Bücher mit dem Tag "ostdeutschland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ostdeutschland" gekennzeichnet haben.

157 Bücher

  1. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Dieses ist der erste Band einer Trilogie. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich ein anderes Buch der Autorin bereits sehr gerne gelesen habe und hier nun eine Geschichte erwartete, die vornehmlich um den Zweiten Weltkrieg herum spielt. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach falsch, so dass mich die Geschichte nicht so fesseln konnte, wie ich es erhofft hatte. Der Großteil der Handlung spielt um 1990 herum, zu Zeiten der Deutschen Wiedervereinigung. Der Teil der Handlung, der in den 1940er Jahren spielt, ist leider verschwindend gering.
    Die Autorin kann schreiben, und das Buch ist bestimmt auch gut. Mir persönlich hat aber etwas gefehlt. Die Protagonisten waren mir nicht unbedingt sympathisch bzw. ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen, daher konnte ich auch nicht wirklich mitfühlen und die Handlung mich somit auch nicht wirklich fesseln oder berühren.
    Ich glaube nicht, dass ich die nächsten zwei Bücher der Trilogie lesen werde.

  2. Cover des Buches Möge die Stunde kommen (ISBN: 9783453421677)
    Jeffrey Archer

    Möge die Stunde kommen

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Calipso

    Eine unterhaltsame Familiensage geht weiter, mit Spannung und Intrigen. Am Ende ist auf das nächste Buch gespannt.

  3. Cover des Buches Zorn - Vom Lieben und Sterben (ISBN: 9783596195077)
    Stephan Ludwig

    Zorn - Vom Lieben und Sterben

     (264)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese

    "Zorn - Vom Lieben und Sterben" ist der zweite Teil der Thriller-Reihe von Stephan Ludwig aus dem Fischer Taschenbuch Verlag.

    Die Einbruchserie in einer Kleingartenanlage in Halle an der Saale beschäftigt Hauptkommissar Claudius Zorn und Hauptkommissar Schröder nicht lange, eine Clique von Jugendlichen ist dafür verantwortlich. Brisant wird es erst, als kurz darauf einer der daran beteiligten Jungen gezielt getötet wird. Hier ist ein skrupelloser Täter am Werk, der sich seine Opfer genau aussucht. Aber wo liegt das Motiv?


    Der erste Todesfall sorgt für Entsetzen, denn das Opfer ist in eine tödliche Falle gelockt worden und während Schröder und Zorn noch nach Spuren suchen, geschieht auch schon der nächste Mord, ebenfalls aus dem Freundeskreis des ersten Opfers. Nicht minder grausam und ohne erkennbaren Hintergrund.

    Bei diesem Ermittlerduo ist für mich Schröder mit seiner umsichtigen und intelligenten Art der wahre Held, das machohafte und unsensible Verhalten Zorns ist für mich einfach nur unter aller Kanone. Aber es verleiht dem Thriller auch einen gewissen Reiz, weil es für reichlich Abwechslung sorgt und er scheint allmählich selbst zu spüren, wo seine Grenzen liegen, hat sich aber nicht immer im Griff. Viele unkonventionelle Gedanken und Antworten von Zorn verleiten zum Schmunzeln.

    Der Fall dreht sich um ein sensibles Thema, das wirklich mit viel Fingerspitzengefühl beschrieben wird. Genau dieses Thema liegt auch in Schröders Vergangenheit verborgen, er kämpft gegen den Dämon der Erinnerung an und wird von dem Fall deshalb sehr mitgenommen. 

    Die realistisch wirkende Handlung hat der Autor durch geschickt gesetzte Cliffhanger und Wendungen sehr spannend konstruiert, ich habe mitgerätselt und interessiert die Charakterentwicklung der Ermittler und der Jugendclique mitverfolgt. Diese Reihe hat durch das originelle Ermittlerduo wirklich Kultstatus. 


    Ein sehr packender Thriller mit einem originellen und dadurch abwechslungsreichen Ermittlerduo und einem sensiblen Thema, das für Grundspannung sorgt.

  4. Cover des Buches Todesstrand (ISBN: 9783746632735)
    Katharina Peters

    Todesstrand

     (82)
    Aktuelle Rezension von: countrywoman

    Zwar habe ich das Buch in einem Tag durchgelesen, aber trotzdem bekommt es keine Höchstpunktzahl. 

    Der Prolog hat mich direkt gefesselt. Der Schreibstil war leicht du flüssig zu lesen. So kam ich direkt in den Fluss. Spannung war ebenfalls da. Aber warum dann keine 5 Sterne? Manchmal musste ich zurück blättern, da die Sprünge doch etwas verwirrend waren Und der Schluss, er war plötzlich da, Knall auf Fall. Obwohl. Ist das überhaupt ein Schluss? Ich hatte das Gefühl hier fehlt etwas. Auch kein Nachspiel, nichts. Gut das Buch hat nur um die 250 Seiten, aber da wären für den Preis doch mehr Seiten drin gewesen. Der Preis ist der Gleiche wie für ein dickeres Buch. 

     

    Ich werde mir den nächsten Teil auch holen, um zu erfahren, ob das Ende wirklich offen ist oder fortgeführt wird.

  5. Cover des Buches Die fremde Spionin (ISBN: 9783453441255)
    Titus Müller

    Die fremde Spionin

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Crazy-Girl6789

    Erster Satz: Fjodor Sorokin schrieb einen falschen Namen in das Meldeformular und erfand eine Adresse in Dortmund.                                     

    Fakten:

    Autor: Titus Müller
    Verlag: Heyne
    Erscheinungsdatum: 14.06.2021
    Genre: Historischer Roman
    Seiten: 400

    Inhalt:

    Ria ist zehn Jahre alt, als ihre Eltern von der Staatssicherheit abgeholt werden. Sie wird von ihrer kleinen Schwester getrennt und in einer Adoptivfamilie untergebracht. Seither führt Ria in Ostberlin ein scheinbar angepasstes Leben. Erst als der BND sie als Informantin rekrutiert, sieht sie ihre Chance gekommen. Mithilfe des westlichen Geheimdienstes will Ria sich an der DDR rächen und endlich ihre Schwester wiederfinden. Doch dann erfährt sie im Sommer 1961 von einem ungeheuerlichen Plan, der ihr Schicksal und die Zukunft beider deutscher Staaten für immer verändern könnte …

    Gestaltung:

    Auf dem Cover sieht man das Brandenburger Tor im Hintergrund. Vor diesem befinden sich Menschen und Autos. Am vorderen Auto steht eine rotgekleidete Frau. Es handelt sich um eine historische Aufnahme aus der Zeit, in dem auch die Geschichte spielt. Im oberen Teil des Covers sind der Name des Autors und der Titel geschrieben. 

