Bücher mit dem Tag "österreichische literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "österreichische literatur" gekennzeichnet haben.

297 Bücher

  1. Cover des Buches Alle sieben Wellen (ISBN: 9783442472444)
    Daniel Glattauer

    Alle sieben Wellen

     (2.202)
    Aktuelle Rezension von: DoraLupin

    Also mir hat dieses Buch wahnsinnig gut gefallen! Man glaubt gar nicht, das e-mails soooooo viele Gefühle und sooo viel Liebe wecken können. Dem Autor ist hier ein Buch gelungen, das wirklich fasst alle Leser begeistern kann, da es so romantisch und toll geschrieben ist.

    Nur ein kleiner Stern abzug, da mir der erste Teil "Gut gegen Nordwind" noch einen Tick besser gefallen hat...

  2. Cover des Buches Totenfrau (ISBN: 9783442749263)
    Bernhard Aichner

    Totenfrau

     (435)
    Aktuelle Rezension von: ReadAndTravel

    Warum musste ihr Mann sterben? War es wirklich ein Unfall mit Fahrerflucht, wie alle behaupten? Blum beginnt Fragen zu stellen und als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos.

    Ich habe vor gefühlten Ewigkeiten ein Buch von Aichner gelesen und war total begeistert und wollte unbedingt noch mehr von dem Autoren lesen. Und auch wenn es nun das letzte gelesene Buch schon etwas her ist, habe ich sofort den Schreibstil des Autoren wieder erkannt. Vor allem an der Art und Weise wie er seine wörtliche Rede schreibt. 

    Blum war eine Protagonistin, die ich so noch nicht kennengelernt habe. Sie ist total besonders und ein auch ein sehr starker Charakter. Die Beziehungen die sie im Verlauf der Geschichten knüpft, haben mir total gut gefallen und ich hoffe, dass wir davon im nächsten Band noch mehr erleben dürfen. Aichner schreibt einfach total einzigartig und konnte mich absolut mitreißen. Es war von vorne bis hinten super spannend. Der Autor konnte mich teilweise total überraschen und mit einigen Szenen auch echt reinlegen. Ich habs so gerne gelesen und das Buch bekommt 5/5 Sterne. 

  3. Cover des Buches Das Feld (ISBN: 9783446260382)
    Robert Seethaler

    Das Feld

     (122)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Die Idee ist schön. Das Feld ist der Friedhof des Städtchens Paulstadt und Seethaler lässt in vielen einzelnen Geschichten die dort begrabenen Menschen ihre Geschichte, ihre Wahrheit erzählen. Das ist mal traurig, mal schön, mal anrührend und mal widersprüchlich. Die Geschichten der Toten konfrontieren auch immer wieder mit dem Ende, was mal mehr und mal weniger plötzlich über uns hereinbrechen kann und dennoch fehlte mir ein wenig der rote Faden. Ich hab immer mal wieder gern in dem Buch gelesen, aber ein wirkliches Gesamtbild, was mich dauerhaft festgehalten hätten, hat sich mir nicht ergeben.

  4. Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783446258129)
    Arno Geiger

    Unter der Drachenwand

     (88)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Veit Kolbe, Soldat auf Heimaturlaub, verbringt ein paar Monate am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, und trifft hier zwei junge Frauen. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg fast sicher verloren, doch wie lang dauert er noch? Arno Geiger erzählt von Veits Albträumen, vom »Brasilianer«, der so gerne nach Rio de Janeiro zurückkehren würde, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich – und von der Liebe. Ein herausragender Roman über den Einzelnen und die Macht der Geschichte, über die Toten und die Überlebenden, über das, was den Menschen und den Krieg ausmacht.

  5. Cover des Buches Die Wand (ISBN: 9783548288123)
    Marlen Haushofer

    Die Wand

     (877)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Da ich bereits den Film zu "Die Wand" gesehen habe wollte ich unbedingt noch das Buch lesen. Ich war mir nicht sicher, ob es etwas für mich ist. 

