Bücher mit dem Tag "oberschicht"
35 Bücher
- Mona Kasten
Save Me: Special Edition
(3.583)Aktuelle Rezension von: LissiannaNachdem mich die neue Serienadaption zu Maxton Hall komplett angesteckt hatte, musste ich unbedingt wieder zum Buch greifen – und dieser Re-Read hat sich von der ersten Seite an gelohnt. Die Geschichte rund um Ruby Bell, die an der Elite-Schule um ihren Traum von Oxford kämpft und dabei am liebsten unsichtbar bleiben möchte, entfaltet sofort wieder ihren ganz eigenen Sog.
Als sie unfreiwillig auf James Beaufort trifft – reich, privilegiert und der unangefochtene Star des Colleges –, prallen zwei vollkommen gegensätzliche Welten aufeinander. Trotz vertrauter Tropes lebt die Handlung von den dynamischen Schlagabtauschen. Ruby überzeugt als ehrgeizige, schlagfertige Protagonistin mit tiefem Loyalitätssinn für ihr Umfeld. James wiederum offenbart erst nach und nach seine verletzliche Fassade, hinter der deutlich mehr steckt als nur sorgenfreier Luxus.
Ein großer Pluspunkt ist das Feingefühl der Autorin für das Beziehungstempo: Die Entwicklung zwischen den beiden wirkt erstaunlich glaubwürdig, organisch und nie überstürzt. Zudem bekommt auch das gesamte Ensemble an Nebenfiguren genug Raum zur Entfaltung.
Wer fesselnde School-Tropes mit starker Dynamik sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Durch den Serienhype hat das erneute Eintauchen sogar noch mehr Spaß gemacht!
- Pierce Brown
Red Rising
(529)Aktuelle Rezension von: Paul_JonasDie Geschichte folgt den Prinzipien einer klassischen Heldengeschichte und verbindet (ein wenig) Science-Fiction mit Motiven aus der römischen und griechischen Geschichte und deren Götterwelten.
Die Gesellschaft auf dem Mars ist in Kasten organisiert. Jede Kaste hat einen Aufgabenbereich zu bearbeiten, Rote sind wie Sklaven und werden über die tatsächlichen Verhältnisse im unklaren gelassen und belogen.
Der Protagonist ist Teil der „Roten“, eine Kaste die glaubt in den Minen für eine bessere Zukunft zu schuften. Doch sie werden von der herrschenden Kasten den „Goldenen“ erbarmungslos ausgebeutet. Nachdem er die Wahrheit erfährt und seine Frau von den Goldenen getötet wurde, kennt er nur ein Ziel, Rache! Um das System von innen heraus zu zerstören, wird er durch eine genetische Veränderung zu einem Goldenen. Er wird in das Institut eingeschleust, ein Testgelände für die dominierende Goldkaste, in der die nächste Generation der Oberherren der Menschheit um die Macht kämpft. Hier schreckt man vor Betrug, Mord und Todschlag nicht zurück! Ein gnadenloser Kampf um die Spitze und damit die besten Aufstiegschancen beginnt
Hier im ersten Teil der Trilogie lernen wir die Welt und die gnadenlosen Machtstrukturen kennen. Wir begleiten Darrow, den Protagonisten der Serie, bei seinem Weg durch das Institut. Er verändert sich von einem der in blindem Zorn die Herrschenden vernichten will, zu einem kalten Strategen der im brutalen Mittelteil seine Konkurrenten ausschaltet.
Die Geschichte ist gut erzählt und folgt, wie oben beschrieben, den Prinzipien eine klassischen Heldengeschichte. Für mich ist er ein wenig zu sehr der „Superheld“. Der Roman ist ein Empfehlung für die, die solche Geschichten mögen.
- Erin Watt
Paper Princess
(2.289)Aktuelle Rezension von: BiblioLoniNach dem Tod ihrer Mutter steht Ella plötzlich ganz allein da. Alles, was sie über ihren Vater weiß, ist sein Name: Steve. Was sie jedoch nicht ahnt: Er war ein erfolgreicher Unternehmer. Als auch er stirbt, macht sich sein bester Freund Callum auf die Suche nach ihr. Doch was Ella nicht kommen sieht: Das Leben unter einem Dach mit seinen fünf Söhnen wirbelt alles durcheinander ... besonders ihre Gefühle für Reed werden zur echten Herausforderung.
Ehrlich gesagt: Das Cover hätte mich allein nicht zum Kauf bewegt, aber der Klappentext klang so spannend, dass ich dem Buch eine Chance geben musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist super flüssig, emotional und bildhaft. Ich konnte mich richtig gut in die Charaktere hineinfühlen.
Ella hat mich total beeindruckt. Sie ist wahnsinnig stark, musste viel zu früh Verantwortung übernehmen und hat alles getan, um sich und ihre kranke Mutter über Wasser zu halte ... sogar als Stripperin gearbeitet. Ich liebe, wie schlagfertig sie ist, besonders gegenüber Callums Jungs. Ihre Stärke, ihr Humor, ihre Haltung. Sie war mir sofort sympathisch. Und doch ist da auch diese weiche, verletzliche Seite, die sie bei Reed zeigt. Was zwischen den beiden entsteht, ist intensiv, aber auch kompliziert. Und dann diese Wendung... sie hat mir wirklich das Herz gebrochen.
Reed! Callums zweitältester Sohn, ist der klassische Bad Boy: attraktiv, kühl, unnahbar. Er sieht in Ella anfangs nur eine Störquelle, jemand, der seine Familie auseinanderbringen könnte. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr knistert es. Und das schon von der ersten Begegnung an. Ihre ständigen Reibereien, das gegenseitige Necken... ich hab’s geliebt. Und wenn sie sich dann doch mal näherkommen .. wow.
Auch die Freundschaft zu Valerie war für mich ein Highlight. Sie gibt Ella Rückhalt in dieser versnobten High-Society-Welt, und die beiden zusammen sind einfach unschlagbar. Schön zu sehen war auch, wie Easton gegen Ende zu einer wichtigen Bezugsperson für Ella wurde.
Und dann kam das Ende! Und ich saß mit offenem Mund da. So ein Cliffhanger! Ich hab das Buch in Rekordzeit verschlungen und Teil zwei liegt schon bereit. Ich hoffe so sehr, dass die Geschichte genauso fesselnd weitergeht! - Jennifer Lynn Barnes
The Inheritance Games
(843)Aktuelle Rezension von: buecherwuermchen_lauVon dem Buch/der Reihe habe ich schon so viel gehört und gelesen gehabt, da wurde meine Neugier auf die Reihe immer größer und nun kann ich euch eines sagen: Dieses Buch war einfach nur großartig! Zwar kam ich anfangs mit den vielen Namen durcheinander, aber auch das konnte sich ziemlich schnell legen. Und dann hat die Geschichte mich so richtig packen können. Die Rätsel, die Geheimnisse...all das, hat dieses Buch soviel Spannung geschenkt, sodass ich nicht aufhören konnte, das Buch zu lesen!
Ich habe lange schon kein Buch mehr gelesen gehabt, welches mich so schnell mitreißen konnte. Wenn ich an die Zeit zurück denke, in welcher ich das Buch gelesen habe, merke ich jetzt, wie viel Spaß ich eigentlich wirklich mit der Geschichte hatte. Also wenn ihr auf der Suche nach einem richtig gutem mysteriösen Buch seid, kann ich euch dieses nur ans Herz legen.
Und wir alle haben doch bestimmt einen Liebling von den Hawthorne-Brüdern. Meiner ist definitiv Grayson. Dicht gefolgt von Jayson. Ich kann es wirklich kaum abwarten, den zweiten Band zu lesen..und freue mich schon sehr auf das Wiedersehen mit Avery und den Hwthorne-Brüdern.
- Erin Watt
Paper Prince
(1.546)Aktuelle Rezension von: BiblioLoniNach dem fiesen Cliffhanger im ersten Teil blieb mir eigentlich keine andere Wahl .. ich musste direkt weiterlesen. Keine zwei Minuten später hatte ich den zweiten Band schon geöffnet. Und was soll ich sagen? Die Spannung bleibt!
