Bücher mit dem Tag "pakistan"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "pakistan" gekennzeichnet haben.

395 Bücher

  1. Cover des Buches Someone to Stay (ISBN: 9783736314528)
    Laura Kneidl

    Someone to Stay

     (247)
    Aktuelle Rezension von: Taya

    Aliza, Freundin von Micah und Cassi aus den vorherigen Bänden, ist wirklich voll gepackt mit Arbeit. Blog, Instagram, ein eigenes Kochbuch, das kurz davor ist,  rauszukommen und dann ist da auch noch das Jura-Studium. Das gibt so viel Streß, dass sie nicht mal Zeit hat richtig, sich mit ihren Freunden zu treffen oder ihre Familie zu besuchen. Allein lebt sie mittlerweile auch, weil sie sich für das Kochen einfach entfalten möchte. 


    Doch dann tritt Lucien wieder in ihr Leben und sie merkt, dass sie ihn wirklich mag und mehr Zeit mit ihm verbringen will. Doch wie soll sie das alles machen? Aber auch Lucien möchte die Zeit mit ihr verbringen und so treffen sie sich zwischendurch immer wieder mal, kommen sich näher. Nichts festes. Aber es ist halt irgendwie schön, jemanden zu haben, der einem zuhört, der für einen da ist und auch verstehen kann, wenn man mal keine Zeit hat. 


    Doch die Bindung scheint immer intensiver zu werden, bis Aliza sich einen Tag um Luciens kleine Schwester kümmert und dabei ein Unfall passiert. Die 15jährige verletzt sich nicht schlimm, trotzdem ist es für Lucien ein No Go und er bricht alles mit Aliza ab. Das Lucien und seine Schwester ihre Eltern verloren haben, macht das ganze natürlich nicht einfacher.
    Finden die beiden trotzdem wieder zueinander? Wie wird es mit ihnen weitergehen? Und können Alizas Freunde ihr aus dieser Krise helfen? 


    Someone to Stay kann mit den vorherigen Bänden für mich nicht richtig mithalten, aber trotzdem war es wieder eine schöne Geschichte um Aliza und Lucien. Es hat mir sehr viel Freude begleitet, die beiden zu begleiten und mit zu fiebern. 

  2. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.921)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Dies ist die Geschichte von Amir und Hassan, zwei afghanischen Jungs. Sie sind befreundet, obwohl der Vater von Amir geschätzt und wohlhabend ist und Hassan „nur“ sein Diener. Während Amir zur Schule geht, bügelt ihm Hassan die Hemden. Als Hazara gehört er einer Ethnie an, die von den meisten Afghanen verachtet wird. Doch Hassan ist treu, lässt nichts auf Amir kommen. Das Aufwachsen ohne Mutter, nur mit dem Vater, verbindet sie. Allerdings lebt Hassan bei seinem Vater Ali in einer armseligen Hütte und Amir in einem palastähnlichen Haus.

    Schon im ersten Kapitel erfahren wir vom Ich-Erzähler Amir, dass er mit zwölf Jahren, im Winter 1975, große Schuld auf sich geladen hat. Dann berichtet er – fast übergangslos - von der gemeinsamen Kindheit in Kabul vor der sowjetischen Invasion. Da wird eine Stadt lebendig, die es so schon lange nicht mehr gibt.


    Khaled Hosseini ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Er wurde am 4. März 1965 als ältestes von fünf Kindern in Kabul geboren. Sein Vater stand im Dienst des afghanischen Außenministeriums, seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Mädchen-High-School. Nach Aufenthalten in Teheran und Paris erhielt die Familie 1980 Asyl in den USA, wo Khaled 1993 zum Doktor der Medizin promovierte. „Drachenläufer“ erschien 2003 und war der erste Roman des verheirateten, zweifachen Vaters.


    Als Leserin bin ich in dem Roman versunken und habe alles um mich herum vergessen. Ganz nebenbei erfuhr ich so einiges aus der Geschichte Afghanistans seit 1975: Von den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, vom anfangs noch unbeschwerten Leben und dem Übergang zur Talibanherrschaft, die Amirs Vater veranlasste, mit seinem Sohn nach Amerika auszuwandern. Nun weiß ich, dass Afghanen auch im Exil ihre Bräuche in Ehren halten.
     Der Autor weiß seine Leser zu fesseln, literarisch und emotional. Manchmal kann man auflachen, auf anderen Seiten die Tränen nicht zurückhalten. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und von jeglicher Lethargie befreit, weshalb ich es in meine persönliche literarische Apotheke aufnehme.

  3. Cover des Buches Das Leuchten meiner Welt (ISBN: 9783453358966)
    Sophia Khan

    Das Leuchten meiner Welt

     (60)
    Aktuelle Rezension von: MsChili

    „Das Leuchten meiner Welt“ von Sophia Khan handelt von Irenie, die bereits mit 10 Jahren ihre Mutter verliert. Ihr Vater meint nur, dass Yasmeen nicht mehr da ist und erst als sie 5 Jahre später eine Kiste mit Briefen findet, kommt sie dem Geheimnis ihrer Mutter näher.

     

    Dieses Buch lag länger auf dem SuB, da ich mal reingespitzt habe, mir der Schreibstil aber nicht sofort zugesagt hat. Das blieb auch leider ein bisschen so, da ich doch Probleme mit dem teils langen Schachtelsätzen über mehrere Zeilen hatte. Doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und konnte es flüssig lesen. Die Geschichte startet direkt ohne wirkliche Einführung, was ungewohnt aber doch gut war. Erzählt wird alles in der Ich-Perspektive, die zwischen James, dem Vater, und Irenie, der Tochter wechselt. Eingeleitet werden die Kapitel immer mit kurzen Auszügen aus den Briefen zwischen Yasmeen und Ahmed, was es zu etwas ganz Besonderem macht. Jedoch hatte ich lange Probleme mit Irenie warm zu werden und auch James war mir mit seinen Entscheidungen nicht immer sympathisch. Irenie vergöttert ihre Mutter, ohne das ich nachvollziehen kann, warum sie das tut.  Sie ist auch anders als andere Kinder und wirkt doch manches Mal ein wenig „komisch“.

     

    Alles in allem ist das Buch und die Geschichte anders als erwartet, jedoch hat es mich nach einem schwierigen Anfang doch noch packen können.

