut, und der Fall an sich auch verdammt spannend, ich sehe aber auch eindeutig ein paar Schwächen, und von allem, was ich bisher von Poznanski gelesen habe, befindet sich dieses Buch hier für mich eher im unteren Bereich. Dennoch nichts, was ich bereue gelesen zu haben, unterhalten hat das Buch mich eindeutig gut, auch mit den Schwächen! - Jussi Adler-Olsen
Schändung
(1.584)Aktuelle Rezension von: lesen_hoeren_rezensierenSchändung ist der zweite Teil des Sonderdezernats Q und hat nichts von seiner Spannung seit Erscheinen eingebüßt. Ich habe die Reihe damals gelesen und nun höre ich mir die Reihe nach und nach noch einmal an.
Ich stelle fest, das vieles nicht mehr präsent gewesen ist und ich das Buch tatsächlich neu entdeckt habe, geht euch das auch so? Wir auch immer, in Band 2 kommt Rose ins SQ, eine Akte verschwindet und Carl und sein Team wird untersagt in dem Fall weiter zu ermitteln…. Die Internatskids von damals sind heute alle mehr oder weniger erfolgreich und schnell steht fest, hier wird was vertuscht.
Der Schreibstil von Olsen ist immer noch aktuell und spannend, die Dialoge bissig, amüsant und ironisch und auch wenn seit erscheinen mehr als 10 Jahre vergangen sind, ist die Reihe ein echtes Lesehighlight. Neben den Ermittlungen werden immer wieder das Dänische Sozialsystem, die Migrationspolitik und gesellschaftliche Themen aufgenommen – heute genauso aktuell wie damals!
Die ungekürzte Lesung von Wolfram Koch ist definitiv hörenswert, er verleiht dem ganzen die nötige Stimmung und die Charaktere werden dadurch verstärkt. Ich mochte die Kombination Buch und Sprecher hier sehr gerne!
Fazit:
Spannend, aktuell und tolle Protagonisten, die einen gut ausgefeilten Cold Case lösen müssen. Tolle Wendungen und ein starkes Finale! Wer die Reihe nicht kennt, der sollte das Nachholen!Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q - Jussi Adler-Olsen
Ungekürzte Lesung, 16:09 Stunden, gelesen von Wolfram Koch
Der Audio Verlag, 14,99€, - Caroline Criado-Perez
Unsichtbare Frauen
(124)Aktuelle Rezension von: Trishen77
Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.
Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.
Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.
Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).
Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.
»Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.
Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.
Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).
Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.
- James Bowen
Bob, der Streuner
(983)Aktuelle Rezension von: AlissilaEine, für mich, wirklich spannende und herzerwärmende Geschichte. Es hat sich toll gelesen und für mich las es sich, als hätte James es mir bei einem Kaffee persönlich erzählt. Es wirkt nicht aufgesetzt sondern ehrlich. Manche stellen waren sicherlich nicht übermäßig ausführlich, weil es die Stimmung runter gezogen hätte.
Ich fand es sehr schön Bob und James begleitet zu haben.
- Ayla Dade
Like Ice We Break
(381)Aktuelle Rezension von: buchgeflimmerNachdem mich die ersten Bände der Winter-Dreams-Reihe so richtig abgeholt hatten, waren meine Erwartungen an Like Ice we Break natürlich hoch. Leider muss ich sagen, dass dieser Teil für mich deutlich schwächer war als Like Snow we Fall und Like Fire we burn. 📉
Mein Hauptproblem waren in diesem Band leider die Protagonisten. Während ich in den Vorgängern total mitgefiebert habe, konnte mich die Geschichte von Gwen und Oscar emotional einfach nicht packen. 🤷🏼♀️ Besonders anstrengend und fast schon respektlos fand ich Oscars Verhalten gegenüber Gwen: Dass er sie konsequent „Gwendolyn“ nennt, obwohl sie mehrfach und deutlich betont hat, dass sie das nicht möchte, war für mich ein riesiger Minuspunkt. 🚩 Solche Grenzüberschreitungen machen einen Charakter für mich leider absolut unsympathisch.
Wo in den ersten beiden Büchern tiefe Emotionen und Greifbarkeit herrschten, fühlte sich hier alles eher zäh und distanziert an. ❄️ Das wunderschöne Setting in Aspen liebe ich zwar nach wie vor, aber die Chemie zwischen den beiden hat für mich leider gefehlt.
Insgesamt eine Enttäuschung im Vergleich zu den starken Vorgängern, daher leider nur 3 Sterne.
- Raynor Winn
Der Salzpfad
(200)Aktuelle Rezension von: H_B1Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so unmittelbar in Bewegung versetzt hat wie Der Salzpfad. Während ich Raynor und Moth auf dem South West Coast Path begleitet habe, ist in mir immer stärker der Wunsch gewachsen, selbst den Rucksack zu packen und einfach loszulaufen. Nicht, weil das Buch das Wandern romantisiert – im Gegenteil. Es zeigt Hunger, Erschöpfung, Zweifel. Aber gerade diese Ehrlichkeit hat mich berührt und mir das Gefühl gegeben, dass im Gehen etwas Heilsames liegt, etwas, das man nur versteht, wenn man selbst draußen ist.