Die Geschichte hat mich sofort wieder komplett gepackt. Keine Seite war langweilig, kein Charakter blas. Ich war voll drin und konnte das Buch kaum zur Seite legen. Die Autorinnen schreiben so lebendig und detailreich, dass man alles vor Augen hat, und die Dialoge wirken einfach total authentisch.
Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehung zwischen Ella und Reed weiterentwickelt. Es bleibt emotional, manchmal chaotisch, aber immer intensiv. Die Höhen und Tiefen zwischen den beiden haben mich richtig mitfiebern lassen. Und die Perspektive von Reed war für mich ein echtes Highlight! Seine Gedanken und Gefühle zu erleben, hat der Geschichte noch mehr Tiefe gegeben.
Und dann dieses Ende... wieder total unerwartet! Ich sitze schon mit dem dritten Band bereit. Nach diesem Ende geht’s für mich definitiv direkt weiter! - Pierce Brown
Red Rising - Im Haus der Feinde
(231)Aktuelle Rezension von: bibisstuebchenDie erste Hälfte des Buches war nicht einfach für mich. Es dauerte ein bisschen, bis ich mit dem Band warm geworden war, weil ich riesige Erwartungen hatte, die irgendwie nicht direkt erfüllt wurden. Die Geschichte hatte es aber zu guter Letzt wieder massiv in sich, sodass ich etwas sprachlos bleibe vom Ende und wissen will, wie es jetzt weiter geht.
Plottwists kann der Autor auf jeden Fall! Ich finde es krass, wie wenig ein Menschenleben in der Welt des Buches wert ist. Daran hatte ich ganz schön zu knabbern. Auch emotional war es eine Achterbahnfahrt. Es hat nicht an der richtigen Dosis Emotionalität gefehlt.
Es passierte ab einem gewissen Punkt so viel, dass ich kaum noch hinterher kam und dass es mir fast zu viel war. Und doch hatte das Ende für mich das perfekte Tempo, denn man kam kaum zum Luftholen. Beim Lesen weiß man, dass da noch was kommt und fürchtet sich etwas davor und dann erwischt es einen kalt.
- Simona Ahrnstedt
Die Erbin
(437)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Als sich Natalia de la Grip in David Hammar verliebt ahnt sie nicht, dass er ihr etwas Entscheidendes verheimlicht: Viele Jahre zuvor hat Natalias Familie Davids Leben zerstört und er setzt daher alles daran die Familie de la Grip zu ruinieren und sich für das erlittene Unrecht zu rächen. Um dies zu erreichen plant David einen der größten Coups, die die schwedische Finanzwelt bislang gesehen hat. Mit einem hat David jedoch nicht gerechnet: Er muss sich eingestehen, dass er Natalia liebt und seine Rachepläne stehen einer gemeinsamen Zukunft mit ihr entgegen…
Dieser Coup wäre ein Meilenstein, der die Geschichte der schwedischen Wirtschaft für alle Zeit in ein Davor und ein Danach teilen würde. Aus diesem Grund musste er einen kühlen Kopf bewahren. […] Und deswegen durfte ihm nicht andauernd Natalia im Kopf herumschwirren. (S. 235)
Meine Meinung:
Das erste was ich diesem Buch zugutehalten muss ist, dass ich ihm die rund 600 Seiten kaum angemerkt habe und stattdessen den Eindruck hatte ein deutlich kürzeres Buch zu lesen. Das liegt daran, dass eine richtig mitreißende Geschichte erzählt wird, die einem relativ schnell in ihren Bann zieht und einem durch die Seiten fliegen lässt. Es werden große Gefühle und eine Menge Drama und Herzschmerz geboten. Außerdem werden Intrigen gesponnen und es kommen einige Geheimnisse ans Licht. Man fragt sich was David in seiner Vergangenheit widerfahren ist und in ihm den Wunsch nach Rache geweckt hat. Außerdem ist man gespannt wie genau der von ihm geplante unternehmerische Coup aussehen wird mit dem er die Familie de la Grip ruinieren will. Darüber hinaus wird eine wirklich schöne und rührende Liebesgeschichte erzählt, die einem mitfiebern lässt.
Natalia und David schließt man schnell ins Herz und es wird richtig schön beschrieben wie sich die beiden näherkommen und feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben als es zunächst den Anschein hat. Man bekommt sowohl Einblicke in Natalias als auch in Davids Gefühls- und Gedankenwelt, weshalb man sich in beide sehr gut hineinversetzen kann. Einerseits bangt man mit Natalia, weil sie ihr Herz an David verliert ohne zu ahnen, dass er ihr mit seinem Geheimnis schon bald das Herz brechen könnte. Andererseits geht einem aber auch Davids Schicksal nahe und man kann verstehen, dass er Rachepläne hegt.
Die Liebesgeschichte zwischen Natalia und David wird sehr berührend beschrieben und geht zu Herzen. Zwar verheimlicht David ihr seine Pläne bzgl. der Unternehmensübernahme mit der er ihrer Familie schaden will, aber er nutzt Natalia nicht aus um durch sie an Insiderinformationen zu gelangen. Davids Liebe für Natalia ist aufrichtig und es ist klar, dass sie ihm wirklich etwas bedeutet. Allein deshalb trifft er sich weiterhin mit ihr. Umso herzzerreißender ist es, dass einem trotz der gegenseitigen Zuneigung der beiden klar ist, dass alles unweigerlich auf ein großes Drama hinausläuft, denn sobald David seine Pläne in die Tat umgesetzt haben wird wird Natalia erfahren, dass er ihr Vertrauen missbraucht hat und sie wird seine Gefühle ihr gegenüber in Frage stellen. Diese Situation stützt auch David zunehmend in einen Gewissenskonflikt, denn er will zwar seine Rachepläne um jeden Preis in die Tat umsetzen, aber er beginnt zugleich auch von einer gemeinsamen Zukunft mit Natalia zu träumen, die dadurch bedroht ist.
In einem Nebenhandlungsstrang wird noch eine weitere Liebesgeschichte erzählt, die ebenfalls richtig schön und vor allem auch ziemlich amüsant ist: Die Liebe zwischen Natalias bester Freundin Asa und Davids Geschäftspartner Michel. Diese beiden haben eine etwas komplizierte gemeinsame Vergangenheit. Seit Jahren haben sie Gefühle füreinander, aber Michel und vor allem Asa haben Probleme damit zu diesen Gefühlen zu stehen. Aus Angst verletzt zu werden erscheint es beiden zunächst undenkbar dem jeweils anderen die eigenen Gefühle zu offenbaren. Dementsprechend kracht es mehrmals als die beiden Sturköpfe aufeinandertreffen, aber es fliegen auch die Funken. Vor allem Asa treibt Michel mit ihrer arroganten, provozierenden und aufbrausenden Art in den Wahnsinn. Michel lässt sich davon aber nicht abschrecken und kämpft um sie, denn sie ist für ihn auch nach all den Jahren noch immer seine große Liebe. Er setzt alles daran ihre abweisende und harte Schale zu durchdringen um ein Teil ihres Lebens zu werden.
Es gibt eine Reihe sehr bewegender Momente. So ist es richtig traurig und herzzerreißend wie sehr sich Natalia hintergangen und gedemütigt fühlt als sie hinter Davids Geheimnis kommt. Sie muss befürchten, dass er ihr auch seine Gefühle nur vorgespielt hat und das stürzt sie in tiefste Verzweiflung. Umso schöner und emotionaler ist es dann zu verfolgen wie David später alles gibt um sie von der Aufrichtigkeit seiner Gefühle zu überzeugen und ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Natalia macht es ihrem David verständlicherweise nicht ganz leicht als er voll Reue zurückkehrt. Ein weiterer richtig bewegender Moment ist die Enthüllung dessen was David in seiner Vergangenheit zugestoßen ist. Er vertraut Natalia schließlich an welchen Schikanen, Demütigungen, und körperlichen Angriffen er während seiner Internatszeit hilflos ausgeliert war und wie schließlich auch noch seine Schwester ein Opfer seiner grausamen Mitschüler wurde. Das ist umso erschütternder wenn man bedenkt, dass 2013 tatsächlich ein schwedisches Eliteinternat in die Schlagzeilen geraten ist, weil Schüler dort misshandelt wurden (wenn man die Schlagwort „Eliteinternat“, „Bügeleisen“, „Schweden“ und „Anklage“ im Internet eingibt findet man die entsprechenden Zeitungsartikel).
