Bücher mit dem Tag "opium"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "opium" gekennzeichnet haben.

39 Bücher

  1. Cover des Buches Die Gestirne (ISBN: 9783442715145)
    Eleanor Catton

    Die Gestirne

    (138)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Walter Moody trifft 1866 nach schwerer Überfahrt in der neuseeländischen Hafenstadt Hokitika ein. Im Raucherzimmer des Hotels, in dem er absteigt, wird er durch die Erzählung von 12 Männern in eine Serie ungeklärter Mordfälle hineingezogen, die sich rund um das Goldgräbermilieu bewegen.

    Wer nun einen Kriminalroman erwartet oder einen historischen Roman, der wird enttäuscht sein. Catton strickt eher eine Art Sittenbildnis, entführt den Leser in ein wildes, unerschlossenes, abenteuerliches Neuseeland. 

    Ich habe das Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, die selbst großer Neuseeland-Fan ist, mit dem Hinweis, dass man trotz der Komplexität dem Plots doch gut folgen kann, selbst wenn man den Roman mit Unterbrechungen liest. Und in der Tat tut es dem Romanvergnügen keinen Abbruch, wenn man ihn immer wieder zur Hand nimmt, um weiterzulesen. Ich habe allerdings auch sehr lange benötigt, um ihn zu beenden.

    "Die Gestirne" ist ein sehr aufwändig und kunstvoll (künstlich) konstruierter Roman. Die 12 Männer sind 12 Gestirnen (Sternzeichen und Planeten) zugeordnet, deren Konstellationen der Handlung entsprechen. Dazu kommt, dass der abnehmende Mond sich in der Kapitellänge widerspiegelt. Es ist einerseits ein Roman, den man mit Verstand lesen sollte, andererseits sollte man die Szenerie, in der er spielt genießen. Ich kann verstehen, dass manche Leser den Roman ermüdend finden, ich persönlich war am Ende aber fast enttäuscht, Neuseeland wieder verlassen zu müssen.

  2. Cover des Buches Babel (English Edition) (ISBN: 9780063021426)
    Rebecca F. Kuang

    Babel (English Edition)

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Gingerteabooks

    Dieses Buch ist eine wirklich sehr gute Kolonialismuskritik. Das Buch hat wunderbare Charaktere, besonders die vier Protagonist*innen. Die Geschichte ist unglaublich stark aber auch emotional und ich finde jeder, der (besonders weiße Menschen) sollte dieses Buch mal lesen. Trotzdem ist die erste Hälfte etwas anstrengend und zäh, da es dort viel um Sprachgeschichte und Wortursprünge geht und es länger Passagen gibt, die starken Fachbuch-Charakter haben.

  3. Cover des Buches Risiko (ISBN: 9783453419568)
    Steffen Kopetzky

    Risiko

    (70)
    Aktuelle Rezension von: sofie


    Gleich im Prolog lernen wir den Protagonisten des Romans – Sebastian Stichnote, eigentlich Marinefunker – in der bis dahin vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens kennen. In Afghanistan, auf einer Mordmission. Danach nimmt uns Steffen Kopetzky auf etwas mehr als 700 Seiten mit auf die Reise und nach und nach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Von Durazzo in Albanien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs an Bord der BRESLAU bis nach Kabul. Vermeintlich weiß man natürlich schon wie es ausgeht – nicht nur durch den Prolog, sondern auch durch Geschichtswissen. Das Ende des Ersten Weltkrieges kennt man ja.  In beiden Fällen weiß der Autor aber zu überraschen. 

    Mich hat “Risiko” sehr gut unterhalten und mir einen ganz neuen Aspekt des Ersten Weltkrieges nähergebracht, nämlich den deutschen Dschihad, der eine Expedition von Konstantinopel nach Kabul schickte. Der Protagonist Stichnote ist ein vielseitige und spannende Persönlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren haben einiges zu bieten. Nur an interessanten Frauenfiguren mangelt es, aber das haben Kriegsromane wohl so an sich.  

    Ansonsten mangelt es an nichts – es gibt Intrigen und Verrat, Kameradschaft und Freundschaft, Abenteuer und Exotik. Und ganz nebenbei erzählt Kopetzky eine fiktive Geschichte wie das beliebte Brettspiel “Risiko” entstanden sein könnte- zugegebenermaßen musste ich nach dem Lesen erst einmal nachschlagen, ob es nicht vielleicht genau so war. 

    Für mich war es nicht das erste Buch des Autors und sicher auch nicht das letzte. Mit kleinen Abstrichen vergebe ich vier von fünf Sternen!  


  4. Cover des Buches Als wir Waisen waren (ISBN: 9783896676979)
    Kazuo Ishiguro

    Als wir Waisen waren

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Ulf_Borkowski

    Sprachlich eindrucksvoll komponierter Roman um einen privilegierten Engländer, der im Schanghai der 1920er Jahre im International Settlement aufwächst und auf mysteriöse Weise innerhalb kurzer Zeit beide Elternteile verliert und alleine nach England zurückkehrt. 

    In privilegierten Verhältnissen bei einer Tante aufgewachsen, wird der Protagonist nach Elite-Internat und Oxfordstudium ein berühmter Detektiv und angesehenes Mitglied der Londoner High-Society.

    Nach einigen Episoden und einer unerwiderten Liebe kehrt der erwachsene Protagonist in das Shanghai des Jahres 1937 zurück, um während der Okkupation der Japaner nach seinen verschollenen Eltern zu suchen.

    Sprachlich eindrucksvoll und dabei enorm gut lesbar siedelt Ishiguro in einem spannenden Setting an. Kein klassischer Detektiv-Roman, aber dennoch ein Roman mit Spannung und interessant angelegten Charakteren.

  5. Cover des Buches Das letzte Kapitel (ISBN: 9783404165391)
    Matthew Pearl

    Das letzte Kapitel

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Legibilis

    Was geschieht, wenn ein Autor vor der Vollendung seines Romans stirbt?

    Charles Dickens ist tot. Und das bringt den Bostoner Verlag Fields, Osgood & Co. in arge Bedrängnis. Denn auf dem amerikanischen Buchmarkt sieht es alles andere als rosig aus. Manuskripte sind hart umkämpft und Schriftstehler treiben die Verlage in den Ruin. Haupteinnahmequelle für Fields, Osgood & Co. stellt die Veröffentlichung der Romanreihe „Das Geheimnis des Edwin Drood“ von Charles Dickens dar. Doch nach dem plötzlichen Tod des Schriftstellers sieht sich der Verlag mit nur der Hälfte der Geschichte in den Händen dastehen. James Osgood setzt nun alles daran herauszufinden, wie der Roman enden sollte, um das Verlagshaus zu retten. Mit der schönen Rebecca reist er aus diesem Grund nach England, besucht die Familie und Freunde von Charles Dickens und kommt dem Geheimnis des Edwin Drood immer näher.

    „Das letzte Kapitel“ ist ein spannender Literaturkrimi, der sich um den real existierenden Roman „Das Geheimnis des Edwin Drood“ dreht, der allerdings in Wirklichkeit ein Fragment geblieben ist.