    Schon ab der ersten Seite konnte mich dieser Roman fesseln und berühren. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir auf Anhieb mit ihrer leicht zu lesenden, aber sprachgewaltigen Sprache. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und litt mit der Protagonistin ohne Namen mit. Es war ein beklemmendes aber lesenswertes Buch was ich sehr empfehlen kann. Von der Autorin möchte ich auf jeden Fall noch mehr lesen. 

  6. Cover des Buches Das größere Wunder (ISBN: 9783423143899)
    Thomas Glavinic

    Das größere Wunder

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Liebling_auf_ein_Buch

    Wirklich ein grandioses Buch. Spannend mit Tiefgang. Jede Zeile ist richtig und nicht zu viel.

  7. Cover des Buches Gut gegen Nordwind (ISBN: 9783442489336)
    Daniel Glattauer

    Gut gegen Nordwind

     (5.558)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Ein kleiner Rechtschreibfehler in einer Email-Adresse, und Emmis Abo-Kündigung landet bei Leo Leike – der Beginn eines anfangs amüsanten Flirts, der immer intensiver und persönlicher wird. Emmi und Leo tauschen sich online aus, werden Seelenverwandte, gestehen sich ihre Liebe, und haben sich doch nie getroffen.

    Nachdem ich „Gut gegen Nordwind“ bereits vor ein oder zwei Jahren angefangen und schnell wieder zur Seite gelegt hatte (zu überkandidelt, zu spitzfindig, zu viel Liebesgedöns), habe ich es jetzt zum Glück noch einmal in die Hand genommen: und plötzlich war ich drin in der Geschichte, habe es geliebt, wie Emmi und Leo sich gegenseitig anstacheln, trösten, zum Lachen bringen. Vor allem die Sprache hat es mir angetan, ich habe die Funken zwischen den beiden förmlich gespürt. Hervorragend fand ich auch (Achtung, Mini-Spoiler!) den „Gamechanger“ in der Geschichte, überraschend, herzzerreißend… Eine großartige Liebesgeschichte, auch für „bloß-keine-Liebesgeschichte“-LeserInnen, mit ganz viel funkensprühendem Sprachwitz!

  8. Cover des Buches Naschmarkt (ISBN: 9783426511206)
    Anna Koschka

    Naschmarkt

     (221)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Anna Koschka ist ein Pseudonym der Autorin Claudia Toman. „Naschmarkt“ ist ihr erster Roman und ich fand das Buch super! Der ideale Roman für verregnete Nachmittage auf dem Sofa. Dotti ist witzig und schreibt sehr bissig über das Thema Internetdating. Ich war sehr gefesselt von dieser Geschichte. Natürlich hofft man, dass Dotti sich so richtig verliebt und die große Liebe findet. Ob dieser Fall eintrifft müsst ihr selbst herausfinden!! Die Seiten flogen nur so dahin und ich war sehr neugierig, wer sich hinter „djfleming“ verbirgt.  Ich hoffe es gibt schon bald noch mehr Abenteuer mit Dotti.

  9. Cover des Buches Bevor wir verschwinden (ISBN: 9783709934333)
    David Fuchs

    Bevor wir verschwinden

     (40)
    Aktuelle Rezension von: LadySamira091062



    David Fuchs erzählt die Geschichte von Ambros,der an einem bereits weit fortgeschrittenem Krebs leidet und Benjamin , Student der Medizin und Ambros Ex-Freund.
    Beide haben sich seit ihrer Trennung in der Jugend nicht mehr gesehen . Benjamin ist sehr überrascht auf den sterbenden Freund zu treffen und seine Gefühle geraten gerade etwas ausser Kontrolle, denn es fällt ihm nicht leicht die berufliche Distanz zu wahren ,die er als behandelnder ,angehender Arzt eigentlich haben sollte.
    Benjamin versucht im rahmen seiner Möglichkeiten Ambros wieder näher zu kommen und ihm noch einige seiner Wünsche zu erfüllen.Seine kleinen Ausflüge mit Ambros scheinen keinerlei Konsequenzen zu haben ,was in der Realität eher nicht sein kann auch wenn Dr Pomp alle Augen zu drückt.