Positiv möchte ich auch noch hervorheben, dass dieses Buch (anders als die vielen anderen dieses Genres) zur Abwechslung mal in Schweden spielt. Neben den Städtenamen fällt einem das dadurch auf, dass sich die Charaktere zuweilen mit „hej“ begrüßen bzw. sich mit „hejdå“ verabschieden. Darüber hinaus bekommt man einen interessanten Einblick in die schwedische Finanzwelt, der sehr gut in die Handlung eingewoben wird, einem zu keinem Zeitpunkt langweilt und auch nicht zu ausführlich geraten ist. Die Pläne rund um die Unternehmensübernahme werden auf für Laien leicht verständlich erklärt. Auch die Einblicke in das Leben der schwedischen High Society haben die Geschichte bereichert.
Die Geschichte hat ein emotionales, versöhnliches und hoffnungsvolles Ende mit einem perfekten Happy End für die Protagonisten. Vielleicht hätte der Drama- und Unterhaltungsfaktor an der einen oder anderen Stelle ein kleines bisschen heruntergefahren werden können. Außerdem ist das Happy End schon fast zu perfekt. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil einem das Buch richtig schöne Lesestunden schenkt und man manchmal eben einfach eine unterhaltsame Geschichte fürs Herz braucht.
Fazit:
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch derart gut unterhält. Wer auf der Suche nach einer spannenden und dramatischen Liebesgeschichte mit viel Gefühl, Herzschmerz und Drama ist wird dieses Buch sehr gerne mögen. Man schließt die Protagonisten schnell ins Herz und ihre Liebesgeschichte lässt einem sehr mitfiebern. Außerdem bereichern auch die Nebenfiguren die Geschichte sehr.
Ich werde dem zweiten Band auf jeden Fall auch noch eine Chance geben!
Zum Schluss noch zwei der schönsten Zitate aus dem Buch:
„Du kennst den Spruch, dass es besser ist, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben? […] Das ist Blödsinn. Nichts ist schlimmer, als diejenigen zu verlieren, die man liebt.“ (S. 471)
„Aber zwischen uns kann doch nie etwas werden“, sagte sie und hörte, dass ihre Stimme nicht recht trug. […] „Nur weil es keine Zukunft für uns gibt, bedeutet es nicht, dass es im Hier und Jetzt nicht gut sein kann“, murmelte er. (S. 421/422)
- Richelle Mead
The Promise - Der goldene Hof
(263)Aktuelle Rezension von: ClaudinchenSehr gut und flüssig geschrieben.
Sehr schön gestaltetes Cover, das mich schon mal neugierig gemacht hat.
Zum Buch:
Gräfin Elisabeth soll heiraten, da ihr Vermögen immer weniger wird, doch mit der Wahl ihrer Großmutter ist sie nicht einverstanden, wart aber den Schein. Bis sich ihr plötzlich ein Ausweg bietet. Eine Ihrer Zofen, Ada, soll zum goldenen Hof. Diese möchte aber lieber zu ihrer Familie, also beschließt die Gräfin ihr zu helfen, mit der Absicht Adas Platz am goldenen Hof einzunehmen, im wissen ihre wahre Identität geheim zu halten.
Ohne zu wissen was alles noch so auf Sie zukommt.
Aber sie findet Freunde, auf die Sie zählen kann.
Es ist eine turbulente, aufregende und sehr fesselnde Geschichte.
Sehr abwechslungsreich, kann ich jedem nur empfehlen.
- Pierce Brown
Red Rising - Tag der Entscheidung
(179)Aktuelle Rezension von: gosureviewsManche Romane betreten die Bühne mit dem Anspruch, zu unterhalten. Andere kommen mit dem ungleich schwereren Versprechen, etwas zu Ende zu führen. Tag der Entscheidung gehört entschieden zur zweiten Kategorie. Pierce Brown steht hier vor der heikelsten Aufgabe jeder großen Saga: dem Abschluss. Und er wählt nicht den bequemen Weg der Glättung, sondern den riskanten der Konsequenz.
Was diesen Roman so wirkungsvoll macht, ist seine Weigerung, sich auf ein einziges Register festlegen zu lassen. Die Geschichte ist laut, brutal und spektakulär, aber sie lebt nicht vom Lärm. Im Zentrum steht eine Figur, die längst aufgehört hat, an einfache Antworten zu glauben. Darrow ist kein revolutionäres Posteridol mehr, sondern ein Mann, der unter der Last seiner Entscheidungen sichtbar leidet. Seine Entwicklung ist kein Aufstieg, sondern ein Abstieg in Verantwortung, Zweifel und moralische Grauzonen. Gerade darin liegt seine erzählerische Glaubwürdigkeit.
Brown beweist ein feines Gespür für Dramaturgie, indem er Überraschungen nicht als Selbstzweck einsetzt. Die Handlung schlägt Haken, täuscht Sicherheiten vor und reißt sie im nächsten Moment ein, ohne jemals die innere Logik der Welt zu verraten. Nichts wirkt willkürlich, alles fühlt sich verdient an – auch das Leid. Der Autor scheut weder Verluste noch irreversible Entscheidungen, und genau das verleiht dem Roman seine Schärfe. Krieg wird hier nicht romantisiert, sondern als ein Prozess gezeigt, der selbst die Sieger beschädigt.
Bemerkenswert ist zudem die emotionale Balance. Zwischen Verrat, Tod und politischem Kalkül finden sich Inseln der Nähe, die umso stärker wirken, weil sie nicht garantiert sind. Freundschaft ist in diesem Buch kein dekoratives Element, sondern ein Rettungsanker in einer Welt, die systematisch entmenschlicht. Diese Beziehungen verleihen der Geschichte ihr Herz, ohne ihr die Zähne zu ziehen.
Das Ende schließlich verweigert die große Erlösung. Tag der Entscheidung schließt einen erzählerischen Bogen, aber es schließt keine Wunden. Der Roman endet nicht mit Gewissheit, sondern mit einem Zustand des Dazwischen – Hoffnung, die existiert, aber nicht triumphiert. Genau darin liegt seine Reife. Brown traut seinen Lesern zu, mit Ambivalenz zu leben.
Als Abschluss der ersten Trilogie ist Tag der Entscheidung eindrucksvoll, unbequem und emotional fordernd. Es ist ein Roman, der nicht gefallen will, sondern standhält. Und der zeigt, dass Science-Fiction dann am stärksten ist, wenn sie den Blick nicht auf ferne Sterne richtet, sondern auf die Risse im Menschen. - Marie Rutkoski
Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria 1)
(247)Aktuelle Rezension von: Avada_KaddavraRaffiniert, durchdacht, intelligent - keine kitschige Liebesschnulze sondern eiskaltes Kalkül auf höhere Ziele, wobei die Liebe eigentlich im Weg ist.
Kestrel ist eine tolle Protagonistin, ich mochte sie sofort. Sie ist sehr stark und berechnend ohne unsympathisch zu sein. Ihre Handlungen und Gefühle sind nachvollziehbar und trotzdem wundert man sich über ihre Willenskraft und ihren Stolz, der nicht hochmütig daherkommt.
Der Schreibstil ist normalerweise kein großes Thema für mich, aber ich muss echt erwähnen, wie liebevoll die Figuren gezeichnet sind. Kestrels Leidenschaft für die Musik und ihr Klavier sind so überzeugend dargestellt, genau wie ihre Gedanken über ihre Freunde oder ihre Situation, die eindrücklich aber ohne auszuschweifen beschrieben werden und ohne das übliche Geschwafel auskommen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine, meiner Meinung nach, etwas anspruchsvollere, ausgetüfteltere YA bzw. Romantasy bevorzugt und ich empfehle Taschentücher😅
- Vic James
Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern
(231)Aktuelle Rezension von: jess_nixxIch habe hier länger gebraucht um rein zu kommen, einfach weil der Schreibstil für mich etwas schleppend und gewöhnungsbedürftig war. Interessanter, aber nicht ganz so leicht zu verstehender Weltenaufbau und deren Begebenheiten waren da auch nicht hilfreich. Da wurde häufig etwas zu wenig erklärt. Auch war es leider nicht besonders spannend und zog sich zwischenzeitlich sehr, so dass zeitweise fast schon Langeweile aufkam. Für mich war zusätzlich schnell klar, wer nicht der ist, der er vorgibt zu sein, was das ganze zu vorhersehbar machte.
