Bücher mit dem Tag "ostanatolien"

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6 Bücher

  1. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die sonst von mir ausserordentlich geschätzte Autorin vermag mich mit diesem Roman nicht zu begeistern. Der Plot wirkt sehr konstruiert, abgründig bis ins Skurrile und weist trotz vielen weitsichtigen und klugen Gedanken eine fremdartige Sprache und Atmosphäre auf. Schade finde ich, dass die Protagonisten mit ihren aufgesetzten Dialogen ihre eigenen Werte und Vorstellungen der Gesellschaft, in der sie leben, wenig glaubwürdig verkörpern. Insofern ist absurderweise der Titel des Buches ganz stimmig.


    Die früheren Romane ‚Ehre‘ und ‚Der Geruch des Paradieses‘ sind dichter, überzeugender und offenbaren wesentlich mehr Tiefgang.


  2. Cover des Buches Hennamond (ISBN: 9783872948151)
    Fatma B.

    Hennamond

     (4)
    Aktuelle Rezension von: melonlei
    Wieder eine Biographie die zeigt,dass man alles schaffen kann wenn man nur willensstark genug ist. Für Fans von "Feuerherz" sehr zu empfehlen.
  3. Cover des Buches Schnee (ISBN: 9783446252318)
    Orhan Pamuk

    Schnee

     (150)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Der türkische Dichter Ka kehrt anlässlich des Todes seiner Mutter nach Jahren in Deutschland in die Türkei zurück, zunächst nach Istanbul, später reist er nach Kars/Ostanatolien, vorgeblich um über die Selbstmorde junger Frauen und die regionalen Wahlen zu berichten, in erster Linie jedoch um seine Jugendliebe Ípek wiederzusehen und vielleicht für sich zu gewinnen.

    Kaum ist Ka in Kars angekommen, wird der Ort durch starken Schneefall von der Umwelt abgeschnitten und Ka wird in die Probleme der verschiedenen örtlichen Gruppierungen – Säkularisten, Islamisten, Kurden, religiöse junge Frauen, Vorbeter- und Predigerschüler etc. – hineingezogen. Schließlich kommt es sogar zu einer Revolution.

    Orhan Pamuk, der 2006 den Nobelpreis für Literatur erhielt, hat diesen Roman bereits 2002 geschrieben. Als Leser erfährt man viel über die Geschichte der Türkei und ihre Probleme, es wird viel diskutiert über Religion und Glauben, der Roman bietet Stoff zum Nachdenken und animiert durchaus dazu, sich selbst ein bisschen weiter zu informieren.

    Was genau der Autor mir sagen will, konnte ich jedoch nicht ermitteln, klar scheint jedoch eine sozialkritische Komponente zu sein. Es fiel mir sowieso relativ schwer, den Roman zu Ende zu lesen, denn Orhan Parmuk schreibt sehr ausführlich, geradezu ausschweifend, kommt oft nicht zum Punkt, einiges wiederholt sich, manches erscheint mir wenig nachvollziehbar, dann wieder kommen Passagen, die mich doch fesseln und zum Weiterlesen bringen. In der Mitte des Buches kommt sogar so etwas wie Spannung auf, es wird geschossen, Menschen sterben, es gibt eine Revolution, leider hält diese Spannung nicht lange an.

    Leider blieben mir alle Charaktere seltsam fremd, fast schienen sie Stereotypen und keine echten Menschen zu sein. Die gesellschaftlichen Probleme nehmen den größten Teil der Handlung ein, die Liebesgeschichte wirkt daneben fast schon störend, etwas interessanter sind da schon die Selbstfindungsprobleme Kas. Nicht Ka ist der – oft vorgreifende – Erzähler, sondern Pamuk selbst, der einige Jahre nach den Ereignissen auf Kas Spuren wandelt, Ka persönlich gekannt haben will und nun die Geschehnisse aufzeichnet. Gut gefallen hat mir der Humor, der immer wieder zu erkennen ist, leider hat auch er die Geschichte nicht gerettet.

    Die Geschichte selbst ist eigentlich interessant und spannend, leider nimmt die Erzählweise nahezu jegliche Spannung und dem Leser auch ein gut Teil Lesefreude. Ich vergebe daher nur 2,5 Sterne, die ich nicht aufrunden möchte. Empfehlen kann ich den Roman nicht, obwohl es sicher Leser geben wird, die ihn gerne lesen.