    Der Stil des Buches ist für Menschen ,die nicht im medizinischen Bereich arbeiten oft etwas makaber, denn Benjamin und Dr Pomp haben manchmal einen makaberen Humor ,den man sich in diesem Berufszweig oft zu eigen macht um nicht alles immer zu nah an sich ran zu lassen und was dazu führen kann ,das Außenstehende das falsch verstehen.Doch jeder der in der Onkologie bzw . dem Krankanhaus allgemein arbeitet legt sich im Laufe der Zeit einen Panzer zu ,der sich öfters in recht schwarzem Humor oder makaberen Geschichten ausdrückt um mit dem mannigfaltigen Sterben zu recht zu kommen .
    Was mir allerdings gefehlt hat waren Emotionen und tiefergehende Gefühle. Wenn man nicht erfahren hätte das beide eine Beziehung zu einander gehabt hatten,dann hätten das auch genau so gut die Taten einer mitfühlenden Pflegeperson gewesen sein können. Von daher bin ich doch enttäuscht über die eher beiläufige Schilderung der Geschichte von der ich mir mehr erwartet habe




  10. Cover des Buches Mohnschnecke (ISBN: 9783426511381)
    Anna Koschka

    Mohnschnecke

     (89)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks
    Mir hat der erste Teil von Anna Koschka " Naschmarkt" sehr gut gefallen und somit war klar , die " Mohnschnecke" muss her! Ich wurde nicht enttäuscht. 
    Im zweitel Teil des Mauerblümchensclub ist Dotti Wilcek wieder single und sehr unglücklich darüber. Ihre Freundinnen entwickeln für sie die Mauerblümchentherapie. Diese bringt Dotti des Öfteren in komplizierte Situationen die für Dotti peinlich sind.
    Bei einem weiteren Versuch Dotti aus ihrer ausweglosen Lage zu holen, stoßen sie auf ein altes Rezeptbuch. Dies soll Dotti helfen, die Liebe wieder zu finden. Daraufhin beginnt eine spannende Suche nach des Rätsels Lösung.

    Auch in "Mohnschnecke" konnte  Dotti mich unterhalten. Ich fühlte mich von Anfang an wohl in diesen Roman und die Handlung wurde durch die Suche nach der Liebe sogar spannend. 
  11. Cover des Buches Geschenkt (ISBN: 9783442483006)
    Daniel Glattauer

    Geschenkt

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Gerold arbeitet fürbeine Gratis Zeitung und lebt sein Leben so ganz anders als er sles sich eigentlich vorgestellt hatte. Als der 14 Jährige Manuel in sein Leben tritt der bei Gerodl Wohnen soll während seine Mutter im Ausland arbeitet weiß keiner von den beiden so recht was sie voneinander halten sollen, vor allem da Manuel nicht weiß das Gerald sein Vater ist.

    Nachdem Gerold einen Artikel über eine Überfüllte Obdachlosen Unterkunft veröffentlicht trifft eine Anonyme Geldspende ein. Daraufhin gelangen mehrere Institutionen über die Gerald berichtet an solche anonymen Geldspenden die alle in Verbindung mit Gerold Artikeln stehen. Das bewirkt nicht nur das Gerold von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird sondern auch das Manuel und er sich immer näher kommen.


    Daniel Glattauer hat mit "Geschenkt" meiner Meinung nach seinen bisher besten Roman geschrieben. Die Protagonisten wachsen einem sofort ans Herz in ihrer unvolkommenheit. Diese Geschichte kann einen einfach nicht kaltlassen. Ein grandioser Roman über Menschen am Rande der Gesellschaft und darüber wie kleine Taten oft sehr großes Bewirken können. 

            

  12. Cover des Buches Jugend ohne Gott (ISBN: 9783744830072)
    Ödön von Horváth

    Jugend ohne Gott

     (548)
    Aktuelle Rezension von: AuroraM

    Eine interessante Geschichte mit verschiedenen Sichtweisen und einer Spannenden Geschichte.

