Bücher mit dem Tag "österr.krimi"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "österr.krimi" gekennzeichnet haben.

17 Bücher

  1. Cover des Buches Der Engel von Graz (ISBN: 9783954517220)
    Robert Preis

    Der Engel von Graz

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Jetzt ist mir schon wieder etwas passiert – ich konnte mich nicht zurückhalten und musste unbedingt wieder einen Fall über Armin Trost lesen, obwohl ich mir vorgenommen hatte, die Reihe von Anfang an zu verschlingen.

     

    Der vierte Band rund um Ermittler Armin Trost wartet gleich zu Beginn mit dem Tatort Stübing auf, an dem eine Frauenleiche gefunden wird, der das Herz entnommen wurde. Bald wird offenkundig, dass es Parallelen zum „Herzerlfresser von Kindberg“ gibt. Als immer weitere Leichen gefunden werden, die einer historischen Legende ähnlich dargestellt werden, sucht sich Trost auch Hilfe bei einem etwas eigenartigen Professor. Kollegin Lemberg ist natürlich wieder an seiner Seite und sorgt für ziemliche Verwirrung in Trosts Emotionen-Karussell. Der verschwundene Kollege Schulmeister verfolgt Trost in seinen Gedanken und als Trost auch nicht verhindern kann, dass sich Schulmeisters Frau das Leben nimmt, scheint alles plötzlich zu viel für ihn.

     

    Der Autor Robert Preis hat auch hier wieder einen turbulenten Krimi rund um das Ermittlerduo Trost – Lemberg geschrieben. Sein Schreibstil ist „krimigerecht“ ohne Verschnörkelungen, klar und prägnant. Der Spannungsbogen wird auch in diesem Fall konstant hoch gehalten und ebenso kann man wieder das ein oder andere Mal schmunzeln ob der teilweise humorvollen Dialoge oder Zwischenbemerkungen.

     

    Die Charaktere sind allesamt authentisch gezeichnet, sehr sympathisch und können mit ihrer Stärken aber auch mit ihren Schwächen punkten. Der schräge „Graf“ kommt auch hier wieder zum Einsatz und muss erkennen, dass Hartnäckigkeit oftmals belohnt wird.

     

    Fazit: Ein spannender Regionalkrimi mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit und sympathischen Charakteren, einer spannenden Handlung und der Hoffnung auf Fortsetzung.

  2. Cover des Buches Letzter Kirtag (ISBN: 9783852188706)
    Herbert Dutzler

    Letzter Kirtag

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Nala73

    So etwas hatte selbst Gasperlmaier noch nie gesehen. Dabei hat er schon viel gesehen, der Gasperlmaier, schließlich ist er seit mehr als zwanzig Jahren Polizist in Altaussee. Aber ein Erstochener am Montag in der Früh im Festzelt vom Altausseer Kirtag, das ist auch für ein gestandenes Mannsbild wie ihn zu viel. Und so trifft er eine falsche Entscheidung – nicht die letzte an diesem Tag, und auch der Tote, der in seinem eigenen Blut im Festzelt hockt, wird nicht das einzige Opfer bleiben. Herbert Dutzler setzt in seinem ersten Krimi ein mörderisches Karussell in Gang, das die unschönen Seiten der Ausseer Postkartenidylle zeigt. Konsequent aus der Perspektive von Gasperlmaier erzählt, findet Dutzler einen ganz eigenen Ton, der das Lokalkolorit glaubhaft wiedergibt. Mit dem liebenswürdig tollpatschigen Dorfpolizisten hat er einen originellen Ermittler geschaffen, der für Spannung und Schmunzeln gleichermaßen sorgt – den Gasperlmaier wird man sich merken müssen!

  3. Cover des Buches Sauglück (ISBN: 9783740800550)
    Veronika A. Grager

    Sauglück

     (25)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    "Sie wies durch das Fenster nach draußen, wo Dornröschen eben wieder einen seiner sagenhaften Auftritte bot" - Wie sieht dieser sagenhafte Auftritt aus? Was verpasse ich da gerade? Wieso beschreibt das die Autorin nicht, sondern lässt den Leser im Dunklen tappen? Wenn das hier nur einmal vorkommen würde, würde ich das ja irgendwie noch verkraften, aber es passiert ständig.

    "Tumultartige Szenen waren die Folge." Die Autorin beschreibt nicht, was passiert, sondern kürzt es mit einem Satz ab. Die meisten Beschreibungen gehen daher verloren. Man kann nicht damit argumentieren, dass der Leser selbst interpretieren soll, denn wenn ich das ständig mache, kann ich auch beginnen, zu fantasieren und brauche dafür kein Buch.

    Die Figuren werden schnell in Schwarz und Weiß geordnet. Das sind die Guten, das sind eindeutig die Bösen. Keine einzige Figur ist vielschichtig, sondern jeder begrenzt auf Gier oder Mitgefühl. Das macht die Figuren unsympathisch, vor allem langweilig.

    Ihr schlichter Stil sorgt nicht für eine Atmosphäre und wie sie die Geschehnisse hinunterrattert, macht sie den Eindruck, als wollte sie so schnell wie möglich zum Kern der Geschichte kommen. Darunter leidet der Spannungsbogen und gerade in einem Krimi ist die Spannung das Wichtigste.

    Als man die Leiche entdeckt, werden die Geschehnisse bis zu dem Zeitpunkt stichwortartig erzählt. Statt eine Szene aufzubauen, überspringt sie alles und schafft es nicht, irgendein Bild herzustellen. Dabei wird die Leiche in einer Jauchegrube entdeckt, wo der alte Mann in Tierurin schwimmt, was ein übles Bild ist, erschreckend und ekelhaft, aber darauf geht sie nicht ein. Leiche gefunden, nächste Szene und plötzlich sind die Polizisten da, die das Sauwetter kritisieren.