    Spannend und detailiert beschreibt der Autor, Matthew Pearl, die Suche James Osgoods nach den letzten Teilen des Romans. Eingeflochten sind immer wieder Kapitel, die sich um Opiumhändler drehen und zu Beginn immer wieder für Verwirrung sorgen, da deren Bedeutung erst am Ende offengelegt wird.

    Bis zur letzten Seite bleibt dieses Buch spannend, denn auch am Schluss gibt sich der Autor nicht mit einem 0/8/15-Ende a la „und sie lebten alle glücklich bis an ihr Lebensende“ zufrieden. Nein, da wo für den Leser sich alles aufgelöst zu haben scheint, wartet er mit einer letzten überraschenden Wendung auf.

    Mathew Pearl ist es gelungen einen Roman zu schreiben, der Literatur und Autor in den Mittelpunkt rückt, dabei aber nahtlos an Thriller eines Dan Browns oder Simon Beckett anschließt.

  6. Cover des Buches Goldbrokat (ISBN: 9783734106866)
    Andrea Schacht

    Goldbrokat

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Sabrina_D_

    Gold Brokat ist für mich nicht der erste historische Roman von Andrea Schacht. Ich liebe den Schreibstil von ihr und lese gerne Bücher von ihr. Daher musste ich auch Gold Brokat lesen. Der Roman spielt im 19. Jahrhundert und handelt von zwei Frauen, deren Leben auf eine Weise miteinander verwoben ist. Die Hauptfigur ist Ariane. Ariane ist eine außergewöhnliche Frau, die sich nicht an Konventionen hält. Aus diesem Grund verliert die talentierte Schneiderin ihre Kundinnen. Durch einen Zufall lernt sie LouLou kennen, die zunächst eine Kurtisane ist, aber mit dem Gedanken spielt ein Theater zu eröffnen. LouLou beauftragt Ariane Kostüme für das Theater zu schneidern. Durch diesen Auftrag gewinnt Ariane wieder Kundinnen in der Oberschicht und macht sich wieder einen Namen. Als das Theater und die Schneiderei gut laufen, taucht ein Feind der beiden Frauen auf, der dunkle Geheimnisse zu tage bringt.

    Zunächst geht es in dem Roman nur um Ariane und ihre Kinder. Im Verlauf kommen immer mehr Personen und Spielorte hinzu. Da manche Kapitel räumlich vom Hauptort getrennt sind, ist einem zunächst nicht klar, in welchem Zusammenhang diese Kapitel mit dem Haupterzählstrang stehen. Erst im Laufe der Geschichte wird immer deutlich, welche Rolle diese Personen im Leben von Ariane und LouLou spielen.

    Andrea Schacht ist mit diesem Roman eine sehr spannende Geschichte gelungen, bei der ich nie genau wusste, was als nächstes passieren würde. Es gab viele Wendungen, auf die es keinen Hinweis gab und dennoch gibt es am Ende ein Happy End.

    Jeder, der historische Romane liebt, wird diesen Roman auch mögen und vielleicht so wie ich lieben.

  7. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

    (117)
    Aktuelle Rezension von: monerl

    (4,5 Sterne)

    Meine Meinung
    Ich habe dieses Buch schon sehr viele Jahre ungelesen in meinen Regalen. Aufgrund der derzeitigen desaströsen Situation in Afghanistan, ausgelöst durch den schnellen Abzug der USA, Deutschland und anderen Staaten, hatte ich das Bedürfnis noch mehr über Afhanistan, die afghanischen Bevölkerung und vor allem die afghanischen Frauen zu erfahren! Denn gerade Letztere sind von der erneuten Übernahme des Landes durch die Taliban am meisten betroffen.

    In ihrem vor 20 Jahren erstveröffentlichten Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur zum Weinen“ hat die Autorin eine Biografie über eine afghanische Frau, Shirin-Gol, geschrieben, die in ihrer Kindheit bereits den Einmarsch der Russen in Afghanistan erlebt hat und bis zum Ende des Buches, irgendwann im Jahre 2001, nur Flucht, Hunger und Entbehrungen gekannt hat. Und doch hat sie und haben auch andere Menschen immer noch Hoffnung auf ein neues und besseres Leben in Zukunft.

    „An diesem Nachmittag wissen Shirin-Gol und Azadine noch nichts von dem, was wenig später in ihrer Heimat geschehen wird. Die Ärztinnen, die Landwirtin, die Biologin, die Lehrerinnen, die Ingenieurin, die Krankenschwestern, die Frauen, die lesen können, die Frauen, die nicht lesen können, die Frauen, die sich in Azadines Haus versammelt haben, wissen noch nicht, dass in weniger als einem Jahr die Amerikaner und Europäer ihnen im Kampf gegen die Taleban endlich zu Hilfe kommen werden. An diesem Nachmittag glauben die Frauen zum soundsovielten Mal voller Hoffnung, die ihnen niemand nehmen kann, an eine bessere Zukunft. An diesem Nachmittag wissen sie noch nichts von den vielen Freunden, die sie im fernen Amerika und Europa haben. Sie wissen noch nicht, dass Bekämpfung von Terrorismus nur mit Bomben und Raketen möglich ist.
    Die Frauen wissen an diesem Nachmittag noch nicht, dass bald wieder Bomben auf sie, auf Kabul, auf alle anderen Städte, auf ihr Land geworfen werden.
    An diesem Nachmittag wissen sie nicht, dass die Amerikaner zu ihrer Befreiung kommen werden.“ (Buch, S. 295)

    Es ist sehr bitter, aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen, 20 Jahre später, dass dieser letzte Satz aus obigem Zitat sich von einer Sekunde auf die andere in Luft aufgelöst hat! Am 16. August 2021 haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Sie sind in Kabul einmaschiert, nachdem die USA und auch Deutschland ihre Truppen wieder aus dem Land zurückziehen. Sie geben Afghanistan auf! Zwanzig Jahre lang konnte das Land sich langsam wandeln, nach vorne entwickeln. Frauenrechte wurden auf den Weg gebracht, Frauen konnten wieder in Ruhe studieren (40% der Studierenden sind Frauen gewesen), arbeiten, eine Schulbildung genießen, Künstlerinnen werden, lachen, tanzen und sich auch ohne Koopftuch auf die Straße trauen.

    Die derzeitigen Nachrichten sind niederschmetternd! Menschen fliehen vor der erneuten Herrschaft der Taliban! Die einen, weil sie nicht mehr in einem Land ohne Freiheit, Menschen- und Frauenrechte leben wollen, die anderen, weil sie mit den westlichen Mächten zusammengearbeitet haben und somit potentiell gefährdet sind. Die Taliban haben Namenslisten von diesen Menschen angefertigt, suchen sie, werden sie wahrscheinlich foltern und umbringen.

