Bücher mit dem Tag "organisierte kriminalität"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "organisierte kriminalität" gekennzeichnet haben.

56 Bücher

  1. Cover des Buches Achtsam morden (ISBN: 9783453428881)
    Karsten Dusse

    Achtsam morden

    (893)
    Aktuelle Rezension von: Paddy1896

    Ein sehr unterhaltsamer Krimi im irgendwie ganz eigenen Achtsamkeits-Genre. Kein Blut, auch keine große Spannung, dafür aber viel Humor und Lebensweisheiten. 

    Ein Buch, dass ich so in seiner Art noch nicht gelesen habe und auf jeden Fall eine Empfehlung wert ist.
    Ich bin gespannt, ob die Fortsetzungen mithalten können. 

  2. Cover des Buches Das achte Opfer (ISBN: B004WPH43U)
    Andreas Franz

    Das achte Opfer

    (345)
    Aktuelle Rezension von: Alissila

    Nachdem ich den ersten Teil gelesen hatte, war ich gespannt auf die Fortsetzung und muss sagen: „Das achte Opfer“ hat mir inhaltlich deutlich besser gefallen als der erste Band. Die Grundidee der Geschichte ist wirklich packend und besonders das Ende war absolut klasse und überraschend.

    Allerdings gibt es auch diesmal Aspekte, die den Lesefluss für mich massiv gestört haben. Das Buch besticht leider wieder durch ständige Wiederholungen und sehr ausschweifende Beschreibungen, die die Story kein Stück voranbringen. Zudem empfinde ich das Verhalten der Kommissare als ziemlich daneben: Der permanente Alkoholkonsum und das ständige Kettenrauchen nehmen einen viel zu großen Raum ein. Wenn man über diese Marotten und die unnötigen Längen hinwegsehen kann, bekommt man zwar einen spannenden Krimi geboten, doch aufgrund der genannten Kritikpunkte reicht es für mich insgesamt nur für drei Sterne.

  3. Cover des Buches Die siebte Zeugin (ISBN: 9783426527559)
    Florian Schwiecker

    Die siebte Zeugin

    (373)
    Aktuelle Rezension von: Lauras_bunte_buecherregal

    Der Schreibstil ist flüssig und ich bin sehr schnell in die Geschichte gekommen. Ich habe tatsächlich sehr mitgefiebert und fand den Spannungsbogen sehr gelungen.
    Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und ich mag Eberhardt & Jarmer sehr. Die Dynamiken der Beiden sind toll, dass die Autoren vom Fach sind, hat alles sehr realitätsnah wirken lassen.
    Die Reihe hat mich komplett überzeugt. Stand heute bin ich bereits bei Band vier und mag die Reihe zum Entspannen sehr.

    Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

  4. Cover des Buches Die Frequenz des Todes (ISBN: 9783426307601)
    Vincent Kliesch

    Die Frequenz des Todes

    (341)
    Aktuelle Rezension von: Alison_Sauer

    Ich habe das Buch "Auris - Die Frequenz des Todes" ziemlich schnell durchgelesen – es hat mich von der Spannung her schon gepackt. Die Idee, mit akustischer Forensik zu ermitteln, finde ich originell und es hat Spaß gemacht, mal etwas anderes als die üblichen DNA- oder Fingerabdruck-Spuren zu verfolgen.

    Ein spannender Thriller, den man schnell wegliest und der gut unterhält, aber meiner Meinung nach nicht ganz an die anderen Bände, die noch kommen, ran kommt. Es lohnt sich dennoch an der Reihe weiter zu lesen, denn nach diesem Band geht es erst richtig los. 

  5. Cover des Buches Das Kartell (ISBN: 9783426308547)
    Don Winslow

    Das Kartell

    (144)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Die amerikanische Originalausgabe dieses Romans erschien 2015 unter dem Titel „The Cartel“. Es ist der zweite Band der berühmten Kartell-Saga des Autors. Erzählt wird der jahrzehntelange Kampf des amerikanischen Drogenfahnders Art Keller gegen die mexikanische Drogenmafia, der für Keller zu einer persönlichen Obsession wird, insbesondere wenn es um das Kartell seines ehemaligen Freundes Adán Barrera geht. Gegenüber dem Vorgängerband sind die Kartelle noch mächtiger geworden. Verbunden damit ist eine Zunahme der Brutalität, qualitativ und quantitativ. Die Bosse halten sich nicht mehr nur ein paar Schläger- und Mördertrupps, sondern regelrechte Armeen, nicht selten zusammengesetzt aus ausgebildeten Ex-Soldaten, die der höheren Bezahlung wegen die Seiten gewechselt haben. Alle bekämpfen irgendwie alle, Bündnisse werden geschmiedet, um sie bald zu brechen und die Polizeibehörden des Landes stehen jeweils auch in Lohn und Brot eines der Konkurrenten. Das alles ist möglich, weil der Drogenhandel so unglaublich hohe Gewinne abwirft, dass er alle anderen Geschäfte, selbst die Prostitution, in den Schatten stellt.

    Zu Beginn enthält der Roman einige Ungereimtheiten. So heißt Adáns im ersten Band verstorbener Bruder plötzlich Ramón statt Raúl. Außerdem wartet Adán zu Beginn dieses Bandes noch auf seinen Prozess, obwohl er doch im letzten Band schon verurteilt wurde: 12 Mal lebenslänglich. In diesem Band ist er kurz nach seinen Aussagen plötzlich auch zu 22 Jahren verurteilt, offenbar ohne Prozess. Zudem taucht plötzlich eine Schwester Elena von Adán Barrera auf, die im ersten Band überhaupt nicht erwähnt wird. Diese Schlampereien ziehen sich leider ein bisschen durch. So heißt ein Konkurrent Barreras, der im ersten Band noch Güero Méndez hießt plötzlich Güero Palma (Droemer Tb, November 2021, S. 275)

    Die Machtverhältnisse zwischen den Akteuren ändern sich öfters mal ein bisschen zu schnell und unmotiviert, um noch logisch zu sein. Das ist schade, weil es Winslow ansonsten sehr gekonnt versteht, raffinierte Intrigen fehlerfrei und spannend zu inszenieren. Zwischendurch geht jedoch auch immer wieder ein Teil der Spannung verloren, wenn sich die Geschichte in der Aufzählung von Morden erschöpft. Das ist zwar schockierend, aber irgendwann nicht mehr spannend. Es kam mir manchmal so vor, als wollte Winslow die Anzahl der Morde und die Brutalität in der Sprache auf einen Höhepunkt treiben. Ein Beispielsatz: „Köpfe und Gliedmaßen vermischen sich in seiner Stadt mit allem dem anderen Unrat, und in den Slums laufen die Straßenköter mit blutigen Lefzen und schuldbewussten Blicken umher.“ (ebd., S. 620)

    Vielleicht tue ich dem Autor aber auch insofern unrecht, als die Brutalität schlicht und einfach der Wirklichkeitsnähe geschuldet ist, denn dass Winslow einen erheblichen Rechercheaufwand betrieben hat, ist dem Werk anzumerken. Das betrifft nicht nur die Namen der Kartelle, die allesamt der Realität entnommen sind, sondern zeigt sich auch in einzelnen Kapiteln, denen öfters kaum veränderte reale Geschehnisse zugrunde liegen.

