Bücher mit dem Tag "ostpreußen"

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73 Bücher

  1. Cover des Buches Stay away from Gretchen (ISBN: 9783423220149)
    Susanne Abel

    Stay away from Gretchen

    (617)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    „Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ von Susanne Abel erzählt die Geschichte des Fernsehmoderators Tom Monderath, dessen Mutter Greta an Demenz erkrankt. Während Tom sich zunehmend um sie kümmern muss, kommen verdrängte Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit ans Licht.

    In Rückblicken erfährt man von Gretas Jugend in der Nachkriegszeit. Sie verliebt sich in den afroamerikanischen US-Soldaten Bob, doch ihre Beziehung stößt auf Rassismus, gesellschaftliche Ablehnung und politische Grenzen. Für Greta hat diese Liebe schwere Folgen, die ihr weiteres Leben prägen und lange verschwiegen bleiben.

    Gelesen habe ich „Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ eigentlich nur, weil sich der Titel auf dem Kindle meiner besten Freundin befand, den sie mir ausgeliehen hat. Schon der Titel sprach mich zunächst nicht besonders an, weil er für mich nach einer eher klassischen Liebesgeschichte klang. Doch dann gab ich mir einen Ruck – und ich bin sehr froh, dass ich den Roman gelesen habe.

    In dieser Geschichte laufen zwei traurige und berührende Zeitebenen nebeneinander. In der Gegenwart ist Greta eine ältere Dame, die langsam an Demenz erkrankt. Durch ihre Gedanken und ihr Verhalten merkt man, wie sie zunehmend abbaut. Während ihr Kurzzeitgedächtnis immer schwächer wird und sie sich teilweise kindlicher verhält, vor allem beim Essen, sind die Erinnerungen an ihre Jugend noch sehr lebendig und detailliert. Gleichzeitig kann sie diese Erinnerungen nicht mehr richtig mit den aktuellen Ereignissen verbinden.

    Ihr Sohn Tom ist ein bekannter Journalist und Nachrichtenmoderator. Durch seinen beruflichen Stress und die Erkrankung seiner Mutter gerät er immer stärker unter Druck. Er möchte seine Arbeit perfekt erledigen, muss aber gleichzeitig auf Greta achten, die immer unberechenbarer wird. Nach kurzer Zeit merkt er, dass er beide Aufgaben nicht allein bewältigen kann und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist. Tom wirkt dabei nicht immer sympathisch, da er meiner Meinung nach häufig unfreundlich reagiert und auch seine Kolleginnen und Kollegen anschreit. Gerade dadurch erscheint er aber auch menschlich und überfordert.

    Gretas Vergangenheit ist auf eine ganz andere Weise emotional. Hier geht es um Kriegsflüchtlinge, die alles verlieren, um eine zerrissene Familie und um eine Liebe, die in dieser Zeit nicht sein darf. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Greta erlebt grausame Dinge, die sie ihr Leben lang begleiten und auch einen Schatten auf die Beziehung zu ihrem Sohn werfen.

    Susanne Abel beschreibt die dramatischen Szenen packend und emotional, ohne sich in zu verschnörkelten Beschreibungen zu verlieren. Sie verwandelt ihre Figuren nicht in Heldinnen und Helden. Es sind Menschen, die Fehler machen, falsche Entscheidungen treffen und trotzdem versuchen, ihr Glück zu finden. Genau dadurch wurden die Charaktere für mich glaubwürdig und menschlich.

    Während des Lesens kamen mir oft die Tränen. Die beiden Zeitebenen haben mich auf unterschiedliche Weise sehr berührt, und das Ende ist voller Hoffnung und einfach wunderbar. Jedes Buch, das mich ehrlich zu Tränen rührt, bekommt von mir fünf Sterne, wenn auch der weitere Rahmen passt.

    Ich empfehle „Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ allen Leserinnen und Lesern, die emotionale Familiengeschichten mögen und sich für Romane interessieren, die persönliche Schicksale mit historischen Themen verbinden. Wer eine leichte, reine Liebesgeschichte erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein. Wer aber eine berührende, ernste und trotzdem hoffnungsvolle Geschichte lesen möchte, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben.

    Mein Fazit: „Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ ist keine kitschige Liebesgeschichte, sondern eine Erzählung von Krieg, Verlust und tiefem Schmerz – aber auch von Liebe, Erinnerung und Hoffnung. Mich hat das Buch emotional vollkommen erreicht und lange beschäftigt. Deshalb ist es für mich eine klare Leseempfehlung und verdient 5 von 5 Sternen.

  2. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

    (763)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Ein Buch, welches sich mit vielen Fragen auseinandersetzt. Eine Hauptfigur ist Vera,ein ehemaliges Flüchtlingskind.Ihre Mutter  war aus Ostpreußen vertrieben auf einem Hof im alten Land gestrandet,hatte den kriegsversehrten Hoferben geheiratet und für einen anderen verlassen. Bei der nun alten Vera zieht nach einer unglücklichen Liebe die Nichte Anne mit Sohn Leon ein. Neben der berührenden Familiengeschichte gibt es Städter mit idyllischen Vorstellungen, Generationskonflikte und viel mehr. Es ist sehr ironisch und realistisch, aber auch zum Nachdenken 

  3. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783958291300)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

    (568)
    Aktuelle Rezension von: SM1

    "Die Blechtrommel" ist wohl das bekannteste Werk des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass. Es bildet zusammen mit der Novelle "Katz und Maus" und dem Roman "Hundejahre" die Danziger Trilogie.

    Die zentrale Figur des Buches ist Oskar Matzerath, der im Alter von drei Jahren aus Protest beschließt, nicht mehr zu wachsen.

