Bücher mit dem Tag "ökonomie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ökonomie" gekennzeichnet haben.

137 Bücher

  1. Cover des Buches Kissing Lessons (ISBN: 9783499275364)
    Helen Hoang

    Kissing Lessons

     (319)
    Aktuelle Rezension von: DamarisDy

    Ich habe mir "Kissing Lessons" von Helen Hoang auf Bookbeat als Hörbuch angehört, nachdem es schon länger auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) stand. Da demnächst ja Band drei der "KISS, LOVE & HEART"-Trilogie erscheint und die Autorin und ihre Bücher gerade wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen, bekam ich richtig Lust auf die Geschichte. Hierbei handelt es sich um mein erstes Werk der Schriftstellerin, welches meines Wissens nach auch unabhängig von den anderen Bänden zu lesen ist.

    In der Geschichte begleitet der Leser die Protagonistin Stella, die unter dem Asperger-Syndrom leidet. Für sie sind manche alltäglichen Dinge und vor allem auch funktionierende Beziehungen eher kompliziert. So sucht sie sich einen Escort, in dem Falle den jungen Michael, der ihr zeigen soll, wie man sich in einer Liebesbeziehung verhält, vor allem in körperlicher Hinsicht braucht sie Übungen und Erfahrungen. Doch was einst logisch begann, endet in einem großen Gefühlschaos...

    Helen Hoang schreibt ihren besonderen New Adult Liebesroman aus den Sichtweisen beider Hauptfiguren in der dritten Person im Präteritum. Gerade beim Hören wechseln die Perspektiven sehr schnell und auch ohne Ankündigung eines neuen Kapitels, einer neuen Überschrift bzw. Nennung der jeweiligen Person oder einen anderen Specherstimme. Da kam ich anfangs schnell mal durcheinander, gewöhnte mich aber dann daran. Das ist auf jeden Fall aber verbesserungswürdig, gerade beim Hörbuch. Im Printexemplar gibt es sicherlich zumindest Kennzeichnungen durch einen Absatz. 

    Schnell werde ich mit den Protagonisten warm, Michael ist irgendwie herzallerliebst und ich kann den Draufgänger in ihm gar nicht so erkennen, der er augenscheinlich zu sein scheint. Nach und nach löst sich auch auf, wie er zum Escort-Service kam. Das ist spannend zu verfolgen.
    Stella ist sehr besonders und ich finde es toll, dass die Autorin solch eine Thematik aufgreift und näher an ihre Leser bringt. Alles, was Stella durchmacht und denkt, ist wirklich sehr authentisch beschrieben und dargestellt. Jedenfalls wirkt es das auf mich, ich kenne mich mit dem Krankheitsbild aber auch kaum aus. 

    Besonders schön finde ich das Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Michael achtet wirklich sensibel auf Stella und geht toll auf sie ein. Ihr Annähern ist andersartig, aber dennoch einnehmend und fesselnd. Ingesamt hätte es für meinen persönlichen Geschmack aber etwas weniger Erotik sein können, da der Fokus da doch schon verstärkt drauf lag. 

    Der Schreibstil der Autorin ist, nachdem man sich an die dritte Person und den stetigen Wechsel der Perspektiven gewöhnt hat, sehr leicht, flüssig und kurzweilig. Er trägt mich super zügig durch das Hörbuch, welches ich an einem einzigen Tag beendet habe :-)

    Schön finde ich an der Geschichte ebenfalls, dass es auch ein paar kulturelle Einschnitte gibt, die ich wirklich interessant finde. Das macht die ganze Geschichte und ihre Figuren noch ein wenig authentischer. Auch gibt es die ein oder andere ungeahnte Wendung. 

    "Kissing Lessons" hat mich insgesamt toll unterhalten und bekommt von mir eine klare Lese-, Hör- und Kaufempfehlung und 4 gute Sterne ****

  2. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783498064365)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

     (266)
    Aktuelle Rezension von: Celii_love_books

    Meinung: Durch die mediale Berichterstattung zur Verfilmung des Buches und dem Trailer wurde ich auf das Buch und die zugrunde liegende wahren Geschichte um die Person des Fritz Honka aufmerksam. Für mich war von Anfang an klar das Buch zu lesen und nicht den Film im Kino anzusehen, der sicher auch interessant sein könnte. Aufgrund des Filmtrailers hat man eine bestimmte Erwartungshaltung was das Buch betrifft. Wer hier eine Art Horrorshocker erwartet, der wird wohl enttäuscht werden, denn es werden weder gruselige Szenen noch die eigentliche Morde ausführlich beschrieben. Dies tut der Story keinen Abbruch. Ich habe mir die Wartezeit auf das Buch mit Recherchen im Internet zu diesem Fall vertrieben und war gut vorab informiert, ehe ich zum Lesen des Buches gekommen bin.

    Handlung: Das Buch ist durchaus lesenswert, leider hat es mich ein wenig enttäuscht, da ich hier anderes erwartet hatte. Die Notwendigkeit des parallel zur Honka-Story verlaufende fiktiven Handlungsstranges um eine Hamburger Reeder-Familie erschließt sich mir nicht wirklich. Wollte der Autor damit aufmerksam machen, dass sich auch hinter der Fassade manch angesehener reichen Familie Abgründe auf tun? Ich hätte es für sinnvoller gehalten, sich nur auf die Ereignisse um Fritz Honka und dessen Umfeld zu konzentrieren. Der Autor Heinz Strunk versteht es sehr gut, die Szenerie im namensgebenden Lokal "Der goldene Handschuh" bild- und lebhaft darzustellen. Der Leser fühlt sich sehr gut in die Zeit der frühen 1970er Jahre versetzt und nimmt am rauen (Alltags-)Leben jene Menschen, die sich am unteren Rand der Gesellschaft bewegten teil. Das ist der eigentliche Fixpunkt dieses Besuches.