  4. Cover des Buches Einmal mit der Katze um die halbe Welt (ISBN: 9783833871238)
    Martin Klauka

    Einmal mit der Katze um die halbe Welt

     (59)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Ich hatte mir eigentlich ein ganz anderes Buch aus der Kategorie „Reisen mit Katzen“ gewünscht – das aber hat mein Sohn zuerst übersehen und mir das hier geschenkt. D.h. letztendlich bekam ich dann beide… 😊

    Martin aus Rosenheim will die – wenigstens halbe – Welt erkunden und zwar mit dem Motorrad und vor allem aber mit seiner Findelkatze Mogli. Hmm. Was sagt man dazu? So tierliebend, dass man die Katze nicht schon wieder alleine lassen will? Aber ist das auch für die Katze gut? Hier bin ich wirklich zwiegespalten. Im Laufe des Buches zeigt sich ja dann auch, dass es wirklich oft nur sehr großes Glück war, dass Mogli nicht „verloren“ ging.

    Vor allem die Fotos im Buch haben es mir angetan. Die Erzählungen fand ich dann weniger prickelnd, oft waren sie eher langweilig. So eine richtige „da bin ich aber dabei“ ! Beziehung konnte ich weder zu Martin Klauka und leider auch nicht zu Mogli aufbauen. Trotzdem fand ich das Buch nicht übel, und „Schriftsteller“ sind die wenigsten, die ein Buch über ihre Reise/n veröffentlichen. Von daher sollte man auch etwas Nachsicht walten lassen.

    Der Autor schildert in einer für mich eher emotionslosen Art und Weise seine Reise durch Europa, die Türkei, den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Über Pakistan geht es nach Indien und nach Nepal .

    Ich bin mir gar nicht so ganz sicher, ob die Beiden jetzt wieder zu Hause oder noch unterwegs sind. Corona wird hier wohl auch einiges umgeworfen haben…..

  5. Cover des Buches Agent 6 (ISBN: 9783442475032)
    Tom Rob Smith

    Agent 6

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Sassl

    In diesem Abschluss der Trilogie um Leo Demidow begleiten wir ihn in 30 Jahren russischer, amerikanischer und afghanischer Geschichte der Geheimdienste und des Kommunismus. 

    Nach den ersten beiden Teilen Kind 44 und Kolyma hat mich Agent 6 leider enttäuscht. Der Politthriller hat wahnsinnig viele Längen, die sich um zu viel Politik der Geheimdienste drehen. 

    Der eigentliche Plot ist sehr interessant. Der schwarze amerikanische Sänger Jesse Austin ist großer Anhänger des Kommunismus. Doch nach vielen Jahren des Erfolgs wird er wird er von den Sowjets fallengelassen und von seinen eigenen Landsleuten verachtet. Nach einem Mordanschlag auf Jesse versucht Leo alles, um den wahren Täter zu finden.

    Die Geschichte beginnt jedoch bereits 15 Jahre vor dem Mord und erzählt wie Leo seine Frau Raisa kennengelernt hat. Anschließend vergehen 15 weitere Jahre, in denen wir Leo nach Afghanistan begleiten. Diese Ausflüge waren mir viel zu langatmig und lange Zeit wusste ich gar nicht, wo alles hinführen soll. Um den tatsächlichen Agenten 6 geht es schließlich auch nur auf den letzten 100 Seiten.

    Alles in allem kein schlechter Politthriller, aus dem Tom Rob Smith jedoch viel mehr hätte machen können nach den fabelhaften ersten beiden Teilen der Trilogie.

  6. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.170)
    Aktuelle Rezension von: Laras_Buchblog

    Die Bücher von Khaled Hosseini sind für mich persönlich eine hohe Erzählkunst.
    Die Geschichten nehmen uns mit in ferne Länder, in diesem Fall in das Afghanistan der letzten 30 bis 40 Jahren.
    Die beiden jungen Frauen Mariam und Laila werden gegen ihren Willen in zeitlichen Abständen an den viel älteren, brutalen und grobschlächtigen Schuhmacher Raschid verheiratet und fügen sich zunächst, doch widersetzen sich dann ihrem Schicksal.
    Die Entwicklung der Figuren ist beeindruckend, die beiden Frauen mögen sich erst nicht, freunden sich dann miteinander an und gewinnen gemeinsam an Stärke und Zuversicht.

    Zusätzlich erfährt man als Leser viel Wissenswertes über das Land, die Geschichte und politischen Zusammenhänge.

    Das Buch geht unter die Haut und ist sehr bewegend. Eine emotionale Geschichte über Schmerz und Enttäuschungen, Hoffnungen und Träume eingebunden in wundervolle Sprache.

    Eine absolute Leseempfehlung ❤📚

  7. Cover des Buches Malala - Meine Geschichte (ISBN: 9783596856602)
    Malala Yousafzai

    Malala - Meine Geschichte

     (75)
    Aktuelle Rezension von: andymichihelli

    Den Inhalt erwähne ich jetzt mal nicht mehr, da man den Klappentext überall findet. 

    Meine Meinung dazu ist, dass das Buch sehr toll war. Ich habe zuvor noch nie eine so schöne Biographie gelesen. Diese Frau wurde zu meinem Idol. Ich lese sehr ungern Bücher über Personen, bei diesem war das aber anders. Ich mochte zudem die Auszgüge aus dem Film sehr, Bilder in Büchern zu sehen, ist wie eine Zeitreise zurück in die Kindheit. Definitiv empfehlenswert!

  8. Cover des Buches Die Geschichte der schweigenden Frauen (ISBN: 9783946503941)
    Bina Shah

    Die Geschichte der schweigenden Frauen

     (71)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Es herrscht ein autoritäres Regime in der Zukunft der asiatischen Mega-Metropole Green City. Das Leben der Bewohner wird bis ins Privateste kontrolliert. Weil es zu wenig Frauen gibt, müssen sie mehrere Männer haben, um möglichst viele Kinder zu gebären. Doch die Frauen der Panah, die im Untergrund leben, möchten sich diesem Zwang nicht beugen. Sie verbringen ihre Nächte mit hochgestellten Männern, nur um ihnen Nähe zu geben und gute Gespräche zu führen. Berührungen ohne Sex ist die Bedingung von Lin für ihre Frauen, die Zuflucht in der Panah fanden. Bis eines Morgens ihr Liebling Sabine ohnmächtig vor dem Haus eines Klienten zusammenbricht.
    Die pakistanische Schriftstellerin hat eine gute, poetische Geschichte geschrieben, die, wenngleich sie auf der Welle von "Report der Magd" mitschwimmt, gut umgesetzt ist.

  9. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426276297)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

     (258)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Bei dieser Rezi tue ich mir sehr schwer.

    Ich glaube, jeder kennt dieses mutige Mädchen, dessen Schicksal die Welt bewegt hat. Sie setzt sich für Bildung ein und sollte ermordet werden. Kaum jemand bringt ( in diesen jungen Jahren) so viel Mut auf.


    Jedoch musste ich das Buch abbrechen. Es war mir einfach zu langatmig und hat sich in Beschreibungen und Erklärungen verlaufen. Ich konnte bei den ganzen Personen auch irgendwann nicht mehr durchblicken.