    Dieser Roman ist bestimmt kein schlechter, die Freunde bluttriefender Seiten werden ihn vielleicht sogar lieben, aber aus meinem Blickwinkel kommt er nicht an die Raffinesse und Spannung des Vorgängers heran. Drei Sterne.

  6. Cover des Buches Todesstrand (ISBN: 9783746632735)
    Katharina Peters

    Todesstrand

    (91)
    Aktuelle Rezension von: San_Keller

    An sich fand ich die Geschichte schon spannend, wenn auch an manchen Stellen wirklich etwas verwirrend und die Verbindungen dann auch merkwürdig. Der Schreibstil ist flüssig und man will schon wissen, was als nächstes passiert und ob das Mädchen überlebt oder nicht ... aber der Schluss ging mir dann plötzlich viel zu schnell - so zack war er da und irgendwie auch nicht. Hab dann ziemlich enttäuscht das Buch beendet. Ob ich den nächsten Band lese  weiß ich noch nicht. 

  7. Cover des Buches Tannenstein (ISBN: 9783423218245)
    Linus Geschke

    Tannenstein

    (119)
    Aktuelle Rezension von: Alain_Nicola

    Dieser Roman ist besonders gut. Eine klassische Geschichte von Rache mit russischer Mafia im Hintergrung. Ein Ex-Polizist, der sich am Mörder seiner Geliebte rächen will. 

    Der Plot ist nicht sehr originell aber der Roman ist gut geschrieben. Ich habe vor, noch ein paar schöne Lesestunden mit Born zu verbringen,  indem ich die weiteren Romane der Trilogie lesen werde. 

  8. Cover des Buches Eisige Nähe (ISBN: 9783426639412)
    Andreas Franz

    Eisige Nähe

    (160)
    Aktuelle Rezension von: Bucherpalast

     Ich habe schon einiges von Andreas Franz gehört, weswegen ich mir das Buch gerne von meiner Mama ausgeliehen habe. Jedoch muss ich sagen, dass es mich nicht sonderlich umgehauen hat. Es hatte hier und da ein paar gute Stellen, aber es war eben auch nicht so gut, dass ich euch jetzt sagen würde, dass ihr es unbedingt lesen müsst.
    Der Killer giert nach Aufmerksamkeit mit seinem Mord, so sehr sogar, dass er scheinbar mit den beiden Beamten die sich um diesen Fall kümmern spielt. Von den beiden Beamten und dem Mörder abgesehen scheint sich allerdings niemand für den Fall zu interessieren. Das Interesse liegt eher darauf das dieser Fall so schnell wie möglich beendet wird.
    Schnell wird klar, dass es hier nicht nur um den Mord geht, der vertuscht werden soll, sondern auch Menschenhandel und Pädophilie.
    Inhaltlich wäre es somit auch sehr interessant, allerdings mangelte es für mich hier an der Umsetzung, was sehr schade ist.
    Dennoch ist der Roman sehr leicht geschrieben, dass man der Geschichte gut folgen kann, empfehlen dass ihr das Buch unbedingt lesen sollt kann ich nur leider nicht.

  9. Cover des Buches VANITAS - Grau wie Asche (ISBN: 9783426523964)
    Ursula Poznanski

    VANITAS - Grau wie Asche

    (293)
    Aktuelle Rezension von: KirstenHa

    Alle drei Bände der "Vanitas"-Reihe von Ursula Poznanski sind so fesselnd geschrieben, als würde man sie selbst miterleben. Schon in der Mitte des ersten Bandes meinte ich, mich auf dem Wiener Zentralfriedhof genau auszukennen. Und dort warten ja einige Geheimnisse ... Die ständige Spannung, die die Autorin schafft, ist wirklich beeindruckend. Es ist sinnvoll, bei Band 1 einzusteigen - aber dann muss man sie einfach alle drei lesen! Unbedingt empfehlenswert.

  10. Cover des Buches Die Herzchirurgin (ISBN: 9783426283875)
    Jack Jordan

    Die Herzchirurgin

    (192)
    Aktuelle Rezension von: enthusiastic_about_books

    WOW das ist echt ein Buch das ich richtig gut fande und ich noch darüber nachdenken muss.

    Das Buch lässt schon beginn einem das Herz höher schlagen. 

    Und geht mir nicht mehr aus dem Kopf.


    Anna Johnes kommt eines Abends nach Hause und findet ihre Babysitterin tot, ihr Sohn ist verschwunden . Um ihr Sohn wieder zu bekommen soll Anna in 2 Tagen jemand auf dem OP Tisch sterben lassen sonst kostet es das Leben von ihrem Sohn.


    Die Kapitel sind clever durchdacht, die Schreibweise ist von Anfang an interessant.

    Der rote Faden ist hier vorhanden und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende.

    Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt was das ganze noch mehr Spannender macht.

    Das Buch ist der Wahnsinn, es ist fesselnd und sehr überzeugt , ich bin absolut begeistert.

  11. Cover des Buches Feuerland (ISBN: 9783608504927)
    Pascal Engman

    Feuerland

    (133)
    Aktuelle Rezension von: Alexa_Koser

    Zum Buch: Die Polizistin Vanessa Frank, tätig bei einer Spezialeinheit, wurde gerade wegen Trunkenheit am Steuer vom Dienst suspendiert. Doch ausgerechnet jetzt könnte ihr Team sie gut gebrauchen: Zwei Reiche wurden entführt und deren Familien erpresst, es verschwinden Flüchtlinge spurlos und die Bandenkriminalität in Stockholm ist auf ihrem Höhepunkt. Zufällig gerät Vanessa mitten hinein in diesen Strudel...

