Bücher mit dem Tag "odyssee"
26 Bücher
- Madeline Miller
Ich bin Circe
(415)Aktuelle Rezension von: Wildnwitchybooks
„Circe“ von Madeline Miller ist noch ein Überbleibsel von meinem London Book Shopping Trip im letzten Jahr. Ich habe mir das Buch damals in London gekauft und jetzt endlich beendet – wobei „endlich“ hier tatsächlich ziemlich gut passt.
Circe ist die Tochter des Sonnengottes Helios, passt jedoch von Anfang an nicht wirklich in die Welt der Götter. Sie wird von ihrer Familie verspottet und ausgegrenzt, bis sie entdeckt, dass in ihr eine ganz eigene Macht steckt: Hexerei. Schließlich wird sie auf die Insel Aiaia verbannt, wo sie ihre magischen Fähigkeiten immer weiterentwickelt und im Laufe ihres Lebens auf zahlreiche bekannte Figuren der griechischen Mythologie trifft, darunter Hermes, Daedalus und natürlich Odysseus.
Madeline Miller erzählt Circes Geschichte dabei aus einer feministischen Perspektive und macht aus einer Figur, die in den alten Mythen häufig über andere definiert wird, eine unglaublich vielschichtige Protagonistin mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Gerade Circe selbst hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich mochte ihre Entwicklung, ihre Art und die Darstellung dieser Frau, die sich ihren Platz zwischen Göttern und Menschen erst selbst schaffen muss.
Mein Problem mit dem Buch hatte deshalb eigentlich erstaunlich wenig mit dem Buch selbst zu tun: Ich bin gerade einfach komplett Fantasy-müde. Und leider fällt für meinen Kopf aktuell auch griechische Mythologie unter Fantasy. Dadurch bin ich beim Lesen ständig zwischen zwei Gefühlen hin und her geschwankt: „Oh, ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht!“ und „Ich habe gerade einfach überhaupt keinen Bock auf Fantasy.“
Das hat dafür gesorgt, dass ich deutlich länger für das Buch gebraucht habe, als es eigentlich verdient hätte. Denn die Geschichte ist gut, Circe ist eine großartige Protagonistin und die feministische Neuerzählung der bekannten Mythologie hat mir wirklich gefallen. Ich glaube nur, dass ich dieses Buch zu einem anderen Zeitpunkt wesentlich mehr hätte genießen können.
- Irene Vallejo
Papyrus
(167)Aktuelle Rezension von: AlrikBeim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise durch eine Welt, in der Bücher nicht nur Gegenstände, sondern lebendige Brücken zwischen Zeiten sind. Vallejo schreibt mit einer Wärme, die Wissen tragbar macht; ihre Szenen sind anschaulich, voller kleiner Helden — Buchhändler, Schreiber, eine Nonne, die Schriften bewahrt — und jede von ihnen hinterlässt ein Bild, das nachklingt.
Die Verbindung von erzählerischem Schwung und fundierter Forschung beeindruckt: Fakten werden nicht trocken aufgereiht, sondern in Geschichten eingebettet, so dass das Lesen selbst zur Handlung wird. Manchmal verlangt die Fülle an Exkursen aktive Aufmerksamkeit; der rote Faden löst sich stellenweise auf, und gelegentliche Abschweifungen fordern Geduld. Genau hier liegt aber auch der Reiz: Wer bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit überraschenden Einsichten belohnt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Bücher mehr sind als Information — sie sind Überlieferung, Rettung und Widerstand gegen das Vergessen. Für alle, die Geschichte fühlen möchten und Lust auf ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch haben, ist Papyrus ein bereichernder Schatz. Wer eine streng lineare Darstellung sucht, könnte sich stellenweise geordnetere Strukturen wünschen. Insgesamt aber hat dieses Buch den Blick auf das geschriebene Wort vertieft und lange nachklingen lassen.
- Nina Blazon
Ascheherz
(687)Aktuelle Rezension von: jess_nixxDiese Geschichte braucht viel Zeit, um sich zu entwickeln, zu wachsen und sich zu vertiefen. Was das Geschehen mit der Zeit schafft, nämlich zu gefallen, bekommen die Charaktere aber für mich nicht hin. Sie haben es bis zum Ende nicht geschafft mir in irgendeiner Form ans Herz zu wachsen. Sie sind schlichtweg da, mehr aber auch nicht... austauschbar.
Der Schreibstil ist flüssig und Bildgewaltig, aber neigt auch dazu, zu ausführlich zu werden. Dadurch wird es relativ häufig langatmig, bis hin zu langweilig.
Lange habe ich mich gefragt, wohin das ganze führen soll was da passiert. Besonders der Anfang kam mir oft etwas wirr vor und im Verlauf gibt es Wendungen, die ein dickes Fragezeichen hinterlassen haben. Aber durchhalten hat sich hier gelohnt. Denn zum Ende hin werden alle, vorher noch komischen, Punkte zu einem großen Ganzen zusammengefügt und ergeben plötzlich Sinn.
