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33 Bücher

  1. Cover des Buches Das Haus der tausend Welten (ISBN: 9783453319790)
    T.S. Orgel

    Das Haus der tausend Welten

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Es gibt Häuser und Hotels, über die werden Lieder geschrieben. Sie bestehen aus dem Stoff, aus dem die Legenden sind - oder beinhalten sogar einen großen Teil Magie, wenn sie in fantastischen Welten angesiedelt sind. Damit rechnet der Leser, sobald er den aktuellen Roman der Gebrüder T. S. Orgel in Händen hält und dieser den Titel „Das Haus der tausend Welten“ trägt. Ob uns eine Reise durch all jene Welten erwartet?

    Inhaltlich liegt das Augenmerk auf jeden Fall auf dem Haus der tausend Welten, welche als „Das Haus der aufgehenden Sonne“ weitherum bekannt ist.

    Das Haus der aufgehenden Sonne ist Gasthaus, Amüsierschuppen, Bordell und vieles mehr. Mlima, Königin der Nacht, herrscht rigoros über dieses Reich. Das genügt ihr aber nicht, sie will mehr Macht und Reichtum. Genau wie eine bunt zusammengewürfelte Truppe einer Gaunerbande unter der Führung der Siegelschmiedin Stern. Aber auch eine Vertreterin der Adelsklasse ist an den Geheimnissen dieses Hauses interessiert.

    Das Besondere an diesem Haus ist wohl in erster Linie das Tor, welches im Inneren existiert und nicht geöffnet werden kann. Der Legende nach soll es unendlich viele Räume beherbergen, gefüllt mit Schätzen und Artefakten, die selbst aus einfachen Zauberern die mächtigsten Magier der Welt formen können. Es ranken sich viele Geschichten darum und natürlich auch große Sagen. Was hinter dem Tor am Ende der Galerie des ersten Stocks liegt, weiß jedoch wirklich niemand so genau. Der wertvollste aller Schätze soll es sein, unendlich viele Räume voller Gold und Artefakte. Mächte, die einem die Welt zu Füßen legen. Ein jeglicher Wunsch soll in Erfüllung gehen, sobald der höchste Punkt des Hauses erreicht wird. Und noch viel sagenhaftes mehr versprechen die Gerüchte. Bewiesen ist jedoch nichts davon. Denn bislang kam kein Einziger der Vielen, die ihr Glück in diesem Haus versucht haben, jemals lebendig wieder zurück. Die Versuchung ist dennoch sehr groß.  Doch muss das Tor zunächst geöffnet werden. 

    Um dem ehemaligen Sitz der Magiergilde sein Geheimnis zu entreißen und den Gefahren zu trotzen, bilden sich ungewöhnliche Bündnisse. Was erwartet die Schatzsucher in dem Haus mit den zahlreichen Räumen und wieso ist noch nie zuvor jemand wieder lebend aus dem Turm der Magier zurückgekehrt? Was tatsächlich hinter dem sagenhaften Tor liegt, übersteigt jegliche Vorstellungskraft.

    Vergesst den Klappentext! Der verspricht ein völlig falsches Bild von der Handlung. Es gibt nicht eine große Schatzsucher-Gruppe rund um Magierin Stern. Der Klappentext liest sich ja so, als ob Stern eine der wichtigen Charaktere in der Geschichte ist. Unwichtig ist sie nicht, aber so wichtig dann auch wieder nicht. Größtenteils erscheint sie wie ein Nebencharakter. Und eben nicht mehr. Was ich schade fand. Denn sie wäre bestimmt eine interessante Figur gewesen.

    Der Weg ins Innere des Hauses gestaltet sich schwieriger als erwartet. Wäre der Eingang dorthin nicht seit undenklichen Zeiten versperrt, würden sich sofort eine Menge Interessenten aufmachen, die unbekannten Stockwerke des Gebäudes, die sich angeblich immer wieder verändern, zu erforschen. Und hier setzt die Geschichte an. Denn natürlich bleiben jene Stockwerke nicht für immer verschlossen. Denn das Tor zum eigentlichen Haus öffnet sich alle 65 Jahre. Nur einmal im Leben gibt es diese eine Chance. Sobald sich das Tor öffnet, beginnt eine spannende Reise durch zahlreiche Räume. Oftmals musste ich an eine Haus-Version von Jumanji denken. Denn was zunächst überaus harmlos wirkt, stellt sich rasch als sehr tödlich heraus. Genau dies macht den Reiz der Geschichte aus. Gepaart mit der "Magie", welche unsere Charaktere zum Teil auch selbst besitzen, bietet dieses Buch etliche spannende Szenen.

    Als ein unausgebildeter Magier das große Tor öffnet, dringen mehrere unterschiedliche Gruppen ins Unbekannte vor und müssen sich sowohl mit Untoten, riesigen Monstern und zu Stein gewordenen Reisenden auseinandersetzen. Eine Gruppe schart sich um die Guam der Stadt, eine um die Besitzerin und Wirtin des Hauses der aufgehenden Sonne und eine um die Siegelschneiderin Stern. Begleitet von Barden, geheimnisvollen, stummen Heerführern und ehemaligen kaiserlichen Gardisten.

    Die Erzählung beginnt mit der Einführung vieler unterschiedlicher Charaktere. Zum einen die Söldnerin Baelis, die in arge Bedrängnis gerät, den Gelehrten Salter, der sich auf der Flucht befindet, den Straßendieb Fuchs, der sich mit Gaunereien über Wasser hält und die Bardin Ako, die schwer einzuschätzen ist.

    Sechszehn Menschen, drei Gruppen, ein Ziel: Das Haus der aufgehenden Sonne. Denn dieses Wirtshaus verbirgt ein Geheimnis, das es nur alle 65 Jahre enthüllt, und verspricht damit, Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Verschlungene Wege führen sie auf unterschiedlichen Pfaden über Etagen, die es gar nicht geben dürfte, hinauf in Richtung Ziel.

    Die Storyline startet eher verhalten, da wir zunächst alle Hauptprotagonisten kennenlernen, die sich auf dem Weg zum Haus der aufgehenden Sonne befinden. Ob nun wissentlich oder unwissentlich. Trotz der vielen Charaktere und Perspektiven lassen sich die einzelnen Personen gut voneinander unterscheiden, zudem gibt es ein Namensverzeichnis am Ende des Buches.

    Die Autoren nehmen sich viel Zeit, um die vielen Figuren einzuführen, die im Verlaufe der Handlung eine Rolle spielen. Gerade diese detaillierte Charakterzeichnung ist eine der Stärken dieses Buches. Auch wenn wir nicht mit allen sympathisieren, so können wir sie uns zumindest gedanklich sehr genau vorstellen und sehen sie fast schon bildlich vor uns stehen.

    Atail ist eine Stadt hoch in den Bergen, die etwas Besonderes hat. Hier ist das Klima – im Gegensatz zum rauen Hochgebirge, in der sie liegt, stets angenehm milde und freundlich. Das Leben pulsiert, wie in anderen Städten auch. Und die Stadt kann mit einer kleinen Attraktion aufwarten, der „Aufgehenden Sonne“, einem schon legendären Gasthaus. Und dorthin führt letztendlich der Weg all der Helden, um die es in diesem Roman geht. Streuner, Barden, Krieger, Magier – wenn man so will die klassische Heldenrunde, jedoch mit sehr menschlichen Ecken und Kanten.

    Fantasy bietet kreative Möglichkeiten, wie sie in einem anderen Genre kaum zu finden sind. Dem Erfindergeist eines Autors sind keine Grenzen gesetzt. So kann er den Leser mit den unmöglichsten Plot Twists überraschen. T.S. Orgel beweisen das mit ihrem neuen Buch einmal wieder aufs Beste. Daraus ergibt sich eine tiefgründige, spannende und zugleich atemberaubende Geschichte, voller Wendungen und Entwicklungen, die nicht immer gleich vorherzusehen sind.

    T. S. Orgel haben mit „Dem Haus der Tausend Welten“ eine fantasievolle und kreative Szenerie geschaffen, die den Leser auf eine Abenteuerreise mitnimmt. Vor allem besticht der Roman durch Charaktere, die wirklich individuell und nicht stereotyp heldenhaft angelegt sind, so dass sich trotz bisweilen dichter atmosphärischer Grundstimmung situationsbedingte humorvolle bis witzige Dialoge ergeben, die das Buch zu einem speziellen Lesegenuss machen.