    Sprache: 

    Ich finde die Sprache sehr gut gewählt. Zudem hat mir auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Dadurch konnte man der Geschichte richtig gut folgen. Die Kapitel sind sehr gut eingeteilt. Außerdem werden die Gefühle der Charaktere hervorragend dargestellt. So konnte man die jeweiligen Handlungen und Gedanken sehr gut nachvollziehen.

    Fazit:

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war sehr interessant, vor allem weil die Geschichte teilweise einen historischen Kern hat. Durch die dargestellten Charaktere kann ich nun zum Teil die Gefühle und Gedanken während des Kalten Krieges nachvollziehen. Ich fand die Ausgestaltung und die Wahl der vorkommenden Charaktere sehr gut. Die Handlung ist sehr spannend geschrieben und man lernt sehr viel über die DDR und die Verstrickungen der Geheimdienstarbeit auf den Seiten der BRD und der DDR. Zudem erfährt man auch viel über die weiteren wichtigen historischen Personen zu dieser Zeit. 

    Alles in allem kann ich sagen, dass dies ein sehr gelungenes Buch. Also eine absolute Leseempfehlung von mir. Ich würde es aber vor allem Leuten empfehlen, die sich auch für die Zeit des Kalten Krieges interessieren.

    Viel Spaß beim Lesen…

    Hinweis: Es ist alles meine Meinung; andere empfinden vielleicht anders.

  6. Cover des Buches Die Worte der weißen Königin (ISBN: 9783841502704)
    Antonia Michaelis

    Die Worte der weißen Königin

     (168)
    Aktuelle Rezension von: WriteReadPassion

    Inhaltserzählung:

    Meine Geschichte beginnt in der Dunkelheit. Denn in der Dunkelheit traf ich die erste wirklich wichtige, wirklich mutige Entscheidung meines Lebens. Und meine eigene Geschichte zu beginnen, draußen im Licht.

    (Seite 7)


    Autorin:
    Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und verbrachte die ersten beiden Jahre ihres Lebens in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Anschließend zog sie mit ihren Eltern nach Augsburg, wo sie zwar zur Schule ging, aber nie aufpasste, weil sie unter der Bank dicke Bücher verfassen musste. Heute lebt Antonia Michaelis in einem kleinen Dorf gegenüber der Insel Usedom. Sie arbeitet für mehrere Verlage und, dramaturgisch, für die Montessorischule Greifswald - und verbringt den Rest mit Tochter und Mann, zwei Katzen, einem Förderkind und 3000 Quadratmetern Brennesseln.


    Bewertung:
    Die Aufmachung ist sehr schön und passt hervorragend zur Geschichte. Witzig ist, dass das Cover unter dem Schutzumschlag ohne den Jungen bedruckt ist. Das Cover wie auch der Titel lassen einen annehmen, es ginge um eine Art Märchen. So ist es jedoch nicht, das hat mich etwas enttäuscht.

    Dennoch ist die Gesamtgeschichte schön erzählt. Der Prolog macht schon sehr neugierig auf das Leben des Jungen Lion. Die Autorin steigert chronologisch die Ereignisse im Leben von Lion, es wird immer dramatischer. Lion ist ein sehr fantasievoller und optimistischer Junge, dem eine weibliche Leitfigur fehlt und der unerschütterlich an Wunder glaubt. Ich war beeindruckt von seinem Glauben und würde mir das auch von mir wünschen. Er hat einige familiäre Probleme, die er mit der Flucht in seine Fantasie zu bekämpfen versucht. So verwandelt sein Vater sich in den schwarzen König, eine alte Dame in der Kirche in die weiße Königin und die Adler in seine neue Familie. 

    "Gut, dass es dunkel wird", sagte sie. "Man sieht sonst so viel. Man wird wütend. Ich bin den ganzen Tag wütend, weißt du. Nur wenn es dunkel wird, geht die Wut ein wenig zurück. Sie schmeckt auch bitter, wie die Angst."

    (Seite 86)

    Die Autorin erzählt die Geschichte im Ganzen zwar schön verständlich, aber oft viel zu vereinfacht. Angeblich ist das Buch für zehn bis dreizehnjährige. Da halte ich das Alleinelesen für nicht ganz unbedenklich, denn hier wird wenig hinterfragt. Lion lebt zum Teil im Wald ohne nichts, und das nahezu reibungslos. Hier fehlt etwas mehr Realität, sowie an vielen anderen Stellen. Ich hätte Sorge, dass mein Kind das für realistisch hält. Ich finde, hier muss man den Kindern einiges erklären. Das Buch bietet viel Gesprächsbedarf bei jungen Kindern und Jugendlichen. Als Erwachsene ist mir die Geschichte viel zu einfach erzählt. Ich habe hier den Eindruck von Friede, Freude, Eierkuchen gewonnen.

    "Aber das Schreien hilft, damit sich die Seele nicht entzündet. Schreien ist besser als ducken. Eines Tages lernst du es. Eines Tages lernst du die Wut."

    (Seite 87)


    Fazit:
    Schön, wenn auch vereinfacht und etwas weltfremd erzählt. Bei jungen Kindern ist eine Begleitung durch Erwachsene ratsam. Ansonsten liest sich das Buch sehr schnell und weckt auch immer wieder die Neugier, was als nächstes folgt. Wer hier aber ein Märchen erwartet, wird enttäuscht werden. Von mir gibt es dafür 3,5 Sterne.


  7. Cover des Buches Brüder (ISBN: 9783446264151)
    Jackie Thomae

    Brüder

     (58)
    Aktuelle Rezension von: leselea

    Party, durchgemachte Nächte, Alkohol, Drogen, Techno. Micks Leben findet in der Nacht statt, der Tag dient ihm zur Erholung für den nächsten Exzess und für den notdürftigen Verdienst seines Lebensunterhalts. Irgendetwas findet sich immer, um Miete, Auto und Essen zu bezahlen, doch Mick lebt nicht, um zu arbeiten, sondern um zu feiern. Im freiheitstrunkenen wiedervereinten Berlin der 1990ern findet er seine Bestimmung jenseits der Konventionen von Ausbildung, Beruf, Ehe und Kindern. Dass dabei Menschen und persönliche Entwicklungen auf der Strecke bleiben, erkennt er erst später; im Moment des Rausches fühlt sich jede einzelne Nacht perfekt und richtig an.