    Ich muss gestehen, dass mir Malala manchmal etwas unsympathisch war. Großen Respekt habe ich vor ihrem Vater, der sie als Tochter so liebt und sich immer für Bildung eingesetzt hat.

    Die Bilder fand ich gut.

    Daher leider nur 2 Sterne von mir für das Buch - aber nicht für das, was sie bewegt hat.

  10. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Gartenfee-Berlin

    Inhalt: Auf einer ihrer zahlreichen Reisen nach Afghanistan, dem Land unter dem Hindukusch, begegnet die Dokumentarfilmerin Siba Shakib in einem Flüchtlingslager Shirin-Gol. Sie ist spontan gefesselt von der Kraft und Ausstrahlung dieser Frau, die ihr ihr Leben erzählt - ein Leben, das exemplarisch ist für das Schicksal Tausender afghanischer Frauen. Als Shirin-Gol in einem abgelegenen Bergdorf Afghanistans geboren wird, scheint der Gleichklang ihrer Welt, eingebettet in jahrhundertealte Traditionen, ungestört. Die 'Süße Blume', so die Bedeutung ihres Namens, wächst auf in Armut, Korangläubigkeit und Enge des islamischen Frauenbildes. Doch dann marschieren die Russen in Afghanistan ein, und Shirin-Gols Vater und ihre Brüder ziehen sich in die Berge zurück, um Widerstand zu leisten. Ihre Schwestern aber legen den Schleier ab und verführen russische Soldaten, aber nur, um sie zu ermorden. Verstört kehren sie zurück aus einer Welt, die Shirin-Gol nicht begreift. Aber dann fliehen die Frauen nach Kabul. Hier entdeckt Shirin-Gol eine Freiheit, deren Zauber sie nie mehr vergessen wird und aus der sie die innere Stärke für alles Kommende bezieht - für den Mann, dem sie vom Bruder als Ausgleich für Spielschulden zur Frau gegeben wird, für Verfolgung, Vergewaltigung und Flucht vor dem Taleban-Regime. Immer wieder sucht sie für ihre Familie einen Ort, der ein bisschen Geborgenheit, ein bisschen Wärme und einen Schimmer vom Glück, das Leben heißt, verspricht. 

    Uff, das war kein leichtes Buch! Zum einen, weil es so anders geschrieben wurde (keine Anführungszeichen, z. T. seltsame Begriffe) und zum anderen, weil einfach die beschriebenen Lebenssituationen schwer verdaulich waren. Die Protagonistin hatte wirklich kein leichtes Leben, um sich und ihre Familie durchzubringen. Da scheren wir uns hier lächerlicherweise ums korrekte Gendern und neutrale Toiletten, wo in Afghanistan die Frauen eigentlich der letzte Dreck sind. Zumindest bis 2001, wo das Buch aufhört. Ich bewundere Shirin-Gol und gleichzeitig tut sie mir unendlich leid, weil das Glück, was sie sich mühsam aufgebaut hat, nach kurzer Zeit wieder vorbei war und sie wieder fliehen musste, um ein neues kleines Glück zu finden.

    Das ist kein Buch, welches man in einem Rutsch durchlesen kann, aber es ist auf jeden Fall lesenswert!

  11. Cover des Buches Heiß (ISBN: 9783455404265)
    Gerd Schilddorfer

    Heiß

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Heiß" ist der zweite Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Den alten Haudegen und Piloten zieht es zurück zu seinen Wurzeln nach Nordafrika. In der neu erbauten Bibliothek in Alexandria wird die Leiterin der Manuskriptensammlung bei einem Raubüberfall schwer verletzt und ein geheimnisvolles Manuskript ist plötzlich verschwunden. Für Finch etwas persönliches, denn die Frau hat er als kleines Mädchen schon einmal gerettet. Gleichzeitig geschieht in Berlin ein brutaler Mord an einem Wachmann und in Pakistan muss ein Polizist bei Ermittlungen an einem Mord um sein Leben fürchten. Es scheint dass Geheimdienste seinen Tod wünschen. Und so setzt der englische Geheimdienst auf die Fähigkeiten von Finch den Mann aus Pakistan zu retten und auszufliegen. Aber damit beginnt eine Hetzjagd über den Globus für John Finch und seinen Auftraggeber Major Llewellyn. Es scheint dass der Feind in den eigenen Reihen zu suchen ist. Gerd Schilddorfer lässt den Leser wieder in mehrere verschiedene Handlungsstränge in der Gegenwart und der Vergangenheit eintauchen. Dabei bleibt es wieder sehr lange vollkommen undurchsichtig, wie diese zusammenhängen. Doch in jedem Strang für sich überschlagen sich die Ereignisse, man grübelt wie alles miteinander verbunden ist und findet es doch nicht heraus. Dabei ist Spannung stets garantiert und erst nach gut zwei Drittel erkennt man Zusammenhänge. Genau dies fasziniert mich beim Lesen, diese langsame Hinführen an die Auflösung. Die Geschichte ist komplex, die Kapitel kurz gehalten. Und so springt man immer wieder zwischen Handlungsorten und Geschehen wie es auch schon im Vorgängerband war. Auch hält die Geschichte immer wieder Überraschungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hat. John Finch, diese Mischung aus Indiana Jones und Top Gun Pilot Maverick gepaart mit Geheimdienstaktivitäten lässt auch diesen zweiten Band wieder zu einem spannenden Pageturner werden. Absolutes Lesevergnügen für jeden dem wie mir solch eine Kombination gefällt.

  12. Cover des Buches Sieben Jahre in Tibet (ISBN: 9783492403993)
    Heinrich Harrer

    Sieben Jahre in Tibet

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Buchtel

    Ich überlegte zuvor 4 von 5 Sternen zu vergeben, aber nach den grade gelesenen letzten Zeilen konnte ich nicht anders und gab 5.

    Worte aus dem Buch von Heinrich Harrer:Es ist mein großer Wunsch, mit diesem Buch ein wenig Sympathie und Verständnis zu wecken für ein Volk, dessen Wille, in Freiheit und Frieden leben zu dürfen, in der Welt so wenig Beachtung gefunden hat.

    Heinrich Harrer wurde 1912 in Österreich geboren und gehörte 1936 der Olympia-Mannschaft an. Bekannt war es zunächst als Skiläufer und Bergsteiger. Kein Wunder, das der Himalaya ihn lockte.

    Nach einer Expedition in Asien wurde er in ein indisches Internierungslager gesteckt. Nach mehreren Fluchtversuchen gelang ihm die Übersiedlung in das neutrale Tibet. Eine lange Reise auf dem Dach der Welt beginnt und Harrer setzt sich mit tibetischen Beamten, widrigen Witterungsbedingungen und der dünnen Hochlandluft auseinander. 


