Bücher mit dem Tag "optimismus"
41 Bücher
- Meike Winnemuth
Das große Los
(257)Aktuelle Rezension von: Schlumpfine-02Das große Los“ von Meike Winnemuth ist ein humorvoller, inspirierender Reisebericht über ein Jahr in 12 Städten weltweit, finanziert durch einen Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ In Briefen teilt sie Aha-Erlebnisse, Kulturschocks und innere Veränderungen – ein Plädoyer für Mut und Möglichkeiten, das nie langweilig wird.
- Albert Espinosa
Club der roten Bänder
(201)Aktuelle Rezension von: booksforeverAls Buchverlage zur Serie beworben konnte das Buch dahingehend meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Einige Erzählungen konnte man wiederfinden, allerdings ging es eher um Albert Espinosa und seine 23 Erfahrungen, die er aus seinem Kampf gegen den Krebs erlangt hat. Diesen Teil fand ich sehr gelungen, es gab inspirierende Zitate und Texte, die zum Nachdenken anregen. Im letzten Viertel des Buches ging es um die Gelben, damit konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, weshalb ich dem Buch insgesamt 3,5 Sterne vergebe.
- Charlotte Lucas
Dein perfektes Jahr
(336)Aktuelle Rezension von: luckytimmiJonathan findet am Morgen des 1.Januars bei seiner morgendlichen Joggingtour an seinem Fahrradlenker eine Tasche mit einem Kalender, der für das ganze Jahr mit Aufgaben ausgefüllt ist. Er versucht zuerst, den oder die Besitzer/in ausfindig zu machen und beschließt dann, den Kalender doch nicht im Fundbüro abzugeben, sondern die eine oder andere Aufgabe des Kalenders zu erfüllen.
Gleichzeitig lernen wir Hannah kennen, deren Freund Simon plötzlich mit ihr Schluss machen will, obwohl er sie liebt. Außerdem macht sich Hannah mit ihrer besten Freundin Lisa gerade in Sachen Kinderbetreuung selbstständig.
Um nicht zu viel zu verraten, wir begleiten die beiden dann durch das Jahr und erleben deren Höhen und Tiefen…Ich bin total begeistert von diesem Buch!!! Es vereint traurige, lustige und herzergreifende Momente so toll, ich kann das gar nicht richtig in Worten ausdrücken. Es hat irgendwie alles gepasst und war auch nicht allzu vorhersehbar. Ich bin sehr froh, dass ich das Buch von meinem etwas älteren SuB befreit habe und bin genauso traurig, dass das Buch schon zu Ende ist (obwohl es über 500 Seiten hat). Ein sehr schönes Buch mit einer tollen Idee, einem schönen Schreibstil und einem tollen Cover.
Ich muss bald das andere Buch von der Autorin lesen, das noch auf mich wartet!
- Jorge Bucay
Drei Fragen
(43)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannJedes einzelne Leben ist einzigartig, jeder Mensch besitzt eine eigene Weltsicht einen persönlichen Lebensplan und doch (oder gerade deshalb?) scheinen sich die Probleme zu häufen, mit denen sich die Menschen konfrontiert sehen. Einen Weg aus diesem Dilemma versucht Jorge Bucay auf bekannt direkte Art und erneut mit Unterstützung zahlreicher Geschichten – auch wenn diese gegenüber früheren Werken (insbes. „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“) nicht ganz so zahlreich sind.
Dies hat seinen Grund. Hier geht es um eine tiefere Analyse der Wesensmerkmale der Menschen, die Bucay mit Hilfe der „Grundfragen des Lebens“ anstellt: „Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und mit wem?“ Anders gefragt: Gelange ich bei einer intensiven Auseinandersetzung mit diesen Fragen unter Zuhilfenahme dieses Buches auf die Glücksspur des Lebens? Kann sein, muss aber nicht.
Denn dieses Buch strotzt nur so von „schlauen“ Merksätzen/Lebensweisheiten, die man meist eins zu eins übernehmen kann. Doch es ist wie fast immer: Ist die Fülle der Auswahl zu groß, besteht die Gefahr, dass die gut formulierten Aussagen verschwimmen, nicht mehr die Wirkmächtigkeit entfalten können, die ihnen zweifellos zukommt. Es gilt also auszuwählen, sich den Fragen und Antworten zu nähern, die einen persönlich umtreiben, um so möglichst optimal von der Lektüre dieses Buches zu profitieren.
Als „allgemeine Erbauungsliteratur“ ist dieses Buch nicht geeignet. Dafür ist es zu persönlich, persönlich im Sinne von: Es lässt einen nicht kalt, weil es das eigene Leben auf den Prüfstand stellt. Das Leben in Verbindung mit anderen Menschen, mit ihren Vorstellungen, die nicht unbedingt (meist nicht) mit den eigenen zur Gänze kompatibel sind. Wie dennoch ein zufriedenes Leben im Kontakt, in Verbindung mit anderen Menschen gelingen kann, gar eine Zweisamkeit erfolgreich gelebt werden, ergo ein gemeinsamer Weg gefunden und beschritten werden kann, wird hier vielschichtig dargestellt. Kurz: Die Entwicklung von der selbst gestalteten Einsamkeit zur zugewandten Zweisamkeit.
Wenn sich während oder nach der Lektüre das Gefühl einstellt bereits auf dem richtigen Weg zu sein, dann „hat man das sichere Gefühl, nicht verloren zu sein, und man empfindet Zufriedenheit, weil man weiß, dass man seine Richtung gefunden hat.“ Für die „Pendelnden“ unter uns gibt dieses Buch die Kraft für neue Anstrengungen in dieser Richtung.
(13.8.2021)
- Tillie Cole
A Thousand Boy Kisses (English Edition)
(49)Aktuelle Rezension von: annapgnrDas Buch hat einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Autorin schreibt leicht und flüssig, das Buch ist gut verständlich und man findet sich in allem mühelos zurecht. Die Geschichte liegt mir sehr am Herzen, und ihre Umsetzung ist der Autorin ausgesprochen gut gelungen. Sie berührt einen tief und selbst nach einigen Tagen schwirrt sie einem noch immer im Kopf herum.
Obwohl ein ernstes Thema behandelt wird, gelingt es der Autorin, die Geschichte der Protagonistinnen mit einer solchen Leichtigkeit und Liebe zu erzählen, dass man gar nicht anders kann, als mitzufühlen.