    Die zwischenmenschlichen Nuancen und Hierarchien, die in diesem Milieu herrschten, wurden vom Autor sehr gut vermittelt. Dafür hätte er 5 Sterne verdient. Mich störte sehr der Aufbau der Geschichte um Fritz Honka. Im ersten Teil des Buches wird die Beziehung zu einer gewissen Gerda beschrieben, die dann mit einem anderen Mann abhaut, im zweiten Teil des Buches wird geschildert, wie er einen Job als Nachtwächter findet und sich in die verheiratete Reinigungskraft verliebt und erst im dritten Teil des Buches der sehr kurz ausgefallen ist im Verhältnis zu den anderen beiden Teilen wird auf letzten seine 3 Opfer eingegangen. Irgendwie hat man als Leser das Gefühl, dass dem Autor die Lust am Schreiben vergangen ist und er das Buch nur noch zu einem Abschluss bringen wollte. Die Taten sind auf wenige Sätze zusammengefasst, auch die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach dem Wohnungsbrand liest sich eher wie eine kurze Zeitungsnotiz. Das ist in meinen Augen sehr schade. Diese Ermittlungen und dem Prozess mehr Raum zu geben wäre wesentlich sinnvoller gewesen als die fiktive Parallelgeschichte um die Reederfamilie.

    Fazit: Ein Lesenswertes Buch, jedoch darf man sich keinen authentischen Tatsachenroman um Fritz Honka vorstellen. Da hätte der Autor mehr daraus machen können. Positiv ist die Schilderung des Sittenbildes jener Menschen die damals am Rande der Gesellschaft lebten und sich ihren Kummer und Frust im Alkohol ertränkt haben.


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  3. Cover des Buches QualityLand (ISBN: 9783548291871)
    Marc-Uwe Kling

    QualityLand

     (738)
    Aktuelle Rezension von: Phantafan

    Da ich schon die Känguru-Tetralogie sehr mochte, habe ich mir zwar schon im Vorhinein gedacht, dass es mir sehr gefallen wird, jedoch hat Kling die Känguru-Bücher hiermit nochmal übertroffen. 

    Der Humor bleibt den Känguru-Chroniken treu und selbst ein paar Anspielungen an die Bücher sind zu entdecken. Auch wenn das Buch neben den Humor noch mehr bietet, sollte man, wenn man Klings Humor vorher schon nicht so mochte, eher die Finger davon lassen. Für mich aber kommt der derbe Humor aber gut durch, wodurch ich auch den Rest des Buches umso mehr wertschätzen konnte.

    Das alles in der Welt von Maschinen und Algorithmen gesteuert wird, klingt zwar erst nicht sonderlich neu, jedoch gibt es viele interessante und humorvolle Extras und Einblicke, die das Ganze sehr authentisch wirken lassen. So gibt es beispielsweise Paketdrohnen, die einen ohne Bestellung Pakete einfach so nach deinem Profil schicken, eine Dating-App, die automatisch den perfekten Partner für dich findet, oder auch ein Levelsystem, welches man durch verschiedene Taten hinaufsteigen kann und einem Vorteile gibt, sobald man ein hohes Level erreicht. Gerade Letzteres wirkt umso realistischer, wenn man an das Sozialkredit-System in China denkt. Auch andere Dinge, wie etwa Androiden, die tatsächliche Persönlichkeiten und damit auch Mängel entwickeln, sind ein interessantes Konzept, welches durch das Buch hinweg getragen wird. Zusätzlich gibt es natürlich noch gegenwärtige Themen wie etwa Rassismus oder Geschichtsromantisierung (ein prominentes Beispiel dafür wäre wohl das Musical "Ado und Eva"), die in Dystopie-Manier natürlich sehr überzogen, gleichzeitig aber denkbar sind.   

    Es gibt noch viel mehr, was ich schreiben könnte, jedoch sollte dieser kurze Einblick reichen. Mir hat das Buch extrem gut gefallen und es auch in wirklich kurzer Zeit weggelesen.

  4. Cover des Buches Die Optimierer (ISBN: 9783404208876)
    Theresa Hannig

    Die Optimierer

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    „Jeder an seinem Platz!“. Das ist das Motto der Optimalwohlökonomie, bei dem Lebensberater festlegen, welchen Lebensweg jeder Mensch einschlägt. Samson Freitag ist ein solcher Lebensberater und treuer Systemanhänger – bis das Schicksal zuschlägt…

     

    Bei „Die Optimierer“, dem Debütroman von Theresa Hannig, lässt sich in erschreckender Art und Weise sehen, wie sich eine Utopie zu einer Dystopie wandelt. Die Idee der Optimalwohlökonomie klingt dabei am Anfang des Romans noch wirklich gut und verdichtet sich dann während der knapp über 300 Seiten mehr und mehr zu einem grotesken Psychothriller und der Hauptcharakter Samson Freitag erlebt einen regelrechten Alptraum.

    Alptraum ist im Zusammenhang mit Samson vielleicht etwas zu hart, aber dennoch wäre er mein einziger Kritikpunkt des Romans. Ja, man kann ein System, das man selbst vertritt, gut finden es wäre auch ratsam, das zu tun. Aber die Naivität, die Samson auch dann noch an den Tag legt, wenn er schon Ungereimtheiten merken sollte, ist fast schon provokativ. Oder, positiv formuliert: Samson ist ein Antiheld wie aus dem Bilderbuch.

    Das Ende ist hingegen wirklich besonders und ungewöhnlich und man fragt sich, ob es ein Happy End, Worst Case-Szenario oder doch eher irgendetwas dazwischen ist.

     

    Hätte man den Eindruck, es mit einem mitdenkenden Hauptcharakter zu tun zu haben, hätte ich hierfür wohl sogar die Höchstpunktzahl gezückt. So ist der Roman aber dennoch immer noch sehr lesenswert.

  5. Cover des Buches Die dunkle Seite des Mondes (ISBN: 9783257233018)
    Martin Suter

    Die dunkle Seite des Mondes

     (676)
    Aktuelle Rezension von: magicbookdreams

    Ich bin sehr hin und her gerissen von dem Buch. Es war gut, keine Frage. Oftmals verstörend und erschreckend, dennoch gut geschrieben und weckt mein Interesse an psychologischen Fakten über halluzinogenen Pilzen.