    Der Roman ist in drei Bücher unterteilt, deren Schauplätze Danzig (Buch eins und zwei) und Düsseldorf (Buch drei) sind.

    Aus der Sicht der Hauptfigur wird ein Stück deutscher und europäischer Geschichte auf ungewöhnliche Weise und aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschildert.

    Auch wenn es sich dabei um alles andere als leichte Kost handelt, ist der Roman größtenteils sehr unterhaltsam, so dass sich die manchmal anstrengende Lektüre letztlich lohnt.

  4. Cover des Buches Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3) (ISBN: 9783548061733)
    Nele Neuhaus

    Tiefe Wunden (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 3)

    (772)
    Aktuelle Rezension von: mxchellex678

    Tiefe Wunden ist ein solider Kriminalroman aus der Reihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. Wie gewohnt schreibt Nele Neuhaus flüssig und detailreich, wodurch sich die Geschichte angenehm lesen lässt. Der Fall selbst war spannend aufgebaut, konnte mich aber nicht vollkommen fesseln. Einige Wendungen wirkten vorhersehbar, und die emotionale Tiefe, die ich mir gewünscht hätte, blieb etwas aus.


    Trotzdem überzeugt das Buch mit einer gut konstruierten Ermittlungsarbeit und authentischen Figuren. Besonders Fans der Reihe werden hier auf ihre Kosten kommen, auch wenn es für mich persönlich kein Highlight war. Insgesamt ein gutes, solides Buch – lesenswert, aber nichts, was lange im Gedächtnis bleibt.


  5. Cover des Buches Sturmzeit (ISBN: 9783734105982)
    Charlotte Link

    Sturmzeit

    (434)
    Aktuelle Rezension von: AnneSusanne

    Eingewoben in die Irrungen und Wirrungen der deutschen Geschichte Anfang des 20. Jahrhunderts hangelt sich Charlotte Link mit ihrer Protagonistin Felicia gewohnt stilsicher durch Ostpreußen, Berlin, München, St Petersburg und wieder zurück. Die Saga ist packend erzählt, aller paar Seiten prasseln Tod, Drama, Hass und Liebe auf einen ein - es wird dem Leser etwas schwindlig mit den vielen Namen, Orten und Wendungen. In Deutschland und Europa passiert viel, und so auch in Felicias Leben und Familie. Der Roman ist ein Prosa gewordenes Geschichtsbuch. Dennoch wird man mit Felicia nicht warm, sie ist doch eher schlecht als recht, das Happy End bleibt aus, am Ende bleibt ein fahler Beigeschmack. Was ist Moral oder woher kommen Überzeugungen? Sind berechnende Menschen die erfolgreicheren? Gibt es keine Liebe? Brauchen wir Familie? Charlotte Link lässt diese Fragen offen und das macht das Buch zwar zu einen sehr guten runden historischen Roman, aber gestaltet die emotionale Entwicklung ihrer Protagonisten doch ein wenig schwach und gegen Ende mit heißer Nadel gestrickt. 

    Für alle mit Sinn für große Familiendramen vor historischer Kulisse, ohne Zwang zu Happy End, dennoch zu empfehlen. 

  6. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

    (153)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Charlotte Ritter kehrt endlich aus Paris zurück und bei Gereon Rath ist klar, endlich möchte er sich mit ihr verloben. Währenddessen jagt er den Phantom-Mörder, allerdings sehr erfolglos. Und dann taucht eine Leiche im Fahrstuhl vom Unterhaltungshaus Vaterland auf, die sie vor Rätsel stellt. Wie kann ein Mann in einem Fahrstuhl ertrinken? Die Spur führt bis nach Ostpreußen und so muss Rath plötzlich in der fremden Provinz ermitteln.

    Der Schreibstil ist wie immer fließend, fesselnd und lässt dem Leser viele Eindrücke durch den Sichtwechsel zwischen mehreren Protagonisten. Durch die stets präsente zeitgeschichtliche Einordnung und viele historische Details, wird es nur um so interessanter. Die Handlung dieses Buches ist im Jahr 1932 angesiedelt und der politische Wandel wird gerade in diesem Buch schon sehr spürbar. Besonders interessant sind die herausgearbeiteten Unterschiede, zwischen Berlin und Ostpreußen, sowohl politisch, als auch im gesamten Lebensalltag und dem Verhalten der Menschen. Fakten und Örtlichkeiten sind, soweit genutzt, hervorragend recherchiert. Aber auch die einzelnen Charaktere bekommen wie immer genug Raum und der Leser erfährt allgemein, wie es um Rath und seine Kollegen bestellt ist.

    Mein Fazit: Für mich immer wieder eine der besten Krimireihen. Nicht nur, weil der historische Zeitpunkt mich einfach interessiert, sondern weil hier das Gesamtkonzept stimmt. Der nächste Teil liegt bereits und ich freue mich darauf. Für Alle, die die Reihe noch nicht kennen: Unbedingt lesen!


  7. Cover des Buches Sturmzeit - Wilde Lupinen (ISBN: 9783734106019)
    Charlotte Link

    Sturmzeit - Wilde Lupinen

    (315)
    Aktuelle Rezension von: Gute_Nacht

    Inhalt 

    Deutschland 1938. Auch wenn alle Zeichen auf Sturm stehen, kümmert die junge Belle Lombard Politik nur wenig. Einzig den Filmstudios in Berlin gelten ihre ehrgeizigen Pläne. Indessen verteidigt ihre Mutter Felicia rücksichtslos ihre eigenen Interessen. Doch das Chaos macht auch vor der weitverzweigten Familie der beiden Frauen nicht halt …

    Fazit 

    Auch der zweite Teil der Reihe ist äußerst spannend. Belle ist sehr sympathisch, aber auch Felicia mag ich echt gerne. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Band.