Das Buch ist trotz seine langen Leitung insgesamt nicht schlecht, aber man muss bis zum letzten Drittel durchhalten um zu verstehen warum alles so passiert wie es passiert. Es ist ganz anders aufgebaut wie alles was ich bisher gelesen habe und das macht es irgendwie schwer dran zu bleiben. Während dann alles endlich aufgeklärt wird, nimmt gleichzeitig die Liebesgeschichte sehr viel Raum ein, was für mich nicht nötig gewesen wäre, aber okay ist. Von mir gibt es 3,5 Sterne
- Homer
Die Odyssee
(177)Aktuelle Rezension von: Karandi
Bevor ich meine Rezension über die Odyssee abgebe, muss ich sagen, dass ich wohl den richtigen Riecher gehabt habe. Ich hatte mir das Buch tatsächlich ein paar Tage zuvor geholt, bevor ich mitbekommen habe, dass der Film in die Kinos kommt. Da man anschließend so viel mit dem Film konfrontiert wurde und er von allen Seiten gelobt wird, habe ich mich auch schnell daran gemacht, das Buch zu lesen, um beim Film nicht gespoilert zu werden.
Beim Lesen des Buches habe ich auch verstanden, warum der Film so großen Anklang gefunden hat, auch wenn ich ihn selbst noch nicht gesehen habe. Wenn die Szenerie, wie sie im Buch dargestellt wird, im Film genauso wiedergegeben wird, dann glaube ich gerne, dass er großartig geworden ist.
Wir erleben eine fabelhafte, märchenhafte Welt der griechischen Mythologie – entsprechend den Menschen, ihre selbst erschaffenen Götter und die daraus resultierenden Abenteuer. Das Buch selbst ist ein episches Gedicht und natürlich nicht in der Sprache geschrieben, die wir aus dem allgemeinen Sprachgebrauch unserer heutigen Zeit kennen. Die Dialoge wirken sehr altertümlich. Wenn man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt hat, kann man der Geschichte sehr gut folgen.
Für sich genommen ist die Odyssee ein riesengroßer Abenteuerroman. Was ich so fabelhaft an der Geschichte finde, ist vor allem ihr unglaubliches Alter. Genau aus diesem Grund interessieren mich Klassiker überhaupt: Sie fangen Gedanken, Ideen und die Kreativität von Menschen ein und geben sie wieder, die schon lange nicht mehr unter uns weilen.
Odysseus durchlebt allerhand Abenteuer. Er trifft auf Götter, Riesen und allerlei Schwierigkeiten, die seinen Weg erschweren. Und ich denke, dass genau darin auch eine der zentralsten Botschaften des Buches liegt: Odysseus’ ungebrochener Wille, sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen zu lassen und seinen Weg weiterzugehen. Immer wieder wird er mit neuen Hindernissen, Verlusten und scheinbar ausweglosen Situationen konfrontiert. Trotzdem gibt er nicht auf. Natürlich steht dabei seine Sehnsucht nach der Heimkehr im Mittelpunkt – nach seinem Zuhause, seiner Familie, seinen Freunden und all den Menschen, die auf ihn warten und ihm Geborgenheit und Schutz geben. Aber sein ungebrochener Wille geht weit darüber hinaus. Es ist der Wille eines Menschen, der selbst nach den schwersten Rückschlägen immer wieder aufsteht und versucht, seinen Weg fortzusetzen.
Odysseus ist nicht der typische griechische Held wie Herkules, der seine Widersacher durch pure Muskelkraft besiegt. Er benutzt seinen Kopf. Er nutzt die Möglichkeiten, die ihm gegeben werden, und nimmt auch die Hilfe der Götter an. Das finde ich auch für gläubige Menschen sehr schön, die eventuell zunächst Anstoß an einer Geschichte nehmen könnten, in der so viele Götter vorkommen. Denn trotz allem wird hier der Werdegang eines Menschen geschildert, der an höhere Mächte glaubt und dessen Weg von den Göttern immer wieder beeinflusst und geebnet wird.
Auch wenn Odysseus oft einem Sturm ausgesetzt ist, wird ihm immer wieder geholfen – nicht nur von anderen Menschen, sondern auch von höherer Ebene. Dadurch wird deutlich, dass er seinen Weg nicht völlig allein gehen muss. Er bekommt Hilfe, muss aber trotzdem selbst den Willen aufbringen, weiterzumachen und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Das fand ich sehr schön.
Ebenso gefällt mir, dass Odysseus, obwohl er der Held der Geschichte ist, äußerst menschlich dargestellt wird. Er ist nicht immer perfekt. Er hat Ecken und Kanten. Und auch wenn er ein brillanter Schachspieler ist, verliert er doch zwischendurch ein paar Bauern und wird durchaus einmal Schach gesetzt – wenn auch niemals schachmatt.
Odysseus ist ein Mensch, und seine Methoden sind nicht immer einwandfrei. Aber man muss bedenken, dass er weit entfernt von seiner Heimat auf sich allein gestellt ist und sich zu helfen wissen muss – und genau das hat er in seinem bisherigen Leben gelernt. Er verfügt über eine unglaubliche Lebenserfahrung, denn er ist kein junger Spund mehr, sondern ein gereifter Mann, der sich bereits hunderte Male bewiesen hat.