    Die Dialoge wirken meistens gekünstelt, wie bei einem Protokoll, beschränkt auf das Eigentliche, ohne auf die Reaktionen der Figuren einzugehen. Meistens sind sie kalt formuliert. Erst als die Autorin den Dialekt ins Spiel bringt, bekommen die Dialoge zwar etwas Farbe, aber das lag wohl eher daran, dass ich mir beim Lesen einen richtigen Wiener vorgestellt habe und ich große Schwierigkeiten hatte, ihn auch zu verstehen.

    In meinen Augen funktioniert das Buch nicht. Man merkt, dass da eine richtige Anfängerin dran war, die leidenschaftslos und ohne jegliche Liebe geschrieben hat.

  4. Cover des Buches Zauberflötenrache (ISBN: 9783839213025)
    Manfred Baumann

    Zauberflötenrache

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Karin_Kehrer

    Dramatischer Zwischenfall bei der Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen: Die russische Operndiva Anabella Todorova bricht mitten in der Arie der „Königin der Nacht“ tot auf der Bühne zusammen. Sie wurde vergiftet.
    Kommissar Martin Merana beginnt im Umfeld der Festspiele zu ermitteln und stößt auf einen Skandal um gefälschte Musikinstrumente und Protestaktionen von Tierschützern. Doch was hat das mit dem Tod der Sängerin zu tun?


    Der dritte Fall um Kommissar Martin Merana zeichnet sich durch viel Lokalkolorit aus. Der Autor ist selbst Salzburger und kennt die Festspielstadt. Den Mordfall nimmt er zum Anlass, sich genauer mit dem Inhalt der berühmtesten Mozart-Oper auseinanderzusetzen, denn es drängen sich immer wieder Parallelen zu den Verbrechen auf. Allerdings geraten diesen Passagen manchmal ziemlich ausschweifend.
    Dazu gibt es interessante Informationen über das Musikgeschäft, auch über kriminelle Machenschaften. 
    Dazwischen gibt es Facebook-Postings einer gewissen Flora Stullermann – oder Stullerbaum? Hier war sich der Autor anscheinend selbst nicht sicher. Ein eher nerviges Mädchen, Gewinnerin eines Wettbewerbes, das auf Tuchfühlung mit Opernstars gehen darf und deren Sprache gewöhnungsbedürftig ist. 
    Martin Meranas private Verwicklungen nehmen ebenfalls einigen Raum ein und haben mich weniger interessiert. 
    Der Schreibstil wirkt manchmal ein wenig naiv, andererseits aber wieder sehr akribisch und besonders die Beschreibungen der Stadt Salzburg lesen sich sehr schön. 


    Fazit: Netter Krimi aus der Mozartstadt.

  5. Cover des Buches Graz im Dunkeln (ISBN: 9783954511808)
    Robert Preis

    Graz im Dunkeln

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Für den zweiten Band rund um Chefinspektor Armin Trost hat sich Autor Robert Preis ein ganz besonderes Fleckerl der Steiermark ausgesucht: Die Gegend um Vorau (in der Nähe von Hartberg, Oststeiermark), in der prähistorische Stollen sogenannte „Erdställe“ den Historikern allerlei Rätsel aufgeben. Und dort, wo man mit Wissenschaft nicht weiterkommt, blüht der Aberglaube …

    Doch zum Inhalt:

    Armin Trost gerät während eines Einkaufs im Einkaufzentrum Seiersberg in einen Amoklauf, lässt sich als Geisel nehmen und kann nicht verhindern, dass der Geiselnehmer ums Leben kommt. Aufgewühlt und angeschlagen glaubt er der ziemlich wirren Geschichte des Amokläufers, die vom Verschwinden seiner Freundin durch Außerirdische handelt.
    Also checkt er in jenem Wellnesshotel in der Nähe von Vorau ein, aus dem die junge Frau verschwunden ist.
     Doch was Armin hier vorfindet ist mehr als schräg. Ein fast leeres Hotel, einer Rezeptionistin, die gleichzeitige Animateurin ist und ein Hotelierehepaar, das an Außerirdische glaubt.
    Bei seinen Streifzügen in die Umgebung begegnet er Dolores, einer zurückgebliebenen Magd, die ihn eindringlich vor Unheil warnt.

    Dass dann dieses Unheil über Armin Trost hereinbricht ist klar. Wie es aussieht und welche Schlüsse er daraus zieht, lest bitte selbst.

    Meine Meinung:

    Wieder fesselt Robert Preis seine Fan-Gemeinde mit schrägen Charakteren. Das ist zum Ersten Armin Trost, der ja eigentlich mit sich selbst und seiner Umgebung nicht im Reinen ist und zusätzlich haben wir es hier mit einigen interessanten erstmals erscheinende Personen zu tun, die ebenfalls nicht ganz dicht erscheinen. Die Rezeptionistin z.B. die mit einem Wackelkopf beschrieben wird. Ich hatte beim Lesen immer wieder Sorge, dass dieser irgendeinmal abbricht. Oder die Hotelbesitzerin, die glaubt, dass UFOs und Außerirdische demnächst hier landen würden und ein Empfangskomitee brauchen.
    Eine interessante Rolle spielt auch Dolores – ein seltener Name in dieser Gegend wo die meisten Frauen Maria, Liesl oder Resi heißen. Schon allein der unübliche Name macht die Frau zu einem Unikum.

    Dass der Amokläufer letztlich mit seiner kruden Geschichte Recht behalten hat, wenn auch in anderer Art und Weise, erschüttert Armin Trosts Seelengebäude weiter. Bin schon gespannt, wie es mit ihm im nächsten, dem dritten Band weitergeht.

    Der Schreibstil ist wieder eine geniale Mischung aus Hochsprache und Dialekt, was wieder für ein schönes Lokalkolorit sorgt.