  8. Cover des Buches So zärtlich war Suleyken (ISBN: 9783455004281)
    Siegfried Lenz

    So zärtlich war Suleyken

    (99)
    Aktuelle Rezension von: AndreasKueck

    Allein der Titel klingt wie ein Versprechen…!

    Suleyken: dieses kleine ostpreußische Dorf im Masurenland, das mit seinen knapp über 300 Einwohnern und ohne Anschluss an eine Bahnverbindung kaum einer Erwähnung wert wäre. Hätte es da nicht diesen Literaten gegeben, der den dort lebenden Menschen mit seinen Geschichten ein literarisches Denkmal setzte.

    Friedrich Lenz lässt als Ich-Erzähler die Leserschaft sehr nah an sich und seine Figuren heran. Da werden wir direkt von ihm angesprochen und aufgefordert, uns einen eigenen Eindruck von den manchmal merkwürdig anmutenden Geschehnissen in Suleyken zu machen. So lernen wir Hamilkar Schaß, den Großvater des Erzählers, kennen, der als hochgebildet gilt, da er eine ausgeprägte Liebe zur Literatur pflegt. Diese Liebe ist so mächtig, dass weder ein dramatischer feindlicher Überfall noch die Einberufung zu den Kulkaker Füsiliere seine Lese-Sucht stoppen kann. Dank dieser Sucht bleibt unser wackerer Hamilkar Schaß selbst bei den zähen Verhandlungen um die Poggenwiese völlig entspannt und lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Der Erfolg gibt ihm Recht.

    Doch auch die anderen Leut’ in diesem kleinen Dorf bezaubern durch eine listige Bauernschläue und einem recht ursprünglichen Gefühl für Ehre. Bei ihrer sehr eigensinnigen Auslegung von Recht und Ordnung, die durchaus auch sehr handgreiflich ausgetragen werden kann, sind sie niemals bösartig, hinterhältig oder gemein. So würde Alec Puch niemals von Diebstahl sprechen, wenn er für sich und seine Söhne Köstlichkeiten für das Osterfest „organisiert“. Ich glaube, dass das Adjektiv „plietsch“ es am ehesten beschreibt.

    Der Obrigkeit stehen die Bewohner*innen von Suleyken durchaus mit Respekt, doch nicht übermäßig ehrerbietig gegenüber. Verordnungen sind dafür da, – Naja! – um für Ordnung zu sorgen. Doch oftmals entspricht diese Ordnung nicht den Vorstellungen der Dorfbewohner*innen. Da beherbergt Jadwiga Plock, die – obwohl seit Jahren Witwe – es sich nicht nehmen lässt, regemäßig strammen Kindern das Leben zu schenken, eine mehr-köpfige Gesundheits-Kommission äußerst geduldig und gastfreundlich in ihrem Heim. Diese Kommission ist extra zusammengekommen, um die Plocksche Kinderschar zu impfen. Dumm nur, dass diese sich direkt nach Ankunft im nahen Wald versteckt hat und erst wieder auftaucht, als die Kommission nach Wochen des Ausharrens unverrichteter Dinge wieder abzieht.

    Vielmehr tragen die Suleykener*innen ein gütiges Herz in ihrer Brust, das oftmals auch auf der Zunge zu finden ist. Doch manches Mal schlägt dieses Herz so voller Macht bis zum Hals, dass das Sprechen kaum möglich scheint. Wie sonst wäre der ungewöhnliche Heiratsantrag zu erklären, den der große, schweigsame Holzfäller Joseph Waldemar Gritzan seiner angebeteten Maid Katharina Knack macht. So lässt der Autor vor unserem inneren Auge prägnante Porträts von einfachen Menschen entstehen, die stets sehr viel Wärme ausstrahlen und nie den Respekt vermissen lassen.

    Doch schon im Jahre 1955, als Siegfried Lenz diese zwanzig gar kunstvollen „Masurischen Geschichten“ zu Papier brachte, gab es das von ihm beschriebene Masurenland nicht mehr. Selbst direkt um die Ecke in der Stadt Lyck geboren, wurde Suleyken für ihn zum Sehnsuchtsort seiner Kindheit, zur Erinnerung an eine längst vergangene Zeit. Seine Figuren sind urwüchsig, skurril und gütig. Sie stolpern von der einen in die nächste unglaubliche Geschichte, die Lenz liebevoll mit schelmischen Witz, feiner Sensitivität und einem unverwechselbaren Charme erzählt.

    Ach, Syleyken, du bist mir so sehr ans Herz gewachsen!

  9. Cover des Buches Die Zeit der Kraniche (ISBN: 9783746633565)
    Ulrike Renk

    Die Zeit der Kraniche

    (92)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Der letzte Teil der Familien-Saga um die Baronin Frederike und ihren drei Kindern auf ihrem Gut, welches sie meistenteils alleine bewirtschaften muss. Ihr Mann Gebhard wird immer wieder verhaftet, erst von den Nazis, dann von den Russen. Obwohl er so ein recht schaffender Mann ist, der nur für seine Leute das Beste getan hat und nie in der Partei war, noch Spion, noch Menschenrechtsverletzer. Man ist schockiert was man dem guten Mann alles antut.

