Bücher mit dem Tag "pakistan"
44 Bücher
- Malala Yousafzai
Ich bin Malala
(297)Aktuelle Rezension von: SlothreadyMalala Yousafzai kämpft mutig dafür, dass alle Menschen die Chance auf Bildung haben, Lesen und Schreiben lernen dürfen und in Freiheit und selbstbestimmt leben können. Sie kämpft mit allen Mitteln, riskiert dabei ihr eigenes Leben und wird von den Taliban beinahe getötet. In "Ich bin Malala" erzählt sie ihre Geschichte. Sie erzählt ihre Kindheit im Tal Swat in Pakistan, sie berichtet über die Verhältnisse dort und den Kampf der Menschen ums Überleben, sie erzählt von dem Tragischen Zwischenfall, bei dem sie beinahe gestorben wäre, von ihrem Weg zurück ins Leben und von ihrem Neubeginn im sicheren England.
Das Buch ist ein beeindruckendes Zeugnis eines sehr mutigen Mädchens. Es eröffnet neue Perspektiven und lässt einen die Gegebenheiten in Pakistan, das Leben der Menschen dort und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben, etwas besser verstehen. Es hat mich mit Respekt dem jungen Mädchen gegenüber erfüllt, das für Dinge kämpft, die für uns selbstverständlich sind und es ließ mich dankbar zurück, dass ich in einem Land leben darf, in dem der Zugang zu Bildung für alle möglich ist, in dem Frieden herrscht und in dem die Menschen nicht täglich aufs Neue bedroht werden.
Der Inhalt von "Ich bin Malala" war großartig und beeindruckend, der Schreibstil war leider zu langatmig und und durch die vielen Eigennamen etwas mühsam zu lesen. Man hätte auch das ein- oder andere Kapitel ruhig etwas kürzer fassen können. Insgesamt war es aber ein tief bewegendes Buch, das einem neue Blickwinkel eröffnet und das ich sehr gerne weiterempfehle, um so manches Geschehen auf der Welt besser verstehen zu lernen.
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Salman Rushdie
Mitternachtskinder
(81)Aktuelle Rezension von: Pablo_HoneyMitternachtskinder ist ein gewaltiges Werk, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt: Es ist ziemlich schwierig zu lesen. Der Schreibstil ist komplex und man braucht definitiv Zeit und Geduld, um der Handlung zu folgen. Mein persönliches Highlight war die kurze, intensive Beschreibung des Fiebertraums mit der Hexe in Grün und Schwarz – diese Bilder bleiben im Kopf! Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich das Buch irgendwann ein zweites Mal lesen muss, um die vielen Ebenen wirklich komplett zu verstehen.
- Martin Klauka
Einmal mit der Katze um die halbe Welt
(74)Aktuelle Rezension von: Carry1980Eigentlich habe ich mit Motorrädern und Katzen nicht viel am Hut - eigentlich :-) Aber der Inhalt und vor allem auch die Fotos dieses Romanes haben mich geflasht, so dass ich es mir geholt habe. Und was soll ich sagen - direkt von Seite 1 war ich mitten im Abenteuer von Martin, seinem Motorrad (Königin) sowie der süßen Mogli (Prinzessin), Fundkatze und Reisebegleiterin.
Ein ganz toller Reisebericht und ich habe bei den einzelnen Ländern mitgefiebert und Mogli hat einige Herzen im Sturm erobert und die eine oder andere Türe geöffnet, auch wenn es nicht nur Katzenliebhaber gab. Und wer bringt schon sein Haustier mit in den Supermarkt. Da Mogli eine Freigängerin ist, hat sie - wie ich finde - ein absolut perfektes Katzenleben! Die beiden sind ein unschlagbares Team. Die Fotos dazu fand ich eine totale Bereicherung der Geschichte. Auch das Martin auf so viele hilfsbereiten und sehr gastfreundlichen Bewohner getroffen hat! Ich habe keine 3 Tage für das Buch gebraucht und freue mich schon auf den Fortsetzungsroman!
- Laura Kneidl
Someone to Stay
(391)Aktuelle Rezension von: VeeziDieser Band hat mich komplett abgeholt. Die beiden Protagonisten waren einfach bezaubernd, zuckersüß, echt! Dieser Band hat mich für die beiden vorherigen total entschädigt und ich hatte vorher echt hart überlegt, ob ich es überhaupt lesen soll. Aber was ich da verpasst hätte! Die Geschichte hatte alles, was einen glücklich macht. Große Gefühle, krasse Wendungen und viel Knistern.
- Malala Yousafzai
I Am Malala: The Girl Who Stood Up for Education and Was Shot by the Taliban
(14)Aktuelle Rezension von: WeltentraeumerinMalala Yousafzai wuchs in einem kleinen Dorf in Pakistan auf und legt in ihrer Autobiografie auch kurz die die historische und politische Situation des Landes dar. Eine Situation, die geprägt ist von Kriegen und Konflikten, und vor allem auch den Interventionen Russlands und Amerikas, die einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entstehung des islamistischen Terrorismus in dem Land hatten.
In dem Kontext dieses Terrorismus in Form der Taliban wächst Malala auf. Die Taliban verweigert Mädchen das Recht auf Bildung, aber Malalas Vater vermittelt ihr ein Bild von Bildung als hohem Wert. Er setzt seinen Traum von einer eigenen Schule um, kämpft gegen die Taliban und ermutigt Malala, es ihm gleich zu tun. Und so gibt Malala schon als junges Mädchen Interviews oder hält Reden.
Malala liebt trotz allem ihr Land und vermittelt so ein Bild von diesem, dass man ihre Gefühle nachvollziehen kann. Sie beschreibt auch ihr alltägliches Leben unter den Taliban, unter der ständigen Angst, aber trotzdem auch in seiner Alltäglichkeit, mit all den schönen Momenten und dem Aufwachsen.