    Shrin-Gol ist 1979, als die Russen in Afghanistan einmarschieren und sie die ersten Raketen hört, ungefähr 5 Jahre alt. Heute ist Shirin-Gol, falls sie noch lebt, eine Frau von fast 50 Jahren, die wieder die Herrschaft der Taliban erleben muss und die sich vielleicht auch wieder auf eine Flucht begeben wird.

    Shirin-Gol hat einige Kriege erlebt und hat über 20 Jahre ihres Lebens in der Fremde und auf der Flucht gelebt.

    „Wo ist der Unerschied zwischen Heimat und Fremde?, fragen Nafass, Nabi, Navid, Nassim wieder und wieder, bekommen weder von Shirin-Gol noch von Morad eine Antwort. Die vielen Länder, Städte, Berge, Täler, Dörfer, in denen sie gelebt haben, die sie durchquert haben, die sie wieder verlassen mussten, der Sand, die Wüste, die Berge, das ist alles viel zu viel, viel zu groß für die kleinen Seelen der Kinder, die von Mal zu Mal zerbrechlicher, unsicherer, verängstigter werden. Was ist ein Land?, fragen sie. Was bedeutet Heimat? Wo ist mein Zuhause? Was ist eine Grenze? Wo ist sie?“ (Buch, S. 240)

    Die Autorin Siba Shakib zeigt überaus deutlich, was Shirin-Gols Kinder, alle afghanischen Kinder in all den Jahren durchmachen mussten. Sie wachsen ohne ein längerfristiges und richtiges Dach über dem Kopf auf, erleiden Hungerperioden, Verluste von Träumen und einer Zukunft.

    Shirin-Gol versucht zu überleben, sich und ihre Kinder durchzubringen. Sie ist mental stärker als ihr Mann Morad, der sich und sein Unglück versucht mit Opium zu betäuben. In einem Flüchtlingslager im Irak wird sie von Polizisten vergewaltigt und muss auch ihren Körper verkaufen, um an Geld zu kommen und trauert ihrer Vergangenheit nach, als sie als junges Mädchen unter der russischen Herrschaft verpflichtet wurde in die Schule zu gehen. Shirin-Gol ist eine der wenigen Frauen, die lesen und schreiben können. Sie wollte einmal Ärztin werden, doch dann verließen die Russen wieder Afghanistan und der Bürgerkrieg begann.

    Shirin-Gols Leben ist voller Verluste, die sie in ihrem jungen Leben ertragen musste. Ihre älteste Tochter verliert sie an einen jungen Taliban, in den diese sich verliebt hat. Gegen die Liebe gibt es keine Medizin, so stimmt sie nach langer Gegenwehr der Hochzeit zu. Ihren ältesten Sohn verliert sie im Iran, der nicht wieder mit seiner Familie zurück nach Afghanistan will, nachdem der Iran seine Gastfreundschaft zu den geflüchteten Afghanen beendete. Sie verlor ihren Mann Morad an das Opium, das ihn abhängig, schwach und krank gemacht hat. Sie verlor Brüder und Schwestern im Krieg der Mujahedin und doch verlor sie nie die Kraft, immer wieder von vorne anzufangen!

    Siba Shakib zeichnet über das Leben von Shirin-Gol die traurige Vergangenheit Afghanistans. Ein Land, das seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommen durfte und wohl auch sehr lange nicht zur Ruhe kommen wird.

    „Wir hatten einen König, der von seinem eigenen Schwager, der die Dinge besser machen wollte, abgesetzt wurde. Die Engländer wollten die Dinge in unserem Land besser machen. Die Russen sind gekommen und wollten uns wer weiß wovor retten. Die Amerikaner haben die Mujahedin mit Waffen beliefert und ausgebildet, wieder um wer weiß was zu ändern und damit alles besser wird. Die Mujahedin führen überall Krieg, für einen besseren Islam. Irgendwelche Kommandanten schießen auf andere Kommandanten, weil sie das Beste für uns wollen. In Kandahar, im Süden unserer Heimat, ist eine neue Bewegung aufgetaucht, die sich Taleban nennt und für einen bessseren Islam kämpft.“ (Buch, S. 162)

    Fazit
    Ein sehr aufschlussreiches und informatives Buch, das sehr ausführlich über die Menschen in Afghanistan berichtet und was sie alles erleben mussten. Die Biografie von Shirin-Gol schmerzt von Seite zu Seite mehr, denn diese Frau hat in ihren noch nicht einmal 30 Jahren mehr erlitten und Schlimmes erlebt, dass es in mehr als zig traurige Leben passen könnte.
    Dies ist leider gerade heute wieder ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn ich mit dem Schreibstil nicht ganz so zufrieden war.

  8. Cover des Buches Das Geheimnis der Madame Yin (ISBN: 9783939990345)
    Nathan Winters

    Das Geheimnis der Madame Yin

    (29)
    Aktuelle Rezension von: SCook

    London, 1877. Ein junges Mädchen wird ermordet aus der Themse gezogen, im Mund findet man eine Haarlocke in einem Stofffetzen. Wenig später folgt die Leiche einer Opiumkönigin aus dem East End. Beide Morde müssen miteinander zu tun haben, doch die Polizei findet keinen Zusammenhang zwischen den Opfern. Inspektor Robert Edwards vom Scotland Yard wird mit dem Fall betraut und muss sich bald gegen seinen Willen mit der Pinkerton Detektivin Celeste Summersteen herumschlagen, die ebenfalls Interesse an der Aufklärung des Falles hat. Gemeinsam schlittern sie in die Dunkelheit, die die Bewohner Londons aufgebaut haben und bald müssen sie nicht nur das nächste Opfer des Mörders, sondern auch ihre eigene Haut retten.

    Robert Edwards macht seinem Spitznamen Bull alle Ehre. Mit dem Gemüt eines aus dem Winterschlaf geweckten Bären und der Durchschlagskraft einer Stange Dynamit ausgestattet prügelt er sich durch Londons Unterwelt und trifft dabei nicht immer die klügsten Entscheidungen. Celeste Summersteen dagegen besticht durch Charme, Taktgefühl, Schneid und einem ganzen Repertoire von Tricks, die ihr bei der Verfolgung ihrer Ziele helfen. Ich mochte beide Figuren schon einzeln, aber gemeinsam werden sie zu Goldschätzen und ich liebte den Humor, den beide an den Tag legen.

    Dazu war der Krimi genau richtig für mich, da er nicht zu gruselig und blutig geraten war, und nicht nur einige überraschende Wendungen, sondern auch einen spannenden Zwei-Fronten-Krieg auf Lager hatte. Der Autor verstand es, den Leser mit allen Informationen zu versorgen und gleichzeitig so bei der Stange zu halten, das man dem Ende entgegenfieberte.