- Paulo Coelho
The Alchemist
(97)Aktuelle Rezension von: be_my_bookmate„𝕋𝕙𝕖𝕣𝕖 𝕚𝕤 𝕠𝕟𝕝𝕪 𝕠𝕟𝕖 𝕥𝕙𝕚𝕟𝕘 𝕥𝕙𝕒𝕥 𝕞𝕒𝕜𝕖𝕤 𝕒 𝕕𝕣𝕖𝕒𝕞 𝕚𝕞𝕡𝕠𝕤𝕤𝕚𝕓𝕝𝕖 𝕥𝕠 𝕒𝕔𝕙𝕚𝕖𝕧𝕖: 𝕥𝕙𝕖 𝕗𝕖𝕒𝕣 𝕠𝕗 𝕗𝕒𝕚𝕝𝕦𝕣𝕖."
Wir begleiten einen Schäfer auf seinem persönlichen Lebensweg zur Erfüllung seiner Träume. Dieser führt ihn durch verschiedene Orte, er trifft Menschen mit unterschiedlichen Intentionen, macht Fortschritte und erleidet Rückschläge. Dabei kommt er immer wieder zu wichtigen Erkenntnissen über das Leben, die Menschen und sich selbst.
Mir gefällt die entschleunigte Erzählung, die mit vielen spirituellen Denkanstößen gespickt ist. Für mich geht es vor allem darum, für seine Träume einzustehen und auch mal Risiken eingehen. Scheitern gehört dazu und daraus erwachsen neue Chancen. Es geht darum zu lernen, das Verlust auch ein Stück weit zum Leben gehört und man trotzdem so viel zu gewinnen hat. Es ist wichtig zu wissen wohin man möchte und dennoch flexibel auf die Umstände des Lebens reagieren zu können, denn nicht alles was passiert können wir beeinflussen, aber durchaus wie wir damit umgehen.
Ich habe den Alchemisten vor Längerem auf deutsch gelesen und jetzt nochmal auf englisch. Ein Buch was ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen habe. Stellenweise wird es für meinen Geschmack etwas zu religiös/spirituell, aber insgesamt wirklich ein lesenswerter Klassiker.
- Isabel Varell
Mittlere Reife
(12)Aktuelle Rezension von: Booky-72Ein ansteckendes, rundum sympathisches Lachen - und so ist die ganze Person - Isabell Varell.
Vielen bekannt vor allem als Sängerin, Schauspielerin und Exfrau von Drafi Deutscher. Doch in ihrem Leben gab und gibt es noch viel mehr.
Ja, sie war auch im Dschungelcamp, wie so viele…
Aber sie setzt sich vor allem für den guten Zweck ein und läuft auch mal Marathon. So viel haben wir über sie gelernt. Gut, dass sie auf Hape Kerkeling gehört hat und uns ihr Leben hier so wundervoll und unterhaltsam aufgeschrieben hat. Ein Muss für jeden Fan. Danke, dass ich einer sein darf!
- Sofi Oksanen
Fegefeuer
(122)Aktuelle Rezension von: paulkretzschmarSofi Oksanen hat mit "Fegefeuer" einen vielfach ausgezeichneten Roman verfasst, der von einer Familientragödie in der Geschichte Estlands zwischen Mitte der dreißiger Jahre bis in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts handelt.
Das Leben auf dem Bauerngut der beiden Schwestern Aliide und Ingel in den Wirren der Zeit des zweiten Weltkrieges und den ersten Jahren der Sowjetunion wird bestimmt durch eine Spirale von Liebe, Eifersucht, Misstrauen, Schuld und insbesondere sexueller Gewalt, die während des Stalinismus unzählige Opfer mit sich bringt. Es herrscht ein permanentes Klima der Angst, in denen Menschlichkeit und und Moral durch Verleumdungen und Spitzeleien ersetzt werden. Jeder kann Täter und Opfer zugleich sein.
In einer zweiten Handlungsebene, findet die inzwischen alte Aliide, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das Mädchen Zara halbtot in Garten ihres Bauernhofes, den sie verwitwet und verarmt, trotz aller Widrigkeiten noch immer bewohnt.
Zara wurde von skrupellosen Menschenhändlern als Zwangsprostituierte nach Berlin verschleppt. Während einer Reise zurück nach Estland, wo Leid durch neue Freier drohte, gelang ihr die Flucht, und der einzige Ort, wo sie Sicherheit suchte, war Aliide's Bauernhof, denn sie war die Enkelin ihrer Schwester Ingel. Aber statt Hilfe stößt sie zuerst auf Misstrauen und ihre Peiniger sind ihr schon auf der Spur.
Trotz aller schmerzhafter Bilder und der beklemmenden Atmosphäre, hat mich dieses Buch nur teilweise abgeholt.
Die vielen verschiedenen Handlungsebenen der Rückblenden und der Zeitsprünge störten mitunter den Lesefluss und waren anstrengend zu lesen. Traumata wechselnden teilweise mit trivialen Handlungen und oberflächlichen Effekten. Der etwas abrupte Schluss und die überwiegend unsympathischen Protagonisten trugen ihr übriges dazu bei, dass ich dieses Buch nicht als Meisterwerk empfinden konnte.
Die Tragik der Geschehnisse wirkte irgendwie seltsam hölzern und emotionsarm.
Die Schicksalsromane von Hera Lind haben mich dagegen viel mehr berührt und begeistert, besonders in Punkto Schreibst
Aber das können andere Leser durchaus anders sehen. Dann hilft nur Selbstlesen.
Von mir gibt es eine bedingte Leseempfehlung und gute 3 Sterne!
- Randy Pausch
Last Lecture - Die Lehren meines Lebens
(130)Aktuelle Rezension von: SelfsoulNach Randy Pauschs Krebsdiagnose bleibt ihm nicht mehr viel Zeit seine "last lecture" oder letzte Vorlesung zu halten.
Sie handelt davon seine eigenen Träume zu haben und zu erfüllen. Er nimmt einen mit durch sein Leben und seine Träume.
Am Ende ist es ein Vermächtnis an seine Frau und Kinder.
Es hat so viele Lebensweisheiten. Es hat mich tief berührt.