    Frederike leidet auch unter den Anschuldigen, kann aber nicht helfen und man will sie zum Schluss auch noch verhaften. Im letzten Augenblick kann sie aus dem Osten fliehen. Nun hat sie alles verloren, ihren Mann ihre Heimat, aber sie ist eine starke Frau die nie aufgibt.

    Fazit:

    Der dritte Teil ist für mich der Beste. Spannend von der ersten Seite an. Man leidet mit Frederike und wird von ihren Erlebnissen und der Dramatik nur so mitgerissen. Bemerkung, man braucht die Vorgängerbände nicht zu kennen, man kommt wunderbar in die Handlung.


  10. Cover des Buches Dezembersturm (ISBN: 9783426512241)
    Iny Lorentz

    Dezembersturm

    (221)
    Aktuelle Rezension von: abuelita


    …als Krimis und Thriller wollte ich lesen und so habe ich zu diesem ersten Band einer Trilogie gegriffen.

    Hat es mir gefallen? J-ein. Ich fand das Leben ins Ostpreußen im Jahr 1875 nicht schlecht geschildert, aber was der Protagonistin Lore nun so Schlag auf Schlag alles zustößt…doch etwas sehr übertrieben.

    Die Personen sind entweder gut oder böse, Zwischentöne scheint es hier nicht zu geben. Eher lustig fand siebenjährige Nathalia…..Ihr werdet selbst sehen, warum….

    Nun, ich habe die anderen beiden Bücher auch hier und werde sehen, wie es weitergeht und ob es mich doch noch zu fesseln vermag.

    Bisher war es eher ein „les ich jetzt, hab ich morgen vergessen“…Buch…..

     

     

  11. Cover des Buches Das Lied der Störche (ISBN: 9783746632469)
    Ulrike Renk

    Das Lied der Störche

    (149)
    Aktuelle Rezension von: MarinaH

    Es ist schon das dritte Buch, welches ich von Ulrike Renk lese und ich muss sagen, sie ist nicht wirklich meine Lieblingsautorin. Ich hatte mir etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt, man kann es gut lesen, aber bei mir wird es nicht in Erinnerung bleiben.
    Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach, man kommt gut durch das Buch und es gibt keine Probleme damit. Auch zieht sich keine Stelle zu lang, die Aufteilung hat mir auch gefallen.
    Leider konnte ich die verschiedenen Charaktere durch das Buch nur mäßig kennenlernen. Der Hauptcharakter hat sich überhaupt nicht ihrem Alter entsprechend verhalten. Sie kam mir nicht so vor als wäre sie 19, sondern Mitte 40.
    Die Geschichte an sich hat mir nicht gefallen, es gab keinen richtigen Spannungsbogen und unter dem “dunklen Geheimnis” von Ax habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt.
    Es war nun meine dritte Chance, die ich der Autorin gegeben habe, aber ich glaube es war damit auch meine letzte.
    Die Reihe werde ich auch nicht mehr weiterlesen. 

  12. Cover des Buches Königsberg. Bewegte Jahre (ISBN: 9783442489305)
    Nora Elias

    Königsberg. Bewegte Jahre

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte7

    Dies ist der 2. Band von "Königsberg". Es geht um die gleichen Familien wie im ersten Band. Während der erste Band Ende des 19. Jahrhunderts spielt, handelt es sich nun um die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1920 Endet die Geschichte. 

    Der 2. Band ist packender, weil die Kriegsereignisse natürlich fürchterlich waren und mir mal wieder sehr nahe gingen. 

    Es wird gut dargestellt, wie sich die Zeiten durch den Krieg geändert haben, wie sich auch alte gesellschaftliche Formen aufgelöst haben. 

    Ich habe mit den Familien mit gefiebert und mitgelitten, es war großes Lesevergnügen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Allen, die historische Romane und Familiensagas lieben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.  

  13. Cover des Buches Die Jahre der Schwalben (ISBN: 9783746633510)
    Ulrike Renk

    Die Jahre der Schwalben

    (115)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Im zweiten Teil der Familien-Saga geht es um Frederike die mit Ax einem Gutsbesitzer verheiratet wird. Man hat ihr verheimlicht das ihr Mann sterbenskrank ist und sich statt um sein Gut kümmern zu können,  ist er jahrelang in diversen Sanatorien, darunter auch in Davos. Frederike ist gezwungen das Gut zu leiten. Da sie eine schlaue und wissbegierige Frau ist schafft sie das auch. Doch nach dem Tod ihre Mannes ist sie ganz alleine bis sie ihren neuen Ehemann Gerald kennenlernt. Alles spielt sich in de Zeit des heraufkommenden Zweiten Weltkrieges ab, der Friderike und der ganzen Familie viel abverlangen wird.

    Fazit: 

    Etwas langatmige Handlung, hoffe der dritte und letzte Teil wird besser.


  14. Cover des Buches Alle müssen mit (ISBN: 9783596035380)
    Lo Malinke

    Alle müssen mit

    (39)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Die Geschwister Inge, Klaus und Uwe haben seit Jahren keinen Kontakt zueinander – erst bei der Testamentseröffnung ihres verstorbenen Vaters kommt es zu einem Wiedersehen. Den Geschwistern wird mitgeteilt, dass das Erbe nur dann ausgezahlt wird, wenn sie gemeinsam nach Polen reisen, um dort die Asche ihres Vaters zu verstreuen. Ein Roadtrip der besonderen Art…

    Erster Eindruck: Das Cover ist sehr gut gelungen, der Buchtitel ist in die Strasse „eingebaut“ – gefällt mir.