    "Das Haus der tausend Welten", ist weit mehr als ein Fantasy Abenteuer. Es ist eine grandiose Saga über ein Gebäude das mehr zu bieten hat, als es von außen her scheinen mag. Es ist eine Saga, über geniale ausgearbeitete Charakter und Handlungen, die der Leser nicht so schnell vergessen wird. Gleichzeitig ist es ein Fantasy Roadtrip durch ein sagenhaftes Haus, das keiner kennt und angeblich niemand überlebt hat. Denn einmal betreten, verlässt keiner je wieder dieses Gebäude! 

    So einfach ist die Handlung dann doch nicht! Auf den knapp 580 Seiten, passiert unglaublich viel.

    Wir begleiten gleich drei Gruppen auf ihrem Weg hinter das Tor im Haus der tausend Welten und erleben auf unterschiedliche Weise die Schrecken der magisch veränderten Stockwerke.

    Zum einen handelt es sich um eine Gruppe von ehemaligen Straßenkindern, die unter der Anleitung ihrer Anführerin Stern den Schritt ins Ungewisse wagen. Mit dabei sind die unterschiedlichsten Personen, allen voran Fuchs mit seiner wilden Art und auch Ako, die Bardin, die nur zufällig dazustösst. Natürlich will auch die Besitzerin des Hauses, Mlima, den vermeintlichen Reichtum für sich einstreichen und findet durch den Magister Salter, der nicht weiß wie im geschieht, ihren Weg durch das Tor. Die dritte Gruppe wird angeführt von einer Frau mit hoher Stellung in der Stadt. Ausser der Söldnerin Baelis scheint diese Gruppe am unwichtigsten zu sein. Sie alle wollen in die bislang verschlossenen Bereiche der „aufgehenden Sonne“, um ihre Träume zu verwirklichen.

    Die Handlung ist sowohl ruhig als auch rasant. Gut strukturiert in einem wirren Magie-Haus. Rationale treffen auf gefühlsgesteuerte Charaktere.

    Sobald die Handlung an Fahrt aufnimmt, zeigt sich der wahre Star dieses Buches: Das Haus der aufgehenden Sonne! Denn dieses Gebäude hält für jeden, der es betritt, ein paar schlagkräftige Überraschungen bereit. Als Leser rechnen wir mit vielem und wird doch immer wieder überrascht, ebenso wie die Figuren. Und wer es bis zum Ziel schafft, ist lange nicht abzusehen. Aber es lohnt sich sowohl für die Protagonisten als auch für den Leser, durchzuhalten!

    In diesem unheimlichen Labyrinth finden sich seltsame Gestalten sowie immer neue Herausforderungen. Das fordert Opfer. Nicht alle werden das Ziel erreichen. Phantastische Wesen, unerwartet tödliche Fallen, aber auch Heimtücke und Verrat, vereiteln zahlreiche Pläne. Etliche der Charaktere sind ehrgeizzerfressen, skrupellos und äusserst unsympathisch. Lediglich in der Straßenräubertruppe und bei der Bardin finden sich Loyalität. Aber auch sie haben ihre dunklen Geheimnisse. Die Geschichte selbst ist ein verschlungenes Abenteuer, das sehr von diesem Charakterbau lebt. Viele unterschiedliche Handlungsstränge lassen den Leser selbst entscheiden, wem er die Daumen drückt, wer der „Gute“ und wer die „Böse“ ist. Und wurde diese Entscheidung getroffen, wird er am Ende trotzdem überrascht.

    Warum die Gruppen durch das magisch versiegelte Tor schreiten, ist nicht immer klar, weder dem Leser noch den Beteiligten. Und auch die Welt selbst im Buch mit seinen verschiedenen Völkern, Tieren, Speisen und Getränken bleibt relativ undeutlich. Da werden Begriffe einfach in den Raum geworfen, welche sich zwar in einem Glossar am Ende des Buches nachschlagen lassen, aber auf weitere Beschreibungen hofft man meist vergebens.

    Nachdem der Leser die Hauptpersonen zunächst in ihrem eigenen Umfeld kennenlernt, treffen diese so nach und nach in dem Haus der tausend Welten aufeinander. Das Haus selbst macht sich allerdings nichts aus Raum und Zeit. Es ist trotz seiner langen Verschlossenheit besiedelt von merkwürdigen Kreaturen und früheren Neugierigen, die den Ausgang nicht mehr gefunden haben. 

    Eine klare Linie konnte ich beim Erkunden und Überleben der vielen Räumlichkeiten nicht erkennen. Das Ziel der Gruppen war in erster Linie, „nach oben“ zu gelangen. Doch was sie sich dort erhoffen, scheint keiner so richtig zu wissen. Dennoch ein spannendes Wettrennen um einen Schatz, dessen Preis keiner wirklich kennt. Der Anstieg, Etage um Etage, fordert zahlreiche Opfer.

    Die drei Gruppen könnten unterschiedlicher nicht sein. Da haben wir einmal die Gang aus der Jurdagasse unter Führung der recht humorlosen, aber effizienten Stern. 

    Eigentlich hält sich die Gang mit kleineren Überfallen und Diebstählen in Atail über Wasser und lebt alles andere als im Überfluss. 

    Zusammen mit dem Groog, Kratzer, Ensu, Marai, Pelly und Fuchs bricht Stern in das Unbekannte auf. Der Gang schließt sich noch Ako an, die erst just am Morgen des Aufbruchs in Atail ankam. 

    Dann haben wir die Guam, Gesandte und offizielle Stimme des Kaisers in Atail, die mit ihrem Gefolge und der Söldnerin Baelis aufbricht. 

    Und Mlima, eine Institution der Unterwelt Atails und Besitzerin des Hauses der aufgehenden Sonne. Mit ihr bricht unfreiwillig Salter auf, ein kaiserlicher Magister, um das Geheimnis jenseits des Tores zu erkunden.

    Es ist immer wieder erfrischend, wenn Charaktere so differenziert dargestellt werden und es keine schwarz-weiße Protagonist-, Antagonist-, Nebenfigur-Klassifizierung gibt. 

    Jeder Figur trägt zur Entwicklung der Geschichte bei und ist wichtig. 

    Besonders zu erwähnen sind Fuchs, der mit seiner sarkastischen Art in manchen Situationen den Bogen fast schon überspannt, aber auf dieser Reise auf eine Art mit sich selbst konfrontiert wird, wie wohl niemandem sonst. Aber auch darüber hat er seinen Sarkasmus nicht verloren. 

    Auffallend gelungen ist auch Kratzer. Ein überzeugendes, misogynes, vielleicht auch rassistisches Arschloch, das seine Rolle perfektioniert hat – aber eben auch mehr kann.

    Abwechselnd erzählen Baelis, Ako, Fuchs und Salter die Geschichte, was verwirrend klingt sorgt anfangs für einige lose Fäden, die mit dem Fortlauf der Geschichte zu einem starken Erzählstrang verwoben werden – mit Wendungen, die oft nicht vorhersehbar sind und einer fesselnden Atmosphäre.

    Die Handlung spielt in einer Welt, in denen Shao (anderes Wort für Magie) es wenigen erlaubt, besondere Kräfte zu benutzen. Diese göttliche Kraft ist auch einigen der auftretenden Charaktere gegeben, während sich andere allein mit Muskel- und auch Geisteskraft durchs Leben und schließlich durch das Haus der Tausend Welten kämpfen.

    Die Handlung war spannend. Vor allem, weil das Haus selbst einfach so wahnsinnig viele Möglichkeiten geboten hat. Möglichkeiten, welche die Autoren auch in vielen Punkten voll ausgeschöpft haben. Je weiter sich der Plot entwickelt, desto eigenere Wege geht die Handlung, die insbesondere von den skurrilen Figuren, den aberwitzigen Handlungsorten und den nie vorhersehbaren Überraschungen lebt.

    Einen Kritikpunkt gibt es dennoch. Kein Individuum würde freiwillig den geforderten Preis bezahlen, egal, wie groß die Belohnung auch immer sein soll. Schon gar keine Persönlichkeit, wie Stern es angeblich war. Daher sind ihre Rolle und ihr Beweggrund am Schluss unglaubwürdig. 