- Charlotte Lucas
Dein perfektes Jahr
(31)Aktuelle Rezension von: lesenbirgitSchönes Hörbuch. Sehr angenehme Stimmen, war gut zu hören. Schade das es schon wieder vorbei ist. Ich hatte das Buch gewonnen und schon vor längerer Zeit gelesen und für gut befunden. Die beiden Protagonisten wie sie nachher zu einander finden einfach genial. Durch Zufälle zueinander gefunden und beider Leben positiv verändert. - Debbie Johnson
Frühstück mit Meerblick
(86)Aktuelle Rezension von: Furbaby_MomDebbie Johnsons zauberhafter Wohlfühlroman, erschienen im Mai 2017 beim HEYNE Verlag, hat mich – im positiven Sinne – an meine emotionalen Grenzen gebracht, wie es selten ein anderes Werk geschafft hat. Binnen weniger Seiten rollten schon die ersten Tränen bei mir, da die Trauer der weiblichen Hauptfigur Laura so greifbar, realistisch und ans Herz gehend in Worte gefasst worden ist, dass man sich wie selbstverständlich mit ihr verbunden fühlt und sie trösten möchte. Im Laufe der Lektüre gab es auch eineinhalb Kapitel, die ich spontan mal durchgeweint habe, ich sage nur: "Woche Fünf".
Nun ist dies jedoch kein Roman (- wie man anhand des Stichwortes 'Trauerbewältigung' meinen könnte -), der einen deprimierenden Unterton, eine drückende Grundstimmung oder allgemein einen negativen Touch hat, im Gegenteil! Die Mittdreißigerin Laura hat einen herrlich selbstironischen Humor und versucht ihr Bestes, nach dem Tod ihres Mannes das Leben für sich und ihre zwei Kinder wieder schön und lebenswert zu gestalten. Sie ist bereit für einen Neuanfang und dazu gehört ein unbeschwerter Urlaub. Als sie eine Stellenausschreibung des Comfort Food Cafés entdeckt, wo für den Sommer eine Köchin gesucht wird – Kost und Logis inkludiert – macht sie Nägel mit Köpfen und reist samt Kids und Familienhund aus der Enge und Hektik Manchesters ins malerische Dorset. Schon die Fahrt dorthin gestaltet sich schwierig, denn die Teenager Lizzie und Nate sind not amused, ihre Ferien ohne Freunde in einem kleinen Kaff verbringen zu müssen. Doch bald blüht die Familie in der neuen Umgebung regelrecht auf, was nicht nur an der landschaftlichen Schönheit der Region, dem glitzernden Meer und den sanft geschwungenen, grünen Hügeln liegt, sondern vor allem an der warmherzigen, mütterlichen Kaffeeinhaberin Cherie, den liebenswerten Einwohnern Budburys und den Café-Stammgästen, die einem allesamt ans Herz wachsen.
Erzählt wird in der Ich-Form aus Lauras Perspektive und der angenehme, gleichermaßen von Gefühl und Wortwitz geprägte Schreibstil ist einfach nur herausragend! Die intensive Charakterzeichnung ist sensationell; die ganze Zeit über dachte ich mir: "Das alles wirkt so unfassbar ECHT und glaubwürdig!" Die Beschreibung der Natur Dorsets und der charmanten kleinen Ortschaften hat mich komplett verzaubert, zu gerne möchte ich eines Tages selbst dorthin reisen.
Dass es sich in der Geschichte nicht in erster Linie um eine neue Love Story für Laura (oder die verkrampfte Suche danach) dreht, fand ich ganz wunderbar authentisch.
Erst im Nachhinein entdeckte ich, dass "Frühstück mit Meerblick" Teil einer Buchreihe ist. Welch freudige Überraschung! Ich kann es nicht erwarten, die weiteren Comfort Food Café-Bände zu lesen und nach Dorset zurückkehren zu dürfen!
Fazit: Das Cover verspricht eine Feel-Good-Story und hält definitiv, was es verspricht. Dieser Roman ist Balsam für die Seele und ein Muss für alle Fans von berührenden Frauenromanen.
- Tom Belz
Kleiner Löwe, großer Mut
(77)Aktuelle Rezension von: Lovely_Lila* Spoilerfreie Rezension! *
~ Für mich ist „Kleiner Löwe, großer Mut“ ein rundum gelungenes Kinderbuch mit schönen Illustrationen, einer tollen Hauptfigur und einer wichtigen Botschaft. Lediglich bei der Darstellung der weiblichen Figuren hätte ich mir hier weniger Klischees und einen moderneren Zugang gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung! ~Inhalt
Seit der junge Löwe Tobe ein Bein verloren hat, wird er von den anderen Tieren nicht mehr ernst genommen und unfreiwillig geschont. Dabei will er doch nur ein ganz normales Löwenleben leben! Und dass er das kann, wird er allen beweisen…
Übersicht
Einzelband oder Reihe: Einzelband
Altersempfehlung: 4+
Erzählweise: Figurale Erzählweise, Präsens
Tiere im Buch: + Im Buch werden keine Tiere verletzt oder getötet.
Inhaltswarnungen: -
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: ---Diese Geschichte solltest du lesen, wenn dir folgende Themen/Dinge in Büchern gut gefallen:
- Leben mit Behinderung / Inklusion
- Diversität
- Mut & Selbstvertrauen
- Optimismus
- Freundschaft
Lieblingszitate
„Tobe ist ein ganz gewöhnlicher kleiner Löwe.“ Seite 3
„‚Wir wollen dich schonen‘, antworten seine Freunde.
Tobe versteht das nicht.
‚Wer hat denn gesagt, dass ich geschont werden will?‘, fragt er.“ Seite 4Meine Rezension
Nach längerer Zeit war es für mich wieder einmal Zeit für ein Kinderbuch, damit ich für meine zukünftigen Nichten und Neffen gut gerüstet bin. „Kleiner Löwe, großer Mut“ war da auf jeden Fall die richtige Wahl!