    Er durchwandert mehrere hundert Kilometer und überwindet viele Höhenmeter (bis zu über 6000 Meter!). Seine Reise führt ihn zur verbotenen Stadt Lharsa, die heilige Hauptstadt der Tibeter in Osttibet, Sitz des 14. Dalai Lama, dem geistigen Oberhaupt, dem Gottkönig oder auch der 14. Inkarnation Tschenresis, dem Lebenden Buddha. 

    Harrer und Kundün, der damals14-jährige Dalai Lama, kommen 1949 auf verschiedene Weisen in Kontakt miteinander. Eine lebenslange Freundschaft verbindet sie schlussendlich. 

    Die Tibeter faszinieren mich. Durch die europäischen Augen Harrers erfuhr ich in dem Buch von den sieben Jahren in Tibet, auf denen Harrer auf der Flucht war, die Gastfreundschaft und den Glauben der Tibeter kennenlernte und es schnell schaffte, unter ihnen ein Leben aufzubauen, dass er nach seinem ungewollten Fortgang aus diesem Land durch die kommunistischen Rotchinesen oft schmerzlich vermissen sollte.

    Zentral im buddhistischen Glauben steht die Überwindung des Ego. Da gibt es Mönche, die bewusst ihren Geist vom Körper trennen, Orakel, die in Trance die Geschehnisse bestimmen und eine unvergleichlich schöne Burg auf einen roten Felsen, in welcher die Inkarnation eines Gottes lebt und ein ganzes Volk segnet. 


    Harrer lebte unter den sanften Tibetern mit ihrem kindlichen Humor, in einer Umgebung, die den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, missachtet, dennoch anderen Menschen und Religionen tolerant gegenüber aufgestellt war und den Frieden und die Harmonie liebten.

    Heutzutage scheint das tibetische Hochland als Teil von China zu bestehen, ein Gedanke von Unabhängigkeit lebt im Exil. Der Dalai Lama konnte nach Indien fliehen...

    Der Schreibstil des Buches ist eher ein langer und detailreicher Bericht. Wörtliche Rede kommt nicht vor. An manchen Stellen erschien der Text etwas langatmig. In vielen Anekdoten beschreibt der Autor von seiner Reise und seinen Erlebnissen in Lharsa. Die Aussage des Buches hat mich jedoch mitten ins Herz getroffen. Mit Spannung habe ich jede Seite gelesen. Ich habe mich in das mit Worten beschriebene tibetische Hochland und seine Menschen verliebt.

  13. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783839814055)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

     (14)
    Aktuelle Rezension von: lenih

    Auch wenn man den Namen Malala Yousafzai vielleicht noch nicht gehört haben sollte, ihre Geschichte kennen die meisten bestimmt. Sie ist das Mädchen, dem die Taliban in den Kopf geschossen haben, nur weil sie sich ihr Recht auf Freiheit und Bildung nicht nehmen lassen wollte. Zu diesem Zeitpunkt war Malala erst 15 Jahre alt und hatte doch schon so viele Jahre des Aktivismus hinter sich. Denn in Pakistan, ihrem Heimatland, ist es nicht selbstverständlich, dass Mädchen zur Schule gehen und sich Bildung aneignen dürfen. Glücklicherweise überlebte Malala dieses Attentat, wurde nach England ausgeflogen und konnte dort fast vollständig genesen. In ihr Heimatland zurück kann sie nicht, denn dort droht ihr auch heute noch der Tod. Doch auch dieses grausame Verbrechen hielt sie nicht davon ab, ihre Botschaft zu verbreiten, dass jedes Mädchen, jedes Kind ein Recht auf Bildung hat. Für ihr Engagement wurde sie 2014 sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

    In diesem (Hör-)Buch beschreibt Malala ihr Leben vor und nach dem Taliban-Anschlag, der sie beinahe das Leben gekostet hätte. Sie führt ihre Zuhörer nach Pakistan, ein Land, das noch immer unter ethnisch-religiösen Konflikten, unter Korruption und Terrorismus zu leiden hat. Für mich war dies eine Reise in eine Welt, die ich mir als Frau kaum vorstellen kann. Es ist schockierend zu hören, worunter Mädchen und Frauen in manchen Ländern auch heute noch zu leiden haben. Und es ist gleichzeitig ermutigend, dass es trotz aller Widrigkeiten so unerschrockene Menschen wie Malala und ihren Vater gibt, die dieses Unrecht nicht einfach hinnehmen wollen und dafür sogar ihr Leben aufs Spiel setzen. Ich habe tiefen Respekt vor ihren Leistungen und Bemühungen.

    Einen Stern ziehe ich ab, weil mir die Handlung manchmal zu sehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt und ich manchmal nicht genau zuordnen konnte, in welchem Abschnitt von Malalas Leben ich mich gerade befinde. Darüber hinaus war es für mich etwas unstimmig, dass Malala immer wieder davon spricht, dass die Volksgruppe der Paschtunen, der ihre Familie angehört, eigentlich sehr mutig und friedliebend wäre und zusammenhält, sie aber gleichzeitig immer wieder von der Korruption in ihrem Land erzählt, von Familienfehden und Ehrenmorden, von Denunziantentum und der Unterdrückung von Frauen und Andersgläubigen, und das nicht nur durch die Taliban. Eigentlich sollte ich dafür keinen Abzug vornehmen, denn es ist Malalas persönliche Geschichte und ihre Realität, aber ich kann es nicht ändern, dass mir das einfach zu widersprüchlich war und leider keinen guten Eindruck bei mir von diesem Land hinterlassen hat. Dennoch ist dieses Buch sehr hörens- und lesenswert, nicht nur, weil Malala eine starke Frau ist, der Ehre gebührt, sondern allein schon um zu verstehen, wie die Mechanismen in diesem Land funktionieren oder nicht funktionieren und warum dort noch keine richtige Ruhe einkehren konnte.

  14. Cover des Buches Denn sie betrügt man nicht (ISBN: 9783442481842)
    Elizabeth George

    Denn sie betrügt man nicht

     (253)
    Aktuelle Rezension von: Johanna_Jay

    In dem Buch "Denn sie betrügt man nicht" geht Barbara Havers alleine auf Ermittlungstour. Linley ist auf Hochzeitsreise und Barbara soll sich eigentlich ebenfalls ein paar Tage frei nehmen. Gut, frei nimmt sie sich zwar, aber deshalb muss man ja noch lange nicht an Urlaub denken. Als sie mitbekommt, dass ihr pakistanisch-stämmiger Nachbar scheinbar den Vermittler in einem Mordfall zwischen der Polizei und seinem etwas entfernt lebenden Familienzweig spielen will, glaubt sie er sei der Sache nicht gewachsen und beschließt ihn auf Seiten der Polizei zu unterstützen. Wie praktisch, dass sie die leitende Ermittlerin des Falles kennt und diese ihr sogar vorschlägt Barbara mit einzubeziehen.