  9. Cover des Buches 1888 (ISBN: 9783992001293)
    Thomas Beckstedt

    1888

    (30)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Ich-Erzähler Georg erhält im Oktober 1922 ein Paket mit einem Manuskript. Nach dem Krieg, wo er beinahe ein Bein verloren hätte, hat sich der Deutsche nach England zurückgezogen und gibt sich als Schweizer aus. Georg lebt vom Verkauf der elterlichen Firma und hat daher ausreichend Zeit, sich diesem Manuskript zu widmen. Allerdings irritiert ihn der Inhalt, der Gedanken eines Arztes enthält, den er 1914 bei einem Urlaub in der Schweiz kennengelernt hatte. Der Arzt hatte im Gefängnis Tagebuch geschrieben, wo er wegen eines angeblichen Mordes an einem Berufskollegen im Jahre 1888 mehrere Monate verbrachte.

    Georg beginnt zu recherchieren, um aus diesem verwirrenden Manuskript ein Buch zu machen. Gleich zu Beginn erfährt der Leser, dass er seine Aufzeichnungen nach einem Jahr wieder zerstört. Warum und weshalb wird erst ganz am Ende der 400 Seiten deutlich.

    Georg erzählt in diesem Buch teilweise ohne Punkt und Komma. Ich hatte dabei das Gefühl, neben ihm beim Bier in einem Pub zu sitzen und zuzuhören. Das Buch ist so komponiert, dass man ständig in eine andere Zeit hineinkatapultiert wird: Hat man sich in 1888 einigermaßen eingelebt, landet man übergangslos wieder bei Georg in 1922. An manchen Stellen wird es schwierig zwischen Wahrheit und Traum zu unterscheiden; verschiedene Erzähler, verschiedene Zeiten, verschiedene Eindrücke und verschiedene Schriften haben in meinem Kopf Chaos verursacht und das Gefühl aufkommen lassen, etwas überlesen zu haben. Mir war lange nicht klar, ob Georgs Wahn seinem Drogenkonsum geschuldet war oder etwas anderem. Erst der Schluss entwirrte meine Knoten im Kopf.

    Fazit: Kein Buch zum nebenbei lesen. Es erfordert die volle Konzentration, hat mich aber zwischendurch auch müde gemacht.

  10. Cover des Buches Ligeia (ISBN: B004WLDOEC)
    Edgar Allan Poe

    Ligeia

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Ich muss zugeben, dass ich den Klassikerstatus durchaus anerkenne, allerdings ist dieses Werk nicht so ganz mein Geschmack. Es spiegelt vom Inhalt her sehr viele ähnliche Liebesszenen wieder, in denen Männer ihren Frauen oder Angebeteten verfallen und dann irgendwas Schlimmes passiert. Daher überrascht mich das Ende nicht wirklich, da es zumindest für mich vorhersehbar war.

  11. Cover des Buches Ein Pakt mit dem Teufel (ISBN: 9783442476367)
    Anne Perry

    Ein Pakt mit dem Teufel

    (9)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    London, 1867: Eine Frau wird ermordet und gräßlich verstümmelt auf einem Pier gefunden. Zunächst muss William Monk von der Wache Wapping der Thames River Police herausfinden, wer die Tote überhaupt ist. Zenia Gadney lebte zurückgezogen, bekam aber regelmäßig Besuch von einem Mann, der sie offenbar aushielt. Dieser, Dr. Joel Lambourn, hatte vor einigen Wochen Suizid begangen – hatte das die Tote auf die Straße getrieben, und damit ihrem Mörder in die Hände? Lambourns Ehefrau glaubt nicht an Suizid, doch kann sein Tod kaum mit Zenia Gadneys Tod in Zusammenhang stehen – oder doch?

    Neben der Reihe, die das Ehepaar Pitt im Zentrum hat, habe ich auch immer schon gerne die mit den Monks gelesen, aber leider in den letzten Jahren pausiert, nun endlich habe ich begonnen, die beiden Reihen weiterzulesen, und es war für mich schnell wie ein Wiedersehen mit lang vermissten Freunden. Im ersten Band trafen Monk, der damals sein Gedächtnis verloren hatte, und Hester, die als Krankenschwester gerade aus dem Krimkrieg nach Hause gekommen war, erstmals aufeinander. Nun, im achtzehnten Band, sind sie, nach vielen Aufs und Abs ein glückliches Paar, Hester leitet eine Klinik für Straßenmädchen, Monk ist der Leiter der oben genannten Wache und die beiden haben einen Straßenjungen bei sich aufgenommen.

    Natürlich ist auch der Anwalt Oliver Rathbone wieder Teil der Geschichte, den es gerade privat schwer getroffen hat, was auch an seinem Selbstbewusstsein knabbert. Nachdem Monk jemanden verhaftet hat, übernimmt Rathbone die Verteidigung, was einen harten Kampf bedeutet, den er kaum gewinnen kann. Dieser Kampf im Gerichtssaal nimmt einen großen Teil des Romans ein, der seine Spannung u. a. daraus zieht, wie die Geschworenen letztlich entscheiden werden. Dabei stellt man sich als Leser:in natürlich auch auf eine Seite.

    Anne Perry erzählt sehr detailreich, aus verschiedenen Perspektiven und immer nah an ihren Charakteren. So kann man z. B. Oliver Rathbones inneren Kampf mit sich selbst verfolgen, er hadert stellenweise damit, das Mandat in diesem Fall übernommen zu haben, er ist sich nicht immer über seine Strategie klar, ist manchmal unsicher und hat zudem mit privaten Problemen zu kämpfen. Mir gefällt das, denn so kommen mir die Charaktere sehr nahe.

    Wie immer in Anne Perrys Romanen ist ein großer Anteil Gesellschaftskritik enthalten. Dieses Mal dreht sich viel um das Thema Opium, das damals das einzige Schmerzmittel war, das wirklich Hilfe versprach, insbesondere bei starken Schmerzen. Es war freiverkäuflich und seine Dosierung unklar. Da es auch bei Kindern, sogar Säuglingen, z. B. bei Bauchschmerzen oder beim Zahnen verwendet wurde, kam es relativ häufig zu Todesfällen. Zudem waren die „Opiumkriege“ kein Ruhmesblatt für Großbritannien, und es steckte eine Menge Geld dahinter – hier treffen eine Reihe Interessen aufeinander.

    Auch nach längerer Pause konnte ich mich direkt wieder in die Reihe einfinden, William und Hester Monk, sowie Oliver Rathbone sind für mich wie alte Bekannte, und es war schön, sie wiederzutreffen. Dazu gibt es einen komplexen Kriminalfall, Gesellschaftskritik, eine gelungene Auflösung und viel subtile Spannung, so dass ich den Roman zufrieden beenden konnte und mich auf den nächsten Band freue.