Ich habe mir hier viel mehr Spannung erhofft. Die Idee dahinter ist richtig gut und ich wollte es mögen. Es ist insgesamt eine solide Grundlage da, aber die Umsetzung war mir etwas zu Lau. Daher sind es für mich 3 Sterne geworden, aber ich werde dem zweiten Teil noch eine Chance geben
- Erin Watt
Paper Paradise
(390)Aktuelle Rezension von: Maijas_LeseoaseZunächst war ich total geschockt über das Ende von Band 4, auch im nächsten Buch geht es hoch dramatisch weiter. Während Easton sich große Sorgen um seinen kleinen Bruder macht und gleichzeitig besorgt ist um Hartley und alles drum herum, passiert etwas unglaubliches, was seine Welt aus den Angeln hebt.
Nachdem Hartley ihr Gedächtnis verloren hat, muss Easton sich beweisen und ihr zeigen, wie sehr er sie liebt, doch das ist gar nicht so einfach. Jeder erzählt ihr angebliche Wahrheiten über sie und ihr Leben, dennoch kann sich Hartley an nichts erinnern. Ich bin begeistert von der postiven Entwicklung, die diese beiden Charaktere im Laufe der Bücher durchgemacht haben. Und kann diese Reihe jedem nur empfehlen.
- Tania Blixen
Jenseits von Afrika
(78)Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider1913 Tania Blixen zog nach Afrika um dort eine Kaffeeplantage zu betreiben. Sofort war sie gefangen genommen von der Schönheit des Landes, von der faszinierenden Landschaft, den seltenen Pflanzen und den großen und auch kleinen Tieren. Das besondere Licht am Morgen, die flirrende Hitze am Mittag und die sternenklaren Nächte, alles hat seine Faszination. Die Liebe trägt sie, aber lässt sie auch leiden und ihr Herz fängt dann bei einem anderen an zu schlagen. Dieses Buch ist so toll geschrieben, so faszinierend und vielschichtig und Tania Blixen hat eine ganz besondere Kraft und Erzählkunst. Hier wird das Leben in Afrika lebendig, ohne Kitsch, ohne Verklärt zu sein und ohne Rosarote Brille. Einfach, Leben pur!
- Amo Jones
Silver Swan - Elite Kings Club
(227)Aktuelle Rezension von: fredhelMit einem wunderschönen Cover lockt der erste Teil der Silver Elite Dilogie.
Wren hat zeitlebens gelernt, unter dem Radar zu leben. In ihrer Welt werden telepathisch begabte Menschen gejagt, eingesperrt oder getötet. Und Wren gehört zu den Begabtesten. Keiner darf es je erfahren. Als sie in den Wehrdienst gezwungen wird, ist die Aufrechterhaltung ihrer Tarnung extrem schwierig.
Insgesamt ist die Handlung sehr spannend erzählt, vor allem gibt es einige äußerst interessante Nebencharaktere, von denen man gern mehr gelesen hätte. Leider nehmen die spicy Szenen allmählich überhand. Doch es scheint mittlerweile keine Romantasy-Romane mehr zu geben ohne weibliche Hauptfiguren, die schon beim Anblick von Muskeln unter einem Hemd oder einer nackten Männerbrust in extreme Ekstase geraten. Das ist schade, denn es wirkt einfach nur billig. Wer so etwas mag, oder es schafft, solche Szenen querzulesen, kann Wren durch ihre spannenden Prüfungen begleiten und erlebt ein Finale, das so nicht vorauszusehen war. Mit diesen Einschränkungen kommt von mir eine klare Leseempfehlung.
- Dan Vyleta
Smoke
(189)Aktuelle Rezension von: KayuriIn diesem Buch geht es zu Anfang vor allem um Thomas und Charlie, beides Schüler welche lernen sollen nicht zu rauchen. Ihnen bleiben aber die Tricks der Erwachsenen verwehrt.
Der Grundstein der Geschichte klingt spannend und ist es auch an manchen Stellen. Dennoch finde ich das die Erzählweise einfach anstrengend war. Irgendwie konnte ich mich daran bis zum Schluss nicht gewöhnen.
Die Geschichte kam auch recht lange Zeit nicht vorwärts. Und auch wenn es wahrscheinlich Absicht ist bleibt das Ende offen. Das war frustrierend da es so schon einiges gibt was einfach offen blieb.
- Karine Tuil
Die Zeit der Ruhelosen
(60)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerAls ich den Klappentext dieses Buches zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich mir mehr erhofft, denn mich erwartete ein Buch, das viel spannender und interessanter hätte sein können.
"Die Zeit der Ruhelosen" spricht mehrere wichtige Themen an unter anderem Rassismus, Antisemitismus, Kriegstraumata, Macht und Verrat sowie weitere Themen, die nicht gegenwärtiger sein könnten. Allerdings sind diese Themen viel zu umfangreich, um sie in einem gerade mal 512-seitigen-Buch alle abzuhandeln. Die Themen konnten dadurch teilweise nur oberflächlich angerissen werden. Dies hatte zur Folge, dass mein Interesse an dem Buch schrumpfte. Außerdem ergaben sich vor allem beim Einlesen Verständnisprobleme, indem die Autorin sich des Öfteren der Fachsprache bediente. Somit verlor das Buch für mich auch an Spannung.
Das einzige Positive ist, dass die Autorin aus einer allwissenden Perspektive die Geschichte erzählt. Daher konnten die Beziehungen zwischen den Charakteren wesentlich besser begriffen werden.
Letztendlich würde ich das Buch nicht weiterempfehlen.
- Kathy MacMillan
Feuer und Feder
(93)Aktuelle Rezension von: WriteReadPassionKlappentext:
Als die Sklavin Raisa zur Tutorin ausgebildet werden soll, kann sie es kaum fassen, denn Lesen und Schreiben ist im Königreich Qilara nur der Oberschicht vorbehalten. Gemeinsam mit Kronprinz Mati lernt sie nun die schwierigen Zeichen der Hohen Schrift, mit der man in Kontakt zu den Göttern treten kann. Die beiden kommen sich dabei näher als erlaubt und verlieben sich ineinander. Aber dann fordern Rebellen Raisas Unterstützung. Sie ist hin und her gerissen zwischen der Treue zu Mati und dem Wunsch, ihrem unterdrückten Volk zu helfen. Schon der kleinste Fehltritt könnte ihren Tod bedeuten.
Autorin:
Kathy MacMillan ist Schriftstellerin, Bibliothekarin, Dolmetscherin für amerikanische Gebärdensprache und Geschichtenerzählerin für Taubstumme. "Feuer und Feder" ist ihr erster Jugendroman und wurde durch ihre Faszination an der Macht der Sprache inspiriert. MacMillan lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einer Katze namens Pancake in Owings Mills, USA.
Übersetzer:
Julian Haefs
Bewertung:
Das Cover ist nicht nur wunderschön, sondern auch mehr als passend zum Titel und zur Geschichte erstellt. Besser geht es kaum! Ein richtiger Eyecatcher, der neugierig macht und zeigt, dass es sich um einen historischen Jugendroman handelt.
Die anderen, so wusste sie, würden ihr Verhalten als Schwäche ansehen, denn sie konnten ihre Art von Stärke nicht verstehen.(Göttergeschichte, Seite 58)
Die Geschichte wird nur aus Raisas Sicht erzählt, was schade ist, da mehr Sichtweisen auch mehr Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der jeweiligen Charaktere bringen. Der Schreibstil ist recht fließend, wenn ich auch zu Beginn etwas Leseschwierigkeiten hatte. Die Geschichte zieht sich die ersten Seiten, es wird an manchen Stellen für meinen Geschmack zu viel ausgeholt. Insgesamt ist es aber sehr gut, da man als Leser einen tollen Eindruck vom Leben bekommt. Das frühalterische Setting hat mich stets an das antike Griechenland erinnert, das fand ich super toll. Natürlich mit allem, was dazu gehört; Eroberungen, Sklaven, Götteranbetungen, Schriftzeichen ... hat mir sehr gut gefallen.Durch die A-typische Erzählung waren die Geschehnisse natürlich vorhersehbar. Erobertes Königreich, eine gefallene Prinzessin oder Sklavin (in diesem Falll Sklavin), erste Liebe mit verbotenem Jungen, Rebellion, Zerrissenheit der Treue gegenüber der Rebellion und der Liebe ...