Ich war dabei ungemein beeindruckt von ihr. Während sie mit 12 Jahren für die Bildung von Mädchen gekämpft hat, habe ich mich mit gefühlt kindischen Belanglosigkeiten beschäftigt. Nichts hätte mir ferner gelegen, als für Rechte zu kämpfen, deren Bedeutung mir vollkommen unbekannt war - auch, weil ebendiese Rechte, für die Malala kämpft, für mich selbstverständlich waren, für viele Mädchen aber immer noch nicht erreichbar sind.
Das verleiht Demut, gleichzeitig inspiriert Malala aber auch dazu, zu kämpfen und sich für Dinge einzusetzen.
Malala selbst habe ich als sehr mutig, als intelligent, reif und lernbegierig wahrgenommen. Nichtsdestotrotz ist sie in dieser Autobiografie keine überragende Heldin, jedenfalls beschreibt sie sich selbst nicht als solche. Sie ist ein Mädchen mit Ecken und Kanten, Schwächen und Ängsten, das für sein Recht auf Bildung einsteht. Und so erschien es mir gemeinsam mit ihr unglaublich, dass sie am Ende weltbekannt ist, vor den Vereinten Nationen sprechen darf und den Friedensnobelpreis erhält. Heute studiert sie in Oxford und kämpft weiterhin für die Rechte von Mädchen auf der ganzen Welt.
Ihre Geschichte ist mitnehmend, sie stimmt fassungslos, verzweifelt, aber auch hoffnungsvoll, und letztendlich ist der Teil mit dem Erschießen nur ein kleiner Part nach ihrem langen Kampf für Bildung. Sie zeigt, dass auch ein einzelner, scheinbar unbedeutender Mensch etwas bewirken kann, was mich enorm beeindruckt hat.
Fazit: Sehr beeindruckende Autobiografie über ein Mädchen, das schon in jungem Alter gegen den Terrorismus und für das Recht auf Bildung gekämpft hat! - Morten Hübbe
Per Anhalter nach Indien
(16)Aktuelle Rezension von: ShannonKurioserweise lese ich die Reisebücher von Morten Hübbe und seiner Partnerin rückwärts. Begonnen habe ich mit Indien. Dies hier war ihr zweites Buch, das ich nun beendet habe.
Das Buch ist so dicht recherchiert, dass ich teilweise nur sehr langsam vorangekommen bin. Es bietet großartige Einblicke in das Leben in der Türkei, im Iran und in Pakistan. Letzteres gibt reise- und sightseeingtechnisch rein gar nichts her, dürfte den beiden Autor_innen aber noch lange in unguter Erinnerung bleiben. So sackt der letzte Teil des Buches auch beim Lesen etwas ab im Vergleich zu den ergiebigeren anderen Reiseländern.
Vielen Dank für den "normalen" Titel, der nicht so peinlich plakativ wie der des Indienbuches ("Götter, Gurus und Gewürze") daherkommt.
Alles in allem war es wieder ein Genuss von den beiden Reisenden zu lesen und der Südamerika-Teil wartet schon in der Pipeline!
- Leon de Winter
Geronimo
(35)Aktuelle Rezension von: Fantasia08Ich fand die Ideologie von BinLaden-Tot schon immer fantastisch. Daher hat mich der Inhalt von de Winter's Buch mich sofort in Beschlag genommen.
Zur Sprache kommen diverse Personen:
- Usama bin Laden-Tom (Ex-Soldat)- Jabbar (christlicher, afghanischer) Junge
Ich fand diese Charaktere haben massgeblich zur Spannung des Buches beigetragen. Sie sind so unterschiedlich, haben verschiedenen Ziele welche sie erreichen möchten und haben verschiedenen Hintergründe.
Im Grundsatz dreht es ich in Geronimo um den vorgetäuschten Tod von Bin Laden. Denn die Soldaten, welche UBL töten sollten, entführten ihn und töteten ein Double. Doch sie verlieren im verlauf des Romans die Kontrolle....
Ein gelungener Roman über eine Verschwöhrungstheorie! - Brian Sewell
Pawlowa
(48)Aktuelle Rezension von: EleonoraMr. B, Experte für antike Geschichte, begleitet ein Fernsehteam für eine Dokumentation über die Vorgeschichte von Pakistan, als ihm im dichten Feierabendverkehr von Peschawar eine kleine verletzte Eselin ins Auge fällt. Flugs springt er aus dem Wagen und möchte sie retten und mit nach Hause nehmen. Doch das Fernsehteam weigert sich ihm in irgendeiner Art zu helfen, hält ihn für bekloppt und lässt ihn allein zurück mitten in der Fremde. Wild entschlossen die Eselin, die er aufgrund ihrer langen Beinchen Pawlowa nennt, nicht im Stich zu lassen, macht er sich auf den langen Weg zurück nach England. Tausende von Kilometern legt er zurück, zu Fuß, mit dem Auto und dem Zug. Er trifft auf einen hilfsbereiten Apotheker, der Pawlowas Wunden verarztet, auf einen freundlichen Teppichverkäufer, der ihm nebenbei den Wunsch nach traditionell gefertigten Teppichen erfüllt und ihm weitere Mitfahrgelegenheiten ermöglicht, auf einen vermeintlich netten Drogenkurier, der Mr. B jedoch nur als Tarnung benutzt und auf einige weitere, ihm doch immer gütlich gesinnte Menschen. Mr. B tut einfach alles dafür um die kleine Eselin sicher zu sich nach Hause zu bringen und verbringt abenteuerliche Wochen mit ihr auf ihrer gemeinsamen Reise📖
Ein nettes kleines Büchlein mit einer kurzweiligen Geschichte. Ich habe Mr. B und die kleine Pawlowa sehr gerne auf ihrer lange Reise begleitet. Ein klein wenig zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen (die Menschen waren ihm gegenüber stets nett, höflich und zuvorkommend, für jedes Problem gab es meist schnell eine Lösung) erinnerte es mich ein bisschen an ein modernes Märchen. Aber das war okay, denn ab und zu braucht man sowas ja doch auch. Dass jemand für ein kleines, zierliches Tier soviele Strapazen auf sich nimmt und dass auch noch mit voller Überzeugung und Hingabe gefiel mir. Kleine Anmerkungen bezüglich der Geschichte oder der Menschen des jeweiligen Landes oder der Stadt, die sie gerade durchquerten erhöhten das Lesevergnügen zusätzlich, ebenso wie die schwarz-weiß Zeichnungen, die es alle paar Seiten zwischen den Zeilen gab. Es ließ sich flott und flüssig lesen.
