Bücher mit dem Tag "oktoberrevolution"
10 Bücher
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.302)Aktuelle Rezension von: _seitenreise_Ich weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Stefan Bachmann
Palast der Finsternis
(243)Aktuelle Rezension von: thrill.tasticIn "Palast der Finsternis" werden fünf Jugendliche nach Frankreich geholt, um einen geheimnisvollen unterirdischen Palast zu erforschen und schon zu Beginn habe ich mich gewundert, warum so junge Leute für eine so bahnbrechende Expedition ausgewählt werden. Klar, sie sind alle 16 bzw. 17 Jahre alt und studieren schon sonst was, statt noch zur Highschool zu gehen (🤨) aber trotzdem...
Zum Glück geht es der Protagonistin Anouk genauso wie mir, denn auch ihr kommt das alles komisch vor.
Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und das ist für mich ganz klar der größte Pluspunkt. Ich mag sie sehr, diesen frechen Sarkasmus und Zynismus.
Leider hat mich die Handlung null komma null überzeugt.
Es ging flott zu lesen aber ich finde, dass angesichts der völlig absurden Situation, in der die Figuren sich wiederfinden, viel zu lange nur ganz kleine Informationsbrocken hingeworfen werden, ohne dass auch wirklich mal was aufgeklärt wird.
Zwar kommt am Ende alles zusammen aber mir war es zu albern und zu weit hergeholt.
Ich hätte so gerne noch etwas Schauriges zu Halloween empfohlen aber zu 3⭐ kann ich mich nicht durchringen, 2⭐ von mir. - Douglas Smith
Der letzte Tanz
(8)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchDouglas Smith gelingt es in herausragender Weise in einem ersten Schritt, die großen polititschen Ereignisse in einem prägnanten Überblick darzustellen, um dann in einem zweiten Schritt, die Auswirkungen und Konsequenzen für das Leben des Einzelnen anschaulich zu beleuchten. Die einzelnen Lebensschicksale rücken dem Leser sehr nahe und ich war nach der Lektüre nicht nur bestens informiert sondern sehr aufgewühlt!
Ein erschütterndes, wichtiges Buch, das nicht für Geschichts"fans" geschrieben ist, sondern alle ansprechen wird, die an den manchmal schrecklichen Kosequenzen der "großen" Politik für den Einzelnen interessiert sind.Ein wichtiges Buch
- Lara Prescott
Alles, was wir sind
(111)Aktuelle Rezension von: Simone1985Ich habe das Buch geschenkt bekommen und war anfangs etwas unwillig ein Buch über ein mir unbekanntes (berühmtes) Buch zu lesen. Dr. Schiwago war mir ein Begriff, aber ich kannte die Geschichte nicht. Das tut jedoch dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und sehr ansprechend.
Der Schreibstil ist packend und informativ, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Man lernt viel über die Zeit des Kalten Krieges. Ich mag es, wenn man beim Lesen nebenbei noch etwas über Geschichte lernen kann.
Es geht um Liebe, Spionage und Gegenspionage, Frauen, Politik und Macht. - Gerd Koenen
Die Farbe Rot
(6)Aktuelle Rezension von: WedmaFür dieses Werk konnte ich mich leider absolut nicht begeistern. Der Anfang war toll, also wollte ich mir das Ganze näher anschauen, aber je weiter ich las, desto übler wurde mir dabei zumute. Die anfängliche Begeisterung verflog spätestens nach den ersten vierhundert Seiten. Dort wurde neutral, dann aber eher abwertend berichtet. Sobald es um Russland und seine Geschichte ging, wurde der Ton zunehmend abschätzig herablassend. Ich gewann leider immer mehr den Eindruck, dass der werte Autor weder Kommunismus im Allgemeinen noch Russland im Besonderen mag.