     

    Im Laufe der Ermittlungen wird Barbara immer wieder mit Fremdenhass und engstirnigen Menschen konfrontiert, doch sie bleibt ihrer Linie treu und kann maßgeblich zur Aufklärung des Falls beitragen.

     

    Wieder ein durchaus gelungener Krimi, diesmal zwar ganz ohne die Beteiligung von Inspector Linley, dafür lernt man Barbara wesentlich besser kennen und entdeckt vielleicht Potential für zukünftige, persönliche Entwicklungen in ihrem Leben.

  15. Cover des Buches Mitternachtskinder (ISBN: 9783442746606)
    Salman Rushdie

    Mitternachtskinder

     (69)
    Aktuelle Rezension von: JacqueRoe

    Ein monumentales Werk und das nicht nur wegen seiner Seitenzahl sonder auch wegen der Zeitspanne von über 60 Jahren die es umfasst. Definitiv ein nicht ganz einfach zu lesendes Werk, in das viele Daten, Orte, Ereignisse und Namen hineingewebt sind, von denen ich noch nie gehört habe. Also sicher ein wissenserweiterndes Buch, doch sicher kein klassischer Geschichtsroman. (Mir musste immer wieder Wikipedia aushelfen, um dem Faden besser folgen zu können.) Die Geschichte ist bei aller Einbettung in reale Geschichte der Staaten Indien, Pakistan und Bangladesh sehr phantasievoll verwoben, bisweilen verwirrend. Aufgeben kam für mich an keiner Stelle in Frage, auch wenn es die Impulse dazu durchaus gab. Ich bin froh, es durchgezogen zu haben.

    Was bleibt ... ein Blick in ein fernes, fremdes Land, der bei mir kein Fernweh weckt. Diese fremde, so andere Welt, bleibt mir fern und fremd; sie darf es bleiben. Für mich kein Grund demnächst einen Flug nach Indien zu buchen, aber sehr wohl eine Erweiterung meines Horizonts. Dabei erzeugt das Buch extrem wenige Bilder in meinem Kopf, doch nicht, weil die Beschreibungen nicht tief und bunt wären, sondern weil in meinem Kopf die passenden Vorlagen fehlen. Ich bleibe ein wenig peinlich berührt zurück über mein Unwissen über diesen Teil der Welt und mit einer kleinen Neugier auf den Geschmack von indischen Pickles. 

  16. Cover des Buches Der Buchhändler aus Kabul (ISBN: 9783548604305)
    Asne Seierstad

    Der Buchhändler aus Kabul

     (46)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Dieses Buch zu beschreiben ist nicht einfach. Die Geschichte des Buchhändlers wurde von der Journalistin Åsne Seierstad aufgrund eigener Erlebnisse aufgeschrieben. Fünf Monate hat sie bei dem Sultan Khan und seiner Familie, seinen Frauen und seinen Kindern verbracht. Ihre Erlebnisse hat sie in einem lesenswerten Buch festgehalten.

     

    Mit großem Einfühlungsvermögen und schonungsloser Klarheit schildert sie den Alltag einer afghanischen Familie, die Wirren des Krieges, das Leben unter der Herrschaft der verschiedenen Regimes, die Härte der Taliban und der eigenen Landsleute erlebt.

    Das Gesetz ist das Familienoberhaupt und alle haben sich seinen Anweisungen zu fügen, so antiquiert sie auch sein mögen. Einerseits ist Sultan ein belesener Mann, andererseits ein diktatorischer Herrscher im eigenen Haus. Menschenrechte, Frauenrechte, Selbstständigkeit, Freiheit – Fehlanzeige.

    Die Frauen haben keinerlei Rechte, nicht einmal das Recht auf eine Intimsphäre. Der Wert der Frauen misst sich an ihrer Arbeitskraft, an ihrer Jungfräulichkeit und später an der Anzahl der Kinder, bevorzugt der männlichen Nachkommen. Sie beten zu Allah und hoffen auf seinen Beistand, damit das nächste Kind ein Junge sein möge, nicht noch eine Tochter.

     

    Schon im Kindesalter ist die Aufgabe der Mädchen zu putzen, die Wünsche der Männer zu erfüllen, sei es der älteren Verwandten oder der jüngeren Brüder. Eine 7jährige geht bei uns selbstverständlich zur Schule, sie muss weder um 4 Uhr aufstehen um sauber zu machen oder zu kochen, noch die Kleidung der männlichen Familienmitglieder waschen und bereitlegen.

     

    Sehr früh werden die Kinder verheiratet, ohne jegliches Mitspracherecht; entscheidend ist allein der Stand des Bräutigams und seine Gebote für das Mädchen. 14-jährige die sich schlechte ‚vermitteln‘ lassen müssen sich dann mit einem dreimal so alten Mann und den bereits vorhandenen Kindern abfinden, für die sie nun zu sorgen hat.

     

    Der Autorin ist ein sehr facettenreiches Bild gelungen von einem Land, dessen Moralvorstellungen bei mir zu Irritationen geführt hat. Immer wieder habe ich mich gefragt: wie ist das möglich ?

     

    Die Unterschiede zwischen Afghanistan und Deutschland könnten krasser nicht sein. Wird in dem einen Land in Bildung investiert besteht die Hauptaufgabe im anderen Land in Unterdrückung. Den Frauen wird von klein auf keinerlei Wertschätzung entgegengebracht, sie sind Arbeitskraft und Geburtseinrichtung und versteckt vor den Blicken der Männer. Was macht es mit einer Frau die die Welt nur durch ein Fadengitter wahrnimmt, den Blick begrenzt, die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ? Vielleicht ist unser Blick auf Burkatragende Frauen auch einseitig, denn sie scheint nicht nur eine Last, sondern bietet auch Schutz und manche Frau scheint völlig überfordert, wenn sie diesen Schutz ablegen soll.

     

    Die Wertvorstellungen und das Rechtsverständnis könnte zwischen dem einen und dem anderen Land nicht unterschiedlicher sein. Ich habe das Buch immer wieder weglegen müssen, um das Gelesene zu sacken zu lassen, so unglaublich ist die Schilderung.

     

    Insgesamt gab das Buch einen tiefen Einblick, der manchmal verwirrend und manchmal abstoßend war, der aber auch deutlich machte, dass eine Veränderung nur durch Bildung möglich macht. Die Integration der Menschen die Afghanistan verlassen um in Europa eine neue Heimat zu finden kann nur durch Bildung, Aufklärung und Vermittlung der hiesigen Werte gelingen.