Die ruhige, klare Art, wie Raynor schreibt, hat mich oft innehalten lassen. Manche Landschaftsbeschreibungen haben mich so sehr gepackt, dass ich kurz das Gefühl hatte, die salzige Luft selbst zu riechen. Und gleichzeitig hat mich die Beziehung zwischen Raynor und Moth tief beeindruckt: dieses stille, unaufgeregte Zusammenhalten, das stärker wirkt als jede große Liebeserklärung.
Deshalb habe ich mir noch ein zweites Buch über den Salzpfad gekauft, um mir noch ein besseres Bild über den South West Coast Path
- Martin Suter
Elefant
(313)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannKann ein kleiner, rosaroter, dazu noch im Dunkeln leuchtender Elefant, kann ein solches Fabelwesen einen „alten Sack“ wie mich zu Tränen rühren? Ja, er kann – wenn die Geschichte so meisterlich dargestellt wird wie in diesem Werk von Martin Suter.
Aber nicht nur der kleine Elefant erwärmt das Herz (Kindchenschema hin oder her …), sondern auch viele der übrigen in diesem Roman vorkommenden Menschen tragen durch ihre Art, ihr Auftreten, ihren Respekt vor den Mitmenschen und Mitgeschöpfen zu dieser insgesamt positiven Grundstimmung des Romans bei. Natürlich gibt es auch die Fieslinge, die dem Roman Spannung und Würze verleihen und natürlich gibt es auch ein übergeordnetes Thema wie hier in Form der Genmanipulation unter anderem durch die inzwischen so furios gestartete und noch mit einigen Fragezeichen behaftete CRIPR/Cas-Technik.
Gute Hauptdarsteller, ein aktuelles Thema spannend aufbereitet, fehlt nur noch die Liebe. Und tatsächlich kommt auch diese vor, sei es die zwischen Menschen bzw. zwischen zwei Personen oder die zwischen Mensch und Tier. Auch wenn die philosophischen Einsprengsel hin und wieder etwas oberflächlich geraten wie beim Thema Schöpfung versus Evolution oder dem komplexen Thema der Gentechnik. Aber sei‘s drum: Unterhaltend sind sie allemal. Mal ganz abgesehen von den ganz vorzüglichen Schilderungen über kleine (wie der Kleine entstand und warum er leuchtet soll hier nicht verraten werden) und große Elefanten.
Nach dem Lesen des Buches möchte man einfach noch mehr über diese imposanten Tiere wissen.
(21.12.2017)
- Jeannette Walls
Schloss aus Glas
(440)Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt📌 "Das Leben ist ein Drama voller Tragik und Komik." - S. 176
Die Geschichte, vernachlässigter Kinder und vom Leben überforderter Eltern, schildert das Leben der Autorin selbst.
Jeannette Walls schafft es so anschaulich und mit Witz und Wärme von den bedauernswerten Umständen in ihrer Kindheit zu erzählen, dass man fast glaubt man sei dabei gewesen und das ganze Überleben sei ein großes Abenteuer- auch wenn die Tragik der Handlung nicht verkennbar ist.
Großartig.
- Laura Kneidl
The Darlington - Henry & Kate
(340)Aktuelle Rezension von: DeborahDie Darlingtons hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der erste Band verbindet Spannung, Gefühl und Geheimnisse so mühelos, dass man kaum aufhören kann zu lesen. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, und die Atmosphäre trägt die Geschichte wie ein leiser Sog.
Nach dem starken Auftakt freue ich mich umso mehr auf Band 2 und 3 – denn die Welt der Darlingtons verspricht noch viele Wendungen, Enthüllungen und Momente, die man einfach erleben will. - Laetitia Colombani
Das Haus der Frauen
(417)Aktuelle Rezension von: reading_squirrel4.5 Sterne
Diese Erzählung von Laetitia Colombani geht direkt unter die Haut und zielsicher ans Herz. Mir gefällt besonders gut, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt und wir so auch zwei Protagonistinnen begleiten. Die Kapitel sind angenehm kurz und man wechselt in regelmässigen Abständen die Perspektive.Colombanis Schreibstil hat mich (noch) nicht ganz überzeugt, er erscheint mir etwas schwerfällig - deswegen auch 4.5 statt 5 Sterne für mich.
Dieses Buch lässt einen oberflächlich an den ergreifenden Schicksalen unterschiedlichster Frauen teilhaben. Wie tiefgreifend die einzelnen Wunden sind, lässt sich erst bei genauerem Hinschauen erkennen. Gleichzeitig wird einem bewusst, dass es manchmal nur eines einzelnen Menschen bedarf, der wirklich und wahrhaftig zuhört und was man als Gemeinschaft alles erreichen kann.
Diese Geschichte hätte für mich persönlich gerne noch über 100-200 Seiten weitererzählt werden dürfen.
