Bücher mit dem Tag "ostberlin"

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71 Bücher

  1. Cover des Buches Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm

     (42)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG:

    Die Toten Hosen sind eine außergewöhnliche Erscheinungsweise innerhalb der deutschen Musikszene - und darüber hinaus! Sie begannen in dieser Formation 1982, als der Punk eigentlich schon als tot galt und die Nachgeburten wie New Wave oder EBM den Markt für sich erobern wollten. Doch die deutsche Punk-Szene lebte - besonders in und um den Ratinger Hof, wo sich Campino und Kollegen nicht selten herumtrieben. Aus den mehr als chaotischen Tagen wurde die wohl größte Rockband der deutschen Musikgeschichte. Diesen mehr als wellig zu nennenden Weg mit Alkohol- und Drogenexzessen, Konflikten mit der Staatsgewalt und gesellschaftlicher Ablehnung hat der Autor und jahrelanger Freund der Band Philipp Oehmke versucht, in einem Buch zusammenzufassen. Ein Kompendium des Lebens der Toten Hosen sozusagen...



    KOMMENTAR:

    Ich muss zugeben: als ich mit dem Buch 'Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm' begonnen hatte und las, dass der Autor Philipp Oehmke die Band in den frühen Neunzigern kennen lernte, dachte ich mir: oha, wie soll der Gute denn fundiert die Geschichte der Band sinnig zusammen bekommen, wenn er nicht mal die gesamte Zeit miterlebt hat? Im Nachhinein kann ich nun alle Leser dieser Zeilen beruhigen: durch die Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern, welche seit dieser Zeit nun auch seine Freunde und Kumpels geworden sind, hat Oehmke ein sehr beeindruckendes Werk auf den Markt gebracht! Wie vorteilhaft diese enge Freundschaft war, zeigen Kapitel wie zum Beispiel über die familiäre Herkunft von Campino, Breiti, Kuddel, Andi und Trini. Diese sind sehr er- und aufklärend geschrieben und geben doch Antworten auf die Fragen um diese Band, welche doch aus echten Freunden besteht. Wie konnten sie all das erlebte über die Jahrzehnte mit Rückschlägen und Eigensinnigkeiten überstehen, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen? Das Buch durchleuchtet also nicht nur den Werdegang der Band, wie unter anderem mit solch besonderen Abschnitten der Auftritte hinter dem einstigen 'Eisernen Vorhang' in den Achtzigern, sondern wirft auch einen tiefgründigen Blick in die Zeit davor und einen vorsichtigen Ausblick, wie und wo die Musiker sich in der Zukunft sehen. Dazu hat der Autor wirklich fundiertes Hintergrundwissen wie die damaligen Verhältnisse im 'Ratinger Hof' in die Seiten gedrückt und manche kurz oder lang auf der Bühne erschienenen Gestalten auf dem Weg der Band mehr oder minder durchleuchtet; manchmal auch schlicht offen interviewt. Der Leser bekommt somit einen sehr guten Überblick über die damaligen Verhältnisse in der Szene sowie die Sichtweisen von diversen Personen. Fesselnd beschrieben reist man so über die Seiten - und gleichfalls durch die Jahre der Bandgeschichte. Ein sehr tiefgehender und stark berührendes Kapitel ist '1000', welches sich natürlich mit dem tragischen Tod von Rieke Lax auf einem Konzert der TOTEN HOSEN beschäftigt. Es ergreift nicht nur den Leser, man merkt den Jungs in ihren Meinungen und auch Taten zu der Zeit an, wie sehr das Thema sie mitnahm und beschäftigte. 'Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm' ist nicht nur ein Buch für Fans der Band; jeder Musik-interessierte Leser bekommt mit diesem Buch einen tollen Leitfaden zur deutschen Punk-Szene der Achtziger sowie ein detailliertes Gesamtbild der Lage der Nation in dieser Zeit - und danach! Es ist bis dato die beste Biographie, welche ich über eine Musikband lesen durfte!
    9,3 Sterne
  2. Cover des Buches Herr Lehmann (ISBN: 9783442461288)
    Sven Regener