    Der Plot ist relativ unvorhersehbar und reist gerade in der ersten Hälfte des Buches mit, wie es nur wenige Bücher schaffen. Der zweiten Hälfte jedoch fehlt es eindeutig an der Spannung, die mir in der ersten Hälfte gerade so gut gefallen hat. Man konnte außerdem das Ende schon lange vorher erahnen, da ein anderes Auflösen der Geschichte irgendwann kaum noch möglich gewesen wäre.

    Der Schluss des Buches lässt viele Fragen offen, was jedoch gut zu dem trockenen Schreibstil von Martin Suter und zu der schockierenden und auch etwas verstörenden Geschichte passt. Es ist definitiv nichts für jedermann und auch kein Buch für zwischendurch. Es gibt viele interessante Gedankenanstöße, wenn man sich richtig darauf einlässt.

    Sich mit dem Protagonisten zu identifizieren, sollte unmöglich sein, was man wahrscheinlich nur versteht, wenn man das Buch bereits gelesen hat. Es handelt sich eher um eine Geschichte, die man sachlich und unvoreingenommen lesen, und nach der Aussagekraft und nicht nach dem Inhalt bewerten sollte. 

  6. Cover des Buches Geheime Tochter (ISBN: 9783462044454)
    Shilpi Somaya Gowda

    Geheime Tochter

     (167)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Ich weiß nicht, wie genau ich auf diesen Roman aufmerksam wurde. Vielleicht habe ich ihn irgendwo gesehen, vielleicht wurde er mir empfohlen. Auf alle Fälle war ich erstaunt, dass er bereits 2012 erschienen ist und ich über diese Autorin  noch nie etwas gehört habe.

    Shilpi Somaya Gowdas Schreibstil ist so unfassbar angenehm, dass ich endlich mal wieder eine Lektüre in der Hand hatte, die ich ungern zur Seite legte. (und abends regelmäßig vor dem Bildschirm einschlief)

    Leider dient "Geheime Tochter" lediglich der Unterhaltung. Es werden sehr viele Sachen angesprochen, die jedoch nur oberflächlich abgehandelt werden. Tiefgang sucht man hier eher vergebens - auch wenn man spürt, dass sie weiß, wovon sie schreibt.

    Zwei so unterschiedliche Kulturen - Amerika & Indien - bieten eine Menge Gesprächsstoff. Zumal dann auch noch die Kluft zwischen Arm und Reich in Indien herausgearbeitet wird. Knapp 450 Seiten sind aber nicht genug, um dieses umfangreiche Thema zu bearbeiten.

    Am Schluss war ich etwas vor den Kopf gestoßen. Es tat sich noch eine Wende auf, mit der ich nicht gerechnet habe. Jedoch wurde ich ebenso mit meinen Gedanken völlig allein gelassen.

    Da die Schriftstellerin im Anhang explizit "Materialien für Lesekreise" zur Verfügung stellt, gehe ich davon aus, dass sie beabsichtigte, dass sich Lesende tiefergehende Gedanken zu ihrem Roman machen. Unter diesem Aspekt ist es ein wenig verständlicher, dass sie viel Spielraum für eigene Ideen gelassen hat. Wer jedoch niemanden zum Reden hat, ist allein mit seinem Wirrwarr.

    Der Debütroman bekommt von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung. Ich denke, in einem Lesekreis ist er gut aufgehoben. Wenn man ihn alleine liest, hinterlässt er in meinen Augen zu viele Fragen.

    ©2021 a_different_look_at_the_book

  7. Cover des Buches GIER - Wie weit würdest du gehen? (ISBN: 9783734105586)
    Marc Elsberg

    GIER - Wie weit würdest du gehen?

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Mellchen

    Aufgrund der Inhaltsangabe und der Kommentare habe ich mehr erwartet.

    Die Geschichte beginnt wirklich spannend, flacht aber unheimlich schnell ab und wirkt zum Schluss eher, als wüsste der Autor nicht genau wie es ausgehen soll.


  8. Cover des Buches Kissing Lessons (ISBN: 9783839894194)
    Helen Hoang

    Kissing Lessons

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Helen Hoang hat einen tollen (Liebes)Roman rund um ein sensibles Thema geschrieben. Stella leidet unter dem Asperger-Syndrom. Alles, was mit Zahlen und Logik zu tun hat, versteht sie mit einem Blick. Die Gefühle ihrer Mitmenschen sind für sie hingegen nur schwer zu durchschauen. Deshalb hat sie auch recht wenig Erfahrung mit der Liebe. Theoretisch wünscht Stella sich einen Partner, aber praktisch fühlt sie sich beim Küssen wie ein Hai, dem Pilotfischchen die Zähne reinigen. Doch für jedes Problem gibt es ein logische Lösung: Stella muss einfach lernen, wie man richtig küsst – und mehr. Dazu engagiert sie einen Profi: den Escort Michael.  Die Geschichte von Stella und Michael ist so ergreifend und gefühlvoll erzählt, dass ich immer weiter lesen musste. So eine „schwierige“ Thematik als Grundlage zu verwenden fand ich schon außergewöhnlich. Und die Umsetzung ist der Autorin dann auch super gelungen. Ich habe es jedenfalls sehr genossen, die Beiden bei ihrem Kennen- und Liebenlernen zu begleiten. “Kissing Lessons” ist für mich ein Lesehighlight. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

  9. Cover des Buches Das Kapital im 21. Jahrhundert (ISBN: 9783406688652)
    Thomas Piketty

    Das Kapital im 21. Jahrhundert

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der französische Wirtschaftler Thomas Piketty hat mit diesem knapp 1000 Seiten fassenden Werk eine mit einer fast erschlagenden Fülle von Belegen versehene Geschichte der Vermögensentwicklung seit dem 18. Jahrhundert vorgelegt. Der Ökonom umkreist die Frage von sozialer Gerechtigkeit bei der Akkumulation von Kapital. Anhand leicht verständlicher Beispiele und richtig gestreuten Wiederholungen analysiert Piketty verständlich den Kapitalismus über die Jahrhunderte hinweg.

    Erst ganz zum Schluss bringt der Autor seine eigenen Vorschläge ein. Hauptthese von Piketty ist den modernen Kapitalismus über eine progressive Kapitalsteuer an die demokratische Kette zu legen. Ob man am Ende gleicher Meinung ist oder nicht, so bleibt das Buch eine absolute Leseempfehlung für jeden der sich an das Thema Kapital bis jetzt noch nicht ran getraut hat!