    Auch Gabriel kennt den Rausch: Wenn die Wochen mit 70 Stunden Arbeit am Stück aneinander vorbeirasen, wenn das Großprojekt bereits vor der Deadline erfolgreich beendet wurde, wenn er für den nächsten Megaauftrag im Flieger um den halben Globus jettet. Sweet life of a workaholic, der sich mit Fleiß,  Ehrgeiz und Talent dahin gebracht hat, wo er immer hinwollte – ein schönes Haus in London, ein eigens Architekturbüro, Frau und Kind. Zeit für Erinnerungen bleiben kaum: an seine Kindheit in der DDR, an sein Aufwachsen bei den Großeltern, an seine verstorbene Mutter und seinen abwesenden Vater, der ihm nichts hinterlassen hat außer seiner Hautfarbe. Erst der Burnout zwingt Gabriel zur Vollbremsung, die nicht ohne Kollateralschäden erfolgt.

    Hedonist vs. Highperformer. Westjugend nach dem Rübermachen vs. Sozialisation im Arbeiter- und Bauernstaat. Muttersöhnchen vs. Halbwaise. Träumer vs. Durchplaner. Antimonogamist vs. Loyaler Ehemann. Jackie Thomae erzählt in ihrem Roman Brüder die Leben zweier komplett unterschiedlicher Brüder, die nichts voneinander wissen und deren einzige Gemeinsamkeit scheinbar darin besteht, vom gleichen Vater abzustammen – einem senegalesischen Austauschstudenten – und dessen Abwesenheit in ihrem Leben zwar immer gespürt, aber wenig darunter gelitten zu haben. Doch beim genauen Lesen wird deutlich, dass Mick und Gabriel sich ähnlicher sind als man denkt, insbesondere, was ihr Hang zum Extremen angeht. Und damit ist Jackie Thomae ganz schnell bei der ganz großen Frage, warum wir der sind, wer wir sind. Gene oder Umfeld, Natur oder Sozialisation? Was prägt uns? Warum sind wir der Mensch, der wir sind?

    Es ist der große Verdienst der Autorin diese großen Fragen nicht mit der Holzhammermethode zu verhandeln, sondern im Gegenteil scheinbar im Nebenbei während sie von Clubnächten und Dienstreisen erzählt. Brüder ist ein atmosphärischer Roman, der auf über 500 Seiten die Leser:innen in die unterschiedlichen Lebenswelten von Mick und Gabriel hineinsaugt und sie dabei die Relevanz der behandelten Themen vergessen lässt. Denn natürlich kann die Identitätsfrage in Micks und Gabriels Fall nicht losgelöst von der Hautfarbe betrachtet werden: nicht in Deutschland, vor allem nicht in Ostdeutschland der 1990er Jahre. Doch Rassismus wird in Brüder nicht anhand Rostock-Lichtenhagens greifbar, sondern an den kleinen Irritationen des Alltags, an den Momenten, wo beiden Brüdern signalisiert wird, dass sie anders sind und bleiben, egal für wie angepasst sie sich halten.

    Daneben besticht Brüder durch eine leichtfüßige Sprache, einen modernen Sound, Witz und interessanten Frauenfiguren, die das Buch zwar einen Männerroman bleiben lassen, ihn aber nicht darauf reduzieren. Die Lektüre geht leicht und angenehm von der Hand, der Roman ist Unterhaltung auf hohem Niveau – etwas, was mich die Buchpreisnominierung in  2019 nicht völlig verstehen lässt. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass ich erst zum Schluss gemerkt habe, wie sehr das Buch einen doch beschäftigt und wie sehr man das Leben der beiden Protagonisten doch schließlich durchdrungen hat. Brüder ist daher eines dieser Bücher, das man – trotz mancher Hänger zwischendurch – unbedingt zu Ende gelesen haben muss, um zu erkennen, wie sehr es wirkt und wie stark es doch jenseits der vermeintlich leichten Textur ist. 4 Sterne und eine große Empfehlung für diesen Lesespaß!

     

  8. Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)
    Juli Zeh

    Über Menschen

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Dora will raus, raus ihrem Leben, aus ihrer Partnerschaft, raus aus der Stadt. Mit ihrer Hündin zieht sie aufs Land. Hier hat sie ein Haus erworben und fängt voller Tatendrang an, den Garten umzugestalten und zu bepflanzen. Corona hält die Welt in Atem und auch friday for future wächst. Ihr Partner verschreibt sich dem immer mehr und Dora kann damit nicht umgehen. Hoch gebildet und mit ihrer ganz eigenen Meinung, zieht sie eben raus aufs Land. Die Menschen hier sind ganz anders und der Nachbar stellt sich als Dorfnazi vor. Dora spürt Wut und Angst und Lähmung und dann kommt sie langsam im Dorf an und findet Anschluss und redet mit den Menschen und lernt eine ganz andere Seite kennen und blickt hinter die Fassaden und ihr Herz öffnet sich wieder, ihr Leben beginnt wieder, aber auf eine vollkommen andere Weiße. Juli Zeh hat DAS Buch der Zeit geschrieben. Erst wollte ich nicht so recht ran, will ich echt über friday for future und Corona auch noch einen Roman lesen? Ja, von Juli Zeh auf jeden Fall. Mit geschliffener Sprache, tollen Beobachtungen und mit ganz viel Gefühl, schreibt sie die Geschichte von Dora. Ein ganz großartiges Buch und mit so vielen schönen und wertvollen Momenten. Lesen!!!

  9. Cover des Buches Wir sehen uns zu Hause (ISBN: 9783810530868)
    Christiane Wünsche

    Wir sehen uns zu Hause

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Tami24

    Dies ist mein erstes Buch von Christiane Wünsche und mir hat es wirklich gut gefallen.