    Herr Lehmann

     (1.197)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Ich lese selten lustige Bücher und schaue ungern Komödien; mich kann man nur mit intelligentem Wortwitz und dem Spiel mit der Sprache aus der Reserve locken. Und das ist Sven Regener mit diesem Buch gelungen. "Herr Lehmann" ist herrlich witzig, häufig "um die Ecke gedacht" und voller Sätze, die so klug konstruiert sind, dass es Spaß macht, sie mehrmals zu lesen. Es handelt sich insgesamt eher um einen Lebensausschnitt, der dargestellt wird; große Entwicklungen und Ereignisse darf man als Leser also nicht erwarten. Vielmehr stellt Regener den Alltag seines Protagonisten dar, dessen Suche nach Sinn und Ziel, seine "Abnabelung" vom Elternhaus usw. Ich finde, dies alles las sich wirklich flüssig und ich habe Lust bekommen, mehr von Regener zu lesen.

  3. Cover des Buches Allee unserer Träume (ISBN: 9783548291420)
    Ulrike Gerold

    Allee unserer Träume

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Dirk1974

    Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Autoren haben sich aber das Recht der künstlerischen Freiheit genommen. Die Geschichte steht daher unter dem Motto: "Ich will gar nicht wissen, was wirklich passiert ist. Manchmal sind erfundene Geschichten einfach schöner." 


    Ilse Schellhaas ist die Tochter eines Architekten. Ihr Großvater hat eine Baufirma in Mühlhausen. Daher ist es für Ilse ganz normal, mit den Dingen auf einer Baustelle umzugehen. Später wird sie selbst Architektin. Als die Führung der noch jungen DDR einen Aufruf für die Planung der ersten sozialistischen Prachtstraße macht, reicht Ilse im Namen ihres Vaters ihre eigene Entwürfe ein. Zu ihrer Überraschung werden nicht nur die großen Berliner Architekturbüros eingeladen, sondern auch das Büro ihres Vaters. Die anderen Architekten sind nicht sonderlich begeistert eine Frau in ihrer Mitte zu sehen, doch unter ihnen ist auch der Mann von Ilses verstorbener Schwester....


    Anhand des Klappentextes hatte ich erwartet, dass das Buch nur in den Anfangsjahren der DDR spielt. Das Buch ist in einen Prolog und zwei Teilbücher aufgeteilt. Das erste Buch spielt in der Zeit von 1940 bis 1950. Wir erfahren zunächst wie die Protagonisten zueinander stehen und wie sie die Kriegsjahre erlebt haben. Daher war ich zunächst sehr enttäuscht, da es nicht das war, was ich erwartet hatte.


    Ab Seite 279 beginnt dann das zweite Buch mit der Zeit von 1951-1953. Nun beginnt endlich die erwartete Geschichte. Ilse, die inzwischen Marga heißt, ist mit den anderen Architekten dabei die Stalinallee zu planen. Später bringt sie sich auch als Bauleiterin ein. 


    Zum Abschluss gibt es noch einen Epilog aus dem Jahre 1989. 


    Die beiden Autoren erzählen in ihrem Buch über die Stalinallee und spätere Karl-Marx-Allee eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Es ist die Geschichte einer mutigen Frau, die ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt geht. Dabei ist sie auf Grund ihrer Vergangenheit erpressbar.


    Der Schreibstil gefällt mir gut. Das Buch liest sich flüssig und man gerät nicht ins stocken. Obwohl ich zunächst enttäuscht war, muss ich nun nach dem Ende des Buches sagen, dass mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat. Ich vergebe daher 4 Sterne.


  4. Cover des Buches Skandinavisches Viertel (ISBN: 9783608981377)
    Torsten Schulz

    Skandinavisches Viertel

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Nil

    Ostberlin, eine Kindheit im Prenzlauer Berg und heute immer noch da als alter Nostalgiker und wie es so schön auf dem Klappentext heißt: Anti-Gentrifizierer.