    Lediglich mit dem Titel bin ich nicht zu 100% einverstanden, spielt doch die Hauptstadt der Steiermark diesmal eine eher untergeordnete Rolle, wenn man von den Szenen in der Kanalisation à la „Drittem Mann“ absieht.

    Interessant sind die Einschübe über UFO-Sichtungen zu Beginn jedes Kapitels. Das war eine Zeit lang häufiges Thema bei Autoren und in den Gazetten. Auch ich habe mich in den 1980ern bzw. 1990ern damit beschäftigt und einige (Sach?)Bücher zu dieser Thematik gelesen.

    Fazit:

    Ein Krimi, der sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigt. Von mir bekommt der außerirdisch spannende Krimi 5 Ufos.
  6. Cover des Buches Die Tarotmeisterin (ISBN: 9783839217245)
    Elis Fischer

    Die Tarotmeisterin

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Autorin Elis Fischer lässt ihre Protagonisten Therese „Thesi“ Valiér wieder ermitteln.
    Diesmal geraten Thesi, die Illustratorin, und ihre Freundin Flora Lombardi, die Fotografin, in den Bann eines Frauennetzwerks. Dem wollten sie – auf Empfehlung von Sarah - eigentlich nur wegen der Verbesserung ihrer Auftragslage beitreten.

    Doch schon beim ersten Kennenlernen entdecken sie, dass das Netzwerk einem Männerbund ähnelt und die Vorsitzende ziemlich schräg ist.

    Als dann noch Sarah überfallen wird, Thesis Gartenhütte in Flammen aufgeht und allerlei Merkwürdigkeiten passieren, ist der kriminalistische Spürsinn von Thesi und ihren Freunden gefragt.

    Immer wieder kreuzt Isa, die alles dominierende Vorsitzende des Frauennetzwerks die Wege der Amateurermittler.

    Was hat Isa mit den Vorfällen zu tun? Welche Rolle spielen die anderen Netzwerkmitglieder?

    Erzählstil/Spannung:

    Der Erzählstil ist leicht und flüssig. Ein bisschen Wiener Lokalkolorit und Dialekt, sowie manch schrullige Eigenheit der Protagonisten rundet den Krimi ab.

    Die Autorin versucht durch verschiedene Handlungsstränge die Spannung zu erhöhen.
    So schickt sie die Leser einerseits in das London der der 1930er Jahre, in dem um die besten Tarot-Karten gestritten wird, und andererseits gibt es den schmierigen Journalisten Egon Kruger, der in der Person von Anton Dorf einen Lieferanten für eine tolle Story vermutet.

    Eine nette Idee ist, jedes Kapitel mit einer Tarot-Tageskarte zu beginnen. Hier hätte ich mir allerdings ein wenig mehr Hintergrund über diese Richtung der Esoterik gewünscht. Der Leser erfährt nur, dass 78 Karten ein „Kartendeck“ bilden, das allerdings mehrmals.

    Fazit:

    Eine österreichische Krimi-Reihe, die noch ausbaufähig ist. Die Charaktere könnten noch ein wenig nachgeschärft werden.
    Der erste Fall für Theresa Valiér und ihre Freunde ist übrigens „Die Kunstjägerin“.

  7. Cover des Buches Teufelsbotschaft (ISBN: 9783903092488)
    Lisa Gallauner

    Teufelsbotschaft

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    „Ein einsam gelegenes Blockhaus mitten in den idyllischen Wachauer Weinbergen wird zum Ort eines schrecklichen Blutbades. Als Meierhofer, der gerade zum zweiten Mal Opa geworden ist, und sein Team am Tatort eintreffen, entdecken sie unzählige Blutspuren. Doch vom Opfer fehlt jede Spur. Wer war die Leiche und was geschah tatsächlich im Kaminzimmer des Ferienhauses?“

    Dieser Krimi ist der 6. einer Reihe rund um den niederösterreichischen Chefinspektor Meierhofer und sein Team.

    Ein blutiger Mord ohne Leiche? Einige Personen, die sich verdächtig benehmen? Cui bono? Wer hat ein Motiv? Warum ist das offensichtliche Opfer unter falschem Namen in der Wachau abgestiegen und was hat der eifersüchtige Mann der Vermieterin damit zu tun? Fragen über Fragen, die Meierhofer und sein Team akribisch untersuchen müssen, um Antworten zu bekommen. Als dann die Leiche in Wien doch noch auftaucht, ist Zusammenarbeit mit den Wiener Kollegen gefragt.
    Werden die beiden Teams das Rätsel um die Bluttat in der Wachau lösen können?

    Wow, welch ein diffiziler Fall! Nichts ist, wie es scheint. Mein erster Krimi von Lisa Gallauner und so fesselnd, dass ich ihn nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wieso ist mir diese Autorin solange entgangen?

    Die Figuren sind, egal ob gut oder böse, exakt charakterisiert. Besonders gut hat mir natürlich Meierhofer gefallen, der Ecken und Kanten zeigt. Mit seinen sechzig Lebens- und einer Menge Dienstjahren gehört er zu den wenigen Ermittlern, die durch Erfahrung und gute Menschenkenntnis Erfolge vorweisen können, als durch übermäßigen Alkoholkonsum. Auch, dass er ein intaktes Familienleben hat, gefällt mir sehr gut. Sein Team besteht aus einigen interessanten Typen, die ich, wenn ich die fünf vorherigen Fälle noch lese, sicherlich auch noch schätzen lerne.