  10. Cover des Buches Denken hilft zwar, nützt aber nichts (ISBN: 9783426780350)
    Dan Ariely

    Denken hilft zwar, nützt aber nichts

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M

    Der Originaltitel suggeriert das. Für die deutschen Ausgabe hat man sich einen auf den ersten Blick interessanteren Titel ausgedacht. Leider treffen beide den Inhalt des Buches nicht wirklich. Tatsächlich nämlich hilft Denken meistens, auch wenn es gelegentlich schwer fällt. Und es nützt auch, selbst wenn es manche Zeitgenossen nicht wahrhaben wollen.

    Universitätspsychologen schreiben gerne mit stolz geschwellter Brust Bücher über menschliches Verhalten, das bei ausreichender Beobachtung seiner Mitmenschen jedem in irgendeiner Weise auch ohne wissenschaftliche Nachhilfe deutlich werden kann. Worin besteht dann das Neue eigentlich, von dem auch der Autor dieses Buches zu berichten weiß? Nun, man hat endlich "wissenschaftlich" nachgewiesen, was seit Jahrhunderten aus der Alltagserfahrung sowieso schon bekannt war. Das Lustige an diesen Nachweisen sehen Mathematiker sehr schnell, denn die auch vom Autor verwendeten statistischen Nachweisen sind nicht wirklich haltbar, obwohl sie im Ergebnis stimmen, weil das zugrunde liegende Verhalten schon lange empirisch bekannt ist.

    Für einen wirklichen wissenschaftlichen Nachweis hätte der Autor bei seinen Untersuchungen viel mehr Probanden heranziehen müssen. Und er hätte einen gewissen Bevölkerungsdurchschnitt abbilden müssen. Stattdessen musste er allein schon aus Kostengründen Studenten nehmen, was nicht nur die Anzahl der Probanden limitierte, sondern vor allem ihr Alter in ein enges Fenster presste und ihren durchschnittlichen IQ anhob. Kein Durchschnitt also.

    Und schließlich ist nicht jedes untersuchte Verhalten irrational. Insbesondere die beiden letzten Kapitel beschreiben ein durchaus rationales Verhalten. Wenn Menschen betrügen können ohne dass sie dabei ein nicht überschaubares Risiko eingehen müssen, dann tun das viele einfach auch. Wen wundert das?

    Warum Menschen so etwas machen, wird im Buch nicht geklärt, obwohl das oft recht einfach aus unserer genetischen Programmierung folgt. Sich Vorteile zu verschaffen, ist einfach eine erfolgreiche Überlebensstrategie.

    Andere Verhaltensweisen hängen schlicht mit der Arbeitsweise unseres Gehirns zusammen. Leben heißt vor allem Energie sparen, weshalb unser Gehirn nicht jedes Mal Dinge neu durchdenkt, die ihm in irgendeiner Weise bekannt vorkommen. Aus ähnlichen Gründen reduziert das Gehirn oft den Denkprozess oder senkt die Aufmerksamkeit, wenn es meint, dass Bekanntes passiert. Und unser Gehirn wird gerne belohnt. Wenn man das alles weiß, ergeben sich viele Verhaltensweisen, die in diesem Buch beschrieben werden, als einfache Konsequenz.

    Achtsamkeit und Denkvermögen wollen trainiert sein. Macht man das nicht, weil das energiesparende Trägheitsprinzip die Oberhand gewonnen hat, dann passieren all die Dinge und Prozesse die Ariely in seinem Buch beschreibt. Rationales Verhalten ist nicht nur anstrengend, es macht gelegentlich auch einsam, denn die meisten Zeitgenossen verhalten sich eben so wie es in diesem Buch an zahlreichen Beispielen aufgezeigt wird.

    Wen das alles interessiert, weil es neu für ihn ist, wird in diesem Buch viel Staunenswertes und Bekanntes finden. Für gute Beobachter dagegen hält dieses Buch nicht viel Neues bereit, wenngleich manches durchaus in eine gewisse Struktur gebracht wird, was vorher vielleicht unstrukturiert an verschiedenen Plätzen im eigenen Gehirn abgespeichert war.

  11. Cover des Buches Wie viel ist genug? (ISBN: 9783442158058)
    Robert Skidelsky

    Wie viel ist genug?

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Splashbooks
    Mit manchen Thesen dürfte man nur auf wenig Widerspruch stoßen: Erstens, ewiges Wirtschaftswachstum ist nicht möglich. Irgendwann stößt man immer an eine Kapazitätsgrenze. Zweitens, wenn die Schere zwischen Arm und Reich in einer Gesellschaft weiter und weiter aufgeht, kommt es ebenfalls irgendwann zu großen Problemen. Kein Vorstandsvorsitzender "muss" mehr als das Hundertfünfzigfache von dem verdienen, was der "einfache Arbeiter" auf dem Lohnzettel stehen hat. Weniger wäre auch genug. 

    Aber wie viel genau wäre dieses "weniger", das "auch genug" wäre? Hier hört die Einstimmigkeit meistens auf, und die Antworten fallen nicht mehr so leicht. In diesem Buch versuchen Robert und Edward Skidelsky, sich einer Antwort auf diese Frage anzunähern. 

    Die beiden Autoren sind Vater und Sohn. Robert Skidelsky ist ein renommierter britischer Wirtschaftshistoriker, vor allem bekannt durch seine umfassende Biographie über John Maynard Keynes. Auf der politischen Bühne war er bereits für diverse Parteien, von Labour bis zu den Konservativen, aktiv und sitzt seit 1991 als Baron Skidelsky im britischen Oberhaus. Sein Sohn Edward Skidelsky ist promovierter Philosoph und lehrt an der Universität von Exeter. Außerdem veröffentlicht er regelmäßig Artikel über Philosophie, Religion und Geistesgeschichte in Medien wie "New Statesman", "Telegraph" oder "Spectator". 

    Bevor die beiden Skidelskys sich ihrer Antwort auf die titelgebende Frage widmen, legen sie zunächst ein ausführliches Fundament. In dreien der insgesamt sieben Kapitel widmen sie sich der Frage, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Wie hat man beispielsweise in der klassischen Antike das Streben nach Geld bewertet, wie im alten Indien? Ab welchem Punkt wurde Habgier von einer Todsünde zur Triebfeder eines ganzen Wirtschaftssystems? 