    So könnte man diesen Roman über einen Mann, der unbedarft, nicht sehr wahrheitsliebend durchs Leben geht und doch immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt wird, zusammenfassen. Wir begleiten Matthias Weber in seinem Makler-Alltag sowie in Rückblenden in seine Kindheit und Jugend. Aber das würde diesem Buch nicht gerecht werden. Torsten Schulz schreibt hier nicht zitatreif, aber angenehm niveauvoll. Er schafft es die Kinder- und Jugendjahre so absolut skurril und auch komisch darzustellen, obwohl es im Roman in der Summe 5 Beerdigungen gibt! Das muss man erst mal schreiben können.

    Ein Buch, dass mir Augenringe bescherte, da es mir schwer fiel es aus der Hand zulegen und das nicht der Spannung wegen sondern weil die Prosa so klangvoll ist. Der Autor, Torsten Schulz, vorrangig Drehbuchschreiber gibt das Geschehen eher narrativ wieder als mittels wörtlicher Rede. Unerwartet, aber gelungen.

     

    Der Aufhänger des Romans „Das skandinavische Viertel“ ist Matthias Hirngespinst, das sich als roter Faden durch den Roman zieht. Er benennt als Kind für sich einfach ein paar Straßenzüge gedanklich im Prenzlauer Berg um, wie eine Flucht im Kleinen aus dem einengenden DDR-Leben.

    Die Rückblenden in diese DDR-Zeiten haben mich in der Tat an den Buchpreisträger 2011  Eugen Ruge mit seinem Werk ‚In Zeiten des abnehmenden Lichts‘ erinnert und auch an ‚Sonnenallee‘ von Thomas Brussig. Gefühlt spielt der Roman aber mehr in der Gegenwart als in der Vergangenheit, wobei natürlich die Vergangenheit die Gegenwart bedingt.

     

    Fazit: Wer gerne den Eugen Ruge ‚In Zeiten des abnehmenden Lichts‘ gelesen hat, könnte auch an diesem Werk Gefallen finden. Es ist eine Melange aus Coming-Of-Age & Midlife Crisis und großer Bewältigungsaufgabe des einsamen Protagonisten.

  5. Cover des Buches Benito in Berlin – Benito en Berlín (ISBN: 9783944596044)
  6. Cover des Buches Die Heimkehr (ISBN: 9783257237221)
    Bernhard Schlink

    Die Heimkehr

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Eigentlich ist Bernhard Schlink mein aktueller Lieblings-Autor. Aber mit seiner "Heimkehr" konnte er mich nicht überzeugen. Mich hat das Durcheinander von griechischem Mythos, alten Schlachten, Kriegsgeschichten, ewigen Fragen nach Recht und Unrecht, der Suche nach einem Vater und der Liebe zu einer Frau ziemlich verwirrt.

    Die Charaktere dagegen waren wie gewohnt hervorragend beschrieben. Man sah sämtliche Personen direkt vor sich: die sympathische unkomplizierte Barbara, den charismatischen Vater, die kühle Mutter und auch die unentschlossene Hauptperson Peter.  

  7. Cover des Buches Der Rumtreiber (ISBN: 9783000433245)
    Karsten Berndt

    Der Rumtreiber

     (33)
    Aktuelle Rezension von: coala_books

    Aufgewachsen in der DDR lernt Karsten Berndt schnell, sich durch kleine Gaunereien das Leben angenehm zu gestalten. Der Vater lebt vor, was der Sohn gerne annimmt: vom LKW gefallene Produkte und ein kleines Warenlager im Keller. Von der Familie keinen Halt rutscht der Autor damit schnell in die Kriminalität ab, bevor er sich letztlich schon in jungen Jahren entschließt, die Flucht in den Westen zu wagen. Mit mehr Glück statt Verstand gelingt diese auch überraschenderweise, nur um festzustellen, dass im Westen auch nicht alles so einfach ist wie erhofft. Schnell rutscht Karten Berndt daher wieder in alte Verhaltensmuster ab, doch so viel Glück wie einst ist ihm diesmal nicht vergönnt.