    Auch wenn der Roman in einem flüssigen Schreibstil geschrieben ist und man es so in einem Stück weg lesen könnte, musste ich zwischendurch eine Pause machen, da mich die vielen verschiedenen Emotionen schon sehr berührt haben. Musste das ein oder andere erstmal sacken lassen, bevor ich weiterlesen konnte.

    Die Reise in die DDR, die mit dem Titel „Wenn Bilder sprechen könnten“ beschrieben wurde, fand ich super. Auch wie Anne sich mit Hilfe der Bilder auf die Reise begeben hat.

    Christiane Wünsche geht mit dem Thema Trauer und dem Verlust eines geliebten Menschen (meiner Meinung nach) sehr feinfühlig um 🙂

  10. Cover des Buches Liebe in Sommergrün (ISBN: 9783548287621)
    Heike Wanner

    Liebe in Sommergrün

     (49)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Nachdem mich "Rieslingssommer" von Heike Wanner so begeistern konnte musste ich auch diesen Roman lesen. Er war für mich etwas schwächer. 

    Das Cover mit den Kirschen passte für mich überhaupt nicht zur Geschichte. Da hätte ein Cover mit Gurken besser gepasst.

    Dieser Roman konnte mich ab der ersten Seite fesseln und wollte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil war wieder sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ein netter Wohlfühlroman. 

    Mir hat der Roman gut gefallen. Doch Julian und Kathrin waren mir nicht so sehr sympatisch. Andere Figuren mochte ich lieber. Der Roman war sehr vorsehbar für mich was etwas schade war. Ich hätte mir da mehr Überraschungen gewünscht und noch mehr über die Zeit 1990 erfahren. Daher 4 Sterne und eine Leseempfehlung von mir. 


  11. Cover des Buches Mädchenmeute (ISBN: 9783499247460)
    Kirsten Fuchs

    Mädchenmeute

     (71)
    Aktuelle Rezension von: DottiRappel

    Das Buch hat eine spannende und witzige Geschichte doch ich finde, dass das Buch sich am Ende sehr zieht.

  12. Cover des Buches Romeo und Romy (ISBN: 9783458362753)
    Andreas Izquierdo

    Romeo und Romy

     (204)
    Aktuelle Rezension von: MamaSandra

    Inhalt:

    Romy wollte Schauspielerin sein, aber bekommt meist nur die kleinen Rollen oder die Souffleuse. Diesen letzten Job verliert sie und kehrt zurück in ihre Heimat. Erst vor wenigen Tagen ist ihre Oma plötzlich verstorben du Romy erbt den Hof. Als sie erfährt, dass es Selbstmord war, weil die Oma einen der letzten 3 Plätze des örtlichen Friedhofs haben wollte, traut Romy ihren Ohren und Augen nicht. Sämtliche ältere Dorfbewohner fordern Gevatter Tod heraus und streiten um die letzten zwei verbliebenden Plätze der letzten Ruhestätte. Romy kann es kaum glauben.

    Die geerbte Scheune bringt sie auf eine tolle Idee: Warum nicht ein Theater bauen? Und ein eigenes Stück aufführen? Zusammen mit allen Dorfbewohnern?  Nicht jeder ist davon begeistert, aber nach einer Weile packen alle mit an. Sogar Ben, der Mann aus der Waschmittel-Werbung für den alle alten Damen des Ortes schwärmen. Romy vielleicht auch?

     

    Meine Einschätzung:

    Der Einstieg in das Buch war sehr amüsant. Man konnte sich regelrecht vorstellen wie die Alten im Dorf vergeblich versuchten sich vom Bus überfahren zu lassen. Der Autor hat dies auf eine sehr humorvolle und dezente Art und Weise gut in Szene gesetzt.

    Die Idee des Theaterstückes ist toll. Auch ältere Personen können das super inszenieren und eine ganz eigene schöne Version daraus zaubern. Und wie man sieht, wurden die Lebensgeister erweckt. Mit wunderbarem sächsischem Charme wurde noch so mancher Dialog aufgelockert. Die Atmosphäre eines ostdeutschen Dorfes wurde sehr gut hergestellt. Da ich aus Thüringen stamme (oder auch „Randsachsen“) waren mir einige Dinge vertraut und ich fühlte mich ebenfalls heimisch in diesem kleinen Dorf.

    Trotz allem Witz hat der Autor aber auch wieder ernste Töne angeschlagen und mir mehrere Tränchen abgerungen. Nicht nur das Rahmenthema, dass man im Dorf geboren wird und dort auch die letzte Ruhestätte finden möchte, wo man Heimat gefunden hat, gehörten dazu. Auch die Zwischenmenschlichen Geschichten fand ich sehr berührend. Es gab verschiedene Konstellationen, die betrachtet wurden und verschiedene Personengruppen, die gemeinsam in Großzerlitzsch eine Heimat und Familie gefunden haben. Einige Nebengeschichten haben mich dabei sehr berührt.

    Insgesamt ein schönes kurzweiliges Buch.

  13. Cover des Buches Irmas Enkel (ISBN: 9783749723553)
    Leandra Moor

    Irmas Enkel

     (77)
    Aktuelle Rezension von: sari2101

    An erster Stelle möchte ich sagen, dass ich das Buch bei einer Verlosung gewonnen habe aber dies meine Meinung nicht beeinflusst wird. 


    In dem Buch geht es hauptsächlich um Anni, der Enkelin von Irma, die die beiden Weltkriege sowie den Aufbau der Besatzungszonen und der späteren DDR am eigenen Leib miterleben musste. Ein Buch über mehrere Generationen hinaus!

    Der Schreibstil von Leandra ist einfach nur wundervoll. Ich bin super in diese Geschichte reingekommen und fand diese Kombination aus Roman und den geschriebenen Briefen einfach Klasse. Ich habe mich richtig in diesem Buch verloren, was absolut positiv gemeint ist. Ich konnte nicht aufhören, es zu lesen! 

    Ich möchte gar nicht zu sehr in die Details gehen, da es gleich zu Beginn des Buches sehr spannend und berührend ist. Anni und ihre Familie erleben mit, wie sie in den Weltkriegen mit den Verlusten umgehen müssen, wie sie warten auf Nachricht, auf Briefe, wie sie sich auf die Wiedersehen freuen bzw. vorbereiten, wie sie versuchen an Essen zu kommen uvm. Es wird hier die Sicht der Frauen geschildert, wie sie die Kriege miterleben mussten, was sie aushalten mussten! Es wird zumindest zum größten Teil immer nur über die Männer gesprochen, die soviel durchmachen mussten, die soviel schlimmes erlebt haben aber ich finde dieses wundervolle Buch macht deutlich, was auch die Frauen und Kinder zu Hause erleiden mussten. 