  4. Cover des Buches Das Haus in den Orangengärten (ISBN: 9783813502855)
    Charif Majdalani

    Das Haus in den Orangengärten

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus
    Es ist die "Geschichte des großen Hauses", die hier erzählt. Des Hauses nämlich, das sich Wakim Nassar, ein junger Beiruter, der die Stadt aufgrund undurchsichtiger Händel verlassen muss, Ende des 19. Jarhunderts an den umliegenden Hängen mit allem Pomp bauen lässt, nachdem er mit der Pflanzung von Orangenbäumen zu Reichtum gekommen ist. Seine Neuzüchtung, die "Clementine" werden zu einer begehrten Delikatesse. Wakim heiratet die schöne Helene, gründet eine große Familie, der auch sein Bruder und ein Cousin angehören und führt damit den Nassar-Clan, der durch den frühen Tod seines Vaters und durch Familienintrigen gefährdet war, fort. Es ist eine Zeit des Aufstiegs. Der Libanon ist als unabhängige osmanische Provinz ein frankophiles, prosperierendes Land. Doch seine Tage sind gezählt. Der Erste Weltkrieg machte der Unabhängigkeit ein Ende. Die christliche, westlich orientierte Familie Nassar wird ins kurdische Exil verbannt, der Libanon Schauplatz der Kämpfe zwischen Alliierten Westmächten und dem auf deutscher Seite kämpfenden osmanischen Reich. Doch der eigentliche Abstieg der Familie beginnt erst danach. Machtkämpfe innerhalb der Familie, der Tod Wakims und schließlich die Weltwirtschaftskrise besiegeln den Niedergang, die Kinder werden in alle Teile der Welt zerstreut, das Haus zerfällt. Wir wissen vom Erzähler dieser Familienchronik, das es Jahrzehnte später von dessen zu Vermögen gekommenen Vater wieder aufgebaut wird. Dieser Erzähler ist es, der die wohlbekannte Geschichte von Aufstieg und Niedergang einer Familie anhand eines Hauses besonders macht. Niemals verschwindert er ganz, lässt uns völlig eintauchen, sondern bleibt immer präsent, gibt kund von seinen Zweifeln an manchen der überlieferten Geschichten, erfindet hinzu, mutmaßt. Das macht aus dem Roman mehr als nur eine gut erzählte Familiengeschichte mit dem interessanten Hintergrund des Libanon von ca. 1860 bis 1930. Es ist eine melancholische, sinnliche, dabei aber nie orientalisch ausufernde Suche nach den eigenen Wurzeln, nach der verlorenen Zeit, nach dem spätestens durch den Libanonkrieg unrettbar verlorenen Gestern.
  5. Cover des Buches Leyla (ISBN: 9783462300529)
    Feridun Zaimoglu

    Leyla

     (51)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Feridun Zaimoglu konnte ich im Frühjahr zur Buchmesse kennenlernen, im Vorfeld hatte ich zwei seiner Bücher gelesen und möchte euch gern heute "Leyla" vorstellen, ein Buch, welches mich sehr beeindruckt hat.

     

     Das Land seiner Ahnen hat Zaimoglu zum Hintergrund seiner Geschichte gemacht, die von von Leyla erzählte, die in einer Kleinstadt in Anatolien aufwächst. Wir befinden uns zeitlich in den 50er Jahren. Sie hat noch vier Geschwister und ist die jüngste der fünf. Familie und Nachbarschaft sind alles, was sie kennt und ihre Heimatstadt, Leyla aber möchte dieser Enge entkommen ...

     

    Strenger Glaube herrscht vor und die Familie ist der Willkür des Vaters ausgesetzt. Leyla erzählt ihre Geschichte. Mit den kleinen Freiheiten, die sie sich selbst "erarbeitet" hat, macht sie es sich so glücklich es geht, aber dann ... ein Familiengeheimnis bringt alles ins Wanken. Dann plötzlich geht die Familie nach Istanbul. Leyla verliebt sich .... aber ...

     

    Seine Sprache ist atemberaubend staunenswert sinnlich und man könnte schon sagen eindringlich. Zaimoglu schreibt sanft und doch gewaltig - sein Stil ist unverkennbar, und ich mag ihn sehr gern.