    Hier erfährt gerade der wirtschaftshistorisch nur begrenzt vorgebildete Leser eine Vielzahl interessanter Fakten, die oft zur weitergehenden Lektüre an anderer Stelle anregen. Dieser Teil des Buches hätte, beispielsweise unter dem Titel "Wie wir in den faustschen Pakt des Kapitalismus geraten sind", auch gut für sich alleine stehen können. 

    Rest lesen unter:
    http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23233/wie_viel_ist_genug
  12. Cover des Buches Lean In (ISBN: 9783430201551)
    Sheryl Sandberg

    Lean In

     (30)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Auf dem Klappentext liest man, dass das Buch provozieren will. Unter diesem Aspekt habe ich es auch gelesen. Ich kann mir vorstellen, dass Sheryl Sandberg für viele junge Frauen ein Idol darstellt und es wäre umso interessanter gewesen zu erfahren, welche Eigenschaften und Attribute zu ihrem Leistungsausweis geführt haben. Zweifellos ist die Autorin und Vorsitzende des Verwaltungsrates von Facebook eine beeindruckende Persönlichkeit, die mit viel Engagement und Wille es sehr weit gebracht hat.

    Das Buch selbst bringt wenig Neues zur Thematik „Frauen in Führungspositionen" auf. Viele der aufgeführten mehr oder weniger wissenschaftlichen Thesen sind bekannt und bereits unzählige Male kontrovers diskutiert worden.

    Die Frage danach, wie sie es geschafft hat, Karriere, Familie und vieles mehr unter einen Hut zu bringen, findet die Autorin müssig. Jedoch stellte sich genau diese Fragestellung auch mir, insbesondere wenn man die endlose Auflistung von Personen liest, die zum Buch wesentlich beigetragen haben, die zahlreichen Kontakte zu Freunden, Politikern, Berufskollegen, etc. etc. Angesichts einer solchen Fülle von Kontakten, ist es schon fragwürdig, inwieweit diese tiefgründig und bedeutsam sind.

  13. Cover des Buches Walden (ISBN: 9783752886306)
    Henry David Thoreau

    Walden

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Henry David Thoreau lebt im 18./19 Jhdt. in Massachusetts. Als junger Mann wuchs er unter gutbürgerlichen Verhältnissen auf und besuchte auch einige Jahre die Harvarduniversität und lebte dort schon zurückgezogen und war sehr oft in der Bibliothek um sich mit Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften zu beschäftigen. Er probierte danach vieles aus -  Selbstständigkeit als Lehrer oder in der Fabrik seines Vaters. Dann zog es ihn jedoch für 2 Jahre in den Wald. Er baute nicht nur seine Hütte selbst sondern auch seine Lebensmittel selbst an. Die Zeit dort und auch danach nutzte er um seine Erkenntnisse bzw. Gedanken niederzuschreiben. Das Buch ist eine Sammlung seiner philosophischen Erkenntnisse und Gedanken zu allen Bereichen des Lebens. Manchmal etwas umständlich geschrieben. Auch lässt er im Buch immer Vergleiche oder Wissen aus anderen Büchern oder griechischen und römischen Sagen einfließen, die man zum Teil kennen sollte um den Gedanken zu verstehen. 

    Alles in allem keine leichte Kost und auch sehr philosophisch. Sei es zu Politik, Religion oder die Lebens- bzw. Denkweise der Menschen - zu allem hat Thoreau eine eigene Meinung.

    DEin. / Mllsn.

  14. Cover des Buches Befreiung vom Überfluss (ISBN: 9783865811813)
    Niko Paech

    Befreiung vom Überfluss

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Federfee
    Ich wollte es schon lange lesen, das Buch des klugen, gut aussehenden Professors. Selten war ich so hin- und hergerissen … vom Buch. HIN: ich schmeiße es gleich an die Wand (ging nicht, weil online ausgeliehen) – HER: ich kaufe es in Papierform und arbeite es Satz für Satz durch. Entschieden habe ich mich nach gründlichem Lesen von vier Kapiteln, das Weitere in Teilen zu überfliegen.

    Was ich an Niko Paechs Buch ‚Befreiung vom Überfluss‘ zu kritisieren habe: die streckenweise (zumindest für mich) unverständliche Wirtschaftswissenschaftler-Sprache. Oder verstehst du das:

    „Die (graduelle) Abkehr von räumlich entgrenzten Wertschöpfungsstrukturen würde notwendigerweise mit dezentraleren und durchschnittlich kleineren Produktionskapazitäten einhergehen, weil die mit einer Abschöpfung zunehmender Skalenerträge korrespondierenden Outputmengen nicht innerhalb eines räumlich begrenzten Marktes abgesetzt werden könnten.“

    Man könnte einwänden, es sei aus dem Zusammenhang gerissen. Stimmt. Man könnte auch einwänden, ich sei nicht intelligent genug, das zu verstehen. Mag sein. Aber für wen wurde das Buch dann geschrieben? Ich finde, wenn man ein Anliegen hat (und das scheint bei Niko Paech der Fall zu sein), dann sollte man versuchen, es so verständlich auszudrücken, dass es mehr Menschen erreicht als nur wirtschaftswissenschaftlich Gebildete. Es soll doch sicher etwas bewirken oder nicht? Letztendlich sind es die einzelnen Menschen, die eine Veränderung bewirken können durch die vielen kleinen Dingen, die getan werden.

    Man mag auch einwänden, dass ein theoretische Überbau notwendig ist. Den liefert Paech gewiss und zwar umfassend und sehr durchdacht – soweit ich das beurteilen kann. Ich finde es nur schade, wenn auf etwas viel Mühe verwandt wurde und es dann nur für so wenige Menschen verständlich ist.