Odysseus weiß, dass ein großer Teil seines Leidens nicht von ihm selbst verursacht wurde. Der Zorn eines anderen Gottes ist es, der von Anfang an zu seinem größten Problem wird. Er handelt nach der Weisheit der Götter und weiß deren Hilfe zu nutzen, wenn sie ihm angeboten wird. Doch am Ende kann selbst der Zorn eines Gottes ihn nicht daran hindern, sein Ziel zu erreichen und erhobenen Hauptes zurückzukehren, egal wie sehr dieser auch die Umwelt und die Menschen manipuliert, um Odysseus zu Fall zu bringen. Odysseus hat mächtige Götter auf seiner Seite, allen voran Athene, die ihn immer wieder unterstützt. Ebenso hat er die Kraft seiner Familie, seiner Freunde und treuer Menschen, die ihm auf seinem Weg begegnen. Ja, sogar ganze Ortschaften scheinen hinter ihm zu stehen, denn viele Menschen begegnen Odysseus mit Respekt und Freundschaft. Er ist ein Bürger, der trotz seiner Fehler für viele Menschen ein Segen ist.
Das Buch zeugt von Durchhaltevermögen, von Willenskraft und von der Vorstellung von Gerechtigkeit. Gleichzeitig schildert es aber auch sehr gut eine intrigante und teilweise lustvolle Welt, der Odysseus zu entrinnen versucht, um seinen Frieden in seinem eigenen Haus zu finden.
Von mir bekommt das Buch allerdings nur drei Sterne, und zwar aus dem einfachen Grund, dass es nicht ganz meinen Geschmack trifft. Ich bin kein großer Fan der griechischen Mythologie, und die Vielzahl an Göttern, die in dieses Abenteuer eingebunden sind, hat mich persönlich nicht vollständig angesprochen. Auch die Sprachkultur war nicht unbedingt meine.
Dennoch würde ich jedem, der den Film gesehen hat oder generell an Klassikern interessiert ist, eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Einfach aus dem Grund, dass es sich um ein Stück Weltliteratur handelt, das man meiner Meinung nach einmal gelesen haben darf – auch wenn es für mich persönlich kein Muss ist. Gerade die Tatsache, dass diese Geschichte seit Jahrtausenden überliefert wird und uns noch heute von den Gedanken, Vorstellungen und der Kreativität längst vergangener Menschen erzählt, macht die Odyssee für mich zu einem besonderen Werk.
- Judith Vogt
Schildmaid
(46)Aktuelle Rezension von: babsi-1997Ich habe das Buch "Schildmaid" von Judith & Christian Vogt aufgrund des schönen Covers ausgewählt. Auch der Klappentext ließ mich auf ein spannendes Abenteuer hoffen.
Im Buch geht es um eine Gruppe Frauen, die gemeinsam ein Schiff bauen und sich damit auf eine lange Reise begeben, um ihr von den Göttern auserwähltes Schicksal zu erfüllen. Soweit klingt die Grundidee toll.
Doch leider habe ich schon auf den ersten Seiten gemerkt, dass der Schreibstil nichts für mich ist. Es war ein zähes Vorankommen. Ich habe manche Sätze auch einfach gar nicht verstanden. Die Gruppe von Frauen wurde immer größer. Sie hatten zum Teil sehr ähnliche Namen, sodass ich die Personen andauernd verwechselt habe.
Im Buch kommt auch sehr viel Diversität vor. Das war mit zu Beginn nicht klar. Eigentlich finde ich das super. Aber es wirkte zum Teil sehr erzwungen. Auch habe ich erst nach ca. 300 Seiten gemerkt, dass eine Person trans ist.
Ich habe das Buch zu Ende gelesen. Die letzten paar Kapitel fand ich auch spannend. Aber leider hat sich alles sehr gezogen.
- Neal Shusterman
Kompass ohne Norden
(87)Aktuelle Rezension von: Sunshine24Ich habe schon einige andere Bücher von Neal Shusterman gelesen, daher habe ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut und war sehr gespannt, wie er an dieses Thema herangehen wird. Nach dem Vorwort zu Kompass ohne Norden war klar: Dies ist ein persönliches Werk in Zusammenarbeit mit seinem Sohn, der Ähnliches erlebt hat. Und während des Lesens hat man dies auch gemerkt... es ist so wahrhaftig und greifbar. Man wird wirklich in das Innenleben der Hauptperson Caden hineinversetzt und fühlt/erlebt mit ihm. Man ist teilweise sehr verwirrt, aber das ist Caden ja auch. Und genau das hat Neal Shusterman einfach großartig umgesetzt. Man kann sich Fachartikel zu Schizophrenie durchlesen, aber dieses Buch gibt einem wirklich das Gefühl eher verstehen zu können, wie sich Menschen mit Schizophrenie fühlen. Wie es für sie selbst ist. Wie sich ihre Realität verändert. Daher war das Buch für mich sehr bereichernd und ich empfehle es gerne weiter!
- Michael Tietz
Rattentanz
(169)Aktuelle Rezension von: supersusiIch habe schon mehrere Bücher darüber gelesen, wie die Menschheit durch Stromausfall wieder in die Steinzeit katapultiert wird und Plünderungen, das Gesetz des Stärkeren, Mord und Totschlag herrschen und einige Menschen versuchen, ihre Werte beizubehalten und dennoch zu überleben (z.B. Blackout, the Stand). Dieses Buch ist mit seinen über 800 Seiten das zweitdickste.