     

    Leseprobe:
    ========

     

    Dies ist eine Geschichte aus der alten Zeit. Es ist aber keine alte Geschichte.

    In Gottes Namen -

    Ein Wolfsrudel macht auf offenem Gelände Jagd auf einen Menschen. Auch andere Tiere sind geschickt, doch Wölfe sind Meister im Stöbern und Greifen. Ein Wolf greift das Opfer an. Er fällt vom einfachen Lauf in einen leichten Galopp, und dann treibt es ihn vorwärts, der Kopf als Rammsporn gereckt, der Wind kann das gesträubte Nackenfell kaum niederhalten. ...

     

    Es ist wahrhaft ein Genuss, diese Geschichte zu lesen, inhaltlich sehr spannend und vom Schreibstil tiefsinnig sinnig tief ..... Rundherum gelungen, mehr kann ich nicht sagen, ich bin begeistert. Das Orientalische - diese eigenwillige Stimmung - kommt sehr gut rüber, darin war ich förmlich gefangen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, habe mich treiben lassen in den Szenen, die bildhaft dargestellt sind und habe die Charaktere wahrgenommen, als würde ich sie kennen.

  6. Cover des Buches Glückseligkeit (ISBN: 9783499253584)
    Zülfü Livaneli

    Glückseligkeit

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Meryem war bisher nicht wirklich vom Glück verfolgt: Sie kennt nur ihr ostanatolisches Dorf, ihre lieblose Familie und den begrenzten Horizont der Dorfbewohner. Nach der Vergewaltigung durch ihren ach-so-gläubigen Onkel wird sie in den Keller gesperrt, wo jeder darauf wartet, dass sie sich umbringt – vollkommen klar, schließlich hat sie die Ehre ihrer Familie beschmutzt. Aber Meryem bringt sich nicht um – sie hofft darauf, nach Istanbul gebracht zu werden, so, wie man es schon mit anderen Mädchen aus dem Dorf gemacht hat. Was sie nicht weiß: Die Mädchen werden zwar nach Istanbul gebracht, kommen von dort aber nicht wieder – sie werden in der Anonymität der Großstadt von ihren Cousins oder Brüdern umgebracht. Ihr Cousin Cemal wird ausgesucht, Meryem zu beseitigen. Cemal hat gerade den Militärdienst in den Bergen beendet, wo er gegen die Kurden gekämpft hat. Eher widerwillig macht er sich also mit Meryem auf nach Istanbul, denn eigentlich will er diese Pflicht nur schnell hinter sich bringen, um dann zurückzukehren und seine Jugendliebe Emine zu heiraten. Parallel dazu wird Irfan in die Geschichte eingeführt: Der Professor aus Istanbul hat alles, was man sich nur wünschen kann: Er verkehrt in den besten akademischen, einflussreichen und wohlhabenden Kreisen, hat eine schöne Frau und ist durch seine TV-Auftritte bekannt und meistens beliebt. Er bräuchte sich also keine Gedanken über sein weiteres Leben machen – doch er tut genau das: Die klassischen Midlife-Crisis bringen ihn dazu, seine Frau zu verlassen, seine Zelte in Istanbul abzubrechen und sich fortan nur noch durchs Leben treiben zu lassen. Er mietet sich ein Segelboot, um durch die Ägäis zu schippern, an einem Buch zu schreiben und sonst einfach in den Tag hineinzuleben. Die Wege von Irfan, Meryem und Cemal sollen sich im Laufe der Geschichte noch kreuzen, aber alles möchte ich hier nicht erzählen. Viel eher solltet ihr dieses tolle Buch selbst lesen. Ich kann gar nicht so richtig sagen, was mir so gut daran gefallen hat, aber irgendwie war alles stimmig: Jeder der drei Hauptcharaktere bekommt einen nahezu gleich großen Anteil an der Geschichte, die jeweiligen Vorgeschichten, Charaktereigenschaften und Beweggründe sind gut ausgearbeitet. Ob man sich nun mit den Handelnden identifizieren kann, ist sicherlich das eine, aber man kann immer verstehen, wieso diese so handeln, wie sie handeln. Letztlich geht es um die Zwänge, in denen jeder von uns steckt: Nicht nur traditionelle Gemeinschaften üben diese Zwänge auf Individuen aus, auch unsere vermeintlich individualistische Gesellschaft ist nicht frei davon.

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