  12. Cover des Buches Titanic Passage. Tagebücher (ISBN: B00BM9G28M)
    Nora Amelie

    Titanic Passage. Tagebücher

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Belis

    Ruhig, kalt, sternenklar – und doch tödlich. So könnte man die Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 umschreiben.
    Die Tagebucheinträge der fiktiven Personen Fräulein Nora Amelie und Herrn Wilhelm Friedel umfassen den Zeitraum März bis Anfang Mai 1912. Obwohl unabhängig voneinander geschrieben verflechten sich die Einträge durch die Geschehnisse. Jeder Tag ist in mehreren Abschnitten von Nora und Wilhelm abwechselnd geschildert. Durch namentliche Überschriften bin ich schnell im Lesefluss. Der verwendete Schreibstil versetzt mich bereits nach kurzer Zeit in das Jahr 1912.
    Wilhelms Wissbegierde erlaubt Einblicke in die Werft Harland and Wolff  sowie  den Bau der Titanic. Im Laufe der Erzählung trifft der Ingenieur viele interessante Zeitgenossen. Neben den Erbauern der Titanic zählt er unter anderem Bram Stoker, dessen Werk "Dracula" äußerst erfolgreich wird, zu seinen Bekannten. Des weiteren fließen in seine Tagebucheinträge immer wieder Erfindungen und Neuheiten der ersten zwanziger Jahre ein. Durch seine Beschreibungen "sehe" ich mich versetzt ins Belfast 1912, höre den Lärm der  geschäftigen Werft und erlebe den Medienrummel um die Katastrophe hautnah.
    Nora, die Pflanzensammlerin aus gutem Hause, plant eine Reise nach Mexiko. Die bevorstehende Jungfernfahrt der Titanic wäre eine gute Gelegenheit um New York zu erreichen. Durch ihre Sichtweise darf ich die Gärten von Mount Stewart betrachten, sowie  erleben welch ein Aufwand in Bezug auf Mode, gesellschaftliches Auftreten und Expeditionsgegenständen betrieben wurde. Ihre Überfahrt ermöglicht mir einen Blick auf das Treiben an Bord der Titanic. Die aufregenden Tage danach....
    Aufflammende Zuneigung der beiden Protagonisten durchströmt die mit viel Liebe zum Detail recherchierte Katastrophe um die Titanic. Geschilderte Emotionen der Überlebenden, sich überschlagende Zeitungsmeldungen und die Reaktionen darauf lassen die Ereignisse aufleben. Die Tagebucheinträge lesen sich wie ein Zeitzeugnis. Die aufwendige Vorbereitung zeigt sich unter anderem in dem anhängenden Personenregister mit ergänzenden Einzelheiten.
    Um dem Buch einen krönenden Abschluß zu geben hat sich das Autorenpaar zu einem Making of entschlossen. In diesem letzten Abschnitt erfährt der geneigte Leser viele Details zum Entstehen des Projektes.
    Der größte Dampfer damaliger Zeit ist untergegangen. Die Technik Euphorie hat einen Riß bekommen. Mögliche Hintergründe, Emotionen der Gesellschaft und Auswirkungen auf die Medienlandschaft werden versucht darzustellen. Mit Nora und Wilhelm, ihrer beginnenden Liebe und ihren Interessen zeigen die Protagonisten einen Einblick in diese Epoche. Gelungen wie ich finde. Daher vergebe ich verdiente fünf Sterne für dieses besondere Tagebuch.
    Neben dem Buch an sich hat mich die Leserunde sehr begeistert. Die Hintergundinformationen und zusätzlichen Möglichkeiten recherchiertes Material zu betrachten war einfach spitze. Dafür nochmals meinen herzlichen Dank.


  13. Cover des Buches Wer Liebe verspricht (ISBN: 9783104002811)
    Rebecca Ryman

    Wer Liebe verspricht

    (186)
    Aktuelle Rezension von: Sopharoo

    Das Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten und ich betrauere, dass es von Rebecca Ryman nur zwei weitere Bücher (beide nach diesem Buch gelesen) gibt. Die Kulisse und der geschichtliche Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt, sowie auch die einzelnen Charaktere sind einfach einzigartig. Olivia als Hauptperson gewinnt man sehr lieb. Die Autorin neigt manchmal zu etwas langatmigem Schreiben, was mich persönlich in all ihren Büchern stört, allerdings ist die Geschichte so toll, dass man ihr das verzeiht und nichts anderes als 5 Sterne geben kann. Ich wünschte es gäbe mehr solcher Bücher. 

  14. Cover des Buches Nell Sweeney und die Spur des Todes (Nell Sweeney-Reihe 1) (ISBN: 9783960877554)
    P.B. Ryan

    Nell Sweeney und die Spur des Todes (Nell Sweeney-Reihe 1)

    (45)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Boston, 1868: Man lernt Nell Sweeney kennen und merkt schnell, dass sie selbst so einige Geheimnisse hat. Manche davon werden auch im gleichen Atemzug gelüftet, andere bleiben erst mal ihr Geheimnis. Sie hat Glück und bekommt die Stelle als Gouvernante bei der Familie Hewitt. Als die Familie erfährt, dass ihr verstorbenen Sohn am Leben ist und wegen Mordes verurteilt werden soll. August Hewitt selbst, will dieses Geheimnis gemein bliebt doch Viola schickt Nell um zu helfen. Ein historischer Krimi, der einen in seinen Bann zieht. Einmal das hier nichts romantisch beschrieben wird. Hier bekommt man die grausame Wahrheit von damals gezeigt. Die düsteren, schlechte Seite der Gesellschaft und auch die Intrigen, die Macht und vieles mehr. Somit war es ein Genuss, es zu lesen. Auch die Charaktere habe einiges dazu beigetragen. Natürlich die Hauptfiguren, aber auch die Nebenfiguren sorgen für Spannung, Action und das ein oder andere zum Lachen. Den Humor und die spitzen Bemerkungen von Nell liebe ich einfach. Die Geschichte ist eher bedrohlich. Sie öffnet einem die Augen und zeigt einem mal wieder, dass Leben nicht immer voller Sonnenschein sein kann. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und ich freue mich schon auf das nächste Band.

  15. Cover des Buches Wundbrand (ISBN: 9783442719563)
    Cilla Börjlind

    Wundbrand

    (61)
    Aktuelle Rezension von: tines_buecherzimmer

    In Stockholm wird eine Familie durch eine Autobombe ermordet. Die Suche des Töters nimmt rasch Fahrt auf und ein Verdächtiger kann zügig festgenommen werden.

    Parallel dazu versucht Ex-Kommissar Tom Stilton in Thailand seinen inneren Frieden zu finden- bis ihn ein Auftrag in eine gefährliche Umgebung bringt.


    Das Buch ist der 5. Band der Rönning und Stilton Reihe und um den Hintergrund der Charaktere zu verstehen ist es sicherlich von Vorteil die anderen Bände schon gelesen zu haben. Der Schreibstil ist sehr spannend und düstern, aber die vielen Handlungsstränge  sind geradezu Beginn für den Leser nur schwer miteinander zu verknüpfen. Teilweise werden Passagen dadurch doch sehr langatmig.

  16. Cover des Buches Die Mörder der Queen (ISBN: 9783426520666)
    David Morrell

    Die Mörder der Queen

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah


    Thomas de Quincey, der berüchtigte Opiumesser, und Detective Inspector Sean Ryan ermitteln wieder gemeinsam in ihrem 2. Fall. Man schreibt das Jahr 1855. In der St. James’s Church in Mayfair besucht unter anderem Lady Cosgrove den Gottesdienst und zieht sich dafür in ihre Privatloge zurück. Wenig später ist sie tot, jemand hat ihr die Kehle durchgeschnitten. Die Ermittlungsarbeit kann also beginnen. Bis zum beeindruckenden Ende wird es noch eine Vielzahl von brutal gemeuchelten aber elegant platzierten Toten geben. 