     

    Männer sollten lernen, dass Frauen nicht ihre billige Arbeitskraft ist, dass sie nicht für sie zur Verfügung stehen, wann immer es ihnen passt, sie lassen jeden Respekt vermissen und verhalten sich so unglaublich, dass es schmerzt.

     

    Und die Frauen müssen ermutigt werden in ihrem Selbst-Bewusstsein, ihrer Selbstwahrnehmung, ihrem Recht auf Respekt.

     

    Das Buch wurde (zu Recht) mehrfach ausgezeichnet und es ist gut, dass sich die Autorin nicht hat einschüchtern lassen und die Veröffentlichung trotz 13 Jahre andauernder Prozesse gelungen ist. Der wahre Buchhändler fühlte sich in seiner Ehre verletzt, wobei es wohl eher um die schonungslose Ehrlichkeit ging, die er der Autorin anlastete.

     

    Der Buchhändler aus Kabul war aufschlussreich und bot einen Einblick in afghanische Lebensweise und Traditionen, soweit dies durch ein Nichtfamilienmitglied überhaupt möglich ist.

  17. Cover des Buches Die Löwen (ISBN: 9783404113880)
    Ken Follett

    Die Löwen

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Moni 3007
    Sie kennen sich aus gemeinsamen Tagen in Paris: die schöne, selbstbewußte Engländerin Jane, ihr französischer Mann Jean-Pierre und der Amerikaner Ellis. Zufällig begegnen sie sich während des Afghanistankrieges im Hindukusch wieder - und verstricken sich in ein unsichtbares Netz aus Stammesfehden, Großmachtinteressen, Intrigen und persönlichen Leidenschaften. Hier hat Ken Follett einen spannenden Thriller verbunden mit einer Liebesgeschichte geschrieben. Allerdings hat er schon bessere Bücher geschrieben. Ich fand zum Beispiel seinen Roman "Die Nadel" weitaus bewegender und mitreißender. .
  18. Cover des Buches Im Meer schwimmen Krokodile (ISBN: 9783328106654)
    Fabio Geda

    Im Meer schwimmen Krokodile

     (111)
    Aktuelle Rezension von: esb07

    Eine afghanische Mutter schmuggelt ihren neun Jahre alten Sohn nach Pakistan und verlässt ihn mit den Worten: „Drei Dinge darfst du nie im Leben tun, Enaiat, aus keinem Grund, niemals: Erstens, Drogen nehmen. Zweitens, zu den Waffen greifen. Versprich mir, dass deine Hand nicht einmal einen Holzlöffel halten wird, wenn er dazu dient, einen Menschen zu verletzen. Drittens, stehlen. Was dein ist, ist dein, was nicht dein ist, nicht. Und merke dir, dass es sich immer zu leben lohnt, wenn man einen Wunsch vor Augen hat“. Ohne jemanden zu kennen, ohne Geld, vollkommen auf sich gestellt beginnt ein Kind aus Afghanistan nach Italien auf einen Flucht...

    Eine Wahre Geschichte, welche die ich in eines, kalten Januartag auf meinem gemütlichen, warmen Sofa mit einem Becher Tee angefangen habe zu lesen. Nach paar gelesenen Seiten ist der Tee in meinem Hals steckengeblieben! Denn hier berichtet Enaiat aus seinem Flucht und Herr Geda erzählt nicht verschönert weiter. Bestimmt fragen die ein oder andere, warum die Eltern ohne Aufsicht deren Kinder auf Flucht schicken. Ich sage nur wegen Verzweiflung, wegen totes Angst und weil die keine andere Ausweg finden. Entweder... Oder...

    Obwohl Fabio Geda sehr einfühlsam schreibt, das Buch hat mich als Mutter total mitgenommen. Sehr wichtige Thematik!

  19. Cover des Buches Und morgen seid ihr tot (ISBN: 9783832163044)
    David Och

    Und morgen seid ihr tot

     (21)
    Aktuelle Rezension von: gedankenchaotiin
    Vornewege muss man gleich erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Sachbuch handelt, um eine wahre Begebenheit. Die beiden Autoren erzählen ihre eigene Geschichte, sprechen über ihre eigenen Erfahrungen.
    Vielleicht mag der eine oder andere, gerade anhand der damalig erfolgten Medienberichterstattungen denken, dass die beiden äußerst leichtsinnig gehandelt haben, indem sie sich in das Land gewagt haben, in welchem die Taliban "regieren", aber ich glaube, dass die ganze Reise geplant und wohl durchdacht war, was man eigentlich auch deutlich an den Tagen und Wochen vor der Entführung merkt.

    Während der Reise hat Daniela in einem Tagebuch alles aufgeschrieben, was bleibende Eindrücke bei ihr und auch bei David hinterlassen hat und genau das hat sie auch während der Entführung, während der Wochen in Gefangenschaft nicht aufgegeben.
    Alleine vermutlich schon aus dem Grund, nicht völlig verrückt zu werden, einfach um eine Art Ventil zu haben, wo sie alles loslassen kann, was sie bedrückt, wenn sie gerade nicht mit ihrem Partner darüber reden konnte.
    In diesem Buch hat sie auch einige Zeichnungen beigefügt, welche sich auch im Buch selbst wiederfinden, was ich persönlich toll fand, um mir quasi selbst ein Bild davon machen zu können.

    Obwohl die Situation schier ausweglos erschien, hat das Paar oft genug versucht, das Positive in der Zukunft herauszufiltern, sich selbst etwas aufzumuntern und sei es nur dadurch gewesen, in dem sie den Entführern Spitznamen gegeben haben.
    Gerade diese - nennen wir sie Eigenart - hat mich oftmals zum Schmunzeln gebracht, obwohl ich es eigentlich gar nicht richtig wollte.

    Durch die Erzählungen Danielas hat man als Leser auch einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie gut wir es hier in Deutschland eigentlich haben. In den Teilen Pakistans, in welche Daniela und David verschleppt wurden, gelten oft katastrophale Zustände: Kein Strom, keine Bildungsmassnahmen, dazu der ganze Gefechtslärm, welcher fast täglich zu hören ist, hygienische Missstände, wie wir sie uns hier vermutlich kaum vorstellen können.

    Während des Lesen hat man als Leser auch zusätzlich deutlich gespürt, dass Daniela und David durch diese Entführung noch weiter zusammenwachsen, als das sie das vorher schon waren.
    Tagelanger Schlafmangel, Ungewissheit und die bereits oben erwähnten Punkte, dazu Durchfall und Flohbefall zerren an den Kräften der beiden Schweizer, welche jedoch mit der Planung ihrer Flucht über sich hinauswachsen, nochmal alle ihre Kräfte mobilisieren, um wieder nach Hause zu gelangen.