  2. Cover des Buches Warum Engel nie Mundharmonika spielen (ISBN: 9781540320551)
    Karin Koenicke

    Warum Engel nie Mundharmonika spielen

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Isis99
    Der Titel hat mich erst auf dieses aufmerksam gemacht und dann wollte ich die Antwort auf diese Frage natürlich herausfinden...
    Pasiel ist im deutschen Himmel und dort dient er als Chormeister und Orgelspieler. Jedes Jahr veranstalten die verschiedenen Himmelssparten einen Wettbewerb, bei dem der beste Guardian ausgewählt wird. Jeder bekommt einen Schützling zugeteilt, den er 4 Wochen lang beschützen muss. Leider hat der deutsche Himmel keinen passenden Guardian für ihren Schützling, da niemand Orgel spielen kann außer Pasiel, der wird kurzer Hand zu einem Guardian ernannt und muss auf die Erde hinab, um eine Person namens Eddie zu beschützen. Ab da nimmt die Verwirrung ihren Lauf, Eddie ist nämlich kein Mann sondern eine Frau namens Edwina. Und wie kommen muss verguckt sich Pasiel in seinen Schützling, das ist aber leider nicht erlaubt, also schaffen es die beiden sich über die Regeln des Himmels hinwegzusetzen oder nicht? ^^
    Der Schriebstil ist flüssig und verständlich, mit ziemich vielen Emotionen gespickt, durch die man sich wünscht, die Story würde niemals enden. Die Charaktere haben Tiefe, am besten hat mir Pasiel gefallen, der eine drastische Wesensänderung während der Story durchläuft.
    Wirklich eine SUPER Leseempfehlung, für alle die Engel und Liebesstories lieben 😘😇
  3. Cover des Buches Bis ich dich finde (ISBN: 9783257236217)
    John Irving

    Bis ich dich finde

     (388)
    Aktuelle Rezension von: miss_atticos

    In "Bis ich dich finde" von John Irving reist Jack Burns mit seiner Mutter durch Nordeuropa, um seinen Vater zu finden. An Skurrilität ist Jack Burns vermutlich nicht zu übertreffen. Er hat irgendwie einen Knacks weg, wird in einem Mädcheninternat groß, muss so manche "Vergewaltigung" durchmachen, es liest sich so, als hätte der Junge kein Problem damit. Und was soll ich sagen, er hat wirklich keins damit. Jack Burns ist alles andere als normal und daher auch nicht aus meinem Gedächtnis zu löschen. Es war mein zweites Buch von John Irving. Seine Figuren sind schön schräg. Trotz des Umfangs von über 900 Seiten musste ich wissen wie die Geschichte von Jack endet und ob er überhaupt seinen Vater findet. Ich muss mich mal outen, irgendwie liebe ich auch richtig kranke Charaktere. Wer sonderbare Gestalten liebt, sollte nicht zögern, Jack in seinen Kopf zu lassen. 

  4. Cover des Buches Himmelfahrt mit Hyperspeed (ISBN: 9783964432827)
    Mikael Lundt

    Himmelfahrt mit Hyperspeed

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Janosh

    So verschroben wie der Name des kleinen Ortes – Schrobengrün! -, irgendwo in der deutschen Provinz, ist auch dessen protestantischer Pfarrer, dessen Tätigkeit sich weitgehend auf die Durchführung von Beerdigungen beschränkt und der ansonsten eine ruhige Kugel schiebt. Seine einzigen Sorgen richten sich auf gelegentliches Sodbrennen, das ihm seiner Meinung nach der Kartoffelsalat beschert, der anlässlich der für den kleinen Ort recht häufigen Leichenschmausfeiern serviert und ihm von seinen angejahrten Schäfchen regelrecht aufgezwungen wird. Eine weitere Prüfung ist Konfirmand Ronny, der einzige Jugendliche im Ort übrigens, der sich das kirchliche Fest antun möchte, nicht aus Frömmigkeit freilich, sondern weil er erwartet, von der Verwandtschaft zu seinem Ehrentage reichlich beschenkt zu werden. Ronny ist eine rechte Nervensäge, wie das Pubertierende nun mal sein können, und der Konfirmandenunterricht ist eine Tortur für Pfarrer Gregor Dümpel – ein Name, der duchaus passend ist für den schwächlichen jungen Mann, der mit der Hektik eines normalen Lebens so gar nicht klar kommt. Dass er sehr bald in ein wildes Abenteuer hineingezogen werden würde, das ihn in so mancher Hinsicht bis in die Grundfesten seines blassen, doch von profunder Gläubigkeit geprägten Seins erschüttern sollte, kann er an jenem besonderen Nachmittag, als er sich mit Unlust auf den Unterricht mit dem gelangweilten Ronny vorbereitet, nicht ahnen! Und hätte er es gewusst, hätte er sich ganz gewiss von der riesigen alten Orgel ferngehalten, aus der ein seltsames, durchdringendes Piepsen kam. Dass die Orgel sich denn auch noch als Raumschiff enttarnen würde, von einem geheimnisvollen Volk aus den Tiefen des Alls auf der Erde geparkt, das sich anschickte, ihn mitsamt dem mit seinem Smartphone verwachsenen Konfirmanden in den Weltraum zu katapultieren – na, wer kann denn so etwas für möglich halten?

    Einige Zeit bevor Dümpel und Ronny auf das Piepsen in der Kirche aufmerksam wurden, hatte bereits die leidenschaftliche Archäologin Chloe mitten im peruanischen Dschungel, sie ihrerseits auf der Suche nach Spuren der sagenhaften Menda, einer sehr alten, völlig unerforschten Kultur, ein sehr ähnliches Erlebnis. In einer Tempelruine, die sich dann doch tatsächlich ebenfalls als Raumschiff herausstellte! Jedoch ist sie aus ganz anderem Holze geschnitzt als der sensible Pfarrer, dem schon der eigene Schatten Unbehagen einzuflößen scheint. Keine Herausforderung ist zu groß für sie, ihre Wissbegierde ist stärker als alle Furcht. Doch was da draußen im All auf sie zukommen würde, hätte auch sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können! Ansonsten hätte sie womöglich – aber sicher ist das nicht, wie man bei genauerem Kennenlernen der flotten, die Handlung ungemein bereichernden Chloe mutmaßen mag – die Finger gelassen von den Krügen, die sie gefunden hatte und die offensichtlich nicht leer waren!

    Um die Sache abzukürzen – während Dümpel und Teenager Ronny mit der alten Orgel 'mit Hyperspeed', wie es der Buchtitel bereits verrät, ins All unterwegs sind, ist Chloes Raumschiff, der alte Tempel aus dem dichtesten Urwald des südamerikanischen Kontinents, längst unsanft vor Ort gelandet und in die Fänge des Bösewichts Rogol N'Ansan vom Volk der tumben, aber fürchterlich brutalen und gnadenlosen Andur, die die gesamte ferne Galaxie, in der sich die Geschiche abspielt, tyrannisieren, geraten. Sehr bald treffen die drei Raum- und in gewissem Sinne auch Zeitreisenden wider Willen unter ernsten und gefährlichen, aber nichtsdestotrotz den Leser erheiternden Umständen aufeinander und versuchen, von nun an gemeinsam, dahinterzukommen, was ihnen da eigentlich widerfahren ist und was der Sinn hinter dem Unglaublichen ist, das sie zu sehen und zu hören bekommen. Denn einen Sinn muss das Ganze haben, irgendjemand oder irgendetwas muss zwei ganz gewöhnliche, wenn auch nicht gerade alltäglichen Gegenstände zu Raumschiffen umfunktioniert haben und gewollt haben, dass sie ihrer Bestimmung, was immer diese auch sein mag, zugeführt werden!

    Nun denn, das Abenteuer kann seinen Lauf nehmen, für die draufgängerische Chloe, den zögerlichen Pfarrer und den aufmüpfigen, stets schrecklich hungrigen Konfirmanden, der sehr bald seine – schmerzhaften – blauen Wunder erleben wird ob seiner Gefräßigkeit! Und was für eine Geschichte entfaltet sich da vor den Augen des Lesers! Voller origineller Einfälle, voll spannender wie gefährlicher Situationen, bestückt mit den merkwürdigsten Gestalten, skurrilen Lebensformen, witzigen Dialogen, irrer Technik, so ausgefeilt und im wahrsten Sinne des Wortes außerirdisch, dass ich als Leser ohne technisches Vorwissen oder gar Verständnis und sowieso, gelinde gesagt, ungeübt in Sachen Science Fiction, Mühe hatte, einigermaßen mitzukommen, zu verstehen, was sich da eigentlich zutrug und was die Hightech-Apparate überhaupt bewirken sollten. Das aber störte meinen Spaß an der turbulenten, geistreichen, geradezu genialen Geschichte, der ich darüberhinaus viel Tiefe und Weisheit attribuieren möchte, in keiner Weise. Die drei Hauptfiguren sind so grundverschieden, wie sie mit all ihren Eigenheiten einnehmend und überzeugend sind. Die Wandlung des zimperlich-zögerlichen und zu Beginn blassen und konturlosen Pastors ist überraschend, aber sehr glaubwürdig und befriedigend. Sein tiefer Glaube gerät zwar gewaltig ins Wanken während seiner halsbrecherischen Himmelfahrt duch das erstaunlich vielseitige, kunterbunte und phantasiereiche Universum des Autors Mikael Lundt, aber er ist so ehrlich, so tief und gefestigt, dass er nicht nur allen Stürmen trotzt, sondern sogar noch fester wird.