    Die Handlungsorte sind wie schon im ersten Teil der Reihe gut recherchiert und machen die damalige Zeit für den Leser wunderbar erlebbar. Auch die Konstellation Historisch+Krimi passt wieder ausgezeichnet zusammen. Die im Buch erzählten Passagen am Hofe Königin Victorias nehmen zwar einen großen Raum ein, bringen die Ermittler dadurch aber auch der Lösung ihres Falles näher. 

    Kurzum: Der Autor David Morell kann auch mit dem 2. Teil voll punkten. Der Roman schaffte es spielend mich in die victorianische Epoche zu entführen. Es machte Spaß dem Ermittler-Duo in den Straßen Londons und bei Hofe zu folgen. Wie schon bei Teil 1 vergebe ich eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.


  17. Cover des Buches Der Opiummörder (ISBN: B018GH50XK)
    David Morrell

    Der Opiummörder

    (7)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    London vor vielen Jahren.
    Die Stadt wird erschüttert von einem grauenhaften Mehrfachmord, der die Bevölkerung völlig verstört.
    Fieberhaft versucht Detective Ryan den Fall zu lösen und stößt dabei auf die unerwartete Hilfe eines Mannes, der sich selbst den "Opiumesser" nennt, und dessen reizende Tochter. Als weitere grausame Morde verübt werden, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen einen Mörder, der allen einen Schritt voraus zu sein scheint...

    "Der Opiummörder" ist einer der spannendsten Krimis, die ich in den letzten Monaten gelesen habe.
    Man findet in diesem Buch eine Menge komplexer und sehr interessanter Charaktere, welche die Handlung, auch als Nebenpersonen der Geschichte, wesentlich beeinflussen.
    Historische Fakten werden gekonnt mit einem Massenmord verwoben und ergeben einen fazinierenden und spannenden Krimi. Obwohl der Autor manchmal weit und über viele Seiten in die Vergangenheit seiner Protagonisten abschweift, wird das Buch nicht langweilig. So ging es zumindest mir, da ich unbedingt mehr über die Hintergründe und Gedanken der jeweiligen Personen erfahren wollte.
    Die vielen überraschenden Verstrickungen und Wendungen haben dem Buch noch einen zusätzlichen Kick verliehen.

    Da ich die Hörbuchversion des "Opiummörders" hatte, möchte ich auch hierzu kurz ein Lob aussprechen. Mit dem Vorleser Erich Räuker hat Audible einen Glückgriff getan! Er haucht den Charakteren Leben ein.

    Ich vergebe für das (Hör)buch 5 von 5 Sternen.
  18. Cover des Buches Im Rausch der Verlockung (ISBN: 9783426216194)
    Patricia E. James

    Im Rausch der Verlockung

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Ylvalil
    Klappentext:
    London 1878: Gegen ihren Willen wird Lucy Delaney, die Tochter eines amerikanischen Stahlbarons, mit Abiah Wilberforce, dem einzigen Sohn des Earl of Ailesbury verheiratet. Dessen Vater hat sich vor kurzem in seinem Stadthaus erschossen. Lucy ist klar, dass Abiah der Heirat nur zugestimmt hat, weil er sich dadurch finanziell sanieren konnte. Das war die perfekte Gelegenheit für ihren Vater, um endlich für sie einen Adelstitel zu ergattern. Doch Lucy findet heraus, dass der schöngeistige und sanfte Abiah opiumsüchtig ist und viele Probleme hat, von denen sie bislang nicht einmal wusste, dass sie existieren. Obwohl sie bereits in einen anderen Mann verliebt ist, fühlt sie sich immer stärker zu Abiah hingezogen.

    Mir hat es sehr gut gefallen. Es liest sich sehr flüssig und das Ambiente ist immer sehr stimmig. Man kann so richtig in die Zeit eintauchen. Bei historischen Liebesromanen fehlt mir sonst häufig das Gefühl für die Zeit in der er spielen soll, was mich immer sehr stört. Deswegen war ich angenehm überrascht, endlich mal einen zu lesen, der in sich stimmig ist.

    Ich fand es auch mal sehr interessant, dass die Protagonisten mal eher vertauschte Rollen hatten. Besonders die Entwicklung von Lucy, die ihre eigene Stärke entdeckt, hat mir gefallen. Und als es zwischen Lucy und Abiah trotz der äußeren Widrigkeiten immer mehr zu knistern begann, konnte ich nicht mehr aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit den beiden weitergeht.
  19. Cover des Buches Der Gutshof im Alten Land (ISBN: 9783442485963)
    Micaela Jary

    Der Gutshof im Alten Land

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Leser44

    Auf dem ersten Blick dachte ich: „Schon wieder eine typische Gutshofsaga". Doch ganz so typisch war diese Geschichte nicht! Wie erwartet gab es romantische Liebesgeschichten. Allerdings beruht die Handlung auf einer vielversprechenden Idee: Der eigene Sohn der Gutsfamilie ist im Krieg verschollen und wird kurzerhand durch einen Fremden, der ihm ähnlich sieht ausgetauscht. Die Idee ist grandios! Doch ich muss sagen: Man hätte mehr rausholen können. Diese innovative Idee hätte viel Stoff für eine fesselnde und tragische Geschichte bieten können. Dieser Roman hätte mehr Drama, mehr Chaos und mehr brenzlige Situationen verdient! Obwohl ich das Lesen sehr genossen habe, fehlte der Handlung der gewisse Pfiff. Somit bliebt es eher eine leichte nette, und dennoch empfehlenswerte Lektüre.


    Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig. Die Charaktere werden anschaulich dargestellt. Vor allem die Gutstochter Finja und der „Ersatzsohn" Clemens habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Während Cousin Ronald ein echter Ekel ist! Zu meiner Überraschung waren die Liebesbeziehungen für mich nicht vorhersehbar. Genauso war das Ende für mich eine Überraschung, die mich überzeugen konnte!


    Kurz anmerken möchte ich, dass in meiner Ausgabe der Klappentext auf dem Buchrücken quasi fehlte, denn 2 nichtssagende Sätze sind noch lange kein Klappentext. 


    Fazit: Wer eine leichte, rührselige Lektüre sucht, ist hier genau richtig! Meine Empfehlung bekommt der Roman!


  20. Cover des Buches Der Opiummörder (ISBN: 9783426517536)
    David Morrell

    Der Opiummörder

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Simone_081

    Es kommt mir so vor, als hätte David Morrell mit diesem Roman erst für seine de Quincey-Reihe geübt, denn hier stimmt noch gar nichts, und es hat mich leider auch dazu gebracht, das Buch nicht fertig zu lesen.