    "Und morgen seid ihr tot", war ein Buch, welches mich sehr.. nachdenklich hinterlassen hat. Einerseits war es ein guter - nennen wir es Einblick - in dessen, was wir hier vermutlich gar nicht so mitkriegen, aber auf der anderen Seite hat es auch noch einige Fragen offen gelassen.
    Wie ist es dem Paar nach ihrer Flucht ergangen? Sind sie noch ein Paar? Beeinträchtigen Sie die gesammelten Eindrücke noch immer, dass es schwer fällt, jemals wieder ein normales Leben zu führen?
    Sind überhaupt jemals Lösegelder geflossen oder gab es nie eine Lösegeldforderung in Richtung Schweiz?
    Trotz dieser offenen Fragen möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, der Danielas und Davids Leidensweg verfolgen möchte, jedem, dem bewusst ist oder bewusst werden kann, dass solch eine Entführung in einem völlig fremden kann, jeden treffen kann - gerade in der heutigen Zeit.
  20. Cover des Buches So wirst du stinkreich im boomenden Asien (ISBN: 9783832163037)
    Mohsin Hamid

    So wirst du stinkreich im boomenden Asien

     (17)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Ob Prüfungsangst, Beziehungsangelegenheiten, Krankheit oder der Sinn des Lebens im Allgemeinen, Selbsthilfebücher gibt es für jedes Problem, mit dem wir Menschen uns den lieben langen Tag herumschlagen müssen. Selbsthilfe macht unabhängig. Und weil wir im permanenten Konsumrausch nebenbei auch noch das nötige Kleingeld aufbringen müssen, gibt es dazu noch allerhand Ratgeber zum Anlegen, Sparen oder Mehren desselbigen. Wenn man allerdings "stinkreich" werden will, dann nimmt man sich das neue Buch von Mohsin Hamid zur Hand, kauft sich das nächste Flugticket Richtung Asien und setzt all das um, was der pakistanische Autor in seinen zwölf Kapiteln eindrucksvoll schildert. Denn in der globalen Welt des 21. Jahrhunderts kann schon lange nicht mehr über die Weltwirtschaft ohne zum Beispiel China und Indien gesprochen werden.

    "Hab Vertrauen. Du bist nicht so machtlos, wie du wirkst. Deine Zeit kommt noch. Jawohl, dieses Buch wird dir eine Wahl bieten.", so steht es bereits auf den ersten Seiten des in Lahore aufgewachsenen, nach Zwischenstationen in Harvard, Princeton, New York und London heute wieder mit seiner Familie in der Heimat lebenden Autors, der 2007 mit seinem "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" bereits einen beachtlichen Text vorgelegt hat. Sein Roman ist natürlich kein wirkliches Selbsthilfebuch, auch wenn Tonfall (gehalten in der ungewöhnlichen zweiten Person) und Anonymität der durchgängig namenlosen Personen und Orte daran angelegt wurden (es darf trotzdem vermutet werden, dass Handlungsschauplatz eben jene zweitgrößte Stadt Pakistans ist). Auch die zwölf, 15 bis 20 Seiten langen Kapitel mit Überschriften wie: "Zieh in die Stadt", "Verschaff dir Bildung", "Verlieb dich nicht", "Meide Idealisten" oder "Freunde dich mit einem Bürokraten an" erzeugen einen derartigen Eindruck. Letztendlich sind sie jedoch nur literarisches Stilmittel und dienen Mohsin Hamid dazu, die schwindelerregenden sozialen und ökonomischen Veränderungen des "boomenden Asiens" anzuprangern.

    "Du", wie er im Buch nur genannt wird, ist dabei alles andere als ein unsympathischer Zeitgenosse. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen auf dem Land, schildert der Autor seinen Werdegang vom hepatitiskranken, schmächtigen Jungen, zum strebsamen Studenten, mit Zwischenstation als "Vertreter für abgelaufene Waren mit nicht abgelaufenem Verfallsdatum", bis hin zum Geschäftsmann und Unternehmer für Tafelwasser. Obwohl der Ehrgeiz treibendes Element ist, klopft auf seinem Weg immer wieder die Liebe in Gestalt "des hübschen Mädchens" an die Tür. Doch auch wenn das Streben nach Reichtum und jenes nach Liebe vieles gemeinsam haben, so stehen sich beide letztendlich nur kontraproduktiv im Weg. Er heiratet die Tochter eines Geschäftsfreundes, sie kämpft sich als Model in die Liga der Schönen und Reichen. Das namenlose Gesicht des Helden, dem durchaus eine gewisse Sympathie innewohnt, gibt jedoch deutlich und mit aller Schärfe gezeichnet die Wesensart der ansonsten unkenntlichen Welt wider. Seine Verletzlichkeit steht in einem scharfen Kontrast zu dem fast liebevoll und charmant skizzierten Umfeld aus Korruption, Armut und Reichtum, aus Geld und Hungerlohn. "Es ist eine explosive Umwandlung, in der die stützenden, erstickenden, stabilisierenden Bindungen ausgedehnter Beziehungen schwächer werden, sich auflösen und Unsicherheit, Furcht, Produktivität und Potenzial hinterlassen."

    Fazit: Mit ungewöhnlichen Stilmitteln, souverän von Eike Schönfeld ins Deutsche übertragen, gelingt es Mohsin Hamid die großen Veränderungen unserer Zeit zu verkörpern. Ein Buch, das erschreckt und eine zerbrechliche Verletzlichkeit zu Tage fördert, hervorgerufen durch das Zerstörerische des unaufhörlichen Wachstums in einer globalisierten Welt.

    "Es hat einmal einen Augenblick gegeben, in dem alles möglich war. Und es wird einen Augenblick geben, in dem nichts mehr möglich ist. Aber in der Zwischenzeit können wir gestalten. (aus "So wirst du reich im boomenden Asien")
  21. Cover des Buches I Am Malala (ISBN: 9780316322409)
    Malala Yousafzai

    I Am Malala

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Weltentraeumerin
    Malala Yousafzai wuchs in einem kleinen Dorf in Pakistan auf und legt in ihrer Autobiografie auch kurz die die historische und politische Situation des Landes dar. Eine Situation, die geprägt ist von Kriegen und Konflikten, und vor allem auch den Interventionen Russlands und Amerikas, die einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entstehung des islamistischen Terrorismus in dem Land hatten.
    In dem Kontext dieses Terrorismus in Form der Taliban wächst Malala auf. Die Taliban verweigert Mädchen das Recht auf Bildung, aber Malalas Vater vermittelt ihr ein Bild von Bildung als hohem Wert. Er setzt seinen Traum von einer eigenen Schule um, kämpft gegen die Taliban und ermutigt Malala, es ihm gleich zu tun. Und so gibt Malala schon als junges Mädchen Interviews oder hält Reden.