    Und wenn der verschrobene Pfarrer aus Schrobengrün, in dem am Ende nichts mehr so sein wird wie am Anfang des fröhlich-nachdenklichen Science-Fiction-Romans, schließlich sogar zum Helden und Retter des Universums oder der Galaxie – so recht habe ich das nicht mitbekommen und es ist auch gar nicht so wichtig – wird, dann erfreut das nicht nur die Leser sondern auch seine Mitstreiter, zu denen sich gleich bei ihrer Ankunft auf einer heruntergekommenen Raumstation, auf der sich allerhand übles Gelichter tummelt, auch noch der hilfsbereite und teamfähige Formenwandler, Händler und Profiteur Kheel hinzugesellt hat!

    Summa summarum: mein erstes Science-Fiction-Abenteuer (tatsächlich, denn dieses Genre habe ich zuvor noch nie zu meinem Lesestoff gemacht!) war ein durchschlagender Erfolg! Ich habe mich ohne Abstriche durchweg aufs Beste unterhalten gefühlt, konnte es, einmal – und mit einigen Vorbehalten – begonnen, nicht mehr aus der Hand legen und fand es bei allem Humor, der immer im Hintergrund lauerte, spannend von Anfang bis Ende und so voller sprühender Einfälle, dass ich ganz gewiss künftighin genauer hinsehen werde, sollte mir mal wieder ein Roman dieses Genres über den Weg laufen. Zumal, wenn er aus der Feder des Mikael Lundt stammt!

  5. Cover des Buches Verliebt, verschneit, verzaubert (ISBN: 9783453355644)
    Stefan Rogall

    Verliebt, verschneit, verzaubert

     (45)
    Aktuelle Rezension von: fraeulein_lovingbooks


    Inhalt

    Wenn der sechsunddreißigjährige Ben eines nicht ist, dann in Weihnachtsstimmung. Nach beinahe zehn Jahren ist seine Ehe in die Brüche gegangen, sein Arbeitgeber steht kurz vor der Pleite, und die Aussicht auf Weihnachten im Kreis der Patchwork-Familie trägt auch nicht zu Bens Erheiterung bei. Als er im Zug nach Hause Lili begegnet, ist er alles andere als gesprächig. Doch irgendetwas hat die junge Frau, das ihn auf beinahe magische Weise fasziniert. Spontan lädt Ben sie ein, Weihnachten mit ihm und seiner Familie zu verbringen — und hat keine Ahnung, wie sehr die kommenden Tage sein Leben verändern werden …
    (Quelle: Klappentext)

    Meine Meinung

    Ich breche das Buch auf Seite 102 ab.

    Ben arbeitet in einer Agentur, die den Bach runtergeht und deren Chefin nun plötzlich zwischen den Tagen arbeiten möchte. Alle Mitarbeiter bekommen nur noch die Feiertage frei – zwischen den Tagen müssen sie allerdings zur Arbeit antanzen. Ben passt das überhaupt nicht in den Kram – er wollte sich einen gemütlichen Urlaub machen und die Scheidung vor 6 Monaten endgültig verarbeiten.
    Am 23. macht er sich mit der Bahn auf den Weg zu seinen Eltern, im Zug trifft er Lily. Eine Frau, die ihn sehr verwirrt – sie wirkt als wäre sie nicht von dieser Welt. Kurzentschlossen nimmt er sie mit zu seinen Eltern, als eine Freundin.
    Es ist das erste Weihnachten, bei dem seine Eltern jeweils einen neuen Partner haben.
    Aber nicht nur das wirft Ben aus der Bahn, seine Schwester hat ihren Job verloren und ihre 13-jährige Tochter ist schwanger. Von einem 16-jährigen, der aber für das Baby sorgen möchte. Als er seine Nichte ins Krankenhaus bringt – für einen Schwangerschaftstest – wird er für den Vater gehalten.
    Nebenbei will ihn seine Exfrau auch wiedersehen – sie teilt ihm mit, das sie im 5 Monat schwanger ist und Anfang des Jahres wieder heiraten möchte…

    Hmmm, ja. Ich denke meine Beschreibung sagt alles. Ein paar andere Rezensionen reden noch von Krebserkrankungen, toten Babys usw. – also wird die Geschichte in meinen Augen auch nicht mehr besser. Es passiert viel zu viel ohne reichtigen Zusammenhang, sowie Sinn und Verstand. Langweilig und unglaubwürdig.

    Ich wurde leider weder mit Ben noch mit der Geschichte warm.
    Der Schreibstil war eine lieblose Aneinanderreihung von Wörtern ohne Emotionen und Spannung. Es liest sich wie ein drittklassiger Groschenroman für ein paar Cent.
    Ben war mir vom ersten Moment an unsympathisch und es besserte sich auf den folgenden 100 Seiten auch nicht. Auch seine Zugbekannschaft Lily ist mir suspekt und ich vermute mal, das sie nicht wirklich real ist. Die anderen Familienmitglieder sehen sie zwar und kommunizieren auch mit ihr…aber irgendwas an ihr ist komisch.

    Das Buch ist überhaupt nicht mein Fall – leider keine Lese- oder Kaufempfehlung.

    Schönstes Zitat

    gab leider keins

     Stern


  6. Cover des Buches Mauerriss (ISBN: 9783839216217)
    Dieter Bührig

    Mauerriss

     (15)
    Aktuelle Rezension von: britta70
    "Mauerriss" ist kein gewöhnlicher Krimi. Wer mit der Erwartung das Buch liest, einen 'klassischen' Kriminalfall pràsentiert zu bekommen, wird vermutlich etwas enttäuscht sein. Lässt man sich dagegen auf die Geschichte ein, wird man um einen tiefen Einblick in die letzten Jahre der DDR Geschichte bereichert. Es geht um staatlich organisierten Kunstraub und Enteignungen, Westfluchten, zweifelhafte Wahlpraktiken, Verhaftungen und die Stimmung des Umbruchs kurz vor der Wende. Zum Personal gehören unter anderen ein Leuchtturmwärter, ein Pastor, eine Malerin, ein Zeitungsverleger, ein Parteifunktionär und diverse Schmuggler. 

    Dieter Bührig überzeugt in diesem Krimi mit einem brilliant recherchierten und authentisch gezeichneten Bild deutsch-deutscher Zeitgeschichte. Die Stimmung ist gut greifbar und man bekommt das Gefühl, nah am Geschehen dran zu sein. Die Charaktere mit ihren jeweiligen Beziehungen untereinander sind wie gewohnt plastisch dargestellt. Was dieses Mal für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt ist die typisch Bührigsche Kompositionsweise des Romans. Sie wird kompensiert durch die musische Gabe einer Protagonistin. In jedem Fall ein höchst lesenswerter Krimi. Ich freue mich schon jetzt auf den Nachfolger, der sicher - wie jeder Bührig - wieder einen ganz eigenen Ton haben wird. 
  7. Cover des Buches Die drei ??? und das Gespensterschloss (ISBN: 9783440119211)
    Robert Arthur

    Die drei ??? und das Gespensterschloss

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Bei diesem Band der Reihe hat mir besonders gut die gruselige Atmosphäre gefallen. 

    Ein unheimliches Gespensterschloss, in dem sogar unsere drei Detektive das Gruseln lernen. 

    Schön schaurig, spannend und sehr unterhaltsam. 

  8. Cover des Buches Liebste Fenchel! (ISBN: 9783462043129)
    Peter Härtling

    Liebste Fenchel!