  13. Cover des Buches Das Floß der Medusa (ISBN: 9783442717194)
    Franzobel

    Das Floß der Medusa

     (86)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Am 18. Juli 1986 werden von einem Schiff fünfzehn ausgemergelte Gestalten aufgenommen, die zwei Wochen auf einem Floß trieben. Diese wenigen Menschen sind die letzten Überlebenden von 147, die ausgesetzt wurden, weil die Rettungsboote der Medusa nicht ausreichten. Das Buch basiert auf einer historisch belegten Geschichte. Es ist eine Geschichte die packt und abstößt zugleich. Was dort geschieht, ist schwer zu ertragen. Jedes grausame Detail wird sehr genau und ausgebreitet beschrieben. Mir scheint, das Schicksal hat lauter sehr unangenehme Menschen zusammengebracht und sie auf die Medusa verfrachtet. Daher konnte ich mich von Anfang mit niemandem identifizieren. Dann schlägt das Schicksal wieder zu und das Schiff kentert. Aber soll man dieses Kentern dem Schicksal zuschreiben, nein, es ist die Unfähigkeit des Kapitäns und des Steuermanns. Die Rettungsboote reichen nicht und die, die nicht mehr hineinpassen müssen auf ein Floß, das auf die Schnelle zusammengezimmert wird. Ihr Proviant ist spärlich und so gehen sie wie Tiere aufeinander los. Was kann schon passieren, wenn man es mit so egoistischen und rücksichtslosen Menschen zu tun hat? Das Hauen und Stechen geht los. Aber es geschieht auf eine so unmenschliche Art und Weise. Aber vielleicht ist der Mensch auch nur ein wildes Tier? Doch ich will es nicht glauben, dass Menschen so sind, obwohl auch die jetzige Zeit zeigt, wie rücksichtslos und menschenverachtend gehandelt wird. Und doch ist in mir die Hoffnung, dass wir uns ein großes Stück Menschlichkeit bewahren werden. Diese sprachgewaltige Geschichte ist erschreckend und grausam.

  14. Cover des Buches Junger Mann (ISBN: 9783455003888)
    Wolf Haas

    Junger Mann

     (50)
    Aktuelle Rezension von: scherzerflori

    Eine wahnsinnig berührende Geschichte. Trotzdem in Haas unverwechselbarer Sprache.

  15. Cover des Buches Die Schöne und der Tod (ISBN: 9783442713660)
    Bernhard Aichner

    Die Schöne und der Tod

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Bernhard Aichner hatte ich für mich nach einer Leserunde erst sehr spät entdeckt und fast alles was ich bisher vom Haymon Verlag in die Hand bekommen hatte, war sehr gut. Also habe ich mir den ersten Band seiner Krimiserie mit Max Broll besorgt ...

    Max Broll, der örtliche Totengräber, scheint mit seinem Leben eigentlich sehr zufrieden. Er organisiert Saunatreffen auf dem Friedhofsgelände und legt sich gerne mit dem Pfarrer an. Sein bester Freund ist Baroni, ein ehemaliger Fußballstar, der sowohl in Wien als auch im Dorf lebt und in Max einen Seelenverwandten gefunden hat.

     Als Max einen Anruf bekommt von seiner ehemaligen und größten Liebe, dass er ein Loch buddeln soll, weil Ihre Schwester beerdigt werden muß, bleibt ihm der Atem stehen und sein ganzes Leben zieht an ihm vorüber. Die einzigste Frau, die ihm jemals etwas bedeutet hat kommt zurück in das Dorf. Max beerdigt Ihre Schwester, ein ehemaliges Model und versucht seiner Ex soweit wie möglich aus dem Weg zu gehen, doch als die Leiche aus dem Grab gestohlen wird, geht der Täter zu weit nach Ansicht von Max. Von seinem Friedhof wird keine Leiche geklaut, die bleiben alle da und Max legt los....