Insgesamt eine schöne, kurze Geschichte für Zwischendurch oder auch als Geschenkbuch sehr zu empfehlen 📚🙂 - Fabio Geda
Im Meer schwimmen Krokodile
(130)Aktuelle Rezension von: NurayCesme„Drei Dinge darfst du im Leben niemals tun, Enaiat, aus keinem Grund: Erstens, Drogen nehmen. Zweitens, zu den Waffen greifen. Versprich mir, dass deine Hand nicht einmal einen Holzlöffel halten wird, wenn er dazu dient, einem Menschen zu verletzen. Drittens, stehlen. Was dein ist, ist dein, was nicht dein ist, nicht. Und merke dir, dass es sich immer zu leben lohnt, wenn man einen Wunsch vor Augen hat wie ein Esel eine Karotte.“
Was war das für ein Buch, das mir Gänsehaut bereitet hat.
„Im Meer schwimmen Krokodile“ von Fabio Geda erzählt die wahre Geschichte von Enaiatollah Akbari, einem Jungen, der etwa zehn Jahre alt ist, als er seine Heimat verlassen muss.
Schon am Anfang wird klar, dass Enaiats Leben von Regeln, Gefahr und schweren Entscheidungen geprägt ist. Aus seiner Kindheit wird schnell eine lange, gefährliche Reise, die ihn durch mehrere Länder führt und ihn immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Dabei weiß er nie genau, wem er vertrauen kann oder wo er am Ende wirklich ankommen wird.
Seine Geschichte ist eine eindrucksvolle und bewegende Fluchtgeschichte, die ruhig erzählt ist, aber gerade dadurch besonders intensiv wirkt. Sie bleibt einem lange im Kopf, weil sie zeigt, wie ein Kind in einer unsicheren Welt versuchen muss zu überleben.
Am Ende stellt sich nicht nur die Frage, ob Enaiat es schafft, sondern auch, was ihn all die Jahre antreibt, nicht aufzugeben. - Nina Sedano
Fernweh im Herzen
(18)Aktuelle Rezension von: ckfreeDas Cover ist altbacken und passt nicht zu einer modernen Weltenbummlerin, die mit dem Rucksack unterwegs ist. Zudem ist der Titelzusatz irreführend, denn es handelt sich nicht nur um neue Abenteuer. Das Buch umfasst vielmehr Reiseerlebnisse aus 40 Jahren (1978-2018), in denen teilweise Rückblicke zu anderen früheren Reisen gemacht werden.
Die Anekdoten sind mal mehr, mal weniger lang und beschäftigen sich mehr mit den Reisebekanntschaften der Autorin als mit den Ländern.
Oft wirkt es wie ein Tagebuch oder eine Dokumentation runtergeschrieben. Zwischendurch gibt es Passagen, die sich wie ein Sachbuch über Tiere oder Belehrungen über Natur, Umweltschutz etc. lesen.
Äußerst wenig verspürt man die Freude und Euphorie der Reisenden.
So ist das selbst auferlegte Vorhaben "Dieses Buch möchte zum Reisen animieren" in meinen Augen klar gescheitert. So schwappt keine Begeisterung oder springt der Funke für einzelne Länder auf mich nicht über, sodass ich nach dem Lesen ohne neues Fernweh zurückbleibe. - Tom Rob Smith
Agent 6
(167)Aktuelle Rezension von: die_solveig_liestIm dritten Band der Reihe führt uns die Geschichte zunächst zurück ins Jahr 1950. Stalin ist an der Macht, sein Terrorregime hält das Land fest im Griff. Leo Demidow, ein junger, aufstrebender Geheimdienstagent, erhält den brisanten Auftrag, den schwarzen amerikanischen Sänger und bekennenden Kommunisten Jesse Austin während eines Besuchs in Moskau zu betreuen. Trotz all seiner Bemühungen, den wahren Alltag der Menschen zu vertuschen, kommt es beinahe zu einem großen Eklat.
Fünfzehn Jahre später findet in New York ein gemeinsames Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler statt - ein inszeniertes Symbol der Annäherung und Völkerfreundschaft. Auch Demidows Frau und seine beiden Töchter reisen in die USA. Dort werden sie ungewollt zu Spielfiguren eines politischen Komplotts. Der Abend des Konzerts endet mit mehreren Toten und einem erschütternden Vorfall, der Leo Demidow zutiefst trifft.
Agent 6 ist der Einzige, der weiß, was wirklich geschehen ist, und für Leo beginnt eine traumatische Suche nach der Wahrheit. Doch wird er sie jemals erfahren?
Was hat mich dieses Buch gefesselt, mitgerissen und zutiefst berührt. Selten hat ein Buch so viele unterschiedliche Gefühle in mir ausgelöst. Es ist kein Thriller für zwischendurch, aber wer sich darauf einlässt, wird durch eine ganz besondere Tiefe belohnt. Dieses Buch erzählt von Hass, Grausamkeit und Entsetzen – aber auch von bedingungsloser Liebe.
Selten hatte ich beim Lesen ein solches Herzklopfen, dass mir beinahe der Atem wegblieb.