Je weiter ich las, desto eher ich bereit war, dem Rezensenten aus der 1-Stern-Abteilung bei amazon recht zu geben, der meinte: „Dieser Schreiberling des Kapitels ist lebenslang seiner antikommunistischen Linie treu geblieben. Es ist schon auffällig u. zudem lächerlich das vor allem ehemalige Mitglieder der K-Gruppen, die übrigens schon immer antisowjetisch agierten, heute in der BRD zu den großen Erklärern des Weltkommunismus stilisiert werden. Koenen, Schlögel, Schroeder oder ein Posener kippten früher ihren Müll auf die Sowjetunion und heute sicher nicht zufällig auf Russland.......“
Diese anti-Einstellung des Autors konnte ich deutlich wahrnehmen, im weiteren Verlauf irritierte sie mich unsäglich. Wäre ihm etwas am Thema, am Land insg. gelegen, hätte er einen anderen Ton angeschlagen und Mittel und Wege gefunden, das Ganze nicht so grässlich darzustellen.
Für Laien schaut Koenen wie ein Kenner aus. In der Sache liegt er oft richtig. Bloß seine Interpretationen sind leider eher fragwürdiger Natur. Zudem fehlten mir leider die Quellen als Beleg manch seiner steilen Thesen, Darstellungen wichtiger Momente blieben auf dem Hörensagen Niveau. Bei einem guten Sachbuch sind einwandfreie Quellenangaben aber unerlässlich.
Mir waren die Inhalte nicht neu. An mehreren Stellen entstand der Eindruck, dass der werte Autor bloß an der Oberfläche gekratzt hatte. Oft musste ich feststellen: Da sind nur die Eisbergspitzen, auf die er die Aufmerksamkeit der Leser fokussiert hatte. Aber warum brachte er ausgerechnet das? Und dann noch auf diese abwertende Art und Weise? Das Scheußlichste geht vor, war wohl die Devise. Oft genug krallte er sich an eine einzelne Quelle, an die Meinung nur eines Autors, der z.B. das Geschehen an der Südfront 1918 schilderte, und natürlich war es das Grässlichste, was da zu finden war. Zudem war der Text oft so staubtrocken, dass ich mich da förmlich durchbeißen musste. Ich habe gehofft, dass es vllt später besser wird. Fehlanzeige.
Weshalb schreibt man dann ein Werk, indem Russland eine große Rolle spielt und die restlichen achthundert Seiten Gegenstand der Ausführungen ist, wenn man so negativ dem gegenüber eingestellt ist, was man schreibt? Ist es eine Art Racheakt?, a lá: Ich erzähle rus. Geschichte, aber so widerwärtig, dass einem die Haare zu Berge stehen, damit die Russen so bescheiden, milde gesagt, in der Öffentlichkeit stehen. Denn klar ist: Derjenige, der die Geschichte erzählt, hat auch die Deutungshoheit, zumindest im Rahmen seines Buches. Und es wird womöglich Leute geben, die dieser Darstellung Glauben schenken werden, da der werte Autor sich als Kenner russischer Geschichte anschickt.
In dem Sinne ist dieses Werk eine klare anti-russische und anti-Kommunistische Meinungsmache, anders gesagt: Propaganda. Und diese ist, wie wohl bekannt, ein Machtinstrument. Funktioniert bloß nur, solange man sie nicht als solche erkennen kann.
Fazit: Wer gern anti-kommunistische, bzw. anti-russische Schriften liest, ist hier goldrichtig. Eine grässliche, einseitige Darstellung in schwarzen Tönen, abschätzig dargeboten, die noch Ihresgleichen sucht.
Ansonsten muss man es sich nicht antun. Zu dem Thema habe ich schon bessere Bücher gelesen. Zu den Anfängen von Kommunismus schreibt sehr gut Jürgen Neffe in „Marx. Der Unvollendete“. Es gibt auch andere Werke zur rus. Geschichte. Ohne die Rachegelüste und/oder ähnl. Allüren.