    Meine Meinung: Diese Reihe wurde mir empfohlen und ich bin sehr froh darüber! Anfangs brauchte ich ein wenig, um mit Vanessa warm zu werden, aber sie konnte mich dann doch mit ihrer direkten und geraden Art überzeugen! Sie trifft im Buch auf den ehemaligen Elitesoldaten Nicolas und die beiden im Doppelpack sind echt stark!
    Die Handlungen folgen Schlag auf Schlag, es wird einfach nicht langatmig! Die Kapitel spielen abwechselnd in Stockholm und in Chile. Dort in Südamerika gibt es noch eine deutsche Kolonie, die Colonia Rhein. Hier werden illegale Organtransplantationen vorgenommen. Gerade die Geschehnisse dort haben mich unglaublich bewegt! Das Ende war für mich wirklich nervenaufreibend, schon fast "Hollywood"-reif!

    Mein Fazit: Ein toller Auftakt zu einer Reihe! Ich bin vom Schreibstil sowie von der Idee total begeistert und freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil!

  12. Cover des Buches Jahre des Jägers (ISBN: 9783426305300)
    Don Winslow

    Jahre des Jägers

    (40)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Mit Jahre des Jägers von Don Winslow schließe ich die Art-Keller-Reihe ab – und bleibe etwas zwiegespalten zurück.

    Zunächst das Positive: Winslow kann es einfach. Der typische Story-Sog ist auch hier wieder da – man ist sofort drin und kommt kaum los. Seine Figuren sind nach wie vor stark gezeichnet, so sehr, dass man jederzeit das Gefühl hat, jeder könnte sterben. Gleichzeitig beschreibt er Gewalt kühl und distanziert, sodass man emotional nicht überwältigt wird, sondern weiterliest. Auch die Rückkehr bekannter Figuren sorgt zunächst für ein vertrautes Gefühl.

    Und doch liegt genau hier eines der Probleme. Viele dieser Rückkehrer werden sehr schnell wieder eingeführt, ohne dass ihre Wiedereinbindung wirklich Gewicht bekommt. Statt echter Weiterentwicklung wirkt manches eher wie ein kurzes Wiedersehen, das erzählerisch nicht die Tiefe erreicht, die man aus den vorherigen Bänden kennt.

    Der größte Unterschied zu den ersten beiden Teilen liegt jedoch in der Struktur. Während sich diese durch eine klare Hauptstory und viel Raum für die Figurenentwicklung ausgezeichnet haben, wirkt der dritte Band deutlich überladener. Es werden sehr viele neue Charaktere eingeführt, parallel dazu laufen mehrere Handlungsstränge, die sich oft eher wie Nebenmissionen anfühlen als wie Teile einer großen, zentralen Geschichte.

    Hinzu kommt, dass sich die grundlegenden Motive stark wiederholen: Machtkämpfe, Intrigen und Gewalt innerhalb der Kartelle – diesmal jedoch häufig über eine neue Generation erzählt. Das ist thematisch konsequent, fühlt sich aber erzählerisch weniger frisch an, da echte Entwicklung durch Variation ersetzt wird.

    Einige Handlungsstränge wirken dabei nicht vollständig integriert und bleiben hinter der gewohnten Tiefe zurück. Gerade dort, wo Winslow neue Perspektiven eröffnet, fehlt oft die Zeit, diese wirklich auszubauen. Das führt dazu, dass manche Figuren und Geschichten weniger Wirkung entfalten, als sie eigentlich könnten.

    Was dem Buch dennoch zugutekommt, ist das Ende: Besonders im letzten Teil gewinnt die Geschichte wieder an Fokus, und die Entwicklung der zentralen Figur wird zu einem versöhnlichen Abschluss geführt. Hier zeigt Winslow noch einmal, was er kann – und warum diese Reihe so stark ist.

    Fazit:
    Jahre des Jägers ist ein sehr gut geschriebener, spannender Abschluss, der jedoch unter seiner eigenen Größe leidet. Zu viele Figuren, zu viele Stränge und zu wenig Raum für echte Tiefe verhindern, dass er die Klasse der ersten beiden Bände erreicht. Trotzdem bleibt ein starker Gesamteindruck – und eine Reihe, die insgesamt absolut lesenswert ist.

  13. Cover des Buches Post Mortem - Tränen aus Blut (ISBN: 9783596031429)
    Mark Roderick

    Post Mortem - Tränen aus Blut

    (302)
    Aktuelle Rezension von: Aliceinthewonderland

    Worum gehts? 


    Goran Kyper ist in irgendeine Dunkle Sache reingeraten und bittet seinen Bruder Avram ihn unds seine Familie zu rächen. Gleichzeitug bittet er die Interpolagentin Emilia um hilfe das alles aufzuklären.


    So geraten ein Auftragskiller und eine Interpol agentin gegeneinander. Ich muss sagen eine super spannende Sachen zu sehen wie Avram versucht die Polizei zu nutzen ( auch sehr erfolgreich ) um seine Schwägerin zu finden und sich dabei nicht in die Karten schauen zu lassen, da dies für ihn ja wirklich gefährlich werden kann. Die Interpol agentin versucht dies zu unterbinden nur muss ich sagen ohne erfolg.

    Der teil der sich um ihre Ermittlungen dreht muss ich sagen ist auch ehr nichzt so toll. Es geht hauptsächlich erst mal darum das sie in den Kollegen aus Frankfurt verliebt ist.... Erst als ihr klar ge,acht wird das sie niemanden vertrauen kann fängt sie ernsthaft an zu ermitteln...


    Kann es nur weiter empfehlen aber gebe eine kleine Triggerwahnung raus : den es wird Expliziete gewalt beschrieben und das auch an Kindern.

  14. Cover des Buches Eisland (ISBN: 9783764509514)
    Kim Faber

    Eisland

    (19)
    Aktuelle Rezension von: santina

    Eisland entfaltet seine Spannung nicht linear, sondern in mehreren Strängen, die sich gegenseitig verstärken. Die Handlung ist vielschichtig verzweigt, voller paralleler Bedrohungen, persönlicher Abgründe und politischer Verwicklungen. Genau diese Komplexität macht den Roman intensiv – aber auch fordernd.


    Der Ausgangspunkt ist die Freilassung eines Mannes, der vor sieben Jahren wegen Mordes an einem elfjährigen Jungen verurteilt wurde. Nun gibt es Zweifel an seiner Schuld. Juncker und Kristiansen, die damals ermittelt haben, sind überzeugt, dass der Mann gefährlich ist und dass seine Freilassung ein Fehler war. Sie beginnen erneut zu recherchieren und arbeiten damit bewusst gegen die Anweisungen ihrer Vorgesetzten.


    Kurz nach der Entlassung verschwindet ein Staatsanwalt spurlos – ein Ereignis, das die Lage weiter eskalieren lässt. Die Ermittler müssen herausfinden, ob es einen Zusammenhang gibt oder ob ein neuer Täter im Hintergrund agiert. Die Spannung entsteht dabei weniger aus schnellen Wendungen als aus der stetigen Verdichtung eines Falls, der nie wirklich abgeschlossen war.