    Die Familie von Anni wird wirklich toll dargestellt. Anni hat zwei Brüder, die später heiraten, Kinder bekommen und die Männer dann leider in den Krieg ziehen müssen. Diese Familie hält zusammen, so gut es geht! Sie unterstützen sich gegenseitig, die Schwägerinnen von Anni helfen auf dem Hof mit aus und die Kinder bringen ein bisschen "Leben" in den grausigen Alltag. 

    Ich finde alle Charaktere super dargestellt, so authentisch und ich konnte mir wirklich richtig vorstellen, wie die Frauen im Krieg und in der Nachkriegszeit leben mussten. 

    Dieses Buch ist einfach so unglaublich gut geschrieben und bewundernd zugleich. In meinen Augen hat Leandra hier ein wundervolles Werk geschaffen. Vielen Dank, dass ich es lesen durfte. 








  14. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

     (534)
    Aktuelle Rezension von: Stephanie_Ruh

    Unterleuten ist ein kleines Dorf in Brandenburg, dort herrscht vermeintlich heile Welt. Aber hinter der Fassade gibt es alte Feindschaften, Seilschaften, Eifersucht, Neid und diverse Abhängigkeiten. Eigentlich will jeder nur sein Leben in Ruhe leben, aber es geschehen Dinge, die alles verändern.

    Es gibt nicht die eine Hauptfigur in "Unterleuten", jedes Kapitel wird aus der Sicht eines anderen Dorfbewohners geschrieben. Somit gelingen der Autorin Juli Zeh die verschiedenen Innenansichten der einzelnen Figuren. Das ist klug und gut beobachtet geschrieben, aber dadurch auch manchmal sehr langatmig. Ich vermisse den Humor, einige Figuren sind mir zu stereotyp. Garantiert gib es solche Leute und auch solche Dörfer überall, nicht nur in Ostdeutschland. Das Buch ist gut geschrieben, hat mich aber nicht richtig gepackt.

  15. Cover des Buches 9 Tage wach (ISBN: 9783841906298)
    Eric Stehfest

    9 Tage wach

     (70)
    Aktuelle Rezension von: miss_loori

    „9 Tage wach“ beschreibt einen langen und sehr exzessiven Lebensabschnitt des jungen angehenden Schauspielers Eric Stehfest.

    Eric beginnt zu Beginn der Pubertät verschiedene Drogen auszuprobieren und bleibt bei Cristal-Meth hängen. Er nennt die Droge „Christin“, seine verloren geglaubte Schwester.

    Das Buch beschreibt schonungslos die vielen Rauschzustände und Eskapaden des Schauspielers und ist durchaus interessant, da es sich hier um eine wirklich erlebte Geschichte handelt.

    Jedoch ist der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig. 
    Ich hatte immer wieder Probleme in die Geschichte einzufinden und dran zu bleiben. Oft hatte ich nach 10 Seiten auch keine Lust mehr. 🤷🏻‍♀️

    Hier braucht man Ausdauer und Interesse an der Person um das Buch zu Ende lesen zu können.

    Ich persönlich kann zwar ein paar Dinge mitnehmen, bin aber froh das Buch beendet zu haben.

  16. Cover des Buches Das Mädchen, das von Freiheit träumte (ISBN: 9783746634197)
    Tilli Schulze

    Das Mädchen, das von Freiheit träumte

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86
    Wir befinden uns in Dölitz, einem kleinen Stadtteil der Stadt Leipzig im Jahr 1939. die Nazis haben auch hier niemanden übersehen und belagern das Dorf. Tilli bangt um ihren Bruder. Er ist in diesem abscheulichen arischen Raster durchgefallen. Ihr tauber Bruder ist in Gefahr. Aber auch Tilli leidet unter Hunger und Kälte. Das ist die andere Gefahr des Krieges. Tilli hat einen enormen und bemerkenswerten Willen und sie hofft auf eine bessere Zukunft. Als die Russen nach ihrem Befreiungszug Einzug halten, ist aber noch nichts vorbei. Der Kampf um Freiheit geht weiter. Tilli Schulze und Lorna Collier haben gemeinsam an diesem Werk gearbeitet und es unter dem Titel „Das Mädchen, das von Freiheit träumte“ veröffentlicht. Es dauert nicht lang, das man Tilli helfen möchte. Nicht nur mit Nahrung sondern auch mit Wärme und Liebe. Es ist erstaunlich wie diese Geschichte, geschrieben nach einer wahren Begebenheit, unter die Haut geht. Man entwickelt so extrem viel Mitgefühl, Mitleid und Emotionen das es oft genug passiert, das Tränen kullern. Die Geschichte um ihren Bruder lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Es wirkt alles so abscheulich und unfassbar - aber es war Realität und selbst das ist nicht zu fassen. Diese Stellen haben mich dieses Buch oft zur Seite legen lassen. Es hat mir den Atem geraubt...dieses Stellen hallen so sehr nach, dass ich selbst jetzt noch feuchte Augen bekomme wenn ich nur daran denke. Die beiden Autorinnen zeigen uns eine Zeit die radikal und ungeschönt daher kommt. Sie schreiben sehr detailliert und emotional, dass man in der Story versinkt. Tillis Wille und ihre Kraft nach und für Freiheit zu kämpfen ist so bemerkenswert. Zu dem erwischt man sich bei der Frage wie man selbst in dieser Zeit gehandelt hätte...allein durch solche Fragestellungen merkt man, das dieses Buch einen Nachhall besitzt wie kaum ein anderes Buch. Durch ihren Schreibstil und die Tatsache das es sich um wahren Begebenheiten handelt, erfährt der Leser sehr viele Details aber wird nicht damit überhäuft. Alles besitzt eine gute und ausgewogene Dosis. Dieses Buch erhält eine ganz klare Leseempfehlung! Und vorab: dieses Buch wird einen noch lange beschäftigen, das sollte jedem Leser klar sein.
  17. Cover des Buches Scharnow (ISBN: 9783453677302)
    Bela B Felsenheimer

    Scharnow

     (118)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Ob unser Hund vielleicht auch ein Weltenlenker ist? Aber gut, so viel Sinn würde das jetzt nicht machen, so viel Macht haben mein Freund und ich ja nicht. 😂😂😂


    Wenn ihr nicht versteht, was ich da fasel, dann solltet ihr unbedingt Scharnow von Bela B. lesen. 