    Das war für mich das zweite Buch von Lo Malinke, nach „Alle unter einer Tanne“. Jenes Buch, das sein Debüt war, hat mir ausgezeichnet gefallen. Etliche Klischees wurden zwar arg strapaziert, aber auf eine witzige, bissige Art. Daher war ich sehr gespannt auf das vorliegende Buch. Und?

    Wie mein Rezensionstitel schon verrät, kam es bei mir schweren Herzens zu einem Buchabbruch nach 135 von 335 Seiten. Normalerweise hat ein Buch (und somit der Autor) ca. 50 Seiten Zeit, mich zu überzeugen. Da ich dieses Buch unbedingt mögen wollte – schliesslich fand ich das obgenannte Debüt wirklich toll –, gab ich ihm viel mehr Zeit (und Seiten). Ich merkte jedoch mit jeder weiteren gelesenen Seite, dass es mich einfach so gar nicht packt. Mich interessieren z.B. menschliche Ausscheidungen jedwelcher Art überhaupt nicht (und sie bieten für die Geschichte auch keinen Mehrwert). Ich konnte zu keiner einzigen Person eine Beziehung aufbauen – alle haben mich nur genervt und ich habe fortlaufend den Kopf geschüttelt. Die Geschwister Inge, Klaus und Uwe haben seit Jahren nicht miteinander gesprochen und jeder macht dem anderen insgeheim Vorwürfe. Darüber sprechen? Sicher nicht! Inge idealisiert ihren verstorbenen Vater, auf den Klaus sehr wütend ist. Uwe wirkt spätpubertär und ist eher gleichgültig – er hat andere Sorgen mit sich selbst und seinem Liebesleben. Das wiederum – Uwe ist schwul – ist für Klaus offenbar ein schwieriger Punkt. Inge und ihre Tochter Jule haben sich im Grund der Dinge auch nicht viel zu sagen. Diese Vierergruppe muss also mit dem Notariatsgehilfen den Roadtrip nach Polen unternehmen, um das Erbe antreten zu können. Aber was gibt es überhaupt zu erben? Was erhoffen sich die Geschwister von dieser Reise? Eine bessere Beziehung zueinander?

    Auf dem Cover steht „Ein unvergesslicher, erhellender Roadtrip.“ – diesem Votum kann ich mich leider nicht anschliessen. Von mir gibt es aufgrund des Buchabbruchs leider nur 1 Stern, schade.

  15. Cover des Buches Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1) (ISBN: 9783548289571)
    Beate Sauer

    Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)

    (102)
    Aktuelle Rezension von: lisolino

    Echo der Toten von Beate Sauer hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands ist unglaublich dicht und eindringlich beschrieben. Besonders dem Leben der Menschen im zerstörten Köln mit ihren täglichen Entbehrungen und der Last der Kriegserlebnisse ist dabei viel platz eingeräumt. Man spürt beim Lesen förmlich den Mangel, aber auch den starken Willen zum Überleben. Eigentlich habe ich die ganze Zeit beim lesen gefroren.

    Die Geschichte entfaltet sich ruhig und bedacht, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Gerade dieses langsame, gut nachvollziehbare Erzählen hat mir sehr gefallen, da es den Figuren Raum gibt. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und geben ihre Geheimnisse erst mit der Zeit preis.

    Der historische Aspekt der weiblichen Beamten war mir völlig neu und hat mir ein Stück Geschichte näher gebracht.
    Insgesamt ein atmosphärisch dichter, emotionaler Roman, der nachwirkt und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

  16. Cover des Buches Wimmerholz (ISBN: 9783849577643)
    Michael Paul

    Wimmerholz

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Maritahenriette

    Nach dem 2.Weltkrieg sind Hunderte von deutschen Wehrmachtsangehörigen über die Ostsee nach Schweden geflohen. Dort in Lagern  interniert warteten sie auf die Überführung nach Deutschland und sollten dort den Engländern übergeben werden.  Die damalige schwedische Regierung hielt sich jedoch nicht an diese Zusage. Aus Angst vor der russischen Gefangenschaft verletzten,  verstümmelten oder haben sich viele Millitärangehörige selbst getötet. Der 30. November 1945 geht in die schwedische Geschichte als der.      "blutige Freitag "ein. 

    MEINE MEINUNG :
    Michael Paul verarbeitet die historische Tatsache um die fiktive Geschichte des Soldaten Martin Greven und der zehnjährigen Lena. 
    Am Anfang des Buches musste ich mich ein wenig an den Schreibstil gewöhnen. Durch die detailgetreue Recherche und die einfühlsame Geschichte um das Waisenkind Lena wurde ich schnell in den Bann gezogen. Die lebensgefährliche Flucht über die Ostsee,  das Lagerleben und die Überführung der deutschen Wehrmachtsangehörigen nach Russland hat der Autor sehr bildlich und eindrucksvoll geschildert. Diese Tatsache war für mich teilweise sehr bedrückend zu lesen und hat mich zum denken angeregt. Gerade der Kontrast zwischen den sich zuspitzenden Lagerleben,  der Hilfsbereitschaft der schwedischen Bevölkerung, die mitunter im Roman Martin und und das Kind verstecken, führten mich während des lesens in eine "emotionale Achterbahn ".
    Die real existierende geheime Organisation der Werwölfe,  welche hier Martin und Lena bedrohen,  hat der Autor in seinem Buch sehr ausdrucksvoll eingesetzt. 