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Gesellschaft und Leben zu Zeiten der Romantik. Als Peter Härtling die Nachricht von der Geburt seines siebten Enkelkindes erhält, das den Namen "Fanny" tragen soll, fällt ihm sogleich Fanny Mendelssohn ein. Ihr widmet er sich fortan in einer Biographie, die ganz seine Handschrift trägt. Schon in seinen Biographien über Schubert, Schumann und Hölderin zeigt P. Härtling sein herausragendes Talent, aus imaginierten Vorstellungen ferner Zeiten Wirklichkeit werden zu lassen. Er vertieft sich beinahe ganz mit seinen Gefühlen in das Leben um 1800 und verzaubert mit den filigranen Beschreibungen von Raum, Zeit und Handeln das Geschehen. Fanny,1805 geboren, war die älteste Tochter von Lea und Abraham Mendelssohn, die nach ihr noch drei weitere Kinder haben werden. Unter ihnen zeigt der vier Jahre jüngere Felix später ein außergewöhnliches musikalisches Talent, mit dem er zu Ruhm und Ehre kommen soll. Auch Fanny aber ist eine hervorragende Musikerin. Peter Härtling lässt sie wie in einem flämischen Bild durch die häuslichen Räume tänzeln, sie summt vor sich hin und bildet sich anhand des Vorlebens ihrer Eltern, des Onkels und der Tante, die im gleichen Hause leben. Von Hamburg zieht es die Familie vor den Repressalien der Napoleontruppen nach Berlin, wo der Vater mit seinem Schwager Joseph ein Bankhaus begründete. Schon früh musizieren die Geschwister zusammen, bis Felix seinen ersten Konzertauftritt mit 9 Jahren hat. Fanny muss zeitlebens im Schatten des Bruders stehen, weil sich Broterwerb für Frauen in ihren Kreisen nicht schickte. Nur kurz aber intensiv bietet Härtling Einblicke in die Religionsfragen der Familie. Was es mit dem Glauben auf sich hat, führt bei Fanny zu nachdenklichen Fragen, denn ihr Großvater war der berühmte Philosoph jüdischen Glaubens Moses Mendelssohn, einer der denkerischen Begründer der Aufklärung. Die Eltern ließen ihre vier Kinder taufen und nahmen später selber den christlichen Glauben an. P. Härtling beschäftigt sich intensiv mit der musischen Entwicklung und dem Familienleben der begabten Mendelssohnkinder Fanny und Felix. Ein ausgedehntes Gesellschaftsleben führte zu den so genannten "Sonntagskonzerten", die im Hause der Mendelssohns veranstaltet wurden. Bach und immer wieder Bach wird gespielt und gesungen; auch Mozart und Haydn sind beliebte Komponisten, denen sich die Kinder verschrieben haben. Eigene Kompositionen von Fanny und Felix werden ebenfalls aufgeführt und bewundert. Die Geschwister fühlten sich bis zu Fannys frühem Tod emotional und musisch innig verbunden. Felix ist der strahlende Stern der Familie Mendelssohn- Bartholdy, wie sie sich nach der Christianisierung nannte. Leben, Hochzeiten, Geburt, Tod und Abschied sind immer wiederkehrende Ereignisse. Antisemitismus und Anfeindungen stehen im Wechsel zu Ruhm und Erfolg der musischen Familienmitglieder. Mit fortschreitender Erzählung rundet sich das Bild einer künstlerisch anregenden und ereignisreichen Zeit mit zahlreichen bekannten Künstlernamen, zu denen Heine, Kleist, die Varnhagens und selbstverständlich auch Goethe zählten. Peter Härtling hat seine gelungene Biographie über das Leben von Fanny Mendelssohn gründlich recherchiert. Unvergleichlich in seiner sensiblen Vorstellungsweise taucht der Autor in das 19. Jahrhundert ein. So ersteht vor uns wahrhaftig ein Bild, das uns in ferne Zeiten entführt und unser Interesse bannt. Man fühlt sich verzaubert vom Reichtum der Erzählung Peter Härtlings und kann sich nur schwer von seinem Buch trennen.
  9. Cover des Buches Schlafes Bruder (ISBN: 9783150205679)
    Herbert Willi

    Schlafes Bruder

     (680)
    Aktuelle Rezension von: addicted3books

    Elias Adler ist Sohn eines Bauern, doch seine Welt ist die Musik. Was in Eschberg zählt, sind junge Burschen, die hart anpacken können. Aber das ist nicht er. Elias spielt begnadet Orgel, hat das völlig absolute Gehör, wodurch er seine bäuerliche Umwelt eher verstört, als sie zu beeindrucken. Er ist eben nun mal in ein archaisches Bergdorf hineingeboren. Elias zerbricht daran. Er beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen, indem er sich den Schlaf entzieht.

    Welch eine Verschwendung, ein solch unentdecktes Talent. Robert Schneider appelliert an potentielle Förderer, eine derartige Genialität auch wachzuküssen. Denn es wäre ein unendlicher Gewinn für eine Menschheit, die sich Großteils in Belanglosigkeiten verliert. Ein Milieu, das ein Potential mit seiner Ignoranz und seinem Muff erdrückt, lebt kein Leben, sondern wandelt im Suff, im Rausch, im Schlaf. Doch die sind die Brüder des Todes.

    Robert Schneider schildert die Katharsis des verkannten Genies in brillanter Erzählung, die das Lesen zum absoluten Genuss macht.

  10. Cover des Buches Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe (ISBN: 9783518460153)
    Carl-Johan Vallgren

    Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe

     (38)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie

    In einer Winternacht im Jahr 1813 werden ein Junge und ein Mädchen in einem Königsberger Bordell geboren.
    Hercule werden kaum Überlebenschancen eingeräumt, denn er ist kleinwüchsig, mißgestaltet und taubstumm. Doch er trotzt allen Widrigkeiten und wächst zusammen mit Henriette , dem zum gleichen Zeitpunkt geborenen Mädchen, im Bordell auf. 
    Die beiden verbindet eine innige Freundschaft, doch das Schicksal schlägt zu und sie werden getrennt. Hercule kommt in ein Irrenhaus, wo er gequält und gedemütigt wird. Bis zu dem Tag, an dem ein Mönch auf ihn aufmerksam wird und ihn von dort ins Kloster bringt.
    Hercules Fähigkeit, mit den Füßen grandios Orgel zu spielen beeindruckt zuerst die Mönche, doch seine Gabe, die Gedanken anderer zu lesen und zu beeinflussen, bringt ihn in Schwierigkeiten.
    Manch einer denkt sogar, in ihm würde ein Dämon stecken.
    Hercule muss fliehen und,seine Odysee führt ihn nach Italien, wo er als Jahrmarktsattraktion auftritt, nach Schweden, wo er einer Gräfin beim Kartenspielen unterstützt. Und immer ist er auf der Suche nach Henriette, seiner Jugendliebe , die er nie vergessen hat.




    Was für ein großartiger und gewaltiger Roman!
    Dieses Buch hat mich schon nach ein paar Seiten in seinen Bann gezogen!
    Darin gibt es Liebe und Hass, Böses und Gutes, Lustiges und Trauriges!  Es ist aussergewöhnlich und phantastisch gut! Es ist spannend und überwältigend! Es ist auch gefühlvoll und brutal!


    Mit Hercule erleben wir auch das gesellschaftliche Leben an verschiedenen Orten zu der damaligen Zeit. 


    Die Sprache ist wunderbar. Die Wortwahl ist der Zeit des Romanes angemessen, die Sätze sind anspruchsvoll ohne zu überfordern.
    Keinen Moment habe ich mich gelangweilt, jeder Satz ist lesenswert!
    Der Schreibstil erinnert ein wenig an “Das Parfüm“.

    Meiner Meinung hat dieser Roman aus Schweden das Zeug zu einem  meisterhaften literarischen Werk!
    Es gehört nun in die Riege der besten Bücher für mich! 
    Und ich denke, mit meinen Worten kann ich diesem besonderen und großartigen Roman nicht gerecht werden!

    “Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe“ ist ein überaus empfehlenswerter Roman!!!
  11. Cover des Buches Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (ISBN: 9783958554764)
    Jules Verne

    Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer

     (292)
    Aktuelle Rezension von: Sunnyleinchen
    Inhalt: Jules Vernes berühmter Klassiker - ein Meisterwerk der phantastischen Literatur.
    In seinem erstmals 1870 erschienenen Roman nimmt Verne die technische Entwicklung des Unterseeboots vorweg und entwickelt eine abenteuerliche Geschichte um eine gefährliche Expedition ins Ungewisse. Die Jagd nach einem vermeintlichen »Meeresungeheuer« beginnt.

    Bei diesem Buch handelt es sich wohl um einen DER Klassiker der Literaturgeschichte. Die Handlung ist schnell erzählt; ein Forscher und zwei weitere seiner Reisegefährten gehen bei der Jagd nach einem Meeresungeheuer über Bord und werden von selbigem gerettet. Nur das es sich um kein Monster sondern ein Uboot handelt, welches von dem heute berühmten Kaptain Nemo befehligt wird.

    Für die Zeit der Veröffentlichung war diese Idee mehr als phantastisch und das komplette Werk ist fachlich sehr gut ausgearbeitet (Zahlen, Fakten, Namen und Klassifizierungen von Meereslebewesen). Leider fehlte für mich völlig der Zugang zu den einzelnen Charakteren. Sie blieben für mich alle unzugänglich und blass. Des weiteren gab es komplette Kapitel die nur mit ellenlangen Zahlen und Abmessungen gefüllt waren. Die wundervollen Beschreibungen der Unterwasserspaziergänge und der Meereswelt kamen für mich viel zu kurz.