An den Kapitelanfängen sind kleine Erzählungen der Götter des Reiches gedruckt. Stück für Stück, Kapitel für Kapitel setzt setzt sich das Puzzlebild zusammen. Für mich waren sie im letzten Drittel eher etwas wirr und ich konnte sie nicht richtig zusammenfügen. Zum Teil sind sie etwas umständlichen geschrieben. Die Idee ist nicht neu, hat aber zur Geschichte wunderbar gepasst. Interessant und neu ist hier, dass die Göttergeschichte in die Gegenwart katapultiert wird; die Geschichte geht also im Realen weiter und findet ein passendes - wenn auch etwas vereinfachtes - Ende, das mir nicht so gut zusagte.
"Die Weisheit hat uns verlassen", murmelte Lanea.
"Die Weisheit ist nur gefangen", sagte Suna träumerisch. "Und jedes Gefängnis hat auch einen Schlüssel."
"Das hat wenig Bedeutung, solange niemand willens ist, ihn zu benutzen."(Göttergeschichte, Seite 323)
Die Geschichte ist hier schon andersartig besonders wegen der Göttergeschichte und weil sie gut ohne Fantasieelemente auskommt, Dank der Göttergeschichte. Das ist es auch, was das Buch auszeichnet. Es ist eher ein historischer Jugendroman mit antikem Setting, Sklaven, Götter, Schriftrollen und Runen. Die Charaktere finde hier sehr gut ausgearbeitet und mit Tiefe belegt. Mati ist schon eher eine 08/15-Erscheinung, aber ich mochte ihn. Er ist lebensfroh, klug und freundlich. Raisa ist mit ihrer fehlenden Vergangenheit dagegen schon interessanter. Sie führt als einziges Glied ihrer Herkunft ein Herzgedicht bei sich und versucht es mithilfe der geheimen Schrift zu entschlüsseln. Ich finde ihre Zerrissenheit zwischen der Treue zur Rebellion und der Verliebtheit zu Mati glaubhaft dargestellt.Die Romanze zwischen Raisa und Mati ist hier wie so oft zu salopp gestellt. Das Problem liegt nicht nur an der Sichtweise der Autoren, die meinen, bestimmten Klischees folgen zu müssen, um ihre Werke erfolgreich zu machen - sondern auch an Fantasie-/Jugendromanen, die Einzelbände sind, wie dieses. Ich merke das wirklich jedes Mal bei solch einem Einzelband, wie die Handlungen zusammengequetscht und besonders die Enden (wie auch hier) sehr unzureichend verfasst werden. Überwiegend sind solche Romane Reihen mit mindestens 3 Bänden, sodass sich alles etwas strecken kann - auch wenn das nicht immer der Fall ist, was mich dann ärgert. Aber bei einem Einzelband muss alles in 300-500 Seiten passen - warum werden die Seiten dem nicht angepasst? Hier hätte auch ein paar mehr Seiten nicht geschadet. Es schadet eher der Geschichte und dessen Erfolg, sich so zu begrenzen.
Es gibt hier schon zwei Bände, allerdings nur im Englischen. Das bringt uns deutsche Leser ohne festes Englisch überhaupt nichts, somit bleibt es ein Einzelband. Ich wüsste auch nicht, wie es weitergehen sollte, da die Autorin die Geschichte wie einen Einzelband bearbeitet hat. Ich finde diese fehlende Kommunikation der Verlage der Leserschaft gegenüber unter aller Sau! Nie wird in solchen Fällen veröffentlicht, ob ein Band noch folgt und wenn ja, wann - oder ob ein Band nicht folgt und warum. Zum Kotzen!
Fazit:
Ein wirklich guter Jugendroman, der Jugendlichen aufzeigt, was für eine Welt in dieser antiken Zeit in vielen Ländern geherrscht hat und welche Prioritäten Alltag waren, z.B. die Anbetung der Götter, ohne und mithilfe von Schriften und Zeichen. Auch für Erwachsene ist dies eine unterhaltsame Geschichte mit ausgearbeiteten Charakteren. Trotz allem fehlt mir hier das gewisse Etwas ... die Funken sind nicht übergesprungen, obwohl ich die Geschichte sehr gelungen finde. Für wenige Makel gibt es einen Sternabzug.
So ist es mit dem Licht immer gewesen - es muss mit der Dunkelheit leben.(Göttergeschichte, Seite 65)
Sehr passend zur Geschichte; gut und schlecht gemachtes darin macht es trotzdem lesenswert! :-)
- Kai Meyer
Imperator
(64)Aktuelle Rezension von: elafischMeinung:
Das Buch habe ich mir 2022 auf der Buchmesse in Frankfurt geholt. Jetzt bin ich endlich dazu gekommen es zu lesen. Bei dem Buch handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Hörspiels. Das Hörspiel stammt aus Kai Meyers Feder, das Buch hat Lisanne Surborg geschrieben. Tatsächlich war mir diese Tatsache zu Beginn gar nicht bewusst. Und ich habe mich ein wenig darüber gewundert, dass mir der Schreibstil so gar nicht vertraut war.
Gerade zu Beginn des Buches war ich sehr verwirrt, denn die einzelnen Handlungsstränge schienen in keinster Weise zusammen zu hängen. Erst nach und nach ergeben sich Schnittpunkte und dann ein Gesamtbild. Je mehr sich das Bild zusammen
fügt , desto mehr hat mich die Geschichte gefesselt. Und zum Ende hin hat auch die Spannung immer stärker zu genommen. Die Handlung hat mich in ihrer Skurrilität ein wenig an „Pulp Fiction“ erinnert. Und mit seinen Mystery-Elementen ist dieser Thriller definitiv ein ganz besonderes Buch.
Bisher kann ich mich nicht so ganz entscheiden, ob ich das Buch mag oder eher doch nicht. Es ist einfach so speziell. Aber neugierig darauf wie es weitergeht bin ich auf jeden Fall…Fazit:
Ein wenig gewöhnungsbedürftig, sehr skurril, aber auch spannend und fesselnd.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Buch mag oder nicht. Aber es ist auf jeden Fall etwas besonderes.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle Fans außergewöhnlicher Thriller! - Riley Sager
Verschließ jede Tür
(174)Aktuelle Rezension von: Kathrin_HermannIn dem Buch "Verschließ jede Tür" von Riley Sager geht um Jules, die einen Job als "Apartment-Sitterin" in dem luxuriösen und geheimnisvollen Bartholomew Building am Central Park annimmt. Doch bald merkt Jules, dass mit dem alten Gebäude etwas nicht stimmt und beginnt, das dunkle Geheimnis des Bartholomew zu lüften... Der Autor schafft es ein Gefühl der Klaustrophobie und Paranoia zu erzeugen, das perfekt zum Schauplatz passt. Das alte, ehrwürdige Gebäude wird zu einer Figur an sich, die ihre eigenen düsteren Geheimnisse birgt. Man fühlt mit Jules mit, während sie immer tiefer in einen Strudel aus Misstrauen und Angst gezogen wird. Ein weiterer großer Pluspunkt sind die zahlreichen Wendungen und Überraschungen. Gerade wenn man denkt, man hätte die Lösung des Rätsels gefunden, schlägt die Geschichte eine völlig neue Richtung ein. Die Plottwists sind clever und gut platziert, sodass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Das Ende mag für einige Leser ein Schock sein, für andere wiederum eine perfekte Auflösung des mysteriösen Puzzles. Für meinen Geschmack ist lediglich der Anfang etwas langsam, sodass die Spannung erst nach und nach aufbaut.
- Rafia Zakaria
Against White Feminism
(12)Aktuelle Rezension von: BuecherkarawaneWer von uns migrantischen Frauen und Männern kennt es nicht: Wir werden in vermeintliche Dialoge verwickelt, die sich schnell als Monologe entpuppen – darüber, wie falsch unsere Meinungen, Perspektiven oder kulturellen Hintergründe angeblich sind. Ob es um diskriminierende Bedeutungen, moralische Vorstellungen oder unsere Traditionen geht – man will uns nicht nur belehren, sondern oft auch absprechen, überhaupt eine legitime Position zu haben. Denn schließlich, so scheint es, wissen andere besser, was richtig ist – für die Welt, für die Demokratie und für den Feminismus.