Ein großartiger Abschluss der Reihe um den russischen Agenten Leo Demidow.
𝗪𝗼𝘄. - Anne Steinbach
Backpacking in Pakistan
(15)Aktuelle Rezension von: christiane_brokateIch fühlte mich, als wäre ich auf der Reise dabei gewesen, es war so authentisch, ehrlich und besonders erzählt, dass es war, als ob man mitten im Geschehen war und alles hautnah miterleben, die verschiedenen Gerüche hatte ich in der Nase und die Umgebung genau vor Augen.
Ob ich mich das getraut hätte dahin zu reisen und das als Backpackers und einfach los Reisen, ohne Plan, einfach alles auf sich wirken lassen und entscheiden, wo man bleibt, das nenne ich Freiheit pur! Oft habe ich mich gefragt, nach dem Lesen kann ich echt sagen, ich habe Fernweh bekommen, aber durch das Buch wurde es besser ich war hautnah dabei.
Es war ein besonderes Erlebnis, mit den beiden zu verreisen und man hat viel über das Land ihre Gesetzte und ihre Leute erfahren. Auch der Stellenwert zwischen Mann und Frau wurde dargestellt, ich hatte da hohen Respekt das Anne sich darauf einstellen konnte und sich dennoch nicht als Mensch zweiter klasse fühlte, sondern es respektierte und damit schnell klarkam.
Ich wusste vorher nicht viel von Pakistan, aber durch die beiden, ist mir das Land ans Herz gewachsen und ganz ehrlich auch ich habe mich in dieses Land verliebt.
Es sind auch einige Bilder im Buch erhalten, sodass man sich alles noch genauer kennen lernt.
Anne und Clemens, erzählen aus ihren Sichten, was ich sehr toll fand, so konnte ich mit nochmal ein genaueres Bild auf die Erlebnisse machen. Ich bin froh, dass sie diese mit uns geteilt haben und auch ein bisschen mit Vorurteilen aufräumen gegenüber dem Land, das auch ich im Kopf hatte am Anfang.
Die Menschen sind anders, aber besonders, die Kultur hat mich fasziniert auch die verschiedenen Situationen, die sie beschrieben haben, sind besonders und werden mir im Herzen bleiben.
- Bina Shah
Die Geschichte der schweigenden Frauen
(73)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer50 Atombomben haben gereicht. Beginnend mit einem Krieg zwischen Indien und Pakistan breitet sich der Ultimative Krieg von dort nach Westen aus. Der Schmelztiegel des Nahen und Mittleren Ostens implodiert und reißt die Menschheit in einer Kettenreaktion in den Abgrund. Tausende Atombomben stehen in den monströsen Arsenalen der weltweiten Militärs. Doch es reichten bereits 50 Atombomben aus, um den Nuklearen Winter auszulösen. Binah Shah beschreibt in „Die Geschichte der schweigenden Frauen“ das Ende der bisherigen Welt, die Neuordnung und den gesellschaftlichen Neuanfang unter katastrophalen Voraussetzungen. Zwei, drei Generationen nach der Vernichtung eines großen Teils der Menschheit hat sich viel geändert. Doch wie so häufig nach gesellschaftlichen Umwälzungen, bleiben die strukturellen Herrschaftsverhältnisse die Gleichen. Das Patriarchat hat sich in die Zukunft gerettet.
Die Metropole Greeen City ist die Hauptstadt Südwest-Asiens. Mitten in der Wüste erhebt sich diese gigantische, grüne Oase. Auferstanden aus Ruinen, dem Phönix aus der Asche nicht unähnlich, glänzt dieses moderne, technologisch fortschrittliche und den Bewohnern Sicherheit und Wohlstand bringende Paradies. Im Gegenzug erwartet die Obrigkeit von den Bewohnern Green Citys die Einhaltung restriktiver Regeln. Die Oligarchie mächtiger Männer hat diese schöne Anscheinswelt erschaffen, in der die Menschen in Wirklichkeit wie Untertanen leben, während die Herrschenden in römischer Dekadenz dahinschwelgen. Faktisch hält die Obrigkeit die Menschen mittels Gewalt und Technologie unter totaler Kontrolle. Am schlimmsten ergeht es den Frauen von Green City. Aufgrund des Krieges und Epidemien sind die meisten Frauen gestorben. Um eine neue Gesellschaft aufzubauen, sind Frauen verpflichtet, mehrere Männer zu ehelichen, um so viel Nachwuchs wie möglich zu zeugen.
Sie war eine seltsame Mischung aus Haushaltsschule, Indoktrinierungslager und Märchenschloss. Es wurde erzählt, dass dort alles rosa war. Wenn Jungen ihre Oberschule absolvierten gingen sie zur Universität, aber Mädchen zogen in die Markaz. Um zu lernen, wie man eine gute Gattin wird.
„Oberirdisch sind wir bloß Frauen, aber hier unten, in der Panah, sind wir wieder zu Menschen geworden.“
Die Protagonistinnen dieser misogynen Dystopie sind eine kleine Gruppe junger Frauen, die sich diesem Horrorszenario entziehen. Versteckt in einem alten Bunkersystem unter der Erde, der Panah, sichern sie ihr Überleben, indem sie mächtigen Männern nächtliche Dienste anbieten. Dabei geht es jedoch nicht um Prostitution, sondern um Nähe, um Intimität ohne Sex, um (gespielte) Zuneigung. Etwas was in der Welt der Ausbeutung von Frauen als Gebärmaschinen kaum mehr existiert.
Vielleicht ist es ein Leben im Schatten, aber immerhin befiehlt uns keine Behörde und kein Amt, wen wir heiraten und für wen wir die Beine breit machen müssen. Niemand kann mit unseren Eierstöcken herumexperimentieren, uns mit Fruchtbarkeitsmedikamenten vollpumpen oder unseren Zyklus und die Eiersprünge überwachen. Unsere Körper sind keine Inkubatoren, die die ‚Anzahl der Frauen angemessen vergrößern‘. Oberirdisch sind wir bloß Frauen, aber hier unten, in der Panah, sind wir wieder zu Menschen geworden.