    Ein weiterer zentraler Strang betrifft Signe Kristiansen selbst. Sie arbeitet unter enormem Druck, ist emotional tief in den alten Fall verstrickt und wird von einer Entscheidung verfolgt, die sie damals getroffen hat: der Manipulation eines Beweisstücks. Dieser Fehler droht nun, das gesamte Fundament des Falls – und ihre berufliche Existenz – ins Wanken zu bringen.


    Parallel dazu kämpft die Ermittlerin Nabiha Khalid mit einer ganz eigenen Bedrohung. Ihr Bruder hat sich mit der albanischen Mafia eingelassen, und sie versucht verzweifelt, ihn zu schützen, ohne ihre Position zu missbrauchen. Sie muss professionell bleiben, obwohl sie persönlich betroffen ist – ein Konflikt, der sie innerlich zerreißt und der dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht.


    Ich mag die Serie um Juncker und Kristiansen sehr. Die Figuren sind glaubwürdig, die moralischen Grauzonen spannend, und die Atmosphäre ist typisch nordisch-düster. Auch Eisland hat mich wieder gefesselt – die Intensität, die emotionalen Konflikte und die Verknüpfung der verschiedenen Ebenen funktionieren stark. Gleichzeitig hatte ich diesmal das Gefühl, dass der Roman zu viel auf einmal will. Die Vielzahl an Handlungssträngen ist für sich genommen interessant, aber zusammen wirken sie stellenweise überfrachtet. Inhaltlich hätte man daraus problemlos zwei eigenständige Bücher machen können, die jeweils mehr Raum für Entwicklung und Fokus gehabt hätten.


    Trotz dieser Überfülle bleibt Eisland ein spannender, atmosphärisch dichter Band der Reihe – nur eben einer, der erzählerisch an seine Grenzen geht.

  15. Cover des Buches Schlaflied (ISBN: 9783442716111)
    Cilla Börjlind

    Schlaflied

    (159)
    Aktuelle Rezension von: ReadingWitch

    Rezension „Schlaflied“

    „Schlaflied“ ist der 4. Band einer Reihe um Olivia Rönning und Tom Stilton von Cilla und Rolf Börjlind. Dieses Autoren-Duo liefert regelmäßig spannende Krimis aus Schweden. Auch hier stürzen sie sich auf ein aktuelles gesellschaftliches und politisches Thema. Schweden wird vom Flüchtlingsstrom erreicht und in Stockholm wird die Erstversorgung, an der sich unsere Romanheldin Olivia beteiligt, organisiert. Sie ist eine junge Polizistin, die in die Fußstapfen ihres Vaters tritt und in den vergangenen Bänden zusammen mit dem ehemaligen Kommissar Tom Stilton ermittelte. 

    Wie alle anderen Bücher dieser Reihe beginnt auch dieses mit einem rätselhaften Prolog, der eine Szene beschreibt, die mit dem Geschähen zunächst nichts zu tun hat. Danach kommt der Direkte Einstieg in die Geschichte. Wir befinden uns in Stockholm am Bahnhof. Die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten strömen in großer Zahl in die Stadt, sodass die Situation die Helfer zu überfordern droht. Es herrscht das Chaos, das Kriminelle für ihre Pläne ausnutzen. Besonders junge Asylsuchende stehen im Focus skrupelloser Machenschaften. Mit Hilfe von Versprechungen auf ein Zuhause und Geborgenheit werden Jugendliche aus dem Flüchtlingslager weggelockt und für kriminelle Zwecke ausgenutzt. Als dann auch in den Wäldern Smalands die misshandelte Leiche eines Jungen gefunden wird, ist schnell klar, dass das Buch keine leichte Kost wird. 

    Olivia, Tom und Mette mit ihrem Team beginnen mit den Ermittlungsarbeiten und zunächst deutet alles auf einen Pädophilenring. Doch als weitere Leichen auftauchen, stellen sie fest, dass die Motive hinter diesen Verbrechen noch viel schlimmer sind.

    Bei einem weiteren Handlungsstrang spielt Stiltons alte Bekannte Muriel die Hauptrolle. Sie ist eine drogenabhängige Obdachlose, die zufällig einem Flüchtlingsmädchen begegnet. Sie dieses bei sich auf und versucht für sie ein besserer Mensch zu werden. 

    Auch andere bekannte Figuren aus den vorhergehenden Bänden tauchen auf und spielen kleiner oder größere Rollen bei der Aufklärung der Verbrechen. 

    Das alles verpacken die Börjlind in einen mitreißenden und anschaulichen Schreibstill. Sie erzeugen eine düstere Atmosphäre, die perfekt zum Thema passt. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen sind bildlich, aber durch die nüchterne Ausdrucksweise nicht überladen. Das bietet dem Leser etwas Raum, um dieses schwierige Thema auch zu verarbeiten. An einigen Stellen musste ich das Buch auch weglegen, weil mir das Schicksal dieser Kinder sehr nah ging. Mir ist bewusst, dass das ein fiktiver Roman ist, aber der gewählte Inhalt ist trotzdem sehr nah an der Realität. 

    Insgesamt gibt es von Mir für diesen spannenden Roman eine absolute Leseempfehlung. Skandinavische Krimis im Allgemeinen und diese Reihen um Olivia und Tom im Besonderen lese ich mit vergnügen und wurde bisher auch nicht enttäuscht.

    https://www.readingwitch.com/post/schlaflied

  16. Cover des Buches Grenzfall – In den Tiefen der Schuld (ISBN: 9783596708192)
    Anna Schneider

    Grenzfall – In den Tiefen der Schuld

    (138)
    Aktuelle Rezension von: Suska

    Der vierte Teil der Grenzfall Serie schließt sich nahtlos an den Vorgängerband an. Krammer macht sich auf die Suche nach seiner Kollegin Rosa Szabo, die am Ende des letzten Bandes verschwunden ist. Auf einem Überwachungsvideo sieht man sie aus dem Polizeigebäude stürmen. In ihrer Wohnung: eine Leiche, aber keine Spur von Szabo. Alexa und Huber, die noch in der Nähe sind, unterstützen Krammer bei der Suche. Es wird offensichtlich, dass Szabo etwas verheimlicht. Hat sie etwas mit dem toten Mann in ihrer Wohnung zu tun?

    Das ist der erste Teil der Reihe, in dem Alexa und Krammer direkt zusammenarbeiten. Sonst liefen die Fälle eher nebeneinander her, doch jetzt sind sie gemeinsam auf einer Mission: Szabo finden und ihr Geheimnis lüften. Dass es dabei zu kleinen Rangeleien zwischen Vater und Tochter kommt bleibt nicht aus.