    Aber ich habe mir dennoch einiges für mich notiert, das mich beeindruckt hat und Stoff zum Weiterdenken gibt. Wer sich auf lockere Weise mit seinen Theorien und Tipps bekannt machen möchte: es gibt verständliche Interviews.
  15. Cover des Buches Marx. Der Unvollendete (ISBN: 9783570553787)
    Jürgen Neffe

    Marx. Der Unvollendete

     (8)
    Aktuelle Rezension von: aba
    Der Missverstandene

    Auch Genies sind nur Menschen. Mit Macken, Träumen, Ängsten, Problemen, Illusionen. Sie sind in der Lage, Großartiges zu schaffen, aber sie können natürlich auch Fehler machen und Unzugänglich sein. Sie sind Menschen mit allem Drum und Dran.
    In seinem Buch "Marx. Der Unvollendete" zeigt Jürgen Neffe, dass all dies (und noch mehr überraschende Tatsachen und Charakterzüge) auch für Karl Marx gilt.

    "Marx. Der Missverstandene" könnte auch ein guter Titel für dieses Buch sein. Karl Marx, der (theoretische) Revolutionär, der Kommunist schlechthin - love him or hate him, wie Marmite. Keinem Menschen wurden so viele politische und wirtschaftliche Katastrophen, so viele Toten und tyrannischen Regierungen angehängt. Weil er die historische Figur ist, die man am meisten mit dem Kommunismus in Verbindung bringt. Dieser Mann und sein Vermächtnis wurden bis heute, mehr als 130 Jahre nach seinem Tod, nicht vergessen und werden als Ursache schwerer Krisen in Ländern - ein aktuelles Beispiel ist Venezuela, dessen Ökonomie von einem Tyrannen innerhalb weniger Jahre zerstört, und von einem Einwanderungsland in eine Nation von Wirtschaftsflüchtlingen verwandelt wurde. Und das im Namen des Kommunismus.
    Und dabei war Marx hauptsächlich ein Philosoph mit einer Vision, in der er nur der Wohlstand und die Freiheit aller Menschen aller Nationen beabsichtigte. Dies wird in Jürgen Neffes Buch besonders deutlich gemacht.

    In "Marx. Der Unvollendete" versucht Jürgen Neffe die komplexe Persönlichkeit und das Werk Karl Marx' zu erklären. Ein fast mammuthaftes Unternehmen. Dafür muss er jahrelang Literatur von und um Marx gelesen haben, aus denen er in seinem Buch lange, häufig und ausführlich zitiert. Daran musste ich - für die Philosophie ein Mysterium ist - mich gewöhnen. Für mich waren solche Auszüge aus Briefen und Tagebüchern am interessantesten, weil sie viel über die Person von Karl Marx sagen. Oft haben mich diese auch überrascht, weil sie Marx' menschliche Seiten deutlich zeigten. Und diese Seiten waren nicht immer positiv.

    Jetzt zitiere ich auch: "Wer seine Genialität sucht, wird sie nicht in einer Schublade finden. Sie steckt, um im Bilde zu bleiben, im ganzen Schrank. Oder besser noch: im gesamten Möbelhaus."
    So beschreibt der Autor, aus meiner Sicht sehr treffend, den multiplen Karl Marx, der auch große Schwierigkeiten hatte, seine Werke zu Ende zu bringen (vielleicht gerade wegen seiner besonderen Genialität, die in einem ganzen Möbelhaus steckt).

    Ich glaube, ich habe alles, was Jürgen Neffe an Biografien über große Genies geschrieben hat, gelesen. Mit Marx dringt er in ein nicht naturwissenschaftliches Gebiet ein. Auch er ist ein Alleskönner. Wer seine Biografien über Einstein und Darwin gelesen hat, weiß, dass er mit vollem Einsatz schreibt und recherchiert. Auch bei Marx hat er das gemacht.

    In einem Fernsehinterview sagte Jürgen Neffe, dass er die Figur Karl Marx immer verstehen wollte. Das hat ihn zu diesem Buch inspiriert. Außerdem wollte er auch Karl Marx revidieren: er war ein Denker und ein unermüdlicher Schriftsteller, der die Welt verändern wollte.
    Vor allem war er aber ein ganz normaler Mensch.
  16. Cover des Buches Eine Billion Dollar (ISBN: 9783431041286)
    Andreas Eschbach

    Eine Billion Dollar

     (681)
    Aktuelle Rezension von: Sonja_Schmitz1

    Eines meiner Lieblingsbücher, das ich immer wieder lesen könnte. 

    Was wäre wenn morgen jemand käme und man um 1 Billionen Dollar reicher wäre? Was tut man mit dem Geld? Was fängt man mit der Zeit an? Und vor allem: wie kommt so eine große Summe Geld zusammen?

    Es ist spannend, diesen Fragen im Buch nachzugehen und festzustellen, das sich alles etwas anders entwickelt, als man vielleicht für sich gedacht / gewünscht hätte.

    Sehr empfehlenswert und man lernt noch einiges über die Geschichte sowie über Finanzwirtschaft dazu. 



  17. Cover des Buches Headhunter (ISBN: 9783945386514)
    Jo Nesbø

    Headhunter

     (257)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    "Ich bin Headhunter. Das ist nicht sonderlich schwer. Aber ich bin der Beste von allen."

    Das ist nun mein zweiter Jo Nesbo und irgendwie fiel es mir schwer mich in die Geschichte zu vertiefen. Aber das dran bleiben hat sich gelohnt weil es sich auf einmal das Blatt wendet und ganz anders erscheint, wie es wahr.

    Ein Headhunter und Dieb der dachte er würde endlich einen großen Raub machen. Entdeckt aber etwas wo ihm der Atem stockt. 

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Buch sage ich Euch, bleibt dran!

  18. Cover des Buches Zero to One (ISBN: 9783593501604)
    Peter Thiel

    Zero to One

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Wolf Shadow - Finstere Begierde (ISBN: 9783802583193)
    Eileen Wilks

    Wolf Shadow - Finstere Begierde

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Miia
    Es handelt sich hier um den 4. Teil der Wolf Shadow Reihe.

    Ich fand sehr positiv, dass es mit Cynna und Cullen weiterging. Ehrlich gesagt ist ihre Liebesgeschichte um einiges schöner als die von Lily und Rule. Ich fand auch toll, dass die beiden in einer anderen Welt waren und alleine was erlebt haben. Allerdings habe ich nicht genau den Bezug zur eigentlichen Story verstanden. Es war irgendwie eher ein eigenständiger Teil.