Was mir so gut daran gefallen hat? Fast alles! Unter anderem haben mich der einfache, flüssige und verständlich Schreibstil und die süße Geschichte (für Kinder ab 4) von Tom Belz und Carolin Helm auf ganzer Linie überzeugt. Im Mittelpunkt steht hier ein junger Löwe namens Tobe, der (wie der Autor selbst) ein Bein verloren hat und nun mit dieser Behinderung leben muss. Die anderen Tiere unterschätzen ihn aber ständig, wollen ihn schonen und schützen, obwohl er doch nur ein ganz normales Löwenleben leben, eigene Entscheidungen treffen und ernst genommen werden möchte. Dass er das auch schafft, will er seinen Freund:innen durch eine Mutprobe beweisen – ob es klappt, werde ich an dieser Stelle nicht verraten, hierzu müsst ihr schon selbst das Buch lesen… 😉
Mit „Kleiner Löwe, großer Mut“ zeigt der Autor (der nicht nur Vereinsfußballer und Schlagzeuger einer Band war, sondern sogar mit nur einem Bein und Krücken den Kilimandscharo bestiegen hat), wie normal und schön ein Leben mit Behinderung sein kann. Der Löwe Tobe kann hier Kindern (und sicher auch Erwachsenen) sowohl als positives Vorbild dienen als auch dabei helfen, Vorurteile über Menschen mit Behinderung abzubauen, weshalb die Geschichte aus meiner Sicht ein sehr wertvolles, empfehlenswertes Kinderbuch zum Thema Inklusion ist! Übrigens tritt Tom Belz auch als Sprecher in Schulen auf – eine wichtige Information für alle Pädagog:innen, die es ermöglichen wollen, dass ihre Kinder einmal einen Autor „hautnah“ erleben können.
Sehr gut gefallen haben mir auch die wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen von Alexandra Helm und die vielen kleinen Details, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben (z. B. der Gesichtsausdruck der Käfer, wenn der Löwe laut brüllt). Diese Prise Humor war wirklich ein großer Pluspunkt! Interessant fand ich auch die Verbindung aus Natur und Menschlichem: Da gibt es im Buch schon einmal einen Filmeabend mit Popcorn, Sport mit Schutzhelm und eine Punktewertung für den besten Sprung ins kühle Nass.
Punkteabzug gibt es von mir nur für die Darstellung einiger weiblicher Figuren. Diese werden recht klischeehaft durch lange Wimpern, Schleifen am Kopf, Röcke, Bikini-Oberteile (bei einem Hasen, ernsthaft?) und einmal sogar durch Tutu und Krone (= Prinzessin) gekennzeichnet. Das geht im Jahr 2024 einfach besser!
Mein Fazit
Für mich ist „Kleiner Löwe, großer Mut“ ein rundum gelungenes Kinderbuch mit schönen Illustrationen, einer tollen Hauptfigur und einer wichtigen Botschaft. Lediglich bei der Darstellung der weiblichen Figuren hätte ich mir hier weniger Klischees und einen moderneren Zugang gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung!
Bewertung
Idee: 5 Sterne ♥
Geschichte / Inhalt: 5 Sterne ♥
Ausführung: 4,5 Sterne
Schreibstil: 5 Sterne ♥
Hauptfigur: 5 Sterne ♥
Figuren: 4 Sterne
Illustrationen: 5 Sterne ♥
Rollenbilder/Feminismus: 3 Sterne
Insgesamt:
☆★☆★,5 Sterne
Dieses Buch erhält von mir viereinhalb Sterne!
- Mikael Lundt
Tagebuch des Schicksals
(44)Aktuelle Rezension von: TanteGhostDie wirklich fantastische Reise von Aribert und Dörte durch die Welt des Schicksals.
Inhalt: Aribert hat sich sein Leben eingerichtet, nachdem seine Frau verstorben ist. Er verbringt die Winter in seiner Wohnung und die Sommer im Garten. – In diesem Garten, findet er beim Umgraben ein altes Buch in seinem Beet. Zusammen mit Dörte, seiner quirligen Nachbarin, macht er sich daran, das Buch auf zu bekommen. Dieses Unterfangen stellt sich als Geduldsaufgabe heraus, bis sämtliche Schlüsselchen aus Dörte ihrer Sammlung durchprobiert sind.
Das Lesen des Buches katapultiert die beiden in das Abenteuer ihres Lebens. Immer wenn sie aus dem Buch lesen, wird das Schicksal auf Touren gebracht und es passiert etwas. Dabei lernen sie die seltsamsten Wesen kennen, die ihnen helfen oder stellenweise auch feindlich gesinnt sind.
Eins wird ihnen klar. Dörte hat nicht die perfekte Lebenseinstellung und Aribert auch nicht. Jeder kann von jedem etwas lernen und am Ende ziehen sie sich auf ihrer gefährlichen Reise immer wieder gegenseitig aus der Bredouille.
Eins ist mal klar, das Buch kann nicht intakt bleiben. Es muss etwas damit geschehen, denn es ist gefährlich. In jedem Fall!
Fazit: Schon allein das Cover ist einfach nur herrlich gemacht. So einfach und doch so voller Fantasie. In dem Baum habe ich direkt den Baum des Lebens gesehen und die beiden Menschen darunter könnten Aribert und Dörte gewesen sein. Allerdings erst, nachdem ich das Buch gehört hatte. Davor handelte es sich einfach nur um zwei Menschen.
Während der Prolog noch ziemlich mystisch und schwammig blieb, war die Story dann am Ende voller Fantasie und vieler durchgeknallter Wesen.
Der Prolog erzählt irgendetwas von einer Entstehung einer Insel oder Landmasse. Irgendwie musste ich dabei an die Entstehung einer Insel durch eine Vulkaneruption denken. – Allerdings hat sich das Geschehen am Ende dann als Bezug zum Ende entpuppt. Das Buch hat an der Stelle angefangen, an der es dann auch aufgehört hat.
Zwischendrin haben wir dann die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können. Es handelt sich um Rentner, allerdings wird diese Gruppe Menschen hier ganz anders dargestellt, als sie wirklich sind. Sie sind am Anfang typische Rentner, haben sich in ihrem Lebensabend eingerichtet, aber am Ende haben sie eine Wandlung durchgemacht, die ich im normalen Leben mit Sicherheit nie erleben werde. – Sie lernen etwas aus ihrem Abenteuer und nehmen sich das Gelernte dann mit, in ihr Leben danach. Schon allein das ist doch eigentlich ein Unding. Denke ich zumindest.