    Auch diesen Teil fand ich wieder sehr spannend. Es kommen Details über Szabos Vergangenheit und ihr Leben im Allgemeinen ans Licht. Bisher hat man über Krammers Partnerin nicht viel erfahren, nun ändert sich das. Ich bin zufrieden und freue mich auf Teil 5. 

  17. Cover des Buches Mexikoring (ISBN: 9783518470244)
    Simone Buchholz

    Mexikoring

    (73)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Ich habe schon mehrere Bücher dieser Autorin gelesen, dieses war das weitaus schwierigste, von der Thematik her, aber auch die Abgründe, die sich da auftaten, waren schwer zu begreifen. Mich hat das Buch ziemlich mitgenommen wegen der Misshandlungen der Kinder in den Familien und wie mit Menschen umgegangen wird, die nicht genau das tun, was die Familie wünscht! Das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht!

    Fazit: zartbesaitete Menschen sollten dieses Buch lieber nicht lesen!

  18. Cover des Buches Brennende Narben (ISBN: 9783404178728)
    Leo Born

    Brennende Narben

    (80)
    Aktuelle Rezension von: reading_squirrel

    4.5 Sterne


    Ich habe diese Reihe vor Ewigkeiten begonnen und damals auch gemocht; Irgendwie habe ich sie dann einfach aus den Augen verloren. Jetzt bin ich bereit, erneut als Schatten von Mara in die Abgründe Frankfurts einzutauchen.


    Ich bin weiterhin Fan von Mara's Figur, eben weil sie keine typische Ermittlerheldin ist; Für mich ist sie beinahe schon eine Antagonistin - scheinbar unnahbar, kühl und distanziert. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es ein präsenterer Ermittlungspartner für Mara. Rosen ist nur am Rande wahrnehmbar, was ich etwa schade finde.


    Born's Schreibstil ist flüssig und die Gliederung der Geschichte ein Gedicht; Die Szenenwechsel sind perfekt gewählt. Die gut überschaubaren Kapitel lassen einen Einblicke in die Gefühlswelt anderer Charaktere erhaschen, was das Lesen super angenehm macht. 

    Billinsky jagt einen brutalen und blutrünstigen Killer, wobei sie gleichzeitig vergangene Ereignisse aus ihrem Privatleben zu sortieren versucht - diese beiden separaten Handlungsstränge heizen die Spannung zusätzlich an.


    Die Reihe ist für mich unbedingt lesenswert und ich freue mich bereits schon auf den nächsten Fall für die Krähe!

  19. Cover des Buches Der Pate kehrt zurück (ISBN: 9783453434776)
    Mark Winegardner

    Der Pate kehrt zurück

    (21)
    Aktuelle Rezension von: kerstin_braun
    Die Fortsetzung ist Mark Winegardner gut gelungen. Man merkt natürlich das er nicht ganz auf dem Level ist wie Mario Puzo. Mir ist besonders aufgefallen das er hofftmals von einem/r Thema/Szene zur anderen springt.
    Trotzdem würde ich es jedem Fan der Serie empfehlen, obwohl man, wie schon gesagt, nicht zu viel erwarten sollte.
  20. Cover des Buches Streichquartett (ISBN: 9783442715305)
    Anna Enquist

    Streichquartett

    (13)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    Das namengebende „Streichquartett“ besteht aus vier Hobbymusikern, einzig Hugo, die erste Geige, hat sein Studium am Konservatorium beendet. Der geschiedene Vater einer dreijährigen Tochter arbeitet aber nur mehr in der Verwaltung der Musik, als Leiter des (Musik-) Zentrums, das aufgrund schrumpfender Subventionen mehr schlecht als recht fortbesteht. Seine ältere Cousine Heleen ist die zweite Geige – die typische Überengagierte, die sich immer kümmert, um ihre drei Söhne, als Mitglied einer Gruppe von Brieffreunden für Häftlinge, um Pflanzen, das Essen, als Krankenschwester. Hier arbeitet sie zusammen mit der Ärztin Carolien, der Cellistin, die ihr Musikstudium zugunsten der einträglicheren Medizin aufgegeben hat – und für eine Familie mit Jochem, Bratsche und Instrumentenbauer.

    Anna Enquist zeichnet diese Charaktere für mich jederzeit nachvollziehbar und lebensnah in aller Tiefe und all ihren Unterschieden, mit ihren Nöten. Besonders das Ehepaar Carolien und Jochem muss mit einem schweren Schicksalsschlag klarkommen, dem Jochem bislang nur Zorn entgegensetzen kann, Carolien hingegen Sprachlosigkeit, Erstarrung, Abmagern.
    Einzig im Musizieren finden alle regelmäßig Trost, gewinnen aber auch aus der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Stücken - ich habe früh begonnen, in einiges davon bei der Lektüre hineinzuhören, es später allein zu genießen. Die Autorin schafft es, mir als Nicht-Musikerin das Wechselspiel im Quartett nahezubringen, die besondere Wirkung der Werke und ihrer Teile, die Instrumente; das, was ich gar nicht verstand, hielt sich sehr in Grenzen. Soweit ein Genuss:
    „Gottverdammt, denkt Jochem, eine richtiggehende Ansprache. Das ist lange her. Was will sie jetzt? Zustimmung will sie, die Erlaubnis, für immer und ewig in Trauer bleiben zu dürfen. Ich höre es, aber ob ich es auch verstehe? Sein Blick wandert über das Instrument [Anmerkung: eine Gambe], das auf der Werkbank liegt. Man kann es so nehmen, wie es ist: bescheidener Klang, schwer zu regulieren, für ein begrenztes Repertoire geeignet. Man kann auch auf Veränderung aus sein, sich einen größeren Klang wünschen, von einer Form träumen, die eine breitere Entwicklung ermöglicht: einem Cello also. Er nickt. Das ist der Unterschied, den sie meint.“

    Als das Hobbyquartett beschließt, ein Stück einzustudieren für den Geburtstag von Caroliens Praxis-Mitinhaber Daniel, stürzt ein unerwarteter Besucher das Leben aller ins Chaos. Und hier kommen meine Bedenken – brauchte es diesen zweiten Eingriff des Schicksals? Ich hatte eine Art Kontrapunkt erwartet zu dem Verlust von Carolien und Jochem, etwas, was beiden wieder einen Sinn gibt oder ihren Verlust einordnet, keinen zweiten Schnitt, im wahrsten Sinne. Das allein wäre vielleicht noch gegangen für mich, wenn es nicht so unabdingbar eine Fortsetzung gäbe; allein dadurch bekommt das Ende etwas, bei dem ich als Leser nicht einmal wusste, ob das offen oder geschlossen sein sollte. Auch vom Nebenstrang mit dem früheren Lehrer von Carolien und Hugo, Rainier van Aalst, der erkennt, dass er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters mehr Unterstützung benötigt, und sich im wahrsten Sinn des Wortes über seine Vorurteile und Ängste hinaus-wagt, hätte ich mir ein anderes Hinzulaufen auf die Haupthandlung gewünscht, vielleicht über die gemeinsamen Bezüge Kinder, Hoffnungen, Verlust, Musik,…