Sehr spannend, sehr erschütternd und sehr erschreckend. Die Menschen verrohen sehr schnell und hätte man zu Coronazeiten den Kampf um Klopapier nicht miterlebt, würde man nicht glauben, dass die Menschen so schnell in puren Egoismus verfallen. Aber auch wenn das Buch die menschlichen Abgründe, den Schrecken, die Angst vor Vergewaltigung, Mord oder Verhungern und die Trauer um Kinder, Enkel, Familie und Freunde schildert, so ist es auch dennoch mit Humor geschrieben. Und es gibt immer wieder Hoffnung. Das Buch schreckt auch nicht davor zurück, zu zeigen, dass nicht nur böse Menschen die Oberhand gewinnen, sondern auch, wie Menschen mit Anstand und Moral in ihrer Verzweiflung im Kampf um´s Überleben töten, (fremde) Kinder zurücklassen oder zu Kannibalen werden. Alles in allem ein wahrer Pageturner und am Ende möchte man das Buch gar nicht weglegen, weil einem der Abschied von den Figuren, die man in ihrer schwersten Zeit begleitet hat, schwer fällt.
Zur Handlung : Flugzeuge fallen vom Himmel und es gibt keine Möglichkeit, Rettungsdienste und Feuerwehr anzurufen, da alle Telefone tot sind. Nach und nach dämmert es den Menschen im kleinen Dorf Wellendingen, dass der Strom ausgefallen ist. Keiner weiß, wann er wieder da ist. Was tun mit all den Leichen vom Flugzeugabsturz auf dem Acker ? Sie raufen sich zusammen und versuchen eine Lösung zu finden, damit keine Seuchengefahr entsteht oder das Grundwasser vergiftet. Eva, eine Krankenschwester arbeitet in der nächstgrößeren Stadt und erlebt, wie auf der Intensivstation alles drunter und drüber geht. Durch viele Verletzte (Ampeln fallen aus etc.) herrscht Chaos und im Laufe der nächsten Tage sind auch die Notstromgeneratoren alle. Sie versucht so lange wie möglich die Stellung zu halten und dann zu ihrer kleinen Tochter nach Wellendingen zu gelangen. Dies wird u.a. durch marodierende Banden erschwert. Ihr Mann ist z.Z. auf Geschäftsreise in Schweden und erlebt dort, wie alles zusammenbricht. Keiner ahnt, dass der Strom weltweit ausgefallen ist und so hofft man zunächst auf Hilfe von außerhalb. Die Geschichte hat mehrere Haupthandlungsstränge : Die Dorfbewohner, Eva, ihr Mann und "die Bösen". Immer wieder erschreckend, wie schnell letztere die Oberhand haben und brutal und ungestraft rauben, morden und vergewaltigen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie der Autor das Stimmenhören eines Schizophreniepatienten schildert. Da ich in der Psychiatrie arbeite finde ich das durchaus realistisch, denn es gibt Patienten, die das so beschreiben. Auch das Delirium ist treffend beschrieben, denn auch der Alkohol ist irgendwann alle oder geplündert. Ich mag auch die Art, wie er die Charaktere beschreibt und trotz nur weniger Worte tun sich Abgründe auf oder man ist sofort im Bilde. z.B. S. 19 " Aber man mußte ihr immer wieder sagen, was, wann und in welcher Reihenfolge zu erledigen war. Auch im Bett." oder S.33 " Im Gegensatz zum größten Teil seiner Umwelt war er zutiefst davon überzeugt, dass er das war, was gemeinhin als toller Hecht bezeichnet wurde."
Alles in allem ein gelungenes Buch, sehr erschreckend und traurig, aber es zeigt auch, was man mit Zusammenhalt und Rückbesinnung auf alte Werte erreichen kann.
- Michael Paul
Wimmerholz
(20)Aktuelle Rezension von: Maritahenriette
Nach dem 2.Weltkrieg sind Hunderte von deutschen Wehrmachtsangehörigen über die Ostsee nach Schweden geflohen. Dort in Lagern interniert warteten sie auf die Überführung nach Deutschland und sollten dort den Engländern übergeben werden. Die damalige schwedische Regierung hielt sich jedoch nicht an diese Zusage. Aus Angst vor der russischen Gefangenschaft verletzten, verstümmelten oder haben sich viele Millitärangehörige selbst getötet. Der 30. November 1945 geht in die schwedische Geschichte als der. "blutige Freitag "ein.
MEINE MEINUNG :
Michael Paul verarbeitet die historische Tatsache um die fiktive Geschichte des Soldaten Martin Greven und der zehnjährigen Lena.
Am Anfang des Buches musste ich mich ein wenig an den Schreibstil gewöhnen. Durch die detailgetreue Recherche und die einfühlsame Geschichte um das Waisenkind Lena wurde ich schnell in den Bann gezogen. Die lebensgefährliche Flucht über die Ostsee, das Lagerleben und die Überführung der deutschen Wehrmachtsangehörigen nach Russland hat der Autor sehr bildlich und eindrucksvoll geschildert. Diese Tatsache war für mich teilweise sehr bedrückend zu lesen und hat mich zum denken angeregt. Gerade der Kontrast zwischen den sich zuspitzenden Lagerleben, der Hilfsbereitschaft der schwedischen Bevölkerung, die mitunter im Roman Martin und und das Kind verstecken, führten mich während des lesens in eine "emotionale Achterbahn ".
Die real existierende geheime Organisation der Werwölfe, welche hier Martin und Lena bedrohen, hat der Autor in seinem Buch sehr ausdrucksvoll eingesetzt.