    Fazit:

    Ein Atem raubender Krimi vor der Kulisse der schönen Wachau.
    Ich bin ganz hingerissen und vergebe gerne fünf Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.
  8. Cover des Buches Gendarmentod (ISBN: 9783839221136)
    Oskar Feifar

    Gendarmentod

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Auch in seinem sechsten Fall mi Leopold Strobel unterhält Oskar Feifar seine Leser wieder in seiner unnachahmlichen Art, die Geschichte zu erzählen. Er spricht den Leser nämlich direkt mit „Du“ an, flicht aktuelles ein und verweist auf die Vergangenheit und auf die Zukunft.

    Doch diesmal hat sich der Autor etwas Neues einfallen lassen: Bezirksinspektor Leopold Strobel ist zur Wiener Kriminalpolizei gewechselt. Aber nur zur Probe – wie er allen versichert, denn als Neuer im Team muss er auch langweilige Dienste, wie das Bewachen von Banken, übernehmen. Es kommt wie es kommen muss, kurz vor Ende seiner ereignislosen Schicht, erscheint ein Bankräuber, den er zur Aufgabe seines Vorhabens überreden kann, nichtahnend, dass er diesem Mann später noch einmal begegnen wird. Nun ist der ehemalige Postenkommandant aus dem verschlafenen Dorf Tratschen, ein gefeierter Mann.

    Doch dann hält ein Bombenkrater mit menschlichen Hautpartikeln neben der Autobahn Strobels Abteilung in Atem. Man bedenke, wir befinden uns inmitten der 1970er Jahre, die durch den Terror der Roten Armee Fraktion, der Palästinenser sowie antisemitische Ausschreitungen von Ewiggestrigen, gekennzeichnet sind.
    Neben seinen beruflichen Herausforderungen, muss sich Strobel gegen eine mannstolle Pathologin zur Wehr setzen und seinen Platz im Team finden.

    Allerdings findet er auch noch Zeit endlich einen Verlobungsring für seine Frau Doktor zu kaufen, und sich der jugoslawischen Putzfrau anzunehmen, die augenscheinlich unter häuslicher Gewalt leidet.

    Meine Meinung:

    Oskar Feifer ist es wieder sehr gut gelungen seine Leser in die Geschichte eintauchen zu lassen.
    Ich kann mich gut an diese Zeit erinnern, da ich damals in die Unterstufe des Gymnasiums ging. All das, was der Autor so locker beschreibt, war so: Polizeiliche Kommunikation über Festnetzanschluss, über Funk, in den sich immer wieder CB-Funker eingemischt haben.
    Diese Zeit war auch die “große Zeit” der Banküberfälle. Kaum ein Tag verging, an dem nicht eine Bakfiliale, ein Postamt oder eine Tankstelle überfallen wurde.
    Einige dieser Vorfälle sind wirklich passiert und für den Krimi ein wenig adaptiert worden. 

    Wie schon in den Vorgängern besticht die Erzählweise des Autors. Als Leser fühlst du dich sofort als Teil der Geschichte. Du bist mitten drin, du kauerst mit Leopold Strobel hinter dem Busch und riechst den kalten Kaffee und den noch kälteren Rauch in den Amtsstuben.

    Das Wiedersehen mit dem verhinderten Bankräuber auf den letzten Seiten ist ein besonders fieser Cliffhanger.
    Ich hoffe doch stark, das wir Leopold Strobel als Ehemann und Vater wiederbegegnen werden.

    Fazit:

    Wieder ein spannender Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  9. Cover des Buches Wer mordet schon in Salzburg? (ISBN: 9783839215043)
    Oskar Feifar

    Wer mordet schon in Salzburg?

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Diese Krimi-Anthologie stammt aus der beinahe Endlosreihe „Wer mordet schon in XX?“ aus dem Hause Gmeiner. Namhafte Krimi-Autoren stellen Kurz-Krimis mit dazu passenden Ausflugstipps vor.

    Vorliegendes Buch ist ein echter Lese-Spaß. Am liebsten hätte ich sofort meine Koffer gepackt und wäre nach  Salzburg gefahren.


    Die 11 Krimi sind:

    1. Doris
    2. Der perfekte Plan
    3. Freundschaftsdienst
    4. Der Jubilar
    5. Rätselhafter Tod
    6. Tante Gerti
    7. Panik
    8. Perspektiven
    9. Tod in der Salzach
    10. Dumm gelaufen
    11. Ein wirklich großer Fang

    Obwohl nur wenige Seiten lang, sind die Geschichten spannend, hintergründig, witzig, fesselnd und originell.
    Der „Freundschaftsdienst“ macht ein wenig nachdenklich, über den „Jubilar“ habe ich herzhaft lachen können. Auch „Tante Gerti“ hat mir recht gut gefallen. Der „Neffentrick“ zieht eben nicht immer!
    Die Krimis sind allesamt erfunden, bis auf „Rätselhafter Tod“ der auf einer wahren Begebenheit beruht.

    Fazit:

    Eine bunte Mischung toller Krimis und Ortsbeschreibungen, die nicht langweilen. Ein gelungenes Mitbringsel!
  10. Cover des Buches Muj und der Herzerlfresser von Kindberg (ISBN: 9783709974551)
    Christoph Wagner

    Muj und der Herzerlfresser von Kindberg

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Der vierte Band von Robert Preis Krimi-Reihe rund um Armin Trost hat mich dazu gebracht, mich mit dem „Herzerlfresser von Kindberg“ zu beschäftigen. Und siehe da, die Geschichte dieses Mehrfachmörders spielt in diesem Krimi von Christoph Wagner eine große Rolle.

    Der Schauplatz ist tatsächlich die an der Südbahnstrecke gelegene Kleinstadt Kindberg, die auch schon bessere Tage gesehen hat.

    Zum Inhalt:

    Ein Mann wird im Wald ermordet aufgefunden. In seiner Brust klafft ein Loch, sein Herz fehlt! Wer tut so etwas? Satanisten? Der Bahnhofspunker, der eigentlich immer einen ordentlichen Pegel hat? Hängt das alles mit einem alten ungelösten Fall zusammen? Oder doch mit der Sage vom Herzerlfresser?