    Dazu spart die Autorin nicht mit Sozialkritik in ihren Spitzen gegen das niederländische Gesundheitswesen und die Politik, besonders zu den Themen Altenpflege (mehr schlecht als recht), Kulturförderung (schlecht, da ohne Budget inexistent), Immobilien und Verkehrswesen (ganz schlecht, da mafiös) – übrigens sei das Buch an diesen Stellen leicht dystopisch, so die Süddeutsche Zeitung, aha, deshalb konnte ich dazu nichts finden, aber das versteht so richtig wohl nur ein Niederländer. Ich habe übrigens in der Realität noch nie erlebt, dass sich vier Personen so einig zur Politik waren - für mich schoss das reichlich über das Ziel hinaus, weil es mir rüberkam wie „Person geht in den Wald – einer der Politiker war mal im Wald, Politiker ganz schlecht“ – „Politiker benutzt Löffel – Politiker hat mal alten Leuten Löffel weggenommen, ganz schlecht“. Inwiefern die Aussagen in der Realtät fußen, haben ich zur Gesundheitspolitik nachzuvollziehen versucht, kam aber auf keinen grünen Zweig (ja, es gab Änderungen, so eindeutige Zuständigkeiten von Ärzten für bestimmte Patienten. Wer wie meine Familie nahe einer Großstadt lebend letztens miterleben durfte, KEINE Termine bei akuter Lungenentzündung oder in einem anderen Fall bei Bronchitis seit 5! Wochen zu bekommen, teils trotz Privatversicherung, WILL aber auch in Deutschland Änderungen, statt zum Bereitschaftsdienst zu gehen).

    Ohne diese Anteile wäre der Roman bei mir also mit fünf Sternen plus zum Ende gekommen, doch so mag ich nur vier geben (auch, weil der Krimileser in mir nicht nachvollzieht, warum sich vier Personen nicht gegen eine zur Wehr setzen – siehe Spoiler). Der Folgeroman liegt bereits bereit.

    Spoiler: Hugo flieht ohne seine Tochter? Die nehmen sich den Eindringling nicht gemeinsam vor, sondern gehorchen brav? Welche zusätzliche Komponente gibt es dadurch, dass Rainier als zweites Opfer alt ist, darauf wird sehr herumgeritten? Rainier kann das Fenster öffnen – danach aber nicht durch selbiges hinaus sich in Sicherheit bringen? Sein Eindringling ist sich seiner Sache so sicher, dass er Rainier nicht fesselt, einsperrt, ähnliches, während er duscht? Warum benutzt die Polizei keine Richtmikrophone am Boot, war das Geld auch da zu knapp – aber für Sprengstoff reicht es? Überhaupt Rainier: er soll über achtzig sein, Carolien aber war vor 25 Jahren achtzehn. Damit wäre sie jetzt 43, damit Rainier mindestens 37 Jahre älter als sie – sie hätte somit mit achtzehn ein Verhältnis mit einem über 55jährigen gehabt, und das, bis sie heiratete und Kinder bekam, was ja – das älteste Kind war vor zwei Jahren zwölf, sie trennte sich für die Familiengründung – also bis gut in ihre Zwanziger Jahre gedauert haben dürfte, er also längst Anfang Sechzig war. Ja, gibt’s – aber so oft dann doch nicht mit so einem heftigen Altersunterschied. Abgesehen davon: was bringt hier genau diese gemeinsame Vergangenheit, Lieblingsschülerin reichte nicht?

    Dissonanzenquartett von Mozart https://www.youtube.com/watch?v=6zbNgyJkzdw
    Bach: Präludium der ersten Suite https://www.youtube.com/watch?v=mGQLXRTl3Z0
    Bach: Kunst der Fuge https://www.youtube.com/watch?v=YqXZtGyFyDo
    Mozarts Quintett in g-Moll https://www.youtube.com/watch?v=hEFu9iV0Zxw
    Haydn für Streicher …es wird nicht gesagt, welches Stück, daher: Überraschung! https://www.youtube.com/watch?v=mBmCcSz6HWw&list=RDQMgAGi01CAV9s&index=4
    Mozart Quartett in d-Moll https://www.youtube.com/watch?v=_dSaoEvodhg
    Schubert Der Tod und das Mädchen https://www.youtube.com/watch?v=ovEYC-mFjvU

    https://www.perlentaucher.de/buch/anna-enquist/streichquartett.html
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/anna-enquist-streichquartett-filigrane-verwebungen-von.1270.de.html?dram:article_id=335621


  21. Cover des Buches Berlin – Hauptstadt des Verbrechens (ISBN: 9783328105220)
    Nathalie Boegel

    Berlin – Hauptstadt des Verbrechens

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Andrea-Karminrot

    Die dunkle Seite Berlins, in den Goldenen Zwanzigern. Die Hauptstadt hat es schon immer etwas bunt getrieben. Während der Weimarer Republik wurden einige Gesetze geändert. Dadurch schien sich Berlin wieder einmal neu zu erfinden. Freizügigkeit und Partylaune, Drogen und erstaunliche Vergnügungslokale verführten die Menschen, gaukelten Wohlstand vor. Das Verbrechen nahm eine eigene Dynamik an. Es gab Ringvereine, Betrüger, Prostituierte, Drogenhändler und wer weiß was sonst noch. Doch auch hervorragende Polizeibeamte, die es verstanden wie keine Anderen, Verbrecher und Mörder zu überführen. Dazu zählte vor allem Ernst Gennat (den man auch aus den Volker Kutscher-Romanen, um den Ermittler Gerion Rath, kennt) Ernst Gennat gründete die Berliner Mordkommission. Eine Art der Ermittlung, die bis heute Bestand hat. Immer hübsch der Reihe nach wird ein jeder Fall bearbeitet. Lasst bloß die Leichen so liegen, wie man sie findet. Bis Gennat seine Ermittlungsroutine eingesetzt hatte, wurden Leichen hübsch auf dem Sofa drapiert, damit sie nicht so grausam hergerichtet aussahen!