FAZIT :
"Wimmerholz " von Michael Paul besitzt verschiedene Handlungsstränge welche mit viel Spannung und Gefühl umgesetzt wurde. Der Kontrast zwischen Angst, Gewalt, Hilfsbereitschaft und Liebe macht das Buch nicht unbedingt zur einfachen Kost. Die Umsetzung realer, aber nicht jedem präsenter Vergangenheit in einem Roman, ist nach meiner Meinung, sehr gelungen und absolut lesenswert. - Robert Lyndon
Der Thron der Welt
(52)Aktuelle Rezension von: NephilimleserInhalt:
Der fränkische Ritter Vallon begibt sich mit dem Medizinstudenten Hero auf eine Reise durch Europa um eine Lösegeldforderung für einen gänzlich unbekannten Ritter zu machen. Der Sultan verlangt zwei Pärchen Gerfalken, die größten der Welt. Zusammen mit dem jungen Wayland, dem Deutschen Raul und dem Stiefbruder des Vermissten reisen sie nach Grönland um die Falken zu fangen. Auf ihren Versen ist der andere Halbbruder, der um jeden Preis die Auslösung verhindern will. Weiter müssen sie über Russland bis nach Konstantinopel.
Das Buch:
Das 953 Seiten starke Buch ist im Wunderlich Verlag erschienen. Man merkt deutlich, dass der Autor Robert Lyndon selbst Falkner ist.
Meine Meinung:
Wer dieses Buch lesen möchte, sollte viel Zeit mitbringen. Durch die starke Seitenanzahl und die doch zum Teil recht zähe, aber authentisch wirkende Reise, zieht sich das Buch hin. Natürlich ist es realistisch, dass man auch mal ein paar Monate braucht, um Falken zu fangen oder das ein Schiff nicht in 2 Tagen flott gemacht ist.
Das Buch besticht aber durch eine große Reise, viele Abenteuer und Charaktere, die so verschieden sie sind, man sie mögen muss. Jeder hat seine Vergangenheit und jeder findet ans Ziel. Auf seine Weise.
4 Sterne für die zähere Handlung, ansonsten definitiv lesenswert, wer eine abenteuerliche Reise durchs historische Europa machen möchte.
- Peter Henning
Ein deutscher Sommer
(37)Aktuelle Rezension von: Schmuck_GuggerinWir werden uns sicher an diesen Sommer 1988 noch erinnern und dennoch hilft dieser Roman, noch einmal in diese Zeit zurückzukehren. Es sind die Pressenachrichten, die uns bewegt haben und die in diesem Buch noch einmal ihren Platz finden. Ein Geiseldrama zieht sich durch das gesamte Buch (immerhin 600 Seiten) und lässt uns viele der absurden Gespräche nachlesen. Im Mittelpunkt stehen allerdings die Menschen, die dieses Jahr miterlebt haben. Alle haben ihre eigenen Probleme, und dass das „Wir“ den Hauptteil des Romans ausmacht, hat ihn mir auf besondere Weise nahe gebracht. Peter Henning ist mit diesem Buch ein Stück deutscher Geschichte gelungen. Das geschilderte Jahr hat auf entscheidende Art die deutsche Gesellschaft beeinflusst, denn es macht deutlich, wie verwundbar ihre Institutionen sind.
- Auguste Lechner
Die Abenteuer des Odysseus
(34)Aktuelle Rezension von: AMCLiestNachdem ich gerade im Kino die Odyssee von Chris Nolan gesehen habe, die mich sehr begeistert hat, musste ich mir endlich wieder Auguste Lechner mit ihrem Odysseus zu Gemüte führen. Sie hat mich jahrelang mit ihren wundervollen Büchern geprägt und mein Interesse an den griechischen Götter- und Heldensagen geweckt.
Den Inhalt möchte ich nicht unbedingt wieder geben, da ich ihn als bekannt voraussetze. Der Schreibstil von Auguste Lechner ist noch immer wunderschön und einprägsam, manchmal etwas altertümlich, aber passend zu Odyssee. Am besten ist natürlich der Schluss, der mit viel Gefühl und dem Auftreten von Pallas Athene besonders würdig ist.
Sehr empfehlenswert !
- Daniel Mendelsohn
Eine Odyssee
(25)Aktuelle Rezension von: schokoloko29Daniel Mendelsohn ist Altphilologe und Professor in einer Uni. Sein Vater, Jay Mendelsohn, ist pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt. Er möchte noch einmal die Odysee zusammen mit seinem Sohn und seinen Studenten lesen.
Aus diesem Grund besucht er die Vorlesungen zu diesem Thema. Er hält nicht viel von Odysseus. Er weint, die Götter helfen ihm in schwierigen Situationen und er betrügt seine geliebte Frau Penelope. Dann passt er nicht gut auf seine Besatzung auf. Denn Odysseus ist der einzige Mensch, der den Feldzug nach Troja und wieder zurück nach Ithaka überlebt. Jay findet ihn gar nicht heldenhaft; sondern eher eine Memme, der hilflos ist und nichts alleine erreicht. Durch diese kontroverse Meinung entsteht viel Gesprächsstoff im Seminar und sein Sohn und sein Vater kommen ins Gespräch. Daniel Mendelsohn empfand seinen Vater eher hart, distanziert, rigide und er hatte schon als Kind durch seine Strenge einfach keinen guten Draht, Dies ändert sich durch das Seminar. Sie entwickeln Anknüpfungspunkte und sein Sohn erlebt den Vater zum ersten Mal in seinem Leben als fürsorglich und empatisch.