Unaufgefordert werden uns Artikel und Bücher von weißen Autor*innen geschickt, deren Narrative vermeintlich allgemeingültig sind. Meist stammen sie von Akademiker*innen oder bekannten Journalist*innen, die – natürlich – belegen sollen, dass wir „gefährlich“ denken, Demokratie oder Frieden ablehnen und daher „aufgeklärt“ werden müssen. Was nichts anderes bedeutet, als dass wir „zivilisiert“ werden sollen.
Rafia Zakarias Buch Against White Feminism ist ein eindringlicher Aufruf zur Neuausrichtung feministischer Perspektiven – hin zu einem Feminismus, der alle Frauen einschließt, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder sozialem Status. Ihr Anliegen ist einen intersektionalen Feminismus, der die Erfahrungen und Kämpfe von Women of Color nicht länger marginalisiert, sondern in den Mittelpunkt stellt.
Zakaria spricht dabei nicht nur theoretisch, sondern auch aus eigener Erfahrung. In mehreren Kapiteln schildert sie schmerzhaft ehrlich, wie sie als nicht-weiße Frau mit weißem Feminismus konfrontiert wurde – mit Tokenismus, dem Silencing, Mikroaggressionen und einem entwürdigenden Alltagsrassismus, der demütigend, entmutigend und traumatisierend wirkt.
Besonders bemerkenswert ist dabei Zakarias Fähigkeit zur Selbstkritik: Sie beschreibt Situationen, in denen sie selbst aufgrund mangelnder Vorbereitung oder Erfahrung Entscheidungen traf, die sie im Nachhinein reflektiert. Statt sich als perfekte Kritikerin zu inszenieren, zeigt sie sich als Teil eines Lernprozesses – ein seltener, aber ehrlicher Umgang mit eigenen Fehlern, der viele Leser*innen zum Nachdenken bringt.
Bereits Clara Zetkin stellte auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris fest: „Die Arbeiterinnen, welche nach sozialer Gleichheit streben, erwarten für ihre Emanzipation nichts von der Frauenbewegung der Bourgeoisie.“ Ein Zitat, das deutlich macht: Diese Spannungen innerhalb feministischer Bewegungen sind kein neues Phänomen, sondern ziehen sich historisch durch die feministische Geschichte – bis heute. Zakaria zeigt auf, wie weiße Feminist*innen Leid als Vorwand nutzen, um ihre eigene Agenda unter dem Deckmantel der „Befreiung“ durchzusetzen. Im Kontext internationaler Entwicklungspolitik treten westliche Geberländer gegenüber sogenannten „Nehmerländern“ häufig mit einem missionarischen Gestus auf – mit Angeboten, die nicht nur ungefragt, sondern teils ungefragt durchgesetzt werden. Die betroffenen Frauen werden dabei nicht gefragt, ob sie diese „Hilfe“ überhaupt wollen. Ganze Kulturen, Lebensweisen und kollektive Identitäten werden dadurch zerstört – im Namen von Fortschritt, Demokratie und Gleichstellung.
Zakaria entlarvt diese postkolonialen Muster, in denen weiße Frauen sich selbst als Retterinnen inszenieren – ohne zu reflektieren, aus welchen Machtverhältnissen heraus sie handeln und welchen kolonialen oder rassistischen Logiken sie selbst unterliegen. Sie zeigt, wie westliche Feministinnen strukturelle Gewalt und Überlegenheit reproduzieren, selbst wenn sie es gut meinen – und dass gut gemeint oft das Gegenteil von gut gemacht ist.
Historisch dominieren weiße Mittelschichtsfrauen den feministischen Diskurs. Sie galten lange als „die Expert*innen“, leiteten internationale Organisationen, bestimmten den feministischen Literaturkanon und setzten Themen wie sexuelle Selbstbestimmung, LGBTQ-Rechte oder Antirassismus auf die Agenda – oft jedoch ohne ihre eigenen Privilegien zu reflektieren oder Raum für andere Perspektiven zu lassen. Statt gemeinsam mit Schwarzen und migrantischen Frauen zu sprechen, sprachen sie über sie hinweg – und sicherten so ihre kulturelle Deutungshoheit.
Zakaria, amerikanische Muslimin, Juristin und politische Theoretikerin, reiht sich mit ihrem Werk in die Tradition intersektionaler Denkerinnen wie Kimberlé Crenshaw, Audre Lorde oder Adrienne Rich ein. Mit analytischer Schärfe und persönlichem Erfahrungswissen zeigt sie, wie tief koloniales Denken in feministischen Bewegungen verwurzelt ist – ob bewusst oder unbewusst – und wie es echte Gleichstellung verhindert.
Gleichzeitig zeigt sie auf, dass ein Feminismus, der Frauen of Color in den Mittelpunkt stellt – die an den Rändern und an den Schnittstellen der Unterdrückung leben –, letztlich allen Frauen zugutekommt. Wer Frauen an den Marginalisierungen stärkt, stärkt die Bewegung insgesamt. Ein Feminismus, der nur weiße, westliche Frauen ins Zentrum rückt, verschärft hingegen Ungleichheiten und richtet aktiv Schaden an.
Against White Feminism ist kein bequemes Buch! Es ist unbequem für all jene, die sich selbst als feministisch verstehen, aber ihre eigene Rolle in globalen Machtverhältnissen nicht reflektieren wollen. Gleichzeitig ist es zutiefst stärkend und bestätigend für viele Women of Color, die sich in der weißen Dominanz des Mainstream-Feminismus nicht wiederfinden.
Dieses Buch sollte gerade auch von weißen Leser*innen gelesen werden – besonders von jenen, die bereit sind, sich ehrlich mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Fehlern und blinden Flecken auseinanderzusetzen. Zakarias Werk ist ein Weckruf: für Selbstreflexion, für Solidarität, für strukturelle Veränderung. Ein zentrales Fazit zieht sich durch das ganze Buch: Wer Frauen of Color hilft, hilft allen Frauen. Ein Feminismus, der wirklich transformativ sein will, muss an den Rändern ansetzen – nicht im Zentrum der Macht. - Alina Bronsky
Und du kommst auch drin vor
(165)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookIn „Und du kommst auch drin vor“ von Alina Bronsky begleiten wir Kim, eine Ich-Erzählerin, die fest davon überzeugt ist, dass jemand ein Buch über ihr Leben geschrieben hat - mit dem unausweichlichen Ergebnis, dass am Ende jemand sterben muss. Diese Grundidee klang für mich zunächst vielversprechend. Der Klappentext versprach eine »schräge, witzige und hintergründige Geschichte direkt aus dem Teenageralltag«. Genau mit dieser Erwartung bin ich an das Buch herangegangen. Was mich dann tatsächlich erwartet hat, war etwas völlig anderes.
Kim ist 15 Jahre alt, das Buch wird vom Verlag für Lesende ab etwa zwölf Jahren empfohlen. Dennoch fühlte sich weder ihre Sprache noch ihr Verhalten authentisch jugendlich an. Der Stil ist extrem einfach, teilweise fast schon banal, und die permanenten Wiederholungen ihrer Gedanken und Beobachtungen wirken nicht stilistisch gewollt, sondern schlicht ermüdend. Statt Nähe zur Figur aufzubauen, hat mich diese Ich-Erzählerin zunehmend auf Distanz gehalten. Ihre starke Ich-Bezogenheit mag realistisch gemeint sein, wurde für mich aber zur Belastung beim Lesen.
Der im Klappentext angekündigte Humor blieb für mich komplett unsichtbar. Ich habe kein einziges Mal gelacht. Was als schräg oder witzig verkauft wird, wirkte auf mich bemüht oder schlicht leer.
Auch die übrigen Figuren bleiben auffallend blass. Dabei wäre gerade im familiären und schulischen Umfeld viel Potenzial vorhanden gewesen. Statt Entwicklung gibt es Momentaufnahmen ohne Konsequenz. Die Charaktere bleiben Skizzen, keine Menschen, und genau so fühlen sich auch ihre Beziehungen an.