~ glücklich sind die mit den Rissen im Leben, denn sie lassen das Licht herein ~
Zitat von Yvan Audouard, ziemlich am Ende des Buches; lasst das einmal wirken 🫶🏻
- Virginie Despentes
Das Leben des Vernon Subutex 1
(108)Aktuelle Rezension von: sabatayn76‚Im Angesicht der Katastrophe hält sich Vernon an einen Grundsatz: so tun, als ob nichts wäre.‘ (Seite 7)
Vernon Subutex ist Ende 40 und hat 25 Jahre lang als Plattenverkäufer im ‚Revolver‘ in Paris gearbeitet. 2006 musste er seinen Plattenladen schließen, und nun ist ihm das Geld ausgegangen. Er hat keinen Kaffee mehr im Haus, kaum Tabak, kein Essen, und das Wohngeld kommt schon seit Monaten nicht mehr.
In seinem Umfeld sind zudem viele Leute gestorben, und nun muss er auch noch seine Wohnung räumen.
Als er die Wohnung verlässt, nimmt er drei Tapes mit, die Aufnahmen des verstorbenen Alexandre Bleach enthalten. Und er überlegt, bei wem er sich nun einquartieren kann. Zuerst kommt er bei Emilie unter, die darüber alles andere als begeistert ist, und zieht dann von einem (früheren) Freund zum nächsten.
Ich bin schon seit vielen Jahren um ‚Das Leben von Vernon Subutex‘ geschlichen, aber irgendwie hat es sich nie stimmig angefühlt, das Buch zu lesen oder das Hörbuch zu hören. Nach meiner Approbationsprüfung habe ich mich nun endlich dazu entschlossen, die Roman-Trilogie von Virginie Despentes zu lesen.
Bei der Lektüre kommt von Anfang an eine richtige Paris-Stimmung auf. Paris ist bei Despentes etwas schmuddelig und heruntergerockt, aber ganz unverwechselbar Paris - ein Paris jenseits der Touristenpfade.
Nach einem starken Anfang flachte die Handlung meiner Meinung nach im Verlauf eher ab und hat mich stellenweise nicht mehr richtig fesseln können. Zum Glück bin ich aber bei der Stange geblieben, denn dieser Roman, der sich um Sex, Gewalt, Drogen, Armut, Rassismus, Politik etc. dreht, hat dann wieder ordentlich Fahrt aufgenommen, hat mich begeistert, fasziniert, bewegt, schockiert.
Und am Ende habe ich richtige Lust, auch den zweiten und dritten Band zu lesen. - Sarah Lorenz
Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
(127)Aktuelle Rezension von: FrauKloppWas für ein krasser, ehrlicher Roman. Ich bin mit Herzklopfen durch dieses Buch gerast. Stellenweise hatte ich – wie so viele – immer wieder „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ im Kopf. Und Elisa, die Protagonistin, ja ebenfalls. Der Film damals war brutal ehrlich – und dieses Buch hält diesem Vergleich auf jeden Fall stand. Beim Lesen darf man nur eines nicht vergessen: das Atmen.
Wir begleiten Elisa durch ihr Leben, durch ihr Erwachsen werden. Die gesamte Zeit war alles andere als einfach. Hoffnung geben ihr in dieser Zeit die Texte und Gedichte von Mascha Kaléko.
Eigentlich wollte ich Elisa die ganze Zeit einfach nur in den Arm nehmen. So oft kam mir dieser Gedanke. Elisa, die Systemsprengerin, wie sie sich selbst nennt, „war eine Jugendliche mit einem Hunger nach Leben, einer Sehnsucht nach Liebe und einer Wut, die keine Grenzen kennt“ (S. 130).
Auch die Lyrik zu Beginn der Kapitel fand ich unglaublich stimmig. Dieser gedankliche Austausch mit Mascha – der war für mich ganz selbstverständlich da. Und ich wette: Elisa wird mit Mascha irgendwann im Himmel Kaffee trinken. Da bin ich mir sicher.
•
„Unglaublich, wie viel Gegenwart man aushalten muss, bis sie Erinnerung wird.“„Du musst dem Krebs das Leben entgegensetzen. Indem du es lebst.“
•
Wir haben das Buch gemeinsam mit @maedelsdielesen gelesen, und es war so besonders zu sehen, wie unterschiedlich – und doch verbunden – wir dieses Buch wahrgenommen haben. Danke, dass wir es ausgewählt haben. Und danke an Sarah @buchischnubbel, dass du es geschrieben hast.Und ja: Dieses Buch tut weh. Aber auf eine Art, die bleibt. Und manchmal ist genau das die Literatur, die wir brauchen.
- Emma Scott
The Girl in the Love Song
(208)Aktuelle Rezension von: LovelyReadingSpaceIch hab dieses Buch gelesen - und es war für mich ein absolutes Highlight. Selten hat mich eine Geschichte so tief berührt, wie diese Hier. Die Figuren sind so authentisch und lebendig, dass ich das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen.
Besonders. Die Hauptfigur hat mich in den Bann gezogen. Ich habe mit ihr gelitten, gehofft, gelacht und geliebt. Die Entwicklung von ihr war wunderschön zu verfolgen!
Die Liebesgeschichte war intensiv, gefühlvoll und hat mich mehrfach richtig mitgerissen. Ich habe jede Seite genossen und wollte, dass das Buch niemals endet.