    Muj, dessen Name eigentlich „Mund“ heißt und der aus der Jenischen Sprache stammt, setzt seine 120 Kilo und seinen messerscharfen Verstand in Bewegung, um genau das heraus zu finden.
    Muj ist ein recht eigenwilliger Charakter: Er frönt nicht nur dem ausgiebigen Essen (siehe Gewicht), nein, er raucht immer und überall seine geliebten Virginier. Außerdem hat er ein etwas makabres Hobby: Er sammelt Erinnerungsstücke von gelösten Fällen in Gurkengläsern. 49 der 50 Gläser sind gefüllt. Der einzig jemals ungelöste Fall ist eben jener, in dem Satanisten eine große Rolle spielten.
    Wird der aktuelle Fall ein 51. Glas füllen?

    Meine Meinung:

    Der Leser wird gleich „in medias res“ gestoßen. Keine lange Einleitung, keine Vorgeschichte - die Begleitumstände, die Assoziationen, die Seitenblicke – all das wird elegant und leicht in die Handlung eingewoben.

    Herrlich die Beschreibung des Bezirksinspektors, der von der Bevölkerung „Kommissar“ und von seinem Freund, dem Taxifahrer mit dem Spitznamen „Prinz Eisenherz“ mit „Mein König“ angesprochen wird. Lediglich Mujs Frau hat einen anderen Kosenamen für ihn: "Engelchen", was so gar nicht zu dem Schwergewicht passen will.

    Genial auch der Bahn fahrende ehemalige Mitarbeiter des Einsatzkommandos aus Wien, der seit seiner Heirat einer strenggläubigen Jüdin, nur mehr als verdeckter Ermittler in der Österreichischen Bundesbahn unterwegs ist. Gekleidet wie ultraorthodoxer Rabbi fällt er auf oder auch nicht. Er lässt, um Muj zu treffen auch schon manchmal den ICE oder Railjet in Kindberg anhalten. Doch genau diesmal ist es denkbar unpassend, dass der Zug in Kindberg hält und die Zugsbegleiter Muj mit „Herr Präsident“ ansprechen.

    Muj verheddert sich im Intrigantentadl seines Kollegens aus der Bezirkshauptstadt Bruck an der Mur und ist „seinen“ 51. Kriminalfall vorerst los.

    Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Nerven zerfetzenden Thriller, bei dem man bis zum letzten Ende auf das Ende und die Aufklärung des Täters wartet, sondern um einen unterhaltsamen Krimi, der mit vielen Nebenhandlungen, die doch letztlich zur Überführung des Mörders führt.

    Es ist wirklich schade, dass dies der einzige Fall für „König“ und „Kommissar“ Muj bleiben wird, da der Autor bereits verstorben ist.

    Fazit:

    Wer einen subtilen Krimi mit viel Lokalkolorit lesen möchte, ist hier genau richtig. Von mir gibt’s 5 Sterne.
  11. Cover des Buches Trost und Spiele (ISBN: 9783902784131)
    Robert Preis

    Trost und Spiele

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Nach Jahren des Kriminalbeamtentums beschließt Chefinspektor Armin Trost, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Noch bevor er dies mit seiner, mit dem dritten Kind schwangeren Frau, Charlotte besprechen kann, überstürzen sich die Ereignisse.

    Beim Verlassen seines Grundstückes findet er ein Messer im Gartenzaun stecken, das er einpackt, um seine Familie nicht zu beunruhigen. Unmittelbar darauf wird er zu einer Leiche gerufen, in der ein Schwert steckt. Schwert und das Messer aus dem Gartenzaun weisen dasselbe Muster auf.

    Gibt es hier einen Zusammenhang? Und wieso beginnt hier gleich eine ganze Mordserie?

    Bei seinen Ermittlungen stößt er auf ein seltsames Netzwerk aus Rittern, Masken und Sagengestalten. Hochrangige Vertreter aus Politik und dem Grazer Gesellschaftsleben treffen einander zu obskuren Spielen in der Welt der LARP-Fans (Live Action Role Play). Eine Spur führt Armin zu einem ehemaligen Schulkollegen.
    Je näher er den Mördern kommt, desto bedrohlicher wird die Situation für seine Familie, bis sie schließlich eskaliert.

    Meine Meinung:

    Robert Preis wirft Armin Trost und seine Leser in einen Strudel aus unheimlichen Ereignissen. Es ist kaum auszumachen, was Spiel und was Wirklichkeit ist.

    Wir lernen diesmal auch Charlotte, Armins Frau kennen, die auch eine interessante Persönlichkeit ist. Sie nimmt nämlich offensiv an jedem Preisausschreiben teil, um so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine recht schräge Obsession.
    Ein neugierig machender Kunstgriff sind die Zitate aus Charlottes Tagebuch.

    Armin Trost leidet meiner Ansicht nach an einem akuten Burnout, das ihm manchmal schier den verstand raubt. Er sollte sich dringend eine Auszeit gönnen, bevor er gänzlich überschnappt. Viel fehlt ja nicht mehr. Der Vorsatz, seinen Dienst zu quittieren, geht in die richtige Richtung. Vielleicht reicht es ja, ein Sabbatical oder einen längern Urlaub zu nehmen.

    Nach eigenen Aussagen des Autors sollte diese Geschichte eigentlich ein Märchen werden. Doch irgendwie haben sich die Figuren selbständig gemacht. Frei nach dem Rückentext des Buches:

    „Wenn du in diesem Leben kein Held sein kannst, so schaff dir ein Neues“.