In jedem Fall strotzt die ganze Story von Fantasie und Einfallsreichtum. Das fängt bei der Welt selber an und hört bei seinen Lebewesen auf. Die Geschichte hat sprechende Tiere, Trolle, Gnome und vieles andere mehr. – Ich war jedenfalls immer wieder angenehm überrascht, wie durchdacht und logisch das doch am Ende alles war. Die Gruppe irrte da durch die Welt, traf auf die verschiedensten Bewohner, dann hängten sich da immer mal wieder welche an oder wurden angehängt und am Ende hat sich für jeden in der Gruppe ein mehr oder weniger tolles Schicksal ergeben. Es mussten Figuren sterben, aber für den Großteil haben sich die Probleme in Luft aufgelöst und jeder hat so seinen Weg gefunden.
Am besten fand ich immer noch die Wandlung von Dörte. Von einer eingefleischten Esoterik-Tante hat sie dann doch tatsächlich einen Weg in ein halbwegs normales Leben gefunden. – So hatte die Reise für jeden etwas Gutes.
Ich fand das Buch toll. Allein die Idee der Story hat ja schon einen Orden verdient. Die Idee selber war jetzt nicht neu, aber die Umsetzung habe ich so noch noch nicht gesehen und ganz genau das hat mich dann am Ende so fasziniert.
Der Sprecher hat einen sehr guten Job gemacht. Ruhig und kontinuierlich hat er seinen Text gelesen. Hier und da hat er etwas intoniert, hat es damit aber auch nicht übertrieben, sodass am Ende ein wirklich sehr gut hörbares Hörbuch heraus gekommen ist.
Die 5 Stunden sind wie im Flug vergangen und ich war vollkommen perplex, als das Buch bereits zu Ende war, meine Schicht aber noch nicht. Eine angenehme Lauflänge haben in dem Fall keine Unterbrechung notwendig gemacht. Aber wenn sie notwendig gewesen wäre, hätte ich im Anschluss wieder sehr gut hinein finden
Ich kann das Buch wirklich wärmstens empfehlen. Wer von Fantasy noch nicht überzeugt ist, wird es spätestens nach dieser Lektüre sein. Und wer Mikael Lundt noch nicht kennt, lernt ihn hier von einer, im wahrsten Sinne des Wortes, fantastischen Seite kennen.
- Jörg Isermeyer
Dachs und Rakete. Ab in die Stadt!
(67)Aktuelle Rezension von: knutschimundIn diesem schönen Kinderbuch geht es um Dachs und seine Freundin Rakete. Was denkt ihr wohl wer Rakete ist? Ja genau richtig. Rakete ist eine Schnecke.
Dieses Buch ist humorvoll und wunderschön gestaltet, die Illustrationen sind richtig schön geworden und alles so schön farbenfroh. Der Schreibstil ist kindgerecht gehalten, es hat sehr viel Spaß gemacht in die Geschichte einzutauchen. Ich habe sie Zusammen mit meinen 9-jährigen Sohn gelesen.
Eines Morgens steht ein Bagger vor dem Bau von Herrn Dachs und seiner Freundin Rakete, denn es soll ein Freizeitpark gebaut werden und somit heißt es für die beiden sie müssen umziehen und zwar SOFORT.
Sie packen das Nötigste zusammen und ziehen los. Beide ziehen nun in die Stadt und es ist ein langer Weg bis dort hin. Es gibt immer wieder neue Situationen und beide lernen schnell sich an die neue Situation zu gewöhnen. Sie haben auch gelernt, dass es in der Stadt andere Regeln gibt. Sie lernen auch erst neu: Was ist Geld? oder Was ist Sperrmüll?Am lustigsten fand mein Sohn die Reime von Herrn Dachs, die immer wieder in den Buch vorkommen.
Mein Fazit
Die Geschichte ist sehr lustig und kindgerecht geschrieben. Herr Dachs wird sehr einfallsreich was seine Erfindungen angeht. Eine Botschaft in diesem Buch ist, dass es im leben Veränderungen gibt, aber immer Lösungen dazu. Wir können das Buch sehr empfehlen.
- Ulrich Hoffmann
Mein Kopf. Mein Herz. Mein Weg.
(13)Aktuelle Rezension von: romi89"Mein Kopf. Mein Herz. Mein Weg!" von Ulrich Hoffmann ist ein idealer Alltagsbegleiter!
Mit kleinen, aber wirkungsvollen Schritten wird man jeden Tag ein Stückchen glücklicher. Echt!
Glücklicher im Sinne von gelassener, was die eigene Probleme und die Sicht auf diese betrifft!
Glücklicher im Sinne von achtsamer, betreffend alles, was um einen herum passiert, ist und kommt.
Glücklicher im Sinne von optimistischer und selbstzufriedener!
Ideal ist der Aufbau.
Längere Übungen werden für Wochenenden vorgesehen.
Alles wird gut erklärt.
Ich habe mich einfach rundum wohl und gut begleitet gefühlt mit diesem Buch!
Perfekt! Absolut zu empfehlen! - Jorge González
Hola Chicas!
(20)Aktuelle Rezension von: peedeeWenn ich „Hola Chicas“ höre, denke ich tatsächlich direkt an Jorge Gonzales, den Stylisten, Choreografen: Ein vor Lebensfreude übersprudelnder Mann, seine Deutsch-Versprecher („Zwinkerauge“ anstatt „Augenzwinkern“ oder „Holzkreuz“ statt „Hohlkreuz“) sind sympathisch, er stolziert eleganter auf High Heels, als die meisten Frauen. Hier erzählt er, wie er von Kuba über die damalige Tschechoslowakei nach Hamburg kam und dort seine neue Heimat fand. Aufgeschrieben von Stephanie Ehrenschwendner, Autorin, Lektorin und Autoren-Coach.
Erster Eindruck: Auf dem Cover schreitet Jorge den Laufsteg entlang; mir gefällt der geprägte Buchtitel. Es hat zahlreiche Fotos im Innern des Buches, die das Geschriebene noch etwas lebendiger und persönlicher wirken lassen.
Ich denke, die meisten Menschen haben Jorge Gonzales schon mal im Fernsehen gesehen. Mit seiner lauten, lebendigen Art polarisiert er sicher, sodass man ihn entweder wirklich gut mag oder eben gar nicht. Mir ist Jorge sehr sympathisch und ich war gespannt, mehr über sein Leben zu erfahren.