    Mit einem kurzen, prägnanten Schreibstil entführt und Karsten Berndt in seine Kindheit im Berliner Osten der Nachkriegszeit. Sehr persönlich und schonungslos berichtet er von Höhen und Tiefen seiner Jungen Jahre. Viele Erlebnisse, die er heute bereut, werden offen gelegt und regen den Leser zum Nachdenken an.  Spannend und berührend begleitet man den Autor auf seiner Reise in die Vergangenheit, lacht und leidet gemeinsam mit ihm. Jedoch ist das Buch so viel mehr als persönliche Erinnerungen sondern eine schöne Studie der damaligen Zeit aus Sicht eines Jungen an der Schwelle zum erwachsen werden. Erstaunliche Erkenntnisse und aha-Effekte reihen sich aneinander und das ein oder andere male werden einem die Augen geöffnet angesichts der damals vorherrschenden Zustände.


    Ein schonungsloser und sehr persönlicher Erfahrungsbericht zur Zeit des kalten Krieges, der aufklärt und zum Nachdenken anregt.
  8. Cover des Buches Draußen! (ISBN: 9783404612499)
    Ursula Burkowski

    Draußen!

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Absolut lesenswert für diejenigen, die sich für das Leben in der ehemaligen DDR interessieren.
  9. Cover des Buches Was Sie schon immer über Katzen wissen wollten (ISBN: 9783458359456)
  10. Cover des Buches Rummel im Plänterwald (ISBN: 9783963171031)
    Sacha Szabo

    Rummel im Plänterwald

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Ein Eintauchen in die Vergangenheit. Der angesagte Vergnügungspark in der ehemaligen DDR, der Plänterwald wird hier in seinem Aufbau und bis ganz tief in alle Hintergründe  beleuchtet, von der Errichtung bis zum leider schrecklichen Verfall.

    Beeindruckende Geschichte von den vielen Akteuren, die teilweise über viele Jahre hinweg, die Besucher des Parks unterhalten haben.

    Leider war ich selbst nie da, wir hatten kein Auto und die Anreise war nicht so einfach, wenn man nicht grade in der Nähe wohnte. Das bedaure ich natürlich sehr. Mit diesem Buch habe ich ein super schönes Nachschlagewerk, ein wundervolles Erinnerungsalbum über diese großartige Anlage.


  11. Cover des Buches Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter (ISBN: 9783404602995)
    Anja Maier

    Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ksunlimited
    Der Prenzlauer Berg ist überall ! Daher eine wohltuende, kritische und witzige Lektüre mit vielen bekannten Situationen. Dadurch daß die Autorin selbst Mutter ist und ihre Kritik immer mal wieder hinterfragt, ist ihre Meinung zwar provokativ, aber ehrlich und nicht bloße Stimmungsmache. 
    Und für mich persönlich war es schön zu sehen, daß ich nicht der einzige Menschen bin, der auch gerne mal in Ruhe seinen Kaffee trinken möchte, ohne daß eine Horde kreischender Kleinkinder die Einrichtung demoliert. Man gilt ja immer gleich als kinderfeindlich, wenn man so etwas ausspricht......
  12. Cover des Buches Tunnel (ISBN: 9783941688605)
    Magdalena Parys

    Tunnel

     (18)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Da ich in Berlin studierte, während die Stadt durch die Mauer getrennt war, ist mir der Checkpoint Charlie schon lange ein Begriff. Die in dem dortigen Museum beschriebenen Fluchtgeschichten beschäftigten mich sehr. Als ich nun dieses Buch mit dem entsprechenden Titelbild in die Hand bekam, war ich überzeugt davon, dass das genau die Geschichte ist, die mich fesseln wird.

    Allerdings war das Buch dann doch ganz anders als erwartet – dabei jedoch nicht schlechter. Geschrieben hat es eine Polin, der während der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit eine interessante fiktive Geschichte eingefallen ist. Natürlich geht es um einen Tunnel, der Ost- und Westberlin verband. Erzählt wird in Rückblicken, die eine ganz ungewöhnliche Geschichte aufdecken. Um sie so lange wie möglich unter dem Teppich zu halten, geschehen Morde, die man sich als Leser anfangs gar nicht erklären kann.

    Magdalena Parys beleuchtet in ihrem Debütroman aber auch Gefühle von Polen, die nach dem zweiten Weltkrieg emigrieren mussten. Ihre Charaktere sind so unterschiedlich, wie Menschen nun mal sind. Da gibt es Gute und Schlechte, Unterdrückte und Unterdrücker, die durch das Leben unweigerlich miteinander verwoben sind. Jeder versucht, seine eigene Haut zu retten.