    Die Handlung ist furchtbar zäh und in die Länge gezogen. Das liegt zum Teil auch daran, dass die Handlung aus mehreren Perspektiven erzählt wird, was mal mehr, mal weniger interessant ist.
    Ständig wiederholen sich Szenen, z.B. wird Thomas de Quincey mehrmals des Mordes verdächtig, dann aber wieder entlastet.

    Wer die anderen beiden Bücher der Reihe schon kennt, sollte sich diesen Teil sparen, denn die anderen sind um Längen besser. Als Einstieg in die Reihe kann man sich diesen vielleicht mal antun.

  21. Cover des Buches Die Gunst der Königin (ISBN: 9783839218228)
    Rita Maria Fust

    Die Gunst der Königin

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Smberge
    Inhalt:

    Lippstadt 1804 und 2012:
    Conasmann, ein junger Apotheker, ist in die preußische Königin Luise verliebt und forscht nach einem leistungssteigerndem Mittel auf Opiumbasis für die preußischen Soldaten, in der Hoffnung sich damit die Gunst der Königin zu erwerben. Leider überschreitet er dabei die Grenzen von Moral und Anstand.
    In der Gegenwart wird der Journalist Oliver Thielsen Zeuge, wie beim Stadtmarathon ein Läufer tödlich zusammen bricht. Als er Zeuge wird, wie der Apotheker Lange nachts in seinem Labor arbeitet und Kapseln befüllt, wird sein Mißtrauen geweckt.

    Meine Meinung:

    Es handelt sich hier um einen sehr gut recherchierten historischen Roman über eine Machtkampf der Apotheker in Lippstadt. Besonders interessant ist hierbei auch die Figur des Conasmann mit seiner Suche nach dem leistungssteigerndem Mittel auf Opiumbasis. Conasmann hat den Bezug zur Realität verloren in seinem Wunsch, die Königin Luise mit seinem Mittel zu beeindrucken und verliert dabei jeden Bezug zur Realität. Leider fügt er dabei auch anderen Menschen Schaden zu, so dem Apotheker bei dem er arbeitet und Sertümer, der uns als Erfinder des Morphiums bekannt ist. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, ihre Beweggründe sind gut nachvollziehbar. Besonders positiv sind mir die Fußnoten aufgefallen, die direkt auf jeder Seite zu finden sind. So kann man die historischen Fakten direkt nachlesen, ohne lästig ans Ende blättern zu müssen.

    Ein paralleler Handlungsstrang führt uns in das Lippstadt der Gegenwart. Dieser Handlungsstrang tritt etwas hinter den historischen zurück. Aber auch dieser Strang ist von den sympathischen Charakteren Olivers und seiner Freundin geprägt und zeigt uns, dass Opium auch heute noch eine erschreckende, aktuelle Rolle hat und auch heute noch Menschen an den Folgen sterben.

    Die besondere Würze dieses Romans macht die Erzählung in den parallelen Zeitebenen aus, die zum Ende noch eine gemeinsame Klammer finden.

    Ein sehr spannender historischer Roman, der auf einer sehr guten Recherche basiert und dien sehr interessantes und leider noch aktuelles Thema aufnimmt.
  22. Cover des Buches Miss Lizzie und Miss Lizzie kehrt zurück (ISBN: 9783423212892)
    Walter Satterthwait

    Miss Lizzie und Miss Lizzie kehrt zurück

    (4)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Lizzie Borden ist Teil der amerikanischen Folklore. Sie wurde im August 1892 des Mordes an ihrer Stiefmutter sowie ihres Vaters angeklagt. Beide wurden bestialisch mit einer Axt ermordet. Dank eines hervorragenden Anwalts wurde Lizzie Borden von diesen brutalen Morden freigesprochen und führte dank des beträchtlichen Vermögens ihres Vaters bis zu ihrem Tode 1927 im selben Ort, in welchem die Morde geschahen, ein feudales (zwar geächtetes) Leben.

    In diesem rezensierten Buch finden sich die Romane "Miss Lizzie" (1989) und "New York Nocturne/Miss Lizzie kehrt zurück" (2006) des US-Schriftstellers Walter Satterthwait.

    "Miss Lizzie":
    Die Hauptfigur des Romans ist nicht die als "Axtmörderin" bekannt gewordene Lizzie Borden, sondern die 13jährige Amanda Burton, die mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter den Sommer an der See verbringt. Die Familie hat sich ein Sommerhäuschen gemietet, welches an das Sommerhäuschen von Lizzie Borden, die dort zurückgezogen jeden Sommer verbringt, angrenzt.
    Das Mädchen beginnt sich heimlich mit der verrufenen älteren Frau anzufreunden. Gemeinsam genießen sie Tee auf der Veranda und Lizzie Borden beginnt, Amanda Kartenspielertricks beizubringen.
    Doch die sommerliche Idylle währt nicht lange... es gibt Spannungen im Haushalt der Burton's und eines Tages findet Amanda ihre Stiefmutter, mit welcher sie kein inniges Verhältnis hatte, brutal von einem Beil erschlagen im Gästezimmer des Sommerhauses auf.
    Schon bald beginnen die Mühlen der Justiz und die Gerüchteküche zu arbeiten an... denn vor Jahren wurde auch die Stiefmutter von Miss Borden brutalst von einer Axt zugerichtet im Gästezimmer ihres Hauses aufgefunden.
    Die Suche nach dem Mörder beginnt...
    Sehr atmosphärisch und vom Autor intelligent verfasst entspinnt sich ein sehr spannender und kurzweiliger "Whodunnit"-Roman in bester Krimitradition. Satterthwait punktet mit dem cleveren Schachzug, eine der bekanntesten Personen der amerikanischen Kriminalgeschichte nicht als Hauptakteurin auftreten zu lassen, sondern als Mordermittlerin an der Seite der jungen Heldin. Das mit ihr verknüpfte Mysterium der Morde wird auf die junge Amanda Burton übertragen.
    Toll gezeichnete Charaktere, eine sehr intensive und nachvollziehbare Beschreibung der Umgebung und Situationen, smarte Dialoge und eine glaubwürdige Verquickung tatsächlicher mit fiktiver Fakten machen diesen Roman bis zu einem perfekt überraschenden Finale zu einem Lesegenuss!