Die gelesene Geschichte war abenteuerlich, zuweilen schwer vorstellbar, berührend, unterhaltsam. Wenn ich nur bedenke, welche Anstrengungen Jorge unternommen hat, um es in der Schule an die Spitze zu bringen, da dies der damals einzige Weg war, einen Studienplatz im Ausland zu ergattern. Und damit „endlich“ von Kuba wegzukommen. Ich musste schmunzeln, als er die Liste betr. verfügbarer Studienplätze und deren Universitäten durchging: Er hat zuerst nur geschaut, in welchem Land die Uni ist, erst dann hat er sich für einen Studiengang entschieden. In seinem Fall wurde es Nuklearökologie in Bratislava.
Jorge wusste schon sehr früh, dass er anders war, als andere Jungs. Er war am liebsten mit den Mädchen zusammen, um sich zu verkleiden, zu schminken, auf hohen Schuhen zu laufen… Aber das tut ein Junge nicht – hiess es damals. Es macht mich immer wieder traurig, wenn ich lesen muss, wie Menschen wegen ihrer Homosexualität Probleme kriegen, als wäre es eine ansteckende Krankheit!
Jorge ist ein sehr optimistischer und humorvoller Mensch. Er ist auch sehr emotional und liebt seine Familie über alles. Schön, wie er Omas Glücksrezepte fürs Leben verrät, wie z.B. „Wenn dich jemand nicht mag, dann such dir einen anderen, der dich so nimmt, wie du bist. Du wirst jemanden finden, denn die Welt ist gross.“ Seine Oma war eine gescheite Frau, denn sie sagte „Guter Stil ist keine Frage des Alters und hängt auch nicht davon ab, wie schön du bist. Egal, ob klein, gross, dick, dünn, hell oder dunkel – du kannst immer elegant sein.“ Genau!
Es war interessant, ein bisschen in Jorges Leben „reinzuschnuppern“ und ich wünsche ihm alles Gute. - Jessica Koch
Die Endlichkeit des Augenblicks
(166)Aktuelle Rezension von: november2014Inhalt:
Samantha lernt die beiden Freunde Basti und Josh kennen, die unterschiedlich nicht sein können. Basti ist trotz seines schweren Schicksals, dass ihn an den Rollstuhl kettet, ein fröhlicher und lebenslustiger Mensch. Im Gegensatz dazu leidet Josh an Depressionen und verbreitet immer schlechte Stimmung. Schnell werden Basti und Sam ein Paar. Doch auch Josh findet immer mehr Gefallen an Sam. Was bedeutet das für die Freundschaft von Basti und Josh?
Meinung:
Die „Danny-Triologie“ von Jessica Koch hatte mir richtig gut gefallen und auch emotional ziemlich berührt. Leider kann ich das bei diesem Buch nicht behaupten. Das fing schon mit dem Schreibstil an, der überhaupt keinen Tiefgang hatte. Die einzelnen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Protagonisten geschrieben sind, waren viel zu kurz. Ich konnte überhaupt keinen Zugang zu den Protagonisten finden- Auch viele Handlungsstränge waren für mich nicht nachvollziehbar. Die Charaktere waren mir bis auf „Basti“ unsympathisch.
Es gab natürlich auch durchaus positive Aspekte. Was mir zum Beispiel richtig gut gefallen hat, waren die Zitate die immer wieder im Buch vorkommen. Vor allem das Zitat am Anfang von Johnny Depp: „Wenn du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst, dann entscheide dich immer für den zweiten, denn er hätte niemals dein Herz erobert, wenn der erste der Richtige gewesen wäre.“ Dieses Zitat hat mich richtig berührt und hat eine Menge an Emotionen versprochen. Leider war dies meiner Meinung nach absolut nicht der Fall. Einige sind trotz allem sehr schön gewesen.
Fazit:
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen und hat mich regelrecht enttäuscht. Von mir daher auch keine Weiterempfehlung. Ich habe noch ein Buch von der Autorin auch meinem Sub und hoffe sehr dass es mir besser gefällt.
- Rosa Luxemburg
Briefe aus dem Gefängnis
(13)Aktuelle Rezension von: pardenERSTAUNLICH POETISCHE ZEITDOKUMENTE...
Während des Ersten Weltkrieges kam Rosa Luxemburg wegen einer vor dem Krieg gehaltenen Rede gegen Soldatenmisshandlungen zunächst für ein Jahr ins Gefängnis, und nach kurzer Freiheit wurde sie bis zur Novemberrevolution in Berlin, in Wronke und schließlich in Breslau in »Schutzhaft« gehalten. Vom Gefängnis aus unterhielt Rosa Luxemburg eine lebhafte Korrespondenz mit ihren Freunden, unter anderem mit der Frau Karl Liebknechts. Diese, zum Teil sehr privat gehaltenen, Briefe wurden erstmals 1926 veröffentlicht.
Rosa Luxemburg (1871-1919), die sich sehr für die europäische Arbeiterbewegung engagierte und mit Karl Liebknecht schließlich den Spartakusbund gründete, war zudem eine vehemente Kriegsgegnerin. Während des Ersten Weltkrieges wurde sie aufgrund einer aufrührerischen Rede verurteilt und musste im Februar 1915 eine einjährige Haftstrafe antreten. Nach ihrer Entlassung wurde sie nur drei Monate später im Rahmen des damaligen 'Schutzhaft-Gesetzes' - zur Abwendung einer Gefahr für die Sicherheit des Reichs - zu weiteren zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus den fast 3 1/2 Jahren ihres Gefängnisaufenthaltes (Berlin, Wronke, Breslau) stammen die hier abgedruckten Briefe.
"In Südende pflegte ich um diese Zeit abends in der Straße herumzuschlendern; es ist so schön, wenn noch im letzten violetten Tageslicht plötzlich die rosigen Gasflammen an den Laternen aufzucken und noch so fremd in der Dämmerung aussehen, als schämten sie sich selbst ein wenig. Durch die Straße huscht dann geschäftig die undeutliche Gestalt irgendeiner verspäteten Portierfrau oder eines Dienstmädchens, die noch schnell zum Bäcker oder Krämer laufen, um etwas zu holen (...) Und ich stand da mitten in der Straße, zählte die ersten Sterne und mochte gar nicht heim aus der linden Luft und der Dämmerung, in der sich der Tag und die Nacht so weich aneinanderschmiegten."