    Alles in allem ein gut aufgebauter Krimi, dem ich gerne vier Sterne verpasse. 



  13. Cover des Buches Kollwitz 66 (ISBN: 9783895611025)
    Dieter Krause

    Kollwitz 66

     (1)
    Aktuelle Rezension von: walli

    Welch ein Feuerwerk an Erinnerungen. Ich bin zwar erst 58 geboren und auf der anderen Seite Berlins- in Neukölln- aber so unsäglich vieles, schon allein die vielen Musiktitel sind mir in guter Erinnerung. Ein Buch, das vieles ohne viel Pathos aufgreift:Der 17. Juni, der Tod Kennedys, der Mauerbau, das Ende der Ulbricht-Ära. Ich werde gern einzelne Passagen nochmals lesen. 


  14. Cover des Buches Am kürzeren Ende der Sonnenallee (ISBN: 9783126757195)
    Thomas Brussig

    Am kürzeren Ende der Sonnenallee

     (310)
    Aktuelle Rezension von: kekskruemeline

    ,,Klein aber fein", ein Zitat, welches das Buch Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig ziemlich genau beschreibt, wenn nicht sogar auf den Punkt bringt. 

    In knappen 157 Seiten schreibt der damals 35-jährige Author über die DDR und alles, was dazu gehört. Sie werden sich jetzt denken: ,,Klasse, ich bin aber nicht zu einer Geschichtsstunde hierher gekommen". Hand aufs Herz, so ging es mir am Anfang auch, die typische Schullektüre eben, doch Am kürzeren Ende der Sonnenallee ist einfach was ganz Anderes und eigen für sich.

     

    Zusammen als ,,Das Potential", welches aus Micha (Protagonist), Wuschel, Mario, Brille und dem Dicken besteht, haben die Jugendlichen nicht nur ordentlich Spaß, sie bauen auch das eine oder andere mal ziemlichen Mist. So bringen sie den ABV mit verbotener Musik auf die falsche Spur und blamieren sich in den Tanzstunden beim Tanzen. 

    Doch was wäre ein Jugendroman ohne die typische Lovestory?

    In Am kürzeren Ende der Sonnenallee liegt die Liebe praktisch in der Luft und wird durch Miriam, welche laut Micha das schönste Mädchen der Welt sei, zum typischen Handlungsteil, der sich durch das ganze Buch hindurch zieht.

    Was jedoch beim Lesen besonders auffällt, ist Brussigs Schreibstil. An Komik, Späßen und lustigen Geschehnissen wird hier nicht gespart. Durch ihn klingt der ,,Todesstreifen" doch gleich viel harmloser. 

    Tatsächlich ist dies jedoch bei den meisten Lesern der größte Kritikpunkt. Die DDR sei gar nicht so harmlos gewesen und würde in Brussigs Buch nicht ernst genommen werden. Doch so soll es auch gar nicht sein. Gerade dadurch will Brussig eine andere Seite der DDR zeigen und versucht, das Positivste aus der Sache zu ziehen.

    Meine Freude über dieses Buch hält sich in Grenzen. Ständige aus dem Kontext heraus gerissene Szenenwechsel erschweren das Lesen und auf einmal befindet man sich nicht mehr in Michas Zimmer, sondern in der Vergangenheit bei irgendwelchen Verwandten von ihm. Dennoch kann man nicht anders als zu schmunzeln und lachen, wenn man das Buch liest. Hat man einen guten Sinn für Humor und eventuell auch ein Interesse an der deutschen Geschichte, so ist Am kürzeren Ende der Sonnenallee mehr als empfehlenswert.