Auch wird der Sterbeprozess, das Aufwachsen in einfachen Verhältnissen und die schwierige Ehe von Jay Mendelsohn beleuchtet.
Für mich entwickelte sich das Buch immer positiver. Am Anfang ging es hauptsächlich um die Odyssee die verschiedenen Strophen und Kapitel von Homer. Was für Menschen, die sich dafür nicht interessieren eher trocken sein kann (Dies war für mich eher nicht der Fall). Doch je länger es fortdauert umso berührender war für mich das Buch.
Das Buch war sehr informativ, bezüglich der Odyssee und am Ende auch sehr berührend. Das Buch kann ich nur empfehlen.
- Kenta Shinohara
Astra Lost in Space 01
(7)Aktuelle Rezension von: KappaKawaiiEine zufällige Gruppe von acht SchülerInnen soll als Teil eines Jugendcamp-Programms eine Woche auf sich allein gestellt auf dem Planeten MCPA überleben. Sie sollen lernen zusammen zu arbeiten und bekommen als Sonderaufgabe den Auftrag, auf ein 10 jähriges Kind aufzupassen. Die Gruppe wird von ihren Lehrern auf MCPA abgesetzt und macht sich gerade auf, diesen zu erkunden, als eine seltsame Kugel vor ihnen erscheint. Sie werden alle ins Innere der Kugel gezogen und landen mitten im Weltraum, neben einem verlassenen Raumschiff 5012 Lichtjahre von zuhause entfernt. Und so wird das Abenteuer Weltraum plötzlich zur realen Bedrohung...
Dieser Manga ist ein spannender Sci-Fi Titel, dessen volle Stärke, meiner Meinung nach, zur Mitte des ersten Bandes hin richtig spürbar wird. Wahrscheinlich liegt dies an der Vielzahl der Charaktere, die erst vorgestellt werden, und auch darin, dass die Action und der Mysteryaspekt erst etwas später einsetzen. Trotz der eigentlich dramatischen Ereignisse bleibt die Story leicht und man merkt, dass es sich bei den ProtagonistInnen um SchülerInnen handelt, die neben ihren jeweiligen fachspezifischen Stärken auch gerne mal herumalbern. Auch für LeserInnen abseits des Sci-Fi Genre könnte dieser Manga interessant sein, da er sich auch mit den Beziehungen der Charaktere untereinander beschäftigt. Eine große Leseempfehlung, nicht nur für Sci-Fi Fans! - Isabella Straub
Wer hier schlief
(35)Aktuelle Rezension von: abaÜberzeugend absurd
Als der mittelmäßige und nicht mehr ganz junge Philipp Kuhn auf die Suche nach seiner jungen Geliebten gegangen ist, um ihr mitzuteilen, dass er ihret wegen sein altes Leben hinschmeißt, wusste ich, dass das nur der Anfang von seinem größten Abenteuer wäre.
Wohnung, Job, feste Freundin, alles war ihm egal, das alles hat er geopfert. Damit wollte er ihr sagen, wie wichtig sie geworden ist.
Aus diesem Liebesbeweis ist ein wahrer Alptraum entstanden.
Dieser Alptraum heißt "Wer hier schlief" und die Autorin ist die Österreicherin Isabella Straub.
"Wer hier schlief" ist Isabella Straubs dritter Roman, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe.
Die Handlung und die teilweise absurden Situationen, die sie ergreifend beschreibt, sind ganz nach meinem Geschmack gewesen.
Phillipp Kuhn verlässt seine Freundin, seine Wohnung und seinen Job. Auf der Suche nach seiner neuen Freundin, für die er sich in der Lage fühlt, Bäume auszureißen, gerät er in komische und unerwartete Situationen und begegnet Menschen, die ihn dazu bringen, Sachen zu tun, die er in seinem mittelmäßigen Leben niemals getan hätte. Er entdeckt die Stadt, in der er lebt, mit anderen Augen und taucht in einer Art Unterwelt ein, von deren Existenz er nicht mal die geringste Ahnung hatte.
Isabella Straub hat mich mit einer fast kafkaesken Geschichte voller Absurditäten und mit einer schlagfertigen Sprache gefesselt und meine Geduld strapaziert (aber im positiven Sinne!).
"Wer hier schlief" ist aus meiner Sicht Isabellas Straubs bester Roman und ein guter Grund für mich, auf ihr nächstes Buch gespannt zu sein!
- Alexs Pate
Amistad.
(8)Aktuelle Rezension von: HoldenDas Drehbuch zum Steven-Spielberg-Film, der einen tieftraurig zurück ließ. Cinque wurde mit einer Gruppe weiterer Afrikaner entführt, als er sich auf dem Nachhauseweg von seinem Reisfeld in Westafrika befand, und von einem Bekannten, der einem anderen Dorf angehörte und bei dem er Schulden hatte, in Galinas Bay an Sklavenhändler verkauft, womit sein Martyrium begann. Als Film war das Ganze natürlich noch eindringlicher, v.a. die Szenen, die sich an Bord der "Amistad" abspielten, und die Cinque später vor dem Bezirksgericht schilderte. Ein maßloses Verbrechen, dessen die Aufarbeitung der beteiligten Länder leider größtenteils noch aussteht. Für mich als Juristen auch nicht ganz uninteressant, geht es hier doch um Rechtsgeschichte. Man würde sich über mehr deutsche Bücher zu dem Thema freuen, die diesen Wendepunkt der Geschichte beinhalten.