    Die Kriminellen machten sich diese verrückte Zeit zu nutze und erschlichen sich sogar vom Staat Millionen. Sie verführten Staatsbedienstete und Bänker dazu, ihnen Gelder zu ermöglichen, die sie in Saus und Braus wieder unter das Volk brachten. Nebenan saßen die armen Schlucker, die den Kitt aus den Fenstern fraßen und oftmals selber Opfer der Betrüger wurden.

    Nathalie Boegel hat sich mit den Verbrechen in der Hauptstadt beschäftigt und eine Zusammenfassung geschrieben, die recht unterhaltsam daher kommt. Spannende Details erfährt man aus den Goldenen Zwanzigern, die gar nicht so golden waren. Sie recherchierte und sammelte interessante Bilder, mit denen sie die Texte in ihrem Buch unterstreicht.

    Da werden die Gebrüder Sass erwähnt, die es, mit großem Applaus der Berliner Bevölkerung, fertig bringen, die sichersten Tresore der Stadt zu knacken. Der erste aktenkundige Massenmörder, Friedrich Schumann vom Falkenhagener See, wird beschrieben. Oder auch wie sich die Nazis in der wohl zweit „Rotesten Stadt“ nach Moskau, breit machten und ihre grausamen Verbrechen betrieben.

    Für mich war dieses Buch eine Bereicherung. Obwohl mir die Berichterstattung manchmal etwas schwer fiel, fand sich immer wieder ein Kapitel, das mich schmunzeln lies oder mich grauste. Das ganze vielleicht in Romanform verpackt, wäre ein richtiger Knüller. So habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

    Die Zeiten der Weimarer Republik in Berlin waren allerdings auch etwas besonders. So ausgelassen hat die Stadt Berlin bestimmt noch nie und nie wieder danach getanzt!



    Nathalie Boegel hat schon bei ihrem Volontariat als Polizeireporterin gearbeitet. Sie ist Fernsehjournalistin für Spiegel TV und hat eine Dokumentation Sündenbabel Berlin – Metropole des Verbrechens 1918-1933 veröffentlicht. Sie drehte schon mehrere Dokumentationen über die Polizei in Deutschland.

  22. Cover des Buches Golden House (ISBN: 9783328103516)
    Salman Rushdie

    Golden House

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    "Weil eine Welt ohne Mysterien wie ein Bild ohne Schatten ist".

    Der 1947 in Bombay (heute Mumbai), Indien geborene Autor studierte in Cambridge Geschichte, arbeitete anschließend am Theater und als freier Journalist und schafft seinen Durchbruch 1981 mit „Mitternachtskinder“, das 2008 zum „Best of the Booker“ gekrönt, dem besten Buch, dass in den letzten 40 Jahren den „Booker Prize“ gewonnen hatte. Sein bekanntestes Werk sind die „Die satanischen Verse“, 1988, weil daraufhin Khomeini ein „Fatwa“ (Todesurteil) über den Autor verhängt hatte. Der vorliegende Roman ist mein erster (und sicher nicht mein letzter) von ihm.

    Inhalt (Klappentext): Nero Golden kommt aus einem Land, dessen Namen er nie wieder hören wollte, seit er mit seinen drei erwachsenen Söhnen vor ein paar Jahren nach New York gezogen ist und sich eine junge Russin zur Frau genommen hat. Der junge Filmemacher René wohnt im Nachbarhaus und ist fasziniert von der Familie, die ihm besten Stoff für ein Drehbuch liefert: Aufstieg und Fall eines skrupellos ehrgeizigen, narzisstischen und mediengewandten Schurken, der Make-up trägt und sich die Haare färbt. René wird Zeuge und in einer folgenschweren Episode sogar Teilhaber des dekadenten Treibens im Golden House, dessen Besitzer nicht nur den Vornamen mit Kaiser Nero teilt ... 

    Meine Meinung: Der Roman beginnt mit folgendem „Mannschen“ Endlossatz – und ich führe diesen hier als Kostprobe an, um zu veranschaulichen, welchen sprachlichen Lesegenuss das Buch verspricht:

    „Am Tag der Amtseinführung des neuen Präsidenten, als wir Sorge hatten, er könnte, während er Hand in Hand mit seiner außergewöhnlichen Frau durch die jubelnde Menschenmasse ging, ermordet werden, als so viele von uns wegen der geplatzten Hypothekenblase kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin standen und als Isis noch eine ägyptische Göttin war, traf ein ungekrönter etwa siebzigjähriger König mit seinen drei mutterlosen Söhnen aus einem fernen Land in New York City ein, um seinen Palast im Exil zu beziehen, dabei verhielt er sich, als gäbe es an dem Land oder an der Welt oder an seiner eigenen Geschichte nichts auszusetzen, und begann wie ein gütiger Herrscher, seine Nachbarschaft zu regieren – doch trotz seines charmanten Lächelns und der Fähigkeit, seine Guadagnini-Geige von 1745 zu spielen, trug er ein schweres, billiges Parfüm, den unverkennbaren Geruch von krasser, despotischer Gefahr, diese Art Duft, der uns warnt, hüte dich vor diesem Kerl, denn er könnte jeden Augenblick deine Hinrichtung anordnen, wenn du zum Beispiel ein T-Shirt anhast, das ihm nicht gefällt, oder wenn er mit deiner Frau schlafen will.“

    Im Kern geht es bei dieser Story um das Thema „Identität“, denn Nero Golden lässt seine Vergangenheit hinter sich, um mit seinen Söhnen in NY ein neues Leben zu beginnen und dabei streift er sein altes Ich ab und hüllt sich in Schweigen. Der Autor verbindet dieses Thema mit einer Gesellschaftskritik, denn die USA besteht ja zum großen Teil auch aus einem Mischmasch unterschiedlicher Völker, die als „Amerikaner“ zusammenleben. Dabei kommt vor allem Donald Trump sehr schlecht weg, den Rushdie mit einem grünhaarigen Joker mit grellen, roten Lippen vergleicht (in Anlehnung an Batman mit einer Hillary Clinton als „Batwoman“):

    „Außerhalb des Hauses herrschte die Welt des Jokers, die Welt, deren Realität mittlerweile in Amerika so viel wie eine Art radikaler Unwahrheit bedeutete: Verlogenheit, Protz, Scheinheiligkeit, Vulgarität, Gewalt, Paranoia, und ein Wesen mit weißer Haut, grünen Haaren und grell, grell roten Lippen sah von seinem dunklen Tower auf all das herab.“

    Aber es geht thematisch auch um den Film – Rushdie bringt hier zahlreiche Anspielungen auf Filme! – , denn der Ich-Erzähler (René) ist ein Drehbuchautor, der beschließt, aus seinen Erlebnissen mit seinem Nachbarn, Nero Golden, einen Film zu machen, sprich ein Drehbuch zu schreiben. Irgendwann kann der Leser nicht mehr unterscheiden, was Wirklichkeit und was Fiktion ist – und gerade dies macht auch den Reiz des Romans aus!