Absolute Empfehlung - ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte!
- Carsten Sebastian Henn
Die Butterbrotbriefe
(152)Aktuelle Rezension von: reading_squirrelMir fehlen zu diesem Buch irgendwie die Worte. Nicht, weil ich es wahnsinnig gut oder schlecht finde. Ich tue mich einfach schwer, es für mich einzuordnen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich anhand des Titels (nein, ich habe den Klappentext nicht gelesen) komplett andere Erwartungen gehabt habe.
Die Geschichte an sich gefällt mir gut, sie liest sich flüssig, obwohl ich den Schreibstil etwas speziell finde. Auf eine rührende Art und Weise wird eine kluge Geschichte darüber erzählt, wie man loslässt. Die Protagonisten konnten mich nicht so ganz überzeugen, sie haben sogar eher kalt und wenig authentisch gewirkt.
Das Buch hat mich nicht begeistert wie erhofft und war daher nicht so ganz meins. Ich möchte aber unbedingt noch "der Buchspazierer" oder "der Geschichtenbäcker" von Carsten Henn lesen um herauszufinden, ob seine Geschichten generell einfach nicht meinen Geschmack treffen, oder es hier ein Einzelfall ist.
Ein wunderschönes Zitat, dass sich mir eingebrannt hat, möchte ich hier noch deponieren: "Das Schicksal bestimmt vielleicht, wer in unser Leben kommt, aber das Herz, wer darin bleibt".
- Jeannette Walls
The Glass Castle
(15)Aktuelle Rezension von: Caro_LesemausJeannette Walls ist ein glückliches Kind: Ihr Vater geht mit ihr auf Dämonenjagd, holt ihr die Sterne vom Himmel und verspricht ihr ein Schloss aus Glas. Was macht es da schon, mit leerem Bauch ins Bett zu gehen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln. Doch irgendwann ist das Bett ein Pappkarton auf der Straße, und eine Adresse gibt es schon lange nicht mehr.
Jeannette Walls berichtet ohne Larmoyanz von ihrer ungewöhnlichen Kindheit in einer Familie, die man sich verrückter nicht vorstellen kann.
Dieses Buch ist keine leichte Kost. Gleichzeitig ist es aber auch nicht schwermütig. Die Autorin überlässt ihren frühesten Kindheitserinnerungen eine naive Erzählstimme, sie wertet die Geschehnisse nicht als Erwachsene. So kommt es, dass die Episoden tatsächlich manchmal humorvoll und leicht geschrieben sind, aber was sich zwischen den Zeilen verbirgt, berührt und macht fassungslos. Ich fand sehr gut gelungen, wie auch die Erzählstimme im Laufe des Buches erwachsener wird und das Leben anders einordnet. Das ist wirklich sehr gut umgesetzt und verleiht dem Roman ein noch höheres Maß an Authentizität. Selbstmitleid findet man hier nicht. Auch das hat mir sehr gut gefallen. Jeannette Walls beschreibt ihre Kindheit, sie ist ehrlich, aber sie wird nicht rührselig. Bewundernswert ist, dass sie es geschafft hat, "dort rauszukommen" und sich ein eigenes, "normales" Leben aufzubauen. Bewundernswert ist auch, dass sie den Respekt gegenüber ihren Eltern nie verliert. Trotz aller Widrigkeiten und dem Egoismus beider Elternteile, spürt man immer die Liebe und Verbundenheit. Das hat mich wirklich fasziniert, weil das bei einer solchen Vergangenheit nicht vielen Menschen gelingen wird. Es ist durchaus Kritik vorhanden, aber Walls verurteilt ihre Eltern nicht. Die Eltern sind keine dummen Leute. Die Kinder können mit 3 Jahren lesen, werden zu Hause in allerlei Nützlichem unterrichtet, aber es gibt eben auch die Schattenseiten. Die gefährlichen "Abenteuer" des Vaters, die nicht altersgemäße Verantwortung und natürlich der immer wiederkehrende Hunger, die Armut. All das macht fassungslos und ist schwer zu ertragen, weil man immer wieder herausliest, dass die Familie eigentlich nicht so leben müsste. Die äußerst fragwürdige Weltanschauung der Mutter und die Krankheit des Vaters führen zu diesen Problemen, zu den nächtlichen Fluchten, damit die Kinder nicht weggenommen werden oder jemand ins Gefängnis muss. Interessant sind auch die Geschwisterbeziehungen, die durch diese Kindheit ganz besonders geprägt sind.Ich habe die englische Originalausgabe gelesen und hoffe sehr, dass die Übersetzung der schönen Schriftsprache der Autorin gerecht wird.
Fazit:Ein berührendes Buch, das nicht auf die Tränendrüse drückt und doch große Emotionen transportiert. Eindrucksvoll geschildert und mit Herzblut verfasst. Sehr lesenswert! - Kelly Moran
Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern
(290)Aktuelle Rezension von: lockes_plannerlifeWas soll ich sagen, ich bin nach wie vor ein großer Redwood Fan. Die Love Reihe mit den O'Grady Brüdern fand ich super schön und Cosy. Doch auch der zweite Band der Dream Reihe hat mehr Spannung und ist weniger vorhersehbar. Was diese beiden zu meinen Redwood Lieblingen macht.