Manche Entscheidungen in der Geschichte der schweigenden Frauen erscheinen unsinnig und irrational, manche Entwicklungen falsch nachgezeichnet. Aber man darf sich nicht von seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen verleiten lassen. Unter den dystopischen Verhältnissen von Green City ist alles anders. Und Binah Shah beschreibt dieses (selbst-)zerstörerische Leben beklemmend real.
Keiner von uns ist normal. Green City hat uns unsere Normalität gestohlen, unsere Kindheit, unsere Zukunft. Was ist überhaupt Normalität? Wir leben unter bizarren Umständen, und entweder kommen wir damit zurecht, oder wir zerbrechen und zersplittern wie Glas. So viel hat mir die Panah beigebracht: Ich habe gelernt meinen eigenen Wahnsinn einfach zu ignorieren.
Es sind diese totalitären Verhältnisse, diese menschenunwürdigen, frauenfeindlichen Bedingungen, die den Alltag beherrschen. Wenn Karl Marx schreibt, der Mensch ist das Ensemble seiner gesellschaftlichen Verhältnisse, dann müssen pathologische Gesellschaften, kranke Individuen hervorbringen.
„Manchmal ist es tröstlicher, über die Vernichtung nachzudenken als über das Überleben.“
Missverständnisse, Kommunikationsprobleme und Geheimnisse führen zu einer gesamten Entwicklung, die niemand vorhergesehen hat und die auch so niemand wollte. Die Geschichte der schweigenden Frauen kann zugleich als ein paradigmatischer Roman des psychologischen Thomas-Theorems gelesen werden.
Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.
Was nichts anderes bedeutet, als das Menschen aufgrund der ihnen zugänglichen Informationen handeln. Und wenn sie eine Situation als real anerkennen, aufgrund ihres Wissens über diese Situation, dann wird ihr Handeln Realität schaffen, auch wenn die ursprüngliche Situation nicht real war. So können z.B. Lügen oder Gerüchte reale Handlungen erzeugen. Mit all ihren schrecklichen Konsequenzen. Bina Shah hat dieses Konzept zu Ende gedacht und in einer erschütternden Geschichte verarbeitet.
Der Roman glänzt nicht mit einem allzu ausgereiften Worldbuilding. Die Rahmenbedingungen werden zwar weitestgehend stimmig geschildert, bleiben aber hinter den Möglichkeiten des Genres zurück. Ein Meisterwerk der dystopischen oder der Science Fiction Literatur wird es nicht werden. Aber das steht hier auch nicht im Vordergrund, vielmehr werden gesellschaftliche Entwicklungen und die aktuelle Gegenwart ein wenig in die Zukunft transponiert, um als feministische Parabel ihre Kraft auf das Hier und Jetzt zu entfalten. Der Fokus liegt auf den Protagonistinnen, auf deren Leben und Erleben. Und hier liegt auch die Stärke des Romans, der zunehmend an Spannung und Geschwindigkeit gewinnt, um konsequent auf eine Tragödie zuzusteuern.
Eine Verbindung zu Margaret Atwoods Der Report der Magd zu ziehen, liegt nahe. Binah Shah betont aber, lediglich davon inspiriert worden zu sein. Die wirkliche Nähe beider Romane liegt denn auch in der feministischen Lesart und weniger im Setting.
„Sabine hatte zwar die Kämpfe nicht hautnah miterlebt, doch das hieß nicht, dass sie nicht ihren eigenen Krieg geführt hatte.“
Die Geschichte der schweigenden Frauen ist eine dystopische Parabel, die Genreliebhaber*innen eine kurzweilige Unterhaltung bietet, die aber vor allem als feministische Literatur zu wirken vermag. In Zeiten zunehmender Frauenfeindlichkeit und immer noch zahlreichen Gesellschaften mit brutaler Unterdrückung von Frauen, ist diese Dystopie, die zu sensibilisieren vermag, die Empathiefähigkeit fordert und fördert und die letztlich zur Rebellion gegen Ungerechtigkeiten provoziert, ein mutiger und unbedingt lesenswerter Roman.
- Ayad Akhtar
Himmelssucher
(14)Aktuelle Rezension von: SkyDie geliebte Mina und der Islam
Als Hayat die Nachricht vom Tod seiner geliebten Mina, eine Ersatztante für ihn, erfährt, stirbt ein Teil seines Lebens. Mittlerweile ein Student der Islamwissenschaften, war er ihr zutiefst verbunden, seit sie aus der Zwangsheirat ihres pakistanischen Mannes herausbrach und mit ihren Sohn zu Hayats Eltern zog. Sie war es, die ihm die Welt des Islams erklärt ihn, ihn beigebracht hat wie man betet, was es mit den Koran auf sich hat und was Glauben aus einem Menschen macht. Doch hinter dieser Beziehung steht ein Fehler, der das Leben von Mina beeinflusst hat und der alles zwischen Ihnen änderte. Ein Fehler, der nie wieder gut zu machen ist. Denn Minas Liebe zu Nathan, Jude und Kollege von Hayats Vater, stellt Probleme da, die unausweichlich scheinen.
Ayad Akhtar erzählt eine Geschichte von Liebe, Glauben und dem inneren Selbstzweifel. Sein Protagonist Hayat, der von seiner eigenen Geschichte erzählt, nachdem er von Minas Tod gehört hatte, war ein Junge, der sich zwischen zwei Welten bewegen musste. Einerseits die westliche Welt, die amerikanische, die christliche Welt, in der er lebte und seine Eltern hauptsächlich agieren und der östlichen, der pakistanischen, der muslichen Welt, die er durch Mina kennenlernt. Beides prallt aufeinander und wirft den Jungen in eine schwierige Situationen, bei dem ihm die Antworten fehlen, weil er zu jung ist, um es zu begreifen oder es ihm falsch vermittelt wurde. Die disharmonische Familie, mit dem heimlich trinkenden Vater und der betrogenen Mutter, die bei ihren Mann bleibt, macht die Sache nicht besser.