Mehr als zwei Sterne kann ich hier leider nicht vergeben.
- Tim Tichatzki
Roter Herbst in Chortitza
(18)Aktuelle Rezension von: vielleser18Was für ein bewegender Roman !
Erzählt wird die Geschichte von Willi und seinem Freund Maxim. Willi gehört zu der Mennonitengemeinde von Osterwick, einem kleinen Ort in der Ukraine. Ihre Vorfahren kamen auf Einladung von Katharina der Großen aus Deutschland und besiedelten die Gebiete. Von den Menschen, die 1919, als die Geschichte beginnt, in Osterwick lebten, hat kaum einer Deutschland je gesehen, dennoch werden Sprache und Traditonen von Generation zu Generation weitergegeben. Genauso wie das Rechts der Mennoniten auf Kriegsdienstverweigerung.
1919 herrscht Bürgerkrieg. Der erste Weltkrieg ist zu Ende, der Zar gestürzt. Es herrst Gewalt und Willkür, Kämpfe zwischen den "Roten und den "Weißen" - und mittendrin Willi und sein Freund Maxim. Maxim und sein Vater konnten nach Osterwick flüchten, während seine Mutter und seine zwei Schwestern gefangen genommen wurden. Die kommende Zeit wird eine Zerreißprobe, nicht nur für die Freunde, sondern auch für die Dorfbevölkerung.
Repressalien, Konfizierungen und hohe Abgabequoten, die erfüllt werden sollen. Sollte man sich wehren ? Wie lang kann alles ertragen und erduldet werden?Hier beginnt die Geschichte von Willi und Maxim und führt uns durch die bitteren Jahre bis 1947. Am Ende des Buches rundet noch ein Ausblick auf 70 Jahre später die Geschichte ab.
Es ist keine reine fiktive Geschichte, es sind die Erinnerungen und Erlebnisse seiner Schwiegermutter, die der Autor Tim Tachatzki zu diesem Roman verarbeitet hat. Damit sie nie in Vergessenheit geraten. Ihre Geschichte ist die von vielen. Es sind die Erinnerungen an Zeiten des Umbruchs, der Willkür, der Diktatur und Krieg, geprägt von Gewalt und Hungersnöten, Zeiten, in denen es ums reine Überleben, aber auch um das Festhalten am Glauben ging. Es geht um die Opfer und ihr Leid, aber auch die Täter werden beschrieben.
Die Sichtweisen verändern sich im Buch, die Grausamkeiten werden so ziemlich deutlich beschrieben. Keine leicht Lektüre, man fühlt und leidet mit. Nicht alles ist leicht zu ertragen. Dennoch ist es wichtig, dass es erzählt wird, damit es nicht in Vergessenheit gerät.
Von mir bekommt "Roter Herbst in Chortitza" volle Leseempfehlung. Wichtiges Thema, fesselnd erzählt - die Geschichte einer Russlanddeutschen Familie, aber auch die einer dunklen Zeit.
- Sam Eastland
Rote Ikone
(11)Aktuelle Rezension von: SatoDie Ikone „Der Hirte“ beschäftigt Pekkala seit seiner Zeit am Zarenhof. Einst als wundertätig angesehen und am Zarenhof heilig gehalten verschwindet sie während des ersten Weltkrieges aus der Obhut Rasputins. Schon damals wurde das Smaragdauge – Inspektor Pekkala – mit der Suche beauftragt. Er fand einen Priester, welcher die Ikone angeblich vernichtet hatte und die Untersuchung wurde daraufhin von höchster Stelle beendet.
Im Frühjahr 45 steht die russische Armee in Deutschland, wo Soldaten in einer kleinen Kirche die Ikone wiederfinden. Erneut wird Pekkala, diesmal von Stalin beauftragt, losgeschickt das Schicksal der Ikone aufzuklären. Die Suche führt den Inspektor zurück in seine Zeit am Zarenhof, zu den Ränkespielen der Zarin und ihres Protegés Rasputin. Er folgt der Spur des damaligen Täters in einen Gulag bei Karaganda, durchforstet geheime Archive und muss feststellen, dass er nicht allein auf der Jagd nach der Ikone ist. Eine alte Glaubensgemeinschaft war schon seit Jahrzenten bereit alles für den Besitz des „Hirten“ zu tun.