    Sehr schade fand ich allerdings, dass Rule und Lily so total außen vor gelassen wurden. Ich hätte mir zwischendurch mal einen Schwenk zu den beiden gewünscht und was bei ihnen für Theorien aufgestellt wurden, wo alle hin sind. Es war zwar eine gute Alternative, so dass mal was anderes erlebt wurde, aber leider fehlte mir teilweise ein bisschen Pepp.
  20. Cover des Buches Rote Zukunft (ISBN: 9783499257513)
    Francis Spufford

    Rote Zukunft

     (5)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    “Diese Buch ist kein Roman, dafür muss es zu viel erklären. Aber es ist auch kein Geschichtsbuch, denn es liefert seine Erklärungen in Form von Erzählungen. Seine Geschichte ist in erster Hinsicht die Geschichte einer Idee, und erst in zweiter – als eine Art Schimmern durch die Spalten des Verhängnisses dieser Idee – verbindet sie sich mit den konkreten Geschichten einzelner Menschen. Die Idee ist der eigentliche Held.”

    Funktioniert das? Ein semi-historischer Roman mit verschiedenen Charakteren? Die Idee als Held? Ja! Es funktioniert sogar sehr gut. Francis Spufford entführt uns in die Aufbruchzeit nach dem zweiten Weltkrieg. Wir befinden uns in der U.D.S.S.R. Das Land leckt sich die Wunden nach dem Krieg, die Weichen zu einem kommunistischen Regime sind gestellt, es gibt einen Feind jenseits des eisernen Vorhangs. Diesen gilt es in jeglicher Disziplin zu schlagen.

    “Sorgfältig musterte er die Gesichter: Die Kapitalisten sahen erstaunlich normal aus für Menschen, deren Tagesgeschäft darin bestand, gestohlene Arbeitskraft in riesige Kapitalwerte zu verwandeln.”

    Dies soll mit Hilfe der Planwirtschaft passieren. Die Grundidee, dass es jedem Arbeiter besser gehen soll, ist auch im Kapitalismus das Ziel, nur wird es in der Sowjetunion staatlicher geregelt. In vielen kurzen geschichtlichen Einleitungen erzählt uns Francis Spufford, die Geschichte der U.D.S.S.R. Und dies geschieht so lebendig, dass man sich wünscht, ihn als Geschichtslehrer in der Schule gehabt zu haben. Zu den historischen Exkursen verknüpft er dazugehörige Erzählungen, von ganz normalen Menschen im Land. Die diese Geschichte hautnah erleben.

    “Er ging weiter. Was sollte er auch sonst machen? Mit jedem Schritt ließ sich ein bisschen mehr vom Moskauer Umland liebevoll auf ihm nieder, und die Mischung aus Staub und Schweiß ließ ihn dreckiger und dreckiger werden.”

    Hier erreicht er schon fast Tolstoische Erzählkunst. Seine lebendige und plastische Darstellung lässt die Personen und Begebenheiten in wenigen Worten und Pinselstrichen vor unseren Augen entstehen.

    “[…] war Emil jemand, der zwar über die guten Beziehungen und die Weltgewandtheit eines Mannes auf dem Weg ganz nach oben verfügte, dem aber die eidechsenhafte Kälte derer fehlte, für die Ideen und Menschen grundsätzlich immer nur Gebrauchswert besaßen.”

    Es gibt hier keinen Hauptcharakter, manche Personen tauchen mehrmals auf, doch meistens erleben wir nur einen kurzen Lebensabschnitt von verschiedenen Menschen mit, einen Abschnitt der sich stark an die vorher erzählte historische Geschichte anlehnt. Auch das Land wird personifiziert, nach 20 Jahren Planwirtschaft und Kampf ums Überleben, wird die Sehnsucht spürbar.

    “Er war Mitte zwanzig. Er sehnte sich nach etwas, das stärker wurde und sich ausweitete, nach etwas, das einen Sinn ergab. Er wollte, dass die Geschehnisse sichtbare Spuren in der Luft zurückließen, wenn sie vorübergingen.”

    Dabei steht die Idee im Vordergrund. Die Idee, dass es alle besser haben sollen und ein riesiges Land ernährt werden kann. Doch nach und nach zerfasert diese Idee, sind die Maßnahmen, um sie umzusetzen, immer unmenschlicher.

    “Die Welt machte einfach so weiter wie bisher, unverändert, wie es schien, nichts war eingelöst worden, nichts wie versprochen umgestaltet. Dieselben Sachen geschehen nach wie vor, der Biss derselben alten Zwänge war noch immer genauso fest.”

    Was bleibt den großen Formern der Sowjetunion? Nach einem grandiosen Aufschwung der Wirtschaft, der alle anderen Länder in den Schatten stellte, stockt der Motor. Die Wirtschaft stagniert, das Land kann die Menschen nicht mehr selbst ernähren, es müssen Waren und Nahrungsmittel importiert werden. Ein harter Winter hat alle Planungen zerstört, die Ernte vernichtet. Der Rest ist Verzweiflung und Erkennen, dass trotz gewissenhafter Planung, Schmerz und Kontrolle nichts mehr von dem Idealismus und den Träumen übrig geblieben ist.

    “‘Das Paradies’, sagte er an das Weizenfeld gerichtet, mit hilflosem Zorn, ‘ist ein Ort, an dem die Menschen ankommen wollen, und keiner, von dem sie sich entfernen. Was für eine Art von Sozialismus soll das sein? Was für eine Scheiße ist das, wenn man die Leute in Ketten halten muss? Was für eine Gesellschaftsordnung? Was für eine Art von Paradies?'”

    Die letzten 70 Seiten bestehen aus Fußnoten, die belegen, dass Teile der Erzählung auch wirklich so passiert sind, eine grandiose Vermischung aus Geschichte und Fiktion.

    Ein eloquent geschriebenes, von der Idee her einzigartiges Buch, das die Balance zwischen Roman und Geschichtsbuch elegant auf dem Hochseil tänzelnd schafft, ohne jemals auszurutschen. Auch gehört viel Mut dazu, sich einem solch sperrigen Thema zu widmen. Herausgekommen ist ein wahrer Pageturner, ein beeindruckendes Buch.