Am stärksten geärgert hat mich die Auflösung rund um den angekündigten Tod. Als klar wurde, worauf es hinausläuft, war ich nicht bewegt, sondern wütend. Die Parallelen zu einem sehr bekannten, zutiefst traurigen Film sind kaum zu übersehen. Statt dieser Thematik mit Ernst oder Sensibilität zu begegnen, wird sie in meinen Augen ins Lächerliche gezogen. Was emotional hätte treffen können, wirkte am Ende billig und respektlos gegenüber der eigenen Idee.
Die Handlung selbst empfand ich - ebenso wie die Figuren - größtenteils als unglaubhaft. Viele Entscheidungen erscheinen konstruiert, Konflikte entstehen und lösen sich ohne innere Logik. Der Plot trägt seine Themen nicht, sondern streift sie nur. Tiefe entsteht weder durch Sprache noch durch Handlung.
Unterm Strich hat mir dieses Buch nichts gegeben. Keine neuen Gedanken, keine emotionale Resonanz, keinen nachhaltigen Eindruck. Ich habe lange überlegt, wem ich „Und du kommst auch drin vor“ empfehlen könnte, und bin zu keinem Ergebnis gekommen. Für mich bleibt es eine vertane Chance mit einer interessanten Idee, die weder sprachlich noch inhaltlich ausgeschöpft wurde.
©2026 adlatb
- Janine Ukena
Über uns das Tosen des Sturms
(33)Aktuelle Rezension von: Jula007Nachdem mich der zweite Teil ein bisschen enttäuscht hat, bin richtig froh, dass ich den dritten wieder richtig gut fand.
Obwohl ich Erik als Charakter interessanter fand, hat mich die Geschichte von Jette mehr mitgenommen. Außerdem enthielt dieser Teil wieder mehr suspense, auch wenn ich nicht glaube, dass Joshuas Fall in echt so behandelt worden wäre.
Für mich hat das Setting "Sylt" Jettes Welt viel realer gemacht und irgendwie glaubhafter, es gibt wirklich Leute, die so leben.
Außerdem hat mir hier der Schreibstyle wieder besser gefallen und die Geschichte der beiden hat mich richtig mitgenommen.
Auch wenn mich Nicks Geschichte am Anfang mehr interesiert hat, bin ich doch richtig gefesselt gewesen von Jettes.
Vielleicht ist dieser Teil sogar mein Lieblingsteil. (Ich bin ein bisschen traurig, dass es keinen vierten Teil über Nick gibt!)
- Arturo Pérez-Reverte
Der Preis, den man zahlt - Roman (Lorenzo-Falcó-Reihe 1)
(104)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisDer spanische Autor Arturo Pérez-Reverte, selbst einige Jahre Kriegsberichterstatter, entführt uns mit diesem ersten Teil einer Trilogie rund um den charismatischen Geheimdienstmitarbeiter Lorenzo Falcó in das Spanien von 1936 wo nach dem Sturz der Republik der Bürgerkrieg tobt. Zahlreiche größere oder kleiner Gruppierungen wollen mit Waffengewalt entweder ihre neu gewonnene Macht verteidigen oder einen weiteren Umsturz herbeiführen oder die alte Macht, sei es Monarchie oder Republik wieder herstellen.
„Falangisten, Sozialisten, Kommunisten oder Anarchisten - sie bekämpfen sich, obwohl man vor wenigen Monaten noch vieles miteinander geteilt hat“, in blutigen Straßenkämpfen. Noch ist höchst unklar, wer als Gewinner aus diesem Bürgerkrieg hervorgehen wird. Zumal ausländische Mächte versuchen, diesen instabilen Zustand für eigene Zwecke zu missbrauchen.
So bestehen zwischen den Putschisten des General Francos und Nazi-Deutschland enge Beziehungen. Die deutsche Rüstungsindustrie sieht den spanischen Bürgerkrieg als „Blaupause“ für kommende Ereignisse. Dass das Deutsche Reich in wenigen Tagen Francos Regierung anerkennen wird, ahnt man vielleicht mehr als man weiß. Ein heißer, chaotischer Herbst steht den verschiedenen Gruppierungen, die ihren eigenen Geheimdienst und eigene Miliz hat, bevor.
„Es war wie ein Scheiterhaufen, auf dem die besten ihrer Generation verbrannten oder noch verbrennen würden. Auf der einen Seite wie auf der anderen.“ (S.105)
In diesem gefährlichen Chaos hat Lorenzo Falcó klar umrissene Aufträge, die abgearbeitet werden müssen. Nach dem er zuerst eine Frau im Zug identifiziert hat, lautet die nächste Aufgabe, den prominenten Falangisten-Führers José Antonio aus dem Gefängnis von Alicante zu befreien. Dazu muss er mit einer lokalen Rebellengruppe zusammenarbeiten, die lediglich aus einem Mann und zwei Frauen besteht, darunter die zwielichtige Eva. Recht bald kommt es zu Meinungsverschiedenheiten, da die Rebellen weitere Gesinnungsgenossen befreien wollen, was aber Falcós Auftrag widerspricht. Zudem kommen sich Eva und Falcó näher als für ihn persönlich gut ist ...
Meine Meinung:
Autor Arturo Pérez-Reverte beleuchtet mit diesem ersten Band seiner Trilogie eine Facette des Spanischen Bürgerkriegs, der nicht allgemein so bekannt ist. Ja, man kennt die Legion Condor, die Internationalen Brigaden und das Massaker von Guernica. Aber die vielschichtigen Details, die Grabenkämpfe, Doppel-Strategien und private Racheakte, bleiben oft verborgen. Hier werden Falschspieler und Verräter enttarnt.
Sein Geheimdienstagent Lorenzo Falcó hat ein bisschen etwas von James Bond, ist er doch gut trainiert, charismatisch, liebt Maßanzüge, gutes Essen und schöne Frauen. Dabei kann er sich nicht sicher sein, ob sich nicht hinter einen hübschen Fassade eine Verräterin verbirgt. Zudem schafft er es immer wieder, dem Tod so gerade noch von der Schaufel zu springen. Doch ganz ohne Blessuren geht es nicht ab.
Ich habe vor kurzem „Der Italiener“ von Arturo Pérez-Reverte gelesen, das von den gefährlichen Einsätzen der italienischen Kampftaucher, die in der Straße von Gibraltar auf ihren „Maiale“ (=Schwein) genannten bemannten Torpedos zahlreiche Sabotageakte verübt haben, handelt.
Pérez Revertes penible Recherchen zu den Ereignissen in Spanien während der Jahre des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 und sein Talent, komplexe politische Zusammenhänge geschickt in die Handlung seiner historischen Romane einzubetten, kommen auch hier zum Einsatz.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Lorenzo Falcó wird von seinem Auftraggeber, einem Marineoffizier, in dem er eine Art Vaterfigur sieht, als Befehlsempfänger und Söldner gesehen, dem es nicht zusteht, eine eigene (eventuell) abweichende Meinung zu haben bzw. sich Gedanken über seine Mission zu machen. Ich denke, das wird auf längere Sicht noch für Probleme sorgen. Seiner Arbeit als Spion geht er strategisch und minimalistisch nach. Mit den Idealen jenes Grüppchens, das ihm bei der Befreiungsaktion von José Antonio zur Hand gehen soll, kann er wenig anfangen.
Die Brutalität an manchen Stellen mag manchen Leser verstören, entspricht aber Realität.
Ich bin vom sachlich-spannenden Schreibstils des Autor begeistert. Auch der Übersetzung von Petra Zickmann muss Hochachtung gezollt werden. Band 2 („Der Tod, den man stirbt“) und 3 („Das Los. Das man zieht“) stehen schon bereit.
Fazit:
Dieser Auftakt zur Trilogie rund um den Spanischen Bürgerkrieg, die auf wahren Ereignissen beruht, hat mit sehr gut gefallen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, gebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
- Jenny Jackson
Pineapple Street
(107)Aktuelle Rezension von: Lilith_McCoyMeinung zu „Pineapple Street“ von Jenny Jackson
Geld kann vieles kaufen. Aber offenbar weder Taktgefühl noch ein glückliches Familienleben.
Worum geht es?