    FAZIT :
    "Wimmerholz " von Michael Paul besitzt verschiedene Handlungsstränge welche mit viel Spannung und Gefühl umgesetzt wurde. Der Kontrast zwischen Angst, Gewalt,  Hilfsbereitschaft und Liebe macht das Buch nicht unbedingt zur einfachen Kost. Die Umsetzung realer,  aber nicht jedem präsenter Vergangenheit in einem Roman, ist  nach meiner Meinung,  sehr gelungen und absolut lesenswert. 
  17. Cover des Buches So weit die Störche ziehen (Die Gutsherrin-Saga 1) (ISBN: 9783548062525)
    Theresia Graw

    So weit die Störche ziehen (Die Gutsherrin-Saga 1)

    (139)
    Aktuelle Rezension von: ChaptersByMidnight

    Dora wächst auf einem Pferdegestüt in Ostpreußen auf. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, ist sie noch jung. 

    sie will sich amüsieren und Spaß haben doch mit Voranschreiten des Krieges reift auf sie heran. 

    sie muss ihr Pflichtjahr absolvieren, das sie in einem Lazarett verbringt.

    hr Verlobter Wilhelm wird als Soldat eingezogen und wird zunächst vermisst. 

    bei einem Verwandtschaftsbesuch in Königsberg lernt Sie Kurt kennen, einen Kriegsfotograf. Er soll letztendlich ihre große Liebe werden.

    Vom behütet Leben als Gutstochter mit Bediensteten und allen Annehmlichkeiten über Krieg, Hunger, Flucht, Vergewaltigung und schließlich Vertreibung wird in der Erzählung nichts beschönigt. Um so grausamer, dass der Roman auf der  Biographie der Mutter und der Großeltern der Autorin beruht.

    Am Schluss wurde das Buch so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Wer historische Romane mag, dem kann ich die Geschichte nur ans Herz legen. 

  18. Cover des Buches Bis wir uns wiedersehen (ISBN: 9783806242188)
    Catherine Bailey

    Bis wir uns wiedersehen

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Pitty318


    "Bis wir uns wiedersehen" von Catherine Bailey ist ein als Thriller geschriebenes Buch vor allem über die Odyssee der Sippenhäftlinge des 20. Juli 1944 von September 1944 bis Mai 1945.

    Gleichzeitig hat die Autorin die einzelnen Stationen der Gruppe mit vielfältigen Informationen von Angriffen, Frontlinien, gleichzeitigen Ereignissen im Hauptquartier und vor allem Aktionen von Heinrich Himmler, von dessen Entscheidungen das Überleben der Gruppenmitglieder abhing, in Szene gesetzt. 

    Als die Handlung zu Beginn in Oberitalien Mitte 1944 spielt, erfährt der Leser/die Leserin viel über den Widerstand in Italien, über Handlungen von Mussolini und der Unterstützung bzw. Besetzung der Deutschen in Italien. Als die Sippenhaft für Fey von Hassell beginnt und sie von ihren beiden Kindern getrennt wird, verlagert sich die Aufmerksamkeit auf das Geschehen in Deutschland auf ihre Aufenthalte in KZs und Vernichtungslagern. Jedesmal hat die Autorin umfangreiches Hintergrundmaterial eingeflochten. 

    Ich habe viele Namen der erwähnten Personen nachgeschlagen und weitere Infos erhalten. Aber auch ohne das, ist das Buch sehr, sehr lesenswert, wenn man sich für das Thema interessiert. (21.02.2025)

  19. Cover des Buches Wie Treibholz im Sturm (ISBN: 9783426654316)
    Daniela Ohms

    Wie Treibholz im Sturm

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Annie_liest

    Aufgrund der Bewertungen und des Klappentextes habe ich schon eine emotionale Geschichte erwartet. Allerdings ist das Buch in so vielen Arten ergreifend, dass ich noch lange daran zu verarbeiten habe. 


    Die Hauptprotagonisten Hannah wird 1943 in Hamburg ausgebombt und auf ein Gut nach Schleswig-Holstein evakuiert. Hier versucht sie nach dem Verlust ihrer gesamten Familie wieder ins Leben zurückzufinden.

    Zuerst entsetzt muss sie hinnehmen, dass drei ehemalige Wehrmachtssoldaten in ihrer kleinen Dachkammer einquartiert werden. Langsam ergibt sich mehr als eine Bedarfsgemeinschaft zwischen ihnen und besonders der schweigsame Fuchs zieht sie in ihren Bann.

    Doch was dieser im Krieg erleben musste und selbst getan hat, kommt erst im Laufe der Geschichte ans Tageslicht und stellt die Beziehung zwischen ihm und Hannah auf eine Probe.

    Mich hat nicht nur die Geschichte von Hannah und Fuchs berührt sondern auch das Schicksal der Nebenfiguren, wie der Flüchtlingsfrau Gitte oder auch des Gutsherrn. 

    Besonders hat mich das Setting in seinen Bann gezogen, wohl auch aufgrund meiner Verbindung zu Schleswig-Holstein und der Situation der Flüchtlinge/Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten.

    Ich kann dieses Buch auch aufgrund des flüssigen Schreibstils und der bildgewaltigen Sprache uneingeschränkt empfehlen, auch wenn es sicherlich keine leichte Kost ist.

  20. Cover des Buches Das Bernsteincollier (ISBN: 9783741301926)
    Eva Grübl-Widmann

    Das Bernsteincollier

    (49)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Nachdem ich von dem neuesten Buch der Autorin „Töchter der verlorenen Heimat“ so begeistert war, begann ich ein wenig zu recherchieren und stieß dabei auf „Das Bernsteincollier“ (Band 1 von 4 ihrer bewegenden Familiengeschichten). Und genau so schnell wie bei erstgenanntem Buch war ich wieder eingetaucht in eine spannende Spurensuche in die Vergangenheit.