Was hier Akhtar damit aufwirft, ist vor allem die Fragen nach dem Glauben und inwieweit er unser Leben bestimmen kann und darf. Wie weit Erziehung uns beeinflusst und Kultur unser Leben bestimmt, unabhängig von welchen Ort wir stammen und wir sie mitbringen. Er lässt verschiedene Religionen aufeinandertreffen, sei es das Judentum, Christentum oder der Islam, stellt Gemeinsamkeiten fest und spart nicht den Fanatismus aus. Egal welche Religion es ist, alle werden kritisch hinterfragt und beleuchtet und was einem immer wieder überrascht, wie radikal der Konflikt sein kann, dass man "Gottes/Allahs/Jawehs" Wort predigt, ein friedliches Zusammenleben propagiert, aber sich auf allen Seiten Spitzfindigkeiten finden, die die Toleranz zerstören. Das hier der Islam im Zentrum steht, ist fast nur am Rand wichtig, wenn einem klar wird wie Glauben den Menschen beeinflussen kann oder sie uns beeinflussbar für Ideologen macht, die man blind vertritt, aus der Überzeugung heraus, das Richtige zutun. Blindes Vertrauen in eine Religion, die jeder anders sieht, betrachtet und ausführt. Dabei umschifft Ayad Akhtar den Radikalismus ins Extrema und fokussiert diesen inneren Glaubenskonflikt auf einen Jungen, der seinen Platz im Leben sucht, einen Jungen, der versucht zwischen westlicher und östlicher Kultur einen Grad zu finden, wo er seine eigenen Traditionen beibehalten kann ohne die von anderen Kulturenkreisen zu verletzen und diese Aufgabe ist gar nciht so einfach. Denn Vorurteile bestimmen das Bild, welchen man sich nicht immer entziehen kann, die aber zu furchtbaren Katastrophen führen können. Vor allem im Islam, der in vielen verschiedenen Richtungen unterschiedliche Ansichten hervorbringt, ist es schwer, den Weg zu finden, der einen richtig erscheint oder allgemeingültig als der Richtige erscheint. Weiterhin spielt die Eifersucht eine große Rolle, die uns blind macht gegenüber allen Dingen, sei es über uns selbst oder über andere hinweg. Hayat selbst schildert uns von ihr und wie er sie entfunden hat, welche Fehler er begangen hat und welche er bereut und man selbst sieht dabei auf ihn herunter und kann ihn nur verzeihen. Wie sollte er es anders wissen? Er war ein Kind... und genau diese Tatsache verleitet den Leser dazu sich milde mit Themen auseinanderzusetzen, die man schnell abtut. Glauben betrifft eigentlich alle, egal ob Atheist oder nicht, wir alle glauben an Etwas. Und sind uns bei Weitem nicht einig darüber, was richtig oder falsch ist. Die große Sträke, dass Ayad Akhtar dieser Entwurf und dieser innere Konflikt gelingt, liegt an seiner vielschichten Charakteren, die man nur zu oft ins Herz schließt, weil sie besonders sind. Egal ob es der junge Hayat ist, der uns mit Hingabe seine Welt schildert, der jüdische Freund von Hayats Vater oder die mütterliche Art Minas gegenüber der ehrlich gemeinten Strenge der Mutter, die an der Ignoranz ihres Mannes zu zerbrechen. Alle zusammen bilden sie ein Portfolio des Glaubens, deren verschiedenen Auffassungen davon, die jeweiligen Typen beschreiben. Für die einen ist Glauben etwas, woran man sich festhält, für andere eine Randerscheinung und für die Nächsten ein striktes Gesetz ohne Abweichungsmöglichkeiten. Es geht um Sühne, Versöhnung und dem Verzeihen, dem Abstrafen und den Hinnehmen, das Resignieren und Senieren und schlussendlich darum, ob das, woran man festhält, auch wirklich das ist, was man für immer behalten soll. Ob der Kompromiss nicht die Lösung ist? Diese Lebendigkeit findet sich auch in der Sprache, die von der pakistanischen Kultur geprägt ist und spezielle Metaphern aufwirft, die sehr bildkräftig und vor allem poetisch daherkommen. Sie sind verspielt, sehr farbenfroh und freuen einen und geben den Roman einen entsprechenden Rahmen, auch wenn man sich an vielen Stellen noch mehr von den sprachlichen Spielereien wünscht. Und genau da herrscht auch das Problem des Romans: Das große Ganze erschafft eine bewegte Geschichte über die Liebe, den Glauben und der Suche nach sich selbst, deren Details es aber oftmals an Tiefe fehlt. Es fehlt an Feinschliff, der dem gesamten Roman in die richtige Richtung hebt. So wackelt leider manchmal das Gerüst, auf den Ayad Akhtar seinen Roman baut und der versucht Vorurteile abzubauen und Einblicke in Kulturen geben, die man selbst nicht immer vor Augen hat, unter den Rahmen der Emotionen, die uns Menschen auszeichnen, bei denen unser Hintergrund keine Rolle mehr spielt.