  15. Cover des Buches Brahms vier (ISBN: 9783548207025)
    Len Deighton

    Brahms vier

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Rücken an Rücken (ISBN: 9783596191864)
    Julia Franck

    Rücken an Rücken

     (31)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Nach der "Mittagsfrau" von Julia Franck bin ich zögerlich an diese Geschwistergeschichte in der DDR in den 50ger und 60ger Jahren herangegangen,weil mich das Verhalten der Protagonistin in der "Mittagfrau" sehr gestört hat.Hier wird sehr eindringlich die Geschichte des Geschwisterpaares Thomas und Ella mit ihrer Künstlermutter Käthe erzählt,denen in der damaligen DDR nur mit Bestechung bestimmte Lebensformen möglich waren.Die Künstlerin-Mutter hat sich mit dem neuen System arrangiert und vergisst über ihrer Kunst ihre Kinder und ist auch eine überzeugte Sozialistin.Meine Sympathie gilt dem Jungen Thomas,der sich so sehr bemüht ,seiner Mutter alles recht zu machen,sich um die Schwester zu kümmern und einen eigenen Lebensweg zu finden.Durch Bestechung der Mutter bekommt er einen medizinischen Studienplatz, den er gar nicht haben möchte,da er lieber Biologie studiert hättte.Durch die Begegnung mit der Krankenschwester Marie spürt er, dass sie beide, er und Marie, in diesem System nicht glücklich werden können und scheiden gemeinsam aus dem Leben.Das hat mich sehr berührt.
  17. Cover des Buches Anders als erwartet (ISBN: 9783426783375)
    Stefan Kretzschmar

    Anders als erwartet

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    In der Tat, das Buch ist wie der Titel schon verspricht 'Anders als erwartet'. Ließ sich gut und flüssig lesen, und zeigt einfach, dass nicht alles so ist wie es die Presse und die Medienlandschaft gerne darstellt. Trotzdem nicht ganz mein Fall. Nichts was ich ein zweites Mal lesen würde.
  18. Cover des Buches Plan D (ISBN: 9783442744428)
    Simon Urban

    Plan D

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Masau
    Dieses Buch spielt mit dem Gedanken: Was wäre wenn? Was auch der Hauptgrund meines Interesses war. Allerdings passiert nicht wirklich viel in der alternativen Realität, der Hauptcharakter ist uninteressant, die Geschichte baut keine wirkliche Spannung auf, sodass ich nach knapp 3/4 der Geschichte einfach kein Interesse mehr hatte und diese weggelegt habe. Wieder einmal eins von diesen Büchern die viel Potential in der Grundidee hatten, dies aber nicht nutzen konnten. Schade.
  19. Cover des Buches Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (ISBN: 9783442715770)
    Irmtraud Morgner

    Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Nora_ES

    Die Trobadora Beatriz de Dia ist ihrer Zeit voraus. Sie ist eine kunstbegabte, äußerst intelligente Frau, die weiß, was sie will und was nicht. Sie passt nicht ins vorherrschende Frauenbildnis des Hochmittelalters und will sich auch nicht mit der für die Frau vorgesehenen Rolle abfinden. Also lässt sie sich von dem Zauberwesen Melusine – der bekannten Sagengestalt der französischen Literatur des Mittelalters – in einen Dornröschenschlaf versetzen, Dornenhecke inklusive, und erwacht 800 Jahre in der Zukunft. Von Frankreich aus reist sie in die DDR, die ihr als Land des Feminismus angepriesen wurde, und lernt dort Laura Salman kennen.

    Beatriz erlebt den politischen Feminismus der 1970er Jahre. Es geht um die Gleichberechtigung der Frau im Berufsleben, die Entlastung der berufstätigen Frau in Bezug auf Kinderbetreuung, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben für Frauen. Doch Beatriz erkennt bald, dass die Realität anders aussieht.

    Irmtraud Morgner verarbeitet fantastische, märchenhafte Elemente und stellt sie der entzauberten Wirklichkeit der DDR entgegen. Sie porträtiert auf humoristische Weise den Alltag, hebt Wahrheiten hervor, die an Aktualität nicht verloren haben.

    Ich denke nur, dass ihr Schreibstil es vielen Lesern erschwert, einen Einstieg ins Werk zu finden. Nach dem Umschlagtext erwartet man einen flüssig geschriebenen Roman, doch Morgner hat einen komplexen Bauplan für ihren Roman ersonnen. Die Sätze sind häufig ungeschliffene, kurze Satzbrocken und manchmal fällt es schwer, dem roten Faden zu folgen.