  21. Cover des Buches Antifragilität (ISBN: 9783570553893)
    Nassim Nicholas Taleb

    Antifragilität

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Nahiyan

    Für jemanden der sich gerne Wörter wie antifragil ausdenkt, hat Taleb ein ganz schön zerbrechliches Ego.  Er verbringt praktisch die Hälfte des Buches damit, Intellektuelle und Wissenschaftler zu beschimpfen und darüber zu reden, wie überlegen er ihnen ist.


    Ich habe das Gefühl, dass Antifragilität eine kompakte und nicht allzu uninteressante Lektüre geworden wäre, wenn man diesen ganzen Blödsinn weggelassen hätte. Leider ist das aber nicht der Fall, und ich musste oft Seiten und ganze Kapitel überspringen, weil Talebs Tiraden so langatmig und ermüdend waren.


    Kurzum, Taleb ist ein viel besserer Statistiker als Philosoph. Wenn Sie dieses Buch doch in die Hand nehmen, empfehle ich Ihnen, erst die Conclusion zu lesen und dann zu entscheiden, ob der Rest des Buches wirklich lesenswert ist.  Für mich war es das jedenfalls nicht.

  22. Cover des Buches Arm und Reich (ISBN: 9783596172146)
    Jared Diamond

    Arm und Reich

     (30)
    Aktuelle Rezension von: RaphaelaYamada
    Jared Diamond beschreibt in seinem Klassiker mögliche Ursachen für die ungleichmäßige Verteilung von Reichtum in der Welt. Er geht dabei auch auf rassistisch begründete Theorien ein und widerlegt diese schlüssig. Interessant ist auch die Tatsache, wie wenig Pflanzen und Tierarten für eine Domestikation geeignet sind und damit nur ganz wenige Regionen in der Welt überhaupt in Frage kamen für erste Entwicklungen in der Landwirtschaft. Die Verbreitung dieser "Landwirtschaftsideen" war abhängig von den Klimazonen und deren geografischer Lage auf den Kontinenten, was insgesamt recht schlüssig erklärt wird. Fazit: lohnenswertes Sachbuch zum Thema ungerechter Verteilung von Reichtum in der Welt und wie es dazu kam.
  23. Cover des Buches Freakonomics (ISBN: 9783442154517)
    Steven D. Levitt

    Freakonomics

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    „Freakonomics“ meint – naheliegenderweise – „Wirtschaft für Freaks“. Also Wirtschaftswissenschaften mit einem etwas anderen Ansatz. Die Autoren decken hier Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen auf, an die man so nicht wirklich gedacht hätte. Ein Beispiel gefällig? In den 1990er Jahren sanken in den USA plötzlich die Kriminalitätszahlen gewaltig. Und das, obwohl man in den Jahren zuvor einen rasanten Anstieg erkennen konnte. Mehr Personal bei der Polizei, schärfere Gesetze oder bessere Ermittlungstechniken konnten alleine für diesen enormen Rückgang nicht gesorgt haben. Die Autoren finden ihre Antwort dagegen in einer ganz anderen Richtung: In einer Gerichtsentscheidung aus den 1970ern, besser bekannt als Roe vs. Wade. Durch dieses Urteil wurde der Schwangerschaftsabbruch in den USA grundsätzlich legal, wodurch in den folgenden Jahren viele Kinder nicht auf die Welt kamen, die ansonsten aufgrund schwieriger Verhältnisse* kriminell geworden wären. Dies klingt erstmal eher unkonventionell, und in diesem Buch gibt es einige Zusammenhänge, die man so sicherlich nicht erwartet hätte, aber interessant ist es allemal, die Gedankengänge und Beweisführungen der Autoren nachzuvollziehen (ob dann tatsächlich alles so ist, wie von ihnen behauptet, ist die andere Frage). Es geht beispielsweise auch um den Wert und die daraus abgeleitete Macht von Insiderinformationen in Bereichen wie dem Immobilienmarkt, die Einschätzung von Risiken oder die Wirkung, die ein Vorname auf Lebenslauf und Karriere hat. Das Buch hat seine Längen, aber wer mal auf unterhaltsamem Wege ein bisschen was über Statistiken, wirtschaftliche Zusammenhänge und interessante Fakten lernen möchte, dem kann ich es durchaus ans Herz legen. ~~ * fehlende Familienstrukturen, ein niedriger sozioökonomischer Status, geringe Bildungschancen etc.
  24. Cover des Buches Eine Handvoll Venus (ISBN: 9783453523944)
    Frederik Pohl

    Eine Handvoll Venus

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nunja, so richtig konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Idee an sich finde ich wirklich interessant und es ist erstaunlich, dass die Autoren schon vor einigen Jahrzehnten eine solche Entwicklung auf der Erde befürchteten bzw. voraussahen, auch wenn -zum Glück- noch nicht alles, was in dem Buch beschrieben steht, Wirklichkeit geworden ist. Aber die Macht der Werbung, der Einfluss der Wirtschaft auf das Weltgeschehen (dabei vor allem weniger großer Konzerne) oder die Kluft zwischen Arm und Reich sind doch heute nicht zu übersehen. (Wie unzweifelhaft zu erkennen handelt es sich bei dem Buch also um eine Dystopie.) Was mir die Freude an dem Buch aber etwas verdorben hat, waren diese erzwungenen Höhpeunkt aller 1-2 Kapitel, die sicher darauf zurückzuführen sind, dass das Buch ursprünglich als Serie erschien und die Leser schließlich immermal einen Anreiz erhalten mussten weiterzulesen. Aber mich hat das eher genervt. Dauernd kam es zu irgendwelchen Umbrüchen - und am Ende nochmal ein vollkommener Umbruch. Das Tempo der Handlung ist, wie ich finde, einfach zu groß besonders zum Ende hin, es geht dann oft in Riesensprüngen voran. Ein paar mehr Seiten hätten dem Buch vielleicht gut getan. Ich habe ja nichts gegen Überraschungen, aber das war mir in dem Buch dann doch ein wenig zuviel davon - und irgendwie geht damit auch ein wenig die realistische Seite verloren.

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