    Was schräg klingt, ist auch komplett schräg. Sehr viele direkte Dialoge und hitzige Wortgefechte beleben diese Geschichte und sorgen dafür, dass Sie zu keiner Zeit langweilig wird. Der Schreibstil ist ausgezeichnet und etwas besonderes. Welche Charaktere , mit wunderbar einfachen Überlegungen gezeichnet, unkompliziert, direkt auf die Mitte, ohne Umschweife und absolut liebenswert. Da fliegen schon mal die Fäuste , vielleicht auch zu Unrecht, aber das ganze macht unheimlich viel Spaß. Kann sich Max seiner ehemaligen Lebensliebe Emma etwas entgegensetzen. Hat die schon immer in Max verliebte Hanni überhaupt eine Chance ? 

    Ich freue mich, dass ich zwar erst 10 Jahre nach Erscheinen, das ganze entdeckt habe, aber die anderen Teile von Max Broll sind schon besorgt. Klare Empfehlung an alle die mit direkten Wörtern als auch leicht vulgärem Ausdruck leben können !

     



  16. Cover des Buches Bösland (ISBN: 9783442719211)
    Bernhard Aichner

    Bösland

     (270)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Eine tiefgründige Geschichte über das Schicksal eines Jungen Namens Ben mit einem überraschendem Ende. Der Autor schafft es das Grauen über alle Seiten aufrecht zu erhalten, in kurzen prägnante Sätzen geschrieben die einen einnehmen so das man am liebsten das Buch nicht aus der Hand nehmen möchte.

  17. Cover des Buches Wald (ISBN: 9783499267871)
    Doris Knecht

    Wald

     (53)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Marian ist abgestürzt. Noch vor zwei, drei Jahren war sie eine aufstrebende Designerin mit Luxuswohnung und Luxusgeschmack. Doch jetzt sitzt sie in dem alten Bauernhaus ihrer verstorbenen Tante, wo sie der letzte Winter fast umgebracht hätte mit Kälte und Hunger. Mit den benachbarten Bauern steht sie größtenteils auf Kriegsfuß, mit ihren Freunden und Bekannten aus den guten Zeiten hat sie den Kontakt abgebrochen. Niemand soll sie so sehen: Abgemagert, ohne Geld, ohne teure Cremes und Wundermittelchen zum Erhalt der Jugend. Und schon gar nicht soll sie jemand sehen mit Franz, dem einflussreichsten Bauern und Unternehmer aus der Gegend, mit dem sie ein zweifelhaftes Arrangement geschlossen hat.

    Doris Knecht hat mit "Wald" einen besonderes Roman geschrieben, der sich fragt was passiert, wenn man mit über 40 alles verliert: Beziehung, Job, Vermögen, Stolz. Der Roman hat einen düsteren Touch, wirkt immer leicht bedrohlich, fängt aber auch den Charme gut ein, den man mit dem "einfachen" Leben auf dem Land verbindet. Mal morbid, mal gemütlich. Und auch Marians trockener bis zynischer Humor hat mich sehr gut untehalten.

    Marians Gedanken zum Leben, Überleben und ihrer vertracketen Situation sind treffend und nachvollziehbar. Sie ist eine sperrige aber keineswegs unsympathische Figur. Nur ihr vor allem zu Beginn des Romans ständiges Kreisen um ihre alten Beziehungen konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Oliver, Bruno, Bruno, Oliver. Ein wenig redundant fand ich das und ihrer Situation wenig angemessen. Das gibt sich aber irgendwann und vor allem die Entwicklung, die Marian gegen Ende des Romans durchmacht hat mir gut gefallen.

    Ein spezieller Roman um Verlust, Abhängigkeit und Überleben, der mir besonders sprachlich und mit seinen österrichischen Einsprengseln gut gefallen hat.

  18. Cover des Buches Selbstporträt mit Flusspferd (ISBN: 9783423145268)
    Arno Geiger

    Selbstporträt mit Flusspferd

     (79)
    Aktuelle Rezension von: efell

    Arno Geiger erzählt von einer Trennung von einer langjährigen Freundin, die beim " Ich" Erzähler, einem dreiundzwanzig jährigen  Studenten viel Verunsicherung ausübt, viel Sehnsucht aber auch Angst vor neuen Beziehungen schafft. Nur die Betreuung des Flusspferdes ist eine sichere Beschäftigung, bei der nichts passieren kann.