    In diesem Roman wird es nie langweilig! Interessante Figuren, ein überaus unterhaltsamer Plot mit überraschenden Wendungen, gewürzt mit dem Film-Thema und angereicht mit beißender Gesellschaftskritik machen das Buch zu einem puren Lesevergnügen. Dass man dabei inhaltlich vielleicht nicht alles verstehen mag, das ist ein Umstand, über den man getrost hinwegsehen kann.

    Fazit: Ein anspruchsvoller Roman, thematisch abwechslungsreich (Realität vs. Fiktion, Film, Gesellschaftskritik) mit komplexer Figurenzeichnung und interessantem Plot. Auch wenn man inhaltlich nicht alles verstehen mag, ist das Buch sprachlich ein Hochgenuss und fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ich werde sicher noch weitere Romane des Autors lesen, vergebe die vollen 5 Sterne und empfehle das Buch v.a. an Film- und NY-Liebhaber.

  23. Cover des Buches Ein Mord – drei Tote (ISBN: 9783986590178)
    Ingo Bartsch

    Ein Mord – drei Tote

    (17)
    Aktuelle Rezension von: ErikHuyoff

    Vor kurzem habe ich "Ein Mord - drei Tote" von Ingo Bartsch gelesen. Das Buch ist 2023 bei GRAFIT in der Emons Verlag GmbH erschienen und als (regionaler) Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

    Adam Götzki vom BKA in Berlin ist psychisch am Ende. Um beruflich wieder auf die Beine zu kommen, soll er für eine Weile beim LKA im beschaulichen Mainz arbeiten, wo ihn gleich der erste Fall erwartet: Eine Influencerin liegt erschlagen in ihrer Wohnung. Die Staatsanwaltschaft klagt den erstbesten Verdächtigen an, doch Götzki sucht weiter nach Antworten. Schnell wird ihm klar, dass die schillernde Influencerin ein Doppelleben geführt hat. Als er der Spur folgen will, wird er von seinem Vorgesetzten zurückgepfiffen. Aber die unheilvollen Ereignisse, die sich in Gang gesetzt haben, sind nicht mehr aufzuhalten.

    "Ein Mord - drei Tote" ist der erste Roman um Adam Götzki - vielleicht der Beginn einer Reihe? Dabei lässt sich das Buch - obwohl als psychologischer Kriminalroman betitelt - gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. Aufgrund des sehr starken regionalen Bezugs - Wein, Hand- und Spundekäs spielen eine zentrale Rolle - würde ich das Buch durchaus als Regionalkrimi einordnen. Allerdings ist die Bandbreite der behandelten Themen nahezu endlos, sodass man hier durchaus auch Elemente eines (Polit-)Thrillers findet - um nur noch eine der Möglichkeiten zu benennen.

    Die Handlung ist vielschichtig, abwechslungsreich und durchaus spannend, hat aber an einigen Stellen auch kleinere Längen. Gerade das Ende vermag mich jedoch nicht ganz zu überzeugen, wird der Fall doch zwar spannend, aber sehr rasch und unerwartet aufgelöst - unnötiger Cliffhanger inklusive. Auch die immer stärker und abstruser eskalierenden Handlungsspiralen sind nicht in jedem Fall nachvollziehbar - manchmal wäre etwas weniger dann doch mehr gewesen.

    Das regionale Setting kann hingegen gänzlich überzeugen. So entführt der Autor den Leser nach Mainz in eine Stadt voll lokalem Flair, das einiges zum Gelingen des Romans beiträgt. Weitreichender als der geografische Ausflug nach Mainz sind jedoch die thematischen Streifzüge durch die Bereiche politischer Extremismus und Terrorismus, organisierte Kriminalität, Korruption und Vetternwirtschaft, psychische Erkrankungen, Migration und Clanstrukturen - eine Bandbreite, die fast zu groß für einen doch eher kurzen Roman ist.

    Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Nebenfiguren wie Maja, Sam und Ali, während gerade Adam jedoch etwas eindimensional verbleibt und dafür sorgt, dass man als Leser sich viel mehr um ihn sorgt, als mit ihm mitzufiebern - die Lösung des Falles habe ich ihm zumindest nicht gegönnt. Der Schreibstil von Ingo Bartsch hingegen ist durchaus leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

    Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, insgesamt ist das Buch aber eher schlicht und unauffällig - Highlights in der Ausstattung sucht man hier vergebens. Auch das Cover ist zwar durchaus gelungen und bietet Assoziationsmöglichkeiten, im Zusammenspiel mit Coverrückseite und Buchrücken ist das Gesamtprodukt dennoch sehr eintönig und eher kein Eyecatcher.

    Mein Fazit? "Ein Mord - drei Tote" ist ein Kriminalroman mit tollem Setting und spannender Handlung, die jedoch teils etwas eskaliert und einen Ermittler hat, mit dem man schwerlich warm wird. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen - ab einem Lesealter von 16 Jahren.

  24. Cover des Buches Das Spiel des Patriarchen (ISBN: 9783838712550)
    Andrea Camilleri

    Das Spiel des Patriarchen

    (79)
    Aktuelle Rezension von: haberlei

    Zwei scheinbar unzusammenhängende Fälle in ein und demselben Haus rufen die Polizei auf den Plan. Ein junger Mann wird vor der Haustür erschossen und ein altes Ehepaar ist verschwunden.

    Commissario Montalbano und sein Team verfolgen beide Fälle und die verschiedensten Spuren und stoßen auf seltsame Ungereimtheiten: eine heimliche Liebschaft des jungen Mannes, eigenartiges Benehmen des alten Ehepaares bei einem Busausflug, ein unerklärlich hohes Sparkonto der alten Leute, ein Mafiaboss kontaktiert Montalbano mit kryptischen Andeutungen. Aber letztendlich gelingt es Montalbano, die Fäden zusammenzuknüpfen und den Fall einer überraschenden Lösung zuzuführen.

    Abgesehen von der interessant aufgebauten Handlung gefiel mir auch der Schreibstil. Einerseits die teils humorvollen Dialoge zwischen Montalbano und Augello, seinem Vize, auch deren freundschaftlichen Umgang miteinander, andererseits auch die sehr anschaulichen und stimmungsvollen Landschaftsschilderungen, wenn Montalbano z.B. unter dem Olivenbaum oder am Meer sitzt.

    Montalbanos 5. Fall gefiel mir aus dieser Reihe bislang am besten.

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