Unerwartet poetisch muten viele der Briefe an. Erinnerungen an frühere Zeiten, Verse aus Gedichten, literarische Eindrücke, intensive Naturbeschreibungen - aber auch Rosa Luxemburgs Menschenscheu im Gefängnis, die große Einsamkeit, die Sorgen um Freunde und Bekannte, ihre Sehnsüchte: all dies findet Platz in den meist vielseitigen Briefen. Neben einer überaus großen Sensibiliät gegenüber den Schönheiten der Natur und der Kunst gibt es auch den offensichtlichen Versuch, das Positive aus jeder Situation zu ziehen, alles was sich nicht ändern lässt, mit einer möglichst stoischen Gelassenheit als gegeben hinzunehmen - und auf die Zukunft zu hoffen.
"So liege ich zum Beispiel hier in der dunklen Zelle auf einer steinharten Matratze (...) Von Zeit zu Zeit hört man nur (...) unter den Fenstern das Räuspern der Schildwache, die in ihren schweren Stiefeln ein paar Schritte langsam macht, um die steifen Beine zu bewegen. Der Sand knirscht so hoffnungslos unter diesen Schritten, daß die ganze Öde und Ausweglosigkeit des Daseins daraus klingt in die feuchte, dunkle Nacht. Da liege ich still allein, gewickelt in die vielfachen schwarzen Tücher der Finsternis, Langeweile, Unfreiheit des Winters - und dabei klopft mein Herz von einer unbegreiflichen, unbekannten inneren Freude, wie wenn ich im strahlenden Sonnenschein über eine blühende Wiese gehen würde. Und ich lächle im Dunkeln dem Leben, wie wenn ich irgendein zauberhaftes Geheimnis wüßte, das alles Böse und Traurige Lügen straft und in lauter Helligkeit und Glück wandelt..."
Tatsächlich erschließt dieser schmale Band wieder einmal, weshalb es sich lohnt, Briefe zu lesen. Überlieferte Reden und Schriften bieten nur Einblicke in Überzeugungen, Thesen und Versuche, andere ebenfalls von der eigenen Sache zu überzeugen. Presseartikel bieten das Bild einer Person, das sehr stark geprägt ist von der persölnichen Sicht des Verfassers. Briefe dagegen bieten die Möglichkeit, einen Blick auf das Innere eines Menschen zu werfen, auf seine Gedanken und Gefühle, Hoffnungen und Ängste, Sehnsüchte und Erinnerungen. Und hier ging es mir wieder genauso: zum ersten Mal entdeckte ich hinter der abstrakten Figur Rosa Luxemburg, hinter der Politikerin, die aufgrund ihrer Überzeugung schließlich ermordet wurde, eine Ahnung von dem Menschen, der sie war. Ein schönes Erlebnis.
Ein interessantes und erstaunlich poetisches Zeitdokument, das ich zu lesen empfehlen kann!
© Parden
- Hubertus Meyer-Burckhardt
Frauengeschichten
(8)Aktuelle Rezension von: HoldenMeyer-Burckhardts Buch zu seiner NDR-Info-Sendung gleichen Namens über für ihn "starke Frauen". Ob man aber wirklich meint, von Ina Müller oder Barbara Schöneberger noch nicht alles zu wissen, muß jeder selbst entscheiden. Natürlich sind alle Ehemänner und ehemalige Theaterregisseure wunderbar, alle Frauen sind ganz wunderbar altruistisch veranlagt und kollegial gegenüber anderen künstlerisch Schaffenden. Aber wie sich manche dieser Gesprächspartnerinnen durch Lebenskrisen geboxt haben und auch Schwächemomente kennen, relativiert doch die eigenen Probleme, die jeder mit sich rumträgt.
- Paul van Dyk
Im Leben bleiben
(34)Aktuelle Rezension von: SeitenfresserinPaul Van Dyk, geboren in Eisenhüttenstadt, musikverrückt seit frühester Jugend. Mitte der 90er Jahre ging der Traum in Erfüllung selber elektronische Musik zu machen und zu präsentieren via Radio, erste DJ-Sets, CD-Veröffentlichungen. Erfolg stellt sich ein. Es folgt ein Leben "auf der Überholspur", DJ-Sets all over the World, in angesagtesten Metropolen u.a. Prag, Los Angeles, Sydney, St. Petersburg, Tokio, Utrecht....
Dann plötzlich ein tiefer Fall, in Sekunden von Hundert auf Null. Das Leben von Paul, nimmt nach einem schweren Sturz, aus grosser Höhe, von der Bühne, aufgrund fehlerhaften Aufbaus der selben, eine jähe Wendung und wird vom Schicksal erstmal für längere Zeit "umgeschrieben". Koma und schwerste neurologische Verletzungen, ergeben niederschmetternde Prognosen: für immer Pflegefall, für immer Rollstuhl.
Doch durch unendliche Liebe, mit Mut, Ausdauer und vieler, bei aller Tragik, glücklicher Zufälle, kämpfte er sich mit Hilfe seiner Frau, zurück in ein normales Leben. Sie ist seine große Liebe, stärkster Motor und Motivation. Sie ist es, die ihm so die Kraft gab und gibt, nicht aufzugeben. Denn, ganz wie früher, wird das Leben nie wieder sein, sondern ein anderes. Aber es ist inzwischen auch wieder ein Leben mit Pauls zweitstärkstem Motor, der Musik, inkl. weltweiter Autritte und selber gemachter Musik.
Bewegend für mich die Sinnfrage Pauls: warum er überlebte und ein Professor der Medizin, welcher ihm half, sterben musste? Was für eine Aufgabe noch auf ihn wartet? Vielleicht ebenfalls zu "heilen", mittels seiner Musik? Wenn schon nicht dies, dann doch vielen Menschen schöne Momente geben. Manche Musik lässt einen Sorgen, Raum und Zeit vergessen, katapultiert einen in Träume.
Für mich gilt seine Musik, seitdem sein Name auch außerhalb der Clubszene auftauchte, dazu. Aber das ist natürlich rein persönlicher Geschmack.
Fazit: ein ehrliches Buch, aus der der Sicht von seiner Frau Margarita und ihm. Mut machend für Menschen welche sich in ähnlichen Situationen befinden.
- Manuela Müller
Alles ist in mir
(5)Aktuelle Rezension von: Renate_KMich begleitet beim Lesen das Gefühl, als würde mich die Autorin Manuela Müller persönlich an die Hand nehmen, bei Ihrer Reise zur Selbstliebe.