    Eine etwas triste Sommergeschichte: Trennung, Freundschaften, die sich ändern, neue Ideen, die keinen Sinn ergeben, eine interessante Aufgabe, ein Zwergflusspferd zu betreuen - was bleibt nach dem Sommer über - nicht viel, aber doch eine persönliche Weiterentwicklung?

    Sprachlich wunderbar geschrieben, sehr fein im Ausdruck, wunderbar zu lesen, obwohl es nicht viel Handlung gibt.

  19. Cover des Buches Schachnovelle (ISBN: 9783328106739)
    Stefan Zweig

    Schachnovelle

     (1.309)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts treffen an Bord eines Passagierschiffs der Erzähler (ein österreichischer Emigrant), der geheimnisvolle Dr. B (ebenfalls aus Österreich) sowie der amtierende Schachweltmeister aufeinander. Eingebettet in eine Rahmenhandlung auf dem Schiff erfahren die Leser vom grausamen Schicksal des Dr. B., der von den Nazis monatelang in Isolationshaft gefangen gehalten wurde. Um nicht dem Wahnsinn zu verfallen, hat sich Dr. B. mit dem einzigen Buch, über das er verfügen konnte, Ablenkung verschafft: Einer Sammlung von Schachpartien.  Zunächst lernt er die beschriebenen Partien auswendig, während der Haft eignet er sich dann auch die Fähigkeit an, „blind“ Schach zu spielen – und zwar gegen sich selbst. Mit einer enormen Intensität beschreibt Stefan Zweig die Emotionen, die Dr. B während seiner Haft erlebt. Zunächst steht die Grausamkeit der Isolationshaft im Vordergrund, dann das rettende Buch. Beängstigend wird es schließlich, als Dr. B. Schach gegen sich selbst spielt und eine Bewusstseinsspaltung bewusst herbeiführt, die so genannte „Schachvergiftung“.

    Wer mit überlangen Sätzen zurechtkommt und auch keine Vorbehalte gegenüber dem leicht angestaubten Wortschatz hat, kann hier eine literarische Kostbarkeit entdecken, die auch beim wiederholten Lesen beeindruckt.

    Volle Leseempfehlung!

  20. Cover des Buches Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman (ISBN: 9783218010795)
    Petra Piuk

    Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Literatur_Famulus

    Herzhaft lachen ist befreiend, wenn das Lachen steckenbleibt bringt es dich weiter.

    Und wie ich gelacht habe (am Anfang), und wie das Steckenbleiben immer mehr zum Würgen wurde!

    Vor Jahren wurde mir während einer Kur von Therapeutinnen das Lesen von Karl Valentin verboten, mein Lachen hatte die Kojen zu stark geschüttet. Ich glaube, „Toni und Moni – Oder: Eine Anleitung zum Heimatroman“ hätten sie mir auch verboten.

    Im zweiten Teil die Schluckbeschwerden: Tief in der Kehle und zu spüren über die Ohren, bis hinab in die Zehen habe ich sie wahrgenommen und sie regen mich immer noch an.

    Wie die Schriftstellerin, wie Petra Piuk, wie Toni und Moni und auch ein wenig wie die Lektorin, bemühe ich auch einen alten Hadern: „Ich sprenge alle Ketten“ grölten sie alle und ließen nicht ein Kettenglied eingehängt in diesem Mysterien- ups, Literaturspiel. Vielleicht habe ich noch nie ein Buch gelesen, in dem die Fußnoten, das Personenverzeichnis (beinahe alle Alphabet Buchstaben), die Perspektivenwechsel, ein Dorf und meine Erinnerungen als Leser so treffend eingesetzt, beziehungsweise angestoßen wurden.