    Die Abenteuer der Trobadora Beatriz ist der 1. Band einer Trilogie, die von der Autorin leider nicht mehr beendet werden konnte. Band 2 Amanda. Ein Hexenroman ist im btb Verlag erschienen. Vom dritten Band existieren nur Fragmente.

  20. Cover des Buches Saigon - Berlin (ISBN: 9783404165148)
    Hef Buthe

    Saigon - Berlin

     (6)
    Aktuelle Rezension von: beowulf
    Spannender Krimi der die Themen Wendezeit und Zusammenbruch der DDR Staatsmacht und Einsatz von Journalisten im Vietnamkrieg mit einer Krimihandlung verbindet. Gerade die Thematisierung der heute so berühmten "embedded journalsts" und ihr Mißbrauch durch die Kriegsparteien im Propagandakrieg macht dieses Buch so interessant., aber auch die Unsicherheit der Ostberliner im Dezember 1989 als alles Gewisse ungewiss wurde und die fest gefügte Ordnung und Zukunft sich in Nichts auflöste wird gut getroffen. Dabei ist die Krimihandlung temporeich und aktiongeladen- keiin whodunit mit Ermittler im engeren Sinne, sondern der Erlebnisbericht eines Jouranlisten, den die ferne Vergangenheit aus Anlass des Systemzusammenbruchs einholt. Ich habe gestern früh an einem normalen Arbeitstag begonnen das Buch zu lesen und leide heute - an einem normalen Arbeitstag an Schlafmangel, da ich kurz nach drei beim Erreichen der letzten Seite das Licht ausgemacht habe, das empfehle ich niemand, wollte es aber als Warnung nicht unterschlagen. Das Buch zu lesen ist sehr empfehlenswert- aber besser am Samstag anfangen...
  21. Cover des Buches Die Insel (ISBN: 9783548610139)
    Matthias Wegehaupt

    Die Insel

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Ab jetzt ist Ruhe (ISBN: 9783100044204)
    Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

     (82)
    Aktuelle Rezension von: jannehanne

    Schreibt leicht über das Schwere, feine Psychologie, nimmt den Leser emotional mit. 

    S.64 "Doch dieses Weihnachtsfest war anders. Ich spürte schon am Vormittag, dass irgendetwas faul war. Oder besser ich hörte es. Aus der Küche klang schlechtgelauntes Tellerklappern, Töpfe lähmen auf dem Herd, und das Besteck ließ sich beleidigt in den Besteckkasten fallen. Meine Mutter war sauer."

  23. Cover des Buches Die Nacht ist Leben (ISBN: 9783548061382)
    Sven Marquardt

    Die Nacht ist Leben

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Akkordeonistin
    Nachdem das Buch ausgiebig in Szenemagazinen und über die Social Media beworben wurde, habe ich schnell beschlossen, das Buch zu lesen.

    Viele Leute, die den nun als ehemalige "DDR-Boheme" bezeichneten Szenen (Betonung im Plural) angehört haben, haben sich im letzten Jahrzehnt dazu entschlossen, eine Biografie/ein biographisches Werk zu veröffentlichen. Musiker wie André Greiner-Pol, Feeling B (jetzt Rammstein) verschriftlichten bereits besondere Momente ihres Lebens. Auch Bücher zur Betrachtung des subkulturellen Berlins vor und direkt nach der Wende ("Durchgangszimmer Prenzlauer Berg", "Die ersten Tage von Berlin",...) erscheinen gerade en masse.

    Auch der Fotograf Sven Marquardt ist da keine Ausnahme. Bereits der Titel kann als Motto des nun folgenden und auch des Lebens Marquardts gewertet werden. Ehrlich und unverschnörkelt zeigt er dem Leser einige ausgewählte Abschnitte seines Lebens, die ihrer Form so in einigen Biographien von Bluesern, Punkern, Prenzlauer Berg Literaten und schaffenden Künstlern zu finden sind: Drogen, Psychotische Episoden, Stasi-Begegnungen... Gezeigt wird ein vielseitiges Leben in Mitten der scheinbar einzigen Stadt, die eben eine solche Biographie zulässt. Auch die Zeit schreibt eindeutig an solchen Lebensgeschichten mit.