- David Nathan
Herz aus Stern
(4)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMit „Herz aus Stern“ versucht sich der deutsche Anime-Youtuber Nino Kerl, bekannt als Ninotaku erstmals als Autor eines Fantasybuches. Um die Hörbuchvariante dieses Erstlings, gesprochen von Synchronsprechergröße David Nathan, soll es in diesem Text gehen.
Hauptfigur des Buches ist die siebenjährige Su. Sie fühlt sich von ihrer Mutter vernachlässigt und weint eines nachts in ihrem Zimmer, als ihre Tränen von der Weltraumpiratenkatze Neko Neko für Diamanten gehalten werden und diese das Kind nach einigen Verhandlungen mit auf ihr Piratenschiff nimmt. Dort ist die Katze der Ausguck und wir lernen die anderen Hauptfiguren Kennen: Hachi der Hund ist Steuermann, Q-MA der Roboterbär ist Smutje und Aison der Löwenmensch ist Kapitän. Nachdem Su prompt in die Crew aufgenommen wurde, macht man sich daran, das Geheimnis der überall in der Milchstraße verschwindenden Sterne zu lösen.
So viel zumindest zur Theorie. In der Praxis erscheint die Aufgabe nicht allzu geheimnisvoll oder auch nur interessant, was an mehreren Problemen liegt. Das erste davon:
Der Spannungsbogen ist nichtexistent. Die Charaktere stolpern von einem Ort zum anderen und erhalten durch Deus ex Machina überall den Hinweis, wo sie als nächstes hinmüssen. Eventuell auftretende Schwierigkeiten werden in kürzester Zeit ohne Anstrengung gelöst. Gerade (Mary) Su wird in diesem Zusammenhang als für eine Siebenjährige überkompetent dargestellt. Sie hat für jedes Problem nahezu sofort eine Lösung parat und kann und weiß Dinge, die ihrem Alter absolut nicht entsprechen, zum Beispiel die genaue Tonfrequenz um Glas zu brechen nebst Anleitung, wie das zu erreichen ist. Ihren Kameraden wird jeweils eine bis zwei Situationen gegönnt, in denen sie glänzen können, ansonsten sind sie reine Stichwortgeber für das überbegabte Mädchen. Das hat auch mit dem zweiten Problem zu tun:
Alle Charaktere außer Su und Aison sind eindimensionale, uninteressante Schablonen. Selbst ihre Crewmitglieder werden auf jeweils genau eine Eigenschaft reduziert: Die Katze ist griesgrämig und der Hund ein stets gut gelauntes Plappermaul. Der Bär kocht und ist treu. Dies sind die einzigen Charaktereigenschaften, die Kerl ihnen zugesteht und die sie in jeder Szene ausleben, was auch zu sich auf ähnliche Art ständig wiederholenden Dialogen führt. Bei den Nebenfiguren setzt sich das Problem fort, dazu kommt, dass die Sätze von manchen von ihnen immer auf einem bestimmten Laut enden. So hängt ein Zug an jeden Satz ein „Tschu Tschu“ an, der Bösewicht ein „Klipp Klipp“. Ein Engel ruft nach jedem Satz „Heilig Heilig“. Das bringt mich zum dritten Problem des Buches:
Kerl verwendet eine Sprache, die er sicher als künstlerisch ansieht, die es aber mit fortschreitender Dauer schwer macht, das Buch zu hören oder zu lesen. Besonders deutlich kann man das an der immer weiter ausufernden Verwendung von Alliterationen erkennen. Werden sie anfangs noch häufig, aber vertretbar oft eingestreut, wird später jeder Ausdruck, bei dem das irgendwie möglich ist, in eine Alliteration gezwängt. Beispiele wären „Morast der Milchstraßen-Mysterien“ oder „Sie stellte stolz strahlend das kryptische Kunstwerk zur Schau“. Der Zuhörer bekommt den Eindruck, dass der Autor, nachdem er dieses Stilmittel verstanden hatte, wahnsinnig stolz auf sich war und es nun möglichst oft verwenden musste. Weitere Beispiele sind die laut Buch milchstraßentypischen Redewendungen („Hera hab Dank und Dank sei Dein“, „Vergib und vergiss, ich bitte dich“), die aber auch so unnatürlich oft verwendet werden, dass die gesamte Sprechweise der Figuren künstlich wirkt. Ihre Sprache ist ein Mischmasch von Deutsch, sehr praktisch für Su, und der Sprache des „Alten Volkes“. Das Alte Volk waren anscheinend raumfahrende Japaner, schließlich sind fast alle Lehnwörter aus dem Japanischen entnommen. Damit komme ich zum vierten Problem:
Auch viele der Charaktere und Konzepte sind anderen Werken entnommen. Animefans werden fast die Hälfte der Nebenfiguren aus anderen Werken wiedererkennen, ein weiteres Drittel wurde verschieden Erdmythologien entlehnt. Auch die Bewohner der Milchstraße sind alle Menschen, Tiere oder Hybride daraus. So wirkt das gesamte Buch wie eine Fanfiction aller möglichen Werke, die dem Autor in den letzten Jahren gefallen haben, in der eigene Ideen jedoch rar bleiben.