    Malala liebt trotz allem ihr Land und vermittelt so ein Bild von diesem, dass man ihre Gefühle nachvollziehen kann. Sie beschreibt auch ihr alltägliches Leben unter den Taliban, unter der ständigen Angst, aber trotzdem auch in seiner Alltäglichkeit, mit all den schönen Momenten und dem Aufwachsen.
    Ich war dabei ungemein beeindruckt von ihr. Während sie mit 12 Jahren für die Bildung von Mädchen gekämpft hat, habe ich mich mit gefühlt kindischen Belanglosigkeiten beschäftigt. Nichts hätte mir ferner gelegen, als für Rechte zu kämpfen, deren Bedeutung mir vollkommen unbekannt war - auch, weil ebendiese Rechte, für die Malala kämpft, für mich selbstverständlich waren, für viele Mädchen aber immer noch nicht erreichbar sind.
    Das verleiht Demut, gleichzeitig inspiriert Malala aber auch dazu, zu kämpfen und sich für Dinge einzusetzen.

    Malala selbst habe ich als sehr mutig, als intelligent, reif und lernbegierig wahrgenommen. Nichtsdestotrotz ist sie in dieser Autobiografie keine überragende Heldin, jedenfalls beschreibt sie sich selbst nicht als solche. Sie ist ein Mädchen mit Ecken und Kanten, Schwächen und Ängsten, das für sein Recht auf Bildung einsteht. Und so erschien es mir gemeinsam mit ihr unglaublich, dass sie am Ende weltbekannt ist, vor den Vereinten Nationen sprechen darf und den Friedensnobelpreis erhält. Heute studiert sie in Oxford und kämpft weiterhin für die Rechte von Mädchen auf der ganzen Welt.

    Ihre Geschichte ist mitnehmend, sie stimmt fassungslos, verzweifelt, aber auch hoffnungsvoll, und letztendlich ist der Teil mit dem Erschießen nur ein kleiner Part nach ihrem langen Kampf für Bildung. Sie zeigt, dass auch ein einzelner, scheinbar unbedeutender Mensch etwas bewirken kann, was mich enorm beeindruckt hat.

    Fazit: Sehr beeindruckende Autobiografie über ein Mädchen, das schon in jungem Alter gegen den Terrorismus und für das Recht auf Bildung gekämpft hat!
  22. Cover des Buches Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden (ISBN: 9783839814475)
    Per J. Andersson

    Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden

     (10)
    Aktuelle Rezension von: graphida
    Allein der Buchtitel macht schon Freude ! Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden. 
    Der Titel verspricht allerdings eine Handlung, die nur einen kleinen Teil des Buches einnahm.  Es ging weniger um die Reise via Fahrrad, als um die Geschichte um den jungen Inder Pikay, der als Unberührbarer versucht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Höhen und Tiefen die er erlebt lassen den Leser ganz und gar nicht unberührt. Etwas irritierend fand ich wie gesagt den kleinen Teil den der Titel in der Handlung tatsächlich ausmacht, aber insgesamt ist es ein durchaus lesenswertes oder hörenswertes Buch, dass das Kastensystem und den Alltag einer Randgruppe in Indien gut beschreibt. Eine Buchempfehlung, die ich gerne weitergebe.

  23. Cover des Buches Geronimo (ISBN: 9783257244229)
    Leon de Winter

    Geronimo

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Fantasia08
    Ich fand die Ideologie von BinLaden-Tot schon immer fantastisch. Daher hat mich der Inhalt von de Winter's Buch mich sofort in Beschlag genommen.

    Zur Sprache kommen diverse Personen:

    - Usama bin Laden
    -Tom (Ex-Soldat)
    - Jabbar (christlicher, afghanischer) Junge

    Ich fand diese Charaktere haben massgeblich zur Spannung des Buches beigetragen. Sie sind so unterschiedlich, haben verschiedenen Ziele welche sie erreichen möchten und haben verschiedenen Hintergründe.

    Im Grundsatz dreht es ich in Geronimo um den vorgetäuschten Tod von Bin Laden. Denn die Soldaten, welche UBL töten sollten, entführten ihn und töteten ein Double. Doch sie verlieren im verlauf des Romans die Kontrolle....

    Ein gelungener Roman über eine Verschwöhrungstheorie!
  24. Cover des Buches Backpacking in Pakistan (ISBN: 9783958893276)
    Anne Steinbach

    Backpacking in Pakistan

     (14)
    Aktuelle Rezension von: christiane_brokate

    Ich fühlte mich, als wäre ich auf der Reise dabei gewesen, es war so authentisch, ehrlich und besonders erzählt, dass es war, als ob man mitten im Geschehen war und alles hautnah miterleben, die verschiedenen Gerüche hatte ich in der Nase und die Umgebung genau vor Augen. 

    Ob ich mich das getraut hätte dahin zu reisen und das als Backpackers und einfach los Reisen, ohne Plan, einfach alles auf sich wirken lassen und entscheiden, wo man bleibt, das nenne ich Freiheit pur! Oft habe ich mich gefragt, nach dem Lesen kann ich echt sagen, ich habe Fernweh bekommen, aber durch das Buch wurde es besser ich war hautnah dabei.

    Es war ein besonderes Erlebnis, mit den beiden zu verreisen und man hat viel über das Land ihre Gesetzte und ihre Leute erfahren. Auch der Stellenwert zwischen Mann und Frau wurde dargestellt, ich hatte da hohen Respekt das Anne sich darauf einstellen konnte und sich dennoch nicht als Mensch zweiter klasse fühlte, sondern es respektierte und damit schnell klarkam.

    Ich wusste vorher nicht viel von Pakistan, aber durch die beiden, ist mir das Land ans Herz gewachsen und ganz ehrlich auch ich habe mich in dieses Land verliebt. 

     Es sind auch einige Bilder im Buch erhalten, sodass man sich alles noch genauer kennen lernt. 

     Anne und Clemens, erzählen aus ihren Sichten, was ich sehr toll fand, so konnte ich mit nochmal ein genaueres Bild auf die Erlebnisse machen. Ich bin froh, dass sie diese mit uns geteilt haben und auch ein bisschen mit Vorurteilen aufräumen gegenüber dem Land, das auch ich im Kopf hatte am Anfang. 

     Die Menschen sind anders, aber besonders, die Kultur hat mich fasziniert auch die verschiedenen Situationen, die sie beschrieben haben, sind besonders und werden mir im Herzen bleiben. 

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