    Herzliche Gratulation Petra, Frau Schriftstellerin und Tanja

  21. Cover des Buches Die andere Seite (ISBN: 9783499255564)
    Alfred Kubin

    Die andere Seite

     (49)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Eine düstere Vision ist es, die Kubin da hatte, aber auch eine packende. Die Interpretationen sind vielseitig, die naheliegendste ist immer noch die Vorahnung des kommenden Ersten Weltkriegs, der in einem Strom von Gewalt und Zerstörung einen radikalen gesellschaftlichen Umbruch mit sich bringt und die "alte Welt" samt ihren Strukturen hinwegfegt. 

    Ein Traumland als negative Utopie.

  22. Cover des Buches Quasikristalle (ISBN: 9783442714513)
    Eva Menasse

    Quasikristalle

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    Was wissen wir wirklich über uns selbst ? Und was vom anderen?

    Das Leben der Xane Molin aus der kaleidoskopischen Sichtweise. Mal als junge Heranwachsende, die mit Judith sehr eng und mit Claudia um besonderen befreundet ist. Ein tragisches Ereignis beendet abrupt die Mädchenfreundschaften.

    Als Studentin nimmt Xane an einer Führung im Konzentrationslager Auschwitz teil. Mit dem Leiter dieser Exkursion bahnt sich eine zwischenmenschliche Nähe an.

    >Kann ein Mensch stundenlang den Kopf schütteln, ohne Schaden zu nehmen? Eine Frage, die Mengele sicher interessiert hätte. <

    Xane als Mieterin in einem ehrenwerten Haus. Der Vermieter bewohnt selbst sein Mehrparteienhaus und trägt Sorge in allen Bereichen. Doch er hat die Rechnung ohne Xane gemacht.

    Nach einigen Jahren trifft Xane auf Salome, jetzt Sally, die Schwester ihrer früheren Freundin Judith. Sie verbringen viele Tage und Nächte zusammen. Xane mit Mo verheiratet, würde Sally gerne unter die Arme greifen, doch Sally spielt ein Spiel.

    Mo, der Ehemann von Xane hat aus seiner ersten Ehe zwei Töchter. Xane möchte gerne selbst Mutter werden, doch dies gestaltet sich nicht einfach. Für ihren sehnlichen Wunsch nimmt Xane einiges in Kauf.

    Eine Begegnung mit Nelson verleitet Xane zu Gefühlen die die Tendenz zu einer außerehelichen Verbindung zu nehmen scheinen. Während Xane die Führung übernimmt, übt sich Nelson in Zurückhaltung.

    Viola, die älteste Stieftochter von Xane, bereitet ihrem näheren Umfeld nicht gerade große Freude. Sie scheint es im Besonderen, mit ihrem agressiven verhalten, oft auf Xane abgesehen zu haben.

    Auch als Vorgesetzte gerät Xane immer wieder in den Mittelpunkt, logischerweise. Dies mal mehr und mal weniger positiv.

    Als Tochter und selbst als Mutter, wird Xane in verschiedene Facetten des Lichts gerückt.

    >Aber zu wissen, dass man sich nicht immerzu bigott beschnitten hat, dass man im Gegenteil einiges Schöne davon gehabt, dass man manchmal geschwelgt und im prickelnden Luxus gelebt hat; daran zu denken, wenn sie einem später den künstlichen Darmausgang legen – das müsste irgendwie tröstlich sein.<

    Eva Menasse hat hier ein Leben coloriert in allen Farben und möglichen Formen. Sie hat eine Hommage auf das Leben, das existieren, das da sein, kreiert, dass das Bewusstsein den Fokus auf das eigene Sein, unwillkürlich in den Mittelpunkt plaziert. Intelligent und mit großem Gespür für die interessanten Datails, führt sie uns durch viele Fragmente des Lebens. 13 Geschichten über eine Frau aus der Sicht der anderen. Diese Idee wurde geradezu perfekt umgesetzt. Große Leseempfehlung!

  23. Cover des Buches Gruber geht (ISBN: 9783499255762)
    Doris Knecht

    Gruber geht

     (55)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    In diesem Roman aus dem Jahr 2011 schildert die Autorin, wie es einem selbstverliebten Topverdiener, weiß, männlich, erfolgreich, rücksichtslos und sexsüchtig geht, wenn er erfährt, dass er todkrank ist. Gut, es ist übertrieben. Der Protagonist, John Gruber ist nicht gerade sex-süchtig, aber er behandelt Frauen wie käufliche Wesen, er nutzt sie aus und hält wenig von ihnen. Ein Sympathieträger ist Gruber nicht. 