Was mich gleich beeindruckt hat ist die Art, wie das Buch gestaltet ist. Die Aufteilungen, Kapitel, Grafiken und persönlichen Bilder machen es sehr schön und übersichtlich. Im Inhaltsverzeichnis lassen sich die einzelnen Themenbereiche sehr leicht wieder finden. Die Autorin erzählt aus ihrem Leben von Ängsten, Veränderungen, Schmerzen, falschen Überzeugungen und vielem mehr, was das Leben und das Mensch sein mit sich bringt. Sie teilt Ihre Erkenntnisse, die sie daraus gewonnen hat einfach einzigartig und gibt einem
damit die Möglichkeit, durch Übungen und Anregungen, Diese auch anzuwenden.
Bei mir blieb ein Gefühl von: „Ich darf sein wie ich das möchte“ nach dem Lesen. Mit Manuelas Tipps und den Fragen zum Leben, konnte ich so Einiges in mir entdecken. Für mich ist es mehr als nur ein Buch geworden. Es ist: „ein wertvoller Begleiter“, den ich immer wieder zur Hand nehmen kann, wenn sich Unsicherheit und Zweifel in meinem Kopf breit machen.
- Nanni Burba
Eine Prise Meersalz
(25)Aktuelle Rezension von: BuschchristineWahre Begebenheit.
Im Buch geht es um Nanni und ihren Mann Harald. Es ist die Geschichte einer Auswanderung nach Mallorca, die zu einer Achterbahnfahrt wurde.
Mir gefiel es richtig gut. Das Buch gibt die Höhen und Tiefen wider, ob es die beiden schaffen, sich auf der sonnigen Insel ein neues Leben aufzubauen.
Hoffnung, Zweifel, Geldprobleme.
Es werden nicht nur die schönen Seiten beschrieben.
Interessant zu lesen.
- Nora Roberts
Die O'Haras 2. Tanz der Sehnsucht
(32)Aktuelle Rezension von: simsaMaddy O´Hara lebt fürs Tanzen. Nach einem sehr erfolgreichen Stück auf dem Broadway, widmet sie sich nun einem neuen Musical. Sie kann wieder zeigen, was in ihr steckt und voll in der Hauptrolle aufgehen.
Bereits zu Beginn der Proben trifft sie auf der Straße auf einen Mann, der sie nicht mehr loslässt. Und bereits einige Tage später stellt sich heraus, dass es sich bei ihm ausgerechnet um den Geschäftsführer von Valentine Records handelt. Die Firma, die Maddys Musical finanziert.
Doch Maddy kann Roy Valentine mit ihrer lockeren und leichten Art schnell in ihren Bann ziehen. Und doch sträubt sich etwas in ihm... haben die Beiden eine Chance?
„Tanz der Sehnsucht“ ist der 2. Teil rund um die Künstler-Familie O´Hara.
Ich selber liebe die Bücher von Nora Roberts und habe bis dato noch kein schlechtes von ihr gelesen. Auch dieser Roman hat alles, was ich für gemütliche Lesestunden brauche. Eine tolle Hauptdarstellerin, ein Hauptdarsteller, der nicht so ist wie er scheint und ganz viel Liebe.
Ich denke das sind wichtige Zutaten für ein Buch in diesem Genre.
Zusätzlich ist es so, dass sich das Buch, dank seiner großen Schrift und dem unterhaltsamen Stil von Nora Roberts, einfach gut lesen lässt.
Die Familie O´Hara, die ich ja bereits aus dem Vorgängerband (So nah am Paradies) kenne, ist so, dass man einfach ein Teil von ihr sein möchte. Alle sind sehr herzlich, alle halten zusammen und ich wollte beim Lesen immer noch mehr erfahren. Schließlich sind Künstlerfamilien ja generell sehr interessant.
Aber das größte Augenmerk liegt natürlich auf der Geschichte zwischen Maddy und Roy. Sie, sehr herzlich und locker, er, eher zurückhaltend und sehr ablehnend, was Beziehungen angeht... Da ist natürlich ein Konflikt nicht fern. Trotzdem war es spannend aus den verschiedenen Perspektiven zu lesen und zu erleben, wie sich die Beiden langsam annähern.
Leider muss ich dennoch einen kleinen Punktabzug geben. Das Buch ist schon sehr stimmig, hätte aber gerne noch ausführlicher sein dürfen.
Mein Fazit:
Auch die Reihe rund um „Die O´Haras“ finde ich sehr gelungen. Ich habe „Tanz der Sehnsucht“ sehr gerne gelesen und kann es für schöne Lesestunden nur empfehlen. Für mich geht es bald mit dem 3. und 4. Teil weiter und ich freue mich schon sehr.
- Peter Habeler
Der einsame Sieg
(6)Aktuelle Rezension von: HoldenDer Autor beschreibt seine Besteigung des Mount Everest im Mai 1978 mit dem ungleich bekannteren Reinhold Messner, seinem bergsteigerischen Seelenverwandten. Habeler scheint in Österreich bekannter zu sein, mir sagte der Name zuvor nichts. Beiden ging es darum, als erste Menschen ohne künstlichen Sauerstoff und mit natürlichen Methoden den höchsten Berg der Welt zu besteigen und darum, wieder das Bergsteigen auf die natürlich Art ohne aufwendige Technik in den Vordergrund zu stellen. Anfangs wird ihnen von allen Seiten abgeraten, das habe noch keiner geschafft und körperliche Schädigungen seinen unausweichlich. Interessant war zu lesen, wie teuer eine solche Expedition ist mit allem Drum und Dran ist und daß man eine Genehmigung der nepalesischen Regierung benötigt, daß man da nicht einfach rauflatschen kann. Rückblickend flicht Habeler immer wieder informative Passagen ein, zB wie seine Bergsteigerkarriere verlaufen ist, wie die vorherigen Besteigungen des Mount Everest verlaufen sind und was für Sinnestäuschungen und Halluzinationen man auf dem Weg nach ober ausgesetzt war. War alles doch ganz schön knapp und gefährlicher, als man als Laie vermuten würde. Sehr spannend, ein "wahrer" Thriller. Und Sherpas und Sherpanis sind sehr freizügig in ihrem Liebesleben, wußte man vorher auch noch nicht!