Sunyboy Parker, der bereits aus der Love Reihe bekannt ist trifft auf Maddie seine Mobberin aus Schulzeiten. Auf den ersten Blick eine sehr seltsame Kombie für ein Pärchen, aber nur wenn noch alles beim alten wäre. Parker ist einfach ein super Typ den man einfach nur mögen kann. Bei Maddie ist Mißtrauen vorprogrammiert, das aber in der genau richtigen Dosies Seite um Seite abgebaut wird. Die Geschichte hat für mich unerwartete Wendungen genommen und an so mancher Stelle unheimlichen Tiefgarage an den Tag gelegt. Alles in allem eine Geschickte die einiges an Überlegungen bereit hält. - Cilla Börjlind
Die Springflut
(216)Aktuelle Rezension von: Sandra51Eine schwangere Frau wird vor einer Springflut am Strand eingegraben, so dass sie während der Flut ertrinkt. Mit diesem Cold Case beschäftigt Olivia Rönning sich in den Semesterferien während ihres Polizeistudiums. Ihr bereits verstorbener Vater hat damals in diesem Fall ermittelt – er konnte nie geklärt werden. Während ihrer Nachforschungen wird sie immer weiter in den Sumpf der Verbrechen hineingezogen – während der Gegenwart werden Obdachlose verprügelt und ermordet, Kinder kommen mit unerklärlichen blauen Flecken und Verletzungen nach Hause – was geht da vor sich?
Es handelt sich um den Auftakt zur Reihe „Rönning und Stilton“. Das Buch lässt sich von Anfang an fesselnd und spannend lesen. Die gewählten Charaktere finde ich sehr interessant – die ermittelnde Polizeischülerin und den beteiligten Obdachlosen, der Croupier der zum Detektiv wird – die Komplexität der einzelnen Personen werden sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil des Autorenduos ist ein wenig anders, da kommen die erfolgreichen Drehbuchautoren durch. Es wird sehr oft die Szene gewechselt und andere Punkte werden beleuchtet. Auch gibt es einige Handlungsstränge welche aus unterschiedlichen Perspektiven und aus der Sicht jeweils anderer Personen erzählt werden. Am Schluss werden die einzelnen Handlungsstränge zu einem nachvollziehbaren Ende zusammengeführt. Hat man sich erst einmal an diesen Schreibstil gewöhnt und sich auf die Geschichte eingelassen erwartet einen eine fesselnde und spannende Story. Einziger Kritikpunkt: durch die Vielzahl der Handlungsstränge kamen mir einige ein wenig zu kurz. Ein bis zwei weniger hätten der Story meiner Meinung nach nicht geschadet.
Mein Fazit: Ein super Auftakt für die Reihe mit einigem Potential für die weiteren Teile. Ich wird mir heute gleich mal den nächsten Teil aus der Bibliothek holen – ich bin neugierig wie Olivia und Tom (der Obdachlose ehemalige Polizist) sich weiter entwickeln.
- Petra Schier
Kleiner Streuner - große Liebe
(81)Aktuelle Rezension von: Ellaa_Meine Kurzeinschätzung: Schon vor ein paar Jahren, habe ich ein Werk von Petra Schier gelesen und war absolut entzückt- die herrliche Weihnachtsatmosphäre und auch die witzig integrierten Pläne des Weihnachtsmanns, mit einer guten Prise Liebeszauber haben mir sehr gefallen!♡ Wer tierisch schöne und originelle Weihnachtsgeschichten sucht, sollte sich die Werke von Petra Schier unbedingt ansehen- eine ganz klare Empfehlung! *Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler! Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe. Die Bücher können getrennt voneinander gelesen werden.*
Cover: Das Cover des Buches ist unheimlich niedlich und hat mir als absoluter Hundefreund sehr gut gefallen. Das ganze Cover ist sehr winterlich und weihnachtlich angehaucht, was natürlich perfekt zum Inhalt des Buches passt, weil die Geschichte in der Vorweihnachtszeit und Weihnachtszeit spielt. Das gesamte Cover wirkt unheimlich freundlich, gerade durch die weißen und blauen Farbtöne, mit denen das Cover gestaltet wurde. Ein schneebedecktes Häuschen, umringt von ganz vielen Tannen, verströmt dazu eine klassische Wohlfühlatmosphäre. Kommen wir aber zum zuckersüßen Eyecatcher: Ganz vorne schaut ein kleiner Welpe, aus einem schönverpackten Geschenkkarton. Das Papier ist rot mit zartrosa Pünktchen und lila Füllpapier. Der Welpe hier auch "Socke" genannt, ist dunkelbraun mit weißem Schnäuzchen und weißen Pfötchen, einfach super süß! ♡