Fazit
"Himmelssucher" ist eine bewege Geschichte über unseren inneren Zweifel nach der Suche nach sich selbst und nach dem, was wir Glauben nennen. Einfühlsam, oftmals raffiniert und vor allem sehr einpragsam erzählt Ayad Akythar eine Geschichte, die einen rührt und einen nicht so schnell wieder verlässt. - Johannes Klaus
The Travel Episodes
(14)Aktuelle Rezension von: WanderingBookwormIronischerweise bekam ich dieses Buch geschenkt, als eine Reise für mich endete. Meine erste große Reise, die in mir das unauslöschliche Fernweh ausgelöst hat. Als ich Anfang 2020 mit gebrochenem Weltenbummler-Herzen von Corona wieder nach Hause geschickt wurde, habe ich dieses Buch bekommen. Auf der ersten Seite steht "Willkommen zurück", und ich begann, meine Reise zumindest auf dem Papier fortzusetzen. Es wurde zum ersten Buch, in dem ich besonders schöne Sätze farbig markierte. Sätze, die von Fernweh, Begegnungen, Abenteuern und manchmal auch von Heimweh erzählten. Ich habe es sehr genossen, durch die verschiedenen Geschichten hinweg mit den verschiedensten Menschen zu reisen. Jeder Autor und jede Autorin hatte eine ganz eigene Sicht auf die Dinge, hat neue Perspektiven aufgezeigt und auf Dinge hingewiesen, die ich mir für zukünftige Reisen merken werde, um ebenso offen für das Unbekannte zu werden, wie diese Menschen.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es bietet Inspiration für Reisende, ein kleines Fenster für die, die Reisen wollen, aber nicht können, und einen Schubs für die, die sich nicht trauen. Auch nach drei Jahren nach wie vor einer meiner Lieblinge im Regal.
- Carolin Emcke
Von den Kriegen
(6)Aktuelle Rezension von: Orisha">>Du hast die Sprache, du kannst schreiben<<, sagte Mariam zu mir" (Emcke, 2004:205)
Der Kosovo, Libanon, Nicaragua, Rumänien, New York/Pakistan/ Afghanistan, Kolumbien und Irak/Nordirak. Krisengebiete. Kriegsgebiete. Armut, Gewalt und der Tod beherrschen den Alltag der Menschen. Sie stehen auf der einen Seite. Auf der anderen steht Carolin Emcke, preisgekrönte Journalistin und Berichterstatterin aus eben jenen Gebieten.
In Von den Kriegen. Briefe an Freunde berichtet sie von ihrer journalistischen Tätigkeit und dem Leben in jenen Randgebieten dieser Welt. Sie klärt auf, sie analysiert, sie kommt ins Gespräch. Sie reflektiert ihre Tätigkeit, ihren Status als Europäerin, als Journalistin aus der westlichen Welt. Dabei baut sie die Geschichten der Menschen vor Ort ein. Da gibt es Laurin, der in Rumänien auf der Straße lebt. Mustafa Nasraddin, der bei Erbil um den Frieden der Kurden im Nordirak kämpft. Oder Fanny Ruiz und ihr Mann Martín, die Carolin und ihrem Begleiter in Kolumbien das Leben retten.
Emckes Briefe berichten von den Menschen, jenen die von der Weltgemeinschaft vergessen wurden. Von Begegnungen, die trotz vieler Unterschiede, von Gastfreundschaft und Toleranz zeugen. Von Gesprächen, Diskussionen, Missverständnissen, vom Wesen des Journalismus und ihrer Motivation sich immer wieder diesen Gefahren auszusetzen.
Dieses Buch hat mich tief bewegt, gibt es doch Einsicht in das, was oft unsichtbar bleibt. Emcke findet klare Worte, Worte, die mich berührt haben, die zum nachdenken anregen und die betroffen machen. Kurzum, es ist für mich ein Buch, dass einem die Welt noch einmal von einer anderen Seite zeigt - leider einer Seite, die traurig stimmt.
Fazit: Emotional schwierige Lektüre, die dennoch absolut empfehlenswert ist. Unbedingt lesen! - Sabatina James
Sterben sollst du für dein Glück
(64)Aktuelle Rezension von: HopeandliveSabatina James schreibt ihre Geschichte unter einem Pseudonym. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, wie sie vielfach in Deutschland und Österreich vor den Augen der Öffentlichkeit geschehen kann und niemand tut etwas.
Sabatina ist in Pakistan in einem kleinen Dorf als älteste Tochter ihrer Familie geboren und ist mit ihrer Familie mit 10 Jahren nach Linz in Österreich gezogen. Erst lebt die Familie auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf und folgen dann wieder dem Vater in die Stadt Linz. Mit ihren beiden Brüdern und der jüngeren Schwester genießt die lernfreudige Sabatina die Freiheit, die dieses Land bietet und wächst zu einem hübschen Teenager heran.
Ihren Eltern gefällt diese Entwicklung nicht, denn als strenggläubige Muslime haben sie andere Pläne für ihre Tochter.Sie möchten Sabatina noch minderjährig verheiraten. Doch Sabatina lechzt nach Freiheit und so kommt es zu einem sehr ernsten Konflikt, bei dem sich die Eltern nicht anders zu helfen wissen, als ihre Tochter nach Pakistan auf eine Koranschule zu schicken. Sabatina erlebt dort unvorstellbare Misshandlungen und Folter und stimmt schließlich in die Ehe mit ihrem Cousin ein, da es die einzige Möglichkeit ist, endlich wieder nach Österreich zurückzukehren. Auch in der Ehe erlebt Sabatina Misshandlungen und sieht keine andere Möglichkeit zu fliehen. Diese Entscheidung führt zu einem entgültigen Bruch mit den Eltern und ihre Eltern sprechen das Todesurteil über sie aus. Laut dem Islam die einzige Antwort auf ungehorsame Frauen.
In dieser für Sabatina so schrecklichen und traumatischen Zeit kommt sie dem Gott der Bibel auf die Spur, lernt Jesus kennen, konvertiert zum Christentum und hat somit unwiderruflich Schande über ihre Familie gebracht. Sie kommt durch das LKA in ein Zeugenschutzprogramm und ist seitdem ständig auf der Flucht vor der Rache ihrer Familie und der muslimischen Gemeinde. Dennoch hat sie einen unglaublichen Lebenswillen, geht mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit und macht damit vielen jungen muslimischen Frauen Mut, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Ihr Glaube an Jesus Christus tröstet sie und gibt ihr Kraft.