    "Miss Lizzie kehrt zurück":
    Obwohl im ersten Roman von Satterthwait (der als Amanda Burton damals wie auch in diesem Roman wieder von den Geschehnissen berichtet) mitgeteilt wird, dass Amanda Miss Borden nach den grauenhaften Vorfällen in dem Sommerort niemals wiedersah, taucht diese in beiden Romanen als überaus resolute, widerstandsfähige und auch als alte Frau mit dem Herzen am rechten Fleck Beschriebene drei Jahre später wieder an ihrer Seite auf - diesmal in New York.
    Der Grund dafür ist, dass Amanda's Onkel - John Burton -, bei dem sie eine Zeit leben sollte, da sich ihr Vater mit seiner neuen Frau auf Weltreise befindet, mit einem Beil grausam zu Tode gebracht in seiner Wohnung aufgefunden wird... Von Amanda.
    Der Albtraum scheint sich zu wiederholen... Amanda wird verhaftet und kontaktiert ihren Bruder... der widerum den Anwalt aus dem ersten Roman zur Hilfe senden soll. Doch dieser kann nicht und so sind Miss Borden's Kontakte in New York der roaring twenties vonnöten.
    Miss Borden's gute Freundin Dorothy Parker (ja, genau: DIE Dorothy Parker!) lässt ihre gesellschaftlichen Kontakte spielen und es beginnt abermals ein Wettlauf gegen die Zeit: Die New Yorker Polizei jener Tage ist zutiefst korrupt und in viele illegale Alkohol- und Drogenschmuggeleien verwickelt... wohin auch manche Spuren von Amanda's Onkel deuten... und will so schnell wie möglich den Mörder des in der Stadt sehr bekannten und beliebten John Burton präsentieren... ohne allzuviel Staub aufzuwirbeln.
    Amanda Burton scheint nach den Vorfällen vor einigen Jahren die ideale Täterin zu sein.
    Die Figur der Dorothy Parker stiehlt der mittlerweile 16 Jahre alt gewordenen Amanda wie auch der abermals soliden, trickreichen und stilsicheren Lizzie Borden in allen Szenen die Show: Die Figur dieser berühmten Schriftstellerin (1893-1967) ist so lustvoll, so pointiert und alkoholresistent beschrieben - man muss bei jedem Auftritt von ihr schmunzeln.
    Aber Satterthwait schafft es auch mit sicherer Gabe, neue faszinierende und lebhaft beschriebene Charaktere einfließen zu lassen und erzeugt mit toll recherchierten Fakten jene feuchtfröhlichen, kriminellen und unbekümmerten Tage der Reichen und Schönen der New Yorker 20er Jahre wiederauferstehen zu lassen. Amanda & Co treffen auf Mae West, besuchen den legendären "Cotton Club", lauschen einem jungen Fats Domino und kreuzen die Klingen mit einem ganz großen Gauner jener Zeit: Arnold Rothstein!

    Zwei herrliche Kriminalromane, die sich als Aufhänger eine real existierende Person der Verbrechensgeschichte erkoren haben aber diese weder zum Zentralpunkt machen oder sie spekulativ ihrer (vermeintlichen) Taten nach dämonisieren. Der Autor schreibt straff, lebensnah, wohl überlegt und liebevoll recherchiert. Sein Stil ist amüsant und doch stringent. Die beiden Kriminalgeschichten haben einen tollen Plot, den der Autor auch ungezwungen aufzulösen weiß.

    Eine klare Empfehlung für Krimiliebhaber, die ihre Morde gern noch ohne Computer, mobile Telefone und Satelliten gelöst haben wollen!
  23. Cover des Buches Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 17 (ISBN: 9783785756997)
    Jonas Maas

    Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 17

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Ein Opiumrausch, der es in sich hat, macht Oscar Wilde zum Zeugen eines Mordes. Mycroft Holmes ist alarmiert. Ein alter Feind scheint wieder aktiv zu sein: der Maharadscha der Nacht, ein Mann mit tausend Gesichtern. Er setzt Wilde und den Jäger Hawthorne auf dessen Spur.

    Eine actionreiche Folge, die endlich wieder zu der Qualität zurückkehrt, die ich an der Serie so schätze: Sie ist witzig gemacht, hat tolle Dialoge, die auch endlich wieder mit Wildes Witz aufwarten, und bietet ein rasantes Abenteuer mit einem der Haupterzählstränge.

    Dazu erfährt man in einem ausführlichen, spannenden Rückblick Hintergrundgeschichte des Jägers Abel Hawthorne und seine erste Begegnung mit Mycroft Holmes.

    Nicht ganz so begeistert bin ich von dem nächsten neuen Mitspieler, wenn er auch ein sehr interessanter Charakter ist. Ich befürchte, dass sich hier verzettelt wird. In den letzten 9 Folgen ist das Personal fast unüberschaubar zahlreich geworden – für beide Seiten. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht einer von ihnen bisher wieder aufgetaucht ist – anders als zum Beispiel Dr. Grell. Es stellt sich also die Frage, wohin diese ausufernden Entwicklungen laufen werden.

    Fazit: Endlich wieder eine tolle 5-Sterne-Folge! Der „Zirkel der Sieben“ ist wieder Thema, wenn auch kaum neue Enthüllungen kamen. Ein winziger Schritt in Richtung Hauptmotiv, in einem sehr unterhaltsamen Hörspiel! 78 Minuten Kopfkino pur!

  24. Cover des Buches Rauch und Asche (ISBN: 9783751820561)
    Amitav Ghosh

    Rauch und Asche

    (4)
    Aktuelle Rezension von: SunnySue

     Mit seinem Buch "Rauch und Asche" gibt uns Amitav Ghosh einen Einblick in die geheime Geschichte einer Pflanze, die eng mit Ausbeutung und Reichtum, sowie Elend und Glamour verknüpft ist. Einer Pflanze, die die internationalen Handelsbeziehungen vorantrieb und zu verheerenden Kriegen beitrug.

    "Es ist erstaunlich, wie England all das mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Der Opiumhandel ist eine Sünde auf Englands Haupt und ein Fluch für Indien, weil es sich dafür instrumentalisieren lässt."

    Amitav Ghosh schreibt sehr anschaulich und verständlich darüber wie sich das Britische Weltreich durch den Anbau von Opium in den indischen Kolonien seine Handelsfähigkeit mit China sicherte. Denn während Großbritannien viel aus China importierte, hatten die Chinesen kaum Interesse an den britischen Waren, wodurch Unmengen von Silber nach China abwanderte. Dies sollte durch den Handel mit Opium unterbunden werden und Silber und Gold zurück in die britischen Kassen bringen. Doch durch den Handel mit Opium überspülten die Briten die chinesische Bevölkerung mit einer unaufhaltsamen Drogenepidemie. Die Kolonialisten uns Händler wurden immer Reicher, während die indischen Bauern über Jahrhunderte hinweg in einer prekären Abhängigkeit von den Briten gehalten wurden - genauso wie die Chinesen in der Abhängigkeit von Opium gehalten wurden.

    Es war sehr eindrücklich zu lesen, wie stark das Opium bis in unsere heutige Zeit hinein wirkt: Die mächtigsten Familien Großbritanniens und Amerikas haben ihren Reichtum durch due Opiumgeschäfte im 19. Jahrhundert erlangt - auf dem Rücken armer Bauern. 

    Ich fand das Buch im Kern wahnsinnig interessant. Jedoch hatte es auch etwas von einer Werbefläche, da Amitav Ghosh leider nicht müde wurde seine historische Buchreihe, in der es sich auch um den Opiumhandel dreht, anzupreisen. Immer wieder verwies er auf diese Trilogie und zog Parallelen dazu. Beim ersten Mal war ich tatsächlich neugierig und hab mir die Reihe auf die Merkliste gesetzt, doch schnell ist sie wieder runtergeflogen, weil mich diese ständigen Erwähnungen wirklich genervt haben.

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