    Fazit:

    Ein toller Auftakt zu einer vielschichtigen Krimi-Reihe. 5 Sterne
  12. Cover des Buches Letzter Saibling (ISBN: 9783852189697)
    Herbert Dutzler

    Letzter Saibling

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Diesen gemütlichen Krimi aus dem Ausseerland mit dem sympathischen Ermittlerteam um den Gasperlmaier habe ich ganz gern gehört. Als Nebenbeiunterhaltung ging er sehr gut. Konnte bloß hier auf LB das Hörbuchformat nicht einstellen.

    Klappentext beschreibt den Anfang recht gut: „Der Gasperlmaier hat schon viel erlebt - aber so etwas Furchtbares ist ihm noch nie untergekommen: Leichenteile im malerischen Toplitzsee. Das Verbrechen hat offenbar mit dem jährlichen Fischessen des Altausseer Skiclubs zu tun. Doch als grausamen Killer kann Gasperlmaier sich keinen seiner Skiclub-Freunde vorstellen. 

    Mit dem liebenswürdigen Inspektor hat Herbert Dutzler die Herzen der Krimi-Fans erobert: Spannung, umwerfende Komik und originelle Figuren im gemütlichen Ausseerland.“

    Eine gute Geschichte nach den gängigen Regeln der Kunst ist es geworden. Später tauchten noch mehr grausam verstümmelte Leichen auf. Dennoch blieb es ein gemütlicher Krimi.

    Gasperlmaier ist schon ein Pfundskerl. Den habe ich ins Herz geschlossen, und natürlich wollte ich wissen, wie es mit ihm und den Seinen weitergeht. Hier gab es allerlei Abenteuer für Gasperlmaier. Auch weitere Figuren wiesen eine Weiterentwicklung auf. Und zum Schluss geriet er selbst in große Gefahr. Da lernte Gasperlmaier aufs Neue, das Leben zu genießen.

    Die Auflösung ist zufriedenstellend, alles ist dann geklärt, wieso, weshalb, warum usw.

    Florian Eisner hat auch hier wunderbar gelesen. Ich habe ihm gern über die gesamte Länge gelauscht.

    Nun fand ich weitere zwei Hörbücher in seiner Darbietung, die weiteren Folgen mit Gasperlmaier, die ich mir demnächst anhören werden. Ich freue mich schon drauf.

  13. Cover des Buches Halbseidenes historisches Wien (ISBN: 9783903092730)
    Günther Zäuner

    Halbseidenes historisches Wien

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Wie schon in seiner ersten Kurzkrimi-Anthologie „Halbseidenes Wien“ streift Autor Günther Zäuner durch die 23 Bezirke Wiens, um historisches und halbseidenes auszugraben. Allerdings muss man anmerken, dass die Einteilung in nunmehr 23 Bezirke erst im Jahre 1954 erfolgte. Einiges in daher eher in ehemaligen Vorstädten und Vororten passiert und wurde auf die heutige Bezirksstruktur bezogen.

    Am besten gefällt mir gleich die erste Geschichte aus dem 1. Bezirk „Innere Stadt“. Der war, wie es eine Menge von historischen Ausgrabungen wie. Z.B. auf dem Hohen Markt oder auf dem Michaelerplatz belegen, Teil des Römerlagers „Vindobona“.

    Gekonnt mischt er historische Persönlichkeiten mit fiktiven oder auch echten Kriminalfällen. Der Bogen spannt sich von der Römerzeit bis hin ins Jahr 2017. Hm, 2017 als historisch einzustufen?

    Günther Zäuner vermag es, den Lesern die Geschichte und G‘schichterln der Stadt Wien näher zu bringen. Er erklärt Zusammenhänge und die Lebensumstände der Bevölkerung zu verschiedenen Zeiten ist anschaulich beschrieben.
    Für mich, als historisch und kriminalistisch interessierte Wienerin, ist nicht gar allzu viel Neues ans Tageslicht gekommen.

    Fazit:

    Eine gelungene Mischung aus Geschichtsbuch und Krimi, für Leser, die gerne im Zeitraffer durch eine Stadt eilen. Ein nettes Mitbringsel.

  14. Cover des Buches Leponov (ISBN: 9783850933056)
    Günther Pfeifer

    Leponov

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    “Lepopnov” ist der erste Band der Reihe um die beiden aus dem Waldviertel stammenden Kriminalbeamten Josef Hawelka und Josef Schierhuber, die nun in Wien ihren Dienst verrichten. 

    Der russisch-stämmige Ganove Leponov plant einen großen Coup. Dafür gibt er vor, an Krebs erkrankt zu sein. Den Kranken spielt er so überzeugend, dass alle darauf hereinfallen - seine kriminelle Umgebung und die reiche alte Witwe sowieso. 

    Meine Meinung  

    Schon der Klappentext beweist, dass wir es hier nicht mit einem 08/15-Krimi zu tun haben: 

    „Leponov ist reich. Leponov ist alleinstehend. Leponov ist krank. Leponov hat nur noch einen Wunsch: Bevor er stirbt, möchte er den Familiensitz seiner russischen Vorfahren zurückkaufen. Nicht aus nostalgischen Gründen, sondern wegen des im Keller eingemauerten Kunstschatzes. Aber sein Zustand verschlechtert sich täglich – und er kann sein angelegtes Vermögen nicht schnell genug flüssig machen. Gut, dass es Freunde gibt, findet Leponov. Gut, dass es was zu erben gibt, finden die Freunde. Nicht gut, dass schon bald eine Leiche im Kanal liegt, findet die Staatsanwaltschaft. Gut, dass Hawelka und Schierhuber ermitteln, findet ihr Chef. Nicht gut, wenn Sie sich diese Räuberpistole entgehen lassen, finden wir … 

    ICH finde, der Autor hat den leicht morbiden Charme von Wien und seinen Bewohnern ziemlich gut dargestellt. Und „Räuberpistole“ trifft die Beschreibung des Krimis recht gut. Denn plötzlich ist der Tote wieder quicklebendig. Der Autor springt gekonnt durch Zeit und Raum - der Leser findet sich dank Angaben in den Kapitelüberschriften gut zurecht. Auffällig sind die oftmaligen Wortwiederholungen, die als Stilmittel eingesetzt, Unschlüssigkeit vermitteln.