Das Buch führt den Leser durch verschiedene Zeitstränge zu einzelnen Episoden, die erst allmählich ein gemeinsames Bild ergeben. Man bekommt einen Eindruck vom Leben am Hofe des Zaren während des ersten Weltkrieges, begleitet Felix Dserschinski, den Gründer der Tscheka – einem Vorläufer des KGB, bei seiner Jagd auf Feinde der Sowjetunion in den frühen Zwanzigern und nimmt teil am Leben einer Russlanddeutschen Familie, welche zu Beginn des ersten Weltkrieges zwangsvertrieben wurde. Das ergibt zunächst ein ziemliches Wirrwarr und man muss einige Konzentration aufbringen, um der Geschichte folgen zu können, zumal auch noch das deutsche Giftgasprogramm bei der IG Farben in der Handlung eine wichtige Rolle spielt.
Historisch ist die Geschichte wieder hervorragend recherchiert, die Protagonisten stehen im Vordergrund, der Erzählstil ist flüssig und der Spannungsbogen wird über die ganze Zeit aufrechtgehalten. Aber man muss sich auf die Geschichte einlassen, bereit sein durch die unterschiedlichen Zeitebenen zu reisen und die Puzzleteile allmählich zusammenzusetzen. Das ist halt der bekannte Stil der Reihe, ich mag ihn, deshalb gibt es von mir auch 4 Sterne.
- Charlotte Hofmann-Hege
Alles kann ein Herz ertragen
(7)Aktuelle Rezension von: NelingEine sehr bewegende Biographie über eine Frau, die ein unermesslich schweres Schicksal erleiden musste und wie Gott sie hindurchtrug.
Inhalt:Elisabeth ist aus einer Mennonitenfamilie. Früh verliert sie erst ihre Mutter , dann ihren Vater . Mit 15 reist sie im Frühjahr 1912 mit der Familie ihres Onkels nach Russland. „Es ist ein wunderbares Land“, schreibt sie in ihrem ersten Brief - nicht ahnend, dass sie ihre Heimat erst nach 55 Jahren wiedersehen sollte. Sie wird ein Opfer der politischen Umwälzungen in Russland, muss unter anderem mehr als dreißig Jahre in sibirischer Verbannung leben. Dieses Buch erzählt darüber, was sie alles an Schwerem erleiden musste, aber auch wie Gott sie hindurchtrug.
Meine Meinung:Dieses Buch hat mich sehr mitgenommen, denn es ist sehr traurig. An Hand von Briefen wird das Leben der Elisabeth Thießen nachempfunden. Beim Lesen fragte ich mich mehrmals wie ein Mensch, all dies ertragen kann. Diese ganze Not war wirklich herzzerreißend. Aber es ist wirklich packend geschrieben und nicht rührselig, sondern teilweise fast nüchtern.Sehr angesprochen haben mich auch die Zitate, die jeweils über den Kapiteln standen und immer sehr passend waren.Ich habe durch das Lesen des Buches auch in geschichtlicher Hinsicht viel Neues erfahren, grade was die Oktoberrevolution und Stalin betraf. Das ist wie Geschichtsunterricht, der an dem Schicksal E. Thießens lebendig wird.
Von daher kann ich das Buch nur jedem empfehlen, der auch Bücher abseits des Mainstreams liest und schwere Themen nicht scheut oder mehr über dieses schwere Zeit erfahren möchte.Die Haltung der E. Thießen hat mich sehr beeindruckt. Darum bekommt dieses Buch 5 wohlverdiente Sterne!
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