    Es ist zwar etwas verrückt und verwirrend, aber auch sehr lustig. Ich habe dieses Buch in zwei Tagen durch gesuchtet und habe es sehr genossen. 


    Bela B. Felsenheimer kennt man wahrscheinlich von der Band Die Ärzte und 2018 hat er mit Scharnow sein Autorendebüt gefeiert. 


    Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung, wenn ihr Lust auf eine verrückte Geschichte habt, die sich nicht so ernst nehmen lässt, und 4,5/5 🦉

  18. Cover des Buches Sahnehäubchen (ISBN: 9783426638712)
    Anne Hertz

    Sahnehäubchen

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Hagicht

    Ein Buch zu einem Bestseller zu machen ist schon so ne Sache. Wie man das am besten macht oder auch nicht macht kann man hier nachlesen ;)

  19. Cover des Buches Krabat: Roman (ISBN: 9783522202343)
    Otfried Preußler

    Krabat: Roman

     (1.857)
    Aktuelle Rezension von: NanuNana

    Dieses Buch musste ich in meiner Schulzeit lesen und als ich es vor einiger Zeit im Bücherschrank entdeckt habe, musste ich es sofort mitnehmen. Beim Lesen wurde ich wieder in die 7. Klasse zurückversetzt und es kamen viele schöne Kindheitserinnerungen hoch.

    Die Geschichte um Krabat und die Müllersjungen hat mich auch als Erwachsene noch begeistert. Die Mischung aus Magie, Freundschaft und Liebe gefällt mir sehr gut. Neben Krabat sind mir auch Tonda und Juro sehr ans Herz gewachsen.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  20. Cover des Buches Muldental (ISBN: 9783257070941)
    Daniela Krien

    Muldental

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Dass Daniela Krien umwerfend gut schreiben kann habe ich bereits mit ihrem Debütroman "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" entdecken dürfen. Dass sie aber nicht nur Romane, sondern auch Kurzgeschichten so gekonnt und auf den Punkt in Worte fassen kann, hat mir "Muldental" gezeigt.


    In ihren Roman-Miniaturen erzählt die Autorin von Menschen, deren Leben sich an einem Wendepunkt in der Geschichte komplett auf den Kopf gestellt haben - ihre Träume zerplatzen wie Seifenblasen, ihre Hoffnungen werden enttäuscht, Pläne entpuppen sich zu Alpträumen. Die Figuren sind so lebensecht und menschlich, dass man gar nicht anders kann, als in jeder Geschichte das ganze Herz an sie zu hängen. Und auch, wenn die Situationen der Charaktere aussichtslos erscheinen, steckt in den meisten Geschichten doch ein Fünkchen Hoffnung, ein Tropfen des Trotzdem-Weiter-Machens. Daniela Krien ist mit ihren Erzählungen so nah an den Menschen dran, dass ihre Worte den Lesenden ebenfalls unglaublich nahe gehen.


    Normalerweise bringe ich bei Kurzgeschichtensammlungen immer an, dass mir einige Stories besser, andere weniger gut gefallen haben. Hier mache ich das ausnahmsweise nicht - denn sie waren einfach alle fantastisch! Ich denke an jede mit Begeisterung zurück und vor allem die titelgebende Geschichte "Muldental", die sich in Bruchstücken, vor allem auch mit der neu hinzugefügten Roman-Miniatur, durch das ganze Buch zieht, hat mich begeistert.


    Daniela Krien trifft genau meinen Geschmack - sowohl mit ihrem Debütroman, als auch mit ihrer Sammlung kurzer Geschichten. Bei mir herrscht große Vorfreude auf ihre weiteren Romane!

  21. Cover des Buches Irgendwann werden wir uns alles erzählen (ISBN: 9783548061726)
    Daniela Krien

    Irgendwann werden wir uns alles erzählen

     (154)
    Aktuelle Rezension von: maedchenausberlinliest

    „Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Daniela Krien wird als "Eine Liebesgeschichte von ungeheuerlicher Intensität" beschrieben.

    Es geht um die 16-jährige Maria, die im Sommer 1990 in einem Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze mit ihrem Freund Johannes und dessen Eltern lebt.
    Maria lässt sich eher von anderen mittreiben und auch in der Beziehung zu Joannes fehlt jede Leidenschaft.
    Sie schwänzt öfter mal die Schule und begegnet ihrem 40-jährigen Nachbarn, Henner und verliebt sich in diesen. Dies führt zu einigen Problemen und Maria verstrickt sich in Lügen.

    Es geht meiner Meinung nach nicht um eine normale Liebesgeschichte zwischen zwei Personen mit großem Altersunterschied, sondern um eine toxische Beziehung, die auf vielen Ebenen fragwürdig ist. Zum einen ist da, wie gesagt, der große Altersunterschied, dann die Machtverhältnisse zwischen den Beiden und natürlich die Gesellschaft, die so eine Beziehung zu der damaligen Zeit verpönt.
    Das Buch beinhaltet seelische und körperliche Misshandlung.

    Der nüchterne und klare Schreibstil der Autorin hat mir richtig gut gefallen. Die Naturbeschreibungen versetzen einen direkt auf den Hof, auf dem Maria lebt.
    Mir hat das Buch, auch wenn es für mich keine Liebesgeschichte ist, trotzdem sehr gut gefallen, weil es mich zum Nachdenken angeregt hat und der Scheibstil der Autorin mir richtig gut gefallen hat.