    Herrlich sind auch die unterschiedlichen Charaktere: Vom Titelhelden über den, hinter vorgehaltener Hand „Erzherzog“ genannten Chef der Kriminalbeamten unsere beiden wackeren Waldviertler Ermittler und nicht zu vergessen, „das Auskunftsbüro Berlakovic, die Herta is“, die Schalt- und Nervenzentrale bei der Kripo.

    Obwohl Leponov viel Personal (ver)braucht, lassen sich die Bösewichte gut auseinanderhalten, hört doch so mancher auf einen so wohl klingenden Namen wie „Clooney“. 

    Fazit: 

    Die gelungene Kombination von lebensnaher Milieustudie, Gesellschaftskritik, Wortspiel und -witz, macht diesen Krimi zum Lesevergnügen, obwohl ihm die Leichtigkeit der späteren Bände ein bisschen (noch) fehlt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.


  15. Cover des Buches Letzter Fasching (ISBN: 9783709978733)
    Herbert Dutzler

    Letzter Fasching

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Im Ausseerland herrscht Ausnahmezustand – es ist Faschingszeit und landauf landab regieren die Narren. Kurz vor dem großen Umzug erhält die Traditionsgruppe der Trommelweiber, unter deren Kitteln sich ausschließlich  g’standene Mannsbilder verstecken, einen Drohbrief. Der Obmann befürchtet einen Mord. Gasperlmaier soll, obwohl er kein Mitglied ist, als Trommelweib getarnt mitmarschieren.

     

    Leider kann er den Mord an Kurt Sagleitner, dem Chefkoch des Bio-Hotels nicht verhindern. Die Vernehmungen der anderen Trommelweiber gestalten sich als schwierig, weil kaum jemand nüchtern genug ist, der Polizei Rede und Antwort zu stehen. Auch das berufliche Umfeld des Toten lässt auf Verbotenes schließen. Daher wird es Gasperlmaier bald wieder zuviel und Frau Chefinspektor Dr. Kohlross vom Bezirkskommando Liezen übernimmt die Leitung der Ermittlungen.

     

    Während Gaspermaier und Kohlross noch jeder kleinen Spur nachgehen, gibt es den nächsten Toten. Nichts ist, wie es scheint und so dauert es eine Menge Schnaps und Leberkäsesemmeln bis die losen Enden zusammengefügt werden können.

     

    Meine Meinung:

     

    Wie gewohnt ist der Krimi wieder in die Gemeinde Altaussee eingebettet. Schrullige und boshafte Dorfbewohner geben sich ein Stelldichein. Der Fasching ist eine Zeit in der viele ungestraft, weil unerkannt, ihre kleinen oder größeren Fehden ausführen können. Ganz nebenbei erfahren wir einiges über die lokalen Bräuche, die bisweilen archaisch anmuten und aus Tradition (?) nur Männern vorbehalten sind. Der emanzipatorische Versuch von Gasperlmaiers Tochter mit der letzten Männerbastion, den Trommelweibern, brechen zu wollen, löst einen ziemlichen Aufruhr aus.

     

    Wie üblich hantelt sich Gasperlmaier von Leberkäsesemmel zu Leberkäsesemmel und muss sich zu Hause mehrfach mit veganem Essen zufrieden geben. Auch Maggy, die unvermeidliche Reporterin der Schilling-Zeitung findet ihren Platz.

     

    Alles so wie immer? Nein, nicht ganz! Denn der Fall präsentiert sich als ein wenig komplizierter als gedacht. Herbert Dutzler ist es gelungen, durch verblüffende Wendungen und falsche Spuren den wahren Täter samt seinem Motiv recht lange zu verschleiern.

     

    Fazit:

     

    Ein gut gelungener Krimi aus dem steirischen Altaussee. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

  16. Cover des Buches Saupech (ISBN: 9783954510733)
    Veronika A. Grager

    Saupech

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dies ist der erste Band der Reihe rund um die Gemeindesekretärin Dorothea „Dorli“ Wiltzing und dem Wiener Detektiv Wolfgang „Lupo“ Schatz. 

    Weil ihre Tante Leni von einem Pensionistenausflug nicht mehr nach Hause kommt, macht sich ihre Nichte Agnes Sorgen. Sie engagiert den Wiener Privatermittler Wolfgang Schatz. Die Spurensuche führt ihn an den Ort des Verschwindens, nach Buchau, einem kleinen idyllischen Dorf in Niederösterreich. Doch wie so häufig täuscht die Idylle, denn es gibt nicht nur die tote Tante sondern eine weitere Leiche.  

    Ist Tante Leni Augenzeugin des Mordes an dem Pecher geworden? Musste sie deshalb sterben? Und was hat der in Harz eingegossene Kopf zu bedeuten?  

    Als Ortsunkundiger führt Lupos Weg schnurstracks zu Dorli, der Gemeindesekretärin, die alle Bewohner der Ortschaft kennt. Dorli hat einen Hang zum „Kriminalisieren“ und bald ermitteln die beiden gemeinsam. Vor allem auch deswegen, weil sie der Polizei die Aufklärung des komplexen Falles nicht zutrauen. 

    Meine Meinung: 

    Die Autorin hat mit Dorli & Lupo ein erfrischendes Ermittlerduo geschaffen. Noch ist nicht ganz klar wer Sherlock Holmes bzw. Dr. Watson sein wird, oder ob Dorli vielleicht doch Ms. Marple den Rang ablaufen wird.  