    Um Grubers Charakter zu identifizieren und zu entdecken, muss man sich von Gruber distanzieren, was dadurch erschwert wird, dass die Autorin, sehr geschickt gemacht ist das, den Leser in den Bewusstseinsstrom Grubers einschleust. Und da Gruber einen Menschen sehr liebt, über alle Maßen liebt, nämlich sich selbst, ist es nicht so leicht, zu erkennen, was Gruber für ein Mensch ist. Aber natürlich hat auch Gruber weiche Seiten. Na ja. Eigentlich ist er ein selbstverliebter Yuppie ersten Ranges, nur dass er halt keine zwanzig mehr ist. Und auch keine dreißig. Es ist ungerecht, zu behaupten, er liebe nur sich selbst: seinen Porsche mag er auch.

    Trotz der ernsten Thematik liest sich der Roman leicht. Es gibt zwei Bewusstseinsströme, in die man sich als Leser hineinfallen lassen kann, einerseits ist da natürlich Gruber und andererseits ist da Sarah, die er kennenlernt, sofort beschläft, wie es bei ihm üblich ist, und sich dann verliebt. Na ja. Sort of. Was Sarah an Gruber findet, abgesehen davon, dass der Sex mega gewesen ist, die geneigte Leserschaft ist ja quasi dabei gewesen, ist nicht ersichtlich. Dass er Porsche fährt und sein Sofa so viel kostet wie das Monatsgehalt von „normalen“ Menschen, ist es nicht. Irgendwas wars, wir wissen aber nicht, was. Na ja, Liebe ist ja eh ein Geheimnis. Wo sie hinfällt und so. 

     Rein persönlicher Leseeindruck: 
    Ich mag den Stil von Doris Knecht. Er ist so unaufgeregt. Und ein bisschen wie ein Smoothie. Samtig. Aber nicht ölig. 

    Dennoch gibt es einige Kritikpunkte, die ich nicht vorenthalten möchte: 

    nie, nie, nie kann ich mir vorstellen, dass jemand mit Krebsdiagnose während der Chemo (dabei und danach) regelrechte Besäufnisse abhält, - ich mag das von der Autorin in diesem Buch vermittelte Frauenbild nicht, und das liegt nicht an Grubers Stream of consciousness, sondern an der Rolle Sarahs insgesamt und der von Grubers Familie (Schwester und Mutter), die Frauenfiguren sind allesamt schief oder verschwommen oder einfach komplett falsch (verblödet), man erfährt quasi gar nichts von Grubers beruflicher Tätigkeit, es scheint kein Problem zu sein, wenn er wochenlang ausfällt, etc. Na ja. -Und dann das Happyend. Fast hollywoodreif.

    Doris Knecht ist eine Autorin, die sich sensibel einfühlt in Situationen und Menschen. Aber ob sie es diesmal so richtig getroffen hat … ich zweifle. 

    Fazit: Und deshalb (siehe oben) gibt es von mir für ihren Roman, den ich im übrigen trotzdem gerne gelesen habe, „nur“ gediegene drei Sterne. 

    Kategorie: Belletristik. Operation Sub-Befreiung
    Verlag: Rowohlt 2011 

     

  24. Cover des Buches Alles über Sally (ISBN: 9783423140188)
    Arno Geiger

    Alles über Sally

     (117)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die Geschichte, die ja eigentlich keine ist, zeichnet ein feines Bild einer praktisch veranlagten Frau, ohne ihre Verzierungen und Beschädigungen wegzulassen. Sie sieht sich selbst schnörkellos und Mittelpunkt ihrer Betrachtungen ist ihr, nicht mehr ganz taufrische Eheman Alfred, den die gelegentlichen Hörner, die sie ihm verpasst, nicht wirklich stören. 

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