  22. Cover des Buches Nachtschwärmer (ISBN: 9783570165058)
    Moira Frank

    Nachtschwärmer

     (45)
    Aktuelle Rezension von: spookytree

    Nachtschwärmer ist das perfekte Sommerbuch. Man fühlt die Hitze der Tage und die lauwarmen Nächte von den Seiten steigen und kann sich einbilden, man säße selbst nach einem körperlich angenehm auslaugenden Tag an einem See, die Beine im kühlen Wasser baumelnd, dieses Buch in der Hand. Moria Franks atmosphärische Beschreibungen haben mich schon in ihrem ersten Roman Sturmflimmern in den Bann gezogen, und es ist deutlich zu merken, dass sich ihr Schreibstil in den letzten Jahren noch weiter entwickelt hat dabei aber die für mich herausstechenden Kennzeichen, sogleich knapp wie poetisch zu sein, behalten hat. Doch nicht nur die Umgebung, auch die Darstellung der Charaktere ist so stimmungsvoll wie überzeugend. Der Roman ist eine Meisterklasse im altbekannten Mantra „show don’t tell“, und so charakterisieren sich die Figuren durch ihre Worte und Taten (oder unterlassene Taten) und Entwicklungen werden spürbar gemacht, statt wortreich umschrieben.

    Auf diese Weise ist vor allem der Wandel den Helena durchmacht glaubwürdig und ermutigend. Zu Beginn ein ängstlicher, passiver und nervöser Mensch entwickelt sie sich langsam und stetig zu einem Mädchen das ein wenig mehr mit sich selbst und der Welt im Reinen ist, die eigene Belastbarkeit neu erfährt und Freunde und eine feste Freundin findet, bei denen sie einfach sie selbst sein kann. Ihre Entwicklung, sowie der Umgang mit Trauer insgesamt in diesem Buch, gehen auf eine Weise von statten, die ich ungemein tröstlich finde. Viel zu häufig agieren (Jugend-)Bücher nach dem „Ende gut, alles gut!“-Motto, das heißt, die Protagonist*innen müssen auf der letzten Seite absolut glücklich und die besten Versionen ihrer selbst sein. Doch so funktioniert das Leben nicht, so funktioniert Trauerbewältigung nicht, und das dürfen ruhig auch jugendliche Lesende wissen. Nachtschwärmer schenkt seinen Charakteren und Leser*innen einen Sommer, der die Welt nicht schlagartig perfekt macht, aber der aufzeigt, dass alles Schritt für Schritt besser werden kann.

    Besonders wichtig war für mich auch Clara, das Mädchen, in das Helena sich verliebt. Ich glaube, ich habe noch nie ein Jugendbuch gelesen in dem ich mein jugendliches Ich auf diese Weise in einem der Charaktere wieder fand. Die ungekämmte, wilde dunkle Haarmähne, die schmerzhaft schlechte Haltung, die weite, unmodische Kleidung, der konstante Unterton von Wut und Verletzlichkeit. Es war als blickte ich in ein Spiegelbild meiner Jugend. Nicht, dass ich nicht schon häufiger Bücher gelesen habe, in denen Mädchen wie die junge Rosa vorkamen – „hässlich“, ungepflegt, unmodisch. Doch waren Charaktere, mit denen ich mich identifizieren konnte, immer nur das „Vorher“-Bild gewesen, vor einem Make-Over, bevor sie begannen sich zu rasieren, schminken, feminine Kleidung zur tragen. Denn nur dann konnten Charaktere wie ich Love Interests sein. Helena jedoch verliebt sich in Clara ganz so, wie sie ist, und das war so schmerzhaft schön für mich, dass ich es kaum beschreiben kann. Ich hätte dieses Buch gebraucht, damals. Zu sehen, dass auch ich verliebenswert und anfreundenswert bin, wenn ich einfach bin wie ich bin, ohne mich den Anforderungen von Schönheitsidealen zu beugen, hätte unglaublich viel an meiner Selbstwahrnehmung verändern können. Ich bin unglaublich froh und dankbar dass Jugendliche, denen es genauso geht, wie mir damals, jetzt dieses Buch haben.

    Bevor ich Rezensionen schreibe, lese ich meist auch ein paar Rezensionen von anderen, zum einen damit ich nicht mein Hauptaugenmerk auf etwas lege, was vielleicht schon unzählige Male gesagt wurde, zum anderen weil es mich interessiert, wo meine Meinung vielleicht von anderen Meinungen abweicht. Was mich an den Rezensionen zu Nachtschwärmer so verwunderte wie enttäuschte war hauptsächlich, dass erstaunlich viele Lesende nicht nur die Gedanken und Aussagen von Charakteren mit der „Botschaft“ eines gesamten Buches gleichsetzen, sondern dass die sachten und authentischen Veränderungen für die ich dem Roman so dankbar bin, anscheinend für viele weniger wert sind als das Entwerfen einer Szenerie in der jugendliche Charaktere als fehlerlos aufgeklärte und sozialpolitisch gebildete Menschen das Licht ihrer Seiten erblicken.

    Wenn ich Jugendbücher lese und auch rezensiere bin ich mir immer bewusst, dass ich nicht die eigentliche Zielgruppe bin, und versuche daher auch immer mit einzubeziehen, ob die Leser*innen als Jugendliche dort abgeholt werden, wo sie sind, oder ob ein idealisiertes Bild einer Jugend entworfen wird, das eher die Erwachsenen erfreut. Nachtschwärmer gehört eindeutig zur ersten Kategorie. Die Jugendlichen sprechen, denken und verhalten sich wie ich es mich aus meiner Jugend erinnere: Hitlerwitze waren bei den Jungs in meiner Stufe an der Tagesordnung, ich habe gedankenlos andere Mädchen als „Schlampe“ bezeichnet oder „schwul“ als abwertenden Begriff für alles, was ich als kitschig oder verweichlicht empfand, verwendet. War das in Ordnung? Natürlich keineswegs. Ich und meine Mitschüler*innen mussten noch so viel lernen, über die Welt, über Diskriminierung, über uns selbst. Und um diese Phase im Leben eines Menschen zu verdeutlichen, bedeutet mir ein Buch, das in den ersten Kapiteln die Protagonistin froh darüber sein lässt, dass die Halskette ihres Freundes nicht schwul aussieht, um sich später in ein Mädchen zu verlieben, so viel mehr, als ein Buch das fraglos davon ausgeht, dass Sechzehnjährige die Bildung, Bedachtsamkeit und Wortwahl von idealisierten Erwachsenen haben. Nachtschwärmer erinnerte mich wieder und wieder schmerzhaft an mich selbst, daran, wie es war (und ist) in einer Welt aufzuwachsen, in der man noch immer lernt, gewisse Empfindungen zu unterdrücken und alles, was von der Norm abweicht, mit Skepsis zu betrachten. Und dass gerade Helena, die am Anfang ängstlich darauf bedacht ist, ja nicht aufzufallen, so endet wie sie endet, mit einer Zufriedenheit in sich selbst, ist eine Entwicklung die realistisch ist und oberflächlich betrachtet sehr undramatisch, doch, wie ich finde, für jugendliche Lesende lebensrettend sein kann

  23. Cover des Buches Mein Mauerfall (ISBN: 9783845831916)
    Juliane Breinl

    Mein Mauerfall

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Buchgarten

    schildert anhand einer fiktiven Familie die Geschichte des geteilten Deutschlands bis heute.