    Zusätzliches „Personal“ sind: Polizist Leo Bergler, einst Bezirksinspektor, nun nach Weiterbildung ein Oberleutnant, und „Bär“, der Chef der „Devils“, einer Motorradgang, die Dorli quasi adoptiert hat. SO unterschiedlich diese Typen sind, sie haben eines gemeinsam: weitere Morde zu verhindern und die erfolgten aufzuklären. Daran wird gearbeitet, wenn auch mit unterschiedlichen und häufig unorthodoxen Mitteln.  

    Sehr gut hat mir gefallen, dass der Leser völlig unaufgeregt und unterschwellig etwas über die Geschichte der Gegend und über die Pechgewinnung erfährt. Die Pecher sind eine vom Aussterben bedrohte Berufsgruppe. Nur mehr wenige beherrschen ihr Handwerk. Wozu man das Pech, wie man das Herz der Schwarzföhre brauchen kann? Man verwendet es als „Saupech“ zum Enthaaren der geschlachteten Schweine oder, ein wenig kultivierter als Grundlage für das Kolophonium, das zum gängig Machen des Geigenbogen nötig ist. 

    Der Titel „Saupech“ ist mehrdeutig. Erstens durch das oben beschriebene Produkt der Schwarzföhre und andererseits ist „Saupech“ die Steigerung für Pech also Unglück. Saukalt ist besonders kalt oder sauschwer wiegt mehr als schwer.  

    Die Dialoge sind witzig und liefern jede Menge Lokalkolorit. Für Spannung sorgt der kursiv geschriebene Teil der Handlung. Denn hier blicken wir dem Täter über die Schulter. Die Leser können hier miträtseln. Die Auflösung ist nach einigen Sackgassen und unerwarteten Wendungen schlüssig.  

    Für diejenigen, die über unbekannte Begriffe stolpern könnten, gibt es am Ende des Krimis ein ausführliches Glossar. 

    Tja, zum Schluss hat der Täter trotz aller Bemühungen, ein ordentliches Saupech. 

    Fazit: 

    Ein spannender und unterhaltsamer Krimi aus Österreich. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  17. Cover des Buches Die Geister von Graz (ISBN: 9783954514465)
    Robert Preis

    Die Geister von Graz

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Dieser Krimi mit Chefinspektor Armin Trost ist der dritte einer Serie, der in der steirischen Landeshauptstadt Graz spielt.

    Schon der Titel verheißt nichts Gutes. Während Armin Trost sich im Krankenstand und in seinem Baumhaus befindet, verändert sich Graz langsam aber sicher. Jede Menge Bettler kommen ans Tageslicht und verunsichern die Einwohner. Als dann noch ein abgetrennter Kopf durch die Halle des Hauptbahnhofs kullert, nimmt man auf Trosts Befinden keine Rücksicht und holt ihn schnurstracks aus dem Krankenstand. Es tauchen weiter abgeschnittene Körperteile auf. Die Obdachlosen tragen menschliche Finger als Talismane um den Hals.
    Doch damit noch nicht genug, verschwindet ein Mann während eines Spaziergangs mit Frau und Hund spurlos.
    Die Prophezeiung der Mutter des Verschwundenen:   "Nehmen Sie sich in Acht, die Dämonen der Vergangenheit sind unversöhnlich. Sie vergeben niemals." (S. 83) lassen Armin Trost schaudern und Übles erahnen, hat er doch mit seinen eigenen Geistern zu kämpfen.

    Gemeinsam mit Anette Lemberg und Johannes Schulmeister oder doch eher einsam, versucht Trost Licht ins Dunkel zu bringen. Eine mögliche Spur führt ihn ins ehemalige Jugoslawien, dessen nördlichste gerade einmal eine halbe Autostunde von Graz entfernt liegt. Ex-Jugoslawien, Lieferant von (Profi)Fußballern, Gastarbeitern und durch seinen Bürgerkrieg in den 1990ern in mehrere Nationalstaaten zerfallen, hält für Armin Trost böse Überraschungen bereit.

    Meine Meinung:

    Robert Preis versteht es meisterlich, seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Wie schon in den Vorgängerkrimis muss man als Leser aufpassen, zwischen Schein und Sein zu unterscheiden. Manche Geister, die der Autor hier loslässt, erscheinen völlig real. Die diffuse Angst vor den Bettlern, die sofort für alles verantwortlich gemacht werden, treibt die ohnehin mit begrenzter Sympathie für Fremdes ausgestatteten Bürger von Graz endgültig an ihre Toleranzgrenzen.

    Schon der Einstieg kommt unwirklich daher und ist, wie sich später herausstellt, die Schlüsselszene.

    Immer wieder gelingt es dem Autor auf seine ganz subtile Weise den Leser zum Nachdenken über Schein und Wirklichkeit anzuregen. Viele Elemente wie z. B. Namen haben eine doppelte, metaphorische Bedeutung. Die gruselige Atmosphäre im dichten Nebel ist auch ein Beispiel dafür.

    Eine in diesem Verwirrspiel interessante Figur ist der neue Polizeidirektor von Graz, Balthasar Gierack. Der Leser darf sich sein eigenes Urteil bilden, was es mit diesem neu eingeführten Charakter auf sich hat.

    Das Buch besteht aus 140 kurzen Kapiteln, die ein wenig an Gedankensplitter erinnern. Doch gerade diese kurzen Sequenzen treiben den Leser dazu an, noch eins und abermals eines zu lesen, bis er atemlos am Ende des Buches (und der Nacht) ankommt.

    Fazit:

    Wieder ein außergewöhnlicher Kriminalfall für den etwas wunderlich wirkenden Kriminalbeamten Armin Trost, dem ich gerne wieder 5 Sterne gebe.
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