  12. Cover des Buches Das Kind von Noah (ISBN: 9783596511310)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Das Kind von Noah

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    "Das Kind von Noah" schildert auf knapp 140 Seiten sehr bewegend die Geschichte des kleinen 7-jährigen jüdischen Jungen Joseph, der in Brüssel in den 1940er Jahren sich von seiner Famile trennen und untertauchen muss.

    Joseph ist, wie ich es verstanden habe, ein fiktiver Charakter, dennoch wird seine Geschichte sehr bewegend beschrieben, sodass die Person Joseph für den Leser real wird.

    Die Perspektive des kleinen Jungen, der erst nach und nach versteht, was um ihn geschieht, gelingt dem Autor hervorragend.

    Alles in allem ein sehr lesenswerter Roman.
  13. Cover des Buches Die Offenbarung (ISBN: 9783746624815)
    Robert Schneider

    Die Offenbarung

     (23)
    Aktuelle Rezension von: EliasWittekind

    Inhalt:

    Jakob Kemper trachtete sein gesamtes bisheriges Leben nach Ruhm und Anerkennung, zunächst als Musiker, dann als Dirigent und Komponist und zuletzt als Musikforscher. 

    Zermürbt von fortwährendem Scheitern fristet der Sonderling ein einsames Dasein und hält sich als Organist und Musiklehrer über Wasser. Dann macht er, versteckt im Gehäuse der Orgel der Naumburger Stadtkirche St. Wenzel, einen spektakulären Jahrhundertfund: eine verschollene Partitur von Johann Sebastian Bach! Anders als erwartet, stellt die Entdeckung sein Leben auf den Kopf.

    Robert Schneider webt ein faszinierend dichtes Geflecht aus verdrängten Erinnerungen, einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung und einem irritierenden Jahrhundertfund der Musikforschung. Die gefangenen Akteure drohen, sich zunehmend zu verstricken und zerrissen zu werden. Am Ende ist der Ausweg ein ganz anderer.

    Protagonist:

    Jakob Kemper möchte ich mit folgender Textpassage charakterisieren, die jedoch nicht alles von ihm zeigt:

    "Oh, wie begehrte er, einer der ihren zu sein! Wie gern hätte er dazugehört! Ein Rad im Getriebe der weltweiten Bachforschung! Ein Rädchen, seinetwegen auch nur eine winzige Sprungfeder! Aber dabei sein! Wie sehnte er sich danach, mitzudenken, mitzureden, mitzuforschen und an dem Mysterium Bach fort und fort zu schreiben! Wie lechzte er nach Anerkennung! Ja, auch er wollte umgeben sein und hofiert von der Öffentlichkeit! Er wollte auch fotografiert werden und sein Bild in der Zeitung sehen (...), es mit stummem Stolz betrachten und die eigenen Worte wieder und wieder lesen! Er wollte gefragt sein, gesucht, umringt von Journalisten, berühmt! Sieht mich denn niemand? Ich bin auf der Welt! Verdammt, ich lebe! Ich habe etwas … dths … zu sagen!"

    Doch er hat auch eine stille Seite, in welcher viel Kraft, Ausgeglichenheit und Zuneigung zu anderen liegen. Seine Vergangenheit allerdings hat ihn geprägt und nur einen halben Menschen aus ihm gemacht.

    Schreibstil:

    Für mich ist Robert Schneider ein klassischer Autor mit einer modern gefärbten Sprache. Mit seiner Mischung aus präzisen und metaphorischen Worten, vermag er dem Leser eine Vorstellung von einem verschollenen Hauptwerk Bachs zu vermitteln. Dies kann ihm umso besser gelingen, je mehr Kenntnis der Leser von musiktheoretischen Begriffen hat.

    Ein Beispiel:

    "Das Solo mit einer kleinen Non zu eröffnen, die in eine verminderte Quart hinabstürzte, eine so unvermittelte, scharf tönende Intervallfolge für den Auftakt eines Oratoriums zu wählen, das hatte es in der ganzen Barockmusik nicht gegeben. Aber nicht genug. Je weiter sich die Linie ausbreitete, desto mehr häuften sich Dissonanzen und unübliche melodische Fortschreitungen. Kemper meinte, er höre eine Art Zwölftonmusik, eine Klangsprache, die erst zweihundert Jahre nach Bach entwickelt worden war. Das Solo war gegen alle Regeln und Prinzipien der damaligen Melodieführung komponiert, hatte etwas Beängstigendes, ja Beklemmendes und ergab doch ein unerklärliches, architektonisches Ganzes. Er konnte nicht glauben, dass so viel Misstöne und scheinbar fehlerhafte Dissonanzbehandlungen eine so wohlklingende und doch unwirkliche Musik ergaben."

    Meinung:

    Mich freute besonders, dass wieder Schneiders Thema aus 'Schlafes Bruder' abgewandelt mitschwingt: Das verborgene Geniale, der unentdeckte weltbewegende Schatz und die Ignoranz der Mitmenschen und Fachleute. Außerdem finden sich auch in diesem Buch wieder übernatürliche und sogar gruselige Begebenheiten. So erscheint Jakob Kemper immer wieder etwas wage Umrissenes, eine unfassbare Gestalt, die in seinem Unterbewusstsein wühlt und vor ein persönliches Jüngstes Gericht stellt.

    Ich schätze auch den Humor von Robert Schneider sehr.

    Ein Beispiel:

    "»Auf der aufgeschlagenen Partitur – das muss sich einer vorstellen! – stand eine Flasche Rotwein. Und zwar an der Stelle, wo es unseren Heiland am Kreuz dürstet. Château irgendwas. Aber vom Feinsten! Unsere Restaurateure waren eine Woche lang damit befasst, den Rotweinrand zu entfernen. Mich hat das fast den Kopf gekostet!« Während sich der Abteilungsleiter so in Rage redete, starrte er mit zutiefst verächtlichem Gesichtsausdruck auf Kempers Hemd mit dem Rotweinfleck."

    Alles in Allem würde ich fünf von fünf Sternen geben, wenn ich mich besser mit Jakob Kemper hätte identifizieren können. Die Gesichte ist genial, bleibt aber seine und wird auch im Buch nicht zu meiner. 4 Sterne

    Interpretation:

    Darum geht es: Das kleine Leben, nicht das große als Ziel. 

    Oder mit den Worten des Autors:

    "Das war es doch gewesen, wofür ihm die unbekannte Musik von Johann Sebastian Bach die Augen geöffnet hatte: Endlich das Alte vergessen, den Unmut, die Kränkungen, das Versagen. Sich versöhnen mit seinem Leben. Sich verzeihen lernen. Sich selber eine Umarmung zu schenken bewirkt mehr, als aller Ruhm dieser Welt, der genau einen Atemzug lang anhält."

  14. Cover des Buches Opferstein (ISBN: 9783897058071)
    Heidi Schumacher

    Opferstein

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Bücherfüllhorn-Blog

    Der Trend zu den Regional-Krimis geht weiter, und ich kann mich leider nicht entziehen – dieser hier spielt auf Rügen. Es werden ein paar Orte, ein paar Lokalitäten und natürlich die Kreidefelsen erwähnt.

    Meiner Meinung nach ist der Fall zu konstruiert. Das betrifft den Beruf der Hauptprotagonistin ebenso wie Ihre Liebesaffären zwischen zwei Männern. Die Geschichte an sich ist noch nicht mal so schlecht, aber schlecht umgesetzt.

    Vielleicht würde ich einen Folge-Roman dieser Autorin lesen, wenn ich viel Zeit hätte und auf Rügen Urlaub machen würde.