Brooklyn Heights, New York. Die Familie Stockton gehört zur alteingesessenen Oberschicht. Seit Generationen besitzt sie Immobilien, gesellschaftlichen Einfluss und ein Vermögen, über das andere Menschen nicht einmal nachzudenken wagen.
Doch hinter der makellosen Fassade dieser privilegierten Familie sieht es keineswegs so harmonisch aus, wie man vermuten könnte.
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen.
Darley, die älteste Stockton-Tochter, hat ihre erfolgreiche Karriere aufgegeben, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Für ihre Ehe mit Malcolm verzichtete sie sogar auf ihr Erbe. Doch zunehmend fragt sie sich, wie viel sie von ihrer eigenen Identität geopfert hat.
Sasha stammt aus bescheidenen Verhältnissen und hat Darleys Bruder Cord geheiratet. Nun lebt sie im herrschaftlichen Familienhaus in der Pineapple Street. Doch ihre Schwiegerfamilie betrachtet sie als Außenseiterin und unterstellt ihr, hauptsächlich am Vermögen der Stocktons interessiert zu sein.
Georgiana, die jüngste Tochter, arbeitet für eine gemeinnützige Organisation und hält sich für ausgesprochen sozial engagiert. Gleichzeitig führt sie ein Leben voller Privilegien und verliebt sich ausgerechnet in einen Mann, der bereits verheiratet ist.
Während die drei Frauen mit ihren persönlichen Problemen kämpfen, wird immer deutlicher, wie sehr Geld, gesellschaftliche Erwartungen und familiäre Loyalitäten ihre Entscheidungen bestimmen.
Meine Meinung ❤️
Was für eine herrlich kluge, unterhaltsame und wunderbar bissige Gesellschaftskomödie!
Jenny Jackson hat mich mit ihrem Debüt wirklich begeistert.
Besonders gefallen hat mir, dass sie die New Yorker Oberschicht nicht einfach als Ansammlung oberflächlicher, arroganter und verwöhnter Menschen darstellt. Sie beobachtet ihre Figuren mit einer Mischung aus Ironie, psychologischer Genauigkeit und erstaunlich viel Menschlichkeit.
Und gerade dadurch funktioniert ihre Gesellschaftskritik so gut.
Die Stocktons besitzen praktisch alles, was Geld kaufen kann. Ihre Häuser sind wunderschön, ihre gesellschaftlichen Kontakte ausgezeichnet, und finanzielle Sorgen kennen sie kaum.
Doch sobald es um Gefühle, zwischenmenschliche Beziehungen oder die eigenen Unsicherheiten geht, sind sie erstaunlich unbeholfen.
Besonders großartig finde ich Sashas Perspektive.
Sie kommt aus einer völlig anderen gesellschaftlichen Welt und muss plötzlich feststellen, dass es innerhalb dieser Familie unzählige unausgesprochene Regeln gibt.
Was für die Stocktons selbstverständlich ist, erscheint ihr häufig vollkommen absurd.
Allein die Vorstellung, dass eine Familie so selbstverständlich über Millionenvermögen spricht, gleichzeitig aber kaum in der Lage ist, offen über persönliche Gefühle zu reden, fand ich herrlich.
Dabei ist der Humor wunderbar trocken.
Jackson benötigt keine überdrehten Situationen, um die Absurdität dieser privilegierten Welt sichtbar zu machen. Oft reichen ein beiläufiger Kommentar der Schwiegermutter, eine gesellschaftliche Veranstaltung oder eine kleine familiäre Kränkung.
Gerade diese unterschwelligen Boshaftigkeiten sind großartig beobachtet.
Auch Darley hat mich überzeugt.
Ihre Geschichte beschäftigt sich mit einer Frage, die weit über die Welt reicher New Yorker Familien hinausgeht: Was bleibt von einer Frau übrig, wenn sie ihre beruflichen Ambitionen und persönlichen Wünsche zunehmend den Bedürfnissen ihrer Familie unterordnet?
Darley hat sich bewusst für ihre Familie entschieden. Trotzdem merkt sie, dass ihr etwas fehlt.
Jackson beschreibt diesen Widerspruch sehr differenziert, ohne ihre Figur dafür zu verurteilen.
Und dann ist da Georgiana.
Sie ist wahrscheinlich diejenige, über die ich mich am häufigsten geärgert habe.
Ihre Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Privilegien hinnimmt, ihre gelegentliche Naivität und ihre moralischen Widersprüche sind manchmal schwer auszuhalten.
Gleichzeitig finde ich gerade sie ausgesprochen interessant.
Denn Jackson zeigt, wie einfach es ist, sich für einen guten Menschen zu halten, solange man die eigenen gesellschaftlichen Vorteile nicht wirklich hinterfragen muss.
Georgiana engagiert sich für wohltätige Zwecke, besitzt aber zunächst wenig Verständnis dafür, was wirtschaftliche Unsicherheit tatsächlich bedeutet.
Diese Diskrepanz zwischen moralischem Selbstbild und gesellschaftlicher Wirklichkeit gehört für mich zu den stärksten Aspekten des Romans.
Was mir außerdem gefallen hat, ist die Erzählweise.
Jenny Jackson schreibt lebendig, pointiert und mit einem hervorragenden Gespür für Dialoge. Die Geschichte entwickelt sich flüssig, die Perspektivwechsel funktionieren, und die Figuren besitzen genügend Eigenheiten, um im Gedächtnis zu bleiben.
Besonders schön finde ich, dass die Autorin ihre Charaktere nicht einfach bloßstellt.
Natürlich macht sie sich über die absurden Gewohnheiten der reichen New Yorker lustig. Aber sie zeigt auch, dass hinter gesellschaftlicher Arroganz häufig Unsicherheit, mangelnde Selbstreflexion oder die Angst stehen, den eigenen Platz innerhalb der Familie zu verlieren.
Damit bekommt der Roman mehr Tiefe, als ich zunächst erwartet hatte.
Was das Buch für mich besonders macht
„Pineapple Street“ ist nicht einfach ein Roman darüber, dass reiche Menschen auch Probleme haben.
Es geht vielmehr darum, wie Reichtum Beziehungen verändert.
Wer nie lernen musste, mit finanziellen Einschränkungen umzugehen, entwickelt möglicherweise ein völlig anderes Verständnis von Verantwortung, Leistung und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Besonders interessant finde ich deshalb die Frage, wie viel von unserer Persönlichkeit tatsächlich auf eigenen Entscheidungen beruht und wie viel durch unsere Herkunft bestimmt wird.
Die Stocktons halten ihre Lebensweise für selbstverständlich. Sasha hingegen macht durch ihre bloße Anwesenheit sichtbar, wie ungewöhnlich diese Welt eigentlich ist.
Dabei entsteht eine Gesellschaftssatire, die ausgesprochen unterhaltsam ist, ohne ihre Figuren vollständig der Lächerlichkeit preiszugeben.
Und genau diese Balance hat mich begeistert.
Mein Fazit
„Pineapple Street“ ist für mich ein intelligenter, humorvoller und ausgesprochen gelungener Gesellschaftsroman über Reichtum, familiäre Erwartungen und die Schwierigkeiten, seinen eigenen Weg zu finden.
Jenny Jackson verbindet scharfe Beobachtungen mit lebendigen Figuren und einer herrlich ironischen Darstellung der New Yorker Oberschicht.
Besonders begeistert haben mich die unterschiedlichen Frauenperspektiven, die großartigen Dialoge und der feine Humor.
Natürlich erzählt der Roman keine vollkommen neue Geschichte. Reiche Familien mit komplizierten Beziehungen gehören schließlich seit Jahrhunderten zum festen Bestandteil der Literatur.
Aber Jenny Jackson gelingt es, daraus eine wunderbar zeitgemäße, kluge und erstaunlich menschliche Geschichte zu machen.
Ein Buch, das mich hervorragend unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken über gesellschaftliche Privilegien, familiäre Loyalität und persönliche Freiheit gebracht hat.
Für mich genau die richtige Mischung aus intelligenter Unterhaltung und bissiger Gesellschaftskritik.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die scharf beobachtete Familiengeschichten, trockenen Humor und interessante Frauenfiguren lieben.
⭐ Bewertung: ★★★★★ | A