     

     

    Dabei kommen immer mal wieder die Familienmitglieder zu Wort, die gegensätzliche Einstellungen zur Wiedervereinigung und einen unterschiedlichen Blick auf die damalige Zeit haben. Ein anschauliches Bild – für die verschiedensten Einstellungen in der Bevölkerung.

     

    Das Buch selbst gibt einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse/Eckdaten vom Ende des 2. Weltkrieges über die Machtverhältnisse kurz nach dem Krieg über den Maueraufbau, dem Leben in der DDR kurz nach dem Mauerfall und die Auswirkungen bis heute.

     

    Diese werden durch Bildern, Zeitzeugenberichten, Informationskästen, zum Thema passenden Fragen und Antwort sowie Witzen und deren Bedeutung aufgelockert.

     

    Mir als Leser wurde eine Stück Geschichte lebendig, von mehreren Seiten beleuchtet – nähergebracht.

     

    Schön fand ich, das die Informationen sachlich vermittelt wurden. Pro und Contra der DDR und BRD recht werteneutral vermittelt werden. (Denn nicht alles an der DDR war negativ. Sie hatte durchaus positive Seiten – Konsum spielte kaum eine Rolle)

     

    In meinen Augen eine umfassende und sehr verständliche Darstellung der Geschichte Deutschland vom 2. Weltkrieg bis heute.

     

    Trockene Fakten und Daten werden interessant vermittelt, sodass Kinder und Jugendliche hier eine Menge über die jüngste Geschichte erfahren – und selbst Erwachsene noch das ein oder andere mitnehmen.

     

     

    Fazit:

    Von mir eine klare Leseempfehlung.

    Ein Kinder-/Jugendsachbuch über die Deutsche Geschichte. 

    Sehr informativ und lehrreicht – „kindgerecht“ vermittelt.

  24. Cover des Buches Endzeit (ISBN: 9783551761699)
    Olivia Vieweg

    Endzeit

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna
    Meine Meinung

    Die Graphic Novel »Endzeit« von Olivia Vieweg wurde, nach ihrer ersten Veröffentlichung 2012 im Schwarzer Turm Verlag, letztes Jahr in einem hübschen Softcover im Carlsen Verlag neu aufgelegt. Die postapokalyptische Zombie-Story hat mich alleine durch das leuchtende Cover neugierig gemacht, welches bereits auf eine außergewöhnliche Story abseits des Mainstream schließen lässt.

    Die wunderschöne bunte Farbgebung der Panels in hellen Tönen von Gelb, Orange und einer ganzen Palette an Pink-Tönen von Rosarot über Fuchsia bis hin zu Magenta mag im ersten Augenblick nicht besonders gut zu einem düsteren Endzeitszenario passen. Genau das und natürlich der starke Plot mit zwei weiblichen Hauptprotagonisten, die ganz ohne männliche Hilfe zurechtkommen haben mich unglaublich beeindruckt. Olivia Vieweg beweist mit ihrem Graphic Novel meisterhaft, dass bunte Bilder mit einer tief gehenden Geschichte Hand in Hand gehen können.

    Schauplatz der Zombie-Apokalypse ist Deutschland. Um genau zu sein, es konnten sich nur Menschen in Weimar und Jena retten und diese führen nun ein von Zäunen abgetrenntes Leben. Alle Güter zum Überleben werden über den Zugverkehr, der nun nicht mehr für Menschen bestimmt ist, ausgetauscht. Natürlich bringt eine solche Endzeitgeschichte die ein oder anderen psychotischen Traumata mit sich.

    Nach einer kurzen Einführung begegnen sich Vivi und Eva im verbotenen Zug woraus zuerst eine Zweckgemeinschaft entsteht, denn beide möchten sich nach Jena durchschlagen. Während die unterschiedlichen Charakterzüge der beiden Protagonistinnen freigelegt werden, Vivi leidet seit der Zombie-Apokalypse an Angstzuständen und kann vor lauter Albträumen kaum eine Nacht durchschlafen und Eva ist eine absolut starke Persönlichkeit, die sich viele Gedanken um die (Um)Welt macht und sich selbst zu helfen weiß, entwickelt sich eine bedingungslose Freundschaft zwischen den Mädchen.

    Das Beste an der Geschichte sind natürlich die fabelhaften Zeichnungen Viewegs, bei denen mir die andersartige Darstellung der Zombies, deren Infizierung sich durch Blumenranken bemerkbar macht, am meisten gefallen haben. Die bereits erwähnte Farbgebung sorgt für die passende atmosphärische Untermalung und erzeugt eine starke emotionale Stimmung.

    Diese Graphic Novel hat es echt in sich, denn man merkt den beiden Protagonistinnen deutlich an wie schwer sie an den Zombie-Vorfällen zu knabbern haben. Sie müssen sich nicht nur gegen die Infizierten zur Wehr setzen, sondern sich auch mit Schuldgefühlen aufgrund des eigenen Überlebens auseinandersetzen. Ein bisschen zu kurz kommt mir bei der tief gehenden Geschichte über Hoffnung und Freundschaft die Abhandlung des Endes. Außerdem hätte ich gerne noch etwas mehr über die Hintergründe dieser außergewöhnlichen Pflanzen-Zombies erfahren. Vielleicht wird es dazu ja noch eine Unterfütterung in der Filmadaption, die noch diesen Monat in die deutschen Kinos kommt, geben? Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt darauf, wie das Material filmisch umgesetzt wurde. Der Film zu Olivia Viewegs Graphic Novel kommt am 22. August 2019 in die deutschen Kinos.

    Fazit

    Eine packende Graphic Novel bei der nicht nur die Zombie-Apokalypse im Vordergrund steht, sondern es auch um bedingungslose Freundschaft und Hoffnung geht.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 13.08.2019  

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