    Die Stasi sei in diesen Kreisen zwar (all)gegenwärtig gewesen, habe aber nie sein Leben und seine Entscheidungen bestimmt. Mit dieser Ansicht steht Marquardt den Vielen entgegen, die in ihren Biographien Frust ablassen und eben das Gegenteil für ihr Leben gesehen haben. Dementsprechend nimmt dieser Aspekt auch fast erstmals in solch einer Biografie einen weit untergeordneten Stellenwert ein. Vielmehr wird von Liebe und Leben, eben im Sinn von ICH LEBE!, erzählt, erfrischend nach all dem Frust!

    Das Buch lädt kurzweilig zum Staunen und für Einige zum Zurückerinnern ein. Vielleicht kein Werk von monumentaler Bedeutung für die Aufarbeitung der Soziologie der Wende, aber dennoch interessant zu lesen. 
  24. Cover des Buches Stasiratte (ISBN: 9783981507706)
    Jana Döhring

    Stasiratte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch
    Dieses Buch hat mich überrascht. Als Wessi hatte ich das Vorurteil, dass die Stasi-Spitzel aus Angst und Bedrängnis gegen ihren eigentlichen Willen mitgemacht hätten. In dem Buch "Stasiratte" räumt Jana Döhring mit diesem Klischee auf. Siebeschreibt wie sie mit 23 von der Stasi angeworben wurde und fortan Freunde und Fremde bespitzelte. Als abenteuerhungrige und schöne Frau erscheint sie erstaunlich praktisch. Ihre Gedanken kreisen hauptsächlich darum, wer ihr nützlich sein könnte. Auch in einer Diktatur will man ja Spass haben. So wird sie wegen der guten Bezahlung in der DDR Kellnerin und arbeitet in einem Hotel, in dem auch Ausländer absteigen und es Westgeld gibt. Sie geniesst erotische Abenteuer, heiratet jedoch einen Schwarzhändler, der z. B. Tiere schächtet, obwohl es verboten ist, und Polizeikontrollen über den Haufen fährt. Als die Stasi sie anspricht, fühlt sie sich geschmeichelt und wittert ein neues Abenteuer. Über viele Leute schreibt sie angeblich positiv, manchen schadet sie aber bewusst. So schwärzt sie aus Neid eine Kollegin an, die schöner ist als sie und deren Name, Chiara, ihr nicht gefällt. Nach der Wende heiratet sie einen westdeutschen Anwalt und lebt in Köln. Doch plötzlich wird ihre Erfolgsgeschichte gestört. Ihr Freund und Kollege Gerry, den sie bespitzelt hatte, schreibt ihr monatlich Postkarten. Mit dem Stalking-Gesetz bringt sie ihn vor Gericht, das ihm das Schreiben der Karten untersagt. Der Richter erklärt, er wüsste nicht, ob er sich selber in der DDR nicht ebenso verhalten hätte wie Jana Döhring! Hier kommt das typische Vorurteil zum Tragen, dass wir alle denken, die Stasi-Spitzel hätten aus einer Notlage heraus mitgemacht und sich gefürchtet. Aus diesem Grund halte ich dieses Buch für empfehlenswert, weil es Wessis die Augen öffnen könnte. Viele Ostdeutsche waren mutig, anständig und tapfer. Trotzdem hat sich in unseren Köpfen die Idee eingenistet, die Stasi-Spitzel wären Opfer gewesen. "Stasiratte" offenbart, dass das durchaus nicht so war. Jana Döhring schreibt ihre Lebensbeichte distanziert, zynisch und mit einer gewissen Koketterie. Sie macht sich sogar darüber lustig, dass keine Zeitung einen Bericht über die Geschichte ihres Opfers drucken würde, weil die Opfergeschichten gewöhnlich sind. Auch nach dem Ende der DDR hat die Autorin sich nicht geändert. Ein hässliches Zeitzeugnis, das Wessis die Naivität nehmen könnte. Obwohl bzw. weil dieses Buch so negativ ist, halte ich es für empfehlenswert- allerdings muss man beim Lesen selber denken. Jana Döhring sagte in einem Interview, sie würde die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches spenden.

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