    Diesmal treffe ich in der Gegenwart auf Inga, Magnus und ihre Mutter Pernilla, die dem totgeweihten Kalle inzwischen nicht mehr von der Seite weichen. Er hat nicht mehr lange zu leben, doch seine Geschichte ist noch nicht auserzählt. Er verbirgt ein Geheimnis, vor dessen Aufklärung er sich gleichzeitig zu fürchten scheint und doch der Entdeckung entgegenfiebert. Spontan macht sich Enkelin Inga nach dem Fund eines wunderbaren Bernsteincolliers auf den Weg in das frühere Königsberg in Ostpreußen, wo ihr Opa seine Wurzeln zu haben scheint. In Begleitung des sehr kundigen Reiseführer Andrej, dem sie vor Ort über den Weg läuft, beginnt sie ihre Recherche, doch das Geheimnis scheint so schnell nicht aufgedeckt zu wollen …

    Der Schreibstil ist – wie von der Autorin gewohnt - angenehm flüssig und ich wollte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Ihr kennt das Gefühl, wenn man einfach noch schnell ein Kapitel lesen möchte aus dem dann zehn werden und man deshalb morgens gerädert im Büro ankommt? Sehr gut gefallen hat mir die fundierte Recherchearbeit von Eva, die dem Roman die nötige Tiefe gibt, die er verdient.

    Ich möchte das Buch an dieser Stelle unbedingt weiterempfehlen und vergebe sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl.

  21. Cover des Buches Findelmädchen (ISBN: 9783548065687)
    Lilly Bernstein

    Findelmädchen

    (194)
    Aktuelle Rezension von: Anne_Siem_

    Auch in diesem Buch spielt Lilly Bernstein ihre ganzen Stärken aus: detailliert, nachvollziehbar und mit viel Gefühl werden die Nachkriegswirren aufgezeigt und man fühlt sich komplett in diese Zeit versetzt.
    Helga ist eine starke Protagonistin, welche viel aushalten muss, aber dennoch immer für sich und andere kämpft.
    Hochemotional und authentisch konnte ich anhand von Helga die Nöte aus der Nachkriegszeit kennenlernen.

    Lediglich das Ende war mir in diesem Fall etwas "zu viel".

    Dennoch eine absolute Leseempfehlung, vor allem aufgrund der absolut authentischen Darstellung!

  22. Cover des Buches Altenstein (ISBN: 9783499272516)
    Julie von Kessel

    Altenstein

    (48)
    Aktuelle Rezension von: LuiseLotte
    Julie von Kessel skizziert in ihrem Roman die Geschichte einer adligen Familie, die ihre Heimat Ostpreußen in den letzten Kriegswochen verlassen muss und über einen weiteren Familiebesitz, Altenstein in Brandenburg, schließlich in den Westen gelangt und im Rheinland ansässig wird. Der Erzählbogen spannt sich vom Jahr 1943 bis 2005, doch geschieht dies nicht chronologisch, sondern findet auf mehreren unterschiedlichen Zeitebenen in ungeordneter Reihenfolge statt. So ungewöhnlich der Aufbau des Romans ist, was den Lesefluss erheblich behindert und dem Leser ein gewisses Maß an geistiger Flexibilität abverlangt und durchaus zu manchen Verwirrungen und Unklarheiten führt, so klar und gewählt ist jedoch die Sprache der Autorin, die sich auf hohem Niveau bewegt. Nie auch verliert sie sich im Dramatischen, nie in dessen Gegenteil. Daduch wird es dem Leser nicht leicht gemacht, sich den Charakteren des Buches zu nähern. Diese bleiben seltsam blaß, was sich auch bis zum Ende der Geschichte nicht ändert. Und sie sind überdies von komplizierter, sperriger Natur, allen voran Agnes, das Oberhaupt der Familie von Kolberg, die die Flucht tatkräftig und effizient organisiert wie auch den folgenden Neubeginn im Westen. Sie nötigt dem Leser zwar Respekt ab, gewinnt aber kaum seine Zuneigung, da sie von rigoroser Natur ist und trotz aller Bemühungen für ihre Kinder sich selbst immer am nächsten ist. Die Kinder selbst sind natürlich durch diese dominante Mutter und all die Erlebnisse auf der Flucht geprägt und ihr Leben als Erwachsene nimmt Verläufe, die von unheilbarer Zerrissenheit sprechen. Julie von Kessel konzentriert sich hauptsächlich auf die beiden jüngsten Sprösslinge der Kolbergs, längst nicht auf alle, was auch in Ordnung ist, denn deren Lebensläufe bewegen sich eher unauffällig und in weniger dramatischen Bahnen.
    Viel Schweres und Trauriges kommt zur Sprache, das manchmal beinahe unerträglich wird. So geschieht es, dass Konrad, das jüngste Kind der Familie, der eigentlich nie richtig ins Leben gefunden hat, der vieles ausprobiert, aber im Grunde untüchtig ist, beschließt, nach der Wende den Besitz in Brandenburg, Altenstein, zurückzuerhalten. Dabei schätzt er nicht nur die Gesetzeslage zur Rückgabe konfiszierter Ländereien und Besitze falsch ein, sondern auch die Bereitschaft seiner Geschwister, seine Bemühungen mitzutragen oder zu unterstützen. Und so kommt es, wie es kommen muss - und der Leser muss mitansehen, wie eine Familie, die so viel Schweres miteinander durchgestanden hat in den schlimmen Zeiten, in den guten langsam auseinanderfällt....
    Nein, ein leichtes und gefälliges Buch ist "Altenstein" gewiss nicht! Kein am Ende versöhnliches und auch keines, das man nach dem Lesen befriedigt beiseite legt. Unbeantwortete Fragen schweben im Raum, unwillkürlich auch stellt man Vergleiche an zu anderen Romanen, die man zu dem Thema Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gelesen hat. Eindringlichere Romane, solche, die nicht so spröde daherkommen, bei deren Lektüre man nicht der stille Beobachter ist, der sich an die Geschichte und ihre Handlungsträger nicht annähern möchte, auch nicht kann, sondern die den Leser sofort in ihren Bann ziehen. Dies vor allem vermisse ich bei Julie von Kessels Werk - es berührt mich nur oberflächlich, geht nicht tiefer, wird ständig überlagert von eben jenen zitierten Büchern anderer Autoren zum selben Thema. Und daran kann auch die geschliffene Sprache zu meinem Bedauern nichts ändern!
  23. Cover des Buches Anfang einer neuen Zeit (ISBN: 9783775161831)
    Tabea Rompf