David Nathan liest das Buch souverän und mit vielen unterschiedlichen Stimmen. Seine gute Leseleistung kann dieses Buch jedoch auch nicht davor retten, mit zunehmender Dauer immer schwerer anzuhören zu sein.
„Herz aus Stern“ möchte ein unterhaltsamer Fantasyroman sein und scheitert daran umfassend. Es ist langweilig zu hören, die Charaktere sind uninteressant, die Welt zusammengeklaut und die Sprache anstrengend. Ich kann nur jedem davon abraten, Zeit in dieses Buch zu investieren.
- Douglas Preston
Lost Island – Expedition in den Tod
(7)Aktuelle Rezension von: andre-neumannCoole Grundidee, recht abgefahren, aber auf jeden Fall fesselnd. Die Gideon-Crew-Geschichten sind schneller, zielstrebiger als die Pendergast-Reihe vom gleichen Autoren-Duo. Die Story ist nicht sehr anspruchsvoll, war für mich ideal zum Hören beim Joggen. Was mir bei allen 3 Gideon-Crew-Geschichten, die ich bisher gehört habe, auffiel: Immer wenn ich dachte, das (Hör-)Buch sei bald zu Ende, war noch immer mindestens 1/3 der Geschichte übrig. Das kann so beim Lesen natürlich nicht passieren, da man immer sieht, wie viele Seiten noch übrig sind. Irgendwie fehlt den Büchern so ein bisschen das Ziel oder ein klarer Weg dahin, ist mein Eindruck. Aber sehr unterhaltsam und spannend sind sie auf jeden Fall!
- Werner Karl
Odyssee - Black Ice I
(12)Aktuelle Rezension von: Oliver_StarkStarke Protagonistin kämpft sich durch das Weltall... So die kurze Form... die lange sieht etwas anders aus... es fängt echt gelungen an, lässt dann etwas nach, um dann nochmals Fahrt aufzunehmen... Berg und Tal so zu sagen... auch fehlt mir ab und an die dunkle Seite, auch wenn die Atmosphäre eigentlich immer so ist... dafür ist die Protagonistin sehr, wirklich sehr, gelungen und macht die Story gleich viel besser... guter Auftakt, der aber bestimmt noch besser wird in den folgenden Bänder...
- Ondrej Cikán
Menandros und Thaïs
(4)Aktuelle Rezension von: abetterwayInhalt:
"Ondřej Cikán nahm sich die altgriechischen Abenteuerromane des zweiten Jahrhunderts zum Vorbild: Thaïs wird bei ihrer Hochzeit mit Menandros von Piraten geraubt. Auf der Suche nach ihr irrt der Bräutigam durch eine surreale Welt mit Figuren wie drogensüchtigen Zwergen oder nymphomanischen Zauberinnen. Der Erzähler selbst steht dem mit seiner eigenen Odyssee in der Gegenwart als Kontrast gegenüber."
Meinung:
Das Buch ist in Briefform geschrieben, somit schreiben sich die Protagonisten immer wieder. Leider ist dieser Schreibstil in diesem Fall nicht mein Fall.
Der Inhalt ist okay... allerdings geföllt mir das Buch auch im ganzen gesehen nicht besonders.. leider.. es ist nicht schlecht geschrieben allerdings min Geschmack ist es einfach nicht.
Fazit:
Leider hat mir das Buch nicht gefallen.
- Arno Frank
So, und jetzt kommst du
(88)Aktuelle Rezension von: FederfeeZur Erholung nach der 'Atemschaukel' mal etwas Leichteres ... dachte ich. Arno Franks 'Seemann vom Siebener' hatte mir trotz des melancholischen Untertons so gut gefallen, dass ich das anscheinend autobiographisch geprägt Vorgängerbuch 'So, und jetzt kommst du' auch ins Auge fasste.
Es liest sich flüssig, aber sehr erhebend ist es nicht gerade, nein, ziemlich deprimierend und traurig, was erwachsene Menschen ihren Kindern antun können. Es geht um einen Vater ohne Werte, ohne das Gefühl für Recht und Unrecht – man darf ihn wohl als kriminell bezeichnen - den man immerfort schütteln möchte, damit er mal zur Besinnung kommt, ebenso wie die Mutter, die alle seine Machenschaften unterstützt und mitträgt, aus Liebe. Die Betrügereien des Vaters bringen die Familie nicht nur um Hab und Gut, sondern zwingen sie auch zur Flucht quer durch Europa, wobei sich ihre Lage immer mehr verschlechtert bis hin zum unausweichlichen Ende.
Das Ganze wird aus der Sicht eines Kindes, später Jugendlichen erzählt, aber in der Sprache eines Erwachsenen. Die hat mir sogar sehr gut gefallen mit ihrer Nachdenklichkeit und kreativen Formulierungen:
'Papa machte (…) seine typischen Witze, in die stets irgendwo eine sarkastische Rasierklinge eingenäht war.'
Es liest sich gut, ist aber nicht gerade eine erhebende Lektüre. Für mich persönlich konnte ich an Gedankenanregungen nichts mitnehmen.