Schreibstil: Der Schreibstil von Petra Schier hat mir wie zuvor sehr gut gefallen. :) Sie hat irgendwie eine ganz besondere Art und Weise zu schreiben- voller Wärme, aber auch mit ernsten Themen bestückt, schaffte sie es geschickt, eine herrliche Weihnachtsstory zu schreiben, die nicht nur locker und leicht zu lesen ist, sondern eine wahrliche Wohlfühlatmosphäre schafft. Ich muss jedoch zugeben, dass mir das Ende zum Schluss, ein wenig zuviel Zuckerguss war. Deswegen und wegen der ganz leicht anstrengenden Protagonsitin gibt es für diesen Band einen kleinen Punkteabzug. :) Ihre Geschichten sind nichts desto trotz, perfekt für Zwischendurch und ich freue mich schon auf eine neue tierische Weihnachtsstory aus ihrer Feder. :)
Idee: Die Idee hat mir wirklich gut gefallen. Habt ihr schon einmal einen Weihnachtsbrief oder eine Email an den Weihnachtsmann persönlich geschrieben? Nein? Wenn ihr das irgendwann einmal vorhabt, solltet ihr euch deutlich überlegen, was ihr euch wünscht. :) Damit startet nämlich Evas Geschichte , die an einem feuchtfröhlichen Frauenabend, sich doch tatsächlich ihren Mr. Right an Weihnachten wünscht. Und der Weihnachtsmann persönlich entscheidet, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Lustigerweise, gehört Socke, ein ausgesetzter Mischlingswelpe, zu diesem Plan, was Socke nicht nur ein hübsches zu Hause beschert, sondern Eva auch den treuesten und süßesten Begleiter aller Zeiten. ♡ Und tatsächlich entpuppt sich Andre, ihre Exaffäre zu genau diesem.. Vom Casanova hin zum Gentleman. Es gab tatsächlich keinen Augenblick, an dem ich an ihm gezweifelt habe. Evas Reaktionen brachten mich jedoch irgendwann wirklich zur weißglut. Ja sie wurde verletzt, aber ihn manchmal so zu behandeln, rechtfertigte das nicht ganz für mich. Das sie sich dann aufeinmal um 180 Grad wandelte, ging mir auch etwas zu schnell und war leicht unrealistisch. Das Ende war demnach ziemlich abrupt für meinen Geschmack und über und über mit Zuckerguss benetzt gewesen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe ein gutes, altes Happy End. Nur authentisch, ohne den ganzen unnötigen Zuckerguss und einem angemessenen Ausgang. Trotzdem hat mich das glücklicke Happy End von Socke, Eva und auch Andre zufrieden zurückgelassen. :)
Charaktere: Die Charaktere haben mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Besondere Highlights waren z.B. die unschuldigen Gedanken von dem kleinen Mischling "Socke" und auch den Gedankenaustausch der Elfen und des Weihnachtsmanns fande ich extrem originell und ließen mich schmunzeln. Tolle, humorvolle Szenen. :) Eva ist keine klassische, perfekte Protagonistin- sie hat ihre Fehler und Unsicherheiten und ist einfach "normal". Sonst würde ich solche, auf ihre eigene Art, starken Protagonistinnen, absolut feiern, aber leider war mir Eva stellenweise wirklich zur stur. Dieser endlose Eiertanz mit Andre war wirklich zum verrückt werden. Der arme Andre. Er war mir wirklich am liebsten von allen.. Lieb und bodenständig und ein wahrer Gentleman. Für was ich Eva allerdings bewunderte, war ihr Durchsetzungsvermögen ihren sehr anstrengenden Eltern gegenüber. Komplett sympathisch waren mir die Oberdachlosen Walter & Anneliese, die mich mit ihrem Humor, ihrer offenen Art und Herzlichkeit, sofort für sich gewinnen konnten. ♡
Mein Fazit: Ich vergebe herzliche 4,3 Sternchen. ♡ Das Buch war wirklich herzallerliebst! Eine sehr süße, originelle Liebesgeschichte mit einer großen Portion Weihnachtszauber. Obwohl Weihnachten vorbei ist, war das Buch dennoch perfekt- gerade die schneebedeckte Landschaft vor dem Fenster, ließ mich tief in die Szenen im Buch eintauchen und waren daher sehr zutreffend. Bis auf die leichte Unsympathie, die ich für die Potagonistin verspührte, war das Buch super für Zwischendurch. Ich habe mich tatsächlich sehr gefreut, als mir das Buch bei der Challenge: "Ich entscheide was du liest" ausgesucht wurde, es war schon seit ein paar Jahren auf meinem SuB. ♡
- Ada Dorian
Betrunkene Bäume
(107)Aktuelle Rezension von: FortiDas Buch startet in Sibirien, schätzungsweise irgendwann in den 1960'er Jahren. Weiter geht es dann in Berlin im 21. Jahrhundert. Dort spielt sich die Handlung dann größtenteils ab – irgendwie hatte ich mehr Wechsel zwischen den Zeitebenen erwartet, vielleicht mein Fehler. Die beiden Zeitstränge sind durch Erich verbunden – einem Baumliebhaber und -forscher. Das Thema Bäume fand ich interessant behandelt. Das hätte gerne noch vertieft werden können, denn die Geschichte in der Gegenwart mit Katharina fand ich nicht so überzeugend. Auch die angekündigte Freundschaftsgeschichte zwischen Katharina und Erich wurde etwas kurz abgehandelt. Was das Buch aber schafft (soweit ich das beurteilen kann): das Altern ehrlich zu beschreiben.