Mich hat die Geschichte dieser jungen Frau unglaublich berührt. Sehr authentisch schildert sie iher innere Zerrissenheit, ihren Willen nach Leben und Freiheit und ihren Kampf zwischen den Kulturen, in dem sie sich befindet. Sie liebt ihre Familie und sehnt sich nach ihr, doch leider ist von dort keine Gnade zu erwarten. Ein Wort, das im Islam nicht vorkommt. Ich wünsche Sabatina von Herzen, dass sie weiter Mut und Kraft findet und nicht aufhört, darüber aufzuklären, was tagtäglich in Europa unter unseren Augen passiert und keine Beachtung findet.
Ein mutiges und bewundernswertes Zeugnis.
- Sabaa Tahir
All My Rage: A Novel
(4)Aktuelle Rezension von: sasa_moon"Rage can fuel you. But grief gnaws at you slow, a termite nibbling at your soul until you’re a whisper of what you used to be.” (S. 365)
Dieses Buch ist nicht nur eine Achterbahnfahrt der Gefühle, sie ist ein freier Fall, bei welchem man erst kurz vor dem Aufprall abgefangen wird. Dieses Buch springt wie auf einem Trampolin auf deinem Herzen herum, setzt es wieder zusammen, trampelt wieder herum und lässt es anschließend heilen. Es ist definitiv keine leichte Lektüre, weswegen die Content Note zu beachten ist, aber es ist definitiv eine, die nachhallt.
Das Cover: Die Farbauswahl gefällt mir unglaublich gut, auch wenn ich es beinahe zu farbenfroh für diese emotionale Geschichte finde.
Die Handlung: Noor und Salahudin sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Gemeinsam sind sie in der Wüste Kaliforniens als pakistanische Migranten aufgewachsen und kennen sich in und auswendig. Bis ein alles zerstörender Streit die beiden auseinandertreibt und zu einem Kontaktabbruch führt. Seitdem führen die beiden ihre Kämpfe im Alltag allein aus – Kämpfe, die sie in ihrem Alter nicht hätten führen sollen. Doch als ein großer Schicksalsschlag die beiden wieder zusammentreibt, stellt sich die Frage, ob all ihre Päckchen ihnen eine gemeinsame Zukunft verbauen könnten…
Meine Meinung: Nach den ersten Kapiteln war mir bereits bewusst, dass ich dieses Buch lieben werde. Es ist keine Wohlfühlgeschichte, sehr ernst und auch tragisch. Dennoch schafft Sabaa Tahir es, keine herunterziehende Geschichte zu schreiben, sondern eine, die Mut macht und an vielen Stellen auch Hoffnung aufkommen lässt. Ich war direkt im Geschehen drin, habe von Anfang an bei Noor und Salahudin mitgefiebert und jede einzelne Seite gefühlt. Auch Sabaa Tahirs Schreibstil ist absolut gelungen. An vielen Stellen poetisch - ohne zu stark abzuschweifen – bildlich und ein wahrer Überbringer von Emotionen.
Die Charaktere: Noor und Salahudin haben mein Herz. Die beiden machen im Laufe der Geschichte wirklich viele Fehler, bei welchen man teilweise dasitzt und sich fragt, wie man diese wieder geradebiegen soll. Aber man kann nicht anders, als sie zu lieben und bei ihnen mitzufiebern. Sie sind wahnsinnig vielschichtig, was mich sehr positiv überrascht hat.
Fazit: Für mich ein absolutes Jahreshighlight, welches noch lange nachhallen wird. Danke Sabaa Tahir für diese eindrückliche und hochemotionale Geschichte!
- Mohsin Hamid
So wirst du stinkreich im boomenden Asien
(21)Aktuelle Rezension von: SyakkaDie Lebensgeschichte eines Jungen in Indien, der sich von ganz unten hocharbeitet - immer seine alte Liebe im Blick. Beide lassen sich nicht aufeinander ein, weil ihr Weiterkommen wichtiger für sie ist.
Der Erzählstil ist fast telegrammartig, sehr effizient - dennoch sehr stimmungsvoll, es entstehen schöne und vor allem echte Bilder, man bekommt ein gutes Gefühl für Land, Leute, den Umgang miteinander, wie "die Dinge so laufen".
Mir hat das Buch gut gefallen, es ist leichtgewichtig, klingt aber dennoch nach und hat Tiefgang.
Klare Leseempfehlung. - Jacques Berndorf
Der Meisterschüler
(14)Aktuelle Rezension von: Engelchen07Das Buch beginnt mit verschiedenen Morden an den unterschiedlichsten Schauplätzen, überall wird eine kleine Karte gefunden mit der Aufschrift "Im Namen Allahs". Die Agenten Karl Müller und Svenja Takamoto bekommen in Indien bzw. Pakistan Einsatzorte um dort die Geschehnisse aufzuarbeiten. Bald führt die Spur zurück nach Deutschland und das Thema Terrorismus wird hier leider zur traurigen Wahrheit.
Der Agententhriller ist sehr spannend geschrieben. Er läßt sich sehr gut lesen. Ich war am Anfang skeptisch ob dies wirklich mein Buch bzw. mein Thema wird, da ich es geschenkt bekommen habe, aber ich war von der 1. bis zur letzten Seite total gefesselt und begeistert. Toller Autor.
Ich kann das Buch nur jedem weiterempfehlen. Man darf allerdings nicht sehr empfindlich sein, da die Szenen teilweise sehr brutal beschrieben und geschildert werden.