  15. Cover des Buches Das Leben ist kein Klavier (ISBN: 9783551555045)
    Linda Urban

    Das Leben ist kein Klavier

     (10)
    Aktuelle Rezension von: anette1809
    Klappentext: Zoes Vater ist den ganzen Tag zu Hause, backt die besten Plätzchen der Welt und macht Fernkurse im Jumbo-Jet-Fliegen. Zoes Mutter ist Finanzprüferin oder so was Ähnliches und arbeitet rund um die Uhr. Im Keller lagern 432 Rollen Klopapier und im Wohnzimmer steht eine Heimorgel mit ganz vielen Rhythmusknöpfen. Moment mal, eine Heimorgel? Zoe wollte doch Klavier spielen lernen und an einem glänzenden Flügel Konzerte geben, richtig würdevoll! Aber das Leben läuft manchmal eben anders als geplant - und Zoe macht das Beste draus. Eigene Meinung: Die Geschichte von Zoe und ihrer Familie ist genauso süß, wie das zartrosa gehaltene Cover mit der Sahnetorte und dem kleinen Flügel aus Marzipan. Das Buch lebt von seinen skurrilen Figuren: die kleine Zoe, die so gerne eine berühmte Pianisten werden will, um eines Tages in der Carnegie Hall auftreten zu können und um in einem Atemzug mit dem berühmten Wladimir Horowitz genannt zu werden. Ihre Mutter, die den ganzen Tag arbeitet und es oft nicht einmal zum Essen nach Hause schafft. Zoes Vater, der 432 Rollen Klopapier im Sonderangebot kauft, unzählige Diplome der Fernuniversität an den Wänden hängen hat, sich für seine Tochter eine Heimorgel aufschwatzen lässt und sich nicht vor die Tür traut. Das Beste in Zoes Leben ist der Tag, an dem sie einen neuen Freund in Wheeler Diggs findet, der nicht nur ihrem Leben, sondern auch dem von ihren Eltern neuen Schwung verleiht. Das Buch ist im Präsens aus der Sicht von Zoe geschrieben, so taucht man richtig schnell in die skurrile Geschichte ein und kann sich - auch als Erwachsener - gut mit den Problemen und Sorgen der 11jährigen Zoe identifizieren. Auch wenn man diesem Alter schon lange entwachsen ist, kann sich der eine oder andere Leser bestimmt in Zoes Schilderungen wieder finden, wie es war, nicht die richtigen Klamotten während der Schulzeit getragen zu haben, oder die beste Freundin zu verlieren, weil man durch eine neue ersetzt wurde. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, manchmal nur einige Wörter oder Sätze lang. Die kurzen Kapitel, die große Schrift und der recht geringe Umfang des Buches machen die Geschichte ideal für Kinder, die noch nicht gerne dicke Bücher lesen oder nicht gerne viel an einem Stück. Das Buch "Das Leben ist kein Klavier" ist ein Rundumwohlfühlbuch, wie ein Stück leckere Sahnetorte mit Marzipandekor ;o)
  16. Cover des Buches Choral des Todes (ISBN: 9783785741511)
    Jean-Christophe Grangé

    Choral des Todes

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Rebekka_NP
    Zwei sehr unterschiedliche Ermittler (Lionel Kasdan, ein pensionierter Kommissar und Cedric Volokine, drogenabhängiges Wunderkind aus dem Jugenddezernat) interessieren sich gleichzeitig für eine Mordserie in Paris.Das erste Opfer ist ein Chorleiter und Organist einer armenischen Kirchengemeinde, zu der auch Kasdan gehört. Seiine Ohren wurden derart verletzt, dass er am Schmerz starb. Erst hatte ich einige Probleme mit dem Hörbuch: Die Charaktere waren mir zu generisch, zusätzlich gab es wieder böse Nazis, was mir auch zu normal war. In der 2. Hälfte aber hebt das Buch ab, vielleicht etwas zu sehr, aber immerhin.
  17. Cover des Buches Ferne Verwandte (ISBN: 9783442743025)
    Gaetano Cappelli

    Ferne Verwandte

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Cappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch!
  18. Cover des Buches Die sieben Farben des Windes (ISBN: 9783426638088)
    Bernard Tirtiaux

    Die sieben Farben des Windes

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Massimo Battisti. Von einem, der das Zaubern lernen wollte. (ISBN: 9783442445929)
    Hans Bemmann

    Massimo Battisti. Von einem, der das Zaubern lernen wollte.

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dieses Buch fängt schwach an und lässt stark nach. Nachdem ich etwa ein Drittel gelesen hatt musste ich es erst einmal für eine ganze Weile weglegen, bevor ich wieder den Elan hatte weiter zu lesen. Teilweise war die Handlung schon recht spannend und man hoffte immer noch auf irgendein tolles Ereignis, aber das Ende war nur noch enttäuschend.
  20. Cover des Buches Wie lange noch bis Weihnachten? (ISBN: 9783417288568)
    Sandra Binder

    Wie lange noch bis Weihnachten?

     (10)
    Aktuelle Rezension von: orfe1975

    Cover und Gestaltung:

    Das Buch ist gebundenes Hardcover mit stabilen Seiten. Die Seiten sind etwas größer als DinA-5 und das Buch liegt gut in der Hand. Das Bild mit dem Jungen, der den Hund als Postboten vorfindet, ist liebevoll illustriert. Durch die warmen Farben wirkt alles einladend, passend für einen Geschichtsadventskalender.

    Inhalt:

    Am 1. Advent stellt Niko seinem Opa die Frage, die ihn schon länger umtreibt: "Weißt Du, warum wir im Advent so viele merkwürdige Dinge tun. Wir feiern doch einen Geburtstag, aber es ist nicht wie ein Geburtstag. Ich mag ja alles sehr gerne, Adventskalendern Weihnachtsbaum und so, aber richtig verstehen tue ich es nicht." Am nächsten Tag steht der Postbote in Form des kleinen Hundes Sherlock mit einem Brief vor der Haustür. Es ist die Einladung für Niko, eine besondere Reise anzutreten, auf der er jeden Tag bis zum Weihnachtsfest etwas mehr über die Weihnachtsbräuche lernt.

    Mein Eindruck:

    Zu erst einmal hat mich die liebevolle Gestaltung angelockt. Das Buch ist durchgehend farbig liebevoll illustriert. Im Durchschnitt befindet sich pro Doppelseite eine passende Grafik zur Geschichte, wodurch das Buch auch für Kinder, die jünger als die Zielgruppe (6-8 Jahre) sind, hervorragend zum Vorlesen eignet. Die Abschnitte sind durch einen Stern getrennt, so dass sich die weihnachtliche Symbolik durch das ganze Buch zieht.
    Jeden Tag erhält Niko einen Brief von Sherlock. Der kleine Hund als Bote und der unbekannte Briefschreiber machen die Reise zu etwas geheimnisvollem, Mysteriösen. Man begibt sich zusammen mit seinem Kind als Detektiv auf die Spurensuche nach Weihnachten. Dabei lässt sich der Briefschreiber einiges, originelles einfallen: Mal erzählt er "nur" eine Geschichte z. B. zur Entstehung des Adventskalenders oder wie bestimmte Weihnachtslieder entstanden sind. An anderen Tagen erhält Niko aber auch Aufgaben, in denen er zusammen mit anderen Menschen bestimmte Bräuche entdeckt und so dem Sinn der Weihnachtsgeschichte immer näher kommt. Besonders diese Mitmachaktionen fanden wir sehr originell und diese laden zum Mitmachen ein. Dazu gehören z. B. das Backen eines Stollens mit eigenen kreativen Beigaben oder das Kennenlernen von Menschen, denen es nicht so gut geht. Toll fanden wir auch, dass nicht ausschließlich deutsche Traditionen, sondern auch einige aus anderen Ländern (England, Mexiko, Griechenland) eingeflochten worden. Am Ende wird natürlich alles aufgelöst und alle feiern zusammen ein glückliches Weihnachtsfest der besonderen Art.

    Ich habe das Buch mit meiner 3,5 jährigen Tochter zusammen gelesen und wir hatten beide sehr viel Spaß. Auch ich habe einiges über das Fest der Fest gelernt, das ich bisher noch nicht wusste und dazu zählen nicht nur die ausländischen Bräuche, auch wusste ich bis dato nicht, was es mit den Huterer Sternen auf sich hat. Jetzt bin ich klüger! Das einzige, was uns etwas gestört hat, war die Tatsache, dass einige Geschichten sich über 2 Tage gezogen haben. Das ist natürlich passend zu der Lehre, das man im Advent geduldig warten soll. Aber wir hatten die Geduld nicht immer, sondern haben einfach einen Tag vorgelesen und am Folgetag die ganze Geschichte einfach nochmal.

    Insgesamt fanden wir dieses Buch großartig und werden es sicher in der Vorweihnachtszeit jede Jahr wieder hervorholen.

    Fazit:

    Wunderschön gestaltete und lehrreiche Adventskalendergeschichten für die ganze Familie
  21. Cover des Buches Jahnn, Hans Henny (ISBN: 9783499504327)
    Elsbeth Wolffheim

    Jahnn, Hans Henny

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Stille Nacht, heilige Nacht (ISBN: 9783775158015)
    Klaus Sauerbeck

    Stille Nacht, heilige Nacht

     (8)
    Aktuelle Rezension von: siebenundsiebzig
    "Das Ewige Lied".