Erzählt ist das Buch in einer sehr klaren, schnörkellosen Sprache. Vielleicht auch dadurch erinnerten mich die Passagen über Katharina manchmal an ein Jugendbuch (was nicht schlimm ist).
Auf garkeinen Fall ein schlechtes Buch, aber auch nicht herausragend. Vielleicht wurde hier einfach zu viel zusammen gemischt. - Antonia Michaelis
Nashville
(176)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaEines vorerst: Wenn man einen total realistischen Jugendthriller sucht, bei dem absolut alles Sinn ergibt und die Charaktere zu jeder Zeit nachvollziehbar handeln, dann sollte man von diesem hier vielleicht lieber die Finger lassen. Ebenso, wenn man mit poetischen und verspielten Schreibstilen nichts anfangen kann. Sollte man allerdings in ein märchenhaftes Jugendbuch mit kuriosen Charakteren und einer spannenden Geschichte eintauchen wollen, dann muss man hier zugreifen, auch, wenn das Buch nicht mehr allzu neu ist.
Die Geschichte beginnt dabei schon recht skurril, nämlich mit einem offensichtlich verstörten Jungen, der in Svenjas Küchenschrank auf dem Kopf steht, wird aber immer skurriler, als sich Svenja diesem Jungen auch noch annimmt, ohne die Polizei oder das Jugendamt einzuschalten. Als dann immer mehr Morde an Obdachlosen geschehen, wird es richtig spannend. Zwischenzeitlich entstehen Freundschaften, es geschehen unerwartete Dinge und die Beziehung zwischen Svenja und Nashville wird immer unumstößlicher, selbst als es für sie immer weiter den Bach heruntergeht. Genau diese Freundschaften und die sich entwickelnde, ehrliche Liebe zwischen den beiden macht dieses Buch so toll und märchenhaft. Dazu kommen dann noch die Mordfälle und die lauernde Gefahr, welche das Buch super spannend macht. Außerdem wird man immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt. Jeder könnte der Täter sein, es ist also wie das Wolfsspiel.
Passend zu dieser besonderen Geschichte sind auch die einzelnen Charaktere sehr besonders, allen voran Svenja, die sich aufopfernd um Nashville kümmert, was keine leichte Aufgabe ist. Dennoch findet sie einen Draht zu ihm und tut ihr Bestes. Nashville selbst ist ein zutiefst verstörter Junge, der komische Dinge tut und sich nicht einfangen lässt. Dann gibt es da noch die eher alternativen Jungs aus dem besetzten Haus Nummer drei. Friedel, der wie Svenja Medizin studiert, aber das eigentlich gar nicht will, der Spanier Kater Carlo, welcher ständig die Worte durcheinander bringt und Thiery, der eher unauffällige Franzose. Es gibt Katleen, die gerne kocht und backt und ihr Gemüse, Fleisch und Fisch am liebsten auf einer Bank an der frischen Luft schneidet. Ebenso wichtig für die Geschichte ist der junge Arzt Gunnar und auch die Gruppe Obdachloser, die irgendetwas mit Nashville zu tun haben, lernt man besser kennen. Alle sind dabei absolut unterschiedliche Charaktere, die durchaus nicht ganz normal sind und oftmals absolut nicht so handeln, wie man es erwarten würde.
Geschrieben ist das Buch zudem gar nicht einmal so einfach, sondern sehr verschnörkelt und künstlerisch, mit vielen Metaphern und sonstigen Stilmitteln. Deshalb habe ich auch anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Mit der Zeit wurde es aber immer besser und als ich mich einmal an den interessanten Schreibstil gewöhnt hatte, war ich mitten in der Geschichte drin und wurde von ihr bis zum Ende mitgerissen.
Alles in allem ist dieses gesamte Buch etwas Besonderes, nichts was man in kürzester Zeit durchliest, aber dafür märchenhaft, skurril und irgendwie großartig. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass es hier ziemlich viele Sexszenen gibt und es auch ab und zu recht brutal zugeht, weshalb ich das Buch nicht unbedingt ab vierzehn empfehlen würde. Insgesamt kann ich es aber absolut empfehlen, wenn man sechzehn und älter ist.
- Kim Ho-yeon
Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen
(56)Aktuelle Rezension von: nessaboIch habe schon einige Werke dieser Art gelesen und fand die qualitativen Unterschiede schon deutlich. Bei einigen der neueren Bücher ging es mir einfach oft zu sehr in eine spirituelle Richtung, die Figurentiefe und authentische Menschlichkeit vermissen ließ. Doch nicht so hier - Kim Ho-yeon hat einen geschickt konstruierten Roman geschrieben, der mich besonders durch seinen feinen Humor und die profilreichen Figuren beeindruckt hat.