    Anfang einer neuen Zeit

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_talk


    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Das Buch liest sich flüssig und am liebsten hätte ich es gar nicht weggelegt.

    Das Buch hat mich durch eine Achterbahn der Gefühle geführt. Ich habe mitgeweint, mitgehofft und das Knistern zwischen den Protagonisten mitgefühlt.


    Emma und Ajoscha, die Protagonisten, waren mir beide super sympathisch. Beide haben ihr Päckchen zu tragen. 

    Emma ist eine starke Frau, die aber viel erleiden musste und oft Opfer der Umstände wurde. Auf Grund dessen hinterfragt sie alles und jeden. All ihre Erlebnisse lassen sie daran zweifeln, dass es einen Gott gibt.

    Ajoscha ist überzeugter Christ, dient aber in der Roten Armee. Das bringt ihn immer wieder in Gewissenskonflikte und in Gefahr.

    Sowohl Ajsocha als auch Emma sind sehr authentisch beschrieben mit ihrer Zerissenheit, ihren Wünschen und Ängsten.


    Die Zeit, in der der Roman spielt, ist hoch brisant und interessant. Die Rote Armee rückt zum Ende des Krieges immer weiter in Deutschland ein und leider kommen die schlechten Gerüchte nicht von ungefähr.

    Viele Deutsche müssen ihre Heimat verlassen, doch in den Besatzungszonen werden sie als Polen und Tschechen nicht gern gesehen. In ihre Heimat können sie aber auch nicht zurück, da sie dort als Deutsche gehasst werden. 

    Da der Krieg jetzt vorbei ist, hat der Geheimdienst der UdSSR wieder Zeit für die innenpolitischen „Gefahren“ und so geraten die Christen wieder in den Fokus.


    Was das Buch in meinen Augen aber so besonders macht, ist die Art und Weise, wie die Autorin hier den Glauben einwebt. In diesem Buch stecken so viele Weisheiten über den Glauben und Antworten auf Fragen, wie „Wie kann Gott so etwas Schreckliches zulassen, wenn er doch gut und allmächtig ist?“.  

    Aber auch Vergebung ist ein großes Thema hier.


    Dieser Roman ist ein absolutes Highlight für mich und ich kann ihn jedem wärmstens ans Herz legen!! 


  24. Cover des Buches Das Mädchen aus Ostpreußen (ISBN: 9782496712032)
    Karin Lindberg

    Das Mädchen aus Ostpreußen

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Streifi

    Johanna kehrt zurück zu ihren Großeltern, ihr Leben in Köln hat sie nach einer großen Enttäuschung hinter sich gelassen. Noch weiß sie nicht wie es weiter gehen soll. Und dann findet sie heraus, dass es im Leben ihrer Großmutter wohl eine Geschichte gibt, die sie nicht kennt, aber eventuell ihr Leben über den Haufen werfen könnte.

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Johanna, die nach einer unglücklichen Beziehung ihr Leben überdenken muss. Auf dem Hof ihrer Großeltern versucht sie nach vorne zu schauen, muss dabei aber erst einmal mit ihrer Vergangenheit abschliessen.

    In der zweiten Zeitebene begleiten wir Netti, Johannas Großmutter, die mit ihrer Familie am Ende des zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen flüchten musste. Sie kommen in Lüneburg unter und Netti gelingt es eine Anstellung als Haushälterin bei einem britischen Offizier zu bekommen. Der ist allerdings sehr abweisend, aber die Stellung sichert das Überleben der Familie.

    Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Gerade im Teil von Netti wird klar wie sehr die Vertriebenen haben leiden müssen. Erst haben sie ihre Heimat verloren, schreckliches auf der Flucht erlebt und wurden dann noch von der einheimischen Bevölkerung wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Netti ist dabei eine tolle Figur, sie verliert trotz der schrecklichen Umstände nicht den Lebensmut und schafft es dabei anderen mit Freundlichkeit zu begegnen, wo ihr selbst nur Hass entgegenschlägt.

    Johanna fand ich zwischenzeitlich ziemlich anstrengend. Anstatt sich den Großeltern anzuvertrauen macht sie alles mit sich aus und schafft es nicht mit den Menschen zu sprechen, die ihr am Herzen liegen. Glücklicherweise hat sie aber ein Umfeld, das damit umgehen kann und so kommt sie im Laufe des Buches doch wieder zurück in die Spur.

    Der Schreibstil war toll, ich konnte mir die Gegend in beiden Teilen gut vorstellen und auch das Zeitgefühl hat in beiden Ebenen gut gepasst. Der Zeitenwechsel hat nicht gestört und man hat das Buch flüssig weggelesen. Alles in allem war es ein tolles Buch, das mich gut unterhalten hat.

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