    Ein kleines, aber feines Buch über das wohl weltbekannteste Weihnachtslied aller Zeiten, "Stille Nacht, Heilige Nacht".
    Wenn wir uns auch schwer in die Zeit um 1818 zurückversetzen können, so versucht der Autor in behutsamer, aber trotzdem interessanter Weise einen Einblick in diese arme und karge Weihnachtszeit von damals zu vermitteln.
    Er befaßt sich intensiv mit dem Leben des Textdichters Josef Mohr, sowie mit der Lebenseinstellung dieses katholischen Priesters, seiner Gutmütigkeit und seinem Lebenskampf auf dem Weg zum Priestertum.
    In der gleichen Art beschreibt er auch den Lebensweg von Lehrer Franz Gruber. Ein Freund und Kamerad von Josef Mohr, Komponist des berühmten Weihnachtsliedes, welches in über dreihundert Sprachen übersetzt, heute noch auf der ganzen Welt gesungen wird.
    Dieses Buch, mit einem besonders schön gestalteten Cover, ist zwar mit viel dichterischer Freiheit, aber trotzdem bewegend geschrieben.
    Über ein Lied, daß viele Herzen an Weihnachten auf der ganzen Welt anspricht und vor zweihundert Jahren von einfachen Männern gedichtet und vertont wurde.
    Ich kann dieses Büchlein allen Freunden von "Stille Nacht, Heilige Nacht", auf das herzlichste empfehlen. Besonders jenen Lesern, die nicht die dicken Wälzer, die schon über dieses Lied geschrieben wurden und bestimmt noch verfasst werden, lesen wollen.
  23. Cover des Buches Die drei ??? und das Gespensterschloss (ISBN: 9783865364463)
    Robert Arthur

    Die drei ??? und das Gespensterschloss

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_Zamonien

    Inhalt:


    Da Alfred Hitchcock auf der Suche nach einem Geisterschloss für sein nächstes Filmprojekt ist, bieten die drei Fragezeichen Justus, Peter und Bob ihm ihre Hilfe an.

    Ein sagenumwobenes Schloss ist schnell gefunden, es muss jedoch noch auf Echtheit getestet werden.

    Eine ganze Nacht wollen die drei Detektive im Schloss verbringen.

    Ob das blaue Phantom ihnen einen Besuch abstatten wird?



    Altersempfehlung:

    ab 8 Jahren


    Mein Eindruck zur Reihe (Charaktere):

    Mit den drei Detektiven bin ich großgeworden und habe mittlerweile all ihre Fälle gelesen und gehört.

    Die ersten sind mir in besonderer Erinnerung geblieben und ich lese/höre sie immer wieder gerne.

    Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und jeder der drei Fragezeichen hat seine Stärken und Schwächen. Bei ihren Ermittlungen ergänzen sie sich perfekt. Auch findet jeder Hörer mindestens einen Detektiv, mit dem er sich identifizieren und so beim Fall mitfiebern kann. Stimmlich kann man die drei ebenfalls gut auseinander halten und obwohl die Stimmen der drei Detektive mit den Jahren altern, haben sie ihren typischen Klang beibehalten. Ohne die Original-Besetzung aus Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wären vierzig Hörspieljahre vermutlich undenkbar gewesen.

    Justus Jonas ist der erste Detektiv und der Kopf des Trios. Auch wenn er wie ein wandelndes Lexikon erscheint, ist auch er hin und wieder mit seinem Latein am Ende.

    Peter Shaw ist der zweite Detektiv und der sportlichste der drei. Dank seines Dietrich-Sets knackt er jedes Schloss. Auch wenn er es vorzieht, gefährliche Situationen zu vermeiden (insbesondere Geistererscheinungen sind ihm nicht geheuer), ist er sofort zur Stelle, sobald seine Detektivkollegen in Schwierigkeiten geraten.

    Bob Andrews der kleinste im Bunde und zuständig für Recherchen in der Bücherei und die Aktenführung.

    Alfred Hitchcock (gesprochen von Peter Passeti) taucht bei den Hörspielen ebenfalls auf:
    Er übernimmt die Rolle des Erzählers und während der Ermittlungen meldet sich der Meister des Suspens immer wieder mit hilfreichen Tipps und Hinweisen an den Hörer.

    Abschließen erläutern Justus, Peter und Bob die letzten offen gebliebenen Fragen mit Alfred Hitchcock und legen ihm ein Protokoll des Falles vor.



    Meine Meinung zum "Gespensterschloss":

    Dieses Hörspiel gehört definitiv zu meiner Top 3.

    Obwohl anfänglich noch nichts geschieht, während die Detektive im Schloss ihre Erkundungen anstellen, erzeugt allein die Beschreibung des gruseligen Ortes, die Geräusche und die Vorstellung, was passieren könnte, eine Gänsehaut.
    Spätestens wenn die Orgelmusik einsetzt, beim Auftritt des blauen Phantoms jagt ein kalter Schauer über den Rücken.

    Justus, Peter und Bob sind nie in Gefahr (hierauf weist Justus explizit hin), denn weder Nebel noch Orgelmusik haben je einer Person Schaden zugefügt.

    Neben der Atmosphäre, die mit wenig Tamtam auskommt und durchweg ruhig und einfach gehalten wird, hat mir die Hintergrundgeschichte des Schlossbesitzers Stephan Terril "der Mann mit den tausend Gesichtern" sehr gut gefallen. Dessen zurückgezogenes Leben und plötzlicher, mysteriöser Tod regt weitere Spekulationen an.

    Diese Folge kommt mit erstaunlich wenig Sprechern aus und alle Stimmen bleiben in Erinnerung:
    Wolf Rahtjen spricht Stephan Terrill,
    Horst Breiter leiht Charles Grant seine Stimme.

    Der Chauffeur Morton (gesprochen von Andreas von der Meden, welcher gleichzeitig Skinny Norris seine Stimme leiht) bekommt einen größeren Auftritt und unterstützt die drei Detektive.

    Einer der Klassiker und einer meiner Lieblingsfälle!


    Für Nerds:
    Auch wenn das Hörspiel erst an elfter Stelle erschienen ist, ist dies der erste Fall der drei Fragezeichen.
    Das Buch kann ich Fans nur empfehlen, denn es beinhaltet die erste Begegnung mit Alfred Hitchcock und die Hintergründe dafür, warum er jeden Fall der drei Detektive begleitet. Zusätzlich erklärt sich, warum die drei von Morton in einem Rolls Royce chauffiert werden.



    Fazit:

    Der Klassiker schlechthin: schaurig schöne Gruselatmosphäre, Geistererscheinungen und ein verfluchtes Schloss.

    Spannend mit Gänsehautgarantie bis zum Schluss!



    ...
    Rezensiertes Hörspiel "Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss"


  24. Cover des Buches Triduum Sacrum (ISBN: 9783960870098)
    Thomas Kowa

    Triduum Sacrum

     (18)
    Aktuelle Rezension von: claudi-1963
    In der Kirche von Näfels brennt seit dem Mittelalter, gestiftet als Sühne für einen Mord das ewige Licht. Doch ich hatte die grandiose Idee, mit meiner Kindergartengruppe, die Kirche zu besuchen, damit die Kinder das Osterfest mal so richtig begriffen. Doch da kam Lisa auf die glorreiche Idee das ewige Licht auszublasen und kam voller Freude zu mir um mir das mitzuteilen. Ja und nun was sollte ich tun? Alles dem Pfarrer berichten, ausgerechnet diesem, der uns mit Argusaugen beobachtete? Nein das kam nicht in Frage. Es schien für mich nur einen Ausweg zu geben, um dieses Problem zu lösen.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit der ausgeblasenen Kerze und den Rauch, passt sehr gut zum Inhalt. Eine lustige Geschichte die Ostern ein wenig greifbar macht mit seinem Brauchtum, die den Kirchen so heilig sind. Und gleichzeitig musste ich schmunzeln, wie ein Kindergärtner seine Gruppe im Zaum halten kann, nämlich gar nicht. Eine nette Geschichte für zwischendurch und um uns die Ostertage zu versüßen. So sehr spannend fand ich sie jetzt nicht gerade, ich fand sie eher amüsant. Aber der Schreibstil war sehr gut gewesen und man konnte sie recht gut in die Situation hineinversetzen. Was würden wir wohl in so einem Fall tun? Triduum Sacrum muss wohl irgendwie was mit der katholischen Kirche zu tun haben, ich kannte dies bisher nicht. Von mir bekommt diese Geschichte 4 von 5 Sterne.

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