Besonders positiv bewerte ich die zentrale Figur Dok-go, da er als ehemaliger Obdachloser eine Gesellschaftsgruppe in den Fokus nimmt, die literarisch so ungefähr nie eine Rolle spielt. Ob die daran anknüpfende Inspirationsgeschichte den eigenen Geschmack trifft, muss jede Person für sich entscheiden. Ich bin da auch schnell abgeneigt, wenn es mir zu platt ist. Hier war das für mich nicht der Fall, denn auch wenn Dok-go sicherlich als Aufhänger für Inspiration dient, speist sich diese aus reiner Freundlichkeit und einem echten Schicksal, ohne dass er dabei wie ein Engel wirkt.
Weiter gefestigt wird meine positive Bewertung durch die vielen Nebenfiguren, die jeweils ein eigenes Kapitel bekommen. Mir ist es in südkoreanischer, vietnamesischer oder japanischer Literatur oft begegnet, dass die Figuren sehr höflich und dadurch glatt wirken, was meinen Geschmack nicht so gut trifft. Ich mag kantige Charaktere, die verschiedene Emotionen nicht nur erleben, sondern auch zeigen. Und das hat Ho-yeon hier ganz lobenswert geschafft. Begeistert hat mich dabei besonders die Nebenfigur der Autorin, die der Handlung eine kurze Meta-Ebene hinzufügt.
Dok-go selbst bekommt im letzten Kapitel noch einmal Raum und wir dürfen seine Vorgeschichte erfahren. Diese zeigt vor allem: Obdachlosigkeit kann alle treffen. Für diesen politischen Grundton, die angenehme Situationskomik, die charakterstarken Figuren und die humanistische Moral behalte ich die Geschichte in bester Erinnerung. Sie mag keine literarische Höchstleistung sein, aber in der Sparte warmherziger Inspirationsromane ist es wirklich einer der besten. - Betsy Duffey
Fürchtet euch nicht
(14)Aktuelle Rezension von: annislesewelt"Fürchtet euch nicht" war ein Buch, das mich verzaubert und eingehüllt hat und in dem ich einfach versunken bin.
Es geht um Krippenfiguren, die kurzzeitig bei Gemeindemitgliedern untergebracht werden müssen und dadurch einiges in Bewegung setzten. Die "Gastgeber" geraten ins Nachdenken und beschäftigen sich ganz neu und individuell mit der Weihnachtsbotschaft. Es war schön zu lesen, wofür die Krippenfiguren stehen und was sie am Ende in den einzelnen Menschen auslösen, wenn man sich damit beschäftigt.
Diese Erzählung umfasst 14 Erzählungen, jede ein stückweit für sich und doch alle als Großes Ganzes verbunden.
Es war schön, über 13 Charaktere kennenzulernen und zu erfahren, wie sie zu Jesus und zu Weihnachten stehen, sie zu begleiten, ihre Geschichte kennenzulernen und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Es war ein gutes Buch für einen gemütlichen Leseabend und auch wenn manches etwas unrealistisch war, so hat es Spaß gemacht und mich gut unterhalten. Trotz der vielen Menschen, die hier vorkommen, empfand ich das Buch zu keinem Zeitpunkt als unübersichtlich oder unlogisch. Alle Fäden werden wundervoll gespannt und am Ende - an Heiligabend - dann miteinander verknüpft.
Eine tolle Geschichte die ich sehr gerne gelesen habe.
- Sina Land und Gerd Schäfer
Villa Konfetti
(34)Aktuelle Rezension von: Sabrina_VogelDas Buchcover ist Fabenfroh die Schrifft verspielt und das Bild macht Neugierig.
Ich würde es im Buchladen auf jedenfall in die Hand nehmen und mir genauer angucken besonderst der Klappentext.
Leider kann ich zum Schreibstil und Buchinhalt/Handlung usw nichts sagen, denn leider habe ich es nicht lesen können.
- Dominik Bloh
Unter Palmen aus Stahl
(20)Aktuelle Rezension von: xanastasiaIch weiß gar nicht wann ich Dominik Bloh das erste Mal gesehen habe... Ich war von Anfang an von seiner Geschichte berührt. Sobald ich gehört habe, dass er ein Buch geschrieben hat, habe ich es gekauft! Ich liebe Hamburg über alles und sehe natürlich die Obdachlosen Menschen dort, für die ich mich schon früh einsetzen wollte, aber nie wusste wie. Durch Dominik Bloh und GoBanyo, weiß ich wie man helfen kann. Dieses Buch öffnet einem die Augen, wie Deutschland und die Behörden hier handelen und das ist alles andere als ok! Dieses Buch ist eines meiner meisten verschenkten Geschenke, ob Geburtstag, Weihnachten oder Mitbringsel, ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich dieses Buch lesen. Es ist auch praktisch, da es nicht so dick ist, für Menschen die nicht gerne lesen. Es liest sich flüssig und wird bildlich beschrieben. Es war mein erstes Non-fiction-Buch und ich war froh das es mein erstes war!
Ich finde es schade, dass es nicht in den Schulen behandelt wird, denn es hat mehr Potential als Faust etc.!
BITTE LEST DIESES BUCH!!! Achtet auf eure Mitmenschen und helft euch gegenseitig!
Ganz viel Liebe an dieses Buch und den Autor!!!























